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mußte mit einer schweren Verletzung der rechten Hand nach Gießen in die Klinik gebracht werden.

* D e ck e n b a ch, 13. Jan. Am morgigen Diens­tag kann die Witwe Louise L ö ch e l, geb. Korn­mann, ihren 79. Geburtstag feiern.

kreis Büdingen.

* Ober-Widdersheim, 12. Jan. Am gestri­gen Samstag erlitt der Landwirt Otto G e i st von hier bei Arbeiten an derHäckselmaschine eine schwere Verletzung der rechten Hand, die seine Ueberführung nach' der Gießener Klinik erforderlich machte.

LPD. Frankfurt a. M., 12. Jan. Am Sams­tag enlstand in einer Wirtschaft an der Landwirt­schaftlichen Holle in Frankfurt a. M. eine Schlä­gerei zwischen Zigeunern. Im Verlaufe dieser gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden drei Zigeuner erheblich durch Schläge mit Bierglä­sern und durch Messerstiche verletzt, so daß sie ärzt­liche Hilfe in Anspruch nehmen mußten.

Durch die Auseinandersetzungen wurde die Po­lizei auf einen bisher noch nicht aufgeklärten Word aufmerksam, der vor etwa einem Iahr in Wesermünde geschah.

Als Täter kommt der 28jährige Zigeuner Roja K o r p a t s ch in Frage. Er ist nach der Schlägerei am Samstag, an der er auch wieder erheblich be­teiligt war, geflüchtet.

Weiter wurde bei den polizeilichen Feststellungen in Erfahrung gebracht, daß ein großer Teil der Zi­geuner im Besitze von Devisen ist und Devisen verschiebt.

In einem Wohnwagen konnte neben anderen Devisen ein Betrag von 1 2 00 Gold-Dol­lars beschlagnahmt werden. Leider ge­lang es mehreren Zigeunern, vor dem Ein­greifen der Polizei mit größeren Devi- fenbetragen zu flüchten.

lieber eine Million deutscher Zungen und Mädel in den Fabriken und Kontoren, in Handwerk, handel, Industrie und Landwirtschaft, in Stadt und Land, in Nord und Süd, in Ost und West des Reiches treten zum 3. Reichsberufswett­kampf an! Keiner darf fehlen! Anmeldungen werden noch bis 15.)anuar von den zuständigen Kreis- und Ortswaltungen der DAF. entgegen­genommen.

Auf Grund der Vernehmungen wird von meh­reren 1 0 0 0 0 0 Mark in Devisen gesprochen. So werden die Zigeuner Bitschi R e b st o ft, 20 Jahre alt, und Josef R e b st o ck, geb. am 15. 8. 09 zu Hannover, als Devisenschieber gesucht.

Aus den Vernehmungen, die noch in der Nacht zum Sonntag von der Kriminalpolizei vorgenom­men wurden, geht hervor, daß

ein großer Teil der Zigeuner in Deutschland von Devisenschiebungen und anderen Betrüge­reien lebt.

An alle Polizei- und Zollfahndungsstellen ergeht daher im Einvernehmen mit der Zollfahndungsstelle Frankfurt a. M. das Ersuchen, jeden Zigeuner, wo er auch immer betroffen wird, sofort zur nächsten Polizeistation zu bringen, ihn dort eingehend zu durchsuchen und über seinen Lebensunterhalt zu vernehmen. Besonders notwendig ist eine Durch- suchuna der Wohnwagen. Dabei ist besonders hinter Doppelwänden, unter Lumpen und in Betten zu suchen. Besonderes Augenmerk ist auch auf die Zi­geunerfrauen zu lenken und festzustellen, ob sie in ihren Kleidern eingenähte Devisen bei sich führen.

Sachdienliche Angaben in dieser Sache wolle man an die Landeskriminalpolizeistelle Frankfurt a. M. oder die nächste Polizei- und Zollfahndungsstelle machen.

nichts. Schmidt lief einmal gefährlich weit aus seinem Tor, hatte aber Glück, indem die Berteidi- gung im kritischsten Augenblick den Ball noch in die Feldmitte befördern konnte. Eine Ecke für 1900 brachte nichts ein. Die letzte halbe Stunde des Kampfes brachte wohl harten Kampf um den Ball, viel Mittelfeldspiel, aber wenige aussichtsreiche An­griffe. In den letzten Spielminuten, da es vor beiden Toren Möglichkeiten zum Siege gab, ließen es die Mannschaften am Einsatz vermissen.

Der Schiedsrichter aus Friedberg nahm es mit seinem Amt sehr genau.

VfB.-Reichsbahri Gießen.

DfB.-R. III Lich I 1:2 (1:1).

Dieses Spiel wurde von den Gästen ziemlich hart ausgetragen. Die Gießener, die den Gästen körper­lich unterlegen waren, konnten sich nicht durchsetzen. Die Licker führten zuerst mit 1:0, mußten aber bis zur Halbzeit den Ausgleich hinnehmen. In der zwei­ten Spielhälfte erzielte der Halbrechte von Lich durch ein unhaltbares Tor die Führung. Kurze Zeit später mußte ein Gießener wegen Verletzung das Spielfeld verlassen und damit waren die Platzbe­sitzer endgültig geschlagen.

Trotz Ersatz konnte die 1. Jugend in Lollar mit 5:0 Toren siegen.

Die 2. Jugend siegte gegen Krofdorf mit 2:1 Toren verdient.

Hessen" Hersfeld erneut geschlagen.

Fuhball-Weisterschaftsspiele in Nordhessen.

Drei Meisterschaftsspiele waren am Sonntag nur im Gau Nordhessen angesetzt. Während zwei Tref­fen einenordnungsgemäßen" Ausgang nahmen, gab es im Kampf Spielverein Kassel gegen Hessen Bad Hersfeld eine Riesenüberraschung. Der bisherige Tabellenführer wurde von demAbstiegskandida­ten" Spielverein mit nicht weniger als 4:0 (1:0) Toren geschlagen. Dadurch kam Hanau 93 an die Spitze der Tabelle, da der Gaumeister zu Hause Kurhessen Marburg 3:1 (2:1) besiegte. Recht viel Glück hatte Borussia Fulda, das in Friedberg einen unverdienten 1:0 (0:0) Sieg errang. Durch den neuerlichen Punktverlust ist Hessen Bad Hersfeld aus dem engeren Wettbewerb und die Meisterschaft ausgeschlossen. Zwischen Hanau 93 und Borussia Fulda wird es wahrscheinlich nach einen harten Endkampf um den Gaumeister-Titel geben. Die Lage am Ende der Tabelle ist noch nicht geklärt, Spielverein Kassel ist durch seinen Sieg vom vor­letzten Platz weggekommen, den nunmehr Kurhessen Kassel einnimmt.

Aus anderen Gauen

Gau Bayern: Bayern München Wacker München 3:2; FC. 05 Schweinfurt 1860 München 3:3; BC. Augsburg SvBgg. Fürth 4:1 (Ges.- Sp.); 1. FC. Nürnberg FC. München 2:0.

Gau Südwest: Eintracht Frankfurt Opel Rüsselsheim 4:0; Kickers Offenbach FSV. Frankfurt 2:1; Union Niederrad FV. Saar­brücken 1:1; Borussia Neunkirchen FK. Pirma­sens 2:2; Wormatia Worms Phönix Ludwigs­hafen 5:0.

Gauliga-Handball-Ergebnisse

Von den neun nordhessischen Gauligavereinen war die Spieloereinigung 1900 Gießen diesmal spielfrei. Die beiden führenden Mannschaften gewannen ihre Spiele, so daß Aenderungen in der Tabelle nicht eintraten. Kurhessen Kassel war in Eschwege zu Gast und gewann 6:3 (5:1), und der Gaumeister Kasseler Turngemeinde hatte den Neuling Kurhessen Mar­burg zu Besuch, der 7:2 (5:1) geschlagen wurde. Kur- Hessen Kassel steht mit 18:2 Punkten vor der Kasse­ler Turngemeinde mit 17:1 Punkten an der Spitze. Spielverein Kassel siegte in einem torreichen Lokal­treffen über Tuspo 86/09 mit 12:10 (7:5) und schob sich auf den vierten Platz vor. Im vierten Treffen des Tages unterlag der Tv. Kirchbauna mit 6:9 (3:3) dem Tuspo Bettenhausen.

Handball im DsB.-Neichsbahn.

VfB.-Reichsbahn gewinnt in Hachenburg 5:1 (2:1).

Am gestrigen Sonntag trafen sich zum fälligen Punktespiel in Hachenburg obige Mannschaften. Der VfB.-R., der in vollständig neuer Aufstellung sein erstes Punktespiel der 2. Runde austrug, konnte dieses Spiel mit 5:1 verdient gewinnen. Obgleich die Gießener Mannschaft in der ersten Halbzeit weit überlegen spielte, konnte sie das Ergebnis nur auf 2:1 stellen, da der Sturm mit seinen Schüssen sehr viel Pech hatte und der Gegner besonders in der Verteidigung hart spielte.

Nach Halbzeit konnte der Sturm durch gut durch­geführte Angriffe noch vier weitere Tore erringen. Besondere Anerkennung verdienen der Torwart, Fischer und die beiden Verteidiger. Die Läufer­reihe unterstützte in vorbildlicher Aufbauarbeit die Stürmer und gefiel durch sehr gute Ballabgabe.

Die Mannschaft dürfte in der Aufstellung: Fischer; Neubecker, Schneller; Baganz, Preß, Schwalm; Deuker, Langenohl, Behrmann, Herrmann, Haas zu noch weiteren Erfolgen kommen.

Ageunerals Devisenschieber und Mörder

Mit großen Oevisenbeträgen geflüchtet.

Kameradschafts-Abend der Fußball-Schiedsrichter.

Zu der eingerufenen Zusammenkunft waren alle Mitglieder der Ortsgruppe Gießen erschienen und gaben damit einen würdigen Rahmen für die vor­zunehmende Verpflichtung ab. Der Leiter der Kame­radschaft, Bruno Grote eröffnete die Zusammen­kunft und gab den für den Abend vorgesehenen Arbeitsplan bekannt. Dor der Verpflichtung der neu­aufzunehmenden Schiedsrichter ergriff der komm. Kreis-Schiedsrichter-Referent M i ch e l das Wort. Er führte folgendes aus: Wenn die Schiedsrichter nach bestandener Prüfung mit dem heutigen Tage in die Gemeinschaft ausgenommen würden, so müßten sie sich darüber klar sein, daß sie hiermit auch die Pflichten und Aufgaben gegenüber der Gemeinschaft übernehmen. Gerade die Schiedsrichterkameradschaft Gießen habe von jeher den Ruf gehabt, eine der besten im Gau XII zu sein. Die Gründe hierfür seien darin zu suchen, daß die Leitung der Kameradschaft alle ihre Kräfte dafür eingesetzt habe, einwandfreies Scbiedsrichtermaterial auf das Feld zu bringen. Aber es gelte nicht, das bis heute Erreichte auch in Zukunft zu behaupten, sondern noch mehr Brei­tenarbeit zu leisten und damit die Voraussetzung zu schaffen, daß noch mehr Schiedsrichter der Kame­

radschaft Gießen zur Leitung der Gauspiele als be­fähigt herangezogen würden. Als oberster Grund­satz eines jeden Schiedsrichters müsse gelten, ein mo­ralisch einwandfreier Mensch zu sein.

Hierfür könnte die Kameradschaft nur auf diese Weise sorgen, daß sie diejenigen, die diesen An­sprüchen nicht gerecht werden können, ausscheide. Denn es sei wichtiger, daß die Gemeinschaft als solche einwandfrei dastehe, als daß sie durch einzelne Glieder ihren guten Ruf einbüße. Weiter sollten sie immer daran denken, daß die Gemeinschaft ihnen nicht nur die Regeln und ihre Ausgelung ver­mittelte, sondern auch die Pflegestätte der Kamerad­schaft sei.

Daraufhin verpflichtete der Kreisführer Henkel die Schiedsrichter durch Handschlag.

Nach dem Bericht des Leiters Bruno Grote hat die Kameradschaft im vergangenen Jahre insgesamt 632 Spiele geleitet, davon 18 Gauligaspiele, 66 Be­zirksklassenspiele, 131 Kreisklassenspiele der ersten Kreisklasse, 290 der zweiten Kreisklasse und 127 der Jugendklasse. Der Mitgliederbestand konnte von 29 auf 53 erhöht werden. Eine Ehrung für Mitglieder, die sich besonders um den Nachwuchs verdient ge­macht haben, fand anschließend statt. Ein gemüt­liches Beisammensein beschloß den Abend.

Fußball der heimischen Mannschaften.

Fußball-Ergebnisse der Bezirksklasse.

1900 Gießen Naunheim 0:0. Niedergirmes Dillenburg 1:5. Frohnhausen Bissenberg 3:1.

Sinn 05 Wehlar 2:1.

Das Unentschieden auf dem Trieb in Gießen ent­spricht dem Spielverlauf. Wenn auch die Naun­heimer ein Plus im Sturm zu verzeichnen hatten, so wurde dieses durch die überragende Abwehrarbeit der Hintermannschaft der Platzbesitzer ausgeglichen.

Die Niedergirmeser scheinen sich mit ihrem Abstieg schon abgefunden zu haben, denn sonst märe die Höhe des Dillenburger Sieges unverständlich.

In Frohnhausen mußten die Bissenberger die Ueberlegenheit des Platzbesitzers anerkennen, die schon bet Halbzeit durch eine 2:0-Führung ihren Sieg sichergestellt hatten.

Die ©inner bewiesen erneut, daß sie auf eigenem Gelände kaum zu schlagen sind. Auf Grund dieser Ergebnisse hat die Tabelle folgendes Aussehen:

Vereine

Spiele

Gew.

Unentsch. Verl. Pkte.

Naunheim

14

9

3 2 21: 7

Vissenberg

13

9

1 3 19: 7

SV. 05 Wetzlar

14

8

2 4 18:10

BC. Sinn

15

7

1 7 15:15

VsB./R. Gießen

13

6

2 5 14:12

1900 Gießen

13

3

7 3 13:13

Frohnhausen

13

6

1 6 13:13

Dillenburg

14

5

2 7 12:16

W.-Steinberg

14 -

2

2 10 6:22

Niedergirmes

13

2

1 10 5:21

Durch das Unentschieden in Gießen hat Naun-

heim die Tabellenspitze

eingenommen. Da es die

restlichen Spiele alle auf eigenem Gelände auszu­tragen hat, so dürfte es mit größter Wahrscheinlich­keit den Meister der Gruppe stellen.

Zwischen SV. 05 Wetzlar und Bissenberg dürften schwere Kämpfe um den zweiten Tabellenplatz be­vorstehen. Aussichten auf die Führung haben beide noch.

Das gleiche Bild bietet die Mittelgruppe, in der jeder kommende Spielsonntag Aenderungen der Plätze bringen kann.

Da Dillenburg in Niedergirmes sich behaupten konnte, dürften Steinberg und Niedergirmes nicht mehr zu halten sein.

©pideereintgung 1900 Gießen.

1900 (Liga) Naunheim (Liga) 0:0 (0:0).

Etwa 1000 Zuschauer hatten sich zu diesem Kampfe eingefunben. Erwartungsvoll^ säumten sie das Spielfeld auf dem Platz der Spielvereinigung. Lei­der blieb ihnen eine leichte Enttäuschung nicht er­spart. Die Platzmannschaft war es, die Wünsche offen ließ. Die Elf kann von Glück sagen, daß wenn auch das Ergebnis dem Spielverlauf einiger­maßen entspricht der eine Punkt gerettet werden

konnte. Das Verdienst daran gebührt ausschließlich dem Tormann S ch m i d t, der zu seinem Abschieds­spiel in Gießen eine glänzende Figur machte, und den beiden Verteidigern feiler und Lippert. Der üturm der Blauweißen war schlechterdings un­fähig, sich auch nur in den klarsten Chancen erfolg­reich durchzusetzen. Die Läuferreihe der Blauweißen war ständig etwas überlastet, weil der Sturm kaum einen Ball zu halten vermochte. Mit Ausnahme des Mittelläufers, des neuen Mannes Kleinbell, der einen guten Eindruck machte, zeichnete sich in der Läuferreihe, wie auch im Sturm niemand aus. Selbst Heilmann, der auf Linksaußen sehr fehl am Platze erschien und nach der Pause auf halblinks stand, kam nie so wirkungsvoll zum Zug, wie es für die Mannschaft wünschenswert gewesen wäre.

Dagegen überraschten die Gäste in jeder Hinsicht nach der angenehmen Seite. Zwar blieb auch ihnen jeder Erfolg versagt, denn gegen die ausgezeichnete Hintermannschaft der Platzbesitzer konnten auch sie sich nur schwer durchsetzen, jedoch zeigten sie bessere Gesamtleistung. Die Gäste führten ein sehr schönes und flüssiges Kombinationsspiel vor, spielten sich ge­genseitig ständig und geschickt frei, waren immer mehr am Ball und rascher in ihren Entschlüssen. Die Gäste hatten in ihrer Elf keinen schwachen Punkt und es war eine helle Freude, ihre Aktionen zu ver­folgen. Wenn die Blauweießen mit gleichen Leistun­gen aufgewartet hätten, wäre es sicherlich zu einem hochdramatischen Kampf gekommen.

Bei Berücksichtigung alles dessen konnte aber der Sieg ebensogut an die Blauweißen, wie an die Naunheimer fallen, wenn sich die eine oder andere Mannschaft in den Schlußminuten zu einem furiosen Sturm hätte aufraffen können. So aber blieb es bei dem 0:0, das den Zuschauern wenig zu imponie­ren schien.

Es erübrigt sich fast, über den Spielverlauf im einzelnen zu berichten. Die Gäste waren im Feld­spiel meist überlegen. In der 11. Minute jagten die Naunheimer einen Strafstoß über die Latte. Eine Ecke, kurz darauf, vermochten die Gäste nicht aus­zuwerten. In der 16. Minute vergab Naunheims Halbrechter eine klare Chance. Eine Minute später leistete sich Mank denselben Scherz und schoß hoch über das Tor der Gäste. Ein weiterer Strafstoß für Naunheim ging neben das Netz. In der Folge zeigte Schmidt kurz hintereinander zwei glänzende Abwehren. Auch Lippert setzte sich einigemale sehr geschickt in letzten Sekundenbruchteilen ein. Vor dem gegnerischen Tor brachte Schmelz in der 30. Minute einen glänzender Torschuß aus ziemlicher Entfer­nung an, der Gästetormann hielt aber sehr sicher. 3n der Folge hatten wieder die Platzbesitzer in der Verteidigung schwere Arbeit, bei der sich u. a. auch Heiler auszeichnete. Leider wurde der Sturm der Blauweißen immer hilfloser.

Auch nach der Pause und nach erfolgter Um­stellung Heilmanns änderte sich an dieser Situation

Feier der zehnjährigen Wiederkehr der Turnhallenweihe Heuchelheim.

Die Feier des 10jährigen Bestehens der jetzt weit­hin bekannten Turnhalle zu Heuchelheim hatte unter den Mitgliedern lebhaftes Interesse erregt. Die Halle war voll besetzt, als das reichhaltige Pro­gramm sich abzuwickeln begann. Der festliche Auftakt zeigte auf der großen Bühne alle aktiven Turner und Turnerinnen in ihrer schmucken Kleidung mit Turn- und Reichsfahnen staffelförmig aufgebaut ein packendes Bild. Fahnensprüche, ein Sprechchor und Lieder der stattlichen Schar, begleitet von Mu­sik, führten die Zuschauer in den Sinn turnerischen Lebens ein.

Mit Genugtuung konnte der Vereinsführer Otto Rinn die Mitglieder mit ihren Angehörigen, Gau- oberturnroart Rudolf Paul, Gießen, die Vertre­ter des Turnkreifes, der Nachbarvereine, der Orts­gruppe und der Gemeindevertretung begrüßen. In seine Ansprache wies er auf den Idealismus und die Opferfreudigkeit der Männer hin, die sich mit aller Energie für die Schaffung eine solch gemein­nützigen Werkes, wie es die Turnhalle ist, eintraten und nicht eher ruhten, bis das Gebäude stand.

Dabei gedachte er unter anderem auch des Mit­begründers und Ehrenmitglieds des Turnver­eins Fabrikant Ludwig Rinn, der dem Bau weitgehende Unterstützung angedeihen ließ. In einem Schreiben er war wegen einer Fa­milienfeier am Erscheinen verhindert wünsch­te er dem Verein Glück und überwies ihm 1000 Mark für notwendige bauliche Verbesserungen.

Diese Nachricht löste lebhaften Beifall aus. Der Vereinsführer schloß seine beifällig aufgenommenen Ausführungen mit einemGut Heil" auf die Tur­nerschaft.

Hierauf gab Turner Fritz Rinn einen ein­gehenden Bericht über die Geschichte des Turn­hallenbaues. Die Zuhörer erhielten ein anschau­liches Bild von den ungeheuren Schwierigkeiten, die sich bei dem großen Objekt aus der Geldent­wertung der Inflationszeit, der Stabilisierung und bei der Aufbringung der hohen erforderlichen Mittel ergaben und doch alle überwunden wurden, so daß

die Turnhalle auf gesunde Grundlagen gestellt wer­den konnte. Dabei gedachte er auch des verstorbenen Ehrenvorsitzenden Friedrich Wilhelm Kreiling, der, obwohl schon betagt, in aufopfernder und un», ermüdlicher Tatkraft den Bau der Turnhalle be­trieb und leitete. Der Jugend steht jetzt der Bau zur Verfügung. Niemals aber solle sie die Leistung der Alten vergessen. Man müsse bedenken, daß die damaligen 166 Mitglieder, die meist nicht sehr gut gestellt waren, in schwerer Zeit 38 000 Mark auf­brachten und der Hallenbau insgesamt über 100 000 Mark kostete.

Kreisführer D a u p e r t überbrachte die Glück­wünsche des Kreises Lahn-Dill. Er wies auf die große vaterländische Erziehungsarbeit der deutschen Turnerschaft hin und überreichte dann an die sechs Turner Fritz Rinn, Hermann R e u s ch l i n g, Friedrich Karl Kreiling, Karl Kreiling, Fritz Sack und Ernst R e u s ch l i n g, die sich zur Zeit des Baus besonders eifrig der guten Sache wid­meten, den Kreisehrenbrief.

Eine außergewöhnliche Ehrung erfuhr der frühere Vorsitzende Lrdwig Schmidt, dem Gau-Oberturnwart Paul nach einer kernigen Ansprache für seine Verdienste den (Bau* ehrenbrief aushändigte.

Bürgermeister Rinn dankte im Namen der Gäste für die Einladung und wünschte dem Verein Glück für feine fernere Arbeit. Die Turnhalle sei jetzt längst als eine Notwendigkeit erkannt, und sie möge zum Wohle der Gemeinde und kommender Ge­schlechter noch auf Jahrhunderte hinaus ihrem guten Zweck dienen.

Die Festfolge brachte dann gute turnerische Vor­führungen der einzelnen Gruppen, schöne Musik der Kapelle E i n b r o d t und das Schauspiel Anzen­grubersDer Meineidbauer", das einen tiefen Ein­druck hinterließ. So ist auch diese Feier des Turn­vereins wie so viele, die er in den letzten Jahren veranstaltete, in würdiger Form verlausen. Selbst­verständlich wurden auch die in Not geratenen Volksgenossen nicht vergessen; es konnten 40 Mark an das Winterhilfswerk abgeliefert werden.

Kein Skisport im Gan 12/13.

Die im Gebiete des ehemaligen Mitteldeutschen Ski-Verbandes, heute Gau 12/13, am Sonntag vor­gesehenen Skiwettläufe der Kreise konnten wegen des Schneemangels nicht stattfinden und wurden auf den 25. und 26. Januar verlegt.

Die Gaumei st erschuften erfuhren eine wei­tere Verschiebung und wurden jetzt auf die Zeit vom 21. bis 24. Februar verschoben. Reifenberg im Taunus bleibt als Austragungsort bestechen.

Der Gaujugendtag wird am 1. März 1936 in Gersfeld in der Rhön abgewickelt.

Deutsche Skimeifterschaften endgültig in Oberstdorf.

Auf Grund des Wetterumschwunges können die Deutschen Skimeisterschaften nun doch in Oberst­dorf ausgetragen werden. Es wurde lediglich eine kleine Programm-Verschiebung vorgenommen und zwar wird der 50-Kilometer-Dau.erlauf am Montag, 20. Januar, nachgeholt. Die Wett­bewerbe beginnen am Donnerstag, 16. Januar, mit der 4X10-Kilometer-Staffel. Am Freitag fol­gen der 18-Kilometer-Langlauf und die Abfahrts­rennen. Da die Schneeoerhältnisfe im Walsertal noch gut sind, wird die Olympia-Kernmannschaft der Skiläufer vorläufig noch dort bleiben.

15 cm Neuschnee in Garmisch.

Die Wetterpropheten, die für Sonntag dem Werdenfelser Land die heißersehnten Schneefälle vorausgesagt hatten, haben diesmal Recht behalten. Schon in der Nacht zum Sonntag begann es in Garmisch-Partenkirchen zu schneien und am Sonn­tagmittag konnten bereits 15 Zentimeter Neuschnee verzeichnet werden. Der Schnee ist allerdings noch etwas naß, da die Quecksilbersäule immer noch drei Grad Wärme anzeigte. Aber die Wetterstatio­

nen glauben an ein weiteres Absinken der Tempe­ratur.

Am Sonntagvormittag begannen bei luftigem Schneetreiben die deutschen Eiskunstläufer die Pflichtübungen für ihre Meisterschaften. Freudig begrüßt wurde das Eintreffen der deutschen Eis­hockey-Olympiamannschaft, die auf dem Rießersee und im Olympia-Eisstadion ihren letzten Schliff Sames läuft deutschen 5000-m-Nekord

Mit einer ausgezeichneten Leistung wartete der Berliner Sames in Hamar (Norwegen) auf, wo er im 5000-Meter-Rennen hinter Wankberg und Staksrud als Dritter einkommend mit 8:45,5 Min. einen neuen deutschen Rekord im Eisschnelläufen aufstellte. Er verbesserte damit seine eigene Best­leistung von 8:52,3 beträchtlich. W. Sandtner wurde mit 8:53,7 Siebenter, lieber 1500 Meter war Sa­mes in 2:26,6 Siebenter, Sandtner mit 2:27,6 Zehn­ter. Das Gesamtergebnis sah Engnestangen mit 194,223 Punkten an erster Stelle, während Sandt­ner mit 200,753 Punkten Sechster, Sames mit 200,943 Siebenter wurde.

Kurze Sportnotizen.

Einen großen Sieg feierten Hollands Fuß­baller im Länderspiel gegen Frankreich im Pariser Prinzenparkstadion. Vor 35 000 Zuschauern siegten die Holländer mit 6:1 (2:0) Toren. Der Mittelstür­mer Bakhuys erzielte allein fünf Treffer.

Die Amateur-Fußba.llmannschasten von Frankreich und Ungarn standen sich in Lyon gegenüber. Nach einem schönen Spiel siegten die Franzosen verdient mit 2:1 (1:1) Toren.

(Sin Kunstturnkampf zwischen den GaueS Mitte und Brandenburg wurde in Gera ausge­wogen. Die Mitte-Turner siegten überlegen mit 708:652,2 Punkten. Bester Einzelturner war Alfred Müller-Leuna.