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Brühl. Gie

Schwurgericht in Gießen

40 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mark, Frühäpfel, H kg 10 bis 20,Falläpfe! 3 bis 6, Birnen 10 bis 15,Zwetschen 7 bis 8, Nüsse 40, Brombeeren 35, Preiselbeeren 32 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1 bis 1,10 Mark, Blumenkohl 10 bis 30, Salat 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Ein- machgurken 2 bis 5, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 20 bis 25, Rettich 5 bis 16, Radieschen, das Bündel 10 Pf.

Der am 26. April 1894 in Borsdorf geborene, zuletzt dort wohnhaft gewesene Ludwig Belzer II., stand gestern unter der Anklage des Meineids.

Der Angeklagte hatte im Jahre 1935 vor dem Amtsgericht Nidda unter Eid abgestritten, daß er der Zeugin M., die einen Prozeß gegen ihn an-s

Nachspiel zum Mordprozeß Vogler.

Iran Rocker wegen Beihilfe zum Mord angeklagl.

Lpd. Frankfurt a. M., 25. Sept. Der Presse» dezernent beim Landgericht Mainz teilt mit, daß die Staatsanwaltschaft Mainz am 18. September gegen die im G i f t rn o rd p r o z e ß Bögler häufig genannte Ehefrau Rocker aus Wiesbaden, die sich in Mainz in Haft befindet, Anklage weyen Beihilfe zum Mord beim Schwurgericht Mainz erhoben hat.

gestrengt hatte, ein Eheversprechen gegeben habe bzw. mit ihr verlobt gewesen sei.

Die Zeugin M., die verwitwet ist, erhielt eines Tages einen anonymen Brief, in dem ihr der Briefschreiber mitteilte, daß der heutige Angeklagte, der ebenfalls zur damaligen Zeit Witwer war, an ihr Interesse habe und daß der Angeklagte evtl, daran denke, mit ihr zwecks Ehe in nähere Bezie- Hungen zu treten. Eine Zeugin, die von diesem Briefe erfuhr, teilte den Inhalt dem Angeklagten mit, der den Wunsch äußerte, den Brief einmal zu sehen mit einer Stellungnahme der Zeugin M. Die Zeugin M. war, da sie ein Kind hatte und ihrer Landwirtschaft nicht in vollem Umfange vorstehen konnte, nicht abgeneigt, den Anaeklagten kennen- zulernen. In der Folgezeit verkehrte der Ange­klagte, nachdem sich das Verhältnis zwischen ihm und der Zeugin M. angebahnt hatte, öfters im Hause der Frau. Dabei kam es auch zu einem intimen Verhältnis zwischen ihm und der Zeugin M. Die Zeugin gab an, daß sie sich nur deshalb mit dem Angeklagten eingelassen habe, weil ihr dieser die Ehe versprochen habe. Als sich eines Tages der Angeklagte von ihr zurückgezogen hatte, erhob sie Klage bei dem Amtsgericht in Nidda wegen Verlöbnisbruch. In diesem Prozeß wurde der Angeklagte als Partei eidlich vernommen. In dem diesem Prozeß vorangegangenen Güteoerfah­ren wurde der Angeklagte eingehend belehrt, roa? er rechtlich unter dem BegriffVerlöbnis" versieben müsse. Der Angeklagte stritt unter Eid ab, mit der Zeugin M. verlobt gewesen zu sein bzw. dieser das Eheversprechen abgegeben zu haben.

1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 11, auslän­dische 11%, Wirsing, grün, % kg 7 bis 8, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 8, Bohnen, grün 18 bis 25, gelb 18 bis 25, Unter­kohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 35, Feldsalat 80, Tomaten 15, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 15 bis 20, Kartoffeln, 5 kg

Die Verhandlung gegen den Anaeklagten Karl Möser aus Eichelsdorf, über dessen Meineids- verfahren wir in unserer gestrigen Ausgabe bereits berichteten, wurde am Freitagvormittag mit den Plädoyers des Staatsanwaltes und der beiden Verteidiger fortgesetzt.

Das Schwurgericht erkannte gegen den Angeklag­ten nach längerer Beratung auf eine Gefängnis- ftrafe von einem Jahr und 1 Monat. Außerdem wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren ab­erkannt.

Zur Begrüdung des Urteils führte der Vorsitzende aus, daß das Schwurgericht es als erwiesen erachte, daß sich der Angeklagte der Zeugin O. nicht nur in unsittlicher Weise genähert, sondern auch unerlaub­ten Verkehr mit ihr gehabt habe. Dieser Beweis sei durch die beeidigte Aussage der Zeugin O. ein­wandfrei geführt, zumal das Schwurgericht nicht die geringste Veranlassung hätte, an der Glaub­würdigkeit dieser Zeugin zu zweifeln. Sowohl der Bürgermeister als auch eine Reihe weiterer Zeu­gen hätten der Zeugin O. das denkbar beste Zeugnis ausgestellt. Im übrigen wurden die Angaben der Zeugin O. durch die Aussagen der ebenfalls eidlich vernommenen Zeuginnen M. und St. unterstützt. Strafmildernd wurden die seitherige Unbestraftheit und der gute Leumund des Angeklagten berücksich­tigt. Strafschärfend, so führte der Vorsitzende aus, kam in Betracht, daß der Angeklagte, wie die Haupt­oerhandlung ergeben habe, ein egoistischer Mensch lei.

Die Verteidiger des Angeklagten waren die Rechtsanwälte Dr. Wämser (Gießen) und Spa- m e r (Nidda).

Gegen den Angeklagten erließ das Schwurgericht mit Rücksicht auf die Strafhöhe Haftbefehl. .

Die Beweisaufnahme, die sich bis in die gestrigen Abendstunden erstreckte, konnte noch nicht zu Ende geführt werden und wird am Samstagvormittag fortgesetzt.

Amtsgericht Gießen.

Der Angeklagte K. V. aus Trohe, der wegen Diebstahls im Rückfall und Betrugs unter Anklage steht, war zum Hauptverhandlungstermin nicht er­schienen. Auf Antrag des Staatsanwalts erließ das Gericht Haftbefehl gegen den Angeklagten.

Fohr, Feldw. Hain, Uftz. Klix, Oberfeld«. M o g k, Feldw. Ronneburg, Oberfeld«. Weiß, Oberschirrmeister Z a i ß.

Wintersemester

der Gewerbeschule Gießen.

Von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Am 2. November beginnt, wie alljährlich, die Ge­werbeschule Gießen mit ihrem Wintersemester. Da auf Grund der erhöhten Anforderungen im Hand­werk und Industrie und infolge der Wiederbelebung der Wirtschaft, insbesondere des Baumarktes, eine außerordentliche Nachfrage nach tüchtigen Fachkräf­ten besteht, kann dem Handwerker, wie dem künf­tigen Techniker nur dazu geraten werden, sich neben der praktischen Erfahrung die theoretischen Kenntnisse für seinen Beruf durch den Besuch einer entsprechenden Fachschule zu erwerben. Hierzu be­steht an der Gewerbeschule Gießen die beste Ge­legenheit. Außerdem bietet sich die Möglichkeit, sich das für die Meisterprüfung geforderte Maß an Kenntnissen anzueignen oder mit der staatlichen Ab­gangsprüfung gleichzeitig den theoretischen Teil der Meisterprüfung abzulegen. Befähigte Schüler kön­nen mit Anrechnung der an der Gewerbeschule Gie­ßen absolvierten Semester auf die höheren tech­nischen Staatslehranstalten für Hoch- oder Tief­bau, Maschinenwesen usw. übergehen. Die Schule bietet also in ihren zahlreichen Abteilungen für Maurer, Zimmerer, Schreiner, Maler, Schlosser, Elektriker, Schuhmacher usw. vertiefte theoretische Ausbildung, Zugang zu den Prüfungen, damit fach­liche Weiterbildung und beruflichen Aufstieg. Pro­spekte und Auskunft durch die Direktion der Ge­werbeschule Gießen, Liebigstraße 16. Man beachte die heutige Anzeige.

Motorradunfall auf nächtlicher Straße.

Gestern gegen 23 Uhr ereignete sich auf der Straße zwischen Gießen und Lich unweit der Ka­sernen ein Verkehrsunfall. Heinrich Rohn von Gießen und Karl Wahl von Lich, die sich auf dem Motorrad unterwegs nach Lich befanden, fuhren in den Straßengraben, da sie, nach der Erklärung eines Mitfahrers, von einem entgegenkommenden Auto geblendet waren. Rohn stürzte schwer, blieb be­wußtlos liegen und wurde von einem Lastkraft­wagen, der bald nach dem Unfall die Straße pas­sierte, zunächst zur ersten Hilfeleistung zur Sanitäts­kolonne gebracht und von dort aus in die Chirur­gische Klinik eingeliefert; er ist noch nicht verneh­mungsfähig. Der Beifahrer Wahl erlitt leichtere Verletzungen.

Gießener Wochenmarktpreise.

* G i e ß e n, 26. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter

Iwndfunkprogramm.

Sonntag, 27. September:

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45( Morgenmusik für Violine und Klavier. 9: Katho» lische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. Volkstum als Erbe (II). Von Dr. Hermann Reischle. 10:Der Bauer hebt den Sensenschaft..." 10.30t Chorgesang. 11: Unterhaltungskonzert. Dazwischen: Funkberichte vom MotorradrennenRund um den Feldberg". 14: Kinderfunk. 14.45:Halten Sie mal die Luft an!" Eine erlauschte Begegnung. 15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. Als Ein­lage 17.2517.40: Länderfuhballspiel Deutschland- Tschechoslowakei. Funkbericht. 18: HJ.-Funk. Ge- bietssporttrefsen der HI. 18.30: Konzert. 19.45: Sportbericht. 20: Geschichten aus dem Wiener Wald. Ein historisches Funkbild im Dreivierteltakt. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportspiegel des Sonntags. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2: Siegfried-Wagner-Gedächtnis-Konzert.

Montag, 28. September:

6 Uhr: Choral Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten, 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk.Die Bre­mer Stadtmusikanten" Märchenspiel frei nach Grimm bearbeitet von Erika Geldern-Salzmann. 11: Hausfrau, hör zu 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Was Euch gefällt! 15: Volk und Wirtschaft. Was kostet ein gebrauchter Wagen? Aus der Arbeit der Schätzstellen. Wirtschaftsmel­dungen. 15.15: Kinderfunk. Was können wir im Freien spielen? 15.45: Nachmittagskonzert. 16.45: Südwestdeutsche Erzähler. Roland Betsch. 17: Von Kassel: Klaviermusik. 17.30: Herbstsonne über Strom und Wald. Ein Streifzug durch das Land der jungen Weser. 18: Fröhlicher Alltag. 19: Von Freiburg: In der Dreiländerecke. 19.40: Der Zeit­funk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Musik zurGuten Nacht". 242: Nachtkonzert.

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