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auf 120 Stundenkilometer steigerte. Trotz der Schnelligkeit fährt der Zug bemerkenswert ruhig und stoßfrei. Mit dieser neuen Zugart ist auch ein neuer Beruf geschaffen worden: tm Zuge fahren in kleidsamer Livree Pagen mit, die das Gepäck und die Garderobe der Fahraäste in einen besonderen Aufbewahrungsraum schaffen und auch sonst um die Bequemlichkeit der Reisenden bemüht sind. Nach einer Fahrt von 4 7 Minuten traf der Zug in Lübeck ein.

Stellt Familienväter ein!

Eine Mahnung des Reichsbundes der Kinderreichen.

Berlin, 7. April. (DNB.) Der Reichs- bunt) der Kinderreichen, das Raffen- politische Amt der NSDAP., der Reichs­ausschuß für Dolksgesundheitsdienst und der Prä­sident der Reichsanstalt für Arbeitsver­mittlung erlassen einen Aufruf, in dem es heißt:

13 Millionen ungeborener deutscher Kinder, die im Wirtschaftsleben nur Ver­braucher sind, fehlen heute. Damit ist der natürliche Altersaufbau unseres Volkes gestört und em zahlenmäßiges Mißverhältnis zwischen Ver­brauchern und Erzeugern entstanden. Dieses Miß­verhältnis zwingt heute noch Millionen Menschen zur Erwerbslosigkeit und damit auch zur Verbrauchseinschränkung. Niemand hat an diesem Unglück so wenig Schuld, wie die kin­derreichen Eltern. Es leidet aber auch nie­mand so unter der Erwerbslosigkeit wie die kinder­reichen Familien. Ist der Ernährer einer solchen Familie ohne Arbeit, so ist damit nicht er allein be­troffen, sondern genau so die Mutter und die Kin­der. Schon dann müssen sich diese Familien mehr einschränken als Andere, wenn der Vater Arbeit hat, oft müssen die nachwachsenden Geschwister m der Ausbildung ^urückgesetzt werden, wenn die ar­beitsfähig gewordenen älteren Söhne und Töchter keine Lehrstelle, keine Arbeit finden. Wie verschärft sich das erst, wenn der Vater erwerbslos ist!

Noch sind unverhältnismäßig viele Väter und er­werbsfähige Angehörige kinderreicher Familien ohne Arbeit! Kinderreichen Familien ihr Fort­kommen erleichtern, ist größter und dringendster Dienst am Volke in einer Zeit, wo dieses um seinen Fortbestand ringt. Deshalb rufen wir alle, die Arbeit und Aufträge oder Lehrstellen zu ver­geben haben, auf: Denkt an die deutschen Vollfamilien, stellt ihre Ernährer, ihre Söhne und Töchter an, gebt ihnen Arbeit oder L e h r st e l l e n. Ihr werdet es nicht bereuen. Denn wer ein guter deutscher Vater ist, der wird mit doppeltem Eifer und doppelter Gewissenhaftigkeit für die Seinen arbeiten. Und die Kinder, die in diesen Familien von Jugend auf zu Gemeinschafts­geist, Einfügung und Arbeitseifer erzogen sind, sie werden sich überall als pflichtbewußte Menschen bewähren."

Abbau Oer privchen Vorschulen

Berlin, 7. April. (DNB.) Reichsminister Rust hat angeordnet, daß vom Schuljahr 1936 ab Lern­anfänger in privaten Vorschulen und Vorschulklassen nicht mehr ausgenom­men werden dürfen. In dem Erlaß heißt es, daß von jedem im grundschulpflichtigen Alter stehenden gesunden deutschen Kinde grundsätzlich der Besuch der öffentlichen Volksschule verlangt werden müsse. Diese sei für alle Kinder ge­meinsame nationalsozialistische E r - ziehungsstätte während der ersten Schul­jahre. Die Beibehaltung privater Vorschulen und Vorschulklassen widerspreche daher den national­sozialistischen Erziehungsgrundsätzen. Soweit Schul­anfänger bereits bei privaten Vorschulen oder Vor­schulklassen weiterführenden Privatschulen angemel- oet sind, sind sie daher wieder abzumelden und bei der zuständigen öffentlichen Volksschule an­zumelden. Nur falls in Ausnahmefällen die Auf­nahme in den öffentlichen Volksschulen außerge­wöhnlichen Schwierigkeiten begegen sollte (z. B. wegen etwa notwendig werdender Klassenteilungen), kann die Umschulung bis nach den Sommer­ferien verschoben werden.

Für den Ausgleich etwa entstehender erheblicher wirtschaftlicher Härten für die Unterhaltsträger der Privatschulen und die freiwerdenden Lehrkräfte durch geeignete öffentliche Maßnahmen sind wei­tere Richtlinien in Aussicht gestellt. Mit der Zah­lung von Entschädigungen wird jedoch nur in ganz besonders gelagerten Härtefällen gerechnet werden können. Für die Erteilung von Privatunterricht und den Besuch sogenannter Familienschulen gelten die bisherigen Vorschriften. Auf private jüdische Vorschulen und Vorschulklassen findet der Erlaß keine Anwendung.

Das Baugrubenunglück in Berlin.

Am dritten Verhandlungstag wurde der Diplom- Ingenieur Hugo Hoffmann, Direktor und Ge­schäftsführer der Berlinischen Baugesellschaft, ver­nommen. Der Angeklagte wies darauf hin, daß er auf Grund seiner langjährigen praktischen Tätigkeit im Bauwesen über umfassende Erfahrungen gerade auf den technischen Gebieten verfüge, die beim Bau der Untergrundbahn in der Hermann-Göring-Straße in Betracht kämen. Er wandte sich sehr erregt gegen die Sachverständigen, deren Gutachten zur Anferti­gung der Anklage gegen ihn verwendet worden seien und wies den Vorwurf zurück, er habe den ganzen Bau an der Unglücksstellemit den Augen des Brückenbauers" angesehen. Er habe häufig schon unter sehr schwierigen Verhältnissen, vor allem auch

an Baustellen unter Wasser gearbeitet. Hoffmann trat auch der Behauptung entgegen, daß die Berli- msche Baugesellschaft für die Durchführung des U-Bahn-Baues ungeeignet gewesen sei. Er verwies auf zahlreiche Bauarbeiten, die von der Firma zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten erledigt wor­den seien, so der Bau der Berliner U - Bahn, größere Aufträge für das Tiefbauamt des Magi­strats, sowie verschiedene Tiefbauprojekte für die Reichsbahn. Nach Erledigung der Schachtarbeiten im Abschnitt Tieck-Straße der Nord-Süd-8 - Bahn sei die Gesellschaft mit den Schachtarbeiten in der Hermann-Göring-Straße betraut worden. Bei der Ausschreibung habe die Gesellschaft mit rund 1,9 Millionen Mark damals das preismäßig niedrigste Angebot abgegeben. Damit sei sie um rund 28 000 Mark unter dem nächsthöheren Gebot geblieben. Seine Zusammenarbeit mit dem mitangeklagten 42jährigen Diplom-Ingenieur Fritz Noth sei außer­ordentlich gut gewesen. Noth sei Spezialist auf dem Gebiete des U-Bahn-Baues. Er wurde den an ihn gestellten Anforderungen in mustergültiger Weise gerecht, so daß er, Hoffmann, seine Ueberwachungs- tätigkeit ihm gegenüber eingeschränkt habe und mit Rücksicht auf seine umfangreiche Inanspruchnahme als Betriebsführer und Direktor auch habe ein« schränken können.

Neuer lettischer Gewaltakt gegen das Deutschtum.

Fortnahme des Rigaer Dommuseums.

Riga, 7. April. (DRV.) Völlig überraschend erschienen am Dienstag Beamte der lettländischen Denkmalsverwaltung in Begleitung von Polizei im Rigaer Dommuseum und versiegelten sämt­liche Eingänge des Museums. Das 21lu- futn ist Eigentum der deutschenGesell­schaft für Geschichte und Altertums­kunde zu Riga". Die Beamten wiesen dem Museumsvorstand ein Schreiben des staatlichen Denkmalsamles vor. 3n diesem Schreiben wird mlt- geteilt, daß Kultusminister T e n t e l i s am 6. April den vom lettländischen Denkmalsamt bereits am 14. Oktober v. 3. gefaßten Beschluß bestätige, das Dommuseum mit allen dazu gehörigen Samm­lungen der Gesellschaft einschließlich der Leihgaben in staatliche Verwaltung zu übernehmen. Das vom lettländischen Professor für Vorgeschichte Franz V a l o d i s unterzeichnete Schreiben wurde mit dem Artikel 20 des Denkmalsfchuhgefehes be­gründet, dem zufolge bei schlechter Verwal­tung oder ordnungswidriger Behand­lung historisch wertvoller Gegenstände diese in be­sonderen Fällen mit Zustimmung des Kultus­ministers in staatliche Verwaltung genom­men werden können.

Diese ohne Ankündigung erfolgte Maßnahme des lettländischen staatlichen Denkmalsamtes erinnert an das gleiche Vorgehen desselben Amtes am 5. Dezember v. 3. Damals wurden unter Hinzu­ziehung eines Polizeiaufgebotes die wertvollen Be­stände der Urkund en - und Handschriften­sammlung der Bibliothek derGesellschaft für Geschichte und Altertumskunde" geschlossen, um später in das lettische Staatsarchiv über­führt zu werden. Ein von der genannten Gesell­schaft anhängig gemachter Prozeß gegen das Denkmalsamt ist bis heute nicht zur Ver­handlung gekommen.

Heer und Poüttk in Japan.

Wiederherstellung der Disziplin.

T o k f o , 8. April. (DNB. Funkspr. Ostasiendienst.) Unter dem Vorsitz des Kriegsministers hat eine Kon­ferenz sämtlicher Divisionskommandeure, auch der Kommandeure aus Korea, Formosa, Nordchina und der Kw-antung-Armee begonnen, um Maßnahmen zu beraten, die das durch die letzten Vorgänge erschüt­terte Vertrauen des Volkes zum Heer wie­der Herstellen sollen. Die Kommandeure werden an­gewiesen werden, die Ordnung, und Disziplin im Heere durch Aufklärung oder aber auch gegebenen­falls durch schärfste Maßnahmen wieder aufzurichten. Kriegsminister T e r a u ch i und Vizeminister Urne» t s u sind scharfe Gegner der politi­schen Betätigung, wie sie in der letzten Zeit bei jungen Offizieren beobachtet word-m ist. Sie ver­treten die Ansicht, daß die politische Betätigung von Offizieren, die unerlaubte Herausgabe von Druck­schristen oder Erklärungen eine Disziplin­widrigkeit darstellen und somit gegen den kaiserlichen Befehl verstoßen.

jRefrufierunflöifditvierigfeifen in England.

London, 8. April. (DNB. Funkspr.) Im Unter­haus beantragte die oppositionelle Arbeiterpartei die Einführung einer Klausel, nach der die jungen Männer, die vor dem gesetzlichen Alter von 18 Jahren in die Armee oder Luftwaffe eingetreten sind, auf Antrag ihrer Eltern ober Pflegeeltern wieder entlassen werden können. Der Kriegs­minister machte darauf aufmerksam, daß die Re­krutierung gegenwärtig außerordentlich schlecht sei. England behalte allein unter den großen Mächten Europas ein Verteidigungssystem bei, das auf der Freiwilligkeit beruhe. Die Schwierigkeiten, mit diesem System durchzukommen,

mehrten sich. Der Kriegsminister würde die äußer­sten Anstrengungen machen, um die Zahl der Re­kruten zu vermehren. Sollte das Erfolg haben, so werde er gern das Gesetz entsprechens dem Antrag der Opposition ändern. Die Opposition zog darauf ihren Antrag zurück.

Kriegsminister Duff Cooper teilt ferner mit, daß die englische Armee in der Verwendung von Giftgasen als einer legalen Waffe der modernen Kriegführung aus gebildet werde. Dabei würden alle denkbaren Methoden der Abwehr versucht. Naturgemäß arbeiteten die militärischen Stellen bei der Ausbildung mit chemischen Sach­verständigen zusammen. Auf die Frage eines Ab­geordneten, ob Giftgase tatsächlich eine le­gale Waffe der modernen Kriegführung seien, gab der Kriegsminister keine Antwort.

Reichsminister Krank

Gast des faschistischen Kuliursenats.

Mailand, 8. April. (DNB. Funkspr.) Reichs­minister Frank nahm am Dienstagabend im Hause des faschistischen Kultursenats in Genua an den Eröffnungsfeierlichkeiten des deutsch-ita­lienischen Studienzirkels teil. Konsul Professor M o r e l l i begrüßte die Gäste im Namen des faschistischen Kulturinstituts. Anschließend sprach der deutsche Generalkonsul in Genua Dr. Linder über die Gründung der neuen deutsch-italienischen Studienvereinigung. Professor Marzicati sprach Reichsminister Frank seinen Dank für die Teil­nahme an der Gründung des italienisch-deutschen Studienzirkels aus. Reichsminister Frank zollte dem Werk des Faschismus und dem Duce feine hohe Anerkennung. Er hob die Bedeutung der deutsch-italienischen kulturellen Zusammenarbeit hervor, die dazu bestimmt sei, die Bande der Freundschaft zwischen den beiden Völkern immer enger zu knüpfen. Die beiden jungen Völker feien durch ein gemeinsames Schicksal gegenüber den alten Völkern verbunden. Ein Konzert klassischer deutscher Musik beschloß die Feier.

KeichSbürgschastenfürDolkswohnungen

Berlin, 7. April. (DNB.) Um die Finanzierung des Baues von Volkswohnunaen zu erleichtern, konnte schon bisher eine Reichsbürgschaft für hie Zweite Hypothek nach den Vorschriften für den Kleinwohnungsbau übernommen werden. - Der Reichsarbeitsminister hat nun durch Erlaß d i e Voraussetzungen für die Büraschastsüber- nahme den besonderen Bedürfnissen der Volkswohnungen angepaßt und das Verfahren wesentlich vereinfacht.

Die zweitekdF."-Flotte im Hafen von Lissabon.

Die drei ,K d F." -DampferDer Deutsche", St. Louis" undSierra Cordoba" haben gestern (Dienstag) zu ihrem zweiten diesjährigen Besuch im Lissaboner Hafen angelegt. Zum Empfang der zweitenKdF."-Flotte war die deutsche Kolonie fast vollzählig erschienen, an ihrer Spitze der deutsche Gesandte Baron von Hoyningen-Huene, weiter die Leiter der Ortsgruppen der NSDAP, urtb der Arbeitsfront sowie Vertreter des portu­giesischen Propagandasekretariats und der portu- aiesischen GründungFreude an der Arbeit". Es herrschte regnerisches Wetter, dennoch äußerten sich die Urlauber äußerst befriedigt über den bisherigen Teil ihrer Reise. Bevor die Schiffe angelegt hatten, brachte der Reiseleiter ein begeistert aufgenomme­nes Sieg-Heil auf Portugal und feinen Präsidenten aus und auf Deutschland und seinen Führer. Dar­aufhin wurden gemeinsam die Nationalhymnen ge­sungen.

Hindenburg" undGraf Zeppelin" im Südamerika-Dienst.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" wird seine erste diesjährige Südamerikafahrt am Ostermon­tag vom Werftgelände in Friedrichshafen aus antreten. Entgegen anderslautenden Meldungen teilt die Zeppelin-Reederei mit, daß die Landung des Luft­schiffesHindenburg" nach feiner Rückkehr von Südamerika auf dem Flugplatz in Löwenthal bei Friedrichshafen erfolgen werde, da einige Ein­richtungen der neuen Luftfchiffhalle in Frank­furt a. M. noch nicht fertiggestellt sind. Das neue Luftschiff wird in der Löwenthaler Halle bleiben, bis die Halle in Frankfurt a. M. bezugsfertig fein wird. Das LuftschiffHindenburg" befand sich Dienstagmittag bei der brasilianischen Sträflings­insel Fernando de Norona. Um 16 Uhr MEZ. überquerte das Luftschiff zum zweiten Mal den Aequator. Wieder gab es das übliche Aequator- Effen. 13 neue Täuflinge mußten sich dem hoch­notpeinlichen Verfahren einer Taufe durch den Windgott Aeolus unterziehen. Die Stimmung ist unverändert großartig.

Starke Schneefälle an der Westküste von Rordschleswig.

An der Westküste von Nordschleswig fielen grö­ßere Mengen Schnee, der trotz der vorge­rückten Jahreszeir liegen blieb. Die Schnee­massen waren teilweise so umfangreich, daß sie den Verkehr behinderten. Der Trieb­wagenzug zwischen Tondern und Rotenkrug blieb im Schnee st ecken und konnte erst nach einer halben Stunde seine Fahrt fortsetzen.

Der Mord an dem Altonaer Polizeibeamren aufgeklärt.

Wie erinnerlich, ist am 1. April der Revierober­wachtmeister Springer in Groß-Flottbek bei Ausübuna seines Dienstes von einem Einbrecher erschossen worden. Der Täter konnte zunächst unerkannt entkommen. Die Ermittlungen der Kri-

Landwirt mit schweren Kopfverletzungen in seiner Scheune aufgefunden.

Bald nach dem Auffinden gestorben.

Die krirninalpolizeislelle bei der Polizeidirektion Gießen meldet:

Am 7. April vormittags gegen 6.30 Uhr ging der 19jährige Sohn Adalbert des Landwirts Hein­rich Engel in Lorbach (Kreis Büdingen) in den dem Wohnhaus auf der anderen Straßenseite ge­genüberliegenden Stall. Da sein Vater etwa eine halbe Stunde vorher in den Stall gegangen war, um das Vieh zu füttern, dies jedoch nicht geschehen war, fiel dies dem jungen Manne auf. Er begab sich nun in die Scheune, um Futter zu holen, hier fand er feinen Vater, der noch röchelte, in einer Blutlache vor. Unter den Beinen des Ver­letzten lag eine völlig mit Blut besudelte Axt. Der 3unge rief seine gerade aus dem Fenster schauende Mutter hilfesuchend herbei, die auch so­fort mit dem anderen, 15 3ahre alten Sohn Alois in die Scheune eilte. Vorübergehende Dorfbewohner verbrachten mit den Angehörigen zusammen den Verletzten in feine Wohnung. Der sofort herbei­gerufene Arzt stellte eine große Anzahl leich- ler und schwerer S ch ä d e l v e r l e h u n g e n fest, die mit einer Axt verursacht waren. Auch der linke Unterarm, oberhalb der Handwurzel, wies zwei schwere Axthiebverlehungen auf. Kurz nach der ärztlichen Hilfeleistung verstarb der Schwer­verletzte.

Da nach einer Mitteilung der Gendarmerie Bü­dingen an die Kriminalpolizeistelle Gießen mit einem Verbrechen zu rechnen war, begaben sich außer den beiden vorgenannten Dienststellen auch die Staatsanwaltschaft Gießen und Beamte der Landeskriminalpolizeistelle Darmstadt an den Tat­ort, um die Ermittlungen gemeinsam aufzunehmen. Rach den umfangreichen Tatortfeststellungen und Erhebungen unter Berücksichtigung des Gutachtens des Amtsarztes nach der Leichenöffnung kam man ZU der Ueberzeugung, daß die zunächst bestandene Annahme, es liege ein Verbrechen vor, doch nicht mehr vollkommen aufrechterhal- t e n werden könne und große Wahrscheinlichkeit besteht, daß der Verstorbene den Freitod gesucht hat. Die polizeilichen Ermittlungen sind zur Zeit noch im Gange.

Minalpolizei führten jetzt zur F e st n a h m e des Täters. Es handelt sich um den 1901 in Rählings- hausen bei Dortmund geborenen Hans Kokot, der sich auch fälschlich Kolpek oder Kolzek nannte. Kokot ist wegen zahlreicher Einbruchsdiebstähle mehr­fach, das letzte Mal mit zehn Jahren Zuchthaus, vorbestraft worden. In dem Quartier Kokots wurde eine große Menge Sachen aller Art gefunden, die aus Villeneinbrüchen stammen. Kokot hat ein Teil­geständnis abgelegt, er ist aber vollkommen über­führt, die Schüsse auf Springer abgegeben zu haben. Heber 500 Todesopfer des Wirbelsturmes in USA.

Das amerikanische Rote Kreuz nimmt an, daß bei dem Wirbelsturm in den sechs Südstaaten übex 500 Personen getötet und 1727 schwer verletzt worden sind. Die Zahl der zerstörten Häuser wird auf 3200 geschätzt. Bisher wurden 429 Leichen geborgen.

Folgenschwere Kesselexplosion auf einem spanischen Fischdampfer.

Vor Coruna explodierte der Kessel eines spanischen Fischdampfers, wodurch 6 Mann der Be­satzung zerrissen wurden. Acht Seeleute wur­den schwer verletzt.

Ein neuer Sportflughafen in Rangsdorf bei Berlin.

Rach kaum achtwöchiger Bauzeit fand das Richt- fest des Sportflughafens Rangsdorf statt. Der 25 Kilometer südlich von Berlin gelegene neue Flughafen mit einem prächtigen Klubhaus des Aeroklubs am Rangsdorfer See, einem Flughafen- Leitungsgebäude, einem großen Derwaltungs- und Flugschüler-Gebäude und drei geräumigen Hallen wird Anfang Juli bereits in Betrieb genommen werden können. Die Anlagen wer­den also den zahlreichen Sportfliegern aus aller Welt, die zu den Olympischen Spielen nach Berlin kommen werden, zur Verfügung stehen.

Kleine politische Nachrichten.

In London wurde amtlich mitgeteilt, daß die General st absbesprechungen zwischen Groß­britannien, Frankreich und Belgien am 15. April in London eröffnet werden.

*

Frankreich behält diejenigen Soldaten un­ter den Fahnen, die am 15. April zur Entlassung hätten kommen sollen. Es sind Soldaten, die z u r ü ck g e st e l l t worden waren. Eine Angabe über die Za^l der unter den Fahnen gehaltenen Soldaten wird «icht gemacht.

In B u d a p e st trugen Ministerpräsident G ö rn- bös und der Führer der Kleinlandwirtepartei, Ab- georbneter Tibor Eckhardt, ein Pistolen» d u e l l aus. Es verlief unblutig. Die Gegner schieden unversöhnt. Grund zu dem Zweikampf war ein beleidigender Wortwechsel ;n einer Ausschuß- sitzung des ungarischen Abgeordnetenyausev.

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