hätte. Um ihnen die bittere Pille schmackhaft zu machen, überließ man ihnen die beiden Metopen.
Dem englisch-französischen Vorspiel, dessen wissenschaftliche Bedeutung nicht unterschützt werden darf, folgte das deutsche Hauptstück; doch sollte noch ein halbes Jahrhundert darüber hingehen. Erst muhte der Mann geboren werden, den das Schicksal für Olympia gespart hatte: Ernst Curtius. 1837 traf der junge Gelehrte in Athen ein, von wo er ganz Griechenland bereiste und auch nach Olympia kam. Eine Begegnung mit den größten Folgen! Olympia ließ ihn nicht mehr los. Mit einer Berliner Professur betraut (1844), setzte er nun seine ganze Tatkraft an die Vorbereitung des Werks, das feinen Namen unsterblich machen sollte. Wenn je ein wissenschaftlicher Vortrag Feuer in die Herzen der Zuhörer geworfen hat, so war es der, den Curtius im Jahre 1852 in der Berliner Singakademie hielt. Mit hinreißender Beredsamkeit schilderte er die Stätte seine Sehnsucht, und als er dann von den alten Griechen sprach und „den Schwung der Begeisterung, die aufopfernde Vaterlandsliebe, die Weihe der Kunst und die Kraft der alle Müh- sale des Lebens überdauernden Freude" pries, da war der Eindruck so überwältigend, daß der anwesende König Friedrich Wilhelm IV. sich am liebsten „sewst mit der Sammelbüchse an die Tür gestellt" hätte.
Aber der Gedanke lief wieder einmal schneller als die Welt der Wirklichkeit, denn vorerst machte der Krimkrieg jede Hoffnung auf einen baldigen Beginn zunichte. Erst dem geeinten Deutschland war es vergönnt, das große Friedenswerk zu vollbringen. Dom 13. April 1874 datiert der denkwürdige Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und der griechischen Regierung. Er enthält u. a. diesen Artikel: „Deutschland übernimmt alle Kosten des Unternehmens" und „Griechenland erwirbt das Eigentumsrecht an allen Gegenständen, welche die Ausgrabungen zutage fördern werden." Anders ausgedrückt: Deutschland bringt die Opfer, Griechenland zieht den Gewinn daraus. Dieser großherzige Verzicht auf alle Vorteile, ausgenommen den der Ehre, war für
das griechische Volk so ungewohnt, daß sich das Athener Parlament zunächst ablehnend verhielt, weil es an ein solches Maß von Uneigennützigkeit nicht glauben konnte. Auch wurden Stimmen laut, die darauf hinwiesen, daß Griechenland es seinen Ahnen schuldig sei, die Bergung des Schatzes s e l b st zu besorgen.
Am Ende aber konnten doch alle Schwierigkeiten weggeräumt werden, so daß nach einstimmiger Bewilligung der Mittel durch den Reichstag die deutsche Expedition, bestehend aus Ernst Curtius, Friedrich Adler, Adolf Furtwängler und Wilhelm Dörpfeld, die Fahrt in das geliebte Land antreten konnte. Schon nach dreimonatiger Grabung wurden die Giebelskulpturen und die noch fehlenden Metopen des Zeustempels geborgen, es folgten die Nixe des Paionios, der Hermes des Praxiteles und all das andere, was uns heute den Namen Olympia so teuer macht. Binnen sechs Jahren war die ganze Altis und ihre nähere Umgebung freigelegt, doch hat die wissenschaftliche Sichtung des gefundenen Materials natürlich noch Jahrzehnte in Anspruch genommen. Was das bedeutet, mögen die amtlichen Zahlen belegen. Danach fanden sich bis zum Abschluß der Arbeiten im Jahre 1881 gegen 130 Statuen und Reliefs in Marmor, 13 000 Bronzen, 1000 Terrakotten, 6000 Münzen und an 1000 Inschriften. Die Mehrzahl der Originale verwahrt heute das Museum in Olympia. Berlin ist nur im Besitz der vertraglich zugesicherten Gipsabgüsse.
Ist der Spatenfeldzug in Olympia, einer der größten, den die Altertumswissenschaft kennt, auch im wesentlichen als beendet zu betrachten, so besteht doch die Möglichkeit, daß an einigen noch wenig durchforschten Stellen, so im Kladeosbett und im Stadion, noch manches Stück gehoben wird, das unsere Kenntnis der althellenischen Feststätte noch vervollständigen könnte. Besonders harrt die Frage nach dem ä l t e st e n Olympia immer noch auf Antwort. Wir sind gewiß, daß das Werk unserer Väter in dem der Enkel eine seiner würdige Fortsetzung finden werde.
Wirtschaft.
Die Neichspost im zweiten Vierteljahr -1936.
Fwd. Die Gesamteinnnahmen der Deutschen Reichspost in den Monaten April bis Juni betrugen 440, die Gesamtausgaben 406 Millionen RM., gegenüber 404 und 380 Millionen RM. im gleichen Zeitraum 1935. Nach dem Bericht des Instituts für Konjunkturforschung hat die anhaltende Besserung der Wirtschaftlage — vor allem die rasche Zunahme von Produktion und Beschäftigung — den Post- verkehr günstig beeinflußt. Der Briefoerkehr hat den Durchschnitt des Jahres 1935 bereits um 4,1 v. H., der Postscheckoerkehr um 5,1 v. H. überschritten. Dagagen wurden im Paketverkehr die Leistungen des Vorvierteljahres konjunkturell knapp erreicht, z. T. wegen der Verlagerung des österlichen Paketversandes in den März. Der Nachrichtenichnellver- kehr hat sich weiter belebt. Während der Tele- grammoerkehr noch weit hinter der Aufwärtsentwicklung der übrigen Verkehrszweige zurückbleibt, zeigt der Sprechverkehr eine große Zunahme, besonders im Fernverkehr. Im allgemeinen lagen die Verkehrsleistungen um 4 bis 5 v. H. höher, als im Durchschnitt des Jahres 1935.
Nhein-mainischer Getreidemarkt.
Die Zufuhren von Brotgetreide aus unserem Gebiet halten sich infolge der ungünstigen Erntewitterung bis jetzt immer noch in bescheidenem Rahmen und sind durch die neuerlichen Niederschläge wieder kleiner geworden, so daß die Kaufwünsche der Mühlen zur Lieferung im August zu- aenommen haben. Aber auch für Lieferung von Brotgetreide für die nächsten drei Monate zeigen die Mühlen jetzt regere Kaufneigung, nachdem von Mittel- und Norddeutschland bis jetzt wider Erwarten wenig Ware an den Markt gekommen ist.
In B r a u g e r st e hat das Geschäft immer noch nicht begonnen, doch sind die Brauereien und Mälzereien für gute Ware aufnahmebereit. Die für die ersten Abschlüsse genannten Preise liegen 2 bis 2,50 RM. je 100 Kilogramm über dem Preis für Jndustriegerfte.
Auch I n d u st r i e g e r st e ist aus unserem Gebiet kaum am Markt, dagegen liegen reichlich Angebote aus Mittel- und Norddeutschland vor, ohne daß jedoch die Malzkaffeefabriken und Graupenmühlen bis jetzt Kaufneigung zeigen.
Futtergerste fehlt nach wie vor. Neuer Hafer ist noch nicht am Markt, so daß sich für alten Hafer die Kaufneigung wieder belebt hat.
Weizenmehl hat flotten Absatz und wird von den Käufern meist bei den Mühlen auf eigene Kosten abgeholt. In Roggenmehl herrscht zur Zeit Knappheit. Einige Verteiler haben laufend Roggenmehl auf dem Bahnwege aus Pommern
bezogen, die auf dem Wasserwege unterwegs befindlichen Zufuhren werden in Kürze eintreffen.
Weizenkleie ist in unserem Gebiet kaum erhältlich — nur aus zweiter Hand aus Baden —, auch Roggenkleie bleibt noch knapp. Weizenfuttermehl fehlt. Für Haferschalmelasse besteht als Ausgleich für den mangelnden Hafer Absatzmöglichkeit. Biertreber werden bei festen Preisen nach wie vor verlangt, sind aber knapper geworden. Malz keime liegen unverändert still. Kartosfelflocken sind nicht zu erhalten, Trockenschnitzel werden knapper. Für Oel- k u ch e n beginnt wieder eine gewisse Kaufneigung. Die Genossenschaften haben aus ihren Beständen in der letzten Zeit abgegeben, doch ist eine Neu- zuteilung in der nächsten Zeit noch nicht zu erwarten. Für M i s ch f u t t e r mit höherem Eiweiß- aehalt bestehen jetzt gute Absatzmöglichkeiten. Fischmehl ist in letzter Zeit zugeteilt worden, so daß die Bedarfsdeckung sich etwas gebessert hat. In Heu und Stroh haben sich die Verhältnisse noch nicht nennenswert geändert, die Umsätze in Heu bleiben auffallend klein, der Preis hat sich etwas gefestigt. Neues Stroh ist vielfach zu feucht, weshalb bei der an sich kleinen Bedarfsdeckung altes Stroh bevorzugt wird.
Nhein-maimsche Diehmärkte
Obgleich für die meisten Viehgattungen die Auftriebe auf den einzelnen Märkten gegen die Vorwoche leicht erhöht waren — nur Schweine zeigten einen weiteren Auftriebsrückgang — reichten sie zur völligen Deckung des weiterhin lebhaften Bedarfs nicht aus.
Am Großviehmarkt standen insgesamt 525 (452) Stück zum Verkauf. Die Auftriebe in Frankfurt haben eine geringe Steigerung auf 377 (292) erfahren, während sie in Wiesbaden (55 gegen 50), in Mainz (98 gegen 105), nur wenig verändert waren. Die Qualitäten waren durchweg gut, lediglich in Mainz mußten sie als., schlecht bezeichnet weroen. Die fehlenden Mengen an Lebendvieh konnten durch zusätzliches ausländisches Frisch- und Gefrierfleisch ergänzt werden, so daß die Versorgung völlig sichergestellt werden konnte. Das aufgetriebene Vieh wurde den Metzgern zugeteilt.
Am Schweinemarkt hat sich die Gefamtzu- fuhr auf 2738 (3469) Stück vermindert. Besonders in Frankfurt (1543 gegen 2182) und in Wiesbaden (487 gegen 610) war ein weiterer Rückgang zu verzeichnen, dagegen hat sich die Beschickung in Darmstadt mit 342 (351) etwa gehalten und in Mainz mit 366 (319) etwas erhöht. Die Tiere, deren Qualitäten in Wiesbaden als gut, auf den anderen Märkten als mittelmäßig anzufprechen waren, wurden den Metzgern zugeteilt. Auch hier konnte durch zusätzliche Lieferungen von geschlachteten Schweinen ein Ausgleich geschaffen werden.
Einen gewissen Ausgleich für die schwächere Beschickung des Großvieh- und Schweinemarktes bot der Kälbermarkt, wo insgesamt 1926 (1830) Tiere angeboten waren. In Frankfurt wurden die 1186 (1112) Tiere bei weiter anziehenden Preisen um etwa 2 bis 3 Mark pro 50 Kilogramm wieder sehr flott verkauft, auch auf den übrigen Märkten haben die Preise etwas angezogen, und die Märkte wurden schnell geräumt. Die Qualitäten waren mittel bis gut. In Mainz standen 320 (237), in Wiesbaden 319 (371) und in Darmstadt 101 (100) Stück zum Verkauf.
Der Schaf markt war mit 291 (155) Tieren beschickt, davon entfielen allein auf Frankfurt 256 (112) Stück, der Rest verteilte sich auf Wiesbaden und Darmstadt. Bei sehr lebhaftem Geschäft wurden die Märkte geräumt. Die Preise zogen innerhalb der einzelnen Klassen etwas an. Die Qualität war mittel.
Rbein-Mairiische Börse.
Mltagsbärse: Aktien schwächer.
Frankfurt a. M., 20 Aug. An der Börse hat sich die Zurückhaltung allgemein verstärkt. Am Aktienmarkt war die Haltung wieder schwächer, da kleine Publikumsabgaben Vorlagen und auch die Kulisse, die gestern abend kleine Deckungen vornahm, wieder glattstellte. Die Aufnahmeneigung war sehr schwach. Im Durchschnitt ließen die Kurse bei Eröffnung 1 bis 1,50 v. H. nach. Angeboten waren hauptsächlich Montanwerte. Mannesmann 104,50 (106,50), Verein. Stahlwerke 105,50 (107,50), Klöckner 109,50 (111), Rheinstahl 135,13, (136) und Hoesch 107,50 (108,50). Buderus blieben mit 111,50 (111,25) behauptet. Von chemischen Werten verloren IG. Farben 2 v. H. auf 160,50, Deutsche Erdöl 0,50 v. H. gedrückt. Am Elektromarkt büßten Gesfürel 1,75 v. H., AEG. 0,25 v. H. ein, Thür. Lieferungen unv. 122, Daimler Motoren gaben 1,75 v. H. auf 122,75 v. H. und Eßlinger Maschinen 1 v. H. auf 100,50 nach. Ferner kamen AG. für Verkehr 1,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof 1 v. H., Kunstseide AKU. 0,50 v. H., Gement Heidelberg 0,25 v. H. niedriger zur Notiz. Zellstoff Waldhof, die gestern abend zu 149,50 gesucht waren, eröffneten mit 146 (147). Etwas fester lagen nur Reichsbank mit 186,75 (186,25). Im Verlaufe hielt die Zurückhaltung an, die Kurse lagen aber nicht weiter schwächer, blieben aber auch vorläufig ohne Erholung.
Am Rentenmarkt erhielt sich Nachfrage für Reichsaltbesitz zu 113,25 (113), auch Städte-Alt- besitz blieben zu 113,50 gefragt. Schwächer lagen Kommunal-Umschuldungen mit 88 (88,10). Zertif. Dollarbonds nannte man behauptet, 6 v. H. Preußen und Spargiro je 69; unverändert blieben auch späte Schuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine. Im Freioerkehr lagen Eisenbahn-Quoten fester, Rudolf Silber und Salzkammergut je 2,75 (2,50).
Zu Beginn der zweiten Börsenstunde war die Haltung am Aktienmarkt unverändert, die Kurse wiesen kaum Veränderungen zum Anfang auf. Weiter ermäßigt waren Hoesch mit 107 nach 107,50, Reichsbank mit 186 nach 186,75 und AEG. mit 37,13 nach 37,25. IG. Farben schwankten zwischen 160,25 bis 160,75 nach 160,50. Jrn weiteren Verlauf ergaben sich verschiedentlich leichte Erhöhungen. Don später notierten Werten büßten Schuckert 2 v. H., Harpener, BMW., Zellstoff Aschaffenburg, Scyeideanstalt und Muag je 1,50 v. H. ein. Leicht erhöht waren Holzmann mit 125,50 (125).
Der Rentenmarkt blieb später still. Von Goldpfandbriefen Nass. Landesbank 97 (97,25), die übrigen unverändert. Liquidationspfandbriefe gaben durchweg etwas nach, von Kommunal-Obligationen Pfälz. Hyp. 95,25 (95). Stadtanleihen lagen behauptet. Auslandsrenten waren still. 4 v. H. Steg- Prior. von 1883 10,75 (11), 4 v.H. Bosnier 7,95 (8,30).
Im Freiverkehr lagen amerikan. Kunstfei- den-Shares etwa 1 bis 2 Dollar höher, sonst wurden gehandelt Adlerwerke mit 113 bis 111,50 (113,50), Wayß & Freytag 120 (120,50) Pokorny 110 (111) und Dyckerhoff Zement 131. — Tagesgeld wieder anziehend auf 2,75 (2,50) v. H.
Abendbörse schwacher.
Die Abendbörse nahm einen schwächeren Verlaus, so daß die im Mittagsschlußoerkebr eingetretenen teilweisen leichten Erholungen wieder verloren gingen. Bei der herrschenden Zurückhaltung fand das herauskommende Angebot kaum Aufnahme, fo daß gegen die Berliner Schlußkurfe Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. eintraten. Stärker ermäßigt waren Gesfürel mit 133 (134,75), ferner verloren Deutsche Erdöl und Zement Heidelberg mit 123 bzw. 143 und IG.-Farben mit 160 je 1 v. H. Etwas fester lagen lediglich Kunstseide Aku auf festeres Amsterdam mit 62,40 bis 62,50 bis 62,40 (61,75). Der Rentenmarkt nahm einen ruhigen und unveränderten Verlauf, Farben-Bonds weiter etwas schwächer mit 125,25 (125,65). Jrn Freiverkehr waren Quoten zu früheren öfterr. Eisenbahn-Anleihen angeboten.
U. a. notierten: 4,75 (1951er!) Verein. Stahlwerke
95,13, 6proz. IG.-Farben 125,25, 4proz. Oesterr. Einheits-(Mai)Rente 1,75, 4proz. Rumänen 5,50, Adca 84,65, Commerzbank 100, DD-Bank 100,50, Dresdner Bank 100,25, Buderus 110,75, Harpener 125, Hoesch 106,50, Ilse Genuß 135,50, Mannesmann 104,25, Rheinstahl 134, Laurahütte 19,50, Verein. Stahl 105,50, Aku 62,40 bis 62,50 bis 62,40, Bekula 153,25, Zement Heidelberg 143, IG.-Chemie volle 219, leere 154,25, Conti Gummi 172,65, Daimler 122, Deutsche Erdöl 123, Scheideanstalt 271, Deutsche Linoleum 166, IG.-Farben 160, Gesfürel 133, Goldschmidt 110,50, Holzmann 124,50.
Frankfurter Schtachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 20. Aug. Auftrieb: Rinder 28 (gegen 33 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 4 (4) Ochsen, 4 (2) Bullen, 16 (23) Kühe, 4 (4) Färsen. Kälber 709 (822), Schafe 161 (69), Schweine 333 (465). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 89 bis
94 (am 13. Auaust 87 bis 90), b) 83 bis 88 (79
bis 86), c) 75 bis 82 (72 bis 78), d) 65 bis 74 (60
bis 71). Hämmel b2) 56 (54 bis 56), c) 53 bis 55
(50), d) 40 bis 50 (—). Schafe e) 51 bis 55 (—), f) 40 bis 50 (—), g) 28 bis 36 (—). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe flott, ausverkauft.
Großmarkt für Fleisch und Fett- waren. Beschickung: 209 Viertel Rindfleisch, 187 ganze Kälber, 41 halbe Schweine, 33 ganze Hämmel, 29 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Bullenfleisch a) 76. Kuhfleisch a) 77, b) 65. Färsenfleisch a) 80 (alles jeweils Höchstpreise). Kalbfleisch b) 110 bis 125 (am 17. August 105 bis 120), c) 95 bis 110 (90 bis 105). Hammelfleisch 100 bis 105 (95 bis 105). Alles übrige nicht notiert. Marktverlauf: lebhaft.
Schweinemarkt in Grünberg.
+ (Brünberg, 20. Aug. Aufgetrieben waren 502 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: bis sechs Wochen alte Ferkel 18 bis 22 RM., sechs bis acht Wochen alte 24 bis 28, acht bis dreizehn Wochen alte, 28 dis 30 RM. Handel gut, geringer Ueberftanb.
Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 694: Wirtschaftsgruppe Kraftstoffindustrie. — 695: Anordnung 10 der lieber- wachungsstelle für Tabak, Bremen. — 696: KP 182 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 18. August 1936 betr. Kurspreise für unedle Metalle.
Buben als Einbrecher, Mädchen als Ladendiebinnen.
Lpd. Frankfurt a. M., 20. Aug. In Frankfurt a. M. wurden feit einiger Zeit Einbruchs- diebstähle in Mansarden, Gelegenheitsdiebstähle, sowie Taschendiebstähle in Kaufhäusern aus- geführt. Als Täter für die Einbruchs- und Ladendiebstähle wurden drei Jungens aus Frankfurt a. M. im Alter von 13 und 14 Jahren ermittelt und f e ft g e n o m me n. Diese haben seit etwa einem Jahr mehrere Einbruchs-, Einsteige- und Gelegenheitsdiebstähle sowie Unterschlagungen in Frankfurt ausgeführt. Sie öffneten die Wohnungstüren mit einem Nachschlüssel und haben an verschiedenen Stellen versucht, die Türrahmen mit Stemmeisen aufzubrechen. In einem Falle haben sie sich sogar von dem Dach eines Wohnhauses an einem Seil heruntergelassen und sind durch ein Mansardenfenster eingestiegen. Gestohlen wurden Damenarmbanduhren, ein Photoapparat, Photo- lichtpapier, ein Fahrraddynamo und zahlreiche andere Gegenstände. Die Unterschlagungen begingen sie auf ihrer Arbeitsstelle. Das unterschlagene Geld haben sie vernascht. Die drei Täter wurden dem Jugendamt übergeben.
Ferner wurden drei Schülerinnen aus Frankfurt im Alter von 11 und 13 Jahren ermittelt und fe ft genommen. Diese hatten in hiesigen Kaufhäusern Warendieb st ähle ausgeführt und dem einkaufenden Publikum G e l d b ö r» s e n aus den Handtaschen gestohlen. Sie drängten sich an den Ladentischen zwischen das einkaufende Publikum, öffneten dort Damenhandtaschen und stahlen darauf die Geldbörsen. Nach Ausführung des Diebstahls klemmte sich eine von den Täterinnen die gestohlene Geldbörse unter den Arm und verließ mit den anderen das Kaufhaus. Die ältere von den drei Diebinnen beteiligte sich weniger an den Diebstählen. Sie wartete vielmehr in der Nähe des betreffenden Kaufhauses, nahm die gestohlenen Geldbörsen in Empfang, entleerte diese ihres Inhalts und warf die Geldbörsen dann weg. In einem Falle waren den Diebinnen über 21 M. in die Hände gefallen. Das erbeutete Geld haben die jugendlichen Täterinnen vernascht und für Kinobesuche ausgegeben. Das nicht verausgabte Geld nahm die ältere mit nach Hause und versteckte es dort. Auch gegen diese drei Diebinnen sind Fürsorgemaßnahmen eingeleitet worden.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt a. M.
Berlin
Schlußkurs
Schloßt. Abendbörse
Schlußkurs
Schlußk. Mittag- börse.
Datum
19.8.
20.8-
19.8.
20-8.
6% Deutsche Retchsanleihe o. 1927
101,4
101,4
101,4
101,4
4% Deutsche Reichsanl. von 1934
98,13
98
97,9
97,9
B*/2% Doung-Anleihe von 1930 ..
102,25
102,5
102,75
—
Deutsche Anl.-Ablvs.-Schuld mit Ausloj^Rechten ............
113
113,13
113,25
113,25
*Vt% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, I.......
—
100
100
100
4*/2% ehem. 8% Hessischer Volks- staut 1929 (rückzahlb. 102%) ...
98,75
98,75
98,5
_
*yz% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold 91.12....
97
97
97
5%% ehem. 4^,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLtyu.
101,3
101,3
—
—
4*/,% ehem. 8% Darmst. Komm
Landesb.Goldschuldverlchr. 9t. 6
93,75
93,75
_
_
Oberhessen Provinz-Anleihe mti
Auslos.-Rechten .............
125
125,25
—
—
Deutsche Komm. Sammelabl. An leche Serie 1 mit Auslos.-Rechten
120,4
120
120,25
120,25
4/t% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Gvldpse. 15 unkündbar bis 1935
97
97
_
_
6y.% ehem. 4*/2% Franks. Hyp.
Bauk-Liqu.-Psandbriese.......
101,05
101
_
—
6*4% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. ...
101,13
101
101,13
101,4
4*4% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19
97,5
97,5
97,5
97,5
4yt% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obl. 20
95
95
95
95
Steuerautlch.Verrechnungsk. 34-38
109,6
109,6
109,6
109,6
4% Oesterreichtsche Goldrente...
—
—
30
30,25
4,20% Ocsterreichische Silberrente
3,05
3
3
2,95
4% Ungarische Goldrente.......
9
9
9,13
8,95
4% Ungarische Staaierente v. 1910
8,6
8,5
■—
8,4
4’4% desgl. von 1913..........
8,75
8,75
8,75
8,6
6% obgest. Goldmerikaner von 99
14
13,9
14
13,8
4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
Serie 1.....................
—
—
—
8,9
Franksutt a.M.
Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abend- börsc
Schlußkurs
Schlußk. Mittag- bärle
Datum
19-8.
20-8.
19.8
20-8.
4% desgl. Sene h ...........
—
—
8,8
—
5% Numän. vereinh. Rente v. 1903
6,7
6,7
6,7
——
4*/4%Rumän.vereinh.Rentev.l913
10,1
10,1
—
10
4% Rumänische vereinh. Rente
5,525
5,5
5,5
5,5
2 y4% Anatolier .............
45
45
44,5
44,75
Hamburg-Amertka-Paket .....
0
14,25
14,13
14,25
14,4
Hamburg-Südam. Dampfschiff.
0
•—
—
41
41
Norddeutscher Lloyd .........
0
14,9
14,5
14,5
14,5
A.G. für Verkehrswesen Akt. ..
0
114,5
112,4
114
112,5
Berliner Handelsgesellschaft ...
6
124
—
125
124
Commerz- und Privat-Bank...
4
100
100
100
100
Deutsche Bank und DiSconto-
Gesellschaft................
4
101
100,5
101
100,5
Dresdner Bank..............
4
101
100,25
101
100,25
Reichsbank ................
12
186,25
186
186,4
186,9
A.E.G......................
0
37,5
37,25
37,4
37,5
Bekula.....................
8
154
153,25
153,75
153
Elektr. Liefemngsgesellschaft...
6
126
125
126
124,65
Licht und Kraft .............
7
149
147
149,4
146,5
Felten & Guilleaume.........
4
130,5
129
130
128,75
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6
134,5
133
134,4
134,75
Rheinische Elektrizität ........
6
——
126,5
128,5
126,5
Rhein. Wests. Elektr..........
6
130,25
130
130,25
128,75
Schurke rt LCo...............
6
154,5
152,25
154,75
153
Siemens L Halske.»..........
8
189,5
187
188,25
186,5
Lahmeyer LCo..............
7
140,5
140
140
139,25
/
111,25
110,75
113,5
111,5
Deutsche Erdöl ..............
4
124,5
123
124,4
124
Hacoener................. 2J4
127,75
125
126,75
125,75
Hoesch Eisen—Köln-Neuessen ..
3
108,5
106,5
108,4
106,5
Ilse Bergbau ...............
6
—
—
162
161,5
Me Bergbau Genüsse........
6
135,5
135,5
135,25
136
Klöcknerwrrke ...............
3
111
109,5
110,75
109,5
Mannesmann-Röhren........
3
106,5
104,25
106
104,4
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß- fürs
Schlußk. Abend» börse
Schlußkurs
Schlußk. Mittagbörse
Datum
19.8.
20.8.
19.8.
20.8.
Mansselver Bergbau.......
6Vi
150
150
150
150
Kokswerke ................
. 6
—
—
128,4
127,4
Rheinische Braunkohlen ....
12
216
—
215
216,25
Rheinstahl...............
. 4
136,5
134
135,75
134,65
Vereinigte Stahlwerke......
sy,
107,5
105,5
106,75
105,9
Otavi Minen .............
. 0
32,25
—
32,25
31,75
Kaliwerke Aschersleben......
. 6
119
122
119
Kaliwerke Westeregeln......
. 5
•—
115
120
115,5
Kaliwerke Salzdetfurth.....
7%
—
174
I G. Farben-Jndustrte.....
.. 7
162,5
160
162
160,65
Scheideanstalt.............
. 9
272,5
271
Goldschmidt ..............
.. 5
113
110,5
113
110
Rütgerswerke .............
.. 6
128,5
130,5
128
127,75
127,25
130,5
127
128
Philipp Holzmann.........
.. 4
125
124,5
125,26
124,75
Zementwerk Heidelberg ....
Cementwerk Karlstadt.......
.. 7
145,5
143
-
.. 6
154
154
-
Schultheis Pahenhoser .....
.. 4
—
—
108,25
106,65
Aku lAllgemeine Kunstseide)
.. 0
60,5
62,4
60,25
61,75
Bemberg.................
.. 5
84
83,5
84,25
82,75
Zellstoff Waldhof ..........
.. 6
147
146
146,75
146
Zellstoff Aschaffenburg .....
.. 0
118,5
117,5
119
118
Dessauer Gas .............
.. 7
—
—
107,75
106,5
Daimler Motoren..........
.. 0
124,5
122
124,5
122,75
Deutsche Linoleum.........
.. 8
167,5
166
167,75
165,65
Orenstcin & Koppel ........
.. 0
—
—
83,65
82,75
Westdeutsche Kaufhof.......
.. 0
52,75
51,75
52,65
52
Chade ....................
.. 9
400,5
——
400
398,5
Accumulcttoren-Fabrik......
. 12
—
—
202,75
200
Conti-Gummi.............
. 11
174,4
172,65
174
172,25
Gritzner..................
.. 0
—
34,13
34,75
34
Mainkraftwerke Höchst a.M..
.. 4
94
93
—
Süddeutscher Zucker.......
. 10
1 214
I 211
211
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H.
Banknoten.
19.August
20.August
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Geld
Bries
Buenos Aire
0,690
0,694
0,691
0,695
Brüssel ....
41,98
42,06
41,99
42,07
Rio de Jan.
0,146
0,148
0,146
0,148
Sofia.....
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen
55,90
56,02
55,90
56,02
Danzig....
46,80
46,90
46,80
46,90
London....
12,52
12,55
12,52
12,55
Helsingfors..
5,519
5,531
5,519
5,531
Paris .....
16,38
16,42
16,375
16,415
Holland ...
168,99
169,33
168,90
169,24
Italien....
19,57
19,61
19,57
19,61
Japan .....
0,732
0,734
0,732
0,734
Jugoslawien
5,654
5,666
5,654
5,666
Oslo..... :
62,92
63,04
62,92
63,04
Wien......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon....
11,375
11,395
11,375
11,395
Stockholm...
64,55
64,67
64,55
64,67
Schweiz ....
81,08
81,24
81,05
81,21
Spanien....
31,47
31,53
31,47
31,53
Prag.......
Budapest ..
_
—
_
—
Neuyork ...
2,488
2,492
2,488
2,492
Berlin, 20 Auaust
Geld
Mes
Amertkaniiche Noten..............
2,44
2,46
Belgische Noten..................
41,84
42,00
Dänische Noten .................
55,70
55,92
Englische Noten .................
12,475
12,535
Französische Noten...............
16,325
16,385
Holländische Noten...............
168,48
169,16
Italienische Noten................
—
—
Norwegische Noten ..............
62,70
62,96
Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling
—
Rumänische Noten...............
—
—
Schwedische Noten...............
64,33
64,59
Schweizer Noten.................
80,87
81,19
Spanische Noten.................
31,14
31,26
Ungarische Noten................
—


