Strecke halten mußte. Bei dem Zusammenstoß fanden zwei Personen, darunter der Maschinist des gerammten Zuges, den Tod, drei weitere trugen Verletzungen davon An dem Aufkommen eines Schweizer Fahrgastes, des Industriellen Pauli aus Basel, dem beide Beine gebrochen wurden, wird gezweifelt. Die Schuld an dem Zusammenstoß trägt der Lokomotivführer des Schnellzuges Paris —Belfort, der sich um die Haltesignale an dem Bahnhof Foulain nicht gekümmert hatte. Er ist bereits in Haft genommen worden.
Bestrafter Devisenschmuggel.
Der aus Schaidt stammende Rudolf Bogel und seine Ehefrau in Kandel (Pfalz) hatten wiederholt Geld über die deutsche Grenze geschafft, ohne im Besitz einer Genehmigung der Devisenstelle zu sein. Einen Betrag von 450 Mark hatte Vogel teils in der Leibbinde, teils im Rahmen des Fahrrades versteckt, angeblich, damit ihm das Geld auf der Fahrt durch den Wald nicht gestohlen würde. Beide Angeklagten erhielten je einen Monat G e - f ä n g n i s , außerdem 1700 Mark Geldstrafe. Das Rad und die beschlagnahmten 450 Mark wurden eingezogen.
Heuer Winlerelnbruch im Allgäu.
Nach orkanartigem Sturm setzte am Dienstag in den ersten Nachmittagsstunden, nachdem es schon am Vormittag in den Allgäuer Berger geschneit hatte, starkes Schneetreiben auch im Tal ein, das bis zum Abend anhielt. Auf den Bergen betrug am Dienstagabend die Höhe des Neuschnees 10 cm. Die Temperaturen lagen im Tal um den Gefrierpunkt.
100 000 Reichsmark auf Rümmer 3162.
In der gestrigen Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel der 1 0 0 0 0 0 - M a r k - G e- w i nn auf die Nummer 316 2, die in der ersten Abteilung in Achteln im Rheinland, in der zweiten Abteilung in Vierteln in Westfalen gespielt wird.
50 000 Mark auf die Nr. 170 730.
In der Vormittagsziehung der Preußisch- Süddeutschen Klassen-Lotterie fiel am Mittwoch ein Gewinn zu 50 000 Mark auf das Los Nr. 170 730. Das Los wird in der ersten Abteilung in Achteln in Niederschlesien, in der zweiten Abteilung in Achteln in 23 er I in gespielt.
Neues für den Büchertisch.
— Michael Freund: Weltrüstung, Geschichte der Umwälzungen des Wehrwesens der Nationen im Jahre 1934/35 in Dokumenten. Essener Verlagsanstalt in Essen. Preis 5,20 RM. — (234) — General von Rabenau, der zu dieser Veröffentlichung das Vorwort geschrieben hat, stellt fest, daß der Konstituierung des Grundsatzes von der allgemeinen Abrüstung im Versailler Diktat die Umwelt um uns eine wehrpolitische Umwälzung sah, die sich überall als Ziel ein Maximum an Entfesselung kriegerischer Kräfte der Gesamtnation im totalen Kriege setzte. Diese Entwicklung geschah völlig unabhängig von den Ereignissen in Deutschland, das selber noch in den Fesseln der Versailler Entwaffnungsbestimmungen lag. Die hier beigebrachten Dokumente erläutern eindeutig diese Feststellung für jede der großen Nationen, die sich in Versailles noch feierlich zur Abrüstung verpflichtet hatte.
— Prof. Dr. Guido Fischer: Wehrwirtschaft. Ihre Grundlagen und Theorien. In Leinen 4 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (321) — Unter dem Begriff Wehrwirtschaft faßt man alle die Einrichtungen und Maßnahmen zusammen, die dazu bestimmt sind, die Friedenswirtschaft so zu entwickeln und auszubauen, daß sie in allem der Wehrhaftmachung und der Wehrkraft eines Volkes dienen kann. Diese neue Zielstellung wird daher nicht von der Wirtschaft allein verlangt. Auch alle anderen Teilgebiete des menschlichen Lebens und alle übrigen Wissensgebiete wie Geschichte, Geographie, Naturwissenschaften und Technik sind an der gleichen Aufgabe beteiligt. Den Bedarf des Heeres in Krieg und Frieden zu sichern und eine wirtschaftliche Mobilmachung ungeahnten Ausmaßes sicherzustellen — diese Aufgabe der Wehrwirtschaft entwickelt der Verfasser. Zum Vergleich zieht er den Stand der Wehrwirtschaft in USA., England, Frankreich und Italien heran. Gerade das Beispiel Italiens, das soeben im abessinischen Feldzug den Beweis geliefert hat, wie Militär und Wirtschaft trotz der Sanktionen mustergültig zusammenarbeiteten, ist außerordentlich lehrreich. Zeigt es doch, wie be-
rechtigt und notwendig es ist, uns vom Ausland möglichst unabhängig zu machen, eine der wichtigsten Aufgaben unserer deutschen Wehrwirtschaft.
— Karl Pintschovius: Die seelische W i e d e r st a n d s k r a f t im modernen Kriege. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O. Kartoniert RM 4.—, in Ganzleinen gebunden RM. 5.50. — (247) — Pintschovius geht von der Feststellung aus, daß die früheren beweglichen Kriege mit ihren großen strategischen Operationen vom Soldaten seelisch „M u t" forderten, daß aber der im Weltkrieg einsetzende Stellungskrieg und überhaupt der Verteidigungskampf im Materialkrieg etwas anderes und neues verlangen: seelische Widerstandskraft." Die These basiert auf der Voraussetzung, daß die Verteidigung in der Strategie der Zukunft die überragende Stellung einnimmt. Eine Annahme, mit deren Bejahung oder Verneinung der Grund - gefronte des Buches steht und fällt: an die Stelle des „Mutes" tritt in Zukunft im wesentlichen „seelische Wider- st and s kraft". lieber diese beiden Begriffe sagt Pintschovius: „Mut als Frühform gipfelt im Handeln, Mut ist aktiv, bedenkensrei, unverkrampft, impulsiv, entweder einfach durch Lebensschwung oder durch sittliche Phantasie ausgelöst. Seelischer Widerstand hingegen ist kompliziert, bildet sich erst aus Selbstbeherrschungs- und Angstbekämpfungsoorgängen." Der Mut gründet auf" dem natürlichen Erlebnis, der seelische Widerstand dagegen basiert auf dem „Pflichterlebnis", er wird durch Einsicht und sittliches Wollen gegen das Erlebnis erzwungen, er ist im wesentlichen Angstüberwindung. Von der 21 n g ft wird sehr richig gesagt, daß sie ein Zeichen des Krieges, ober" fein' Zeichen soldatischer Minderwertigkeit sei. „Angst ist durchaus anständig." Es kommt nur darauf an, sie zu überwinden. In einem weiteren Abschnitt wird die Frage der Disziplin im Kriege verständnisvoll erörtert. „Die Kraft des Wortes verrauscht schnell, wenn die Granaten krachen." Dor einer Überschätzung der Ethik für die Front wird gewarnt.: „Die Front
selbst lebt viel zu vital, zu sehr an der Grenze von Sein und Nichtsein, um die sittliche Begriffswelt des Philosophen als eine lebenstiftende Gegebenheit anerkennen zu können." Und im gleichen Sinne heißt es später: „Ich warne immer wieder vor der Ueberschätzung einer soldatischen Ethik, der Ueberschätzung von theoretischen Wertbegriffen und Wertbelehrungen. Als es kritisch wurde, half kein vaterländischer Unterricht mehr." Die echten Widerstandskräfte wachsen auf der Sohle der Kultur, wir sagen: Weltanschauung. Wesentliche und fruchtbare Folgerungen für die Praxis der Truppenführung und ein wertvolles Schrifttumsverzeich - nis erhöhen den Wert des Buches, das sich von vielen Veröffentlichungen auf diesem Gebiet vorteilhaft unterscheidet.
— Dr. W. Schröder: Der Operationshelfer. Verlag Offene Worte, Berlin W 35. — (253) — Der Verfasser ist Chirurg und leitender Arzt des Kreiskrankenhauses Arnswalfre. Er gibt eine Ergänzung der bereits früher besprochenen Sanitätsfibel auf technisch-chirurgischem Gebiet, die für den Sanitätsdienst im Feldoperationssaal an-- leiten soll. Das kleine Buch enthält auch zahlreiche 2lbbildungen, die die klare und knappe Darstellung ergänzen.
Oie Narrenkappe.
Die Spinne.
Als der berühmte Humorist Marc Twain in den Anfängen seiner schriftstellerischen Tätigkeit in einem amerikanischen Prooinznest ein Blättchen mit dem stolzen Titel „Die Flagge des Westens leitete, fragte einmal ein abergläubischer Abonnent bei ihm an, ob es ein glückliches ober unglückliches Vorzeichen sei, daß er zwischen den Zeitungsblattern eine Spinne gefunden habe.
Marc Twam gab ihm im Briefkasten seines Blattes die folgende eindringliche Antwort:
„Alter Abonnent. — Das Finden einer Spinne in der Zeitung bedeutet weder Glück noch Unglück für Sie. Die Spinne las lediglich unser Blatt, um zu erkennen, welcher Kaufmann darin nicht inseriert, um dann zu dem Laden dieses Mannes zu gehen, ihr Netz über seine Tür zu weben und fortan ein Leben ungestörten Friedens zu verbringen.
Abenteuer im Urwald.
„Da waren wir nun im dicksten Urwald", erzählte der Forschungsreisende, „wir hatten feinen Tropfen Alkohol mehr, und wir famen beinahe um vor Durst ..." — „Hatten Sie denn auch kein Wasser? — „Das schon, aber wer denkt denn in solcher Lage an ein Bad?"
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Ordnung muh sein.
Der Marburger Zivilprozeßlehrer Robert, der bis 1933 an der Universität wirkte, liebte Ordnung und Systematik; vor allem war „Symmetrie" seine Leidenschaft. Man erzählte, er habe einst einige Buben in seinem Garten beim Stachelbeerennaschen erwischt und ihnen wütend zugerufen: „Ihr Schlingel, nun freßt mir wenigstens den anderen Busch auch kahl!"
Schüttelreim.
In der Universität B. wurden in den kleineren Hörsälen Nernstlarnpen zur Beleuchtung eingeführt. Das begeisterte einen der Hörer, wie es die Studenten leider oft tun, auf einer Bank höchst kunstvoll einen Vers einzugravieren:
„Ob du auch sitzt beim Schein des Nernstlichts, Es hilft dir nichts, mein Sohn, du lernst nichts."
Das fchtechtgetüftete Labor.
Der berühmte Chemiker Robert Bunsen hatte, als er noch Lehrer an der höheren Gewerbeschule in Kassel war, einen Arbeitsraum, der ganz unzureichend war und vor allem jeder Entlüftung entbehrte. Bunsen war schon wiederholt bei der Behörde eingekommen, daß der Raum zweckentsprechend eingerichtet werden möchte, aber man hatte ihn stets wegen Geldmangels abschlägig beschieden. Nun besuchte der Minister des Innern, Freiherr von Han st ein, bisweilen das Laboratorium. Eines Tages erfuhr Bunsen, daß der Minister wieder kommen werde, und schnell legte er in den Arbeitsraum ein Rohr mit Kakodyl, das einen äußerst widerlichen Geruch verbreitet, und ließ Fenster und Türen fest schließen. Der Minister kam, und Bunsen brachte das Gespräch auf den Mangel an Entlüftung und forderte schließlich mit den Worten: „Wollen Exzellenz sich selbst überzeugen!" den Gast auf, in den angrenzenden Arbeitsraum zu gehen. Kaum hatte der Minister seine Nase hinein- gesteckt, als er schon entsetzt zurückfuhr; schon am nächsten Tage kam ein Baumeister, der mit Bunsen den Umbau nach seinen Wünschen besprach.
Nach dem raschen Abzug des mitteleuropäischen Tiefdruckwirbels, der gestern noch zu verbreiteten Niederschlägen Anlaß gab, machte sich zunächst das Zusammensinfen der nachgestoßenen Kaltluft in Aufheiterung und stärkerer westlicher Abkühlung geltend. Inzwischen hat ein neuer, im Nordseegebiet vorgestoßener Wirbel die Zufuhr feuchtmilder Meeresluft auf das Festland ausgenommen Sie kommt an der vorgelagerten Kaltluft zum Aufgleiten, so daß bei uns am Mittwoch verbreiteter Regen em« trat; auch anschließend setzt sich die Zufuhr feuchtmilder Meeresluft und mit ihr das recht unbeständige Wetter fort, doch wird der Witterungscharakter nicht durchweg regnerisch sein und weiter auch für kurze Zeit freundliches Wetter bringen.
Aussichten für Donnerstag: Nach verbreiteten Regenfällen wieder mehr veränderliche Bewölkung mit einzelnen Niederschlägen, bei lebhaften westlichen Winden mild.
A ussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus West Fortdauer der milden und zu Niederschlägen geneigten Witterung.
Lufttemperaturen am 20. Oktober: mittags 7,1 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 21. Oktober: morgens 5,0 Grad. Maximum 8,3 Grad, Minimum heute nacht 3,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tief am 20. Oktober: abends 7,6 Grad; am 21. Oktober: morgens 6,2 Grad. — Niederschläge 0,1 mm.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
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Die trauernden Hinterbliebenen:
Ferd. Hofmann nebst allen Verwandten
Heuchelheim, den 21. Oktober 1936.
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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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Gießen, den 21. Oktober 1936.
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Die Trauerfeier findet am Freitag, 23. Oktober, 14 Uhr,
in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt
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