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besitzt heute Kellereien, die etwa 1,5 Millionen Liter umfassen. Man kann jedem Besucher des Ahrtals empfehlen, diese Anlagen in ihrer riesenhaften Ausdehnung mit den großen Fässern und Bottichen zu besichtigen. Der Besucher darf jederzeit der freundlichsten Aufnahme und Führung versichert sein.
Noch an manchen andern Punkten kann man die eigenartige Schönheit dieser Talstrecke bewundern. Am jenseitigen Ufer arüßt von steiler Felshöhe die Sassenburg, vorbei gehts an der vielbesuchten L o ch m ü h l e, und dann führt der Weg in eine Felsenwildnis, aus der man durch ein großes Straßentunnel nach Altenahr gelangt. Auf schroffem Felskegel liegt die Burgruine Altenahr, einst eine kurkölmsche Zwingburg, von der man eine herrliche Fernsicht hat. Gegen den Rhein zu sieht man den zwischen Felswänden sich hindurchwindenden Lauf der Ahr immer wieder aufblitzen, während zu Füßen des Beschauers sich eine ganz großartige wildzerrissene Felslandscyaft ausbreitet.
Hinter Altenahr und dem benachbarten Kreuzberg macht sich schon das rauye Eifelklima bemerkbar, das die Rebe nicht verträgt. Die wilde Schönheit des Tales und mit ihr die Weinberge verschwinden und der Fluß eilt durch weite Wiesen und Auen, deren obere Hänge Wald bedeckt. Wer die Eifel besuchen will, kann sich jetzt bis Adenau der Bahn anvertrauen. Dem vom Ahrtal kommen-
Wanderfahrten.
Wehlar — kühler Grund — Kirschenwäldchen — Honigmühle — Wetzlar.
Mit Sonntagskarts fahren wir nach Wetzlar, durchschreiten die alte Reichsstadt bis zur Nauborner Straße, die wir bei den letzten Häusern verlassen, um einen Feldweg nach links einzuschlagen, der in das Heaelbachtal führt, das namenllich in feinem oberen Teil einen lieblichen Charakter aufweist. Am Ende des Tütchens, mitten im Wald gelegen, befindet sich eine überaus idyllische Ruhestätte, Kühler Grund genannt Von der Höhe fällt der kleine Bach in Kaskaden in das Tal und treibt dabei ein Mühlwerk, ein Hammer- und Sägewerk und vieles andere; alles äußerst kunstvoll in Miniatur angelegt Eine bescheidene Gaststätte dabei gewährt Erfrischungen. Unser Wea führt uns nun in stetem Anstieg durch prächtige Waldung hinauf zum hochgelegenen Kirschenwäldchen, einer vielbesuchten Wirtschaft mit weiter Fernsicht. Leider ist die weitere Wanderstrecke nicht markiert, doch ist der Weg, wenn man sich südwestlich hält, nicht zu verfehlen. Wir steigen langsam bergab und kommen nach der reizend im Sieben- müylental gelegenen Honigmühle mit guter Einkehr. Das Tal gehen wir jetzt abwärts bis zu einer Brücke, an der uns ein Fußpfad in die Höhe führt; wir gehen nunmehr auf halber Höhe eines Berges, dem sog. Pfarrweg entlang, immer schöne Blicke in das anmutige Tal, auf Nauborn und später auf Wetzlar genießend. Bei den letzten Häusern von Nauborn erreichen wir wieder die Straße, auf der wir nach unserem Ausgangspunkt Wetzlar zurückkehren. Dauer der Wanderung 3% Stunden.
Gladenbach — Hinterländer Schweiz — hünstein —< Dernbach — Wommelshausen — Erdhausen.
Vorn Bahnhof Gladenbach (Sonntagskarte) durchwandern wir das schmucke Städtchen, um in nordwestlicher Richtung in wenigen Minuten nach der Ruine Blankenstein zu gehen, von der sich eine hübsche Aussicht bietet. Gleich hinter der Ruine kommen wir in die sog. Hinterländer Schweiz, einen Walddistrikt mit zahlreichen gewaltigen Felsgebilden, die oft die groteskesten Formen und auch ihre entsprechende Bezeichnung haben. Beim Ausgang des Waldes treffen wir schwarze Dreiecke, die uns, zumeist durch freie Gegend, über Runzhausen hinauf zum bewaldeten Hünstein, dem nördlichsten Ausläufer der Alberge (530 m) führen. Prächtig ist der Blick von dem vor einigen Jahren errichteten Holzturm auf die Hinterländer Berge und das weite Land. Dann benutzen wir zunächst blaue Striche über den Racheishäuser Kopf oder Daubhaus (550 m), später blaue Dreiecke, die uns über das Hochliegende Dernbach mit Burgruine und das anmutig gelegene Wommelshausen bei der Station Hütte zur Bahn- strecke leiten. Auf guter Straße gehen wir nun der Bahn entlang über Weidenhausen nach Erdhausen, um von hier über Gladenbach heimzufahren. Wan- derzeit 5% Stunden.
Braunfels — Dianaburg —- Greifenstein — Edingen
Diese lohnende Wanderung beginnen wir am Bahnhof Braunfels (Sonntagskarte Braunfels—Katzen- furt zurück). Wir gehen zunächst in westlicher Rich- hing den Bahnkörper entlang, überschreiten bei Leun die Lahn und hierauf den Ort und folgen blauen Dreiecken, die uns, meist durch Wald, in 1% Stunden zur hochgelegenen Dianaburg mit gastlicher Försterei bringen. Entzückend ist der Rundblick vom Jagdturm auf das ausgedehnte Wäldermeer und die umliegenden Höhen. Nunmehr führen uns blaue Striche in l1/» Stunden durch den Wald, später an der in einem stillen Tal gelegenen Lungenheilstätte Elgershausen vorüber nach Greifenstein. Von der mächigen Burgruine, die besichtigt werden kann, er- schließen sich weite Blicke in das Land. Interessant ist auch oie Schloßkirche mit reichen, im Barockstil ausgeführten Stuckarbeiten. Der etwas steile, aber kurze Abstieg nach unferm Endziel Edingen, % Stunden, bietet nochmals großartige Blicke in das Dilltal mit zahlreichen Ortschaften. Von Edingen nach Katzenfurt nachlösen.
den Eifelwanderer wird tnmttfen der ernsten und herben Schönheit dieses Gebirges der Gegensatz zu der wilden Romantik der Ahr besonders stark bewußt werden.
die Lose einer örtlichen Wohlfahrtslotterie feilhiekk. Und so erstand er eines dieser Lose. Dieser Tage, kurz vor dem Pfingstfest, fand die Ziehung der Lotterie statt, und Herr Madiöre gewann den ersten Preis, ein kleines hübsches Einfamilienhäuschen. Und da er nur eine kleine Rente zu verzehren hat, ist der alte Herr überglücklich über fein Haus, von dem er, ohne sich dabei schämen zu müssen, vor aller Welt behaupten kann, er habe es durch Schwindel erworben.
Bom Stier geheilt.
(mn) Marseille.
Auf dringendes Anraten des Arztes beschloß dieser Tage der Vorarbeiter S. des Gutes Trois- ChSnes im französischen Departement (Tantal, feine leidende Frau in das Krankenhaus von Montsaloy zu bringen. Infolge eines bösartigen Nierenleidens war bei ihr eine Lähmung der rechten Hüfte ein- getreten, die voraussichtlich einen chirurgischen Eingriff notwendig machte. Bei jeher noch so leisen körperlichen Bewegung schrie Die Frau vor unerträglichen Schmerzen auf. S. packte die Patientin in warme Tücher, bettete sie in einen größeren vierrädrigen Handwagen und machte fick so, von zwei Freundinnen seiner Frau begleitet, nach Montsaloy auf. Auf dem ganzen Wege wimmerte das arme Geschöpf, da ihr Zustand nicht einmal das Rütteln des Wagens auf den Feldwegen vertragen konnte. Plötzlich aber wurden die vier Men- scken, die drei gesunden und der kranke, einer Erscheinung inne, die ihnen das Blut in den Adern gerinnen ließ: auf ihrem Wege, kurz vor der Stadt, raste ihnen ein wild gewordener mächtiger Stier entgegen, der sich offenbar von einem Transport losgerissen hatte, und stürmte mit blutunterlaufenen Augen, von einer schreienden Menschenmenge verfolgt, geradenwegs auf sie zu. Zuerst ergriffen die beioen Freundinnen hilferufend querfeldein die Flucht; der Mann versuchte vergebens, in aller Eile die kranke Frau aus ihrer dichten Umhüllung zu befreien und roeg^utragen — aber das Verhängnis kam immer näher, und schon war S. bereit, sich aufzuopfern und dem Stier allein gegenüber« zutreten, als die Kranke mit einem gewaltigen Satz aus dem Handwagen sprang und in langen Sprüngen ihren Gevatterinnen nacheilte. — „Sie lief wie eine Ratte", sagte später S. mit einem wenig poetischen Vergleich, „und war, als der (Stier endlich eingefangen wurde, längst in einem Bauernhause in Sicherheit. Und, was die Hauptsache ist: sie ist gesund geworden und kann wieder laufen."
Längst ehe sich die Eitel dem Fremdenverkehr erschloß, war bas in ihr Vorland eingescknittene A h r t a l bereits ein beliebtes Wanderziel. Es waren besonders die Musensöhne der benachbarten rheinischen Hochschule zu Bonn, die es gern und oft durchwanderten und in den traulichen Schenken dort fröhliche Einkehr hielten. Heinrich v. Treitschke z. B. — 1851 junger Bonner Student und Burschenschafter — hat in seinen Briefen das Ahrtal und seinen würzigen Wein gebührend zu würdigen ä. Ein eigenartiger Zauber liegt über diesem ich, und jeder, der zum erstenmal die Ahr entlang wandert, ist von den landschaftlichen Reizen und dem wechselvollen Formenreichtum überrascht, die ihn hier erwarten.
Von Remagen führt die Bahn durch die fruchtbare von Rhein und Ahr angeschwemmte „Goldene Meile", vorbei an der den Taleingang bewachenden Landskrone, einer steilen von einer Ruine gefrönten Basaltkuppe, nach Neuenahr, dem rheinischen Karlsbad. Durch prachtvolle Kuranlagen, die sich auf beiden Ufern der Ahr hinziehen, gelangt man bald nach Ahrweiler. Diese alte Winzer- und Gerberstadt bietet mit ihren gut erhaltenen Toren und Befestigungsanlagen, alter« tümlicken Häusern und Winkeln ein ungemein anziehendes Bild. Nach kurzem Marsch erreicht man talaufwärts das vielbesungene und weithin bekannte Dörfchen Walporzheim. Der weinfrohe Wandersmann wird nicht versäumen, in einer einst dem Kölner Domkapitel eigenen alten Schenke einzukehren. Ueber dem Eingang grüßt der Schutzpatron, der dem Haus den Namen gab, und schaut — den Himmelsschlüssel in der Haick) — mit mildem Blick auf die vielen durstigen Zecher herab, die jahrein, jahraus zu ihm gewallt kommen, um sich zu laben. Wer je hier im Schutze des Heiligen saß, den Pokal mit dunkelrotem Ahrwein vor sich, umgeben von fröhlichen Wanderern, der stimmt begeistert in die Huldigungen ein, die E. M. Arndt, Kinkel u. a. in ihren Liedern dem Ahrtal dar- gebracht haben.
Gleich hinter Walporzheim ändert sich das Bild, das Tal wird enger und die Schieferwände treten dicht an den Fluß heran, nur wenig Platz für Straße und Bahn lassend. Die „Bunte Kuh", eine scharf gegen den Fluß vorspringende phantastisch geformte Felsnase, leitet zu dem malerischsten Teil des Tales über, der sich bis in die Gegend von Altenahr erstreckt. An dem steilen Nordhang reichen die Weinbergterrassen bis zur waldbedeckten Hochfläche hinauf, und man bekommt einen Eindruck von der schweren Arbeit der Winzer, die mühsam Erde und Dünger die steilen Treppenstufen hinauftragen müssen. Der Weinbau des Ahrtales ist alt und geht in seinen Anfängen bis in die Römerzeit zurück. Hier wachst einer der besten Rotweine, die Deutschland aufzuweisen hat.
An einer Biegung des Tales kommt Mariental in Sicht, ein früheres Nonnenkloster, das später in den Besitz des preußischen Staates übergegangen ist. Das etwa hundert Morgen umfassende Weingut wurde zu einer Musterwirtschaft ausgebaut, dank deren Versuchen und Erfahrungen es den Winzern möglich ist, die Rentabilität des Weinbaues zu steigern.
Es ist hier ein herrliches Wandern, das forellenreiche, rauschende Flüßchen zur Seite! Ueber Dernau und Rech, zwei saubere freundliche Winzerdörfer, kommt man nach Mayschoß. Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde hier der erste Winzer- oeretn Deutschlands gegründet, und der Gedanke eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses der Winzer nahm von hier aus seinen Weg über alle Weinbaugebiete Deutschlands. Wenn es gelang in Zeiten, da Mißernten, Rebkrankheiten und Ungunst des Wetters dem Weinbau schweren Schaden au« fügten, die wirtschaftliche Not der Winzer zu beheben und darüber hinaus im Lauf der Jahre den Weinbau rationeller zu gestalten, so ift dies das Verdienst des unternehmenden Mayschosser Winzers Peter (Tormann und der von ihm ins Leben gerufenen Organisation. Der Mayschosser Winzerverein, stolz darauf, Deutschlands ältester zu fein,
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Mißglückte Volkszählung.
(zi) Wellington.
Kürzlich fand auf Neu-Seeland eine Volkszijh- lung aud) unter den (Eingeborenen statt. Die von der Regierung mit der Erhebung beauftragten Be° amten jedoch erlitten ausnahmslos in den ersten Tagen bei den Maoris ein völliges Fiasko- die Leute waren nicht dazu zu bewegen, auch nur eine "NMe Angabe über ihren Familienstand usw. zu ^Ue5 Zureden half nichts, bis man schließlich dahinter kam, daß unter den (Eingeborenen das öerudjt ging, diese Erhebungen dienten dazu, die Knegstuchtigen ihres Stammes für den Krieg in Abessinien festzustellen und auszusuchen.
Nngewöhnliche Tierfreundschaft.
(G.) Melbourne.
An den meisten Katzenausstellungen sieht man u. a. auch eine Katze, die in ihrem Käfig eine merkwürdige Freundschaft entweder mit einem Täub- chen oder sogar mit einer Maus geschlossen hat. Fast in all diesen Fallen handelt es sich um das Ergebnis einer mühseligen Dressurarbeit — die Tierfreundschaft jedoch, die heute unzählige Besucher des Zoologischen Gartens in Melbourne in Australien in Verwunderung versetzt, ist ohne jedes menschliche Dazutun zustandegekommen — Die Berberlöwin des genannten Zoos war vor einigen Wochen heftig erkrankt, lag regungslos in ihrem Käfig und verweigerte jede Nahrungszunahme. Selbst als man ein ausgewachsenes lebendes Huhn zu ihr hineinließ in der Hoffnung, daß dieser frische „Happen" ihre Lebensgeister wieder erwecken werde, enttäuschte sie ihr Pflegepersonal; im Gegenteil, sie leckte zärtlich das Federkleid des in den ersten Stunden noch kläglich zeternden Huhnes ab. Und als dieses dann, allmählich beruhigt, der kranken Löwin die sie belästigenden Insekten vom Fell zu schnappen und zu picken begann, entstand in der mächtigen Raubkatze so etwas wie ein mütterliches Gefühl für die Henne, und heute, nachdem die Löwin ihren Appetit und ihr Wohlbefinden wieder erlangt hat, darf das Huhn nachts sogar zwischen ihren gefährlichen Pranken schlafen.
Die Trümmer von Quetta.
(E. Bl.) Bombay.
Nach den letzten Nachrichten über die Aufräumungsarbeiten in der vor einem Jahr durch ein Erdbeben zerstörten indischen Stadt Quetta sind bisher über achttausend Leichen geborgen worden. Eigentum im Wert von 57 Lakh Rupien (etwa 6,5 Millionen Mark) konnte den Besitzern zurückgegeben werden. Ueber 12 000 Häuser wurden gerettet, und 16 000 Besitzansprüche anerkannt.
Damit sind die Aufräumungsarbeiten aber noch keineswegs beendet, denn dem Erdbeben fielen, wie erinnerlich, 60 000 Menschen zum Opfer, von denen sich immer noch ein großer Teil in der Stadt befinden muß. Aus Furcht vor Seuchen hatte man ursprünglich die Stadt militärisch absperren lassen und darauf verzichtet, die Leichen zu bergen und die Stadt wiederherzustellen. Von diesem Beschluß ist man abgekommen, da Quetta eine strategisch und wirtschaftlich sehr wichtige Niederlassung war.
Fingerabdruck für säumige Steuerzahler.
(—) Kapstadt.
(Eine Verhandlung vor dem Landeszivilgericht in Salisbury in Englands afrikanischer Kolonie Süd- Rhodesien hat die seit Jahren schon verbreitete Methode enthüllt, mit der sich die (Eingeborenen vor jeder Steuerzahlung drücken. Angeklagt war ein Neger, der eineinhalb Jahre lang seine Steuern nicht bezahlt hatte. Vor Gericht jedoch behauptete er, gar nicht der Mann zu sein, dessen Name in der Anklageakte stehe, und zum Beweise dafür zeigte er einen Patz vor, der allerdings auf einen ganz anderen Namen lautete und in dem sogar vermerkt war, daß der Inhaber bis dato pünktlich und restlos seine Steuern bezahlt habe.
Zum Unglück des Negers jedoch war ein englischer Steuerdetektiv in der Verhandlung anwesend, der den (Eingeborenen an Hand seiner Fingerabdrucke überführte, tatsächlich der Angeklagte zu fein. Der Beamte erklärte dem Gericht, dieser Fall fei nicht vereinzelt, und es herrsche unter den Eingeborenen ein schwunghafter Handel mit Pässen und Steuerquittungen, und die Steuerdrückeberger wechselten einfach ihre Identität in dem Glauben, der dumme Europäer könne sie dann doch nicht von seinen Rassegenossen unterscheiden, da ein Neger wie der andere aussehe. Man biete Leuten, die ihre Steuer bereits bezahlt hätten, bis zu zehn Dollars für den Paß mit der Steuerbescheinigung. Der Landesverwaltung seien dadurch in den letzten Jahren ungeheure Summen entgangen. Das geeignetste Mittel, hinter diese Schliche zu kommen, sei eben das Bertillonsche System. Und so geht die Regierung von Südrhodesien jetzt mit dem Plane um, von allen (Eingeborenen den Zwangs-Fingerabdruck für die Steuerverwaltung zu fordern.
Allerlei aus Amerika.
(A. Z.) Neuyor k.
Eine fliegende Spielhölle wurde von der Polizei von Los Angeles entdeckt und konfisziert. Es handelt sich um ein großes Luxusflugzeug, dessen Kabine in einen Spielsalon umgewandelt worden war. Jeder Flug kostete nur 15 Dollar, jedoch war der Unternehmer an dem Spielumsatz, der sehr bedeutend gewesen sein soll,^beteiligt.
Einen ausgefallenen Wettbewerb veranstaltete kürzlich die Stadt Houston in Texas. Es ging um die längsten Augenwimpern. Fräulein Minni Clark stellte mit Augenwimpern von mehr als 2 Zentt- meter Länge einen Rekord auf. Hoffentlich mären sie auch echt. *
Innerhalb von drei Tagen erhielten sieben prominente Männer in Buenos Aires, meist Politiker, Pakete mit Giftschlangen. Die vermutet
daß es sich um einen gemeinen Racheakt handelt, kannte aber die Absender noch nicht ermitteln.
Unter Beteiligung von vielen ehemaligen Frontsoldaten wurde kürzlich der Foxterrier Ruggs auf dem Militärfriedhof in Washmg on beigesetzt. Ruggs war der bekannteste amerikanische Knegshund. Er wurde zweimal verwundet und büßte Dabei em Auge ein. Ruggs' Regiment hatte vor einigen Jahren eine Biographie des Kriegshundes erscheinen lassen, die eine hohe Auflage erreichte.
„Landhaus für Maharadscha gesucht!"
(—) Liverpool.
Schon jetzt liest man in den englischen Provinzblättern, die in der Nähe von London herauskom
men, große und kleine Anzeigen, in denen für indische Fürsten Landhäuser zur Miete gesucht werden. Das ist die erste Vorbereitung auf die Königskrönung im nächsten Jahr, an der mindestens 200 Radschahs teilnehmen werden. Sie stellen in ihrer Gesamtheit die größte Versammlung östlicher Herrscher dar, die jemals nach Europa kamen. Unter diesen Fürsten wird auch der Nizarn von Haiderabad sein, der schon oft seine Europareise ansagte, dann aber immer wieder verschob. Auch der Gaekwar von Baroda, die Maharadschas von Kaschmir, Bikaner und Patiala werden unter ihnen fein. Soweit die indischen Fürsten die Reise nicht in eigenen Flugzeugen zurücklegen, sind schon mit den verschiedensten Schiffahrtslinien Sonderabkommen getroffen worden. Ganze Schiffe oder das Vorderteil eines Schiffes, ein ganzes Zwischendeck usw. !ind in Pauschale gemietet. Jene englischen Land- läufer werden schon jetzt gesucht, weil seyr oft um« angreiche Veränderungen der Inneneinrichtung notwendig sind. Das kommt vor allem daher, daß die Maharadschas durch religiöse Vorschriften mitunter gezwungen sind, von dieser ober jener Be- quemlichkett keinen Gebrauch zu machen. Eins steht jedenfalls fest: Die Maharadschas werden sehr viel Geld mit nach (Europa bringen und auch hier lassen, — ganz abgesehen von den prachtvollen Geschenken, an denen bereits heute viele Kunsthand- werker in Indien arbeiten.
Einträglicher Schwindelanfall.
(tp) Paris.
Der 69jährige Rentner Louis Madiöre in Auxerre machte kürzlich seinen gewohnten Nachmittagsspaziergang, als er plötzlich auf dem Bürgersteig einen Schwächeanfall erlitt. Es wurde ihm schwarz vor den Augen und er sackte auf dem Gehsteige vor einer Ladentür zusammen. Die Leute im Laden hatten dies beobachtet, holten den Bewußtlosen herein und brachten ihn mit Wasser und Riechsalz bald wieder zur Besinnung. Als Madiöre die Augen aufschlug, fand er sich in einer Verkaufsstelle der Tabakregie, deren Pächter und. Kunden freundlich um ihn bemüht waren. Und so wollte er, nachdem er sich von seinem Anfalle erholt hatte, nicht verschwinden, ohne seinen Dankgefühlen irgendwie Ausdruck verliehen zu haben. Madiöre ist zwar Nichtraucher, aber während er sich in dem Raume umblickte, gewahrte er, daß diese Tabakregie auch
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