Ur. 292 Drittes Blatt
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Montag, 11. Dezember M6
orer
(Nachdruck verboten.)
52. Fortsetzung.
der der
Gauleiter Sprenger inmitten einer Schar begeisterter Pimpfe. (Aufnahme: Schwarz — NSG.)
im Cafe Leib wurde von dem Führer der Gießener Kameradschaft, Rektor Stroh, an Stelle des durch Krankheit verhinderten stellvertretenden Kreisführers T a u b e r t eröffnet. Namens der Kameraden begrüßte er den Landesführer Generalleutnant a. D. Fett (Frankfurt a. M.) mit seinem Stabsleiter, den Bezirksführer Amtsgerichtsdirektor Stumpf (Bad-Nauheim), die Majore von K i t t l i tz von der Wehrmacht und Urban von der Luftwaffe, Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s , Oberbürgermeister Ritter, die Vertreter der Gliederungen der Partei, insbesondere den Vertreter der SA.-Standarte 116 und die Ehrenmitglieder des Kreisoerbandes. Hierauf stellte er der Tagung das Treuebekenntnis zum Führer und zu Deutschland voran.
Oer Landesführer, General a. O. Fett,
gab seiner Freude über die stattliche Anzahl der erschienenen Kameraden Ausdruck. Der General dankte dann noch einmal dem letzten Kreisführer Taubert (Lollar) und all seinen Vorgängern, um dann die großen Ausgaben zu streifen, die
Kameradschaften entgegen, den der Ehrensturm SA. mit seiner Sturmfahne anführte.
Der Kreisverbandstag
Kreisverbandstag des Deutschen Reichskriegerbundes
Landesführer Generalleutnant a.D. Fett beim Abschreiten der Front der Kameraden. Rechts hinter ihm Kreisführer Dr. Mo n nord.
Fahnengruppe und Kameraden beim Vorbeimarsch unter dem Vorantritt des Kreisführers Dr. M o n n a r d. (Aufnahmen [2]: Pfaff, Gießen.)
dem Reichskriegerbund in der Sammlung aller Soldaten zur Erhaltung ihrer Wehrkraft nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten und in der Ausrichtung auf das Gedankengut der NSDAP, aufgetragen sind. Er führte dann den neuen Kreisführer Dr. M o n - narb ein und verpflichtete ihn durch Handschlag.
Der Bezirksführer, Amtsgerichtsdirektor Stumpf (Bad-Nauheim), beglückwünschte den neuen Kreisführer und dankte gleichfalls feinen Vorgängern für die Arbeit im Kreise Gießen, die er als stets gute und erfolgreiche anerkannte. Hierauf hielt der
Kreisführer
OberveierinärratDr.Monnard/GieheN/ feine Ansprache, die ein Dank für die kameradschaftlichen Worte des Landesführers, die Glückwünsche des Bezirksführers und ein erneutes Bekenntnis zu Führer und Volk waren. Mit der Parole „Alles für Deutschland" versprach der Kreisführer seine Arbeit aufzunehmen und sie im Sinne der „Kyffhäusersache" fortzusetzen. Damit verband er auch den Dank an alle seine Vorgänger und besonders an seinen Mitarbeiterstab. Der Kreisführer versprach auch, seinen Kreisverband zu einer Pflegstätte echter und edelster soldatischer Tugenden zu machen und soldatischen Geist zu hegen und zu hüten. Damit bekannte er sich zu treuer Gefolgschaft zum Führer, der Deutschland vor dem Bolschewismus gerettet und das Volk zu einer Familie zusammengeschlossen hat. Dr. Monnard gedachte dann der für Deutschland Gefallenen, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Zum Schluß überreichte er den Kameraden Friedrich Böhmer, der in schwerster Zeit Kameradschaftsführer war, und Wilhelm H ö r r, beide aus Heuchelheim, das Kyffhäufer-Ehrenzeichen 2. Klasse.
Kreisleiter z. b. Ä.
Oberbürgermeister Witter, der die Grüße aller Ehrengäste übermittelte und als altes Mitglied der „Hassia" besonders erfreut darüber war, unter den alten Soldaten als Gast zu sein, hielt dann eine von forschem Kämpfergeist getragene zündende Ansprache. In temperamentvoller Weise sprach er von Deutschland als dem herrlichsten Volk der Erde, das einst verführt und verirrt sich selbst untreu wurde und dem Verfall zuschritt, bis der eine Mann kam, der mit großer Liebe zu seinem Volke ihm wieder den rechten Weg zeigte.
In einem Rückblick auf die geistige Verfassung der Jahre vor der Machtübernahme machte der Oberbürgermeister die große Not klar, die unser Volk und Vaterland in den Abgrund zu zerren drohte und sprach dann von dem Glauben jener i kleinen Schar, die mit dem Führer an die Arbeit ■ ging. In ergreifender Weise schilderte er die Sorge , und Arbeit des Führers um und für fein Volk und - brachte den Nationalsozialismus auf die einfachste
mes. Dann ging die Fahrt nach Büdingen, wo ein zweites Heim geweiht wurde.
Oer Gauleiter
begrüßte hier den Vertreter der Wehrmacht, Generalmajor Petter, und die Ehrengäste der Bewegung und der Behörden. In seiner Weiherede wies er auf die Förderung der Heimbeschaffung in Hessen-Nassau hin. Eingehend behandelte er den Weg der gegenwärtigen Generation, die wohl durch tiefe Nacht hindurch gegangen ist, die aber durch die Tat bewiesen hat, daß diese zu überwinden war. „Was wir gut gemacht haben", wandte er sich an die angetretenen Kolonnen der HI. und des Jungvolks, „sollt ihr dereinst noch besser machen, weil euch der Nationalsozialismus in Fleisch und Blut übergegangen sein muß." Mit dem Satz: „Wir sind und bleiben ein Volk von Soldaten", wurde dann auch das Heim in Büdingen der HI. übergeben.
Nach einem kurzen Einblick in das Innere des Heimes, das in seiner Anlage dem Heim in Hirzenhain gleichartig ist, begab sich der Gauleiter in das Stadtinnere Büdingens. Hier besichtigte er ine neueingerichteten Räume der Kreisleitung der NSDAP, und übernahm mit einer kurzen Rede über den Sinn der Schulung die erst kürzlich eingerichtete G a u s ch u l e. Eine gelungene Kameradschaftsveranstaltung im Saal des alten Rathauses beschloß die Fahrt, die deutlich den Beweis erbrachte, daß die Bewegung bis in den entlegendsten Dörfern und Städte unseres Gaues von Soldaten des Glaubens geführt wird, die nur eins kennen; den Dienst für Volk und Führer.
inem Spalier Aufstellung genommen. Bis am Ziel wurde diese sührt vom Jubel der Menschen, von Blumensträu- en lachender BDM.-Mädel und von den Klängen ihmissiger Marschmusik begleitet. Seit längerer Zeit tatte der Gauleiter diesen Teil Hessens nicht be-
Der Kreisverband Gießen des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuser) hielt am gestrigen Sonntag in Gießen seinen zweiten diesjährigen Verbandstag ab, der ein besonderes Gepräge durch einen feierlichen Appell und durch die Anwesenheit des Landesführers, General a. D. Fett, erhielt.
Vom Bahnhof aus marschierten die Fahnengruppen der auswärtigen Kameradschaften mit Marschmusik zum Oswaldsgarten. Mit dem inzwischen eingetroffenen Musikkorps des JR. 116 und dem SA.- Sturm R 12/116 erwarteten sie hier den Landes- führer, der unter Marschklängen der Regimentsmusik mit dem Kreisführer Dr. Monnard die Front abschritt. In einer Ansprache gab
Landesführer General a. O. Fett
seiner Freude über den guten Eindruck dieses schönen Bildes einträchtiger Soldatenkameradschaft Ausdruck und stellte den Kameradschaften ihren neuen Kreisführer, Kam. Oberveterinärrat Dr. Monnard (Gießen) vor. In einem Rückblick auf die Entwickelung des früheren „Hasfia"-Derbandes, der vor zwei Jahren im neuen Kyffhäuserbund aufge- gangen ist, würdigte er die Verdienste des früheren Kreisführers, Oberleutnant a. D. Bonhard, erinnerte auch an den zur großen Armee abberufenen Oberst a. D. Kö11fchau, und dankte dem stellv. Kreisführer, Steuerinspektor Taubert (Lollar), der den Verband in letzter Zeit geführt hat. Der Landesführer wies dann den neuen Kreisführer Kam. Dr. Monnard in fein Amt ein.
Hierauf nahm der Landesführer den Vorbeimarsch
tinber und bie Angehörigen ber Partei und Gliederungen zu
„Natürlich den von Fräulein Sanna, was die Braut vom Herrn Doktor ist!"
„Sie meinen Fräulein Sanna Heller, nicht wahr?" warf der Kommissar ein. „Herr Dr. Rammelt und Fräulein Heller verstanden sich wohl gut? Oder hatten sie auch manchmal einen kleinen Streit, ein Zerwürfnis ober so etwas?"
„Nicht baß wir etwas davon wüßten", antwortete Dönitz statt Paulines. „Herr Doktor war übrigens auch mehr drüben in ber Villa, als daß er und Fräulein Heller hier waren."
„Na, aber wie ein richtiges Liebespaar waren sie doch auch nicht!" widersprach Pauline. „So mal ordentlich herzlich und freundlich habe ich die beiden auch nie gesehen!"
Der Kommissar tat, als überhörte er Paulines Aeußerung, merkte sie sich jedoch; fragte dann weiter:
„Aber Fräulein Heller war doch gewiß nicht der einzige Besuch, Pauline! Denken Sie mal gut nach! Vielleicht erinnern Sie sich auch an einen Telephonanruf --"
„Richtig, das Fräulein Willnoff war ja hier!" rief Pauline aus. „Sie hat auch zuerst angerufen. Am Dienstagabend ist das gewesen. Sie hat bann noch auf den Herrn Doktor warten müssen weil er so spät kam."
„Unb wie lange ist Fräulein Willnoff bann geblieben?"
„Nicht sehr lange. Herr Doktor unb sie finb bann zusammen fortgefahren, nicht wahr, Dönitz?"
Der Chauffeur nickte:
„Ins ,Excelsior'?"
„Sns ,Excelsior'!"
„Sa, ich hörte Herrn Doktor sagen, er habe großen Hunger, unb sie wollten erst zusammen essen!"
„So, so, zuerst wollten sie noch etwas essen!" murmelte ber Kommissar, sich seine eigenen Gedanken machend. Blickte Dönitz dann scharf an:
„Und sie haben die Herrschaften dann natürlich zurückgefahren?"
„Nein, Herr Kommissar, das nicht! Herr 5)r. Rammelt meinte, ich wäre müde, und hat mich gleich zurückgeschickt!"
„Hm!" machte der Kommissar, nicht besonders überzeugt, daß Rammelt nur aus Rücksicht für den Chauffeur gehandelt habe. „Haben J5ie Herrn lj)r. Rammelt dann noch zurückkehren hören?"
Der Gauleiter weiht neue Heime der lugend Besichtigungsfahrt durch den Kreis Büdingen.
NSG. Gauleiter und xeichsstatthalter Spren- jer stattete am gestrigen Sonntag dem Kreis Tübingen einen Be- «lch ab, bei dem er die tzeihe undUebergabe der ^geschaffenen Hitler- zugendheirne in Hir - >enh ain und Bü- gingen vornahm. Die >ahrt durch die Dörfer inb Marktflecken gestalte sich zu einem über» pältigenben Erlebnis ber Begeisterung ber Bevölkerung und ihrer Zunei- jung zu bem Führer hres Gaues. Durch bie Ortschaften unb oftmals Ulf freier Lanbftraße hat- [,n Männer, Frauen unb
Wege im Rebel.
Vornan von Käthe Mehner.
(Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.)
iid)en können, um so mehr fanb nun bie Freube : Her seinen Besuch in vielen einzelnen Stimmungs- tilbern ihren schönsten Ausdruck.
Hoch von einem Berghang von Hirzenhain grüßte bereits von weitem bas leuchtend frische zolz bes HJ.-Heimes. Ehrenformationen hatten luffteUung genommen, unb bie Bevölkerung Hir- pnhains war Zeuge ber Uebergabe eines Geschenkes, das ber Nativnalsaziälismus der deutschen Su- cend machte.
Kreisleiter G ö r n e r eröffnete die Feierstunde nit kurzen Begrüßungswarten. Er schilderte das Zustandekommen dieses Baues. Schlicht und klar st er in der Linienführung, so wie diese Fügend, ter er dienen soll.
Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger
rgriff danach das Wart zur feierlidjen Uebergabe. I U stellte bie Bedeutung des Heimes, bie es burch
3ie Anordnung bes Führers hat, wonach bie ge= amte deutsche Fügend Hitlerjugend ist, ausführlich iar und wies darauf hin, daß in der Erziehung 'es Nationalsozialismus es eine ^Selbstverständlich- teit ist, daß die Jugend von ihr total erfaßt ist. durch die Schwierigkeiten unseres Werdens in unem materialistischen Zeitalter erkennen nur num nehr welcher Weg gegangen werden muh. Neben ter schulischen Ausbildung, die heute allenthalben mustergültig durchgeführt wird, hat deshalb die veltanschauliche Ausbildung zu stehen. Damit ist iv unmöglich gemacht, daß Einflüsse Dritter ine deutsche Jugend ins Verderben führen können. Dieser Jugend, führte der Gauleiter weiter aus, überleben wir nicht nur das Werk des Führers, sondern wir übergeben ihr damit auch bie Tradition äner Verpflichtung, bie über Jahrtausende hinweg leicht. In biesem großen Werk spielen bie Heime (ine große Rolle, benn sie sollen zu Vermittlern ber (inzig großen kampfbereiten Kameradschaft werben. Mit oem Hinweis auf bie Verbundenheit mit bem ganzen beutschen Volk und seinem Führer faßte der Gauleiter bie feierliche Uebergabe bes Heimes in bie Worte zusammen: „Ihm bleibt treu, im Zedenten und im Handeln!"
Mit Worten des Dankes übernahm danach m Vertretung des Gebietsführers Oberbannführer Ünbenburger für die HI. den Schlüssel des Heimes. Unter den Klängen des Horst-Wessel-Liebes itiegen die Flaggen der HI. und des deutschen Zungvolks an den Masten empor.
Es blieb nur kurze Zeit zur Besichtigung des dcrrlich gelegenen, mustergültig eingerichteten^Hei-.
„Sie wissen also schon--Za, ^wiß also
oegen des Gutachtens hatte ich meine Tochter gelten, vielmehr hatte sie selbst gebeten — — mit lern Bevollmächtigten, Herrn Dr. Rammelt, zu ver- ^Der ^Kommissar hatte Mühe seine Befriedigung M verbergen. Seine aufs Geratewohl g f irrage hatte mehr Erfolg gehabt, als er s f 9
Jlnb^err Dr. Rammelt war also auch in Ober- °Der Justizrat biß sich auf die Sippen Er ärgerte fch, bereits so viel gesagt zu haben, nahm sich vor, den weiteren ftraqen gegenüber absolutes ^tul- Hweigen zu bewahren. Aber schon a"twor e e ie rustizrätin statt seiner auf bie letzte Frage des ^nTechof? Ja, Herr Dr Rammelt war na iirlich in Oberhof! Das heißt nein .. ElgentUch uiücn mir es selbst nicht. Jebenfalls hat unjere Achter uns gesagt, baß er in Oberhof sei, unb baß le deshalb dorthin wolle." des
Ein belustigtes Lächeln fpiette um:Ö™ ®unb des -ommiss ars, als er die aufgeregten Angaben oer Lustizrätin zu Protokoll brachte
„Roch eine Frage! Können Sie mir faflen, tn welchem Verhältnis Ihr Fraulein Tochter zu Her Generaldirektor Brand steht? q.tffhrat
„Sn gar keinem Verhältnis!" fuhr der Sustizrat imroiüig heraus. „Sch sage Shnen, H
ii gar keinem Verhältnis! fabelte bie
. „Aber wie kannst du bas sagen? kabelte o^e "Ustizrätin ihren Mann, ohne sewe ..
^greifen zu können. Sn ihrer Eitel eit weidete sie Ich an dem Gedanken, dem J’ manschen zu (ine Andeutung von ihren geheimst" wachen, von denen sie nur 3,u j^r t)offte DaB B H erfüllen würden. »N->turl.ch kann man von i-ner Verlobung noch nicht sprechen, a
hin,--man beobachtet ja so allerlei, und eine
Mutter merkt doch so etwas sofort, wenn ein Mann sich für ihre Tochter interessiert! Unb Sie können es mir glauben, daß sich Herr „Generaldirektor Brand für meine Tochter---"
Nun ist es aber genug!" fiel ihr der Sustizrat ins Wort. „Glauben'Sie ihr ja nicht, Herr Kommissar! Was meine Frau da sagt, sind alles nur Phantasien!" , f., s ~
Der Kommissar lächelte, verabschiedete sich dann. Er wußte genau, was er zu glauben hatte, und war mit den Ergebnissen seines Verhörs sehr zu- ^^Freilich auch nur, soweit es die berufliche Lö- funa betrifft!" dachte er, während er langsam seinen Weg fortsetzte. Für den Generaldirektor war nun kaum noch ein Ausweg offen. 3U Je0r hatten die Beweise sich gehäuft. Die Tatsache, daß er auch Olga Willnoff wegen des Gutachtens beauftragt hatte, mit Rammelt zu verhandeln, ergab einen neuen Beleg für die Wichtigkeit, die er der Bearbeitung des Bevollmächtigten beigelegt hatte. Man konnte jetzt nicht einmal mehr warten, bis die Prüfung der Akten die schlechte finanzielle Lage der Brand A.-G. bestätigt hatte!
Fast mit einem gewaltsamen Ruck blieb ber Kommissar vor ber öffentlichen Fernsprechzelle stehen, zu ber er feine schritte gelenkt hatte. So sehr er ben Mann bebauerte, ehrlich bedauerte, ihn menschlich verstand - - - er konnte ia nichts anderes als feine Pflicht tun.
Es muß fein!" sagte er vor sich hm, betrat dann bie" Zelle, um im Polizeipräsidium Anweisung zur Verhaftung des Generaldirektors Walter Brand zu 9£$ann ging er langsam zur Omnibushattestelle, um in bem bereits zur Abfahrt fertigen Kraftwagen m bie am anderen Ende der Stadt gelegene Vorstadt- siedlung zu fahren, in deren Nahe sich Dr. Ram- melts Villa befand. * *
mnn erräblen Sie mir doch einmal was für Besuch fierr Dr. Rammelt in den letzten Tagen vor seinem Verschwinden empfangen hat?ermunterte der ^Kommissar Pauline, als er ihr und dem Chauffeur Dächtz gegenüber Platz in der großen Küche genommen hatte, um fie noch einmal persönlich einem kleinen Verhör zu unterziehen.
Dönitz verneinte, er habe fest geschlafen.
„Und Sie haben auch geschlafen?" wandte sich der Kommissar an Pauline.
„Sa, Herr Kommissar! Aber wenn ich so sagen soll, am nächsten Morgen war oben im Arbeitszimmer eine Unordnung, als ob — — — ich hatte nämlich noch gerade vorher aufgeräumt, als die Herrschaften gegangen waren!"
„Was für eine Unordnung war das?" ermunterte der Kommissar das Mädchen.
„Als ob eben die Dame nochmal mit zurückgekommen wäre! — — Da war nämlich alles voll Puder auf dem Sofa! Aber vielleicht darf ich das gar nicht sagen, wo Herr Doktor doch verlobt ist! Bitte, Herr Kommissar verraten Sie mich nicht!"
„Nein, nein, Pauline, Sie können ganz sicher sein! Sie sind übrigens ein gescheites Mädchen, Pauline!" fügte er anerkennend hinzu. Brach bann plötzlich bas Verhör ab.
„Führen Sie mich boch bitte mal in Herrn Dok« tors Arbeitszimmer!" bat er. „Nein Dönitz, — Pauline genügt!"
Eifrig öffnete Pauline die Tür, zeigte dem Kommissar den Weg nach oben.
„Hier, dieses ist das Arbeitszimmer!" sagte fie, eine Tür am Ende des Ganges aufschließend.
Der Kommissar trat ein.
„Vielen Dank, Fräulein Pauline! Sie können jetzt ruhig wieder hinuntergehen."
*
Als der Kommissar nach einer halben Stunde bas Haus verließ, jtanben bitte Schweißtropfen auf seiner Stirn. „Nun sieht roieber alles anbers aus?" murmelte er vor sich hin. Vorsichtig öffnete er ein kleines Päckchen, bas er in ber Hanb trug. Ein mit Blut getränkter Wattebausch lag barin.
Er rief einen der Zivilposten heran, die unauffällig in der Nähe der Villa postiert waren.
„Nehmen Sie mal diese Schlüssel an sich!" redete er den Beamten an. „Sie haften mir dafür, baß niemanb bas Haus betritt, ber sich nicht ausweisen kann. Seber sonstige Besucher, ber sich bem Haus nähert, muß sofort bem Polizeipräsibium aemelbeA werden!"
Sowohl, Herr Kommissar!"
Dann fuhr Kriminalkommissar Wagner zum Magdalenenhospital.
(Fortsetzung folgt!)


