Einzelbild herunterladen

Die Lage der Linksregierung sehr kriiisch." pariser Meldungen aus Madrid und Barcelona.

Paris, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) lieber die Lage in Spanien laufen in Paris immer noch die widersprechend ft en Meldungen ein. Es ist daher schwer, sich überhaupt ein klares Bild zu machen. Bedeutsam ist immerhin, daß selbst für die Volksfront sestzustehen scheint, daß sich trotz der dauernd gemeldeten Erfolge der Madrider Regierung, deren Streitkräfte angeblich in den letzten Tagen überall die Truppen der Militär­erhebung zurückaeworfen und aufgerieben haben sollen, eine Entscheidungsschlacht vor den Toren von Madrid zu entwickeln beginne.

DerJlgaro glaubt melden zu können, daß die Lage der spanischen Linksregierung sehr kritisch sei und es trotz der strengsten Rationa­lisierung nur noch für einen Tag Lebensrnittel gebe. Die Einkreisung und Belagerung der spanischen Hauptstadt durch dieWeihen" habe begonnen.

Nach den sehr seltenen Nachrichten, die aus der Stadt selbst herausgelangen, herrsche dort ein unbe­schreibliches Durcheinander. Wassermangel mache sich fühlbar. Es gebe kein Benzin mehr. Die Regierung habe nach dem Beispiel Gallienis sämtliche Kraftwagen beschlagnahmt, um die Trup­pen an die Nordfront zu werfen. Aber jetzt seien

sie praktisch ohne Brennstoff und damit ftillgelegt. EinAusschuß der nationalen Verteidigung" sei in Madrid gebildet worden. Aber man wisse nicht, ob dieser Ausschuß die Regierung ablösen oder an ihrer Seite regieren werde. Der General B u r g u e t e habe bereits bie Todes st rafe gegen Plün­derung androhen lassen.

Auch aus Barcelona will derJigaro wis­sen. dah dort Unruhen unb Unordnung herr­schen. Der Präsident der katalanischen Genera- lidad Companys soll mit einem breimoto­rigen Flugzeug geflohen fein. Die Sturmgarben schössen jetzt auf Miliz, weil diese ihre Auflösung verlangt haben sollen. Die Stadt sei außerdem von den Rationalisten bombardiert worden. Aber gemäß dem plan des Generalstabes der Militärerhebung komme Barcelona als letzte Stadt dran, wenn Madrid eingenommen fei und die Generalidad keine gesetzliche Da­seinsberechtigung mehr habe.

Das Blatt berichtet ferner, von Eabanellas erfahren zu haben, baß die Verbindung zwischen Valencia und Madrid abgeschnitten werden konnte, so daß die Hauptstadt nunmehr völlig ohne Lebensmittel­nachschub sei.

Die Kampslinien.

Eine llebersicht vom ORB.-Gonderberichterstatter.

H e n d a y e, 25. Juli. (DNB.-Funkspruch. Dorn Sonderberichterstatter des DNB.) Kur^ nach Mitter­nacht sind vier Kraftfahrer eingetroffen, die ein­wandfrei festgestellt haben, daß

die Strecke BurgosMadrid sich bis 50 Kilo­meter nördlich von Madrid in den Händen der Truppen des Generals Mola befindet.

Es ergibt sich nunmehr in großen Zügen fol­gendes Bild: Der atlantische Küstenstrei- f e n der baskischen Provinzen, sowie von Santan­der und Asturien ist noch in den Händen der Volksfront-Leute. Die Linie Pamplona LogronoDitoriaBurgosLeon stellt die Opera­tionsbasis der Militärgruppe nach Norden bar. Ebenfalls fest in bem Besitz ber Militär- gruppe befinbet sich bie weiter südliche Linie SoriaPalonciaVallabolidZamora.

Bon dieser Linie aus wird die Angriffsbewe­gung vorgeführt in den Abschnitt Salamanca SegoviaGuadalajara, wo sich jetzt die Aus­gangsstellung für den Angriff auf Madrid befindet.

Die Rundfunkstation Navarra hat offiziell mitgeteilt, daß San Sebastian von ber Militärgruppe besetzt worben sei. Die Truppen sollen von ber Bevölkerung mit stürmi­schem Jubel begrüßt worben sein. (Da unmittel­bare Nachrichten aus San Sebastian um Mitter­nacht in Henbaye nicht vorlagen, geben wir bie Meldung unter allem Vorbehalt weiter.)

Auch bie Stabt L 6 on befinbet sich im Besitz ber Militärgruppe. Die bort liegenbe Militär­fliegertruppe, beren Haltung anfangs zweifelhaft war, ist zu ber Militärgruppe übergegangen.

Schwere Kämpfe vor Madrid.

Angriff auf die Hauptstadt am Sonntagfrüh?

Lissabon, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der in Besitz ber Militärerhebung befindliche Sender von Valladolid meldet, daß eine große Anzahl von Mitgliedern des RechtsverbandesSpa­nische Phalanx" aus Vallabolid in bie nationali­stische Armee eingetreten sei.

Der Sender verbreitet weiter bie Nachricht vom Dorrücken bes Generals Mola, bessen schwere Artillerie sich bereits ber Hauptstadt nähere, um sich mit ber Vorhut zu vereinigen. Die Vorhut ber Militärerhebung habe bei Somosierra bie Streitkräfte der Linksregierung schwer geschlagen. Bei den blutigen Kämpfen fei General Munoz ums Leben gekommen.

Auch aus verschiedenen anderen Funksprüchen gehl hervor, dah im Guadarrama-Gebirge un­weit von Madrid seit gestern schwere Kämpfe zwischen den vorgeschobenen Abteilungen von General Mola und marxistischer Miliz und Sturmscharen im Gange sind. Born Ausgang dieser Kämpfe dürfte das Schicksal der spani­schen Hauptstadt abhängen.

Bisher scheinen die Truppen der Militärerhebung Fortschritte zu machen. In Madrid, wo bereits eine große Anzahl von Toten und Verwundeten einge- troffen sein soll, seien, wie gemeldet wird, sämtliche Aerzte und Krankenschwestern mobilisiert worden.

General Queipo de Llano teilte Freitag abend über den Sender von Sevilla mit, daß bei Cor­dova ein großer Teil der von der Madrider Re­gierung gebildeten Miliz zur Militär­erhebung übergegangen sei. In Sevilla selbst herrsche größte Ruhe, und das Leben in der Stadt nehme feinen normalen Verlauf. In seiner Rundfunkerklärung wandte sich ber General bann noch gegen bie von ihm als vollkommen unwahr bezeichneten Nachrichten ber Links-Regierung in Madrib unb erklärte zum Schluß, baß er

mit der Einnahme der Hauptstadt im Laufe des Sonntags rechne.

Der Kreuzerfi i b e r t a b" soll, aufgefangenen Funksprüchen zufolge, ber Mabriber Regierung mit» geteilt haben, daß seine Lage verzweifelt sei, da seine Vorräte an Trinkwasser und Brennstoff erschöpft seien.

Wie der Sonderberichterstatter des Pariser Jour von der Front der nationalistischen Truppen meldet, soll der Angriff auf Madrid in den Morgenstunden des Sonntag beginnen. Zwei größere Abteilungen halten die wichtig­sten höhen vor Madrid beseht.

Die eine Kolonne werde vom Obersten Garcia E s c a m e z geführt unb stehe auf bem Paß von Somosierra, die andere unter Führung von Oberst de R a d a halte den Puerto be Leone. Von biefen beiben Punkten aus werbe ber Eingang zu Mabrib beherrscht.

nationale Regierung gebildet?

henbaye, 25. Juli. (DRB.-Funkspruch. Born Sonderberichterstatter des DRB.) Die Radiostation Castilla in Burgos teilte um Mitternacht durch Rundfunk mit. daß sich in Burgos am Freitag­abend eine nationale Regierung gebildet habe unter dem Borsih des Generals Labanel- l as; außerdem fei in diesem Kabinett General Mota vertreten. Diese Regierung habe sofort alle Provinz- und Gemeindeverwal­tungen abgesetzt, in dem acht Zehntel des spanischen Gebietes, in dem Militärtruppen angeb­lich die Macht ausüben. Reue Verwaltungen seien eingesetzt worden. Ferner sei sofort eine Berorb- nung erlassen worden, wonach der bisherige Ge­

neralgouverneur der Guardia Livil abgeseht und als fein Rachfolger General Bullosa er­nannt wurde.

Regierungserlaß zurAufrechlerhattung der Ordnung in Madrid.

L i s s a b o n , 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die spanische Linksregierung hat eine Ver­ordnung herausgegeben, wonach Ansamm­lungen von mehr als drei Personen nach 23 Uhr in den Straßen von Mabrib ver­boten sind. Weiter würbe angeorbnet, baß sich bie sozialistische Miliz bei ber Ausübung ihres Dienstes lebiglich nach den Anweisungen ber Regierung richten dürfe. Wer eigen­mächtig vorgehe, werbe als Rebell angesehen.

Jüdische Emigranten in den Reihen der spanischen Regierungstruppen.

I a f f <r, 24. Juli. (DNB.) Die jüdische Presse in Palästina berichtet, baß 150 jübische Erni- aranten aus Deutschlanb in bie Reihen ber spanischen Regierungstruppen eingetreten seien, um bieFaschisten zu bekämpfen".

Vrillsche Zerstörer in San Sebastian.

London, 24. Juli. (DNB.) In Tanger ist zur Ablösung des ZerstörersWhite Hall", der nach Gibraltar zurückkehrt, ber ZerstörerBrillant" eingetroffen. Zwei weitere britische Zerstörer trafen ferner auf Ersuchen des britischen Botschafters am Freitagvormittag in San Sebastian ein. Es handelt sich um bie erste Mitteilung, bie bie bri­tische Regierung seit Tagen von ihrem Botschafter in Spanien erhalten hat. Infolge ber revolutio­nären Wirren war es bem Botschafter bisher un­möglich, nach Mabrib zurückzukehren. Die Lage in San Sebastian wirb in London als sehr ernst bezeichnet.

Amerikaner nach Frankreich gebracht.

Washington, 25. Juli (DNB' Funkspruch.) Wie vorn Sommersitz des Botschafters der Vereinigten Staaten von Nordame­rika in San Sebastian gemeldet wirb, würben alle amerikanischen Staatsangehöri­gen, bie aus San Sebastian abtransportiert zu werden wünschten, von einem britischen Zer­störer nach St. Jean-de-Luz gebracht. Amerikaner seien bei den Kämpfen nicht zu Schaben gekommen. Von ber Botschaft wurde vorgeschlagen, baß ber auf dem Weg nach San Sebastian befindliche ame­rikanische ZollkutterEayuga" nach F u e n ter­ra d i a beordert werbe, um ben amerikani­schen Botschafter Bowers aufzunehmen, von bem seit Dienstag keine Nachricht vor­liege.

MOllingsberichle.

Henbaye, 25. Juli. (Funkspruch vom Sonder- berichterstatter bes DNB.) Am Samstag um 2 U f) r früh konnten wir die erste Verbindung mit ben von einem französischen Kriegsschiff nach S t.-- Jean-be-Luz gebrachten Personen aufnehmen. Nach Aussagen bieser Leute, bie am Freitag um 17.30 Uhr San Sebastian verlassen haben, befanb sich um biefe Zeit bie Stadt noch im Besitz der Volksfrontler. Aber bereits 5 Kilome­ter außerhalb San Sebastians seien natio­nalistische Truppen bemerkt worden. Die Verluste während ber Kämpfe ber letzten fünf Tage sollen in Sau Sehatiian frtxra ?00 TpU be­

tragen haben, barunter soll sich bie Frau eines ausländischen Konsuls befinden, die am Fenster er­schossen worben sei.

Insgesamt sind r u n b 6 0 0 Auslänber am Freitagnachmittag von San Sebastian a b trans­portiert worden, davon 367 durch ein franzö­sisches Kriegsschiff und 220 durch ein englisches. Die Botschaften, darunter auch die deutsche, sind nach Feststellungen der Ausländer wohlbe­halten.

Meldung an die OAF. aus Barcelona.

Berlin, 24. Juli. (DNB.) Die Auslandsorgani- fation der Deutschen Arbeitsfront teilt mit, daß sie ein Telegramm ber Abteilung Sprachenschule

ber DAF. in Barcelona erhalten habe, bas tneb bet, bah bießagerußiger unb alle wohlauf seien.

Bon Madrid losgesaat

Paris, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie am Freitagabend aus unterrichteten Kreisen in Paris verlautete, soll ber spanische Geschäftsträ- ger Eastilio in Paris am Freitagnachmittag seinen Rücktritt erklärt haben, mit folgender Be- grünbung:W enn ich meinen Postenoer. lasse, so tue ich bies, weil mein Gewissen mir es verbietet, an einer Waffenlieferung teilzu- nehmen, bie bazu bestimmt ist, meine armen Lanbsleute zu töten."

Die kommunistische Solidarität."

Bewaffnetes Eingreifen französischer Kommunisten in Spanien?

Paris, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das Echo be Paris" berichtet, daß die französische kommunistische Partei den Besuch zweier spanischer Kommuni st en namens Juan Robertico und Fernandez P e n a erhalten habe, bie die Aufstellung eines kommunistischen freiwilligen Bataillons in Frank­reich vorgeschlagen hätten, daß auf bem spanischen Schlachtfelde die kommunistische Solidari- t ä t bezeugen solle. Das politische Büro der Partei habe diese Bitte ber spanischen Abgesandten gün­stig beantwortet. Das Blatt weist darauf hin, baß berartige Eingriffe Frankreichs zu schweren außenpolitischen Verwicklungen führen können.

DerM a t i n" glaubt dazu noch nähere Angaben machen zu können. Danach hätten bie beiben spani­schen Kommunisten am 23. Juli vor bem Polit- Büro ber französischen kommunistischen Partei in Paris unter bem SpitznamenRobert" unbMar­tin" eingehend über die Lage in Spanien berich­tet. Sie hätten die Aufgabe, mit ber französischen Bruderpartei Verbinbung aufzunehmen, um bie Möglichkeit einer evtl. Hilfeleistung zu prüfen.

Diese Hilfe sollte il a. bestehen in der Ent­sendung einersymbolischen Abteilung fran­zösischer Kommunisten nach Spanien. Rach einigen weiteren Angaben habe bas Polit-Büro beschlossen, eineSturmabteilung aus den eifrigsten Parieiangehörigen zusammenzustellen. Die technische und finanzielle Seite dieses Un­ternehmens fei der Jnternationalen Roten Hilfe anvertraut worden. Die Zusammenstel­lung des Roten Bataillons werde, wie das Blatt weiter berichtet, in der Rähe der Grenze erfolgen, die dann überraschend durch die be­reits bewaffnete Abteilung überschritten wer­den solle. Die Waffen selbst würden aus einem der geheimen Waffenlager geliefert werden, die die kommunistische Partei in der Gegend von Bordeaux angelegt habe.

Die Frage der französischen Waffenlieferung.

Paris, 24. Juli. (DNB.) Arn Quai d'Orsay wurde am Freitag erklärt, daß keine Waffen­lieferungen an irgendeine ausländische Macht ohne vorherige Befragung des Außenministeriums ausgeführt werden könnten. Bisher sei jedoch als Folge irgendeines angeblichen Schrittes ber spani­schen Regierung bei ber französischen Regierung eine berartige Anfrage nicht an ben Quai b'Or- s a y gelangt.

Die rechtsstehendeLider16" besteht nichts­destoweniger auf der Behauptung, baß bis fran­

zösische Regierung Waffen an Spa. n i e n liefere. Mehrere Potez-Bomber würden noch im Laufe bes Freitag, von französischen Ilie- gern gesteuert, starten, während bie Bomben und bas übrige Material an Bord des im Hafen von Marseille liegenden spanischen DampfersCiudad Tarragona" verfrachtet würden. Diese Waffen seien nicht einmal für bie Mabriber Regierung bestimmt, die seit vier Tagen überhaupt nicht mehr mit ber hiesigen spanischen Botschaft in Verbindung gewesen sei. Die Initiative falle vielmehr bem katala­nischen Präsidenten Companys zu, ber ein Spielzeug in den Händen ber Anarchisten sei. Der französische Außenminister D e l b o s habe sich gegen bie Waffenlieferungen gesträubt, aber Ministerpräsident Blum habe sie bewilligt. Das Blatt gibt sodann seiner Befürchtung über internationale Verwicklungen Ausdruck, die durch französische Waffenlieferungen nach ©paniert ent­stehen könnten.

Auch basJournal bes Dubais" behauptet weiter, baß bie französischen Waffenlieferungen erfolgen würben. Das Blatt erklärt in Uebereinftimmung mit berLibertö", baß Außenminister D e l b o s sich ge­weigert habe, lieber bie Haltung bes Kriegs- m i n i ft e r s feien wibersprechenbe Ge­rüchte im Umlauf. Es scheine aber festzustehen, daß ber enbgültige Beschluß vom Ministerprä- s i b e n t e n ausgehe, ber energisch vom Luftfahrt­minister C o t unterstützt worden sei.

Ein Aufruf Hearsts.

N e u y o r k, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wil­liam Randolph H e a r ft veröffentlicht heute in.seinen sämtlichen Blättern in größter Aufmachung cfuf der ersten Seite einen 21 u f r u f an feine nach Millionen zählende Leserschaft. Unter ber ÜberschriftDer Kommunismus eine Weltzer st örung" beschäftigt er sich mit ben Vorgängen in Spanien, von benen er schreibt, daß sie allen Amerika­nern enblich bie Augen öffnen müßten über bie wahren Absichten Sowjetrußlanbs, bie dar­auf hinausliefen, bie Regierungen aller Länder zu stürzen.

Frankreichs Unterstützung der spanischen Kom­munisten und dasunverfrorene Geständnis des französischen Luftfahrtminlsters Lot vor der Kammer, er habe die Konstrukttonsgeheim- niffe des neuen Fliegerabwehrgeschiihes an Sowjetrußland ausgehändigt, beweise, so heißt es in dem Ausruf Hearsts weiter, die B i l d u n g einer neuen kommuni st ischen En­tente zwischen S o wj e t r u ß l a n d, Frankreich und Spanien. Als nächstes Opfer des Kommunismus feien L n g l a nd und Amerika ausersehen.

Kulturelle Mission -er Freizeitgestaltung.

Bedeutsame Borträge und Empfehlungen auf dem Weltkongreß in Hamburg.

Hamburg, 24. Juli. (DNB.) In ber heutigen Vollsitzung bes Weltkongresses für Frei­zeit unb Erholung hielt der Reichsamtsleiter der NSG.Kraft durch Freude" Horst Dreßler- Anbreß eine Rebe über bas Thema:Die kultu­relle Mission ber Freizeitgestaltung".

Dreßler-Anbreß bezeichnete es als klare Aufgabe, festzustellen, inwiefern bie Freizeitgestal­tung in ber Welt über die differenzierenden Beson­derheiten Gemeinsamkeiten aufweisen. Soll der Weltfrieden nicht eine leere Phrase fein, so müssen diese menschlichen Gemeinsamkeiten in gemeinsämer Arbeit vertieft unb verbreitert werben.

Die überragende Aufgabe der Freizeitarbeit ist es, von der Arbeit aus die Freizeit zu gestatten, um so auch eine Vertiefung und menschliche Be­reicherung des materiellen Arbeitslebens zu er­reichen. So wie das materielle Arbeitsleben in feinem Ablauf nur möglich ist durch eine aus­geprägte Arbeitsordnung und Arbeitsdisziplin, ebenso muß auch die Freizeitarbeit von den gegebenen Ganzheitbegrifsen ausgehen. Die Freizeitarbeit in Deutschland hat zwei Erkennt­nissen organisatorischen Ausdruck gegeben: 1. Freizeitarbeit ist Selbsthilfe, d. h. der einzelne trifft unbeeinflußt die Entscheidung über seine Freizeit; 2. um aber statt einer bloßen Frei­zeitverbringung eine für die Gemeinschaft frucht­bare Freizeitgestaltung zu ermöglichen, erfolgte die zentrale Organisation der gesamten Frei­zeitarbeit, soweit diese sich an alle Deutschen wendet.

Die Freizeitgestaltung ist nicht nur an den Teil der Woche ober bes Tages gebunben, ber nach ber Arbeitsleistung unb nach der Befriedigung bes Schlaf- unb Ernährungsbedürfnisses übrigbleibt, son­dern zusammen mit Wochenende, Feiertag und Ur­laub ist die Freizeitgestaltung vor allem gebunden an die Arbeit selbst, um sich nicht dem Lebensrhyth- mus, der im wesentlichen durch die Arbeitsleistung bestimmt ist, entgegenzustellen, und so die Gemein­schaft in Arbeit und Freizeit aufzuspalten.

lieber biewirtschaftliche 23 ebeutung van Freizeitmaßnahmen" sprach bann der frühere griechische Wirtschaftsminister unb Ar- Politik der letzten 50 Jahre dem modernen Gedan­ken einer selbständigen Freizeitpolitik gegenüber.

Wie es Aufgabe des Staates fei, für die ele­mentare Bildung zu sorgen, so müsse es auch Sadje bes Staates sein, die im täglichen Kampf um Brot unb Arbeit verlorenaeaanseneu see­

lischen und geistigen Kräfte des einzelnen wie­der zu ersehen. Der Redner machte den Vor­schlag, die zusätzlichen Ausgaben, die aus der Freizeitpolitik erwachsen, aus einer stärkeren Besteuerung des echten Luxus, oder wie er es noch genauer ausdrückte, desechten Prestige­luxus wenigstens teilweise zu decken.

Dann behandelte Geheimer Kommerzienrat Dr. h. c. Röchling Völklingen das ProblemFrei­zeit und Wirtschaft". U. a. behandelte Ge­heimrat Röchling als ein wichtiges Problem der Freizeitgestaltung auch die Siedlungsfrage.

Im weiteren Verlauf der Tagung legte Vizeprä­sident Puccetti dar, wie die italienischen Gesetze der Freizeitbewegung scharf umrissene Aufgaben zugewiesen hätten. Die Freizeitbewegung diene der nationalen Einigung und der Volksgemeinschaft, sie schütze das Recht aller Schaffenden.

Nachdem bann noch Professor Albert Mari­nus (Brüssel), Professor Dr. Josö M. GaIvez aus Santiago be Chile unb ber Leiter ber öster­reichischen BewegungNeues Leben", Dr. W. Winkler (Wien), gesprochen hatten, nahm am Schluß ber Freitagssitzung nochmals Präsident K i r b i) (Neuyork) das Wort. Er warf bie Frage auf, wie weit der Staat oder bie Gemeinden bei ber Freizeitgestaltung mitwirken sollen. Es sei so leicht, Erholung und Freizeit zu mißbrauchen ober auf falsche Wege zu leiten. Der Staat dürfe nicht durch Befehle ober Verbote eingreifen.

Wenn man nicht aus der menschlichen Seele eine Maschine machen wolle, so müsse man den Menschen für die Freizeit auch eine ge­wisse Freiheit geben und die Freiheit indivi­duell betrachten. Der Staat solle die Plätze und die Gelegenheit für die Ausübung bet Freizeit geben, alles andere solle den Menschen selber oder den Organisationen überlassen wer­den. Er selbst kenne nicht Besseres als die deutsche OrganisationKraft durch Freude, die außerordentlich viele Anregungen und Mög­lichkeiten biete. Er wünsche, daß in allen Län­dern der Wett ähnliche Organisationen geschaf­fen werden möchten.

Ein von Reichsinnenminister Dr. Frick einge- laufenes Begrüßungstelegramm wurde von den Kongreßteilnehmern mit herzlichem Beifall ausge­nommen. Große Freude rief weiter ein Telegramm von 1900 deutschen Arbeitern hervor, die sich aus einer Norwegenfahrt befinden und ' voll Freuds über bas herrliche Freizeiterleben auf See den? Konaretz herzliche Grüße unb Wünsche entbieten.

V*» 'dfc rife'üS« SM

Ä

tt ur M -

ssÄrs SS--? igjb Iffi and) d>- LW

0eHel®l||e

Prüfet LLt Küffii

austän#1

SSL

müalion unb M Iwutt unb W Mischen W1 unifdjem Wj a \4 deutsche M ! Darauf H b i-nb Lanbwirtscho

Keichsbauer,

>ne Erösfnungsar deutsche Seslüge .iAaßre eine bead Werben Ihnen j Webeutung bie ( Weintierhaltung snehmen. Deutsch! iliarbe Mark an ibaDon entfallen o nie GeflügelM inen in ber Klein! Wir glauben, au uung aus ber K nu sein. So muri kannten herbbm iüorbebingungen tichen Betriebe n nobenftänbigen T

Durch bie UJlad iwon untonirollien nur leint (fyeugn N her ffrjeuger, vn Preis bekomm! l»er anberfeits, ba stzkbrauchn uexta !Der MchsrM' »llahnahmen, bie oung ber Kleintie 8:ßir wollen Ihn unser schönes D Haftsfahrt zeige, Heimat zuMch Kenntnis des neu Mer überzeugt [ kAnsthaft bemühen Ochern Verfall, in Bötfunben hat, zu,

Das nationch Vi? E olMai

L.herzlW J Mugelkongreß 1! u Per. WchiNi

Mm Merlin, 24. ? i J ä*5 6. i s»

sakkfl r