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Bücher unter dem Weihnachtsbaum.

Deutsche Erzähler.

Das Selbstbildnis im Wandel der Zeilen

ein-

Zwei neue Viicher vom Weltkrieg

schwellt.

Max Mezger: Der junge Florian. Roman. 152 Seiten. Gebunden 2,40 Mk. Propyläen- Verlag, Berlin. (372) Weniger dem Thema als dem äußeren Umfang nach steht die Erzählung etwa auf der Mitte zwischen einer Novelle und einem Roman. Es wird hier auf dichterische

Bruno H. Bürgel: Sterne über Roman. Verlag Ullstein, Berlin, n crr>m____(:___9 QA STOP ___

erfüllung und Mut vor zweihundertfünszig Jahren den Türken besiegt hat. Wieder war der Türke auf­gebrochen, nach Westen, wollte Wien erobern, wollte das Reich zur türkischen Provinz machen, wollte über jeder Stadt die grüne Fahne des Pro­pheten statt des Reichsadlers haben. Wie schwer es war, den Türken zu zwingen, und was auf dem Spiele stand, davon mag auch hier zu lesen sein. Richt ein erfundenes Einzelschicksal wird geschildert, der Leser wird vielmehr hineingeführt in die Armee und in die Kämpfe um Ungarn im Jahre 1685. Die vielen Bilder im Text hat der Verfasser selbst gezeichnet, um ein genaues Bild zu geben von den Soldaten und der Ausrüstung, wie sie Türken und Deutsche damals hatten, und davon, wie die Festungen jener Zeit ausaesehen haben, die sie angegriffen und verteidigt haben.

Rudolf van Wehrt: DerKönigvon Kakikakai. Eine abenteuerliche Erzählung. Mit bunten und schwarzen Bildern. Broschiert 3 Mark, Ganzleinen 4 Mark. Verlag Ullstein, Berlin. (546) Die Insel Kakikakai und ihr König sind eine Schöpfung der Phantasie. Rudolf van Wehrt hat die Atmosphäre der Südsee in diesem Buch

der verbündeten Heere an allen Fronten und dann an das Kriegsende im Osten erinnert werden. Der fünfte Teil (1918) bringt uns ebenfalls das deutsche Heldentum an den Fronten und bei den anständigen und sauberen Teilen der Heimatfront in Erinnerung, ruft aber auch all das Trübe wieder wach, das den furchtbaren Niederbruch Deutschlands verur- sachte und begleitete; wir erleben hier rück­schauend das Auf und Nieder q.n den europäischen Kampffronten, sehen das Unheil vom Balkan her und das Ende der Habsburger, werden an den Dolchstoß von hinten erinnert und an den schmäh­lichen Betrug am deutsche Volke, der mit den vier­zehn Punkten Wilsons für alle Zeiten in der Welt­geschichte unvergeßlich bleibt und sein unwürdiges Gegenstück in dem Schandfrieden von Versailles findet. Straß und Metzsch geben in dem Buche nicht etwa eine Schilderung der Ereignisse in dem aus anderen Kriegsbüchern bekannten Erzählerstil, sie reihen auch nicht schematisch ein Geschehen an das andere, sondern sie haben den Stoff sorgsam aesichtet, die Spreu vom Weizen gesondert und das Ganze zu einem geschichtlichen Tatsachenbericht ge­staltet, bei dem es auch an mancherlei kritischen An­merkungen nicht fehlt, die durchaus mit dem Emp­finden 'des deutschen Volkes in jenen Jahren in Einklang stehen. Die Kartenskizzen und die Portrats werden dem Leser eine willkommene Beigabe zu diesem Buche sein. Ernst Biumschein

Ein anderes Kriegsbuch, das die Erlebnisse eines jungen Frontkämpfers schildert, haben wir in dem BucheUnter Stahlhelm und Flie­ge r h a u b e" von Gustav P r a c l i k, Verlag I. G. Oncken Nachf., Kassel, geb. 3,60 Mark, vor uns. (528) Praclik erzählt sein Lebensschicksal von 1914 ws 1918. Den Kriegsausbruch erlebt er als junger deutscher Kaufmann in Südfrankreich. Un­ter mancherlei Gefahren und Schwierigkeiten fährt er mitten durch die bereits zur Grenze rollenden französischen Truppentransporte in der Richtung nach der Schweiz. Der Zug gebt aber nicht zur Grenzstation, so daß die jungen Deutschen, die der Heimat zustreben, noch einen Gewaltmarsch zu leisten haben, bis sie im allerletzten Auaenblick auf Schweizer Boden gelangen können. Nun geht's beim nach Deutschland. In der Erzählung des Ver­fassers erleben wir die große Begeisterung der jun­gen Menschen, die damals als Kriegsfreiwillige zu den Fahnen eilten und von Kaserne zu Kaserne pilgerten, bis sie schließlich bei einem Regiment an­genommen wurden. Praclik erzählt sein kurzes Er­leben in der Garnison, dem bald darauf die Feuer­taufe an der Westfront folgte, die Heimkehr als Verwundeter sich anschloß und nach der Wieder­herstellung die Fahrt nach Osten zum Kampf gegen die Russen folgte. Dann berichtet er von seinen Kampferlebnissen in Polen in 1915 und 1916, bis schließlich in ihm der Drang zur Fliegerei er­wacht und immer unbändiger wird, so daß er bei der Infanterie nicht mehr zu halten ist und fortan dem deutschen Vaterlande als Frontflieger dient. Aus diesen Erlebnissen gibt er Schilderungen der großen und vielseitigen Aufgaben des Feld- i fliegers und des Luftkämpfers, hierbei ebenso wie : bei seinen Berichten über den Jnfanteriekampf I immer betonend, welchen starken Halt er in sei- nem tiefen Gottesglauben inmitten all der Schreck- , niss« des Krieges gefunden hat. ,

> Ernst Blumschein.

Ein deutsches Volksbuch von dem Weltgeschehen \ 1914 bis 1918" so ist das BuchDer Welt- krieg" benannt, das von Rudolph Str atz un- I ter Mitwirkung von Generalleutnant a. D. von . Metzsch im Verlag Scherl in Berlin im 71. bis i 80. Tausend erschienen ist. (513) Das Buch i ist mit 108 Porträts in Kupfertiefdruck und mit 33 Kartenskizzen zur Bereicherung des über 400 Seiten laufenden Textes ausgesiattet. Vor dem geistigen Auge der Aelteren von uns, die den Aus­bruch und Verlauf des Krieges als handelnde Gene­ration unseres Volkes erlebt haben, werden beim Lesen dieses Buches jene Jahre einer großen Zeck des Heldentums an der Front und der ehr­lichen und wackeren Mitstreiter daheim, aber auch der Not und der Tränen in vollem Umfange wieder lebendig. Der jungen Nachkriegsgeneration, die sich nunmehr anschickt, allmählich von den Weltkriegs­kämpfern die Verantwortung für die Geschicke un­serer deutschen Nation zu übernehmen, wird dieses Buch Gelegenheit geben, sich in jene gewaltigen Jahre der Weltgeschichte und insbesondere des deut­schen Erlebens hineinzuoersetzen und damit em Stück deutscher Geschichte geistig zu erleben das für alle Zeiten zum Gewaltigsten und Erhabensten gehört, was deutsche Menschen jemals im Leben der Nation vollbracht haben. Beim Lesen dieses Buches erlebt man zunächst Flamme der Be­geisterung wieder im Herzen, die beim Ausbruch des Krieges in unserem Volke so mächtig empor­schlug; wir sehen im Geiste das deutsche Heer und unsere alte Kriegsmarine vor uns; wir erleben den Ablauf und die einander überstürzenden Vorgänge bei der Arbeit der Kabinette in der Zeit zwischen den Schüssen von Seraiewo am 28. Juli 1914 unö den Tagen der Kriegserklärungen; die Mobilmachung mit ihrem erhebenden Erleben wird in unserem geistigen Blickfeld wieder lebendig, und zugleich formt sich auch wieder das Bild der Front und der Heimat in seinen mannigfachen Erscheinungsformen. Nach dieser Einleitung schildert Straß in fünf Tei­len den Verlauf der Kriegsjahre. Der erite Teck ist den Ereignissen von 1914 gewidmet; wir erleben im Westen den Einmarsch in Belgien und Frank­reich: Tannenberg strahlt in unsere heutige Zeit herüber, aber auch das Unglück ^on der Marne und der Tod vor Ypern treten m unser Blickfeld; die schwarzen Tage um Lemberg und der große Schlag bei Lodz rücken in den Vordergrund; die Seekriegsfront schließt sich an, auch das Wachsen der Zahl unserer Gegner und damit die Ausdeh­nung der Fronten. Im zweiten Teil erleben mir das ereignisreiche Jahr 1915. Das großejmjenitm Westen und Osten, zu Wasser und -n der Luft au dem Balkan und in Afrika, aber auch der Kampf der Heimatfront, alles das wird zu einem anschau­lichen Bild vereinigt vor das Auge gestellt. Beim Lesen dieser Kapitel strahlt der Glanz jener ruhm­vollen Waffentaten wunderbar vor uns auf und er bleibt auch bestehen bei der rückschauenden Betrach­tung von 1916 an Hand des dritten Teiles^ wobei nur erinnert sei an Verdun, Skaaerrak, die Somme, die vergeblichen Russenstürme, Rumänien und die Uebernahme der Führung des minaen

Hindenburg und Ludendorff: . gewaltig, schwingen nnlere Herren mit, wenn wir im vierten Teil (1917) an den Kohlrübenwinter, den U-Bootkneg auf Tod und Leben, die Kriegserklärung Amerikas die ruhmvollen Waffentaten unserer deutschen und

Wilhelm Schmidtbonn: H ü. Roman. 272 Seiten. Leinen 4,80 Mk. Rücken und Loening, Verlag, Potsdam, 1937. (485) HüLü ist ein kleines Mädchen der chinesischen Steppe. Im Zeltlager eines Nomadenstammes ist sie aufgewachsen. Was sie von andern Kindern unterscheidet, ist ihre natürliche tänzerische und schauspielerische Begabung. Hubert Cool, ein flämi­scher Grammophonhändler, der mit seinem ver­witterten Ford durch die Steppe rattert, überrascht das Mädchen bei einer seiner Tanzoorführungen. Er kauft dem Vater ab und nimmt sie mit auf seinen Geschäftsfahrten, lieber Amerika folgt sie Hubert nach Europa. Ja er fährt eigens in seine Heimat, um HüLü ausbilden zu lassen und sie zu einer großen Tänzerin zu machen. Wenn sie reich geworden ist, will er mit ihr in die Steppe zurück und sie einem Manne ihres Stammes ver­mählen. Das Naturkind wird in europäische 23er- hältnisse versetzt und wird eine große Tänzerin, wie Hubert es sich gewünscht hat. Aber sie geht an dem europäischen Erlebnis zugrunde.

Um M a n n e s e h r e". Roman von Gustav S ch r ö e r. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh, geb. 2,85 Mark. (526) Der Autor führt die Leser dieses Romans in ein schönes Stück des Thüringer Landes, in die Gegend der Thüringer Saale. Er stellt in den Mittelpunkt seiner Erzählung ein kernhaftes Bauerngeschlecht, insbesondere den auf­rechten, seine Mannes- und Familienehre peinlich wahrenden Bauern; auf der anderen Seite sieht man eine Gutsverwaltung, die ihren Eigentümer in einem Industriellen und ihren örtlichen Expo­nenten in einem aus Ostpreußen nach dieser Thü­ringer Gegend verschlagenen Förster hat. Zwischen diesen beiden Personengruppen geht der schwere Kampf um ein kärgliches Stückchen steinigen Lan­des, der mit Stolz und mit Zähigkeit geführt wird und einen Widerstreit der Meinungen auslöst, bei dem die Menschen hart aufeinander prallen. In dem Roman läßt der Dichter tiefe Blicke in die vor­bildliche Ehrauffassung in unserem guten deutschen Bauerntum tun, ebenso macht er die strenge Pflichtauffassung deutlich, die in dem gesunden und verantwortungsbewußten Teile des deutschen Be­amtentums lebendig ist. Daneben läßt er sym­pathische menschliche Empfindungen auf beiden Sel­ten zutage treten. Unser kernhaftes Bauerntum und unsere vorbildliche Beamtenschaft finden in den beiden Hauptpersonen dieses Romans zwei ausgezeichnete Vertreter, die alle guten Qualitäten des deutschen Menschen in sich vereinigen. Ernst Blumschein.

Kinderbücher mdZugmdMfien

Weihnachtsstollen von Eduard Rothe- m u n d. Mit Bildern von Willibald K r a i n Neun Bl- in Leporello. 0,50 Mark. Jos. Scholz, Verlag Mainz. (381) Ein Spi'elbilderbuch möchten wir es nennen, dieses schmale Ausziehbilderbuch, das das Werden des Weihnachtsstollen zum Gegen­stand hat. Alle, die zu seinem Gelingen beigetragen baden, stellen sich in kindertümlich gestalteten Ver­sen von Ed. Rothemund, vor. Willibald Kram zeich. und malt sie sicher und humorvoll. Das neuartige Faltbilderbuch wird am Kindertisch wie in der Schule viel Spaß machen.

Das Wettermännlein. Erzählt von Jpf, mit Bildern von H. Blömer. 28 Seiten, mit neun farbigen Vollbildern und vielen Textzeich­nungen. 1,25 Mark. Verlag Jos. Scholz, Mainz 1936. 379. Eine lustige Geschichte, die sich sofort alle Kinderherzen erobert. Dem Herrn im Wetterhäuschen wird es zu langweilig, er verläßt seine Frau, hat allerhand Abenteuer, gefährliche und lustige, zu bestehen und macht zuletzt die Er- fahrung, daß allen Leuten recht getan, eine Kunst ist, die niemand kann. Der Maler, der sich des Wettermännleins angenommen hat, zeichnete und malte fein empfundene Bilder dazu.

Schwesterchen. Eine Erzählung für die ganze Familie. Von Aagot G j e m s - S e l m e r. Mit Bildern von Heinrich Ilgen fr itz. Leinen 2,80 Mark. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stutt­gart. (459) Hier wird in natürlicher Art das Leben und das Wachsen des jüngsten Schwester­chens in einem großen Familienkreis erzählt. Und all die alltäglichen Mühen und täglichen Freuden, die Fürsorge und die Streiche der Geschwister, das Sorgen und das Glück der Eltern spiegelt sich wider in dieser Erzählung.

Fingerhütchen. Von Konrad Ferdinand Meyer. Bilder von Else Wenz-Vietor. 28 S. mit neun farbigen Vollbildern und vielen Textzeich­nungen. 1,25 Mark. Verlag Jos. Scholz, Mainz. (377) Konrad Ferdinand Meyer schenkte der Ju­gend die feine gereimte Mär, wie das buckligeFin­gerhütchen" seinen Höcker verlor, Mörike steuerte das Elfenlied" bet, Kopisch, für alle Zeiten ein fröh­licher Freund der Jugend, gabdes kleinen Volkes Ueberfahrt", und Albert Sergel schickte seineElfen­hochzeit" zu einem Buche in der Jos. Scholz Bilder- lesebuch-Reihe. Else Wenz-Vietor hat es mit köst­lichen farbigen Bildern und Zeichnungen versehen. Man spürt, daß sich die Künstlerin der dankbaren Aufgabe mit Lust und Liebe unterzog.

So wird dein Brot. Von Reinhold Paul Mettke, Bilder von Prof. A. Eckener. 20 S. mit acht vielfarbigen Offsetbildern und vielen Text­zeichnungen. Hlw. 1,85 Mk. Jos. Scholz Verlag, Mainz. (378) Wenn wir unsere Jugend zu den echten und gesunden Quellen des Lebens zurückführen wol­len, können wir ihr nicht oft genug den Gedanken So wird dein Brot" lebendig machen. Am täglichen Brot erleben wir das ewige Wunder des Keimens und Wachsens, die Sorgen, Mühen und Freuden sinnvoller menschlicher Betätigung. Im vorliegenden Buche werden wir in einfacher und doch lebendiger Sprache hinter dem Pfluge her, in die Scheune, in die Mühle, in die Backstube usw. geführt. Die Bilder, vor allem die acht farbigen, die Prof. Eckener dazu schuf, gehen weit über das ergänzende Anschau-

Weise die Geschichte einer Jugend erzählt, eines jungen Menschen, den das Schicksal um seine Jugend . betrogen hat, dem durch den Tod der geliebten Mutter der eigene Lebenswille im innersten Kern ^lähmt wird bis zur Selbstaufgabe und versuchten Selbstvermchtung; er wird aber, da er die Schwelle, die in das andere Reich hinüberführt, schon fast überschritten hat, durch ärztliche Kunst in die Welt seiner Bestimmung Rurüdgerufen. Damit beginnt nun der zweite, wesentliche Teil der Erzählung: die Geschichte vom neuen Beginn und von der wunderbaren Heilung. Es ist hier nicht allein die kunstvolle Technik zu würdigen, die in einer fugen­losen Komposition-die Elemente der Erzählung zum Ganzen ineinanderfügt dies wird dem Leser vielleicht gar nicht völlig bewußt, sondern die Schilderung, wie ein erfahrenes, menschen- und seelenkundiges Arzttum einemPattenten" (im landläufigen Wortgebrauch) wieder Boden unter die Füße gibt, ihm zu neuem Beginn, neuem Leben und Sinn des Lebens verhilft. Behutsam werden die Schleier gehoben, die das Seelische dem nüch­ternen Blick und Zugriff entziehen. Und aus chaotischer Verwirrung des Gefühls führt die innere Entwicklung im Leben des jungen Mannes zu einer stillen und in sich ruhenden Harmonie: in einer mit menschlichem Feingefühl getilgten frühen Schuld und im beglückenden Erlebnis einer starken, ver­trauenden Liebe findet Florian die Beftättgung und Gewißheit, daß der zum zweiten Male begonnene Weg fortan gesegnet sein werde.

Dr. Hans Thyriot.

Fünfhundert Selb st porträts. Von der Antike bis zur Gegenwart. (Plastik, Malerei, Graphik.) Farbtafeln und Kupfertiefdrücke. Mit illustrierter Einleitung. 526 Seiten. Ganzleinen 6 Mk. Im Phaidon-Derlag, Wien, 1936. (549) In einem Werke wie diesem wird der aufmerk­same, schauende und genießende Bettachter weit mehr finoen als etwa nur eine an sich gewiß schon dankenswerte Materialsammlung, mehr als die weitausholende, zusammenfassende Darstellung eines so reizvollen wie wesentlichen künstlerischen Mottos. Der Band vereinigt in sich fünfhundert Selbstbild- niffe im weitesten Sinne, Selbstdarstellungen also nicht nur malerischer Art (obwohl diese naturgemäß überwiegen), sondern auch in Plastiken, Zeichnun- aen und Radierungen. Auf der solchermaßen ver­breiterten Grundlage führt das Werk den Be­schauer von den Anfängen der Entwicklung im Altertum bis in die Gegenwart hinein, durch alle Zeiten und auch, wie man hinzufügen muß, durch die in der Kunst bestimmenden Nationen; man findet hier ägyptische und griechische, italienische und niederländische, französische und spanische, deutsche und englische Selbstdarstellungen nebenein­ander. So läßt sich nicht nur an Hand des reichen Bildmaterials die kunstgeschichtliche Gesamtentwick­lung im Spiegel eines Motivs verfolgen, sondern es ergeben sich auch Überall höchst aufschlußreiche Möglichkeiten einer Stiloeraleickung nach nationalen Gesichtspunkten. Damit soll nicht gesagt sein, daß das Werk sich etwa ausschließlich an Kunsthistoriker oder zum mindesten nur an kunstverständige Laien wende; auch wer gewissermaßen voraussetzungslos an das Werk herantritt, wird sich sofort gefesselt und vielfach angeregt fühlen. Es liegt ja im be- sondern Thema begründet, daß es nicht nur kunst­

festgehalten. Charly, der König von Kakikakai, ift ein Hamburger Junge. Abenteuerlust treibt ihn auf eine kleine Südsee-Jnsel und hier bleibt er. Der Aberglaube der Eingeborenen macht den weißen Mann zum König der Insel, geschäftliche Findig­keit erhält ihm die seltsame Stellung. Eines Tages werden ein schiffbrüchiger Chinese und ein weißer Mrnn Chin Moh und Peter Norden an seinen Strand geworfen. Der dritte Mann, Lukas Koralle, den die beiden auf ihrem kleinen Schiff mitgenom­men, hatte Chin Moh eine Million Hongkong-Dollar gestohlen und sich beim Schiffbruch davongemacht. Der König von Kakikakai mobilisiert die Wehrmacht seiner Insel, und sie verfolgen auf abenteuerlicher Fahrt den Räuber. Der ist auf Neu-Guinea gelan­det und nach den Goldfeldern ins Innere weiter« geflohen. Eine wilde Jagd durch die Dschungel fetzt ein. Es gelingt, Lukas Koralle, der sich mit den Eingeborenen verbündet hat, zu stellen. Koralle wird getötet. So kommt Chin-Moh wieder zu fei­nem Geld, und zufrieden zieht der König von Ka­kikakai auf feine Insel zurück. Peter Norden fährt von neuem in die Welt hinaus. Ein Jungens­buch, das viele begeisterte Leser finden wird.

den Gaffen. Roman. Verlag Ullstein, Berlin. Preis drosch. 2,50 Mk., Ganzleinen 3,80 Mk» (494) Zu den Sternen schweift sehnsüchtig und hoffnungsvoll der Blick des jungen Anselm Wan­derer, der das Studium an der Technischen Hoch­schule aufgeben mußte und in schwerer Arbeit ein karges Dasein fristet. Hungernd und frierend steht der junge Anselm in kalter Nacht vor dem Haus im vornehmen Villenviertel, zu dem ihn eine kleine Anzeige trieb:Gehilfe für Sternwarte gesucht. Die erträumte Möglichkeit wird zur Wirklichkeit. Anselm Wanderer ist so mancher gespensterischen Gestalt begegnet, als er in seiner Dachstube hauste, dem Himmel nahe und irdischer Not preis­gegeben. Verschroben sind sie alle und irgendeiner abgründigen Idee verhaftet, jener Zararias Dünfe, ein Bettelphilosoph, dem die Weisheit des klassischen Altertums aus dem zahnlosen Munde fließt und der als Tribut die Brosamen fordert, die von der Reichen Tische fallen, und jener Abel Lichtwallner, der der ganzen Welt helfen möchte und sich selber nicht helfen kann. Rätselhaft und unheimlich vollends der italienische Artist, den ein unglücklicher Sturz aus seinem Dasein im Scheinwerferglanz warf, und der, nun au einem formlosen Wanst verfettet, nur noch von Dem manischen Verlangen aufrecht erhal­ten wird, sich zu rächen an dem Weib, das ihn ver­ließ. Und auch der reiche Doktor Lucius, der Be­sitzer der Sternwarte, lebt in einer Traumwelt. Jyn erfüllt der rastlose Ehrgeiz, jenen zweiten Mond zu entdecken, der wie er glaubt, unsere Erde um­kreist. Immer tiefer verstrickt er sich in seine Idee und vergißt darüber die schöne junge Frau, die er an sich gefesselt hat und in ihrem Luxus einsam und unglücklich wird. Der junge Anselm Wanderer soll bald erfahren, daß die Nöte des Daseins noch nicht behoben sind, wenn man genug im Magen und einen anständigen Anzug auf dem Leibe hat. Ein Zwiespalt der Sinne und des Herzens stellt ihn zwischen die schöne Frau Helena und das Mädchen Maria. Wie er wieder zu sich selbst findet, erzählt Bruno Bürgel mit jener leidenschaftlichen Anteil­nahme, die aus dem Herzen quillt. Dieser Anselm Wanderer ist, wie Bürgel selbst, ein ganzer Kerl, den Kopf nach oben gerichtet, die Füße fest auf dem Boden und das Herz von fröhlichem Mut ge-

lerisch und kunstgeschichtlich auf den Beschauer wirkt, sondern auch ganz einfach uni) allgemein menschlich; denn ein Selbstbildnis ist als mensch­liches Dokument, als Seelenspiegel persönlichster Prägung in den meisten Fällen ebenso interessant, inhaltreich und anziehend wie als künstlerische Leistung an sich. Dieser Eindruck wird durch die Auswahl und Anordnung des Stoffes noch vertieft: das Motto ist wiederum im wettesten Sinne, in allen möglichen Spielarten, Abwandlungen und Einkleidungen auf gefaßt und dargestellt bis zur Steigerung in die Selbstkarikatur oder die Maske. Bei einem hasben Tausend Abbildungen ist es in der Form einer Besprechung kaum möglich, auf Einzelheiten einzugehen, ohne den Gesamteindruck zu beeinttächttgen. Man vergegenwärtige sich etwa die Rolle, die das Selbstbildnis im Lebenswerke Dürers oder Rembrandts spielt: das sind verhält­nismäßig geläufige Dinge; sie mögen den rein stofflichen Umfang der Darstellung andeuten. Das Werk hat aber auch den Ehrgeiz, außer den national und international in mehr oder weniger guten Wiedergaben bekannten, sogenannten Standard­werken aus dem behandelten Teilgebiet auch wenig bekannte, schwer zugängliche, an entlegenen Stand­orten aufbewahrte Originale heranzuziehen, was wiederum dem Kunsthistoriker besonders willkom­men sein wird. Der Textteil beschränkt sich auf eine unerläßlich scheinende Einführung in den Stoff­kreis. Ein ebenfalls sparsamer Auszug aus der kaum übersehbaren, einschlägigen Literatur, Ver­zeichnisse der Standorte und der Künstler werden jebem Leser und Betrachter willkommene An­regungen und Hilfen geben.

Dr. Hans Thyriot.

ungsbild hinaus.

Yella Erdmann: Fünf auf einem A st. Eine Jungmädchenerzählung. Mit vielen Bil­dern von Martha Welsch. Halbleinen 3,20 Mark. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. (498).- Ein fröhlicher Gefchwisterkreis nimmt uns auf. Die dunkelblonde Isa ist mit ihren zwölf Jahren wohl die Aelteste, aber auch die Anführerin bet all den Ferientteuden und Kinderftteichen, Unarten und Abenteuern mit ihrer Schwester Anni und den Bru­dern Günther und Erhard, wobeiDachs', der sie­benjährige Alfred, gern überall mittut. Die natür­liche Ungezwungenheit, mit der uns Isa und ihre Geschwister entgegentreten, läßt uns tue Ebeling- Kinder bald lieb gewinnen. Wohl selten schlagt das jugendliche Herz mit seinen Erwartungen und Be­klemmungen, seiner heiteren Sorglosigkeit und seinem tapferen Durchhalten so wie in diesem Buch, das trotz aller Fröhlichkeit Lebensernst m sich birgt.

Das große Spielzeug-Bastelbuch. Von Oskar G r i s s e m a n n. Mtt 450 Zeichnungen und Plänen. Seinen 7.80 Mark. FrancMche Ver­lagshandlung Stuttgart. (463) Sprelzeug- basteln bedeutet dem Jungen, im kleinen das zu scha,- fen, was er einst als Großer bauen mochte. Basteln überhaupt ist eine gute Schule für Kopf und Hand. Tausenderlei Dinge gibt es die da durchdacht, er­wogen und geschickt ausgefuhrt werden müssen Be dett Lösung all dieser Ausgaben w.rd der Geist zum praktischen Denken, die Hand zum praktstchen Zugreifen erzogen, und beides hat immer auch im praktischen Leben Wert und Bedeutung. Das große Spielzeug-Bastelbuch umfaßt alles was man an Spielzeug für Kinder selbst basteln kann, vorn kleinsten Spielpüppchen bis zur Puppenstube, Eisen- bahnen mtt allem Zubehör Roller W6"* Oskar Grissemann, der Bastelonkel am Wl.ner j Rundfunk hat aus der Fülle seiner originellen Einfälle in diesem Buch das Schönste vereinigt, und er gibt hier auch ganz genaue Plane, deutliche Zeichnungen klare Arbeitsanwei ungen und dazwr. schen viele wertvolle Basteltips - So ist sein Buch das Rechte für jeden Later und für alle, tue Km-

Höhl°nkind°r tm Pfahlbau, m ar q-L Sonnleitner. Bilder und Tafeln t>on Professor grife 3 ä g c r. Seinen 4,S0_ SRart. un?We?k dab httr die jungen Le er mi erleben m'e Awei Kinder ganz aus sich selbst heraus an N fieuqe SBaffen, Hausgeräte erfinden und W Ä

und Erleben. Finden und Erfinden g bt der Ler fai'ser ein Bild vom Werden unserer Kultur.. «Dieies Werden und Wachsen des Erlebens und Schaffens

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wird, hinausgeschritten -ihren inneren Wert ver- ma2 l bTaTÄ utschenBrü- herein* Erzächlung au- den Mrkenreg-n nach alten Quellen. Von Asired Z a ch ar t a 5. ®ht 5 Federzeichnungen des Verfassers, -rranck'sche 4 einfarbigen Tafeln. Seinen 4,80 Mk. Franck l^e Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. (466) 3

diesem Buche wird erzählt, wie der. S - ,. Feldmarschall bis zum Grenadier durch Pflicht