Das erffe Reichsführerlager der Hitlerjugend.
Braunschweig, 19. Mai. (DNB.) Auf geschichtlichem Boden, Dem Rittersaal der Burg Dank- waroerode, wurde das erste Reichsführerlager der Hitler-Jugend feierlich eröffnet. Alle aktiven Bann- und Jungbannführer der gesamten deutschen Hitler-Jugend, insgesamt mehr als 900, waren angetreten. Beim Einmarsch von ihrem Lager am Kennelsack vor den Toren Braunschweigs in die Stadt wurden Fahnen und Führer von der Bevölkerung herzlich begrüßt. Ein Chorspiel, das die Zeit Heinrichs des Löwen verherrlichte, eröffnete die Feier. Ministerpräsident SS.- Gruppenführer Klagaes begrüßte die HI.-Füh- rer. Er zog eine Parallele von dem Umbruch, den Heinrich der Löwe für seine Zeit bedeutete, zu dem Umbruch, den Adolf Hitler in Deutschland durch den Nationalsozialismus herbeiführte.
Für den erkrankten Reichsjugendführer sprach der Stabsführer der Reichsjugendführung Hartmann- Lauterbacher. Der Nationalsozialismus knüpfe bewußt bei den Helden und großen Männern der deutschen Vergangenheit an. Die Hitler-Jugend habe sich immer in Ehrfurcht vor den Männern gebeugt, die ihr auch heute noch Sinnbilder der Kraft, der Zucht und der Treue seien. In dieser Stadt der Jugend solle die erste Akademie
furJuaendführung erstehen. Die Bedeutung, die die Hitler-Jugend Braunschweig zumesse, habe sie veranlaßt, das erste Reichsführerlager hierher zu legen. Es soll der Hitler-Jugend die Ausrichtung geben für ein ganzes Jahr harter, schwerer und damit auch schöner Arbeit!
Ueber dem Burghof war inzwischen die Dunkelheit hereingebrochen. Lodernde Fackeln der den Platz umsäumenden Braunschweiger Hitlerjugend tauchten die Häuserfronten in ein mattes Licht. Die Jugendführer aus dem Reich nahmen Aufstellung. Mit klingendem Spiel rückte der Musikzug des Gebietes Niedersachsen heran und wurde dem auf dem Balkon stehenden Stabsführer gemeldet. Dann erklang der große Zapfenstreich, der schließlich in die nationalen Lieder überging. Lodernde Fackeln auch an der Stelle, wo am 1. August 1932 der Student Axel Schaffeld für die Bewegung und den Führer sein Leben ließ. Auch hier hielten Hitlersunqen die Ehrenwache. Stabsführer Hartmann-Lauterbacher legte für die Reichsjugendführung einen Kranz nieder und verweilte einige Sekunden an der Todesstätte in stillem Gedenken. Dann marschierten in langen Kolonnen Deutschlands Jugendführer an der Stätte vorbei.
Die Kabinettsbildung in Frankreich.
Herriot lehnt die Uebernahme
P a r i s, 20. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das politische Tagesereignis war die Unterredung zwischen dem zukünftigen Ministerpräsidenten Leon Blum und Herriot. Der Sozialistenführer soll zunächst sein politisches Programm entwickelt und Herriot die voraussichtliche Zusammensetzung seines Kabinetts mitgeteilt haben, um schließlich dem ehemaligen Ministerpräsidenten das Außenminlsterium anzubieten. Herriot habe dieses Angebot a b - gelehnt, da er zwar mit den großen Richtlinien der von Blum beabsichtigten Außenpolitik einverstanden sei, dagegen zahlreiche Fragen des innenpolitischen Programms nicht billigen könne. Der Bürgermeister von Le Havre und ehemalige radikal- sozialistische Marineminister Leo Meyer äußerte, er sei zu erklären ermächtigt, daß Herriot seine Kandidatur für die Kammerpräsidentschaft aufstellen werde. In Kreisen der Volksfront glaubt man jedoch, daß Blum sich mit der Absage Herriots nicht zufriedengeben, sondern in den nächsten Tagen einen neuen Versuch unternehmen werde, um ihn von seinem Entschluß abzubringen. „Echo de Paris" will wissen, daß besonders von den Kommunisten und der Pariser Sowjetbotschast ein Druck auf Herriot ausgeübt werde, um ihn zur Uebernahme des Quai d'Orfays zu überreden, was man auch britischerseits sehr begrüßen würde.
Das „Petit Journal" hält es nicht für ausgeschlossen, daß Löon Blum, falls Herriot auch nach dem Zusammentritt des Vollzugsausschusses der Radikalsozialistischen Partei auf seiner Ablehnung beharren sollte, dem ehemaligen Ministerpräsidenten C haute m p s das Außenministerium anbieten werde. — Der „Jour" hält es nicht für ausgeschlossen, daß sich Blum nun an den bisherigen Staatsminister Paul B o n c o u r wenden werde, um chm die Uebernahme des Quai d'Orsays anzubieten, vorausgesetzt, daß Blum nicht s e l b st die Führung der französischen Außenpolitik übernehmen wolle.
des Außenministeriums ab.
Wachsende Mißstimmung gegen die kommunistische Taktik.
Paris, 20. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Bestrebungen Leon Blums, möglichst weite Kreise zur aktiven Mitarbeit an der künftigen Regierung heranzuziehen, und die Tatsache, daß sich sowohl die Kommunisten als auch der marxistische Gewerkschaftsverband der Uebernahme einer Mitverantwortung entziehen, andererseits aber doch eine mehr oder weniger weitgehende Kontrolle ausüben wollen, löst in breiten Kreisen Verstimmung aus. So schreibt „Homme Libre", daß die französischen Wähler derartige Methoden nicht gewünscht hätten, als sie ihre Stimme der Volksfront gaben. Frankreich habe die Erpressungspolitik gewisser Verbände und Vereinigungen satt, die nur ihre eigenen Interessen verträten und keine anderen Rechte hätten, als die, die sie sich selbst anmaßten. Man wisse sehr wohl, daß gerade diese langsame Schwächung der Zentralgewalt und die ausweichende Haltung gewisser Kreise zu den augenblicklichen Schwierigkeiten geführt hätten.
„Victoire" fragt, ob man es im Juni mit drei französischen Regierungen zu tun haben werde, auf der einen Seite das Kabinett Blum, auf der anderen die von den Kommunisten angekündigte Regierung der Massen, die durch die sogenannten Volksausschüsse gebildet werden soll, und schließlich die Regierung der m a r x i st i s ch e n Gewerkschaften, drei Regierungen und drei verschiedene Politiken, die sich bald durch den Konkurrenzgeist bekämpfen und die augenblickliche Unordnung nur noch verschlimmern würden.
Der „Ami du Peuple" stellte fest, daß die Volksfront zehn Tage vor dem Zusammentritt der neuen Kammer immer noch kein gemeinsames Programm gefunden habe. Es herrsche Ungewißheit über die Bildung der Regierung und Feindseligkeiten gegen die Anwesenheit gewisser Persönlichkeiten in dieser neuen Regierung.
Olympia-Empfang in London
Gemeinsame Arbeit
für den Gedanken des Friedens.
London, 20. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der britische Olympia-Ausschuß veranstaltete einen Empfang, an dem u. a. der englische Verteidigungsminister Jnskip und der deutsche Geschäftsträger Fürst Bismarck teilnahmen. Präsident Dr. L e w a l d sprach über die deutschen Vorbereitungen für die Olympiade. Er erklärte u. a.: Deutschland werde alles tun, um aus den olympischen Spielen eine große Kundgebung des Friedens au gestalten, nachdem sich die ganze Welt sehne, und dessen Aufrechterhaltung das Ziel aller Staatsmänner sei, deren Nationen an der Olympiade teilnehmen. Der durch das olympische Fest ausgedrückte Friedensgedanke sei im Herzen jedes Deutschen lebendig^
Der Verteidigungsminister Sir Thomas Jnskip sagte u. a., er hoffe, daß die olympischen Spiele in Berlin das Ergebnis hätten, seine Stellung zu einem Ruheposten zu machen. Wenn es ihm und dem deutschen Geschäftsträger überlassen wäre, die Angelegenheiten im Geiste dieser Veranstaltung zu regeln, dann könnten sie das sehr schnell tun. Der deutsche Geschäftsträger möge in seinem nächsten Bericht darauf Hinweisen, daß sehr viele Herzendem deutschen Volke entgegen» schlügen und daß die Engländer wünschten, Vergangenes vergangen sein zu lassen und zusammen zumarschieren in dem Willen, in dem die Hoffnung der Nachwelt liege.
Der den Vorsitz führende Lord Portal erklärte, eine wundervolle Nation biete ihre Gastfreundschaft an und garantiere, daß jeder Mitwirkende fair behandelt werde. In diesen Tagen internationaler Unruhen und Konflikte habe' man gelernt, daß es das beste sei, daß die Völker miteinander bekannt würden. Der König hatte ein Telegramm folgenden Inhalts gesandt: „Ich vertraue darauf, daß keine Mühe gescheut wird, die Ueberlieferung des britischen Sports durch unsere erwählten Vertreter in Berlin aufrechtzuerhalten."
Der Lustverkehr.
Englisches Lob für die deutschen Luftschiffe.
London, 19. Mai. (DNB.) Im Unterhaus wurde der Antrag auf Gewährung einer Unterstützung für die britische Luftfahrtgesellschaft „Imperial Airways" behandelt. Der Luftfahrtminister Sir Philipp S a s s o o n erklärte, der Zweck der Unterstützung sei, daß der wirtschaftliche Luftverkehr die größtmögliche Anzahl von Personen und Gütern befördern könne. Die Unterstützung verfolge weiter den Zweck, eine Verkürzung der Flugzeiten herbeizuführen, die Häufigkeit der Beflie- gung der Strecken zu vermehren und schließlich es zu ermöglichen, daß sämlliche Post innerhalb des britischen Weltreiches zu einem Satz von IV2 Penny für eine halbe Unze (14 Gramm) befördert werden könne. Dies alles hoffe die Regierung mit einer jährlichen Unterstützung von 600 000 Pfund zu erzielen.
Der konservative Abgeordnete Hauptmann Guest, ein früherer Luftfahrtminister, lobte hierauf das neue deutscheLuftfchiff „Hindenburg", an dessen Flug er als Passagier teilgenommen habe. Es habe ihn einen beträchtlichen Aufwand an Mut gekostet, um an Bord zu gehen, er habe sich aber gesagt, wenn der „Graf Zeppelin" 60 Uederfahrten gemacht habe, würde die Ueberquerung des Atlantik durch den „Hindenburg" bei seiner zweiten Fahrt wohl auch sicher sein. Die Deutschen hätten in den letzten Jahren mit Mut und Geld etwas hergestellt, wovon man in England bis zu diesem Tage sich nicht habe träumen lassen. Die Deutschen hätten jetzt
zweifellos ein Verkehrsmittel für den Passagier- und Güterverkehr, das er eher auf der nordatlantischen Route benützen würde, als irgendein Flua- zeug. Großbritannien, das so reich sei, solle diefv- Art des Luftverkehrs, die es gestatte, 100 Personen innerhalb von 36 Stunden von Neuyork nach Irland zu befördern, und zwar mit jedem denkbaren Komfort, ohne Erschütterungen irgendwelcher Art, und ohne Maschinenlärm, sich nicht entgehen lassen. Wenn Hindenburg" in Croydon gelandet wäre, so würde die Reise nach Amerika nur 40 Stunden gedauert haben. 36 Stunden mit dem Wind und 40 Stunden gegen den Wind, und dazu 100 Passagiere an Bord, sei wahrhaft eine aufsehenerregende Lei st un g. Es wäre wünschenswert, wenn das Luftministerium der Frage des Luftschiffes größere Aufmerksamkeit schenke.
Sir Samuel Hoare unterstützte hierauf den Antrag des Luftfahrtministers. Er wies darauf hin, daß man in Großbritannien der Entwicklung der Luftschiffe mehr Aufmerksamkeit geschenkt haben würde, wenn es nicht so viele Kritik im Parlament gegeben hätte. Man solle nicht denselben Fehler mit der Imperial Airways" wiederholen.
Der englische Versicherungsskandal.
London, 20. Mai. (DNB. Funkfpruch.) In London waren Gerüchte im Umlauf, daß der Kolonialminister Thomas, der im Mittelpunkt der gerichtlichen Untersuchung über den Versicherungs- skandal stand, zurückgetreten sei. Don zuständiger Seite wurde jedoch erklärt, daß diese Gerüchte nicht zuträfen. Thomas, der sich zur Erholung aufs Land begeben hatte, wird voraussichtlich der heutigen Wochensitzung des Kabinetts beiwohnen.
Dem die Untersuchung führenden Richter wurde ein Bericht über die Vermögensverhältnisse des Ministers eingereicht, über dessen Inhalt jedoch nichts mitgeteilt wurde.
Der Zeuge W a t e r 10 n wurde befragt, wie er zu der Vermutung gekommen sei, daß die Einkommensteuer um drei Pence erhöht werden würde. Er erklärte, daß er das irgendwann im G e - s p r ä ch gehört habe, wie er glaube, an der Börse. Er bestätigte, daß er den Tip von Mr. Eves erhalten habe, einem anderen Freunde des Ministers Thomas, und daß er ihn an den Makler Fergottis weitergegeben habe. Thomas habe man bei diesen Gesprächen anfangs nicht in Zusammenhang mit. dem Tip gebracht. Er sei jedoch auf den Gedanken gekommen, daß die Angelegenheit mit Thomas zusammenhängen müsse.
Eves bestritt, davon gesprochen zu haben, daß die Einkommensteuer um 3 Pence erhöht werden würde. Als Rechtsberater für Sir Alfred Bätes sei er aber bei dem Kauf des Hauses tätig gewesen, das für den Minister Thomas bestimmt war.
Der Rechtsanwalt Dr. Hearn sagte aus, daß Fergottis, einer der Versicherungsmakler, ihm erklärt habe, daß man in Versicherungsgeschäften „viel Geld machen" könne. Er fei in der Lage, Mitteilungen von einem Kabinetts- Mitglied zu erhalten und habe den Namen des Ministers Thomas genannt.
Sir Alfred Bates erklärte auf die Frage, wie er die Erinnerungen des Ministers Thomas habe veröffentlichen wollen, die (Erinnerungen sollten in der Zeitschrift „The Leader" (einer Wochenzeitschrift, die in der Hauptsache Voraussagen über die Ergebnisse von sportlichen Ereignissen gibt, um damit das Abschließen von Wetten zu erleichtern) erscheinen. Er habe die Absicht gehabt, den „Leader" umz u stellen. Als der Richter fragte, was für Autoren denn bisher den „Leader" geschrieben hätten, erregte dies stürmische Heiterkeit.
©$Jeden Wetterwechsel bekommt auch die Zigarette zu spüren GWarme und Trockenheit nehmen ihr die Frische und lassen zugleich das Aroma verdunstenWenn auch an kühlen Regentagen der Feuchtigkeitsgehalt vorübergehend wieder zunehmen kann,so bleibt dennoch der einmal entflogene Duft für immer verloren. Deshalb schützen wir unsere Zigaretten vor allen Witterungseinflüssen durch abgedichteteTROPEN- Packungen und erhalten ihnen-dank dieserXbrsorge-
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