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Nr. 55 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag, 5.Mrz M6

Fragen an Sven Hedin.

Konkurrentin oder Kameradin? Die Stellung der Frau in der Welt.

Von Lrmgard von Stein.

Der berühmte schwedische Asienforscher Sven Hedin wird beim Goethe-Bund in Gießen sprechen.

,'Frvgen Sie, meine Herrschaften, ich will Ihnen nach Möglichkeit alles beantworten," sagte Sven Hedin, der große Forscher und gewinnend lie­benswürdige Mensch, als er kürzlich bei seinem Aufenthalt in Berlin von den Vertretern der in- und ausländischen Presse besucht wurde lieber seine Expeditionen und Reisen gab er ohne einen Augenblick des Nachdenkens Bescheid

(Scherl-Bilderdienst-M.)

So verwachsen ist er mit seinem Lebenswerk, daß die Fülle des Erlebten ihm einen nie zu erschöpfenden Stoff zum Berichten und Antworten gibt.

Auf meine Frage aber:Wie denken Sie, der die Welt und die Menschen kennt, über die S t e l- lung und Entwicklung der modernen Frau?" stutzte er einen Augenblick, aber dann erwiderte er lächelnd:So wie Meister Ibsen es seinenPeer Gynt" sagen läßt: eines Mannes Tun wird von dem Glauben und dem Empfinden einer Frau geleitet. Ich glaube, die Entwicklung und Stellung der Frau wird immer die Aufgabe haben, den Mann als ihren Lebenspartner zu ergänzen, zu unterstützen und auch ein wenig zu führen. Und die Frau sei sie auch noch so modern, wird ihr größtes Glück in der Gemeinschaft mit dem Mann finden, ebenso wie dieser sein bestes Füh­len der Frau schenkt."

Ich könnte mir mein Leben nicht ohne meine vier Schwestern denken. Sie sind seit frühe­ster Kindheit unzertrennlich von mir und meinem Lebenswerk, und ihnen habe ich unendlich viel zu verdanken. Sie bauten für mich vieles auf sie erwarten mich stets in der Heimat, wenn ich von den weiten Wegen durch diss noch unbekannte Welt nach Hause komme. Meine Schwestern sind die Hü­terinnen all meines Besitzes und die nie ermüden­den Mitarbeiterinnen meines oft recht unruhigen Lebens. Schon als Kinder unterstützten sie all meine Pläne und halfen mir bei jeder Gelegenheit. Später übernahm eine Schwester die Dienste eines Mana­gers, eines Privatsekretärs und wurde so völlig meine rechte Hand. Die andere verwaltet die Kasse eine sorgt für unser Haus, das angefüllt ist von unzähligen seltenen Dingen aus aller Herren Ländern. Und die vierte denkt liebevoll an unser leibliches Wohl.. Es ist eine schöne große Lebens­gemeinschaft, die diese vier Frauen um mich schlossen. Und trotz meines Wandertriebes bin ich doch tief in meiner schönen Heimat Schweden

verwurzelt und in meinem Heim, das die Schwe­stern für mich verwalten und pflegen."

Ja, sehen Sie", meinte Sven Hedin mit strahlenden Augen,darum bin ich wohl kein alter Hagestolz und Sonderling geworden, habe mir die Liebe und Verehrung für das weibliche Geschlecht erhalten, weil ich es von daheim von der besten Seite kenne. Durch die rosige Brille der Freund­schaft sehe ich die Frauen aller Welt an aber natürlich gibt es auch Entwicklungen und unweib­liche Einstellungen, die man trotz aller Verehrung nicht gutheißen kann. Doch im allgemeinen finde ich, führt das Gefühl die Frauen immer wieder auf den richtigen Weg.

Bei uns in Europa war die ganze Frauen­bewegung in den letzten 40 Jahren etwas sprunghaft. Der Wunsch nach Unabhängigkeit, der in den Jahren vor dem Kriege immer lauter wurde, gestaltete sich in den Kriegsjahren zur eisernen Not­wendigkeit. Die Frau mußte in die Breche sprin­gen, den Mann an der Maschine, im Geschäft und bei der Landarbeit ersetzen. Und es wurde zur Pflicht, Herz und Gemüt unter die tatvolle Energie zu zwingen, damit so viel wie möglich geschafft werden konnte. Ein Teil der Frauen emanzipierte sich innerlich und äußerlich, und ein Zurückfinden war schwer. Die andern aber vielleicht die kraft­vollsten hatten eingesehen: es ist gut, zugreifen zu können. Aber unsere Stärke und wirkliche Be­gabung liegt doch auf weiblichen Gebie- t e n. Aus dieser Erkenntnis heraus wächst das neue Frauengeschlecht, bei dem die Devise gilt: Tüchtig sein und doch weiblich. Und wenn sie es noch verstehen, die Güte und den Liebreiz nicht zu vergessen, wird die Frau Europas zu einer noch höheren Entwicklung gelangen.

In Asien, dem Land der unendlichen Entfernun­gen und noch unerschlossenen Strecken, ist die Stel­lung der Frau so verschieden wie Tag und Nacht. In Zentralasien ist das weibliche Wesen noch völlig recht- und oft sogar kulturlos. Zu den niedrigsten Arbeiten verdammt, und ohne jeglichen Einfluß auf das Gemeinschaftsleben im Staats­körper. Dagegen hat nirgends in der Welt die Frau eine so bevorzugte Position wie im Reich der Mitte. Die chinesische Frau baut sich aus der unend­lichen Kultur alter Tradition und der geballten Energie des heutigen Fortschrittes ihr Arbeits­system, indem sie Gefühl und Verstand vereinigt und ihre soziale Stellung formt. Die Frau des großen asiatischen Reiches ist die vollwertige Konkur­rentin des Mannes ja, sie überflügelt ihn oft. Sie hält die Fäden mancher gewaltiger Unterneh­mungen in den Händen sie bestimmt in Be­trieben und gibt die Richtung bei wissenschaftlichen Arbeiten an, aber ohne dabei unweiblich zu wer­den. Zu tief liegt die jahrtausendalte Bindung in ihrem Blute, und tritt die Frau auch vielfach aus dem Rahmen ihres noch nach ältesten Vorbildern geführten Elternhauses, ist ihr Tageslauf auch in amerikanischem Geschäftstempo, ihre Seele und ihr Herz bleiben weiblich und voll Liebe zur Poesie ihres Geschlechtes

Anders ist das Bild der modernen I a p a n e - r i n. Auch sie steht den Anforderungen der Zeit nicht fern, auch sie nimmt teil an allem Geschehen aber nicht so aktiv wie die Frauen Chinas. Die Japanerin steht mehr hinter dem schaffenden Mann. Religion und Weltanschauung gebieten ihr, im Stillen, aber darum nicht weniger einflußreich zu wirken. Das Heim ist dem japanischen Mann alles, die Stätte, wo er seine lächelnde Maske ab­legt und seine Empfindungen, Gedanken und Pläne erkennen läßt. Die Frau versteht es, schweigend zuzuhören und später fast unbemerkt ihren Rat zur Geltung zu bringen, ihr Können in den Dienst der Sache zu stellen. Sie erzieht die Kinder

3n den Londoner Docks

Don Wilmont Haacke.

Die Londoner Docks sind eigentlich !° unbe­schreiblich grosi und weitgedehnt, so grau, häßlich, interessant und voller Gegensatz-, daß sich -m Jour-

Sie sind redende Bilder von dem riefl9?n reichtum Englands, von der Unzahl und von der Weltbedeutung ferner Hauptstadt. Auf der breiten grauen und innerhalb der Stadt p träaen Themse liegen Schiffe, die von vielen Meeren Leumund die Zlaggen aller N°ti°n.n w-h-n °°n ihren Masten. Neben einem Hamburger derze Tannen von Säcken schluckt liegt em russischer H lz dampser. Von seinem H'Nterdeck packen die Rrane schneeweiße Balken. von Häuslla Nudelte

in einen Speicher, daß ste von u » .

Streichhölzer aussehen. Auf d°s Vorderdeck legen währenddessen drei andere Krane mit b°hu-,am-r Verbeugung Dutzende von h°'bs°rt'g°nAutos Die ohne K^erie ütarttummjmtan.

lampen von intensiver L-uchtkr°ft d°°°r^°u^°°n

Dunkelheit sind

nur Kulissen, keine Statisten.

Hinter Tower Bridge.

Die grobe Hängebrücke. di° neb°n dem Tomer, der alten Burg, die zwischen tausend jrgenbein

samt schläft, teilt sich m der M , Husten und großer Dampferkasten ^^^Arts miü. Für dickem Zigarrenqualm themseauf ^rkehrs-

zehn beängstigend lange, langwe g Verkehr

störende Minuten hält er den wichtigen L-rr-Y -wischen den Ufern auf. Z" beide . unge- Aespaltenen Brücke bildet sich eme Ecrf! $ ' ^mni- vuldiae Schlange von roten, zw i sRieftern .ulst>f-sch°-rsällig°n, gweiräderigen Kohlenkarren mit dazwischen,

den davor und eleganten Privatautos. vazwi^ Aus b-id-n S-it-n Lachst der Wurm rasch an. All- Querstraßen leiden mit an der Derst pl 6

Geduld ist noch in keiners Großstadt vom gefallen. Aber kein Mensch ch'mpst $ter. «ejnao?^

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von Fußgängern, die sich allmählich und ganz von selbst gruppieren, um später rascher wegzukommen. Wenn der Startschuß fällt, das heißt wenn die Brückenbeamten die Sperrketten lösen, nachdem die Brücke sich in der Mitte wieder festgeschlossen, wan­dert der Strom der Menschen über den Strom unten.

Zwischen den Speichern

Man kann auf beiden Seiten der Themse kilo­meterweit ganz flußnah zwischen acht- bis zehn­stöckigen Speichern umherwandern. Das stets andere Bild ist eigentlich stets das gleiche. Die lichtlosen Gassen zwischen den roten Mauern sind viel zu schmal. Ein Auto kann sich durchschlängeln, ein Last­wagen durchquetschen, aber vor jedem Speicher stehen schon Wagen, die beladen werden. Wie wird man sich einigen? Das Laden wird unterbrochen. Der halbvolle Wagen fährt für Minuten in eine Toreinfahrt, läßt den andern vorbei. Die Speicher, die auf dem teuersten Boden Englands stehen, müß­ten sämtlich umgebaut und abgerissen werden, um breite Straßen zu schaffen. Aber wer sollte das unternehmen wollen und können?

Beware of the cranes! Nimm dich vor den Kränen in Acht! Von jedem Hausdach kommen aus den verschiedensten Stockwerken Flaschenzüge mit schweren, eisernen Haken daran. Sie heben Wagen­ladungen wie Stroh nach oben. Der Mann an der Maschine kann nicht dauernd auf die Straße sehen. Der Mann im Wagen weiß das, deshalb tritt er stets, wenn der Wagen nach unten schwirrt, eng an die Wand zurück. Spaziergänger, die hier völlig überflüssig wirken, und denen die Arbeiter gern mit der schweren Schiebekarremal nur so aus Ver­sehen" (So sorry. Sir!) Über die frischgeputzten Schuhe fahren, haben eben aufzupassen.

Treppen an der Themse.

Wer geglaubt hat, er könnte bei dieser Gele­genheit einmal einem solchen weitgereisten Ozean­kahn tief in den Bauch sehen, seine Haut befühlen, um garantiert echte Tropenluft zu spuren, der irrt sich. Man kommt nirgendwo an die Schisse heran. Entweder liegen Speichergebäude oder wenigstens zweistockwerkhohe chwarze Planken dazwischen. Hie und da sieht man mal eine Mastspitze Zwischen Häusergiebeln hervorragen.Das Betreten der^ Kai­anlagen ist Unbefugten verboten! Wer als Unbe­fugter zur Welt gekommen ist, hat auch in England, das nicht einmal auf Trinkgelder reagiert fein Glück. Nur wer sich dumm stellt, erreicht schließlich beim Hafenwächter des Zollhauses die Erlaubnis, sich an einen der Kähne heranzustellen. Von unten den rostroten Leib eines Batavia-Llner nut kind­lichem Staunen anzublinzeln. Schiffe sind wie Tiere.

in der Gedankenwelt des Vaters, der wieder ein Teil des Staates, ein Teil des unerschütterlichen Glaubens an Japan ist. Eine alte japanische Weis­heit lautet: Je schmaler das Händchen, desto tiefer bringt es in alle Falten des Gewandes. Das be­zieht fidh auch auf die seelischen Einflüsse der empfindsamen Frau.

Ganz rasch, fast ein wenig gewaltsam, ging die Frauenentwicklung in der Türkei voran. Von dem weltabgeschiedenen, verschleierten Dasein bis zur modernen Berufskonkurrenz war es doch nur ein einziger Schritt, der in höchster Eile und mit

Am 8. TNärz, am Tage des Eintopfs, stehen wiederum alle opferbereiten Volksgenossen in einer Front gegen hunger und Kälte.

gesteigerter Willenskraft ausgeführt wurde. Es war eine Probe auf die Kraft der Frau in geistiger, körperlicher und moralischer Hinsicht und sie ge­lang im großen und ganzen. Die junge Türkin stürmt im Tempo der Zeit wacker mit, sie erobert sich viele Stellungen, schult ihren Geist und Kör­per, hat eine Stimme im Staat.

So sehe und verehre ich die Frauen aller Län­der", sagte Sven Hedin, nachdem er mir seine Eindrücke über die Frauenentwicklung geschildert hatte.Bestimmt geht der Kurs des weiblichen Ge­schlechts nach oben," versicherte der Weitgereiste. Denn sie messen ihre besten Kräfte mit uns und sind doch meist klug genug, ihr Frauentum nicht zu vergessen. Ihr Frauentum und die Mutter­schaft und wenn ich so in den Tausenden von Kinderbriefen, die ich aus aller Welt bekomme, blättere und die kleinen Geschöpfe, die kommende Generation, aus ihren Zeilen lieben und verstehen lerne, so fühle ich immer wieder: Eine der besten Schöpfungsgaben ist die Frau, denn sie trägt das größte Geheimnis der Welt in sich und wird es immer hüten, weil ihr gesundes tiefes Empfinden über alle Verwirrungen und Spannungen der Zeit siegen wird."

Das neue Koppelschloß

Für Unteroffiziere und Mannschaften des Heeres wird an Stelle des bisherigen Koppelschlosses mit Schließhaken ein neues Koppelschloß aus Leicht­metall zur Einführung gelangen, das in der Farbs der Feldblusenknöpfe gehalten ist. Das neue Koppel­schloß trägt das Hoheitsabzeichen wie am Stahlhelm mit der UmschriftGott mit uns" und Eichenlaub­zweigen. Auf unserem Bilde sieht man oben das neue und darunter das bisherige Koppelschloß..

(Presse-Jllustration-Hofsmann-M.)

Amerikas größter Gtaudamm.

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Der berühmte Boulderdamm, Amerikas größter Staudamm, der in vieljähriger Arbeit an der Grenze zwischen den Staaten Nevada und Arizona errichtet wurde, um die gewaltigen Wasser­kräfte des Colorado-Flusses auszunutzen, wurde vor kurzem fertiggefteUt. Das Wasser beginnt nun das riesige Tal zu füllen. Unser Bild gibt einen geradezu phantastischen Blick über die ausgedehnte Anlage. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Sie atmen auf dem Wasser der ruhigen Themse noch in leisen Atemstößen und zerren wie Hunde an der Kette.

Es ist so schwer, ganz an das Wasser zu kommen. Mitunter ist plötzlich zwischen den hohen Wän­den ein schmaler Einschnitt, der ins Nichts zu füh­ren scheint. Wenn man dieser Gasse folgt, die Schultern streifen rechts und links an, steht man plötzlich vor einer steilen Treppe, die schmal und glitschig im Wasser endet. Nur das Wasser gluckst leise. Drüben das andere Ufer ist fern und bleibt grau und still, wenn man ruft. Unten sitzt manch­mal ein Kerl mit einer Brandy-Pulle, der ins Wasser stiert und einen gar nicht bemerkt. Ober, was noch viel trauriger wirkt, aber oft zu treffen ist, Kinber, ganz verschmutzt unb zerlumpt, die sich mit einer rührenden Geste frierend umarmt halten. Sie haben feines, rotes Haar unb meist sehr stumme, blaue Augen, unb knabbern billigste Krab­ben, vom Wagen gestohlen, aus der Schale.

Omnibus 18 2

Die Linie 182 scheint an das Ende der Welt zu fahren. Sie verkehrt im dunkelsten London. Die Wagen sind schmutzig, verbraucht, ungefedert und riechen wie Fischkörbe. Für London ist die Entfer­nung zwischen den beiden Entstationen auf der rechten Themseseite an den East India Docks unb auf ber linken Themseseite an den India Docks gering. Ader ber Bus 182 braucht für die unheim­lich interessante Strecke, in deren Mitte er die Themse im Rotherhithe Tunnel unterfährt, immer­hin anderthalb Stunden. Weron the top of the bus, das heißt oben unb vorn sitzt, macht eine Rundreise, wie sie allerdings von Cook & Son nicht empfohlen wird. Häfen, Speicher, verfallene Hänser. Spelunken, kilometerlange schwarze haus­hohe Bretterzäune machen eine melancholische Be­gleitmusik. Manchmal tauchen zwischen all dem Dreck unb ber Düsternis schneeweiße Schiffe auf mit einem silbernen Bug, ber weit leuchtet, bis ber Bus wieder vom Bogen einer der tausend Brücken in eine Gasse sinkt, deren Wände mit politischen Dro­hungen in robuster Weise beschmiert sind. So ein weißes Schiff ist wie eine Vision in all dem ver­rußten Grau.

Die Reise beginnt in Chinatown. Armselige Gelbe in europäischen Lumpen wohnen, vegetieren in Häu­sern ohne Fenster und Türen, die' von Papieren und Fetzen ersetzt werden. Irgendwo mitten in einer Pfütze weit hinter Redriffe Road, mitten zwi­schen den sogenannten russischen Docks, bleibt der Bus stehen, um wie erschreckt umzukehren. Niemand ist bis hierher gefahren. Zwischen Teerplanken gibt es nur eine Kneipe auf zerfallenden Mauern. An

einem windschiefen Pfahl hängt ein Schild: Odessa Street. Die Straße fließt wie die Pfützen sickernd in die Themse.

Dieselmotoren erobern die Wüste.

Die infolge der geologischen Eigenheiten des Lan­des bestehenden Verkehrsschwierigkeiten zwischen Ost- unb Westaustralien, zwischen benen sich riesige Wüstenkomplexe ausbehnen, in benen nicht einmal ein Eisenbahnverkehr möglich ist, hat nunmehr bie Verwaltung ber australischen Staatseisenbahnen zu bem Beschlüsse veranlaßt, eine quer burch biefe Wüste führenbe Bahnlinie einzurichten, beren Züge burch Dieselmvtore gezogen werben. Die in Aussicht genommene Strecke, bie nur wenige Haltepunkte mit vierteljährlich abzulösenbem geringen Personal vorsieht, ist bie größte Strecke, bie jemals hinterem» anber von einer Diesellokomotive gefahren worben ist. Im Zusammenhänge hiermit ist bemerkenswert, baß jüngst auch bie inbische Regierung zwei Diesel­lokomotiven für bie Durchquerung ber berüchtig­ten Sinbh-Wüste in Dienst gestellt hat.

Zeitschristen

Oberstleutnant a. D. Dr. Wilhelm Solger gibt in ber Märzfolge von Westermanns Mo­natsheften Aufschluß über bie operative Be- beutung des deutschen Angriffs auf Verdun, ber vor 20 Jahren begann. Zum Helbengebenktag 1936 erinnert Werner Beumelburg m feiner Novelle Herr Leutnant, ich glaube .. " an bie unvergeß­lichen Taten ber Frontkämpfer bes Weltkrieges. Ernst Kammerer erzählt in bem AufsatzVier ma­len bie Autobahn" von vier Münchener Malern, bie ben Bau ber Autostraßen in mehreren Gemäl- ben, besonbers im Hinblick auf bie Umgestaltung ber Lanbschaft, festgehalten haben,Das Auto von morgen" betiteln bie Ingenieure B. & H von Rö­mer ihre Abhanblung über neue Bauformen unb neue Treibmittel in ber Autoinbustrie. Von unter» haltenben Beiträgen finb zu erwähnen:Der Wolf", eine Erzählung von Martin Naschte unb bie NovelleNelsons Offiziere" von Alfons von Czibulka. Elf farbige Wiedergaben nach Aquarellen von Leo Nyffen schmücken ben AufsatzEssen" von Karl Sabel, in bem bie Jnbustriestabt auf ihre lanbschaftliche Schönheit untersucht wirb. Auch die BeiträgeVom Recht ber Ehefrau" von Dr. jur» Alexanber Elster,Sübafnka, bas Lanb der Ge« gensatze", von Dr. Marc. R. Breyne undDie guten Räuber" (Nützlinge unserer Gärten) von 0. Nebelthau werden Interesse finden.