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pariser Plakate gegen den Bolschewismus.

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Auch inFrankreich beginnt man die große Gefahr einzusehen, die von Moskau ausgeht Bemerkens­wert ist dieses große Plakat, das man in diesen Tagen in Paris sehen konnte. In der Uebersetzung lautet es:Mobilisierung! - Franzosen! Wollt ihr diesen Aufruf wieder auf euren Mauern sehen? Wollt ihr in den Krieg ziehen, den Moskau vorbereitet? Ihr wollt den Frieden für euer Heim und das Glück eurer Kinder. Moskau bedroht es! Wir müssen es g e g e n M os k a u d e r- teidigen. Folgt la Rocque, sammelt euch in der Partei der,Sozial-Franzosen'! (Scherl-M.)

Tagung der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine in Karlsruhe.

Zweck und Ziel des Gesamtvereins.-Zur Geschichte der Zudenfrage.

Der Gesamtverein der deutschen G e - schichts - und Altertumsvereine hält zur Zeit in Karlsruhe seine Hauptversammlung ab. Mit der Tagung sind wie üblich die Fachtagungen der deutschen Archivare und der deutschen Landes­geschichtlichen Publikationsinstitute verbunden. Der Gesamtverein, vor fast 85 Jahren gegründet, hat in den Jahren nach dem Weltkrieg eine steigende Bedeutung erhalten und besonders seit der national­sozialistischen Revolution, durch die die Bedeutung gerade der landesgeschichtlichen und Heimatforschung im Bewußtsein auch der nichtfachlich interessierten Volksgenossen gebracht wurde, eine führende Stel­lung auf diesem Gebiet erlangt.

Der Vorsitzende, Unioerfitätsprofessor Dr. Hoppe (Berlin) umriß in seiner Begrüßungsansprache Zweck und Ziel des Gesamtvereins. Professor Wil­helm Engel (Berlin) überbrachte die Grüße des Reichsministers Dr. R u st.

Es sprach zunächst Universitätsprofessor Dr. Fehrle (Heidelberg) überGeschichtliche Bedeu­tung des alemannischen Volkstums". Der Leiter des Reichsinstituts für ältere deutsche Geschichtskunde, Universitätsprosessor Dr. Wilhelm Engel (Berlin) sprach überAufgaben und Aufbau der geschicht­lichen Forschungsinstitute im neuen Deutschland". Aus wissenschaftlichen und politischen Notwendig­keiten heraus könne heute nur eine gesamt- deutlche Geschichtsauffassung den Weg der Geschichtsforschung bestimmen. Die Einheit der deutschen Geschichtswissenschaft bedeute nicht eine Mißachtung oder Verkennung der allgemeinen Welt­geschichte und der Geschichte fremder Staaten und

Völker, nur müsse in aller Schärfe gefordert wer­den: solange die deutsche Geschichte noch genug un­gelöste Probleme bietet, steht sie uns am nächsten und verpflichtet den Forscher zu seinen Arbeiten. Im zweiten Teil gab Professor Engel einen aus­führlichen Bericht über den Ausbau und die Ar­beiten der geschichtlichen Forschungsinstitute.

Der geschäftsführende Leiter der Forschungsab­teilungJudenfrage" des Reichsinstituts für Ge­schichte des neuen Deutschlands in München, Dr. Wilhelm Grau, sprach überDie Geschichte der Judenfrage und ihre Erforschung". An bedeutsamen Beispielen zeigte Grau, daß zu allen Zeiten, seit die Juden unter die Völker verstreut sind, die Fremdheit des jüdischen Wesens von den Wirtvöl­kern empfunden wurde und daß die Begegnung mit dem Judentum immer zu tiefgehenden Aus­einandersetzungen geführt hat. Nach ausführlichen Hinweisen auf die ewige Verbundenheit des Juden­tums mit der Entwicklung des Kapitalismus und mit dem undeutschen Hehlerrecht stellte Grau fest: Kapitalistische Geldanhäufung in den eigenen Hän­den und Führung des nichtjüdischen Proletariats war dem Judentum weder vor noch nach der Eman­zipation fremd. Die Idee des Klassenkampfes ist tal- mudisch begründet. Die deutsche und europäische Ge­schichte der Neuzeit und der neuesten Zeit kann nicht geschrieben werden ohne Berücksichtigung der Ge­schichte der Judenfrage.

Trotzdem ist die Forschung nur vereinzelt auf diese Probleme gestoßen. So unglaublich es ist, so wahr ist es, die Quellen zur Geschichte der Juden­frage wurden bewußt beiseite gelassen. Die Gründe

hierfür liegen außerhalb der Wissenschaft. Jene Gelehrten konnten das Problem des Juden in der Geschichte nicht beschreiben und nicht beschreiben lassen, weil sie damit in persönliche Konflikte ge­kommen wären, weil sie ihre liberale Weltanschau­ung innerlich zerstört hätten. Diese Wissenschaft hat daher am wissenschaftlichen Wahrheitsideal schwer­sten Verrat begangen. Sie hat es auf dem Gewissen, wenn die Geschichtswissenschaft in eine ungeheure Vertrauenskrise zum Volk geraten ist. Grau bekannte: Weil wir nicht zu jenen gehören, die der Politik verhaftet sind, in der Oeffentlichkeu aber behaupten, sie seien freie Menschen der Er­kenntnis, gibt es für uns kein inneres Hemmnis, laut zu bekennen, daß wir trotz unseres rein wissen­schaftlichen Weges und Zieles wissen, daß unsere Forschung zur Geschichte der Judenfrage auch po­litische Aktion ist.

Wo die Dinge so vernachlässigt wurden wie auf diesem Forschungsgebiet, bedarf es Zuerst einmal der Zubereitung der Werkstätte, zunächst einer den wissenschaftlichen Erfordernissen entsprechenden Bibliothek, mit deren Aufbau in München be­reits begonnen wurde.

Aus aller Welt.

Rekordleistung der Deutschen Lufthansa im Südamerika-Postverkehr.

Die am letzten Donnerstag, 17. d. M., mit Flug­zeugen der Deutschen Lufthansa von Frankfurt a. M. nach Südamerika beförderte Post erreichte am Sonn­tag bereits Buenos Aires. Damit haben die Luft- hanfa-Flugzeuge die große Entfernung von 14000 km wieder in wenig mehr als brei lagen be­wältigt und etwa 42 000 Sendungen über den At­lantik geschafft.

LuftschiffHindenburg" bekommt eine Stewardeß.

Wenn das LuftschiffHindenburg" am 26. September seine 9. Nordamerikafahrt antritt, wird zum ersten Male eine Stewardeß die an Bord befindlichen Frauen und Kinder betreuen. Da sich Frauen und Familien mit Kindern in steigendem Maße des schnellsten und bequemsten Beförderungsmittels über den Ozean bedienen, ist diese Erweiterung des Kundendienstes an Bord des Luftschiffes sehr zu begrüßen. Während die sechs Stewards des LuftschiffesHindenburg" um das Wohl sämtlicher Fahrgäste besorgt sind, wird sich die Stewardeß besonders der allein reisenden Frauen und Kinder annehmen, wie dies auf See­schiffen der Fall ist. Die reichen Erfahrungen, die die erste deutsche Luftstewardeß während ihrer lang­jährigen Tätigkeit auf den Überseeschiffen deutscher Reedereien gesammelt hat, bieten die Gewähr da­für, daß selbst die verwöhntesten weiblichen Fahr- aäste des Luftschiffes ihre Ansprüche befriedigt sehen werden.

Zwei Kinder in den Flammen umgekommen.

Ein furchtbares Brandunglück ereignete sich in dem Ort Hänichen bei Apolda; im Anwesen des Bauern Hermann Reimann brach ein Feuer aus, das die Scheune einäscherte. Bei den Aufräu­mungsarbeiten wurden aus den noch rauchenden Trümmern die beiden völlig verkohlten Leichen der 3- und 6jährigen Töchter des Schwiegersohnes von Reimann geborgen. Die Kinder hatten in der mit Stroh gefüllten Scheune mit Streichhölzern gespielt.

Der Tod im Futtersilo.

Ein schweres Unglück ereignete sich auf dem Rittergut Plohmühle im schlesischen Kreise Streh­len. Beim Einsäuern von Häcksel stürzte die 17jäh- rige Gutsarbeiterin Meta Rudolf aus Strehlen, durch ausströmende Dämpfe bewußtlos geworden, in den geöffneten, vier Meter tiefen Futtersilo. Der 25jährige Gutsassistent Ewald Herzig versuchte, das Mädchen zu retten, blieb aber ebenfalls be­wußtlos im Silo liegen. Das gleiche Schicksal er­eilte den Gutsarbeiter Paul Stöber, der eben­falls einen Rettungsversuch unternahm. Der Streh- lener Feuerwehr gelang unter Anwendung einer Frischluftausrüstung die Bergung, doch kam die Hilfe zu spät. Wiederbelebungsversuche blieben e r - folglos. Einer der bei dem Rettungsversuch ver­unglückten beiden Männer, der Arbeiter Stöber, hinterläßt Frau und sechs Kinder im Alter von 1 bis 14 Jahren.

Furchtbares Aulobusunglück bei Marseille.

An einem Bahnübergang bei Cbateauneuf-les- Martigues in der Nähe von Marseille ereignete sich ein folgenschwerer Zusammen st oßeines Omnibusses mit einem Zug. Der Omnibus wurde dabei völlig zertrümmert. Bisher wurden vier Tote und 26, zum Teil schwer V e r l e tz t e geborgen. Von den in das Marseiller Krankenhaus eingelieferten Verletzten ist ein zehnjähriges Kind inzwischen gestorben. Eine 40jährige Frau schwebt in Lebensgefahr. Sieben Verletzte konnten nach Anlegung von Verbänden entlassen werden. Der Fahrer des Wagens blieb unverletzt. Der Zu­sammenstoß ereignete sich an einem unbeschutzten Bahnübergang, an dem sich vor einiger Zeit ein ähnliches Unglück abgespielt hat. Der Lokomotiv­führer, der den Omnibus im letzten Augenblick auf den Schienen sah, gab sofort Gegendampf, aber es war schon zu spät. Der Zusammenprall war furcht­bar. Der Omnibus wurde umgeworfen, ein Stück mitgeschleift und vollständig zertrümmert. Das Vorderteil der Lokomotive wurde ebenfalls schwer beschädigt. Man vermutet noch weitere Tote unter der Lokomotive.

Schwindel mit allen Fünfzigmarkscheinen.

In Biebrich wurde ein Gastwirt dadurch geschä­digt, daß er einem Schuljungen aus Gefälligkeit einen Fünfzigmarkschein wechselte, der sich bei näherer Prüfung als eine außer Kurs gesetzte alte Note erwies. Die Ermittelungen haben ergeben, daß der Junge in nicht weniger als sieben Gast­wirtschaften den gleichen Betrug versucht hat. In einigen Fällen wurde er sofort abgewiesen, weil die Wirte nicht genügend Kleingeld zum Wechseln hatten, in einem Falle wurde ihm der Jnflations- schein abgenommen. Der Junge erklärte hier, daß er den Schein gefunden habe. Es ist jedoch anzu­nehmen, daß er von Erwachsenen zu seinen Taten angehalten wird.

Vier Maurer abgeskürzl.

Am Oberlahnsteiner Krankenhaus ereignete sich ein Unfall, bei dem vier Maurer etwa zwölf Meter tief a b ft ü r g t e n. Einer wurde mit gebrochener Wirbelsäule ins Krankenhaus eingeliefert, während die anderen leichter verletzt wurden und mit Prel­lungen und Hautabschürfungen davonkamen.

Wetterbericht

des Reichswellerdiensles. Ausgabeort Frankfurt.

Unsere Witterung wird trotz des hohen und inzwi­schen noch weiter angestiegenen Luftdrucks durch die mit südwestlichen bis westlichen Winden erfolgende Zufuhr feuchter Meeresluft bestimmt. Dabei kam es am Montag im Bereich feuchtwarmer Mittelmeerluft bei warmschwüler Witterung infolge Aufheiterung vielerorts zu Gewitterbildung, die teilweise recht er­giebige Niederschläge brachte. Die Wirbeltätigkeit über Skandinavien hat sich verstärkt und wird die Zufuhr feuchter, vom Atlantik stammender Luft auf das Festland beleben, so daß die Unbeständigkeit Mitte der Woche noch zunehmen wird.

Aussichten für Mittwoch: Vielfach dun­stig oder neblig, sonst wolkig bis heiter, nur ver­einzelt Regen, tagsüber ziemlich warm, südliche bis westliche Winde.

Aussichten für Donnerstag: Bei leb­haften westlichen Winden etwas frischer.

Lufttemperaturen am 21. September: mittags 23,8 Grad Celsius, abends 13,9 Grad; am 22. September: morgens 13,2 Grad. Maximum 23,8 Grad, Minimum heute nacht 10,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. September: abends 17 Grad; am 22. September: morgens 14,3 Grad. Niederschläge 20,2 mm. Sonnenscheindauer 5,1 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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