Aus aller Welt.
Eine Ausstellung
für Arbeitsschutz in Frankfurt.
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz wird aus dem Frankfurter Festhallengelände eine Ausstellung für Arbeitsschutz eröffnet, die als eine ständige Ausstellung in Frankfurt a. M. bleiben soll. Man stellt in den Mittelpunkt der Schau das „Wunder- Kraftwerk" Mensch, zeigt, was der gesunde Mensch zu leisten vermag, wie sich die Arbeitsprozesse auswirken und wie sein Körper reagiert. Die Erhaltung der Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit wird in den Vordergrund gestellt. So ist es selbstverständlich, daß man auf die Bedeutung einer richtigen Berufswahl, einer der körperlichen Verfassung entsprechenden Arbeitsweise und einer vernünftigen Gestaltung der Freizeit und des Pri- v a t l e b e n s hinweist, um andererseits die Gefahren zu veranschaulichen, die dem Menschen bei seiner täglichen Arbeit bedrohen. Um dem Besucher klarzumachen, wie verheerend die Auswirkungen des Lärms auf den Menschen und seine Gesundheit sind, lernt er durch eine Schallplatte eine wahre Lärmskala kennen, die dadurch entstand, daß man in den verschiedensten Betrieben Lärmaufnahmen machte. Eine sinnvolle Vorrichtung gestattet es, jeweils festzustellen, wie ftarf dieser Lärm ist und bis zu welchem Grad er noch von dem Menschen ausgehalten werden kann. Die Ausstellung zeigt dann die Ernährung und ihre Auswirkung, den Selbstschutz des gesunden Körpers, die Auswirkungen der Temperaturen und des Luftdrucks auf den Körper, die Jnfektionsmöglichkeiten, die Gifte und ihre Auswirkung, die verschiedenen Arbeitsformen und die natürliche Berufseignung. Weitere Abteilungn beschäftigen sich mit dem Arbeitsschutz und der ersten Hilfe bei Unfällen.
Hinrichtung einer Mörderin.
Die 1905 geborene Anna Grosche aus Hergisdorf, die am 29. Januar dieses Jahres vom Schwurgericht in Halle wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war, ist in Halle hingerichtet worden. — Anna Grosche hat am 4. April 1935 in einem Wald bei Hergisdorf die Wirtschafterin Anna Bräuer aus eigensüchtigen Beweggründen durch einen Mittäter ermorden lassen, der vor seiner Verhaftung Selbstmord begangen hat.
Verbrechen gegen das Blutfchußgeseh.
L P D. Das Sondergericht München verurteilte am Donnerstag den 25 Jahre alten Juden Manfred Joseph aus Gießen wegen zweier fortgesetzter Verbrechen gegen das Blutschutzgesetz und eines fortgesetzten Vergehens des Betrugs zu insgesamt drei Jahren Zuchthaus abzüglich fünf Monate Untersuchungshaft sowie zu fünf Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte, der schon vorbestraft und wegen seiner psychopathischen Veranlagung und Neigung zu Verschwendung entmündigt ist, hat nach der Machtergreifung durch die NSDAP, sein Judentum zu verbergen gesucht und zu diesem Zweck den Namen Karl Heinz Manfred angenommen. Unter diesem falschen Namen drängte er sich an Parteikreise und deutschblütige Mädchen heran und erschlich sich unter Verschweigung seiner jüdischen Abstammung sogar den Eintritt in die Deutsche Arbeitsfront. Auch nach dem Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze hat er noch mit zwei deutschen Mädchen in rasseschänderischer Weise verkehrt und sich dabei als langjähriger Parteigenosse und Sturmführer ausgegeben. Seit Mitte 1935 betätigte er sich unter seinem falschen Namen als Versicherungsinspektor und schädigte durch Ine unberechtigte Einziehung von Prämien und Darlehensrückzahlungen die Gesellschaft bzw. die Versicherten um mehrere hundert Mark. In der
Verhandlung zeigte der Jude ein äußerst freches und herausforderndes Benehmen. Er war sogar so schamlos, seine jüdische Abstammung zu bestreiten, indem er seine Mutter des Ehebruchs mit einem Christen bezichtigte.
Glücksräder mit elektrischem Antrieb.
Der Beginn der bevorstehenden 48. Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie bringt für alle Spieler eine beachtenswerte Neuerung. Die Glücksräder werden künftig elektrisch angetrieben. Bisher wurden die Räder zum Zwecke des Mischens von Beamten durch Handbetrieb gedreht. Die Elektrifizierung macht es möglich, sowohl das Nummernrad als auch das Gewinnrad beliebig vorwärts und rückwärts zu drehen. Das Mischen wird nach wie vor nach je 100 gezogenen Nummern vorgenommen. Interessant ist die Feststellung, daß das Nummernrad ein Leergewicht von 12 Zentnern und nach Einschüttung der 400 000 Nummernröllchen ein Gewicht von etwa 15 Zentnern hat. Die Neuerung wird erstmalig bei der öffentlichen Einschüttung am 19. Oktober und bei der öffentlichen Ziehung der 1. Klasse am 20. und 21. Oktober in Tätigkeit gesetzt werden.
Deutschland—Brasilien in 40 Stunden.
Die Lufthansa-Flugzeuge brachten die am 15. Oktober, morgens in Frankfurt a. M. ab- gefertigte Südamerikaluftpost in 40 Stunden nach Brasilien. Der Dornier-Wal, der den Flug über den Atlantik ausführte, erreichte bereits am Freitagabend, nach 40 Stunden also, Brasilien.
In zwei Jahren Flugzeugverkehr über den Stillen Ozean.
Der Präsident der Panamerican Airways, der zur Zeit in Honolulu weilt, teilte mit, es sei geplant, in etwa zwei Jahren Clipper-Flugzeuge mit Schlafkabinen in den D i e n st über den Stillen Ozean zu stellen. Sechs Maschinen seien bereits in Auftrag gegeben. Aus anderer Quelle verlautet hierzu, daß die neuen Clipper-Flugzeuge eine Spannweite von 50 Meter hätten und 350 Stundenkilometer Geschwindigkeit erreichen würden. Die geplanten Maschinen, die, wie es heißt, in den Bowing-Werken in Seattle her- gestellt werden, sollen doppelt so groß wie die bisher benutzten Clipper-Flugzeuge sein.
Ein krebsforfcher wegen Betruges und Wuchers angeklagt.
Vor der Großen Strafkammer in Heidelberg be= ' gönn die Verhandlung gegen den 68 Jahre alten Dr. Josef Wetterer aus Gengenbach wegen B e- t r u g s und Wuchers und gegen seine 63jährige Ehefrau wegen Beihilfe zu diesem Verbrechen. Nach beendetem Studium hatte Wetterer sich in Mannheim als praktischer Arzt niedergelassen. Immer mehr wandte er sich der Krebsforschung zu. Seine Methode fußte auf der Dauerbehandlung, er veröffentlichte auch mehrere Werke über Radiumtherapie. Schon während seiner Mannheimer Zeit ttfurben gegen Dr. Wetterer mehrere Verfahren wegen Betrugs eingeleitet. Man mußte jedoch alle wieder fallen lassen, weil die subjektive Seite des Betrugs sehr schwach nachzuweisen war..
Aus der Fülle der Fälle, in denen sich Dr. Weiterer nach Ansicht der Anklagebehörde Verfehlungen hat zuschulden kommen lassen, wurden nur die krassesten vorgebracht. Es wird ihm zur Last gelegt, daß er Krebskranke veranlaßte, sich einer Radium- Kur zu unterziehen und unter bewußter Ausnutzung ihrer Unerfahrenheit viel zu geringe Radiummengen auflegte. Zahlreichen anderen versprach er Besserung oder Heilung, obwohl er wußte, daß es sich um aussichtslose Fälle handelte. Dann wieder behandelte er ganz harmlose Fälle als krebsverdäch- tig, um die Patienten für hohe Honorare in feine Behandlung zu bringen. Zu Beginn ließ sich der Angeklagte über seine wissenschaftlichen Ansichten und Arbeiten und über die „invidia collegialis“
aus, die ihn allein auf die Anklagebank gebracht hätte. Er habe noch keinen Menschen betrogen oder bewuchert. Im Gegenteil, er habe viele Arme kostenlos behandelt. Der Angeklagte bezeichnete alle, die nach anderen Methoden arbeiten, als Nichtskönner, die sein Werk zu sabotieren suchen.
30 Tote, 300 Verwundete bei den Unruhen in Bombay.
Die Unruhen in Bombay nahmen in den letzten Tagen eine sehr ernste Wendung. Es wurden 16 Personen getötet und 160 verwundet. Die Gesamtverlustziffer seit dem Ausbruch der Kämpfe beläuft sich auf 30 Tote und über 300 Verwundete. Nach einer Reutermeldung handelt es sich um organisierte Unruhen. Die Mohammedaner und Hindus kämpften nicht nur gegeneinander, sondern gingen verschiedentlich auch gegen die Polizei vor, die zwölfmal an den verschiedensten Stellen auf die Menge feuerte. 30 Personen wurden verhaftet. Die Kämpfer benutzten Messer, Knüppel, Flaschen und Steine als Waffen. Von den Verletzten wurden viele mit schweren Stichwunden in die Krankenhäuser eingeliefert. Die Menge plünderte mehrere Läden.
Waldbrände in Aordkalifornieu.
Im Norden Kaliforniens wüten neue große Waldbrände, die bereits zu riesigen Schäden geführt haben. Die Bergorte Standard-City und Soulsbyville sind von brennendenWäldern eingeschlossen. Zahlreiche Häuser sind den Flammen schon zum Opfer gefallen. Die Einwohner der Städte find durch den Flammentzürtel geflüchtet. Drei Personen kamen habet ums Leben.
Kraftwagen vom Personenzug überrannt: drei Todesopfer.
An der Eisenbahnstrecke Lauenburg—Bütow ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall, der drei Todesopfer forderte. Der fahrplanmäßige Hersonenzug aus Bütow erfaßte kurz vor Lauenburg an dem unbeschrankten Bahnübergang bei der Siedlung Rehhorn einen mit mit vier Personen besetzten Kraftwagen und schleifte ihn etwa 60 Meter weit mit. Aus dem völlig zertrümmerten Wagen konnten der Molkereiverwalter R e t t k e aus Vietzig, sein 17 Jahre alter Sohn sowie dessen Freund, der ^jährige Heinz Besser aus ßauenbura nur als Leichen geborgen werden. Der vierte Insasse, der Lehrer Franke aus Schlawe, wurde in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus gebracht.
Vier Fischer bei Island ertrunken.
Unweit der isländischen Küste wurde ein kleines Motorboot aufgefunden, das halb unter Wasser lag. Im Boot fand man die Leiche eines Fischers. Die Untersuchung hat keine Klarheit über den Hergang des Unglücks ergeben. Das Boot war mit vier Fischern zum Fang ausgefahren. Von den übrigen drei Besatzungsmitgliedern fehlt jede Spur.
60 Tote bei einem Eisenbahnunglück in Columbien.
Auf der Eisenbahnstrecke von Bogota nach Puerto Llevano (Columbien) ereignete sich in der Nähe von Alban ein schweres Eisenbahnunglück. Drei Wagen eines Militärzuges stürzten in einen Abgrund. Bisher wurden 60 Tote und zahlreiche Verletzte geborgen.
Schweres Vergwerkunglück in Südjapan.
Die japanische Agentur Domei meldet ein schweres Grubenunglück in Fukuoka in der südjapanischen Provinz Kiuschu. Von 105 eingefahrenen Bergleuten konnten bisher 46 geborgen werden. Man befürchtet, daß 59 Bergarbeiter u m g e k o m- men seien. Bisher wurden 19 Tote festgestellt.
Kunst und Wissenschaft.
„Das Volk lebt im Buch?"
Zum dritten Male widmet das nationalsozialistische Deutschland eine Woche des Jahres dem deutschen Schrifttum. Am 25. Oktober wird Reichsminister Dr. Goebbels in Weimar die „Woche des deutschen Buches 1936" eröffnen. Die große kulturelle Aufgabe der Buchwoche wurde auf
einem Presieempfang dargelegt. Der Geschäftsführer der Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Bucha Werbung, Reinhart, nannte die Woche des deutschen Buches einen Höhepunkt der sich über das ganze Jahr erstreckenden Arbeit der öffentlichen Buchwerbung. Der Vizepräsident der Reichsschrifttumskammer Ministerialrat Dr. Wismann sagte u. a.: Das oberste Ziel der nationalsozialistischen Buchwerbung ist der Brückenschlag zwischen dem Buch als einem der köstlichsten Kulturgüter der Nation und den breiten Massen des Volkes, die dieses Gutes bisher nicht teilhaftig werden konnten. Neu in der diesjährigen Buchwoche ist die Ausstellung, die in mehr als 70 Städten mit dem gleichen Buchbestand stattfinden und als eine Art von Leistungsschau einen Querschnitt durch das verlegerische und schriftstellerische Schassen des Jahres bieten soll. Unsere Parole lautet, wie im vergangenen Jahr: Mit dem Buch ins Volk!
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Der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns I v h st, erläßt folgenden Aufruf zur „Woche des Deutschen Buches 1936": In der „Woche des Deutschen Buches" ergeht an jeden einzelnen in unserem Volk der Ruf, im Schrifttum unsere Zeit, ihre Gaben, ihre Aufgaben und ihre großartige Schönheit zu begreifen. Für uns Deutsche waren seit jeher Werktage und Festtage auch Tage mit Büchern! Unsere neue Gemeinschaft hat uns gelehrt, die Liebe zum deutschen Buch gemeinsam zu bekennen; was nur noch Sache des einzelnen schien, wieder zum Erlebnis des ganzen Volkes zu machen! So ist unser Bekenntnis zum Buch zugleich ein Programm: Alle zum Buch Berufenen und alle vom Buch Gerufenen erneut zusammenzuführen!
Zur Eröffnung der Woche des Deutschen Buches 1936 veranstaltet die Reichsschrifttumskammer am Sonntag, 25. Oktober, in Weimar eine Weltkund- gebung. Nach Anfvrachen des Reichsstatthalters Gauleiter Sauet ei und des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns I o h st, wird Reichsminister Dr. Goebbels zum deutschen Volk sprechen. Die Kundgebung wird als Reichssendung übertragen und im ganzen Reich von der Hitlerjugend veranstalteten Morgenfeiern übernommen.
Kleine politische Nachrichten.
Auf Einladung des Reichsministers Dr. Frank, wird der italienische Justizminister, Exzellenz S o l m i, an der Jahrestagung der Akademie für Deutsches Recht teilnehmen. Exzellenz Solmi wird über die deutsch-italienische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Rechts sprechen.
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Der seinerzeit aus politischen Gründen von seinem Amt entfernte Ordinarius für Chirur- g i e an der Grazer Universität, Dr. Peter Walz l-W i e f e n t r e u, wurde dort wieder eingesetzt.
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König Eduard VIII. empfing am Freitag den Innenminister Sir John Simon und anschließend den neuen Botschafter der Madrider „Regierung", Don Pablo de Azca- rate, der in Begleitung des Außenministers Eden erschien. ♦
Der Oberbefehlshaber der britischen Mittelmeerflotte hat die g r i e ch i s ch e F l o 11 e zu einem Besuch Maltas eingeladen. Eine gleiche Einladung hat vor kurzem auch die türkische Flotte erhalten.
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In Davos, wo er sich zur Kur aufhielt, verschied Ras Nassibu, ehemaliger abessinischer Heerführer und Stammesfürst.
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Der französische Luftfahrtminister hat auf Grund des von der Volksfrontregierung durchgebrachten Gesetzes die Verstaatlichung der für die Landesverteidigung arbeitenden Flugzeug- und Motvrenfabriken beschlossen.
Von langwieriger Erkältung befreit!
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