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Nr. 64 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Montag,.März 1936

Artillerisien-Treffen in Gießen.

Eindrucksvolles Bekenntnis zum Führer, Vaterland und der deutschen Artillerie.

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Wenn alte Soldaten sich treffen, so ist das für sie immer ein Erlebnis, das noch lange in ihren Herzen nachklingt. Da werden Erinnerungen aus der gemeinsamen Dienstzeit ausgetauscht, da werden Erlebnisse der Jugendjahre wieder lebendig, der Blick richtet sich aber auch auf die Zeit des ge­waltigen Geschehens zurück, das die alten Soldaten im Weltkrieg auf allen Kriegsschauplätzen miter­lebten. So war es auch beim gestrigen Treffen der ehemaligen Artilleristen aus allen Teilen der Provinz Oberhessen und aus den preußi­schen Nachbargebieten in Gießen.

Rund 1000 alte Artilleristen hatten sich zu diesem Waffentag in Gießen eingefunden. Gegen 9 Uhr hatte sich der größte Teil der alten Soldaten am Bahnhof versammelt, von wo aus bei flotter Marschmusik des Artillerie-Trompeterkorps von Fulda und unter Dorantritt einer Abteilung unserer Gießener Artillerie-Garnison der Marsch zum Os- waldsgarten erfolgte. Hier kamen noch viele weitere Kameraden hinzu, so daß ein großes Viereck in drei Gliedern aufgestellter alter Soldaten zu sehen war. In sinniger Weise hatte man von feiten des Veranstalters, des Artillerie-Vereins Gie­ßen, auch nicht versäumt, die in Gießen noch lebenden vierbeinigen Kriegskameraden, verdiente Veteranen unter den Pferden, an der Spitze des Zuges mit einzugliedern.

Nach der Formierung der Teilnehmer wurde der Marsch durch die Stadt angetreten. Mit dem Trom­peterkorps der Fuldaer Artilleristen und der Ehren­abteilung unserer Gießeyer Artillerie an der Spitze, dann die Fahnen der Vereinigungen alter Soldaten in Gießen, ging es von Oswaldsgarten aus durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Selters- weg, Hindenburgwall, Bleichstraße, Ludwigstraße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, zunächst zu der Truppen- Unterkunft in den Eichgärten. Hier hatten die alten Krieger Gelegenheit, einer außerordentlich inter­essanten Waffen-Vorführung beizuwohnen. Was die jungen aktiven Kameraden dieser Waffe bei dieser Gelegenheit zeigten, verfehlte seinen starken Eindruck auf die alten Soldaten nicht und fand sowohl durch den Mund des Kameradschaftsführers des Artille­rie-Vereins Gießen, Kamerad Müller, wie auch in den Aeußerungen vieler alter Soldaten die wohlverdiente aufrichtige Anerkennung und den gebührenden herzlichen Dank. Als äußeres Zeichen dafür überreichte Kamerad Müller am Schlüsse der Vorführungen dem Kompanie-Chef, Hauptmann Stumps, zur Ausschmückung der Kaserne ein Bild, das in packender Weise eine Episode aus dem Kampfe der Artillerie an der Somme im Jahre 1916 darstellt. Mit Dankesworten nahm Haupt­mann Stumpf diese Ehrengabe für seine Truppe in Empfang. Nachdem die alten Kameraden sich noch die Waffen und Fahrzeuge dieser Truppe angesehen hatten, wurde der Marsch fortgesetzt.

Um die Mittagsstunde war die Artillerie-Kaserne der Schauplatz des Artilleristen-Treffens. Mit einem Vorbeimarsch vor den Fahnen waren die alten Soldaten in die Kaserne eingerückt. Dann wurde sofort in offenem Viereck auf dem Kasernenhof auf­marschiert. Der Leiter des Artilleristen-Tags und Führer des Artillerie-Vereins Gießen, Kamerad Müller, hielt hier eine kurze Ansprache an die Kameraden, in der er zunächst an die Zeit ihres Militärdienstes in den Friedensjahren erinnerte und dann auf die gemeinsamen Jahre des Kampfes und des Ringens an allen Fronten des Krieges hinwies. Mit Nachdruck betonte er dabei, daß wir heute zu unserer Freude nicht mehr das deutsche Volk von 1918 sind, sondern wiederum wie 1914 einig und geschlossen zusammenstehen, auch nicht mehr von unzähligen Parteien regiert werden, sondern der Frontkamerad Adolf Hitler als Führer des deut­schen Volkes auch der Mann des vollen Vertrauens der alten Soldaten ist. Diesem Manne und Front­kameraden folgen die alten Krieger in soldatischer Treue und mit voller Hingabe für sein großes Werk, das Deutschland heißt. Diese treue Gefolg­schaft zu bekunden, sei auch der tiefste Sinn und die stärkste Bedeutung dieses Artilleristen-Tages, der zugleich ein Ausdruck der innigen Volksgemein­schaft darstelle. Mit Begeisterung stimmten die alten Soldaten und die jungen Kameraden des ak­tiven Dienstes in den dreimaligen Sieg-Heil-Ruf auf den Führer des deutschen Volkes und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler ein. Hierauf wurde zum gemeinsamen Mittagessen tn der Kaserne und zur Besichtigung der Kasernenein­richtungen weggetreten.

Am 'Nachmittag ging es dann m geschlossenem Marsch von der Artillerie-Kaserne zum Cafe Leib, dellen Saal im Handumdrehen bis zum allerletzten Plätzchen besetzt war. Hier verlebten die Kameraden einige schöne Stunden des in echtem Soldatengeiste aehaltenen kameradschaftlichen Beisammenseins. Das Trompeterkorps der Fuldaer Artilleristen erfreute mit guter Musik, die mit Recht starken Beifall fand. Nach dem Einbringen der Fahnen begrüßte Ka­meradschaftsführer Müller die hier versammelte große Gemeinschaft der alten Soldaten, insbeson­dere die Ehrengäste und die Kameraden von der Gießener Artillerie-Abteilung. Mit berechtigtem Stolze wies er sodann auf die vorbildliche Kame­radschaft hin, die von jeher unter den Artilleristen den Soldaten mit dem schwarzen Kragen, geherrscht hat. Hierauf wurde in würdiger Weise der ge­

fallenen Kameraden gedacht und ihr unvergeßliches Fortleben im Geiste der alten Soldaten erneut be­kräftigt. Kam. Müller hob dann hervor, daß die alten Soldaten, die sich in kameradschaftlichen Ver­einigungen zur Pflege der besten Tugenden des deutschen Soldatentums zusammenfanden, sich nie­mals die Gesinnung zu eigen machten oder ihr folgten, die in dem Deutschland der November-Re­volte von 1918 entstand und dann herrschend war, sondern daß die Vereinigungen der alten Solda­ten sich in jenen Jahren immer als Keimzelle der Kameradschaft und der Volksgemeinschaft gefühlt haben und das auch weiterhin bleiben wollen. In der Treue zum deutschen Vaterland und seinem Führer lassen sich die alten Soldaten, die einst dieses deutsche Vaterland der Ehre und der Treue gegen eine Welt von Feinden verteidigten, von nie­mand übertreffen. Kamerad Füller verwies so­dann auf das dem Führer oes deutschen Volkes Adolf Hitler am Nachmittag erneuerte Treu­gelöbnis der alten Soldaten und schloß hierauf seine Ansprache bei diesem Zusammensein mit dem star­ken Bekenntnis der treuen Verbundenheit zu der alten Waffe, der deutsche Artillerie. Begeistert er­klang darauf das dreimalige Hurra auf die deutsche Artillerie.

Anschließend gab Kamerad Müller schriftliche bzw. telegraphische Grüße des Abteilungskomman­deurs Hauptmann Welte, des Führers des Waf­fenrings der deutschen Artillerie General a. D. von Matter, des Generalleutnants a. D. v. Kl ein- fchmitt, des Leiters der NSKOV. in Gießen Kam. H a l b r o t h und des Obersten G u l l - mann bekannt.

Die weiteren Stunden waren der frohgestimmten kameradschaftlichen Unterhaltung gewidmet. Dabei wurde auch von Photographenmeister Pfaff (Photo- Pfaff), Gießen, eine große Reihe von Lichtbildern vorgeführt, die den Einzug unserer Gießener Ar­tillerie im vorigen Jahre, Episoden aus dem Dienst dieser Abteilung, und eine ganze Anzahl Ausschnitte aus dem Verlauf des jetzigen Artilleristen-Tages zeigten. Die Bilder wurden mit starkem Interesse ausgenommen.

Der gestrige Artilleristen-Tag tn seiner Gesamt­heit wird allen Teilnehmern noch lange in schönster Erinnerung bleiben, denn er wurde für die alten Soldaten das, was er nach dem Willen des Artil­lerievereins Gießen werden sollte: ein starkes Er­lebnis!

Links oben: Kame­radschaftsführer Müller (Gießen) überreicht den aktiven Kameraden, als äußeres Zeichen der Ver­bundenheit der alten mit den jungen Soldaten, ein Erinnerungsbild.

Rechts oben: Pferde, die den Weltkrieg mit­machten, marschierten als treue Kameraden im Fest­zuge mit. Zum Zeichen, daß man auch ihrer ehrend gedachte, wurden sie mit Kränzen und Blu­men geschmückt.

Nebenstehend: Der Einmarsch der ehemaligen Artilleristen zur Besichti­gung der neuen Artillerie­kaserne.

(Aufnahmen [3]:

Photo-Pfaff, Gießen.)

Aus Oer provinzialhaupistadi

Nauchen verboten!

Wenn irgendwo dieses kurze Verbot zu lesen ist, so kann man sicher sein, daß es im allgemeinen nicht aus Rücksicht auf Nichtraucher erfolgt. Es hat immer nur den Sinn, zu verhüten, das Men­schen und andere Lebewesen oder Dinge durch die Handhabung mit offenem Feuer in Gefahr kommen. Das weiß oder fühlt auch jeder, und deswegen unterbleibt der Griff nach der Zigarettentasche oder nach Pfeife und Feuerzeug. Oder ist die Enthaltsam­keit noch auch auf andere Ueberletzungen zurückzu­führen? Es scheint fast so, denn überall, wo eine Kontrolle kaum zu erwarten ist oder schon auf große Entfernungen erkennbar wird, kehrt sich ein Teil der Tabakliebhaber leider nicht an das Rauch­verbot, selbst wenn es noch so deutlich sichtbar ge­macht ist und intzallen Zeitungen darüber geschrie­ben steht:Vom 1. März bis zum 31. Ok­tober ist das Rauchen im Walde ver­böte n." Es steht einwandfrei fest, daß die Mehr­zahl der Waldbrände, die alljährlich das deutsche Volksoermögen aufs schwerste schädigen, der Un­achtsamkeit und dem Leichtsinn beim Umgang mit Feuer zuzuschreiben ist. Und da wir es uns nicht leisten können, wertvollsten Rohstoff für unsere Wirtschaft in Rauch und Flammen aufgehen zu lassen, ganz abgesehen von all den anderen wich­tigen Aufgaben des lebenden Waldes, so ist das Verbot, ini Walde mit offenem Feuer zu hantieren, notwendig und muß selbstverständlich befolgt wer­den.

Was soll denn das, hier in der freien Luft das Rauchen zu verbieten?!" Man hört richtig den un­vernünftigen Volksgenossen, der sich vor der Ver­botstafel nun erst recht einen neuen Glimmstengel ins Gesicht pflanzt und das brennende Streichholz achtlos ins trockene Gras fallen läßt. Gerade so wird es gemacht, um den schönsten Waldbrand in Gang zu setzen. Es braucht nicht mehr dazu, als ein brennendes Streichholz oder einen glimmenden Stummel. Und gerade die Frühjahrsmonate sind neben den heißen Wochen des Sommers am aller­gefährlichsten, weil die abgestorbene, trockene Dor- jahrsvegetation leicht entflammbar ist und das Feuer sich schnell ausbreiten läßt. Es ist selbstver­ständlich, daß auch das Anfachen von Feuern zum Abkochen ober irgendwelchen anderen Zwecken ver­boten ist und unter Strafe steht. Das Ziel, dem Deutschland zumarschiert, die weitestgehende Un­abhängigkeit seiner lebensnotwendigen Versorgung von fremden Ländern, kann nur erreicht werden, wenn jeder einzelne Volksgenosse nicht nur an seiner Stelle mithilft, sondern überall den notwendigen

Anordnungen Verständnis entgegenbringt. Dann wird er auch den ungeheueren Wert des deutschen Waldes für Volk und Wirtschaft erkennen lernen und begreifen daß dieses wertvolle Gut mit allen Mitteln vor Schäden gehütet werden muß.

Äornotizen.

Tageskalender für Montag.

NSDAP.: Ab 20 Uhr Gemeinschaftsempfang der Führerrede in Frankfurt a. M. in allen Gaststätten unserer Stadt. Die Bekanntmachungen der Orts­gruppen in unserem heutigen Blatte seien der be­sonderen Beachtung dringend empfohlen. Gloria- Palast, Seltersweg:Die Ammenkönig". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Der Herr ohne Woh­nung". Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Richard Geßner (Düsseldorf).

Klavierabend Kuhlmann fällt aus.

Der für heute abend vorgesehene Klavierabend von Georg Kuhlmann fällt aus Anlaß der Uebertragung der Führerrede aus. Die Veranstal­tung findet zu einem späteren Zeitpunkt statt. Die bereits gekauften Eintrittskarten behalten ihre Gül­tigkeit.

Keine Schulungslager des Studentenbundes vor der Wahl!

NSG. Die für die Semesterferien angesetzten Gaulager fallen im Hinblick auf die Wahl aus. Die Gaulager werden in Form von Kurzlagern wäh­rend des Semesters nachgeholt.

Jeder Studentenbundskamerad stellt sich nun aber mit ganzer Kraft in den Dienst des Wahlkampfes und meldet sich zum Einsatz bei seiner Ortsgruppe bzw. seiner Formation. Fachschulgruppen, die noch im Semester stehen, stellen sich geschlossen den ent­sprechenden Ortsgruppen der Partei zur Verfügung.

In den Schicksalstagen der Nation gehört eure Zeit nicht euch, sondern dem Führer!

Jeder tut seine Pflicht!

Heil Hitler!

Conrad, Gaustudentenbundsführer.

NGL«.

Abteilunghöhere Schule", FachschaftNeuere Sprache".

Die nächste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft fin­det am Dienstag, 17. März, um 16 Uhr, in der Oberrealschule statt.

Die Uebertragung der heuttgen Führer-Rede.

Die Gastwirke-Jnnung teilt uns mit, daß die Rundfunkübertragung der heutigen Rede des Füh­rers in Frankfurt in allen Gaststätten der Stadt Gießen ohne jeden Verzehrzwang für die Besucher angehört werden kann. Da­durch wollen es die Gaststätteninhaber allen Volksgenossen, die kein eigenes Radiogerät besitzen, möglich machen, den Führer selbst von Frankfurt aus sprechen zu hören.

Ferner feien nochmals alle Volksgenossen, die Rundfunkgeräte besitzen, aufgefordert, ihre Nachbarn und Bekannten, die kein Rund­funkgerät haben, zum gemeinsamen Emp­fang einzuladen.

Die Ortsgruppe G i e ß e n - N o r d hat für den Gemeinschaftsempfang außer dem Cafe Leib noch das GasthausZum alten Schloß", Kanzleiberg 5, Gastwirtschaft Nohl, Ederftraße 6, und Gastwirt- schäftZur Stadt Marburg", Marburger Straße 23, vorgesehen.

NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd.

Am Montag, 16. März, findet für alle Volks­genossen der Ortsgruppe Gießen-Süd um 20 Uhr im Studentenheim ein Gemeinschaftsempfang der Uebertragung der Führerrede statt.

Alle für den Monat März anberaumten Block- und Zellenabende der Parteigenossen fallen aus.

NSDAP., Ortsgruppe Gießeu-Ost.

Die Uebertragung der Führerrede am Montagabend findet statt:

1. im Großen Hörsaal der Universität.

2. RestaurationGermania", Kaiserallee Nr. 141.

Diejenigen Volksgenossen, die kein Empfangsgerät besitzen, können dort die Rede hören.

BdM.. Gießen.

Dienslbefehl.

Die Führerinnenbesprechung am Montagabend fällt in Anbetracht der Führerrede für sämtliche Gießener Mädel- und JM.-Führerinnen aus. Die Besprechung ist auf Dienstag, 17. März, verlegt. Sämtliche Dienstbücher sind mitzubringen.

Heil Hitler!

Käthe Pfeffer, Untergauführerin m.d. F. b<

Heute kein Lustschutz-Appell!

Von der Ortsgruppe Gießen des Reichs­luftschutzbundes wird uns mitgeteilt, daß der für heute abend angesetzte Appell des Reviers II um 20.30 Uhr im Lukassaal wegen der Uebertragung der Rede des Führers ausfällt. Der neue Termin des Appells wird noch bekanntgegeben.

Sonntagsrückfahrkarten

für den 16. März in Frankfurt.

Zum Tag der heutigen Führerrede in Frankfurt werden ab sofort von allen Bahnhöfen des Reichs­bahndirektionsbezirks Frankfurt a. M., also auch von Gießen, nach Frankfurt a. M. bis ein­schließlich Montag Sonntagsrückfahrkarten aus­gegeben. Spätester Antritt der Rückfahrt Dienstag, 17. März, 12 Uhr.

Ausfallende Fachschaststagungen.

Von der Kreisbauernschaft Ob erhes- s e n - W e st in Friedberg wird uns mitgeteilt:

Die Fachschaftstagungen, die für den 18. März 1936 festgesetzt waren, fallen infolge des Wahl­kampfes aus. Der Zeitpunkt, zu dem diese Tagungen stattfinden werden, wird erneut bekanntgegeben.

Flugsportausbildung derHitler-Lugend

Auf dem Reichsparteitag der Freiheit, auf dem die wiedererstandene deutsche Luftwaffe zum ersten Male in der Öffentlichkeit in Erscheinung trat, wurde auf Wunsch des Führers vom Reichsjugend­führer und dem Reichsluftsportführer die Verein­barung getroffen, in enger Zusammenarbeit zwi­schen dem deutschen Luftsportoerband und der Hitler-Jugend den fliegerischen Nachwuchs für die deutsche Luftwaffe heranzubilden. Der DLV. über­nimmt die gesamte flugsportliche Ausbildung in den Fliegereinheiten der HI., während weltanschauliche und volkssportliche Schulung auch weiterhin Auf­gabengebiet der Flieger-HI. bleiben.

Zur Durchführung dieser der HI. und dem DLV. gemeinsam gestellten Ausgabe wurden in Gießen alle an der Fliegerei interessierten H i tl e r j u n gen in der Gefolgschaft 4/116 zur Flieger- Gefolgschaft zusammengefaßt. Drei große Ge­biete sind es, die in den Aufgabenkreis der fliege­rischen Erziehung gehören. Im Vordergrund steht naturgemäß die handwerkliche Ausbildung im Mo­dell- und Flugzeugbau, da der Bau eines Flug­zeuges notwendige Voraussetzung zum Fliegen ist.

Seit einigen Wochen bereits sind die Jugend­genossen der Gefolgschaft unter Leitung von Lehr­meister S ch e p p in der Gewerbeschule und in der Werkstatt der Segelflieger mit dem Bau von Flug­zeugmodellen beschäftigt, und in kurzem wird mit dem Bau eines Gleitflugzeuges begonnen. Neben der handwerklichen Ausbildung beginnt gleichzeitig der theoretische Unterricht, der die Jungflieger mit den notwendigsten Grundlagen der Fliegerei ver­traut macht, ohne die eine erfolgreiche fliegerische Tätigkeit unmöglich ist. Die praktische Flugschulung im Gelände ist bereits eingeleitet. Hier erst kann der Junge sich als Kamerad bewähren und das Fliegen erlernen.

Am vergangenen Sonntag führten die Segel­flieger erstmals gemeinsam mit den Jungfliegern der HI. auf den Hängen von Aßlar bei Wetzlar die Anfängerschulung durch. So ist also der erste Schritt zur Zusammenarbeit bereits getan, um das große Ziel zu erreichen.

/X Die öeutfehe Arbeitsfront

Sy n.3.=ÖemeinfchaftGraft durch freube"

Sonderfahrt nach Berlin vom 21. bis 23. März.

Zu der Wassersport- und Luftsport-Ausstellung in Berlin führen wir einen Sonderzug durch. Die Teilnehmer fahren am «amstag, 21. März, ab