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Donnerstag. 16. Zanuar 1936

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Der Führer spricht auf der Erinnemngsfeier in Lippe.

Zm Gedenken an den bedeutungsvollen Sieg des Nationalsozialismus im lippifchen Wahlkampf 1933.

Detmold, 15. Jan. (DNB.) Am Mittwochoor- mittag fand vor dem Rathaus die Eröffnungskund­gebung für die große Erinnerungsfeier anläßlich des dritten Jahrestages der geschichtlichen Landtagswahl in Lippe statt. Gauleiter Dr. Meyer führte den alten Kämp­fern noch einmal packend die schicksalsschwere und verantwortungsvolle Zeit vor drei Jahren vor Augen. Damals habe die Bewegung ohne jede ma­terielle Unterstützung, nur aus reiner Ueberzeugung und im unerschütterlichen Glauben an den Führer und seine Idee in einem beispiellosen, von den Geg­nern mit brutalsten Verfolgungsmethoden geführten Kampf doch den entscheidenden Sieg er­rungen, der dann dem Nationalsozialis­mus zur Macht verholfen habe. Auf diese Zeit des Kampfes könnten die alten Kämpfer stolz sein. Der Führer habe diesen Kampf den denkwürdi­gen Wahlkampf und Wahlsieg genannt, der nach dem schweren Jahr 1932 und nach den langen Jahren des Ringens um die Macht die Entschei­dung gebracht habe.

Die Verleihung der Ehrenbürgerbriese an den Führer und seine Vegleiter.

Am frühen Nachmittag erschien auf der Gre­venburg, wo der Führer während des lippifchen Wahlkampfes 1933 gewohnt hat, und die einem alten Nationalsozialisten, dem Regierungspräsiden­ten von Oeynhausen, gehörte, der Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer mit den Ab­ordnungen und den Bürgermeistern der Städte, die dem Führer ihre Ehrenbürgerbriefe über­reichten: die Bergarbeiterstadt Recklinghausen, die größte Landgemeinde Preußens Herten, die Töpfer- und Handwerkerstadt Stadtlohn und die lippische Stadtgemeinde Schwalenberg, die schon zweimal hundertprozentig für den Führer und Deutschland gestimmt hat. Der Führer dankte den Abordnungen, unter denen sich vorwiegend Bergarbeiter befanden, herzlich für die Ehrung. Gauleiter Dr. Meyer bat den Führer zu gestatten, daß seinen Mitkämpfern und Beglei­tern imlippischenWahlkampf das Ehren­bürgerrecht lippischer Städte verliehen werde. Mit Genehmigung des Führers erhielten dann Ober­gruppenführer Brückner den Ehrenbürgerbrief der Stadt Detmold, Reichspressechef Dr. Dietrich den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bad Salzuflen, Reichsbildberichterstatter Hoff­mann ebenfalls den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bad Salzuflen, Brigadeführer Schreck den Ehren­bürgerbrief von Schwalenberg und Brigade­führer Schaub den Ehrenbürgerbrief der Stadt Lemgo.

Der Vorbeimarsch vor dem Landeslhealer.

Vor dem Landestheater fand dann ein großer Wo r b e i m a r s ch sämtlicher nationalsozialistischen Organisationen aus dem Lande Lippe statt. An der Spitze des Zuges marschierten Einheiten der Wehr­macht, denen in langen Kolonnen SA., SS., HI., Arbeitsdienst ufw. folgten. Vor dem Landestheater hatten die Ehrengäste Aufstellung genommen. Die umliegenden Anmarschstraßen waren von einer rie­sigen Menschenmenge umlagert. Unter flotten Marschklängen marschierten im Gleichschritt die Or­ganisationen vor Stabschef Lutze vorbei, der im­mer wieder mit erhobener Hand grüßte. Anschlie­ßend trafen sich die Ehrengäste auf Einladung der zotaöt Detmold im Foyer des Landestheaters zu einem kleinen Imbiß. Gegen 18 Uhr zogen die al- ien Kämpfer und zahllose Volksgenossen zu den «Flugzeughallen, wo am Abend die große , Kundgebung den Abschluß der Erinnerungsfeier »ildete.

Trmmphsahrt des Führers durch das lippische Land.

Vor dem Dunkelwerden fuhr der Führer von ber alten Grevenburg weiter nach D e t - n o l d. In jeder Ortschaft Girlanden, Spruchbän- lier, alle Häuser bekränzt. Und auf den Straßen die cesamte Einwohnerschaft. Jubelrufe, glückliche Se­ichter und gläubige Augen. Im Dunkel kommt dann Äetmold, das phantastisch geschmückt ist. Alle | Formationen der nationalsozialistischen Bewegung imd brüderlich mit ihnen die Männer der Wehr­macht bilden ein endloses Spalier durch iie ganze Stadt hindurch und darüber wieder Hin- ms zu dengroßen neuen Flughallen, l»o 15 000 Menschen des Führers harren. Diese 15 000 Menschen aber sind nur ein Bruchteil von laenen, die zu diesen Festtagen nach Detmold kamen, d nn Hunderttausende sind es, die aus dem Upper Land und darüber hinaus aus Westfalen h.er zusammenströmten.

Vor den Flughallen stehen Stabschef Lutze, 'ssichsorganisationsleiter Dr. Ley, Gauleiter und ^ichsftatthalter Dr. Meyer, Ministerpräsident IU a g g e s, SA.-Gruppenführer Schramme, SS.-Obergruppenführer Weißel, der Komman­

deur des 6. Armeekorps, Generalleutnant von Kluge, der Kommandeur des Luftkreises IV, Ge­neral Halm und eine größere Anzahl des Führer­korps der Partei und des Offizierkorps der Wehr­macht. Der Führer schreitet die Ehrenformationen ab und unter brausendem Jubel begibt er sich durch die Hallen zum Pult.

Gauleiter Dr. Meyer begrüßte die Ehrengäste und vor allem die alten Kampfgenossen aus dem lippifchen Wahlkampf. Dann fuhr er fort:Mein Führer! Diese Tausende und Abertausende haben sich heute hier versammelt, um in einem großarti­gen Erinnerungstreffen den 15. Januar 1933 feier­lich in Lippe zu begehen. Sie selbst, mein Führer, haben in Ihrer großen Rede in Lemgo im Januar 1934 den lippifchen Wahlkampf als den denkwür­

digen Wahlkampf bezeichnet, denkwürdig deshalb, weil er nach 15 Jahren heroischen Kampfes und nach dem furchtbar schweren Jahre 1932 mit seinen 13 Wahlschlachten, seinen atemraubenden Wahlen um den Endsieg Sie Entscheidung in dem gigantischen Ringen um die Macht herbeige- führt hat. Durch diesen Wahlsieg wurde vor aller Welt unter Beweis gestellt, daß trotz der Rückschläge und Niederlagen des Jahres 1932 die national­sozialistische Bewegung nicht geschlagen war, son­dern stärker denn je dastand, daß der Abfall Gregor Strassers die Partei nicht hatte spalten können, sondern daß die Partei in unerschütter­licher Treue mit unwandelbarem Glauben fester denn je zuvor hinter ihrem Führer stand." (Lang- anhaltender Beifall.)

Das Glück ist immer bei denen, die glauben.

AeichsorganjsationsletterDr.Ley

führte dann etwa folgendes aus:

Mein Führer! Meine Freunde! Wenn wir heute ein neues Volk und ein ganz neues Volksheer in Deutschland sehen, und damit etwas vollbracht ha­ben, was vor Jahren überhaupt kein Mensch zu glauben wagte, so fragen wir uns heute immer wie­der, was eigentlich das Geheimnis dieses Erfolges ist. Es ist die einzige Frage: Glaubst du an dich selber, an deine Kraft, glaubst du an deinen Erfolg. Es ist die Frage, die das Schick­sal uns allen, allen wieder gibt: Glaubt ihr, habt ihr ein Lebensziel. Die Partei hatte damals Schlag auf Schlag erlitten. Wir haben damals Niederlagen gehabt, Verrat in unseren eigenen Reihen, und alle Welt schrie: Es ist jetzt aus mit den Nazis, jetzt ist Schluß, die eigenen Führer ver­lassen die Fahne. Es war der Führer, der uns allen sagte: Und nun e r ft recht, jetzt ge­rade.

Es geht darum: wie fassen wir das Leben auf? Wollen wir im Leben nur die bequemen Dinge, nur die schönen, die freudigen und die angenehmen Er­eignisse haben, oder müssen wir zu diesem Leben auch die Sorgen auf uns nehmen. Und wenn wir heute so glücklich sind, obwohl noch manche Not vorhanden ist, so, weil wir heute wissen, weshalb wir leben. Wir haben wieder zurückgefunden zu uns selber, zu unserem Sein. Wir antworten deshalb nicht: das Bequeme ist schön, und das An­genehme allein ist schön, sondern der K a m p f i ft schön. Immer wieder sagen wir dem Arbeiter: Wir

können dir ein Paradies nicht bringen, wir haben es nicht; wir wissen bestimmt, daß es auf dieser Erde nicht ist. Wo es ist, das wissen wir nicht, aber hier ist es nicht. Dieses Leben wird immerWech- s e l fein, das wissen wir. Entscheidend ist aber nur, ob du, Mensch, gewillt bist, die Sorgen anzu­packen oder ob du vor den Sorgen zusammen­brichst. Das ist es, ob du wie Adolf Hitler sagt: Jawohl Schicksal, du hast mich niedergeworfen, aber deshalb gebe ich «nicht nach. Nein, jetzt, Schicksal, packe ich dich er st recht an! Das begriffen die Machthaber von damals nicht, deshalb mußte Adolf Hitler siegen. (Langanhaltender Beifall.) Das Schick­sal legte uns Lasten auf: den Versailler Vertrag, Elend, Schande, Erwerbslosigkeit, Hunger und Not. Deutschland schien zu zerbrechen. Separatismus im Westen, Spartakismus im Innern. Und da fragte das Schicksal einen Soldaten: Glaubst du an Deutschland? Und er antwortete: Jawohl, i ch glaube an Deutschland! (Langanhaltender Beifall.) Es war ein großes herrliches Wunder, ein nie vorher gewesenes und vielleicht auch nie wi-eder- kehrendes Wunder. Ein unbekannter Soldat ant­wortete. Er hatte gar nichts als feinen Glauben. Das war es. (Starker Beifall.) Das Glück ist nicht bei denen, die zweifeln, sondern immer bei denen, die glauben! Wir kapitulieren nicht! Und so mein Führer, errangen Sie den Sieg und gewannen dieses Volk. Und heute ist das der Leitsatz vom letzten Arbeiter bis zum ersten Bür­ger: Wir kapitulieren nicht! Und so, wie wir damals Deutschland erobert haben, so glauben wir heute, daß wir uns auch die Achtung der Welt erobern werden."

Der Enderfolg wird dem znieil, derstandhastbleibiundniemalsdieRervenverlieri

Oer Führer spricht zu seinen alten Mitkämpfern im Lande Lippe.

Und nun betritt der Führer das Pult. Er hält eine Rückschau auf die drei Jahre, die seit dem letzten Wahlkampf seit der Machtübernahme ver­gangen sind. Und er weist darauf hin, welche kurze Frist drei Jahre im menschlichen Leben sind, und wie lange und inhaltsreich sie uns doch erscheinen, die wir sie durchlebt haben. Die Massen sind so­fort in feinem Bann, als der Führer dann d i e Lage um d i e Jahreswende 1932/33 skizziert, dieses stärkste Kampfjahr, das wir über­haupt erlebt haben, und dann aufzeichnet den Wandel, der sich Zug um Zug in diesen drei­mal zwölf Monaten in Deutschland vollzog, den Monaten, in denen die großen Ereignisse sich fast überstürzten. Die kommende Geschichtsschreibung wird, so ruft der Führer aus, wenn sie den ganzen Gehalt dieser drei Jahre erfassen will, mehr Blät­ter benötigen, als in manchen Zeiten vielleicht 10, vielleicht 20, 50 ober gar 100 Jahre beanspruchen können. Die vielen Tausende in den Hallen wissen dann, was der Führer nun sagt, daß jener Wahl­kampf damals nicht ein x-beliebiger Kampf um eine parlamentarische Vertretung war, sondern das Ringen um eine Entscheidung, und Stolz und harter Wille steht in allen Gesichtern, als er erklärt, daß mir auch ein 15. und 16. Mal und wenn nötig auch das 20. und 30. Mal gekämpft hätten, solange, bis der Gegner sich nicht mehr vom Boden hätte erheben können. Denn nicht die Summe der Verluste entscheidet in einem Kampf, sondern nur wer mit dem letzten Batail­lon übrig bleibt, habe den großen Kampf gewonnen.

Sie alle wissen es, daß die Zukunft uns keine Rosen streuen wird, sondern daß alles hart erkämpft werden muh und Opfer kosten muß, was wir brauchen und haben müssen. Der Enderfolg und ein brausender Jubel quittiert diesen Sah wird dem zuteil, der standhaft bleibt und niemals die Heroen verliert

Der Führer zog bann eine Parallele zum Weltkrieg, als ein Volk politisch zusammen­

brach und versagte, das im Frieden nicht an Opfer gewöhnt war. Es interessiere nicht, ob der eine oder andere Bürger dieses oder jenes nicht habe, es interessiere nur eines, ob das deutsche Volk stark genug wird, einmal in dieser Welt bestehen zu können. Man sollte nicht glauben, diese Opfer nicht ertragen zu können, denn im anderen Falle würden später vielleicht noch ganz andere Opfer gefordert werden müssen, uni dann müsse es auch gehen. Auf den Kampf zurück­kommend erklärte der Führer:

Roch etwas können wir aus diesem Kampf

von damals für die Zukunft lernen, nämlich:

Es muß immer ein Wille fein, der bestimmt. Denn auch damals würde die Bewegung nicht gesiegt haben, wenn nicht ein Wille sie geführt hätte, wenn nicht immer wieder ein Wille die ganze Bewegung mit sich fortgerissen haben würde.

Stürmischer Beifall und große Heiterkeit quittierte die Ausführung des Führers über den Parteienwirr­warr von einst, dem er den einheitlichen Willen von heute gegenüberstellte, der ganz allein das alles er­möglicht habe, was es heute gebe. Der Führer be­handelte auch die Pressefreiheit und stellte die Zügel­losigkeit einer Jnteressentenpresse von einst der eiser­nen Disziplin der Presse von heute gegenüber, für die es keine Gewinnsucht, sondern nur ein einziges Leitziel gebe: das Wohl des Volkes.

Auf die Welt eingehend, sagte der Führer, daß wir nicht Händel mit jemanden suchten, sondern daß wir stark fein müssen, damit uns niemand angreifen könne. Und deutlich sichtbar machte der Führer das, was in diesem Jahre wa».d, wenn er auf die schwan­kenden Zelte verwies, in denen erst unsere Kund­gebungen stattfanden, und auf diese neuen Flug­zeughallen, die ein Sinnbild des Aufstiegs und der Wehrhaftigkeit Deutschlands sind.

Wit Zuversicht können wir heute in die Zukunft blicken. Wir könnten diesen Weg friedlich gehen,

weil wir stark seien und mit Stolz, Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft sehen.

Und noch einmal brauste der Jubel auf, als der Führer erklärte, daß er mit Ruhe die Reden verlesen lassen könne, die er damals im lippifchen Wahl­kampf gehalten habe. Vieles habe man damals für phantastisch gehalten, aber bie Wirklichkeit habe alles übertroffen. Der Führer schloß mit einem Appell an alle alten Kämpfer, denselben Geist zu bewahren, der auch in jenen denkwürdigen Tagen zum Siege führte und Deutschland gerettet hat.

Nicht endenwollender jubelnder Beifall der Massen brauste auf, als der Führer geendet hatte, und machtvoll schallt ein dreifaches Sieg-Heil durch die Hallen, ein Echo auf die Rede des Führers aus dem Herzen des Volkes. Mit dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lied klingt die Kundgebung aus. Der Führer schreitet, umgeben von seiner Begleitung und dem Jubel seines Volkes zu der zweiten Halle, die ebenfalls bis auf den letzten Platz ge­füllt war. Und auch hier nehmen die Begeisterungs­stürme bei feinem Erscheinen kein Ende.

Und wiederum geht die Fahrt zurück in die festlich geschmückte, wunderschöne Stadt, durch die zauberhaft illuminierten Straßen, die zu beiden Seiten von einer unübersehbaren Menschenmenge belagert sind von begeisterten Volksgenossen, die dem Führer spontan gujubeln. Vor dem Kaiser- hof, wo die Organisationsleitung ihren Sitz hat und die meisten Ehrengäste abgestiegen waren, staut sich eine riesige Menschenmenge, die den Führer nach seiner Ankunft immer wieder stürmisch zu sehen wünscht.

Schulfrei am 30. Januar.

Berlin, 15. Jan. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat folgende Anordnung getroffen:

Ich ordne hiermit an, daß am 30. Januar als dem Tage der Machtübernahme durch den Führer und Reichskanzler an allen Schulen der Unterricht ausfällt. An diesem Tage sind in allen Schulen würdige Feiern zu veranstalten, bei denen die Schüler (-innen) durch ein Mitglied des Lehrkörpers auf die über­ragende Bedeutung des 3 0. Januar 1 9 3 3 als Gründungstages des Drit- i e n Reiches hingewiesen werden. Dabei werden vor allem nachdrücklich die großen innen- und außenpolitischen Erfolge zu betonen sein, die seit dem 30. Januar 1933 zu verzeichnen sind. Auch des 18. Januar als des Tages der Gründung des zweiten Deutschen Reiches, soll gedacht werden, ohne daß dabei das Schwergewicht der Betrachtung vom 30. Januar 1933 verschoben wird.

Die Schulleiter (-innen) haben auf eine möglichst würdige Ausgestaltung der Feier Bedacht zu nehmen. Den Jungvolk-, Hitler-Ju­gend und BDM. - Angehörigen der Schule ist Gelegenheit zu geben, bei der Umrahmung und Programmgestaltung der Feier (Lieder, Sprech­chöre usw) mizuwirken. Die Schulleiter (-innen) werden sich daher zweckmäßig mit den Vertrauens­lehrern (-innen) der Hitlerjugend bzw. des BDM. ins Benehmen setzen. Die Verantwortung für die Feier tragen die Schulleiter (-innen). An den Berufsschulen sind die Schüler (-innen), die an der Feier am 30. Januar nicht teilnehmen, an dem dem 30. Januar vorausgehenden Unterrichts­tage über die Bedeutung des 30. Januar ein­gehend aufzuklären. Die vorstehende Regelung gilt für das ganze R e i ch.

Die Vorbereitungen zum Reichshandwerkertag 1936. Arbeitstagung in Anwesenheit des Gau­leiters Sprenger.

NSG. Im Rathaus der Stadt Frankfurt a. M. fand die erste Tagung zur Vorbereitung des Reichs­handwerkertages 1936 statt, an der Gauleiter Sprenger und Oberbürgermeister Dr. Krebs teil­nahmen. Reichshandwerksmeister Schmidt dankte für die wertvolle Unterstützung durch Partei und Stadt und gab dann ein Bild der Pläne für den diesjährigen Reichshandwerkertag. Er betonte dabei, daß ein großer Aufmarsch nur in Zeiträumen von 35 Jahren veranstaltet werde. Die dazwischen lie­genden Jahre stünden im Zeichen großaufgezogener Arbeitstagungen, die in der Reichstagung der füh­renden Männer des deutschen Handwerks ihren Höhepunkt erreichten. Für dieses Jahr rechnet man mit einem Pflichtbesuch von zirka 10000 Handwerkern, wozu dann noch die freiwilligen Besucher kommen. Den Höhepunkt erreicht der Reichshandwerkertag am 6. Juni mit der Feier in der Paulskirche, einem künstlerischen Festzug und einer Kundgebung. Am Tage vorher gibt der Reichshandwerksmeister den Jahres­rechenschaftsbericht und empfängt die wandernden Handwerksgesellen. Ein Handwerkerabend in der Festhalle bildet den Schluß.

Gauleiter Sprenger sagte den vollen Einsatz der Partei zur Unterstützung des Reichshandwerker­tages zu und bat den Reichshandwerksmeister, auch seine Dienststellen zu engster Zusammenarbeit mit den Parteidienststellen aufzufordern.

Eine besondere Ausstellung wurde nicht all zweckmäßig angesehen, weil kurz zuvor die große Schau des Reichsnährstandes stattfindet und da» Jahr 1936 im Zeichen der olympischen Spiele steht. Der Neichsinnungsverband der Friseure werd» zusammen mit dem Reichsinnungsverband der Schneider eine Veranstaltung unter dem Titel Frisur und Kleid im Wandel der Zeit heraus- bringen, die große Werbemöglichkeiten in sich birgt.