2) 9n
Mge<!
bi,d ,!'■
„ lm w kb Frankfurt'
Mberneuej
1.3« ‘l^Ä :« bet»' fIan9'. «S*
o.®0" Söln: ,F?; Tymna.
BJ" ut* 11.45: 3;1?: Mittags, ,)'b drei. 15:
Frau. 16» Narrenkappe, lgesfpiegel des Narrenzepter s und Neues ?. Nusklang in lt »Kraft durch
ießen.
eit verhandelte 'tenberg wegen Alsfeld wegen geklagten wun
rutsche ' rne ibrutf verboten
jlvti gleich
« je einer den beiden
Februar 1936 rben Gewinne
942 335523 738 264362
146 19W )971 .
30776 3x56
4285 MÄ 5429 W >863 276716 >202 390500
82913
94153
7501 1 3405 -
8839 1 8178 : 0946 ;
16744 :
4755 17368 35966 46570 63429 71794
88170
98924
108204
6834
3412 0843
4281
1169 1848
7220
1090
1801
>827
1140
874
890
1 77529
306982 346845
388024 i 4824
24088
36713
48729
63456
72747
126471 144211 158126 17132a 193520 200148 214743 223624 233963 247082
SS IÄ ? S an 324226 14 336932 V) 344423 4 369926 17 380063 >2 394545
23198 32124 - 101362
^Gewinne
52808 S7
SS
S'29|o34
ZS
Nr. 45 viertes Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Samstag, 22.5ebruarM6
>
- W
Eis gezogen, und
eine
etwa zwei Meter breite des Eises wird dann in
Und zwar völlig nach Wie sich die künstliche zieht, ist rasch erklärt:
in einer schönen Gemeinschaftsarbeit auf die Wagen. In der Zeit des Eismachens fahren täglich viele Wogen, oft der ganze
Unter ihnen ist mancher kleinere Bauer, der in der Zeit der Ruhe im landwirtschaftlichen Betrieb auf diese Weise Beschäftigung findet.
Wenn die Witterung entsprechend war, wenn cs bereits im November oder zu Anfang Dezember fror, dann läßt die Brauerei besonders gern diese Arbeit noch vor dem Weihnachtsfest aussühren. Die Arbeiter sind dann um so lieber bei der Sache, da man ja gerade vor dem Weihnachtsfest gerne etwas mehr Geld auf der Hand hat. In diesem Jahre war das allerdings nicht möglich. Die milde Witterung zu Ende des vergangenen Jahres ließ die Teiche lange offen. Erst in diesen Tagen des Februar konnte das Eisschneiden in Angriff genommen werden.
Im Grunde ist es eine einfache Arbeit, wenn sie auch manchmal nicht ganz ungefährlich ist, zumal in diesem Jahre, da die Eisschicht kaum zehn Zentimeter stark war. Immerhin verschaffen sich die Männer eine gewisse Sicherung dadurch, daß sie sich eine der an festen Ledergurten befestigten Schwimmbüchsen umschnallen. Für den Fall, daß wirklich einmal etwas passieren sollte! Da mancher der dabei Beschäftigten dieses Eisschneiden schon oftmals mitgemacht hat, weiß man natürlich auch eventuellen Gefahren aus 'dem Weg zu gehen. Es ist nicht uninteressant, zuzusehen, wie das Eisschneiden vor sich geht. Oft über die ganze Breite des Teiches wird das Eis angeschnitten, d. h., mit der Axt wird gewissermaßen ein Strich durch das
-
verdampft in diesen Röhren, weil es nicht mehr unter Druck steht (wie es in den Transportflaschen der Fall ist) und gibt dabei Kälte an seine Umgebung ab. Diese Umgebung ist ein großer Kasten, auf dessen Grund diese ammoniakführenden Röhren in mehreren Windungen laufen. Der ganze Kasten ist angefüllt mit Salzwasser, in einer 20prozentigen Lösung. Diese Lösung friert nur sehr schwer, d. h. sie gefriert erst dann, wenn Temperaturen von — 30 Grad Celsius erreicht werden. Diese Eigenschaft ist für die künstliche Erzeugung von Eis ebenso wichtig, wie das Kältemedium Ammoniak. Diese Sole nun nimmt die von dem Röhrensystem abgegebene Kälte in sich auf und fällt dadurch in der Temperatur auf etwa —10 Grad Celsius. Um die gesamte Sole in gleichmäßiger Temperatur zu halten, ist ein Rührwerk eingebaut, das die Salzlösung immer über die Röhren hinweg im Kreise treibt. In diese dermaßen kalte Sole werden nun die Eisformen eingehängt, die der Form der Eisstangen entsprechen, wie sie ja jedermann kennt. Diese Formen sind mit „Süßwasser" (im Gegensatz zur Sole) gefüllt, mit Wasser also, wie es aus unserer Wasser- leitung kommt. Da „Süßwasser", das muß man noch von der Schule her wissen, bei einer Temperatur von 0 Grad Celsius zu gefrieren beginnt, so ist es leicht verständlich, daß das Wasser in diesen Formen, sobald sie in die kalte Sole eingehängt werden, sofort zu gefrieren beginnt, Sehr bald setzt sich an den Eisenwänden der Formen eine Eisschicht an, die immer mehr nach dem Kern zu wächst, je länger die Formen in der kalten Sole bleiben. Bei einer Form von normaler Größe dauert dieser Prozeß immer etwa 10 bis 12 Stunden. Dann ist die Wassersäule in dieser Form zu einer festen Stange gefroren.
Da taucht nun die Frage auf: wie ist wohl diese fest eingefrorene Stange aus der Form zu lösen? Die Antwort ist einfach. Die Formen, deren immer 10 Stück in einer Reihe hängen, werden mit einem beweglichen Kran, einer Schwebebühne aus dem Gefrierkasten gehoben und über den gedeckten Kasten hinweg in einen schmalen Kasten gesenkt, der mit warmem Wasser angefüllt ist. Nach kurzer Zeit löst sich, ebenfalls wieder zunächst von außen her, das Eis in einer dünnen Schicht auf und in wenigen Minuten schwimmt die Eisstange losgelöst von der Form im Schmelzwasser. Eine einfache Kippvorrichtung läßt den Eisblock auf eine Rutsche gleiten, von der aus das Eis sofort abgegeben werden kann.
Das Ammoniak, das in den Verdampferschlangen seine Arbeit leistet, kann immer wieder verwandt werden. Die Ammoniakdämpfe werden durch einen mit Dampf oder elektrisch betriebenen Kompressor verdichtet, gelangen dann durch ein umfangreiches Röhrensystem (im Freien, meist auf Dächern) über das kaltes Wasser fließt. Dadurch schlagen sich die Dämpfe nieder (wie das bei Wasserdamvf der Fall ist) und werden wieder flüssig. Das flüssige Ammoniak gelangt dann in ständigem Kreislauf in die Verdampferschlangen im Gefrierkasten und beginnt seine Arbeit von neuem.
Auf diese Weise wird in den meisten Bierbrauereien und in den Schlachthöfen Eis erzeugt. Die Bilder von der künstlichen Eisgewinnung zeigen die Anlagen des Gießener Schlachthofes, der insbesondere die Metzger mit Eis versorgt.
So hat sich der Mensch von der Natur unabhängig gemacht, die ja zwar weitaus großzügiger Eis zu schaffen vermag, ihm aber nicht immer ge-
Zwischen Steinbach und Lich in der Talsenke beim Albacher Hof liegen zwei Teiche. Im Volks- mund sind sie allgemein in Stadt und Land als die „Albacher Teiche" bekannt. Im Sommer liegt silbriger Glanz über dem Wasser, in dem sich Fimmel und Wolken spiegeln, an den Ufern raschelt meterhohes Schilf, Wildenten, Tauchhühner, das Bläßhuhn und anderes Geflügel Hausen dort un-
Fläche abgeteilt.
Dieser lange Streifen
Gewinnung des Eises voll-
Ammoniak in flüssigem Zustand ist das Kälte erzeugende Element, das „Kältemedium", wie der Fachmann sagt. Es wird durch Röhren geleitet.
Eisgewinnung auf heimatlichen Teichen
Oie Herstellung von Kunsteis.
kürzere, etwa" fünf Meter lange Stücke geteilt, die mit langen Stangen, an deren Spitze eiserne Haken befestigt sind, bis zu jener Stelle des Ufers gezogen werden, an der die Verladeschienen gelegt sind. Da die Albacher Teiche an den Stellen, da die Zufahrtswege ein Heranbringen der Fuhrwerke gestatten, hohe Ufer haben, hat man auf einer Breite von etwa einem Meter vier schienenartige Eisen miteinander verbunden, auf denen sich dann die Schollen, die inzwischen von den großen Stücken abgetrennt wurden, verhältnismäßig leicht emporziehen lassen, lieber diese Schienen und über eine besonders für diesen Zweck angelegte Brücke wird das Eis direkt auf den Lastkraftwagen oder das Fuhrwerk geschoben. An den Schienen entlang stellen sich die Männer mit ihren Hakenstangen auf und befördern so das Eis w
verfügbare Wagenpark der Brauerei, ja auch manches fremde Fuhrwerk dauernd zwischen denTei- chen und der Brauerei hin und her. Das Eis wird eingelagert. Dafür sind besondere Häuser geschaffen worden, die von unten bis oben hin vollständig mit Eis gefüllt werden. Der zur Verfügung stehende Raum wird lückenlos mit Eis ausgefüllt bis an die Eingangstür, die, sobald das Haus voll ist, möglichst dicht geschlossen und gegen sommerliche Wärmeeinwirkung isoliert wird. Scholle auf Scholle wird in diesen Häusern von vielen fleißigen Händen aufeinandergelegt, aneinandergefügt. Das in den massiven Bäcksteinhäusern
eingelagerte Eis friert bald zu einem einzigen Block zusammen, hält sich in dieser Form über viele, auch über heiße Sommermonate hinweg, und wenn dann Eis gebraucht wird — die Brauereien pflegen es nur an die Gastwirte abzugeben — dann ist es nur mit einer Spitzhacke zu lösen. Diese Natureisgewinnung ist bei vielen Brauereien üblich. In kalten Wintern gewinnt man auch auf der Lahn Eis.
*
Nicht in jedem Jahre ist es so, wie der Dichter Matthias Claudius sagt: „Der Winter ist ein
Zu unseren Bildern:
Obere Gruppe. Links: Sicherheit zuerst! Schwimmbüchsen werden umgeschnallt. — Rechts: Eisgewinnung auf dem großen Albacher Teich.
Mittlere Gruppe. Oben links: Die langen Eisbahnen werden abgestemmt und in kürzere Stücke geschnitten. — Oben rechts: Die Eisschollen werden mit langen hakenbewehrten Stangen an das Land gebracht. — Unten links: Auf Schienen wird das Eis zur Verladestelle geschoben. — Unten rechts: Ein Wagen nach dem anderen wird geladen.
Untere Gruppe. Links: Die maschinellen Einrichtungen für die Kunsteisbereitung. Die zehn Stangenformen werden mit Wasser gefüllt. — Mitte: Das fertige Kunsteis wird mit Hilfe einer besonderen Greifzange transportiert. — Rechts: Vom Schmelz» wasser getragen, ragen die durchgefrorenen Eis- 1 ftangen über die Formen hinaus.
gestört, dichte Bäume säumen an drei Seiten die Ufer, zum Teil schöne große und alte Bäume mit breiten Kronen. Im Sommer kommt die Jugend mit den Rädern von Steinbach und Lich, um dort zu baden. Jährlich im Herbst werden die Teiche abgelassen, denn dann ist großer Fischzug. Denn in erster Linie dienen sie der Fischzucht, die von der fürstlichen Gutsverwaltung derer zu Solrns-Hohen- solrns-Lich mit Eifer und in einem wohldurchdachten System betrieben wird. So find die Teiche nicht nur eine reizvolle Belebung der Landschaft, sondern sie dienen auch dem Menschen in mannigfacher Hinsicht. Und zwar nicht nur im Herbst, sondern auch im Winter!
Im Winter, wenn der Frost den Teich geschlossen hat, wenn das Eis eine gewisse Stärke erreicht und Menschen tragen kann, dann kommen viele Arbeiter, mit Aexten, mit langen hakenbewehrten Stangen, um das Eis für die Brauerei Jhring- Melchior in Lich zu schneiden, aufzuladen und in die Eishäuser zu fahren.
Diese Arbeit dauert etwa 14 Tage lang, ^eyn- tausende von Zentnern Eis werden geschnitten, lieber 100 Arbeiter werden von der Brauerei für diese Arbeit eingestellt und kommen dadurch zu Verdienst.
rechter Mann, kernfest und auf die Dauer" — gerade in diesem Winter 1935 fand dieses Dichterwort keine Bestätigung. Es konnte leicht sein, daß es in diesem Jahr überhaupt kein Eis gab. Die Menschheit muß aber Eis haben. Der Gastwirt, der Metzger, der Lebensmittelhändler, die Hausfrau im eigenen Eisschrank, brauchen es dringend und fast stets. Da mußte sich der Mensch also zu helfen wissen. Er muß der Natur abringen, was sie nicht zuverlässig zu geben vermag. Die Eisgewinnung auf künstlichem Wege ist längst kein Problem mehr. Der Mensch hat gelernt, der Natur manches abzuzwingen. Wie man auf einem unserer Bilder sieht, geschieht die künstliche Eisgewinnung zwar mit einem großen Aufwand an Technik, also nicht so einfach wie in der Natur, aber — sie geschieht. " ' ..... ' dem Willen des Menschen.


