186. Jahrgang
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schlossen, die neugewonnene Einheit nicht durch Tschanghsüliang zerreißen zu lassen. Die Regierungspresse hält die Vernichtung der Reste des Heeres Tschanghsüliangs mit einem verhältnismäßig geringen militärischen Aufwand für möglich. Sie hasst auch, daß Tschanghsüliang doch noch dem Druck der geschlossenen öffentlichen Meinung nachgeben wird.
Die Muffert-Bewegung in Holland.
Amsterdam, 13. Dez. (DRV.) Die NSV. veranstaltete eine große Kundgebung, zu der sich über 10 000 Mitglieder aus allen Teilen Hollands eingefunden hatten. Der Führer der NSB.-Bewegung, Musfert, betonte, daß Holland endlich Anstrengungen machen müsse, dem Weltbolschewis- 'm u s zu begegnen. Insbesondere die holländischen Besitzungen in Ostasien schwebten in größter Gefahr. Musfert forderte eine Erhöhung der Verteidigungsmittel Niederländisch-Jndiens, Ausrottung des Kommunismus mit Stumpf und Stiel und eine gute Verwaltung. In Europa habe Holland die wichtige Aufgabe, eine Brücke zwischen England und Deutschland zu bilden. Holland müsse alles tun, um die Verständigung zwischen diesen beiden großen europäischen Nationen zu fördern. Die Jugend Hollands sollte durch Einführung der A r b e i t s d i e n st p f l i ch t wieder die Achtung vor der Arbeit lernen. Der Bauer, der Träger der Ernährung der Nation, müsse in seinem Besitzstand gesichert werden. Der Landarbeiter habe ein Recht auf die eigene Scholle. Die NSB. wolle durch die Arbeitsdienstpflicht die großen südlichen Teile der Zuidersee trocken legen lassen.
er die chinesischen Behörden zum Abfall von Nanking aufforderle, enthielt auch die Forderung nach einem Bündnis mit Sowjekruß- tand und die Aufnahme der Kommunisten in die Kuomintang. Dicse Forderungen bestätigten die Vermutung. daß der Schritt Tschanghsüliangs auf Befehl der Komintern erfolgte. Bereits Mitte November sickerte aus Sianfu durch, daß Tschanghsüliang ein willenloses Werkzeug der Kommunisten geworden sei und seine Truppen mit der roten Armee sich anbiederten. Die Beziehungen zu Kommunistenkreisen, die bereits im vorigen Jahr ausgenommen wurden, wurden derart eng, daß chinesische und ausländische Komintern-Vertreter sich in Sianfu heimlich auf- hiellen und dieBeraterTschanghsüliangs wurden. Auch die Nanking-Regierung war hinter die Fäden Tschanghsüliangs gekommen und plante Gegenmaßnahmen, die die Umzingelung der unzuverlässigen Truppen Tschanghsüliangs durch 50 ausgewählte Regimenter der Nanking-Regierung
unter dem Kommandeur der 1. Division, hut- sungnan, führen sollten. Am 11. Dezember glaubte Tschiangkaischek die Zeit gekommen, um Tschanghsüliang das Komando zum Kampf gegen die Banditen Nordwestens aus den Händen zu nehmen. Am nächsten Morgen jedoch unterbrachen plötzlich die Truppen Tschanghsüliangs die Lunghai-Bahn bei Tungkuan und entwaffneten die Leibwache Tsch i a n g kai sche ks, den sie gefangen nahmen.
Am Abend erließ Tschanghsüliang das erwähnte Rundtelegramm, das neben den genannten Forderungen auch die Kriegserklärung an Japan und das Ende der „diktatorischen Regierung" Tschiangkaischeks verlangte. Die Entschlossenheit, mit der alle diese Aktionen durchgeführt wurden, sieht im Widerspruch mit der bisherigen weichlichen Haltung Tschanghsüliangs, so daß man daraus schließt, daß die wirkliche Führung geschulte Kräfte der Komintern übernommen haben. Ein Vorliegen rein vaterländischer Gesichtspunkte für den Abfall Tschanghsüliangs von Nanking wird in chinesischen Kreisen allgemein geleugnet, vielmehr glaubt man, daß er persönlich sich lediglich im Nordwesten Chinas einen Ersah für den selbstverschuldeten Verlust seiner ererbten mandschurischen Satrapie schaffen wolle.
Sie Aanking-Regierung zur energischen Abwehr entschlossen
Tschiangkaischeck gefangen genommen.
Verrat Tschanghsüliaiig» in -er Provinz Schensi im Auftrag Moskaus
Aus Sesehl Moslaur.
Tschanghsüliang ein Werkzeug der Kommunisten.
Das Rundtelegramm Tschanghsüliangs, mit
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Moskaus im Fernen Osten ebenso gefährlich für den Frieden sei, wie die offenkundige Einmischung in Spanien. Es scheint ein von langer Hand vorbereiteter Plan zu bestehen, sagt das Blatt. Das „Journal" erklärt, daß Gewißheit bestehe, daß die Urheber der chinesischen Revolte für Rechnung der Sowjets arbeiten. Das „Oeuvre", das für feine sowjetfreundliche Einstellung bekannt ist, gibt trotzdem die Mitwirkung Moskaus zu. In der „Republique" werden die chinesischen Ereignisse ein kommuni st ischer Staats st reich genannt, der ernste Auswirkungen für den Frieden der Welt haben könnte.
Japan wartet ab.
Tokio, 13. Dez. (DNB.) Die Meldungen über die Vorgänge in China sind in Tokio mit großer Bestürzung ausgenommen worden. Das japanische Kabinett beschloß, zunächst die weitere Entwicklung der Lage abzuwarten. Falls es nötig sein werde, werde Japan umfassende Maßna hm e n ergreifen, um das Leben und die Sicherheit der japanischen Bürger in China zu schützen. Man sieht die Lage für ganz Ostasien besonders deshalb als gefahrdrohend an, weil der Kommunismus die treibende Kraft der Meuterei Tschanghsüliangs ist. Nach japanischer Ansicht ist die Krise ohne eine vollkommene Umbildung der chinesischen Z e n t r a l r e g i e - r u n g nicht zu lösen. Dom Oberkommando der in Nordchina stationierten japanischen Truppen wird mitgeteilt, daß die Lage vorläufig ruhig sei. Die japanischen Truppen seien jedoch darauf vorbereitet, jederzeit einzugreifen, wenn ein aktives Vorgehen erforderlich werde.
Nanking, 13. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) ; Die Nanking-Regierung hat den jungen Marschall : Tschanghsüliang, den Sohn des früheren Oberkommandierenden der Mandschurei, aller seiner Aemler enthoben, da er in einem Rundtelegramm alle chinesischen Behörden zum Auf stand gegen den Marschall Tschiangkaischek, den Präsidenten des Reichsvoll- zugsamles und Oberkommandierenden der Nankingtruppen, aufgefordert hat. Tschanghsüliang, der die chinesischen Truppen in der Provinz Schensi befehligt, hat den Marschall Tschiangkaischek, der sich in der Hauptstadt der Provinz Schensi, Sianfu, aufhielt, fowie eine Anzahl hoher chinesischer Persönlichkeiten, darunter den Innenminister, die Wehrkreiskommandeure der Provinz Fukien und der Gebiete von Honan, hupei und Schensi, gefangengeseht.
Wie „Central Daily News" berichtet, befand sich Tschiangkaischek seit längerer Zeit in Sianfu, um die Verteidigung der Provinz Suiyuan und der anderen nordwestchinesischen Provinzen gegen die Kommunisten zu leiten. Die Nanking-Regierung wies die Provinzialbehörden an, scharfe Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung und des Friedens zu treffen. Allen ausländischen diplomatischen Vertretungen wurde mitgeteilt, daß Marschall Tschanghsüliang gemeutert und den Marschall Tschiangkaischek in Sianfu festgenommen habe. Strafmaßnahmen gegen Tschanghsüliang seien eingeleitet. Der chinesische Staatspräsident Linsen passierte an Bord eines Kanonenbootes auf der Fahrt nach Nanking Schanghai. Dorthin sind auch der Finanzminister Kunghsianghsi und Frau Tschiangkaischek nach einer Konferenz mit politischen Führern Schanghais abgereist. In einer Sitzung des ständigen Parteiaus- scbusses und des zentralpolitischen Ausschusses wurde beschlossen, dem Finanzminister Dr. Kunghsianghsi das Präsidium des Reichsvollzugs- amtes vertretungsweise zu übertragen. Die Militärkommission wird um sieben Mitglieder, darunter der Generalstabschef und der Marineminister, vermehrt. Die Leitung der Militärkommission übernimmt General F e n g y u h si a n g. Die Nanking- Truppen werden der Militärkommission und dem Kriegsminister unterstellt.
Erste Kämpfe bei Sinanfu.
Schanghai, 13. Dezember. (Ostasiendienst des DNB.) Der Kommandeur der Wusung-Garmson in Schanghai berichtet, wie Domei Wanpo meldet, daß auf den Stadtmauern Sianfus rote Fahnen wehen und daß in der Nähe der Stadt dieerstenKämpfe zwischen Truppen Tschanghsüliangs und Streitkräften des Befriedungskommissars der Porvinz Schensi, der Nanking halte, ausgebrochen seien. .
Nach einem Bericht des japanischen Botschafters in Nanking, Kawagee, der sich augenblicklich tn Schanghai befindet, soll T sch i a n g k a i s ch e k nicht mehr am Leben sein. Eine Bestätigung dieser Mitteilung des japanischen Botschafters liegt noch nicht vor.
Gegen die Einheit Chinas.
Oie Moral in derWirtschastspraxis.
Bon Or. Carl Wellthor.
Die Woche an der Monatswende November-Dezember hat eine fast erdrückende Fülle von Wirtschaftsgesetzen gebracht. Am 28. und 29. November haben der Reihe nach Staatssekretär Backe vom Reichsernährungsministerium, Reichsminister Heß, Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister Darre und als letzter Ministerpräsident Göring auf dem Goslarer Reichsbauern- t a g an die Tüchtigkeit und die anständige Gesinnung des Bauern und Landarbeiters appelliert. Unmittelbar darauf wurde durch Vorverlegung des höheren Getreide-Ablieferungspreises um einen Monat der Anreiz zur Abgabe von Brotgetreide verstärkt. Einer Vermehrung des Schweinefleisch-Angebots im Dezember diente die Senkung des Preises für Fettscheine mit Wirkung vom 1. Januar 1937. Die Viehwirtschaft wurde revidiert. Zur Sicherstellung des Finanzbedarfs der Reichsautobahnen wurde der Motorenbetriebsstoff um 3 bis 4 Pfennig je Liter erhöht. Für alle übrigen Waren und alle Dienstleistungen wurde ein strenges Verbot der Preiserhöhung verkündet. In einer Fettoerordnung wurde der Bedarf der bedürftigen und minderbemittelten Volkskreise an billigen Speisefetten sichergestellt. Eine mit zahlreichen anderen Wirtschaftsgesetzen am 1. Dezember verabschiedete Novelle zum Deoisengesetz schloß Lücken der Bewirtschaftung, und ein Gesetz gegen Wirtschaftssabotage bedrohte widerrechtliche Vermögensverbringung ins Ausland und Unterhaltung heimlicher Auslandskonten mit dem Tode. Es ist selbstverständliche daß die nationalsozialistische Regierung alles dies durchsetzen will, — aber nicht allein durch Druck und Strafandrohung, sondern in möglichst großem Umfang durch freies Mitgehen.
Es ist eine Erscheinungsform jenes selbftgefälliaen Realitätengeistes, jede Moral in wirtschaftlichen Dingen zu leugnen. Für Unternehmer wurde der irreführende Satz erfunden: ohne Profit raucht kein Schornstein. Wenn das uneingeschränkte Geltung hätte, gäbe es keine verlustreiche Ausfuhr, sondern nur Jagd nach den Ueberschüssen liefernden Jnlandsaufträgen. Wenn hiergegen gesagt wird, solche Verlustgeschäfte geschähen aus höheren Rück- echten, hinter denen letztlich auch materielle Erwägungen ständen, so liegt hierin keine Entwertung oder gar Diffamierung. Wenn man die Bemühungen der führenden Wirtschaftspolitiker Deutschlands knapp charakterisieren will, kann man geradezu agen: sie sind bemüht, das deutsche Volk über seinen wahren Nutzen aufzuklären. Wer seine eigene Wohlfahrt als ein Stück der gesamten nationalen Wohlfahrt empfindet, besitzt eben jenen Gemeinsinn, dessen eine Vielheit von Menschen fähig sind, und dessentwegen man nicht an mythische Ideologien zu appellieren braucht. Die Skeptiker müssen nachdenklich werden, wenn sie sich vergegenwärtigen, in welchem Maß das nationalwirtschaftliche Wohloerhalten breiter Volksschichten die Folge besserer Wirtschafts-Einsicht ist.
Wir haben in der Zeit von 1918 bis 1933 ein halbes Menschenalter durchlebt, in dem auf diesem Gebiet ein falscher Glaube herrsche, nämlich der, daß es für die Gesamtheit und damit auch für die aus dem Gesamtschicksal des Volkes für den einzelnen fließenden Daseinsbedingungen unerheblich sei, wieweit ein Glied der Volksgemeinschaft seinem Sondervorteil auf Kosten der Gesamtheit nachjage. Wenn man nach den psychologischen Wurzeln des Nationalsozialismus forscht, wird man gerade der Bekämpfung dieser Lösung im Innern des deutschen Volkes eine besondere Bedeutung beimessen müssen. Der Streit im deutschen Hause hat fremden Mächten die Möglichkeit gegeben, unser gemeinsames Schicksal zu schädigen und zu gefährden. Selbst dort, wo man über höhere Sorgen und Pflichten wenig nachzudenken pflegt, beginnt die Erkenntnis, daß w i r alle gemeinsam den'Atlas auf unseren Schultern tragen, und daß jeder, der ausbricht, auf sich und die anderen die Gefahr heraufbeschwört, unter dem stürzenden Riesengewicht erdrückt zu werden.
Mit der materialistischen Auffassung, daß es nur an die richtige Erkenntnis vom persönlichen Nutzen des einzelnen zu appellieren gelte, kommt man aber nicht aus. In jedem höher gearteten Menschen lebt das Bedürfnis, im höheren Sinn „gut" zu handeln. Man hat darüber Betrachtungen angestellt, wie es zu erklären fei, daß früher über Kleinigkeiten ein großes Geschrei angestimmt wurde, und daß jetzt selbst über weitreichende Konsequenzen unserer Lage verständig und kaltblütig gesprochen wird. Die letzte Ursache liegt in der Verhältnismäßigkeit jedes Empfindens. In kleinen Zeiten erregen Bagatellen großen Lärm, und in großen Zeiten gehen selbst große Dinge geräuschlos über die Bühne. Im tiefsten Innern sind sich aber viele der Schreiber und Nörgler in kleinen Zeiten bewußt, wie unwahrhaftig ihr Gehabe ist. Zu ihrer inneren Rechtfertigung suggerieren sie sich selbst die Unerträglichkeit der an sie gestellten geringfügigen Zumutungen und sabotieren die Anordnungen der Staatsführung. Es ist ein alter, aber immer wieder mißachteter Grundsatz, daß man von tüchtigen und anständigen Menschen viel eher viel als wenig verlangen und erlangen kann.
Ist das richtig? Jeder von uns hat Freunde gehabt, die sich in den Jahren nach dem Kriege verbittert aus dem öffentlichen Leben zurückaezogeN haben. Sie waren von der Kompromißsucht und dem Opportunismus der Parteien angewidert. Die wenigen Idealisten, die in den damaligen Parteien geblieben waren, wollten die Hoffnung nicht auf» geben, daß doch einmal ein Sturmwind der Er-
Die Festnahme des Marschalls T schiang kar- schek ist ein schwerer Schlag für China. Der Marschall war der stärkste Exponent der Eimgungsbe- ftreunqen der Kuomintang, der nationalen Emhelts- partei Chinas. Von Nanking aus, dem Sitz der Re- aieruna, bemühte sich der Marschall, tue widerstrebenden Provinzen im Norden und Süden an einen Kernpunkt anzukristallisieren um auf diese Weise am sichersten den für die Geschichte Chinas charakte- riftitten Separatismus der Provinzgouverneure zu überwinden. Erst vor wenigen Monaten war es dem persönlichen Einsluh des Marschalls gelungen, die Generäle der Kanton-Provmzen zur Unterwer- fung unter die Zentralregierung von Nanking zu zwingen Die Rücksicht auf die lapantsche Jnter- v7ntionspolitik erschwerte dem MarMll em ähnliches Vorgehen in den chinesischen Nordprooinzen. Wahrend der seit langem schon lausenden, oftmals unterbrochenen und dann wieder ausgenommenen Berhandlunge mit Japan, das vor allem em ge- meinfames Vorgehen gegen den Kommunismus in Mittelchina sordert, war Tschiangkaischek genötigt, zur Ver eidigung der Provinz Suiyuan gegen mon- aolilcke Truppen nach Nordwesten aufzubrechen. Dort scheint nun dem Verrat des Gouverneurs der Provinz Schensi T s ch a n g h I u e l I a n g zum | UWMLTW gegen di? Einigungsbeftrebungen Tschmngkastcheko gewehrt. Er war von Tschiang atf*et 18281 »or
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lauer Machenschaften in China bedeute. In dem Artikel heißt es, die chinesischen Soldaten Tschiangkaischeks seien unzufrieden, weil sie gegen die chinesische Sowjetarmee vorgehen sollten. Sie hätten deshalb Tschiangkaischek gefangen gesetzt. China beginne eine einheitliche Aktion zu verwirklichen. Daher begrüßten die Kommunisten Frankreichs diese Ereignisse mit großen Hoffnungen.
Der „Matin" hat nicht den geringsten Zweifel an der Mitwirkung Moskaus. Das Blatt schreibt, darf sich nicht verhehlen, daß die Einwirkung
würde, wie ja auch anscheinend schon Agenten der Komintern in Sianfu, der Hauptstadt Schensis, bei dem Anschlag auf Tschiangkaischek und feine Begleiter die Hand im Spiel hatten. Die Nanking- Regierung scheint indessen entschlossen zu sein, sich durch die Machenschaften Moskaus nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Es wird indessen ihrer ganzen Tatkraft bedürfen, in diesem Augenblick die Einheit Chinas zu wahren und den Kommunismus, der aus den separatistischen Bestrebungen in den Nord- west-Provinzen Nutzen zu ziehen sucht, rechtzeitig niederzuschlagen. L.
Paris
fürchtet ernste Auswirkungen.
Paris, 14. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse verhehlt nicht, daß die Vorgänge wegen ihrer Hintergründe auch gefährliche Auswirkungen für Europa haben können. Daß diese Hintergründe vor allem in Moskau zu suchen sind, wird offen ausgesprochen. Der Führer der französischen Kommunisten, Senator C a ch i n, veröffentlicht in der „Humanite" einen Leitartikel, der ein klares Eingeständnis der Mos-
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nr. 292 Erstes Blatt 186. Jahrgang Montag, 14. Dezember 1936
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Schanghai, 14. Dez. (DNB. Funkspruch, Ostasiendienst des DNB.) Der stellvertretende Präsident des Reichsvollzugsamts, Dr. K u n g H s i a n g- H s i, begrüßte vor der Presse die aus allen Teilen Chinas einlaufenden Treuekundgebungen für die Regierung, die die Solidarität des Lantz es in der Verurteilung des verräterischen Vorgehens Tschanghsüliangs beweise. Die Initiative zur Revolte in Sianfu dürfte, so führte Dr. Kung Hsiang-Hsi weiter aus, van den unzufriedenen U n- terführ ern Tschanghsüliangs ausgegangen fei. Dr Kung Hsiang-Hsi verurteilte weiter scharf den gegen die Einheit des Reiches in schwerer Jeit gerichteten Verrat Tschanghsüliangs, der einen schweren Vertrauensbruch an Kiankaischek begangen habe. Der vorübergehende Personenwechsel würde auf den Kurs der Regierungspolitik feinen Einfluß haben. Das chinesische Volk werde im Vertrauen auf feine Regierung die Ruhe b e w a h- r e n, damit die Sianfu-Revolte ihren baldigen Abschluß finden könne.
Die Schanghaier Banken, die Handels- und Industrie-Bereinigungen, sowie die kulturellen Institute haben der Zentralregierung ein Treue- betenntnis übermittelt und sie gebeten, scharfe Maßnahmen zur Unterdrückung der Revolte in Shenst zu ergreifen, Im übrigen haben die Ereignisse aus die Börse IN Schanghai doch fo erhebliche Rückwirkungen ausgelost, daß das Reichsvollzugsamts den Schanghaier Dberburger= meister anwies, in Zusammenarbeit mit den Wirt- lckiastssührern für eine Beruhigung zu sargen,
Santon sandte eine Loyalitätser la- runq und sagte militärische Hilfe zu, falls solche notwendig sei. Die Nankingregierung ist fest ent-


