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Menschast im Kamps gegen die Schädlinge

Don Dr. Riehm, Direktor der Biologischen I^eichsanstali, Berlin-Oahlem.

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Züchtung Versuche gemacht werden, durch Kreuzung neue, krankheitswiderstandsfähiae Pflanzensorten zu gewinnen und sie der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen.

Im Kampf gegen die Schädlinge finden wir Hilfe in der Vogel- und Jnsektenwelt. Bekanntlich werden für unsere Singvögel verschie» denartige Nistgelegenheiten angeboten, die sich zum Teil als völlig ungeeignet erwiesen haben. Die Biologische Reichsanstalt hat deshalb eine Prüfung aller vorhandenen Ni st höhlenarten einge­leitet. Man betreibt in Dahlem auch die Züch­tung nützlicher Insekten-, so wird jetzt z. B. eine in Deutschland noch nicht heimische Raub­wanze untersucht, die nach den bisherigen Erfah­rungen in Frankreich bei der Bekämpfung des so gefährlichen Kartoffelkäfers Dienste leisten kann.

Um die Pflanzenschutzfoschung erfolgreich durch­führen zu können, sind Zweigstellen dec Bio­logischen Reichsanstalt in Naumburg, Aschersleben, Stade, Berncastel-Cues, Kiel, Gliesmarode, Königs­berg und Guhrau eingerichtet, die die Möglichkeit haben, die Schädlinge und Krankheiten der Kultur­pflanzen in den Hauptanbaugebieten zu studieren.

Für die Erforschung des Vorrats­schutzes ist in Dahlem eine Dienststelle eingerich­tet, die seit zwei Jahren bemüht ist, wirksame Mit­tel auf Bekämpfung des Kornkäfers ausfindig zu machen, eines Schädlings, der die Getreidelager, in denen die Brotreserven ruhen, bedroht. Alle wis­senschaftlichen Arbeiten der Biologischen Reichsan­stalt sollen unmittelbar praktischen Zwecken dienstbar gemacht werden. Deshalb werden hier auch die Richtlinien für die praktische Bekämpfung der Schädlinge ausgearbeitet und des­halb arbeitet sie auch in engster Fühlungnahme mit dem Reichsnährstand, den sie bei seinen Bestre­bungen in der Erzeugungsschlacht, durch Schäd­lingsbekämpfung die Erträge zu steigern, wissen­schaftlich berät.

Kernmayer, ferner zahlreiche Rechtsanwälte und Mittelschullehrer aus Klagenfurt, Villach und St. Veit. Sie werden beschuldigt, an Hilfsaktionen für arbeitslos gewordene Nationalsozialisten teilge­nommen zu haben.

Kraft durch Freude.

Wachsende Besucherzahlen im Gau Hessen-Nassau.

Freude, Frohsinn und Erholung zu bringen, ist mit die Aufgabe der NSG.Kraft durch Freude", die das Feierabendwerk des deutschen Volkes ist. Dabei soll die Ausgestaltung des Feier­abends allumfassend sein, alle Volksgenossen sollen gewonnen werden und allen soll neue Freude gegeben werden. Daß wir uns in unserem Gau nach Kräften bemüht haben, diese Aufgabe durch­zuführen, zeigen die Zahlen der Besucher, die in Veranstaltungen der NSG.Kraft durch Freude" zu Gast waren.

So können wir für das Berichtsjahr 1934, das erste Jahr der NSG.KdF.", 808151Besucher in unseren Veranstaltungen unterhaltender Art melden. Diese Zahl steigerte sich im zweiten Be­richtsjahr 1935 schon auf 1488 869 Besucher und die beiden ersten Monate des Jahres 1936 ergaben schon die Zahl von 610 259 Arbeitskameraden und -kameradinnen. Es ist ein Zug stetiger Auf­wärtsbewegung zu verzeichnen, ein Zeichen dafür, daß unsere Feierabend-Veranstaltungen sich immer weitere Kreise erobert haben.

Auch ihre Zahl wird immer größer. Während wir uns in den ersten Monaten nur mit der Durchfüh­rung in den Städten begnügten, drangen wir bald auch auf das flache Land vor und heute wird es wohl kaum noch eine Gemeinde unseres Gaues geben, in der nicht irgendein Abend der NS.-G.Kraft durch Freude" durchgeführt wurde. Am 2. Dezember 1933 fand der erste Bunte Abend in Frankfurt a. Main statt. Und schon ein Jahr später konnten 1498 Heitere Abende, Konzerte, Theater- und Operetten-Adende, Groß- Varieteveranstaltungen, Kameradschafts- und Hei­matabende, Feierstunden usw. als durchgeführt ge­meldet werden. Das Jahr 1935 brachte eine 250- prozentige Steigerung der Veranstaltungen, näm­lich 3834. Und die beiden ersten Monate des Jahres 1936 konnten schon 1007 Kraft-durch-Freude-Abende aufweisen.

So ergibt sich für den Gau Hessen-Nassau seit Bestehen des Feierabendwerkes der NSG.Kraft durch Freude" eine Zahl von 2 913 279 Besuchern, die sich auf 6339 Veranstaltungen verteilen. Wir können als Erfolg buchen, daß fast j e - der Einwohner unseres Gaues einmal bei der NSG.Kraft durch Freud e". z u © a ft war.

Aus aller Welt..

Ein neuer Deichbau auf Sylt.

Hamburg, 13. März. (DNB.) Im Rahmen der großen Landgewmnungs- und Landsicherungs­arbeiten an der Schleswig-Holsteinischen Nordsee­küste wird der Bau eines umfangreichen Deiches auf der Insel Sylt geplant. Der neue Deich soll sich von Morsum nach Rantum er­strecken. Ein weiteres großes Arbeitsvorhaben stellt die Versorgung weiter Marschgebiete des Kreises Norderdithmarschen mit einwandfreiem Trinkwaffer dar. Zu diesem Zweck ist der Bau eines ausgedehnten Rohrleitungsnetzes ge­plant. In der Gemarkung Borgholz bei Wen­ningstedt wird mit der Errichtung eines elektrisch betriebenen großen Pumpwerkes begonnen werden, das noch bis zum Sommer d. I. fertig- gestellt werden soll. Bei der Durchführung beider Vorhaben wird eine beträchtliche Anzahl erwerbs­loser Volksgenossen auf längere Zeit Arbeit und Brot finden.

Grohseuer in einer chinesischen Eisenbahnwerkstätte.

In den Eisenbahnwerkstätten der Peiping-Hankau- Bahn in Tschanghsintien brach in einer der letzten Nächte ein Großsener aus, das erst im Lause

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öiebefreiende Revolution" in Paraguay.

Asuncion, 12. März. (DNB.) Die Regierung von Paraguay veröffentlicht eine Verordnung, in der die Bevölkerung aufgefordert wird, freiwillig mitzuarbeiten an der Verwirklichung der hohen Ziele der Revolution. Es seien verboten jede ) r i d a t e politische Betätigung, sowie jede organisatorische Tätigkeit von politischen Parteien und Gewerk­schaften für die Dauer eines Jahres. Alle Ge­biete der Sozialpolitik, desgleichen Gegensätze zwi­schen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, sowie die Frage der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorgani­sationen würden durch das Innenministerium ge­regelt werden. Die Schaffung einesNationa­len Arbeitsamtes" sei vorgesehen. Die Ver­ordnung will dem dringenden Bedürfnis gerecht werden, den politischen sowie staatsrechtlichen Um­fang derbefreienden Revolution" un­zweideutig festzulegen. Das Volk müsse in voller Deutlichkeit die neue Struktur des Staa - t e s erkennen können, um sich davon Rechenschaft zu geben, daß diese Revolution den im heutigen Europa vollzogenen sozialen Umwand­lungen gleichkomme.

ErneuterVormarsch in Abessinien

Rom, 13. März. (DNB.) Der italienische Heeres- bericht besagt:Die Erythräa-Front ist in Bewegung geraten. Im westlichen Tiefland haben unsere Abteilungen das Gebiet von A l c a » dra erreicht, wobei sie von der Bevölkerung freund­lich begrüßt wurden. Eine vorgeschobene Abteilung des III. Armeekorps gelangte bis F e n a r o a. Die Luftwaffe belegte wichtige feindliche Truppenzu­sammenziehungen im Gebiet von Encetcab und südlich von Quorum mit Bomben.

In der Somali-Front nimmt die Tätigkeit unserer Flieger zwischen Neghelli und Addis Abeba im Seen-Gebiet ihren Fortgang. Bewaffnete Banden der uns ergebenen Galla Borana führen erfolgreiche Kleinkämpfe durch, wäh­rend sich alle Stämme aus den Grenzgebieten rund um Neghelli ansammeln, um unseren Schutz zu suchen. Die Einrichtung der Zivilverwaltung in den besetzten Gebieten nimmt ihren Fortgang. An der Südfront von Bali werden ununter­brochen die täglichen Kampfhandlungen unserer Luftwaffe gegen die wichtigsten feindlichen Stütz­punkte der Armee des Dedschas Beiene Merid durchgeführt."

Als -besonders wichtig bezeichnen die italienischen militärischen Stellen den Umstand, daß das irre­guläre Eingeborenenkorps, das seit Monaten lediglich am Setit-Fluß die Wacht hielt, den Setit überschritten hat und auf dem äußersten rechten Flügel die Vorhut bereits tn Nogara, wenige Kilometer von der Sudangrenze entfernt, steht. Das zweite Korps setzt seinen Vor­marsch südlich des Takazze in die Hochebene von Semien fort. Das dritte Armeekorps bewegt sich auf seinem Vormarsch in südlicher Richtung auf Sokota zu. Es scheint, daß das erste Armeekorps mit seinem linken Flügel bis dicht an den Aschangi-See vorgedrungen ist.

Auch Zusammentritt des ^Zer-Ausschusses in London?

Lon dyn, 14. März. (DNB.) Reuter berichtet, daß auf Ersuchen d e r italienischen Ab- Ordnung wahrscheinlich der Dreizehner-Ausschuß des Völkerbundes in der nächsten Woche in Lon­don gufammentreten werde. Italien sei der Auf­fassung, daß nach der Annahme des Vorschlages, in Verhandlungen über die Einstellung der itlaienisch- abessinischen Feindseligkeiten einzutreten, dies im Hinblick auf die Bedeutsamkeit der italienischen Mit­arbeit bei der europäischen Hauptfrage ein geeig­neter Augenblick sei.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Dr. Frick übermittelt der deut­schen Bevölkerung folgende Danksagung: Zu mei­nem Geburtstag sind mir aus allen Teilen Deutsch­lands und aus allen Kreisen der Bevölkerung zahlreiche Glückwünsche zugegangen, die mich außerordentlich erfreut haben. Da es mir un­möglich ist, allen denen, die meiner so freundlich gedachten, persönlich zu danken, bitte ich auf diesem Wege meinen herzlichen Dank entgegenzunehmen.

Wenn es gilt, dem deutschen Boden die höchsten (Erträge abzuringen, ist es unbedingt notwendig, dafür zu sorgen, daß die Keimung der Saaten ebenso wie das Wachstum der Pflanzen durch Schädlinge und Krankheiten nicht beeinträchtigt werden; mit anderen Worten, es muß für einen wirksamen Pflanzenschutz gesorgt werden. Neben dem Pflanzenschutz tut Vorratsfchutz not; es muß verhütet werden, daß die eingebrachte Ernte durch Schimmelpilze, Bakterien, Insekten oder andere tierische Schädlinge vernichtet wird. Das für Pflanzenschutz und Dorratsschutz notwendige wis­senschaftliche st zeug zu liefern, ist Auf­gabe der Biologischen Reichsan st alt für Land- und Forstwirtschaft in Berlin- Dahlem. Hier wird die. Lebensweise der Schädlinge erforscht; denn nur bei genauer Kenntnis der Bio­logie der Schädlinge ist es möglich festzustellen, zu welchem Zeitpunkt die Bekämpfung den sichersten Erfolg verspricht. Sv untersucht man in den zoo­logischen Laboratorien der Biologischen Reichs­anstalt verschiedene schädliche Insekten, die unsere Kulturpflanzen bedrohen; in den botanischen und mykologischen Laboratorien wer­den die Krankheitserreger studiert, die Fäulnis der Kartoffeln oder Krankheiten von Getreide- und Gemüsepflanzen Hervorrufen. Wieder in anderen Dienststellen der Biologischen Reichsanstalt werden die chemischen Mittel untersucht, die zum Beizen des Saatgutes und zur Bekämpfung von Raupen und anderen Schädlingen in fo großer Zahl in den Handel gebracht werden.

Die Anwendung chemischer Mittel, die oft starke Gifte enthalten, würde überflüssig sein, wenn es ge­lingen würde, Pflanzensorten ausfindig zu machen, die gegenüber den Krankheitserregern unanfällig sind. Die Dienststelle für Sortenkunde ist deshalb bemüht, die Anfälligkeit der verschiedenen Sorten unserer Kulturpflanzen gegenüber den wich­tigsten Krankheiten, zu prüfen, während in der Dienststelle für Vererbungslehre und Jmmunitäts-

von 40 englischen Meilen von allem militärischen Schutz zu entblößen und im Innern des Londes eine kleine Armee zu halten, die kaum genügt, innere Unruhen zu bekämpfen.

K: Aber das ist ja unoor{teilbar. Wie soll­ten mir, als Engländer jemals unsere Küste im Stich lassen?

L: Und Deutschland denkt genau so. Während es abrüstete, im Glauben auf den gleichen guten Willen anderer Völker, rüstete man allerorten auf. In Deutschland sah man dieser Entwicklung so lange genug geduldig zu.

K: Hm. Ader kann man Friedensvorschlagen, bie zusammen mit einer militärischen Wiederbesetzung erfolgen, denn glauben? Muß man nicht miß­trauisch fein?

L: Adolf Hitler hat in mehr als einem Dutzend Reden den europäischen Nationen ehrliche Friedens- Vorschläge gemacht. In Frankreich entrüstete man sich, weil Deutschland die Anmaßung besaß, von Gleichberechtigung der großen europäischen Völker zu reden, und in England tastete man die Vorschläge vorsichtig ab und kam vor lauter Vorsicht überhaupt zu keinem Wunsch, wirklichen Frieden zu schaffen. Nur einmal zeigte es sich, wie leicht man Frieden haben kann, wenn man will: beim Flotten­abkommen. Wie kann man von Mißtrauen gegen Deutschland reden, wenn man der Regierung nicht ein einzigesmal die Chance gibt, diese Vorschläge in die Tat umzusetzen? Für uns Eng- länder ist Sport oft wichtiger als Politik und wir brüsten uns, die besten Spielregeln der Welt zu be­sitzen. Aber dieses Mißtrauen wäre gegen jeden Sportgeist. Wann endlich wird man nicht stets auf Frankreichs Forderungen hören und endlich einmal an England und nur an eng­lische Interessen denken, anstatt sich im politischen Schlepptau unserer gallischen Nachbarn ziehen zu lassen.

K: Ich verstehe Sie jetzt. Man sollte Deutsch­land eine Chance geben. Es hängt von Hit­lers weiteren Handlungen ab.

I.: Ganz im GegenteN: Frankreichs Hal­tung ist entscheidend!

Das waren in gedrängter Unterhaltung die Mei­nungen, denen ich allenthalben begegnet bin. Viel­leicht ist dieses Gespräch einleuchtender und klarer als hundert Pressekommentare.

Schweden wünscht sich herauszuhatten.

Stockholm, 12. März. (DNB.)Stockholms Tidninaen" warnt die skandinavischen Länder vor einer Beteiligung an Maßnahmen des Völkerbundes in dem augenblicklich von Frankreich gewünschten Sinne. Aeußerste Wachsamkeit sei notwendig, zu­mal die skandinavischen Staaten es niemals zulassen könnten, daß der Völkerbund zu einem Werkzeug gewisser Grvßmachtsin- 1 e r e s s e n herabsinke. Schweden sei nicht nach Genf gegangen, um den Frieden von Versailles und den Vertrag von Locarno zu garantieren, sondern um zur Sicherung des Friedens und zur Verständigung Zwischen den Völkern beizutragen.Svenska Mvr- genbladet", erklärt, Schweden habe keinerlei An­teil an der Gestaltung des Versailler Friedens; es iönne daher auch keiner Verantwortung für dessen Folgen und der Locarnovertrag sei eben als der­artige Folge anzusprechen auf sich nehmen.

Nach Auffassung desAftonbladets" verlangt Frankreich die Zurückziehung deutscher Truppen aus dem Rheinland lediglich aus rein strategischen (gründen, um sich so militärische lieber- l e g e n h e i t gegenüber Deutschland zu sichern. Für Deutschland bilde das Rheinland einen unum­gänglichen Sicherheitsfaktor. Deshalb |ei auch die französische Forderung unannehmbar, imb das um so mehr, als Deutschland ebenso wie Frankreich ein Recht auf eigene Sicherheit habe. ,Nya Dagligt Allehanda" kommt zu dem Schluß, Daß es keinen Menschen mehr gebe, der noch glau­ben könnte, mit Sanktionen den Frieden zu Pchern. Für Schweden ergebe sich daraus die ein­zig richtige Folgerung, zu der überlieferten stren­gen Friedens- und Neutralitätspvli- 1 i k zurückzukehren.

Das Unterhaus stimmt dem Heereshaushatt zu.

des nächsten Nachmittags eingedämmt werden konnte. Die Werkstättenanlagen wurden schwer be- schädigt. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß der Brand auf einen Sabotageakt zurückzu- sühren ist, der in Verbindung mit den Aktionen der Kommunisten in der Provinz Schansi steht.

hohe Zuchthausstrafen für internationale Münzfälscher.

Nach zwölftägiger unter Ausschluß der Qeffent- lichkeit geführter Verhandlung verurteilte die Straf­kammer des Landgerichts Berlin den 38jährigen Salomon S m o (i a n o f f und den 50jährigen Adram Lenden, der aus dem Orient stammt, wegen fortgesetzten Münzoerbrechens zu je 5 Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Smolianoff, ein aus Rußland stammender Kunstmaler, hatte englische Zehnpfundnoten in besonders raffinierter Weise nachgemacht und durch seinen Mitangeklagten vertreiben lassen. Nach den Ermittlungen der Polizei handelt es sich um Mitglieder einer weitverzweig­ten internationalen Fälscherbänbe. Smolianoff wurde bereits in Holland, in der Schweiz und in Deutschland einschlägig vorbestraft.

Schwere lieberschwemmungen in kowno.

Die seit mehreren Tagen infolge Eisgangs ein­getretene Ueberfchwemmung in Kowno und Umgegend nahm bedrohliche Ausmaße an. Der Wasserspiegel her. Memel flieg infolge anhaltenden Regens bis zu sieben Meter. Fast die gesamte Alt­stadt und zahlreiche Straßen der Neustadt stehen völlig unter Wasser, so daß an einigen Stellen das Wasser bis auf wenige Meter an die Haupt­straße von Kowno heranreicht. Der Verkehr wird notdürftig durch Kähne aufrechterhalten. Eine An­zahl großer industrieller Unternehmungen, die an den Ufern der Memel und der Wilja gelegen sind, stehen unter Wasser, so die schwedische Zündholz­fabrik und eine große Gummifabrik. Sie mußten ihre Betriebe schließen. Dadurch sind über 1500 Arbeiter zeitweilig ihres Verdienstes verlustig ge­gangen. Unterhalb von Kowno, wo der Memel­strom zu einer Breite von vier Kilometer ange­schwollen ist, sind drei Dörfer über­schwemmt und von der Außenwelt abgeschnitten. Das Wasser reicht bis an die Dachfirste der Häuser. Die Einwohner konnten nur mit Mühe durch Mi­litär und Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. Die meisten Haustiere sind den Fluten zum Opfer gefallen und zahlreiche Häuser wurden von den Eis- schollen zerstört. Die Höhe des Schadens läßt sich

Verteidigungsmini st er ernannt roor- Öen. Jnscip ist 60 Jahre alt und gehört der Kon- ßervatioen Partei an. Als Vertreter der englischen Admiralität gehörte Jnscip im Jahre 1919 dem Ausschuß für die sog. Kriegsverbrechen an. Jnscip ist ein führendes Mitglied der Evangelischen Par- lei der Kirche von England und hat die Oeffentlich- teit wiederholt vor einem Uebergreifen des bolsche­wistischen Gottlosenfeldzuges nach England gewarnt. Än politischen Kreisen hat die Ernennung des neuen Verteidigungsministers große Ueberraschung ausge­löst, da sein Name in der umfangreichen Kan­didatenliste in den letzten Wochen mit keinem Wort -rwähnt worden war. Jnscips Hauptaufgabe wird Öie Koordinierung der drei Hauptwaffengattungen fein. Jnscip wird der Hauptoertreter des Minister- Präsidenten Baldwin im Reichsverteidigungsaus- sminifter hat das Recht,

London, 12. März. (DNB.) Kriegsminister Dufs-Cooper brachte am Donnerstag im Unterhaus Den Haushalt für das britische Heer «ein. Es sei notwendig, eine Armee au besitzen, die im Notfall auch außerhalb Englands in Erschei­nung treten könne. Man dürfe niemals von der Voraussetzung ausgehen, daß England in keinen künftigen Konflikt auf dem Kontinent verwickelt werden könnte. Mehr denn je fei England e i n Teil des europäischen Kontinents. We­niger denn je könne es sich auf die Vorzüge der Jnsellage verlassen. Kein Kenner der Kriegswissen­schaft hege Zweifel an einer wachsenden Bedeu­tung d e r Maschine bei militärischen Dingen. Der nächste Krieg werde ein Krieg der Maschinen und der Menschen sein. Duff-Cooper berichtete so­dann, daß England ein Tankabwehrgeschütz einführen werde, und daß acht weitere K a - ivallerie-Regimenter motorisiert wer­den würden.

Der Labour-Abgeordnete Major M i I n e r brachte einen Antrag ein, die Zahl des Mannschafts­bestandes der Armee herabzusetzen. Die Heeresvor- lage sei die unmfangreichste seit 13 Jahren. Der gegenwärtige Zusammenprall der Meinungen sei eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Frieden zu sichern. Der Antrag wurde mit 149 gegen 59 Stim­men abgelebt und der Heeresetat ohne Ab­stimmung angenommen.

DerneueenglischeÄerteidigungsminister

London, 13. März. (DNB.) Der General- ütaatsanroalt Sir Thomas Jnscip, ist zum

Die Dienstgebäude der Wehrmacht flaggen am 16. März 1936, dem ersten Jahrestage der Wieder­erlangung der deutschen Wehrfreiheit. Die im Dienst befindlichen Schiffe und Fahrzeuge der Kriegsmarine legen kleinen Flaggenschmuck an.

In den letzten Tagen sind nicht nur in Wien, sondern auch in den Bundesländern zahl­reiche Verhaftungen von Nationalso- aialiften vorgenommen worden. Unter den Ver­hafteten befinden sich u. a. auch der ehemalige Lan­deshauptmann von Kärnten, der Landbundführer

!lchuß sein. Der Verteidigungsminister hat das Recht, sine Sitzung der Stabschefs einzuberufen, falls er Dies für notwendig hält.

fchwemmungskataftrophe in den Nord­oststaaten der Vereinigten Staaten ist auf 30 ge­stiegen. Der gesamte Sachschaden der am meisten betroffenen sechs Bundesstaaten wird auf 50 Millionen Dollar geschätzt. In New Hampshire und in Connecticut haben die Ueberschwemmungen wei­ter zugenommen. Die Flüsse Merri-mac und Con­necticut führen stündlich größere Wassermengen herbei. Hunderte von Landstraßen sind überflutet. In niedriger gelegenen Gebieten sind die Wohn­häuser bis zum zweiten Stock ganz unter Wasser. In Pennsylvanien mußten ' mehrere Bergwerke wegen des Hochwassers geschlossen werden. Präsi­dent Roosevelt billigte die Verwendung von fünf Millionen staatlicher Notstandsgelder zum Zwecke der Bekämpfung des Hochwassers. Weite Gebiete von Südwest-Kansas, Nordwest-Qklahoma und Teile von Colorado wurden von einem heftigen Sandsturm heimgesucht. 200000 Menschen sind arbeitslos geworden, da infolge der Ueberschwem­mungen auch viele Kraftwerke und Fabriken, haupt­sächlich Spinnereien und Webereien, geschlossen werden mußten. Zum Schmelzen des 1,5 Meter hohen Schnees gesellten sich schwere Regengüsse, die in der Nacht zum Samstag erneut in Schnee- stürme übergingen. Die Lage der Bevölkerung wird dadurch noch verzweifelter. Das erneute Ab­sinken der Temperaturen hat jedoch einen Rückgang des Hochwasserstandes bewirkt.

66 Grindwale an Land getrieben.

An verschiedenen Stellen der Westküste Jütlands wurden dieser Tage insgesamt 66 Grindwale an Land getrieben. Die größten Tiere waren sechs Meter lang und mögen dis zu 2000 Pfund. Sie mußten teilweise mit Pferdevorspann an Land gebracht werden. Ein so reicher Fang an Grindwa­len ist in Dänemark seit langer Zeit nicht mehr ge­macht worden. Man nimmt an, daß den Walen entweder durch plötzliches Fallen des Wasserstandes der Rückweg ins Meer abgeschnitten worden ist, ober daß sie durch einen Sturm an Land getrieben worden sind.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der sich über Skandinavien nach England hin erstreckende Hochdruckrücken hat sich in seinem west­lichen Teile weiter verstärkt, während der im Oft» feegebiet liegende Wirbel in Auffüllung begriffen ist. Dieser Luftdruckoerteilung entsprechend findet noch immer eine Zufuhr kälterer Luftwaffen nach Deutschland statt, die sich in ihren unteren Schichten mit feuchteren, aus dem Mittelmeergebiet stam­menden Luftmassen vermischen und daher, beson­ders in Ost- und Mitteldeutschland, Anlaß zu Niederschlägen geben. Auch bei uns hat sich zur Zeit diese feuchtere Mischluft durchgesetzt, doch steht zu erwarten, daß die noch immer in der Höhe im Gang befindliche absteigende Luftbewegung nach unten hin durchgreift und Aufheiterung bringt.

Aussichten für Sonntag: Morgens viel­fach dunstig ober nebelig, sonst wolkig bis heiter, im allgemeinen trocken, nachs leichter Frost, tagsüber mieber etwas milber als seither, überroiegenb nörb- liche unb östliche Winbe.

Aussichten für Montag: Im wesentlichen trockenes unb heiteres Wetter mit langsam anstei- genben Tagestemperaturen.

Lufttemperaturen am 13. März: mittags 0,8 Grab Celsius, abenbs 1,2 Grab; am 14. März: morgens 1,4 Grab. Maximum 1,4 Grab, Minimum heute nacht 0,6 Grab. (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. März: abenbs 3,1 Grab; am 14. März: mor­gens 2,6 Grab Celsius.

Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilber: Dr. Friebrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwort­lich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. II. 36: 10 556. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G- sämtlich in Gießen.

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