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Aus aller Welt

Die zwei Fazetten desselben Glases.

»Zwischen Moskau und Westeuropa ist wettanschaulich keine Versöhnung möglich.

Das deutsche Kolonialproblem

Lord Cecil tritt erneut für Deutschlands Hecht ein.

Die Linfuhrüberwachllng in Spanien.

Nichtemmischungsausschuß sorgt sich umgutes Verstehen der Völker Europas

begonnen. Gegen alle Personen, die mit dieser Aktion in Zusammenhang stehen, werde nach dem Gesetze vorgegangen werden.

Sie Tarnung in Amerika.

N e u y o r k, 23. Dez. (DNB.) Große Beachtung fanden in der amerikanischen Presse die Ausfüh­rungen von Pfarrer Sheen, einem Professor der Philosophie, vor der St. - Johns - Universität in Brooklyn. Sheen machte dabei auf die neuen Wühlmethoden des Kommunismus in Amerika aufmerksam.Dom Kommunismus hören mir jetzt auf einmal nichts mehr in diesem Lande", so sagte er,sondern nur noch von ,Demo­kratie^. Solche Tarnung sei auch der Sinn der neuen sowjetrussischen Verfassung, die in der amerikanischen Presse in sehr naiver Weise als eine epochemachende Neuerung hingestellt wurde." Die Kommunisten versuchten jetzt, die Welt­öffentlichkeit durch eine Täuschung für sich zu gewinnen, erklärte Professor Sheen, und führte dann in klarer Kennzeichnung die kommunistischen Methoden auf:Sie können heute keinen einzigen Kommunisten in Amerika dazu bringen, zu sagen, was Kommunismus ist oder was er nicht ist. Denn wenn er sagen würde, was der Kommunis­mus i ft, dann würden die Amerikaner ihn a b l e h n e n. Aber zu sagen, was der Kommunis­mus nicht ist, das verbietet den Kommunisten wieder Sowjetrußlan d."

Nach dem Weihnathfsessen nicht vergessen! Bullrieh -Sah TabLWPft

$°nbon,. Dez. (DNB.) lieber die Sitzung Des Nichteinmischungsausschusses am Mittwoch wurde eine amtliche Mitteilung ausgege­ben, in der zunächst Kenntnis von einer einstim- m i g angenommenen Entschließung gegeben wird.

dieser Entschließung wird unter Hinweis auf die Notwendigkeit, die Entwicklung von Z u st ä n - den zu verhindern, die das gute Verste - h.en der Völker Europas beeinträch­tigen könnten, darauf hingewiesen, daß es von höchster Bedeutung sei, die Anwendung des 11 e b erwachungsabkommens zum mög- llchft frühen Zeitpunkt durchzuführen.

Der portugiesische Vertreter sagte, daß die Haltung seiner Regierung in der Frage des vorge­schlagenen Ueberwachungsplanes unverändert sei.

Der Ausschuß erörterte weiter telegraphische In­haltsangaben der aus Spanien eingegangenen Ant­worten auf den Vorschlag zur Errichtung eines Ueberwachungssystems, um die Beachtung des Nlchte>inmifchungsabkommens zu sichern.

Dem Ausschuß lag weiter ein Bericht der techni­schen Berater vor, der sich mit den einschlägigen Arbeiten des vorzeschlagenen Ueberwachungsplanes beschäftigt. Dieser Bericht soll den Regierungen zur endgültigen Entscheidung zugeleitet werden.

Vorbehaltlich dieser Entscheidung ermächtigte der Ausschuß den Vorsitzenden, die Bedingungen des vorgeschlagenen Planes der spanischen Ra­tio n a l r e g i e r u n g und der Leitung der R o - ten am 1.Januar 1937 zu übermitteln, falls nicht vor diesem Zeitpunkt von einer der im Ausschuß vertretenen Regierungen verlangt werden sollte, diese Frage noch einmal zu erörtern, bevor die Mitteilung nach Spanien abgeht. Die Mitteilung soll die Aufforderung enthalten, innerhalb von zehn Tagen eine Antwort auf die Frage zu gebtn, ob die Bereitwilligkeit vorliegt, an dem vor- geschlagenen Uederwachungsplan mitzuarbeiten.

Dem Ausschuß lag ferner ein Bericht der tech­nischen Berater über die Methoden vor, durch die ein System der Ueberwachung der Flug­zeug einfuhr auf dem Luftweg nach Spa­nien hergestellt werden kann. Der obenerwähnte

London, 23. Dez. (DNB.) In einer weiteren Zuschrift an dieT i m e s" setzt sich Lord D. Cecil erneut für eine Regelung des deutschen Kolo­nialproblems em. Er schreibt, seit dem Er­scheinen feiner ersten Zuschrift in derTimes" sei er mit Briefen überschwemmt worden, von denen die meisten zustimmende und einige ab­lehnende Ansichten äußerten. Seine Gegner hätten im wesentlichen folgende vier Argumente vorge- bracht:

1. Es wird gesagt, die Kolonien würden den Deutschen wenig Nutzen bringen. Cecil erklärt hierzu, daß dieses Argument dann auch für die andere Seite gelten könne bzw. müsse. Man müsse die Kolonien den Deutschen übergeben und abwarten, was sie daraus machen würden.

2. Man wendet ein, die Kolonien seien für Eng­land als Verbindungswege nützlich. Dieser Stand­punkt, so schreibt Cecil, sei krankhaft selbst- süchtig. Mit einer derartigen Begründung wäre England berechtigt, jeden ausländischen Kolonial­besitz abzulehnen, wenn er auch nur im geringsten bas große Britische Reich beeinträchtige. Er be­zweifle, ob Ausländer diese Beweisführung aner­kennen würden. Im übrigen habe

Großbritannien vor dem Kriege auch ohne die deutschen Kolonien seine Verbindungswege ge­habt.

3. Man behauptet, ein Zugeständnis in der Ko- lomalfrage wurde nur zu weiteren deutschen For- derungen führen. Cecil versteht diesen Einwand nicht. Er erklärt, gebe man einem Hungrigen zu e||en, so brauche das nicht notwendigerweise damit

Amsterdam, 23. Dez. (DNB.) DerTele- graaf" veröffentlicht einen durchOpera mundi verbreiteten Artikel Andre Tardieus, in dem sich der französische Staatsmann sehr energisch gegen jeden Pakt mit Moskau ausspricht.

Tardieu stellt fest, daß der Kommunismus eine ständige Bedrohung Westeuro- p a s bedeute. In einem großen Teil Europas habe er bereits die Staatsmacht in Händen. Der Kom­munismus beherrsche das ganze ehemalige russische Kaiserreich und ein Drittel des ehemaligen spani­schen Königreiches. Zwar habe er seine anfäng­lichen Erfolge in Ungarn, Deutschland und Italien nicht aufrechterhalten können, doch sei es ihm ge­lungen, mit Hilfe von Wahlurne und Gewerkschaf­ten, eine schwere Hypothek auf die Zukunft Frank­reichs zu legen. Der Verfasser weist dann eindring­lich darauf hin, daß

die sowjelrussische Regierung und die III. 3nfer- nationale ein und dasselbe seien.

Sie seien die zwei Fazetten desselben Glases.

Tardieu schildert weiter eingehend die politi­sche Entwicklung Frankreichs in den letzten Jahren und die Bündnispolitik der französi­schen Regierung mit Moskau. Nach den Wahlen im Mai 1936 sei der Gewerkschaftsterror in Frankreich ausgebrochen. Damals sei dasRe­gime der Zellenbauer und Fabrikdelegierten" an Stelle der Staatsregierung getreten. Im franzö­sischen Mutterland und in den Kolonien herrsche Unordnung.

Derdauernde Aufstand", von dem Lenin ge­sprochen habe, sei ausgebrochen. Die Vorgänge in Spanien hallen die wahren Absichten Mos­kaus aufs neue enthüllt. Der Kommunismus zeige ein doppeltes Gesicht. Das Gesicht seiner Außenpolitik gebe sich den Anschein, ein Freund Frankreichs zu fein. Das innerpolitische Gesicht

des Kommunismus zeige sich als Feind.

Frankreich und die übrigen Staaten stünden nun vor der mühsamen Aufgabe, zwischen diesen beiden Er-

nicht für ausgeschlossen, daß die Pariser Metall­arbeiter bis zum General st reik gehen, um eine Regelung der Streitfragen in Nordfrankreich zu beschleunigen und zu beeinflussen.

Kommunyusche Organisctzion in Jugoslawien aufgehoben.

Belgrad, 24. Dez. (DNB.) Nach einer amt­lichen Verlautbarung vom Mittwochabend ist in Jugoslawien neuerdings eine kornmuni­st i s ch e Organisation aufgehoben wor- den, in deren Mittelpunkt der Führer des linken Flügels der ehemaligen Landwirtspartei, Dr. Dra- goljub Jowanowitsch, stand.

In der amtlichen Mitteilung heißt es, daß der Hauptausschuß der Kommunistischen Partei Jugo­slawiens, der sich im Ausland befindet, nach der im Vorjahr erfolgten Aufdeckung eines kom­munistischen Organisationsnetzes in Jugoslawien wiederum eine Anzahl von illegalen Partei­funktionären mit der Aufgabe nach Jugosla­wien geschickt habe, die Reorganisation der illegalen Parteiorganisationen durchzuführen. Einige solche Organisationen seien auch schon in verschiedenen Orten aufgedeckt worden. Die Untersuchung habe weiter ergeben, daß zwischen den Kommunisten und dem Linkspolitiker Dr. Dragoljub Jowanowitsch ein Abkommen über eine gemeinsame Arbeit zustande- gefommen sei. Diese Arbeit, die eine illegale kom- > munistische Aktion zum Ziele hatte, habe auch schon I

STrouerfeier für Geheimrat Wiegand.

In Berlin-Dahlem fand die T r a u e r f e i e r für den im 72. Lebensjahr verstorbenen Präsidenten des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches, Dr. Theodor Wiegand, statt. Unter den zahlreichen Trauergästen sah man u. a. Reichserziehungsmini- fter Rust, der Ministerpräsident Göring ver­trat, den preußischen Finanzminister Popitz, als Vertreter des Reichsführers SS. Prof. Langs­dorf, die Herren des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches und Universitätsprofesfor R o - denwaldt, der der Vorgänger von Dr. Wie­gand war.

Bericht soll den Regierungen der im Ausschuß ver­tretenen Staaten zur Stellungnahme unterbreitet werden.

Der Ausschuß erörterte schließlich die Frage der Notwendigkeit der Annahme einer einheitlichen Aus­legung der Verpflichtungen, die die Regie­rungen durch den Beitritt zum Nichteinm schungs- abkommen übernommen haben.

Die Ausschußmitglieder beschlossen, ihren Regie­rungen gewisse Vorschläge zu unterbreiten, die den Zweck haben, das wünschenswerte Maß von Ein­heitlichkeit zu sichern.

SroßeVeute der Franco-Truppen

Frankreich und die Sowjets beliefern weiter die Bolschewisten.

Salamanca, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca gibt einen Ueberblick über die Beute, die die nationalen Truppen während der letzten Operationen im Frontabschnitt Villa Real ge- macht haben. Erbeutet wurden 325 Gewehre, 25 Maschinengewehre, 2 Kleinkaliber-Kanonen, 1 Pan­zerauto, 300 000 Schuß Munition, 1000 Granaten, 2000 Handgranaten und 3 Lastwagen. Ferner wird nachträglich bekannt, daß die Truppen der Süd­armee bei her Einnahme von El Carpio noch drei 10,5-Zentimeter-Geschütze, mehrere Lastwagen und ein Panzerauto erbeuteten.

General Queipo de Llano berichtete am Mittwoch in feiner allabendlichen Rundfunkansprache über bie Erfolge der nationalen Truppen. Er teilte dann mit, daß er am Mittwoch von unterrichteter Seite Mitteilungen erhalten habe, wonach in dem roten Mittelmeer nach wie vor große Mengen sowjetrussischen Kriegsmaterials e i n t r e f f e n. Auch die sowjetrussischen Truppentransporte halten an. Der General erklärte, daß Frankreich Sowjetrußland nicht n a ch st e h e. Er wies hierbei auf die von der französischen ZeitungEcho de Paris" mitge­teilten Flugzeuglieferungen an die Bolschewisten hin, die trotz der Dementis vorgenommen wurden.

zu enden, daß er sämtliche Lebensrnittel im Hause verlange. Eine derartige Annahme zeuge von einer verhängnisvollen Geisteshaltung.

Seien Deutschland und England Freunde, so würde die Regelung der Kolonialfrage ein klu­ger und großzügiger Akt der Freundschaft sein, seien sie aber Feinde, so würde es vielleicht eine Schwäche fein, Deutschland Zugeständnisse zu machen.

4. Es heißt, die Rückgabe entspreche nicht den Interessen der eingeborenen Bevölkerung. Diesen Einwand bezeichnet Lord Cecil als eine Frage, über die Enaland sich nicht selbst zum Schiedsrich- ter bestellen dürfe. Sie müsse von einer neutra­len Stelle untersucht werden.

Lord Cecil meint zum Schluß seiner Zuschrift, daß vielleicht der Völkerbund die gegebene Ein­richtung für die Behandlung der deutschen Kolonial­frage sei.

England werde vor dem Völkerbund erklären, daß es das Recht Deutschlands auf Kolonien anerkenne und daß es gewillt fei, in dieser Be­ziehung ein Zugeständnis zu machen. England müsse zeigen, daß es den Deutschen etwas Kon­kretes mit friedlichen Methoden anbieten könne.

Cecil schließt auch seine heutige Zuschrift mit der Feststellung, daß außer der Kolonialfrage kein Grund vorliege, der ein Zusammenleben von England und Deutschland in vollkommener Einigkeit hindere.

Universitätsprofessor D. Litzmann hielt die Gedenkrede und führte u. a. aus, daß das Leben des Verstorbenen ein Leben des Kampfes gewesen sei. An seinem Sarge könne aber auch von frohem Schaffen und stolzem Gelingen gekündet werden. Seine Ausgrabungen seien typisch deutsche, Wie- gandsche Arbeit: Sauber und umfassend. Was er bei seinem Sckaffen angestrebt und erreicht habe, sei die Darstellung des Gesamtkulturbildes Vorder- asiens von der prähistorischen Zeit bis in die Ge­genwart. Seit Dr. Wiegand gezeigt habe, wie man Städte ausgraben müsse, könne es niemand mehr wagen, Raubgrabungen vorzunehmen. Seine Arbeit aalt nicht nur humanistischer Aesthetik, sein Schaf­fen aalt dem deutschen Volk. Ein klarer Beweis da­für sei der Aufbau des Pergamon-Museums. Sein Leben habe der Verstorbene restlos für Deutschland eingesetzt. Im Auslande, im Kriege, im Vaterland selbst, überall habe er diesen Kampf gefochten. Er habe ein heldisches Leben im Dienste der Wissen­schaft, im Dienste des Volkes gelebt.

Clemens Krauß übernimmt die künstlerische Leitung der Bayerischen Staatsoper.

Am 1. Januar 1937 übernimmt Professor Cle­mens Krauß als Bayerischer Staatsoperndirektor und Generalmusikdirektor die künsllerische Lei­tung der Bayerischen Staatsoper. Zum ersten Male in dieser Eigenschaft wird Clemens Krauß am 6. Januar eine Aufführung von Ri­chard WagnersW a l k ü r e" dirigieren.

Ehrung eines 100jährigen.

Der Führer und Reichskanzler hat dem ehe­maligen Schneidermeister Heinrich Spanner in Berlin-Schöneberg aus Anlaß der Vollendung feines 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen.

Deutschland an der Spitze der europäischen Rundfunkländer.

Die soeben bekannt gegebene vorläufige englische Hörerzahl beträgt 7 898 750. Deutschland zählte am 1. Dezember 1936 7 9 3 7 9 0 7 Rundfunk­teilnehmer. Damit hat Deutschland den seit langem von aller Welt mit Interesse verfolgten Kampf um die Höch sie europäische Hörer­ziffer mit einem Mehr von rund 40 000 im Augenblick für sich entschieden. Schon einmal hat der Deutsche Rundfunk diese führende Stelle inne­gehabt, und zwar vom Januar 1929 bis Juni 1931. Es zeigte sich aber, daß der Systemfunk außerstande war, diesen Vorsprung zu halten. England über­nahm die Führung und behielt sie ünbeftritten bis zum heutigen Tage. Als 1983 die Nationalsoziali- sten den Deutschen Rundfunk übernahmen, war die Kurve der deutschen Hörerzahlen im Begriffe, eine rückläufige Bewegung anzunehmen. England zählte damals gegenüber Deutschland über eine Million mehr.

Deutsches Weihnachtskonzert in Rio de Janeiro.

Die Musikkapelle des LinienschiffesSchlesien" wird am Heiligen Abend in Rio de Janeiro in der amtlichen Funkstunde ein Konzert veranstalten, das auf kurzen und langen Wellen gesendet wird. Feierliche Beerdigung eines deutschen Seekadetten

in Rio de Janeiro.

In Rio de Janeiro erfolgte die Beerdigung des im Deutschen Krankenhaus von Rio plötzlich ge­storbenen Mitgliedes der Besatzung derSchlesien", des Seekadetten Dietrich Machwirth. Von der Kapelle des Krankenhauses, wo der deutsche Bot­schafter Schmidt-Elskop und Kreisleiter Schagen namens der Reichsregierung und der Partei am Sarge Kränze niederlegten, geleiteten der brasilianische Marineminister Admiral G u i l - hem, der Kreisleiter der NSDAP., der Komman­dant derSchlesien" mit den engeren Kameraden des Verstorbenen und Mitgliedern der Botschaft den Trauerzug bis zum Friedhof, wo ihn Ehren- abteilungen derSchlesien" und der brasilianischen Marine unter Gewehr erwarteten. Darauf wurde der Sarg unter Geleit von Abordnungen der Par­tei und vielen Hunderten deutscher Volksgenossen zu Grabe getragen, während die Ehrenabteilungen einen Trauersalut abgaben. Neben dem brasiliani­schen Marineminister waren bei dem Trauerakt Vertreter des brasilianischen Generalstabes und hohe Offiziere der brasilianischen Flotte zugegen. Nach

scheinungsformen des Kommunismus zu wählen. Jeder Pakt mit S o w j e t r u ß l a n d sei falsch. Ein Vertrag werde für die III. Internatio­nale niemals ein Hindernis fein, den Umsturz, selbst bei feinen Bundesgenossen, vorzubereiten.

Die Vorbereitung der Weltrevolution sei der einzige Lebenszweck der III. Internationale. Zwischen Moskau und D e st e u r o p a sei weltanschaulich keine Versöhnung mög­lich. Der Kommunismus werde sich entweder eines Bündnisses mit uns oder eines Krieges gegen uns bedienen, um unsere Weltanschauung zu vernichten, wenn hier von Westeuropa ge­sprochen werde, so sei damit nicht nur Frankreich gemeint. Dasselbe gelle genau für England, Belgien, die Schweiz und Holland. Die L"bensgrundlagen dieser Völker schlossen jedes Paktieren mit Moskau, in welcher Form auch immer, aus. hier gelle es, entweder Gegenwehr zu leisten, oder zu verschwinden.

Erfolge diese Abwehr kraftvoll und ohne Zögern, so werde der Kommunismus wieder aus Europa verschwinden. Stoße der Kommunismus jedoch auf Schwachheit, dann bezeichne dies den Untergang der westeuropäischen Kultur und Gesittung.

Metallarbeiterstreik in Frankreich

Aktion in Paris-

Paris, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der M e - tallarbeiterftreiE in Nordfrankreich beginnt nunmehr weite Kreise zu ziehen. Man befürchtet, daß sich die Streikgefahr auch auf Paris ausdehnen wird. Die Arbeitnehmerver­treter der Pariser Metallindustrie haben jedenfalls beschlossen, am Samstagvormittag zusammenzu­treten, um sich mit der Lage in Nordfrankreich zu beschäftigen. In gewissen Kreisen spricht man von der Möglichkeit weittragender Beschlüsse und hält es

der Predigt des Schiffspfarrers sprach Kapitän von Seebach Abschiedsworte für den Kame­raden, dessen Leben in HI., SS. und Marine dem neuen Deutschland gewidmet gewesen sei. Die brasi­lianische Marine gab ihrer von ehrlicher Freund­schaft und Verbundenheit mit der deutschen Marine zeugenden Mittrauer auch dadurch Ausdruck, daß sie die Fahne auf dem Marineklub halbmast hißte.

Arbeilsloser Familienvater gewann 50 000 Mark.

Ein arbeitsloser Familienvater in Lüneberg ist der glückliche Gewinner des Haupttreffers der 8. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung geworden. Auf seine Losnummer 2 7 8 6 6 2 9 fiel der Haupt­gewinn in Höhe von 5 0 0 0 0 Mark. Das uner­wartete Glück, das der bedürftigen Familie zuteil geworden' ist, hat unbeschreibliche Freude ausgelöft.

Die Schneeverhällnisse im schlesischen Gebirge.

Die S ch n e e l a g e hat sich im schlesischen Ge­birge in den letzten Tagen nur wenig verändert. Sie beginnt etwa bei 800 Metern und steigt in Kammlagen bis auf 35 Zentimeter an. Am Mitt­woch ist etwas Neuschnee aufgetreten, so daß über der alten verharschten Schneedecke etwas Pulver­schnee liegt. In den Höhenlagen ist F r o ft einge­treten. Die Sportverhältnisse, die teilweise noch ziem­lich gut sind, werden zunächst keine Verschlechterung erfahren. Die genaue Menge des Neuschneefalls, der am Mittwoch niederging, läßt sich zur Zeit im ein­zelnen noch nicht genau übersehen.

Ein fünftes Flugzeugunglück in USA.

Bei Dallas (Texas) stürzte kurz nach dem Auf- stieg zu einem Dersuchsflug ein Passagierflugzeug ab. Zwei Besatzungsmitglieder, sowie drei Fluggäste, darunter der Generaldirektor der Flugzeuggesell­schaft, der die verunglückte Maschine gehörte, wur­den getötet. Dieser Unfall ist der fünfte, von dem die amerikanische Luftfahrt innerhalb ganz kurzer Zeit betroffen wurde.

Furchtbares Lxplosionsunglück in einer mexikanischen Kohlengrube.

In dem mexikanischen Ort Nuevo Rosita ereig­nete sich in dem Schacht einer dortigen Kohlenzeche eine schwere Explosion. Bisher wurden 39 Leichen geborgen. 35 Bergmänner sind zum Teil schwer verletzt worden.

Kommunistenverhasiungen in Polen.

Warschau, 23. Dez. (DNB.) Vier Posener Kommunisten sind auf Anordnung der Polizei in das Jsolierungslager von Bereza Kartuska ge­bracht worden. In S t a n i s I a u hat die Polizei eine achtköpfige kommunistische Gruppe verhaftet, an deren Spitze ein Rechtsanwalt steht.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Mit der Verlagerung des Hochdruckzentrums vom Festland auf den Dftatlantif hat die atlantische Wir­beltätigkeit, die sich bisher in höheren Breiten hielt, südwärts an Raum gewonnen. Während jedoch Nord- und Ostsee hierbei wieder von kräftigen Stür­men heimgesucht sind, macht sich bei uns ihr Ein­fluß vorerst nur gelegentlich in dem Aufkommen etwas unbeständigerer Witterung bemerkbar. Leich­tere Niederschläge, die bei ziemlich niedrigen Tem­peraturen im Gebirge als Schnee fallen, werden deshalb nur in Norddeutschland und den nörd­licheren Gebirgen zu erwarten sein.

Aussichten für Freitag und Sams­tag: In den Niederungen vielfach Nebel, sonst be­wölkt, mit zeitweiliger Aufheiterung und gering­fügigen Niederschlägen, im Gebirge Schnee, bei schwachen Winden, Temperaturen um 0 Grad, nachts Frost.

Lufttemperaturen am 23. Dezember: mittags 4,2 Grad Celsius, abends 2 Grad: am 24. Dezember: morgens0,3 Grad. Maximum 4,2 Grad, Mini­mum, heute nacht1,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Dezember: abends 1,1 Grad: am 24. Dezember: morgens 1,0 «Grad Celsius. Niederschläge 0,1 Millimeter. Sonnenscheindauer 3,4 Stunden.

Wintersport-Wetterbericht.

Schwarzwald, Feldberg: Heiter, 5 Grad, 30 Zentimeter Gesamtschnee, verharscht, nur Ski­möglichkeiten.

Hauptschriftleiter Dr. Fr. W. Lange (verreist). Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: i. V. Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts» Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.