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A. 167 Erster Blatt

186. Jahrgang

Montag, 20. Zull 1956

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Schwere Kämpfe in Spanien.

Erhebung zahlreicher Truppenteile. - Zweimaliger Regierungswechsel unter dem Druck der Kampfentwicklung. Beide Parteien melden Erfolge.

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Regierunasbericht vom Sonntagabend.

<Dl a b ri b , 20. Juli. (DNB.) Die erneute A-nde- ; Ung in der Zusammensetzung der spanischen Jte= (ierung ist aus dem Grunde erfolgt, weil die 21b= f-cht der Regierung, durch die Hinzuziehung natto- wlrepublikanischer Abgeordneter eine Versöhnung hit den aufständischen Kreisen herbeizuführen, nicht iin Erfolg begleitet gewesen ist und unter den ruarxistischen Elementen der Volks­front st arte Unzufriedenheit hervorge­rufen hat.

Die neue Regierung unterscheidet sich gegenüber d-rjenigen von Casares Quiroga nur dadurch.

Der Ausgangspunkt.

London, 18. Juli. (DNB.) Wie aus zuverlässi- i (sr Quelle verlautet, ist dem spanischen Botschafter L London telephonisch aus Madrid bestätigt wor- l»n, daß in Melilla (Spanisch-Marokko) im Militärputsch stattgesunden habe.

Nach einer Reutermeldung erstreckt sich der Putsch ,_lch auf andere Orte in Spanisch-Ma- iv k k o.

Aegierungswechsel Ar.1.

Madrid, 19. Juli. (DNB.) In den frühen Morgenstunden des Sonntag wurde überraschend tetanntgegeben, daß der bisherige Ministerpräsident (lefares Quiroga, der Innenminister Males md drei weitere Minister z u r ü ck g e t r e t e n :ien. Der bisherige Landtagspräsident Martinez Harr io (Republikanische Union) hat bereits ein ieues Kabinett gebildet. Der Regierungs­wechsel soll im Einverständnis mit den Gruppen |«r marxistischen Volksfront vorgenom- ien worden sein und bezwecken, der Regierung Lird) Hinzuziehung einiger nationalrepublikanischer Minister, die den Rechtsparteien genehm sind, höhere Autorität zu verschaffen.

Aach Frankreich geflohen.

Paris, 20. Juli. (DNB. Funkspruch.) Zu der I Lerraschenden Umbildung des spanischen Kabinetts I willFigar o" aus gutunterrichteter Quelle er- ! fthren haben, daß die Regierungskrise in der Nacht um Sonntag um 4 Uhr ausgebrochen fei. Mmi- . j_erpräfibent Quiroga, der nach der Ermordung 1-5 Monarchistenführers Calvo Sotelo von den l ufständischen besonders gehaßt worden sei, habe niif den Rat seiner persönlichen Freunde in der sacht zusammen mit dem Jnnenmini-

er Madrid verlassen und sei in Begleitung Ines hohen Beamten der Sicherheitspolizei zur I-ranzösischen Grenze abgereist.

Regierungswechsel Ar. 2.

Madrid. 19. Juli. (DNB.) Vie in einer ! undfunkerklürung der spanischen Regierung mif- (etellt wird, ist eine neue Aenderung in der ; esetzung des erst Sonntag früh 4 Uhr gebildeten i t abinetts erfolgt. Das M i n i ft e r p r a ii - liium und das Marineministertum hat 'wf« Giral, das Innenministerium Gene- int Pozas übernommen.

Die havas aus Madrid meldet, soll die Zu- summensehung der neuen Regierung Giral tm wesentlichen der des Kabinetts Quiroga ent- b,rechen. Sie bedeute eine Verschärfung des t ampfes gegen rechts. Der neue Innen- minifter, General der Miliz Pozas, habe am Z onntag die Parteien der Volksfront durch den M unbfunt zur engen Zusammenarbeit mit der neuen 2 egierung aufgerufen. Das Volk werde wei- lL r bewaffnet werden. Ueberall sollen A r - beitermilizen gebildet werden und mit den regierungstreuen Truppen eng Zusammenarbeiten.

Die Gerüchte, wonach die Truppen von Lograno uib Segovia auf Madrid marschierten, seien falsch, i L uch in Barcelona, Ciudad Real und Puerto Llano hi die Ordnung wieder hergestellt. 6000 a ft u - I riische Bergarbeiter seien am Sonntagabend ^Madrid zur Unterstützung der Regierung ein- (Efroffen. . .

DieLiberte" weist darauf hin, daß die schwie­rige Lage der Regierung in Spanien sich in erster litnie daraus ergebe, daß die Madrider R e - lierung sich nicht der Armee bedienen iiö n n e. Sie habe wohl mehrere Generäle ab- lEseht, aber den B e l a g e r u n g s z u st a n d zu ^klären wage sie nicht, da sonst die Machtbefugnisse in die Hände der Militärs übergehen und ich innn gegen die Regierung selb st sichten tinnten. Durch den Aufruf des Extremistenfuhrers liargo Caballero, der die Arbeiter zum Gene- mlstreik aufgefordert habe, sei das Chaos in ganz Spanien noch größer geworden.

daß an Stelle des bisherigen Innenministers Moo- les General Pozas (parteilos), an Stelle des bis­herigen Ministerpräsidenten und Kriegsministers Casares Quiroga General Castello (partei­los) als Kriegsminister Giral (Linksrepublikaner) als Ministerpräsident tritt. Giral behält außerdem das Marineministerium bei. Die übrigen Ministerien bleiben in der Hand der Mitglieder des Kabinetts Casares Quiroga. Die Zwischenregierung Martinez Barr io ist also nur wenige Stunden alt geworden. Das Ausscheiden von Casares Quiroga und Mooles sei, so wird gemeldet, aufgesund­heitliche Rücksichten" zurückzuführen.

Die Regierung brachte am Sonntagabend im Rundfunk ihre Befriedigung über die Lage zum Ausdruck und betonte, daß in Barcelona die Aufstandsbewegung völlig niedergeschla­gen fei; die aufständischen Truppen seien in Un­ordnung geraten und schlössen sich den regierungs­treuen Truppen in Scharen wieder an. Die Regie­rung bedauert, daß der Verrat in Marokko, einem außerordentlich empfindlichen, auf Grund internationaler Verträge erworbenen Gebiete, seinen Anfang genommen habe. Sie werde mit allen Mit­teln für schnellste Wiederherstellung der Ordnung sorgen und vertraue dabei auf die Mithilfe der öffentlichen Meinung. Die Bevölkerung solle nicht verzagen und ebenso fest an sie glauben, wie die führenden Manner. Der Aufruf schließt mit einem Hoch auf die Republik.

Die letzten amtlichen Nachrichten besagen, daß sich die Aufständischen in Sevilla er­

geben hätten und daß das Rundfunksendehaus wieder im Besitz regierungstreuer Kreise sei.

Auch bei Gibralkar Unruhen.

London, 19. Juli. (DNB.) Wie aus Gibraltar gemeldet wird, ist es in den letzten 24 Stunden in dem benachbarten spanischen Gebiet zu e r n - ft en Unruhen gekommen. Die Lage wird in einer Reutermeldung als sehr erregt bezeichnet.

Am Sonntagnachmittag wurde amtlich mitgeteilt, daß zwei Zer st ö r er der er ft en Flottille die am Sonntag nach England abfahren sollten, vorläufig in Gibraltar bleiben, um im Notfälle die britischen Interessen zu schützen. In einer anderen Meldung heißt es, daß in Cadiz bereits aufständische Truppen aus M a - rokko gelandet seien, die sich den in Sevilla öer- versammelten Streitkräften zum Marsch auf Ma­drid anschließen wollten. Eine schon in der Nacht zum Sonntag in Gibraltar eingetroffene Meldung besagt, daß etwa 2 0 0 0 0 Mann der spani­schen Fremdenlegion sich dem Aufstand in Marokko angeschlossen hätten.

In Gibraltar ist sämtlichen Offizieren und Mannschaft der Armee und Flotte am Sonntag das Betreten spanischen Bodens verbo­ten worden. In La Linea an der spanischen Grenze kam es in der vergangenen Nacht zu schweren Zusammenstößen zwischen Fa­schisten und Kommunisten. Hunderte von britischen Untertanen, die sich zur Zeit der Zusammenstöße

Glanzvoller Auftakt in Bayreuth.

Eröffnung der Festspiele in Gegenwart des Führers mitLohengriiS-

Empsang des Führers.

Bayreuth, 19. Juli. (DNB.) Der Führer traf zur Teilnahme an den Bayreuther F e st - spielen am Sonntag in Bayreuth ein. In seiner Begleitung befanden sich der (Bauleiter von Mün­chen-Oberbayern, Staatsminister Adolf Wagner, Obergruppenführer Brückner, Prigadeführer Schaub und der stellvertretende Pressechef der Reichsregierung, Ministerialrat Berndt. Der Führer wurde auf dem Bahnhof von Gauleiter Wächtler und Den Führern der Gliederungen der Bewegung im Gau Bayerische Ostmark emp­fangen und begrüßt. In fahnengeschmückten, von ungezählten Menschen umsäumten Straßen fuhren die Wagen der führenden Persönlichkeiten des Staates und der Bewegung heran. Brausende Heil­rufe künden das Nahen des Führers. Der Füh­rer erwidert besonders herzlich die Huldigungen der Jugend, die gegenüber der Auffahrt des Festspiel­hügels Aufstellung genommen hat. An der Schwelle des Fürstenportals empfängt Frau Winifred Wag­ner den Führer, der die Herrin des Hauses mit ritterlicher Höflichkeit begrüßt. Inzwischen haben die Gäste im Theater Platz genommen. Zur Rech­ten des Führers fitzt Frau Winifred Wagner, zu feiner Linken Frau Goebbels. In der Neben­loge hat Ministerpräsident Generaloberst Göring mit seiner Gattin Platz genommen. Ferner sah man u. a. Botschafter von Ribbentrop und den Gesandten von P a p e n mit ihren Damen, die (Bauleiter Oberpräfident Koch, Staatsminister Adolf Wagner und Wächtler, Ministerpräsi­dent Siebert, Staatssekretär Körner und zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps.

FestlicherLohengrin".

Mit der glanzvollen Aufführung von Richard Wagners romantischer OperL o h e n g r i n" wur­den die Bayreuther Fe st spiel e 19 3 6 e r - öffnet. Frau Winifred Wagner führt die ver­antwortliche Oberleitung. Generalintendant Tiet - j e n hat die Gesamtregie und Staatsrat Dr. Furt­wängler die Führung des Dirigentenftabes über­nommen. Zu der von den ersten Gesangskräften »iands getragenen und prachtvoll ausgeftat- ufführung hat Emil Preetorius (Mün­chen) die Bühnenbilder geschaffen und Purt Palm (Berlin) die Kostüme entworfen. Das musikalische und szenische Bild der N e u i n s z e n i e r u n g d e s Lohengrin" entsprach damit der würdigen Ueberlieferung des Bayreuther Festspielhauses. Die Regie des Generalintendanten Heinz T i e t j e n war auf die Auflockerung des Geschehens im Geiste der Musik bedacht. Die Massenszenen waren trotz des starken Aufgebots an Mitwirkenden von vorbild­licher Lebendigkeit, ohne jedoch die Grenze der Ausstattungsoper zu streifen. Maria Müllers Darstellung der Elsa darf als ideal bezeichnet wer­den. An gesanglichem Schmelz und Kultur des Vor­trages stand ihr der Lohengrin Franz Volkers nicht nach. Den König Heinrich stattete Joseph von Manowarda mit der markigen Wucht seines fülligen Basses aus. Das (Begenfpielerpaar Telra- mund und Ortrud fand in Jaro Prohaska und Margarethe Klose starke charakterisierende Ver­

treter von edler Stimmpracht. Den Heerrufer fang mit feinem schonen Bariton Herbert Janssen. Mit der musikalischen Leitung derLvhengrin"- Aufführung trat Staatsrat Dr. Wilhelm Furt­wängler sein Amt als Hauptdirigent der Bay­reuther Festspiele an. Das Orchester, aus Solisten und den hervorragendsten Kräften zahlreicher deut­scher Opernbühnen zusammengestellt, war in der Hand seines Dirigenten ein schmiegsamer Klang­körper von ungewöhnlichem Ausdrucksreichtum. Furtwängler wahrte die breiten Bayreuther Tempi. Es gelang ihm, die Partitur mit kammermusika­lischer Feinheit zu durchleuchten, Zwischenstimmen hervorzuheben und den Sängern ideale akustische Verhältnisse zu schaffen. Besonders zu loben sind das edle Stimmenmaterial und die künstlerische Disziplin des großen Festspielchors, der dank der vorbereitenden Arbeit Friedrich Jungs als ein dem Orchester gleichwertiges Klanginstrument be­deutenden Anteil an der glanzvollen Gesamtauffüh­rung hatte. Die Aufführung fand nach jedem Akt und besonders am Schluß reichen Beifall.

Als der Führer das Festspielhaus verließ und nach Haus Wahnfried zurückfuhr, brachte ihm die Bevölkerung Bayreuths, die stundenlang geduldig auf fein Wiedererfcheinen gewartet hatte, noch ein­mal lebhafte Huldigungen dar.

Dem Andenken derBayreutherGrvßen

Unter 23orantritt von Frau Winifred Wagner, begleitet vvn Generalintendant Tietjen und Staatsrat Dr. Furtwängler hatte die gesamte Künstlerschaft der Bayreuther Festspielbühne am Vorabend die Grabstätten von Richard und Cosima Wagner aufgesucht, die sich in den Parkanlagen des Hauses Wanfried befinden, und ehrte durch Nie­derlegung von Kränzen das Andenken des Meisters und feiner Gemahlin. Anschließend folgten entspre­chende Ehrungen auf dem Bayreuther Stadtfried­hofe, wo das Grab von Siegfried Wagner, ferner die Gräber des ersten Dirigenten der Festspiele aus dem Jahre 1876, Dr. Hans Richter und seines Chordirektors Kniese, und bann die Gräber von Housten Stewart Chamberlain und Hans S ch e m m mit Kränzen geschmückt wurden. Dagegen bleibt die besondere Ehrung des Grabmals von Franz Liszt für den 31. Juli, seinen 50. Todestag, vorbehalten.

Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele an Frau WinifredWagner, Bayreuth, folgen­des Telegramm gesandt:Im geschichtlichen Augen­blick der Verbindung des Werkes Richard Wagners mit dem kulturellen Hintergrund der olympischen Idee grüßt der deutsche Sport Sie als Trägerin der großen Ueberlieferung.

Generalintendant Tietjen

zum preußischen Staatsrat ernannt.

Bayreuth, 19, Juli. (DNB.) Der preußische Ministerpräsident (Beneraloberrft Goring hat den Generalintendanten der Staatstheater, Heinz Tiet- j e n, der die Gesamtregie der Bayreuther Festspiele führt, in Würdigung feiner großen Verdienste zum preußischen Staatsrat ernannt.

in der Stadt aufhielten, wo ein Jahrmarkt ftatt» findet, begaben sich sofort nach Gibraltar zurück.

Telephonverbindung von London nach Gibraltar und Portugal unterbrochen.

London, 20. Juli. (DNB. Funkspruch.) Seit Mitternach ist die Telephonverbindung zwi­schen London und Gibraltar einerseits und zwischen London und ganz Portugal ander­seits unterbrochen. Die letzten Nachrichten aus Gibraltar besagen, daß die britische Postenkette an der spanischen Grenze von Gibraltar verdoppelt worden sei, und daß nur noch Flüchtlinge aus Spanien nach Gibraltar hereingelas- s e n würden. Britischen Staatsangehörigen sei der Uebertritt über die Grenze verboten worden.

Aufruf der Aufständischen in Sevilla.

Paris, 19. Juli. (DNB.) Nach einer Haoas- melöung aus Tanger ist die Verbindung mit Ceuta und den anderen Städten in Spanisch- Marokko unterbrochen. Vorn Sender Se­villa habe man die Nachricht aufgefangen, daß Ge­neral Conzales de Lliano in Sevilla die Militärgewalt übernommen und einen Auf­ruf an die Zivilbevölkerung gerichtet habe, sich d e n Soldaten anzuschliehen und für die Be­freiung zu kämpfen. Eine weitere Radiomeldung aus Sevilla habe angeordnet, die Grenze zu sperren, um gewisse politische Persönlichkeiten der Regierung nicht entkommen zu lassen.

Aus Bordeaux wird aemeldet, daß seit Sonn­tagmorgen 9 Uhr der Bahnverkehr von Spa­nien nach Frankreich ft i 11 g e I e g t sei. Der Schnellzug von Barcelona sei nicht eingetroffen.

Siegesmeldungen General Francos.

Paris, 19. Juli. (DNB.) Wie Havas aus lan­ger meldet, soll der Sender vvn Sevilla am Sonn- tagabend eine Mitteilung General Francos ver­breitet haben, wonach die Provinzen Andalusien, Valencia, Valladolid, Burgos und Aragon, die Ka­narischen Inseln und die Balearen mit allen ihren Garnisonen sich den Aufständischen ange­schlossen haben.

Telephon- und Telegraphenleitungen abgeschnitten.

Paris, 20. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter desFigaro" meldet von der französisch-spanischen Grenze, daß es den Fa­sch i st e n gelungen sei, zahlreiche Telephon- und Telegraphenleitungen abzu­schneiden und damit eine Verbindung der M a- drider Regierung mit dem Lande und den Provinzen unmöglich zu machen. Die auf- ständischen Generale seien im Besitz des Geheimcode, so daß sie auf diese Weise mit Hilfe der Sender mit den einzelnen Provinzen in Verbindung blieben.

Heftige Kämpfe in Spanisch-Barotto.

Paris, 19. Juli. (DNB.) Da Meldungen aus Madrid und anderen spanischen Städten in Paris nur sehr spärlich eintreffen und durchweg zen­siert sind, veröffentlichen die meisten Blätter Be­richte ihrer Sonderberichterstatter aus Tanger, Oran, Casablanca und anderen Städten Französisch-Ma­rokkos, sowie Meldungen von der spranisch-franzosi- schen Grenze.

Tanger, so erklärt der Sonderberichterstatter der Agentur Havas, sei vom übrigen M a - rokko isoliert. Der Autobusdienst in Richtung der aufständischen Zone sei unterbunden, ebenso der Fernsprechverkehr. Man schätze die Zahl der aufständigen Truppen auf 18 500. Die internationale Brücke von Tanger sei gesperrt. Unbestätigten Ge­rüchten zufolge befinde sich der Oberbefehlshaber der spanischen Truppen in Marokko in der Hand der Aufständischen. Ueberall fänden hartnäckige Kämpfe statt.

Der Sonderberichterstatter desMatin" meldet aus Casablanca, daß die dortigen französischen Behörden noch keinerlei Maßnahmen getroffen hätten. Man trage sich aber mit dem Gedanken, die Grenzen nach beiden Richtungen zu schließen. D i e Aufstandsbewegung gewinne immer mehr an Boden. Die Aufständischen seien in vier Fünfteln des Gebietes Herr der Lage. Zwei- Generäle der Regierungstruppen, darunter der Befehlshaber des Flugzeugstützpunk- tes von Nador, seien erschossen worden. Es be­stätige sich, daß General Franco, der Bruder des bekannten spanischen Fliegers, die Seele bj? r Aufstandsbewegung sei. Die Flugzeugsiutz- punkte Larache und T e t u a n seien im Laufe des Samstagabend von einer regierungs­treuen Fliegerstaffel bombardiert worden. Der Flugzeugabwehr der Aufständischen