Nr. 95 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Donnerstag, 2Z. April 1956
Aus der Provinzialhauptstadt.
Idyll in der Dachrinne.
Inst in der Dachrinne haben sie sich eingenistet. Als ob es um alles in der Welt keine andere Bleibe gäbe. Aber vielleicht paßt ihnen das gerade und außerdem ist der Platz für eine Sommerwohnung vortrefflich luftig.
Für eine Sommerwohnung, gewiß. Aber vorläufig sieht es noch wenig nach Sommer aus, und wir haben für unseren Teil gerade jetzt wieder den Wert eines warmes Ofens schätzen gelernt. Spatzen scheinen in dieser Hinsicht weniger empfindlich zu sein. Sie haben keine warme Stube, können abends nicht mit Pantoffeln in der Nähe des Ofens sitzen und sind trotzdem frühlingsfroh und vergnügt. Jedenfalls läßt sich das aus ihrem fortwährenden Schilpen und ihrer munteren Geschäftigkeit schließen.
Die Geschäftigkeit besteht auch darin, daß sie seit Togen in eben dieser Dachrinne eine eifrige Sied- lungstätigkeit entfalten. Dom Fenster meiner Wohnung aus kann ich diese Arbeit ausgezeichnet verfolgen. Und das Sympathische ist, daß sie sich dabei nicht einmal stören lassen. Ob ich die Gardine bewege, oder selbst das Fenster öffne: sie bauen fortgesetzt weiter an ihrem Werk und scheinen mich regelrecht als einen Nachbarn anzusehen, gegen den weiter nichts einzuwenden ist.
Es sind selbstverständlich ihrer zwei. Eine niedliche Frau Spätzin und ein temperamentvoller Sperlingsehemann, der stolz sein schwarzes Vorhemdchen zur Schau trägt. Sie vertragen sich prächtig und sind nicht sparsam mit Beweisen gegenseitiger Zuneigung. Nur manchmal haben sie Ursache, ärgerlich zu werden, aber nur dann, wenn irgendein Besuch erscheint. In einer jungen Ehe werden Besuche nie sonderlich geschätzt, bei meinen gefieberten Nachbarn erregen diese Besuche aber förmlich Anstoß. Herr Spatz sträubt jedenfalls sein Gefieder, sobald ein Genosse seiner Gattung auf die Dachrinne zusteuert, und ist sofort bereit, ihm wie ein ritterlicher Held zuleibe zu gehen.
In der Siedlungstätigkeit entfalten meine Nachbarn eine erstaunliche Routine. Nicht gerade mit den Maßstäben der Aesthetik, aber offenbar nach uralten, von zahllosen Sperlingsgeschlechtern erprobten Methoden wird der Bau errichtet. Dabei gibt es nichts im Bereich der Dachpfannensphäre, was nicht auf feine bauliche Verwendbarkeit untersucht würde So bringen es meine Nachbarn fertig, aus tausendfältigen Dingen einen weichen, einigermaßen runden Bau zu fügen, der als Wiege kommender Spatzengenerationen dienen soll.
Aber hier fängt die Sache an, bedenklich zu werden. Wir Menschen bauen nach baupolizeilichen Vorschriften und sind angehalten, weitgehende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Was aber geschieht bei den Sperlingen? Sie pfeifen offenbar auf solche Sicherheitsmaßnahmen und vertrauen ihre Nachkommenschaft leichtsinnig einer Rinne an, deren Ueberschwemmungsgefahren nicht zu unterschätzen sind. Weshalb ich der weiteren Entwicklung mit einiger Sorge entgegensehe. Bleibt das Idyll in der Dachrinne von einer Katastrophe verschont?
H. W. Sch.
Vornotizen.
Schachspiel im Unterricht.
Eine Neuerung der Schule Großen-Linden.
Das Schachspiel in der Schule ist nichts Alltägliches! Es sind sicherlich nur sehr wenige Schulen in unserem Vaterlande, die es pflegen und fördern. Eine dieser wenigen Schulen aber, in der das „Königliche Spiel" eine Pflegestätte gefunden hat, ist Großen-Linden. In regelmäßigen Uebungs- stunden werden die Schülerinnen und Schüler, so
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weit sie nach ihrem Alter dazu in der Lage sind, von einem der Lehrer in das Schachspiel eingeführt und die Jugend ist auch mit großer Begeisterung dabei. Die Schachbretter sind zu jenen Stunden stets umlagert von der lernbegierigen Jugend. Den Jungens macht es besonderen Spaß, und der Ehrgeiz, gewinnen, den anderen „matt" setzen zu wollen, wird sehr rasch in ihnen wach.
Daß in der Schule zu Großen-Linden Schach gespielt werden kann, ist allerdings einem besonderen Umstand zu danken. Die Schule hat nämlich einen Freund in Amerika! Karl Keßler, ein gebürtiger Großen-Lindener, der im Jahre 1912 nach Amerika
auswanderte und sich dort eine geachtete Stellung erwarb, hat seine Heimatgemeinde nie vergessen. Es macht ihm dabei besondere Freude, durch die Vermittlung über den Altbürgermeister Lang, die Jugend seiner Heimatgemeinde in mancherlei Hinsicht durch Stiftungen zu fördern. Vor kurzer Zeit hatte er nun einen größeren Betrag gestiftet, der von ihm zur Anschaffung von Spielfeldern und Schach-Figuren bestimmt worden war. Insgesamt konnten für diese Stiftung nicht weniger denn 2 5 ganze Schachspiele beschafft werden, so daß sich stets zu gleicher Zeit eine große Anzahl von Schülern ober Schülerinnen an diesem schönsten aller Spiele beteiligen kann. Als Spielbretter wurden Wachstuchspielfelder angeschafft, die sich ja allgemein als sehr zweckmäßig erwiesen haben. Die Holzfiguren sind sehr stabil.
Neben dieser Stiftung der Schachspiele hat sich aber der amerikanische Freund der Großen-Lindener Schule auch um die Gründung einer Schul- bibliothek verdient gemacht und mit einer großen Anzahl von besten Büchern und Jugendschriften einen Grundstock geschaffen, um den die Schule mit Recht zu beneiden sein dürfte. Auch von den schönen Büchern macht die Jugend regen Gebrauch. Da man bei der Auswahl der Bücher besonders sorgfältig vorging, ist leicht zu ermessen, daß die Auswirkung einer solchen Bücherei auf die Jugend Großen- ßinbens eine in vieler Hinsicht sehr gute sein muß.
Herr Keßler, der Stifter so mancher wertvollen Anschaffung für die Schule feiner Heimatgemeinde, ist ein treuer Verfechter der deutschen Sache. Auch während des Krieges hat er Deutschland durch sein Auftreten und durch feine geistige Haltung immer verteidigt, obwohl ihm daraus mancher Schaden erwuchs und er oft in schwierige Lagen kam. Vor einigen Jahren weilte er mit sei-1
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Auch die Mädchen interessieren sich für die Kunst des vielseitigen Spiels.
(Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
ner Frau — einer gebürtigen Amerikanerin — in Deutschland und vor allem auch in Großen-Linden, um seiner Heimat wieder einmal einen Besuch ab» zustatten.
Die Kinder, die jetzt durch die Schule dem Manne vieles zu danken haben, werden dereinst auch als Erwachsene des Mannes nicht vergessen, der in Treue zu seiner angestammten Heimat steht, auch wenn Tausende von Kilometer Wasser und Land zwischen ihm und seinem Heimatorte liegen.
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Tageskalender für Donnerstag.
NSG. „Kraft durch Freude": 20—21 Uhr und 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen) im Lyzeum. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Savoy-Hotel 217". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schloß Vogelöd". — Oberheffischer Kunstverein: 17.30 Uhr im Turmhaus am Brand Jahresversammlung.
IHiderverein Gießen.
Der Mieterverein Gießen hält am morgigen Freitag in der Gastwirtschaft „Zum kühlen Grund" (Neuen Bäue) seine Jahreshauptversammlung ab. (Siehe heutige Anzeige.)
Aus parteiamtlicheuDekanutmachungeu
Der NS.-Lehrerbund des Kreises Gießen teilt seinen Mitgliedern mit, daß alle, die als Politische Leiter anderer Draanifationen, die in der SA., SS., im NSKK. usw. Führer (vorn Sturmführer aufwärts) sind, ferner als HJ.-Führer oder BDM.-Führerinnen wirken, und Mitglieder der NSV. find, dies umgehend durch Postkarte ihren Bezirks- bzw. Schulgruppenobleuten zu melden haben. Die Meldungen müssen bis zum 25. April erstattet sein.
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kreis Wetterau.
Am Sonntag, 10. Mai, fährt die NSG. „Kraft durch Freude" mit einem Sonderzug nach Heidelberg. Der Fahrpreis für diese Fahrt beträgt für den Teilnehmer einschließlich einer Schlohbesichti- gung in Heidelberg 4,20 Mk. Anmeldungen müssen auf dem Anmeldeformular in dem Monatsprogrammheft erfolgen und umgehend mit dem Fahrpreis auf der Kreisdienftstelle, Gießen, Schanzenstraße 18, abgegeben werden. Anmeldeschluß 4. Mai.
Am Sonntag, 26. April, findet ab 10 Uhr im Caf6 Leib in Gießen ein Appell sämtlicher Warte der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt. Alle Wanderwarte des Kreises Gießen haben daran teilzunehmen. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht.
Am Sonntag, 26. April, wird eine Wanderung durchgeführt. Abmarsch 8.30 Uhr ab Lahnbrücke nach dem Gleiberg, Besichtigung der Ruine und geschichtlicher Vortrag. Don dort über Krofdorf durch das Gleibachtal, Wißmar, Launsbach und Wettenberg. Rucksackoerpflegung. Führung: Wan- derwart Peter.
Unsere nächste Radwanderung wird am Sonntag, 3. Mai, durchgeführt. Wir fahren zunächst nach Butzbach, Besichtigung von Rockenberg, dann Mun- zenberg, Kloster Arnsburg, Llch Die Abfahrt erfolgt um 7.30 Uhr ab Katholisches Deremshaus. Führung: Wanderwart N e b e. Die Teilnehmer melden sich jetzt schon in der Kreisdienststelle, Schanzenstraße, für diese Fahrt an.
©porfomf „Kraft durch Freude".
heute folgende Kurse:
fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uyr, Lyzeum, Dammstraße 26.
Achtung! Tenniskurse!
Die K. d. F.-Tenniskurse beginnen ab 1. Mai. Die Kosten betragen für den sechsstündigen Kursus
Die Jungen sind begeisterte Schachspieler.
Bücher aus der gestifteten Schulbibliothek sind viel gefragt.
für Mitglieder der DAF. 6 Mark, für Nichtmitglieder 9 Mark. In diese Gebühr ist Platzbenutzung, Schläger, Bälle und Balljungengebühr einbegriffen. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18,' entgegen.
Für die Kurse Reiten, Fechten, Schach, Kindergymnastik, Rollschuhlaufen werden noch Anmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen.
Für die Kurse Allgemeine Körperschule, Fröhliche Gymnastik und Schwimmen ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.
Das neue Vierteljahres-Sportprogramm, welches über alles Wissenswerte der K. d. F.-Sportkurse unterrichtet, ist kostenlos erhältlich.
Helfer im feldarauen Rock
NSG. Vom 1. Oktober 1935 bis 31. März 1936 sind von den Angehörigen der Wehrmacht im Bereich des IX. Armeekorps -abgeliefert worden:
RM.
Barspenden...... 119 487,66
Eintopfsammlungen . . . 30 924,64 Erträgnisse aus Konzerten
und sonstigen Sammlungen 44 194,57
Unter Verzicht auf die ihnen zustehende Verpflegung wurden Essensportionen und Lebensrnittel im Werte von 43 621,56 RM. zur Speisung bedürftiger Volksgenossen gespendet.
1703 Fahrzeuge und Feldküchen sowie 4061 Soldaten wurden zum Abfahren von Lebensmitteln, Holz und zu Sammelzwecken zur Verfügung gestellt.
Durch freudige und opferbereite Hingabe von Offizier und Mann konnte dieses hervorragende Ergebnis erzielt und der große Gedanke des nationalsozialistischen Hilfswerkes für unsere notleidenden Brüder und Schwestern durchgeführt werden. Die enge Verbundenheit der Wehrmacht mit dem nationalsozialistischen Staat ist damit erneut bewiesen und bekräftigt.
HZ.-Führertagm»g
Am Dienstagnachmittag fand im Hause der Gebietsführung der Hitlerjugend in Wiesbaden in Anwesenheit des Stellvertreters des Reichsiugendfich- rers, Stabsleiter Hartmann Lauterbacher, eine interne Bann- und Jungbann-Führertagung statt, die von Gebietsführer P o 11 h v f f geleitet wurde. Einzelbesprechungen über die Sommerarbeit der Hitlerjugend beschlossen die Tagung.
Die Pimpfenkarte.
Um den neu eingetretenen Pimpfen eine bleibende Erinnerung an den Tag zu geben, an dem sie als junge politische Soldaten in den Dienst ihres Volkes getreten sind, hat die Gebietsführung eine Karte herausgegeben, die auf der Vorderseite ein schönes Führerbild trägt mit der Unterschrift: „der ... (folgt Name) ist am 20. April 1936 als Anwärter m das Deutsche Jungvolk eingetreten unb hat Damit geholfen, dem Führer eine große Geburtstagsfreude zu duf ter Rückseite der Karte stehen fünf Punkte, die für die Probeaufnahme gültig find, sowie Die Ankündigung, wann der Pimpf zum Dienst anzutreten hat. Eltern, kümmert euch mit Darum, daß
eure Jungen in den Besitz der Karte kommen. Jungvolkanwärter, hebt euch dieses Erinnerungszeichen auf, ihr werdet in späteren Jahren dieses Blatt als stolze Erinnerung vorweifen können.
Oer Provinzialausschuß als Verwaltungsgericht.
In der Sitzung des Provinzialausschuffes am vergangenen Samstag kamen folgende Verwaltungs- ftreitfachen zur Verhandlung:
Punkt 1 der Tagesordnung wurde abgesetzt, nachdem der Müller Heinrich Ludwig Frey in Allen- dorf-Lda. seine Berufung gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 18. No- vomber 1935 betreffend den Ausbau der Wasserkraft in der Masermühle zu Allendorf-Lda. zurückgenommen hatte.
Die Klage des August Weidling in Lindheim gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 24. Januar 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 wurde mit Rücksicht auf die Vorstrafen des Klägers als unbegründet kostenpflichtig zurückgewiefen.
Auf die Klage des Ludwig Stern m Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 3. Februar 1936 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1936 soll zunächst Beweis durch Einziehung der Steuerstrafakten des Klägers erhoben werden.
Die Klage des Moritz Stern in Nieder-Ohmen gegen den Bescheid des Kreisamts Alsfeld vom 28. Januar 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 wurde als unbegründet kostenpflichtig unter Festsetzung eines Streitwerts von 500 Mark zurückgewiesen.
Oer Betrieb von Mangelstuben und Waschküchen.
Von der Polizeidirektion Gießen wird auf die Beachtung und Befolgung der am 19. April in Kraft getretenen Polizeiverordnung über die Einrichtung und den Betrieb von Mangelftuben und Waschküchen hingewiesen. Darnach hat, wer durch elementare Kraft betriebene Wäschereimaschinen ober Mangeln gegen Entgelt Dritten zur Benutzung überlassen will, ober wer berartige Maschinen in Miethäusern ober Sieblungen burch Hausangestellte ober Mieter benutzen läßt, spätestens zwei Wochen nach ber Inbetriebnahme Anzeige hiervor bei ber Ortspolizeibehörbe (Polizeibirektion Gießen) zu erstatten. Die Polizeibirektion Gießen wirb bemnächft burch ihre Beamten entsprechenbe Kontrolle burch- führen lassen. Wer sich vor einer empfinblichen Gelbstrafe schützen will, tut gut baran, ber An- melbepflicht alsbalb zu genügen.
Gießener Dochenmarktpreise
* Gießen, 23. April. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, bas Pfunb 1,55 Mk., ßanbbutter 1,42 Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 11, Gänseeier 30, Weißkraut, bas Pfunb 15 bis 18, Rotkraut 18 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12,
rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 12, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Felbsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln 5, 10 Pfunb 45 Pf., ber Zentner 3,70 bis 3,90 Mk., Aepfel, bas Pfund 25 bis 35 Pf., Nüsse 48, Suppenhühner 85 bis 90, Tauben, bas Stück 50 bis 60, Blumenkohl 45 bis 65, Salat 20 bis 25, Salatguten 60, Oberkohlrabi 20 bis 22, ßauch 5 bis 10, Rettich, alte 5 bis 20, neue, das Bündel 40, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bund 15 Pf.
** 93 o n der Universität. Von der Pressestelle der Universität wird mitgeteilt: Professor Dr. Hugo Stintzing ist durch Verfügung des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung beauftragt worden, an der Universität Gießen die Röntgen-Spektroskopie in Vorlesungen unb Hebungen zu vertreten. Mit Wirkung vom 1. April 1936 ab ist Prof. Dr. ßothar Hock aus ber Philosophischen Fakultät, zweite Abteilung ber Universität Gießen in bie Naturwissenschaftliche Fakultät ber Universität Halle übergetreten unb beauftragt worben, bort bie Technische Chemie in Vorlesungen unb Hebungen zu vertreten.
** Beförberung beim Hauptzollamt Gießen. Der Vorsteher bes Hauptzollamts Gießen, Zollrat Jensen, würbe am Geburtstage bes Führers zum Oberzollrat beförbert
** A1 s Austausch-Gärtner nach Norwegen fährt bieser Tage ber Gärtnergehilfe Aböls D ö n g e s. Er hat bei feinem Vater, bem Gärtnereibefitzer A. Dönges in ber Marburger Straße, gelernt, war bann eine Zeitlang bei Hannover in Stellung unb wirb sich nun in Drammen, nahe Oslo, meiterbilben. Abolf Dönges, ber SA.-Mann ist, wirb gegen einen norwegischen Gärtnergehilfen aus- getaufcht, ber bann hierher nach Gießen kommt. Die Beschäftigung im Aurlanb ist für bie Dauer eines halben Jahres festgesetzt. Dönges geht nach Drammen in einen Großbetrieb, ber 15 Gehilfen beschäftigt unb eine ausgesprochene Blumengärtnerei ist.
** Arbeitsvergebungen werben von ber Tiefbauverwaltung ber Provinzialbirektion Ober» Hessen unb von bem Hoch- unb Tiefbauamt ber Stabt Gießen im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zum Wettbewerb ausgeschrieben. Interessenten seien besvnbers herauf hingewiesen.
** E i n Probealarm berFeuersirenen findet am fommenben Samstag um 15 Hhr (3 Hhr nachmittags) statt. Wenn man bas Alarmsignal hört, ist also keinerlei Grunb zur Beunruhigung vor- hanben.
** Der Verkehrsunfall an ber Goethe- ft r a ß e. Zu bem gestrigen Bericht über ben Verkehrsunfall an ber Ecke Goethestraße—Hinbenburg- roall ist nach einer Darstellung bes Beifahrers bes verunglückten Motorrabfahrers berichtigenb festzustellen, baß nicht bie Motorrabfahrer, fonbern ber Kraftwagen aus ber Goethestraße vom Seltersweg ber kam. Die Motorrabfahrer kamen vom Cafe Hettler her ben Hinbenburgwall entlang gefahren. Diese Feststellung würbe uns von zustänbiger be- hörblicher Stelle bestätigt


