Aus aller Welt
1934
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ODOL L 83 wirkt vorbeugend gegen Infektionen, also gegen
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L83
Reichs-Thealerfeslwoche 1936 in der Hauptstadt der Bewegung.
lichen Schauspielhauses und der Kammerspiele wie zahlreiche Gäste.
Englischer Sportflieger vom Reichsautzenminister empfangen.
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Schnupfen, Halsschmerzen, Grippe und ähnliche Gefahren. ODOL L83 beseitigt peinlichen Mundgeruch, erfrischt, belebt.
L 83 ist das Kennzeichen für ein weiter vervollkommnetes Odol mit erhöhter bakterientötender Wirkung.
Die Reichs-Theaterfe st woche, die ____
in Dresden und 1935 in Hamburg stattfand, wird in diesem Jahre oom 10. bis 17. Mai in der
britische Flagge neben der roten Fahne wehen und würde es mit Recht ablehnen, sich zu Ehren der Internationale zu erheben. Einer Regierung, die ihrdreimal abgegebenes Versprechen, daß sie sich von der revolutionären Propaganda in England und im britischen Reich enthalten würde, flagrant gebrochen habe, könne von England nicht als Freund oder Verbünde- ter betrachtet werden. Lord Mount Temple weist auch darauf hin, daß die Räteregierung bis jetzt nicht den geringsten Versuch gemacht habe, auch nur einen Penny von dem über 1 Milliarde Pfund zurückzuzahlen, die sie der britischen Regierung und britischen Staatsangehörigen schulde. Es gebe keinen Punkt, wo ein „ständiger Kurs der überlegten und amtlich ermächtigten Treulosigkeit" unerträglich werde. Dieser Punkt sei in den Beziehungen Englands mit der Sowjetunion läng st überschritten.
von Japan im Adelsklub einen Empfang mit Festessen. Der 86jährige Graf Kiyoura dankte für das hochherzige Geschenk des Führers als Ausdruck der engsten freundschaftlichen Einstellung beider Völker und bat den deutschen Botschafter, dem Führer den Dank des japanischen Volkes zu übermitteln. Botschafter von Dirksen betonte, daß der Führer den berechtigten Wunsch des japanischen Volkes auf Rückkehr des historisch so bedeutungsvollen Kaiser-Saga-Bildes nach Japan anerkannt habe, als er es dem Kaiser schenkte. Botschafter Gras Mushakoji schilderte den tiefen Eindruck, den die Uebergabe des Kaiser-Saga-Bildes in Berlin auf ihn gemacht habe. Prozessor Kuorita schloß den Empfang mit einem Vortrag über die historische Bedeutung des Kaisers Saga, dessen Regierungszeit eine neue Kulturepoche für Japan eingeleitet habe. Das japanische Volk sei angesichts der Bedeutung des Kaiser-Saga-Bildes um so dankbarer für das hochherzige Geschenk.
Lord Munt Temple warnt vor dem Bolschewismus.
London, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Lord Mount Temple spricht sich in einer Zuschrift an die „Times" gegen eine Unterstützung Sowjetrußlands durch England aus. Es sei immer noch die weit verbreitete Besorgnis vorhanden, daß Frankreich infolge des französischsowjetrussischen Paktes in einen Kriege g e - rate und daß England in diesen Krieg hineingezogen würde. Das britische Volk würde auf das tief st e e n t r ü ft e t sein, wenn es sich in einenKrieg zur Verteidigung des Bolschewismus hineingezogen sehen würde. Es würde sich dagegen auflehnen, daß die
Kunst und Wiffenfchast.
Landeslagung
der Reichsmusikkammer Heffen-Rasfau.
Die diesjährige Landestagung der Reichsmusikkammer Hessen-Nassau findet am kommenden Montag in Darmstadt statt. Sie beginnt mit einer Arbeitstagung der Amtswalter. Am Nach- mittag sprechen im Rahmen eines Empfangs im Plenarsaal des Landtagsgebäudes Landeskulturwal. ter Müller-Scheid und der Präsident der Reichsmusikkkammer Professor Dr. Peter Raabe über „Die Aufgaben der Reichsmusikkammer". Am Abend beschließt ein Sinfonie-Konzert im Hessischen Landestheater unter Leitung von Professor Dr. Raabe, das zugunsten der Winterhilfe veranstaltet wird, die Landestagung.
Willi, Gauamtsleiter, Frankurt a. M. Thiels, Wilhelm, Kreisleiter, Bürgermeister, Biedenkopf. Vetter, Karl (Wanfried), Reichshauptabteilungsleiter, Berlin. Vielst ich, Fritz, SA.-Brigade- fllhrer, Marburg a. d. Lahn. W o w e r i e s , Franz, Hermann, Schriftleiter, Berlin-Wannsee.
Auf dem Reichswahlvorschlag wurden außer dem Stellvertreter des Führers noch gewählt: Staatssekretär i. R Dr. B a n g , Justizrat Heinrich Claß, Herzog von Coburg, Oberverwal- tungsgerichtsrat Dr. E v e r l i n g (Berlin), Land- wirt Oskar Farny, Stadtrat Ullrich Graf (München), der Polizeipräsident von Berlin Graf H e l l d o r f, Geheimer Finanzrat Dr. H u g e n - berg, Gesandter von P a p e n , der Führer des Kyffhäuserbundes SS. - Oberführer Reinhard, Rechtsanwalt Schaper (Magdeburg). Geheimrat Dr. Schmitz (Ludwigshafen). Freiherr von Schorlemmer (Volpertshausen.) Reichsminister Seldte. Professor Dr. Martin Spahn (Köln). Land- und Volkswirt von Wedel - Parlow (Berlin).
Hauptstadt der Bewegung durchgeführt werden. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, wird am 11. Mai in einer gewaltigen Kundgebung der Reichstheaterkammer das Wort zu einer richtungweisenden Ansprache ergreifen. Die Spielfolge sieht die Aufführung der Opern „Rienzi" und „Die Meistersinger" von Wagner, der Mozartoper „Don Giovanni" und der heiteren Oper „Der Barbier von Bagdad" von Peter Cornelius vor. Ferner gelangt der „Zigeunerbaron" von Strauß zur Aufführung. Im Schauspiel schließt sich an die Ehrung, die der erste nationalsozialistische Dichter Dietrich Eckart in Hambura erfahren hat, das Bekenntnis zur schöpferischen Leistung lebender Parteigenossen. Hier wurden Hanns I o h st mit seinem „Thomas Paine", Friedrich B e t h g e mit dem „Marsch der Veteranen" und Eberhard Wolfgang Möller mit seinem Schauspiel „Rothschild siegt bei Waterloo" ausgewählt. Die künstlerischen Träger der Veranstaltungen sind die Spielkörper der Staatlichen Oper in München, des Staat-
OervertrauensarzilicheOieust in der Krankenversicherung.
B e r I i n , 3. April. (DNB.) Durch das Aufbaugesetz vom 5. Juli 1934 sind solche Aufgaben der Krankenkassen, die zweckmäßig nicht von der einzelnen Kasse erledigt werden, zu Gemein- schaftsaufgaben erklärt worden. Diese wer- den durch die Landesversicherungsan- st a l t für den Bereich einer Provinz oder eines Landes durchgeführt.
Eine solche Aufgabe ist der oertrauensärzt- l i ch e Dienst. Er ist nun grundsätzlich neu g e - regelt worden. Die Abteilung Krankenversiche- rung der Landesversicherungsanstalt stellt für das gesamte Anstaltsgebiet Vertrauensärzte in hinreichender Zahl bereit, die den Dienst besorgen und gegebenenfalls für mehrere Kaffen gleichzeitig tätig werden. Diese Lösung des vertrauensärztlichen Dienstes von der Einzelkasse ermöglicht, die bessere Ausnutzung vorhandener diagnostischer Einrichtungen und eine leichte Verbindung mit den Versicherten. Sie schützt vor einer mißbräuchlichen Anwendung des oertrauensärztlichen Dienstes, indem sie die Unabhängigkeit des Vertrauensarztes, der nur seinem ärztlichen Gewissen verantwortlich ist, sichert und unmittelbare Einflüsse der Krankenkassen auf die Untersuchung ausschließt.
Der so neugeordnete vertrauensärztliche Dienst wird auch weiterhin die Versicherungsge- m e i n s ch a f t gegen unberechtigte und gesetzwidrige Ausnutzung der Versicherungsleistungen schützen. Er sichert aber besser als bisher die Planmäßigkeit, die Folgerichtigkeit und die Einheitlichket der gesundheitlichen Betreuung. Er bildet endlich die Grundlage für eine der nationalsozialistischen Auffassung entsprechende Gestaltung des sozialmedizinischen Dienstes in der Krankenversicherung und gewährleistet durch die enge Verbindung mit der Rentenversicherung die Zusammenarbeit mit dieser sowie mit allen anderen Stellen, denen die Betreuung der Gesundheit des Volkes obliegt.
Reichsminister Dr. Frank spricht in Rom.
Rom, 3. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Frank hielt auf Einladung des Faschistischen Kulturinstituts einen Vortrag über „Gesetzgebung und Rechtspflege des Nationalsozialismus." Im überfüllten Saal bemerkte man Justizminister Solmi, den Leiter des Faschistischen Kulturinstituts, Prof. M a r p i c a t i, viele führende Persönlichkeiten des italienischen Geisteslebens, besonders der Rechtswissenschaft, Botschafter von H a ss e l l, die Gattin des italienischen Botschafters in Berlin, Frau A t - t o l i c o und den Kreisleiter der NSDAP Italien- Süd, Kirn.
Dem Vortrag wohnten auch der Präsident der Akademie für Wissenschaften Marconi und der Präsident des Kassationsgerichtshofes d'Ame- g l i o bei. Dr. Frank sprach frei in fließendem Italienisch.
Die Ausführungen des Reichsministers wurden mehrmals von stürmischem Beifall unterbrochen. Besonders seine Darlegungen zur Judenfrage fanden lebhaftestes Interesse. Als er sich mit der Wiedererlangung der deutschen Wehrhoheit befaßte, gaben die Zuhörer durch Beifall ihrer Zustimmung Ausdruck. Die Presse widmet dem Aufenthalt des Ministers in Rom sympathisch gehaltene Artikel. „Giornale d'Jtalia" beginnt feine Ausführungen: Rom, die Mutter des Rechts, begrüßt in dem deutschen Gast mit Freuden eine hervorragende Persönlichkeit der nationalsozialistischen Bewegung. Dr. Frank vertritt sowohl durch Familientradition als auch durch eigene bedeutende Leistungen auf juristischem Gebiet die Rechtswissenschaft in Deutschland, der durch die neuen Strömungen des Dritten Reiches ein neuer Lebensimpuls eingeflößt werde.
Reichsminister Dr. Frank legte je einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten und am Grabmal der faschistischen Gefallenen auf dem Capitol in Anwesenheit einer Ehrenkompanie nieder. Anschließend wurde Dr. Frank vom König in Audienz empfangen. Der König lieh sich auch die Begleitung des Ministers, den Direktor der Akademie für Deutsches Recht, Dr. Lasch, den Hauptgeschäftsführer des BNDJ., Dr. Hauber, und den Chef des Ministeramtes, Dr. Bühler, vorstellen. Danach wurde Reichsminister Dr. Frank von Mussolini im Palazzo Venezia empfangen.
Oie lleberreichung
des Kaiser-Saga-Bildes in Tokio.
Tokio, 3. April. (Dftafieninenft des DNB.) Das Japanisch - Deutsche Kulturin st itut unter Führung des G r a f e n K i y o u ra und des Marquis Okubo veranstaltete aus Anlaß der Überreichung des berühmten Kaiser-Saga- Bildes als Geschenk des Führers an den Kalser
Todesurteil an Hauptmann vollstreckt.
Am Freitagabend wurde Hauptmann im Gefängnis von Trenton h i n a e r i ch t e t. Die Verteidiger Hauptmanns hatten bis zum Schluß alles auftzeboten, um die Staatsanwaltschaft zur Einwilligung in einen neuen Strafaufschub zu bewegen. Hauptmann hat vor seiner Hinrichtung kein Geständnis abgelegt. Er bestieg wortlos den elektrischen Stuhl und wurde sechs Minuten später von den Aerzten für tot erklärt. Der Hinrichtung wohnten 55 Zeugen bei.
LZ. »Hindenburg" in Rio de Janeiro.
Ein Funkbericht von Bord des Luftschiffes „Hindenbura" meldet u. a.: Mit halber Fahrt stog das Luftschiff mit südlichem Kurs an der Küste Brasiliens entlang. Es war dies vielleicht der schönste Abschnitt der Reise. Man überflog die Städte Maceio, Bahia und Belmonte. Die Menschen blieben in den belebten Straßen stehen, sammelten sich auf den Balkonen und Dächern und winkten herauf. Das Luftschiff meldete um 7 Uhr, daß es über R i o de Janeiro angekommen ist, wo es vor der Landung noch Schleifen über der Stadt fährt.
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Die englischen Blätter berichten über die erste Ueberquerung bes Südatlantik durch das neue Luftschiff. Die „Times" erklärt, alle Erfahrungen, die man mit dem früheren Luftschiff gewonnen habe, seien in dem neuen Zeppelin hineingebaut worden. Die Zähigkeit und die Gründlichkeit, mit der die Deutschen das Verkehrsluftschiff angesichts allgemeiner Entmutigung weiter entwickelt hätten, verdiene es, dem neuen Zeppelin einen Platz im Transatlan- tik-Verkehr zu sichern. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob das Luftschiff sich gegen die starken Winde des Nordatlantik erfolgreich durchzusetzen vermag. Es wäre indessen gut, daß dieser Versuch von der einzigen Nation durchgeführt werde, die ein offensichtlich erfolgreiches Luftschiff von großem verkehrstechnischem Wert hergestellt habe.
Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. *
Am zweiten Verhandlungstage im Bauunglücksprozeß wurde als zweiter Angeklagter der Reichsbahnrat Weyher vernommen. Er war Vorstand des Neubauamtes IV, dem das Baulos in der Her- mann-Göring-Straße unterstand. Weyher hat an der Erteilung des Zuschlages an die Berlinische Baugesellschaft mitgewirkt, die das preismähig günstigste Angebot abgegeben hatte. Die Frage, ob ihm bekannt fei, daß von einem Dezernenten der Reichsbahndirektion Bedenken gegen die Heranziehung dieser Baugesellschaft geltend gemacht worden seien, bejahte der Angeklagte. Es sei darauf hingewiesen worden, daß diese Baugesellschaft eine Hochbaufirma sei. Der Mitangeklagte Hoffmann von der Berlinischen Baugesellschaft habe versprochen, für einwandfreies Personal und einwandfreie Durchführung der Bauarbeiten zu sorgen. Davon, daß man im Bauabschnitt Tieck- Straße am Stettiner Bahnhof mit dieser Firma nicht zufrieden gewesen sei, wisse er nichts. Als Bauamtsoorstand habe er die Ueberwachung und Leitung des Baues in der Hermann-Göring- Straße gehabt. Er habe nicht geglaubt, daß die Straße Unter den Linden und die Hermann-Gö- ring-Straße so verkehrsstark und so verkehrsempfindlich seien. Er sei verantwortlich für die möglichst reibungslose Abwicklung der ganzen Bauarbeiten und für die Ueberwachung des Baues. Er halte sich auch für verantwortlich, soweit etwa von dem ihm unterstellten Mitangeklagten Reichsbahnbauwart Schmitt Fehler gemacht worden sein sollten. Der Staatsanwalt richtete an den Bauwart die Frage, ob durch ihn ober durch Weyher täalich geprüft worden sei, wie tief die zur Herstellung der Grubenwände dienenden Stiele in den Boden gerammt worden seinen. Schmitt erklärte, eine solche Kontrolle sei nicht vorgenommen worden, praktisch aber auch unmöglich gewesen. Die Verhandlung wurde dann auf Dienstag vertagt.
Reichsaußenminister Freiherr von Neurath empfing den bekannten englischen Sportflieger Lord S e m p i l l, um ihn zu seinem neuesten Erfolge zu beglückwünschen. In aller Stille war Lord Sempill nach etfftünbigem Flug in einem sog. Motorsegler von Croyben nach Berlin glatt gelanbet. Der Reichsaußenminister sprach bem englischen Sportflieger seine Bewunberung über bie erzielte Rekordleistung aus. Er erklärte, er freue sich be- sonbers, baß Lord Sempill bie Flugstrecke Lonbon— Berlin für feinen Rekorbflug gewählt habe, und er hoffe, baß biefe Höchstleistung bie Anregung zu immer engerer sportlicher Zusammenarbeit bUben werbe. Anschließenb an ben Empfang war Lorb Sempill Gast bes Staatssekretärs Milch.
Heidelberg baut den größten Ireiflug-Vogelkäfig Europas.
Heidelberg besitzt seit drei Jahren einen Tiergarten, der unter der Leitung des bekannten Ornithologen Prof. F e h r i n g e r eine erstaunliche Entwicklung verzeichnet. Der Kurpfälzische Tiergarten ist an Fläche doppelt so groß wie der Frankfurter Zoo. Es wird ständig gebaut und der Tier- bestand sowie die Anlagen vergrößert. Der neue Flugkäfig zeigt zum erstenmal ein Bausystem auf, das ermöglicht, daß die größten Raubvögel im freien Flug sich nahezu ungehindert bewegen können. Bei einer Länge von 40 Meter, einer Breite von 20 Meter und einer Höhe von 10 Meter wird eine einzigartige Flugmöglichkeit innerhalb des Käfigs geschaffen. Im Käfig selbst hat man einige Bäume stehen lassen, um den Vögeln richtigen Nestbau und naturgemäßes Ausruhen zu ermöglichen. Nach der Fertigstellung besitzt Heidelberg den größten europäischen Freiflugkäfig.
Drei Arbeitslose in einem nordböhmlschen Schacht durch Grubengase getötet.
In einem wilden Schacht zwischen Dux und Kosten bei Teplitz-Schönau (Nordwestböhmen) wurden drei Arbeitslose durch ausströmende giftige Gase getötet. Eine Anzahl Arbeitsloser hatte auf der verlassenen Grube der Kohlengesellschaft „Gottessegen" einen wilden Kohlenabbau ohne die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen begonnen. Als sich auf dem Grunde der Grube Giftgase bildeten, fiel der beschäftigungslose Karl S m r c e k bewußtlos zu Boden. Seine Kameraden Friedrich Hübner und Rudolf K r o p a versuchten, ihn zu retten, fielen aber ebenfalls in Ohnmacht. Das Unglück wurde erst so spät bemerkt, daß die Rettungskvlvnne die Drei nur noch als Tote bergen konnte. Bei den Bergungsarbeiten wurden weitere vier Bergarbeiter durch Grubengase vergiftet und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Gerüchtweise ver
lautet, daß in dem wilden Schacht noch mehrere verunglückte arbeitslose Bergarbeiter liegen sollen, die dort in der Nacht gearbeitet hatten. Eine behördliche Untersuchungskommission des Bergreolers aus Brück ist am Unalücksort eingetroffen und hat bie Fortsetzung ber Bergungsarbeiten veranlaßt.
Ein neunjähriger Mörder.
Im Courget, einem kleinen Dorf in ber Nähe von Borbeaux, erschoß ein neunjähriger Junge feine fünf Jahre alte Schwester im Anschluß an einen Streit, ber zwischen ben Kinbern ausgebrochen war. Nach vollbrachter Tat begab er sich aufs Felb unb erklärte einem Nachbarn, seine Schwester habe Selbstmorb begangen. Bei feiner Vernehmung geftanb er nicht nur seine Tat, sonbern fügte hinzu, daß er ursprünglich bie Absicht gehabt habe, auch seine Mutter zu erschießen.
Gerichtliches Rachspiel einer Bluttat in Reuyork.
Eine geheimnisvolle Bluttat, die seinerzeit in Neuyork großes Aufsehen erregt hat, hat jetzt ihren gerichtlichen Abschluß gefunben. Vera Strotz, bie, wie gemeldet, im November vorigen Jahres ihren Verlobten, den 40jährigen Dr. Fritz Gebhardt, im 21. Stockwerk eines eleganten Neuyorker Wolkenkratzer-Hotels erschossen hat, wurde jetzt von der Mordanklage freigesprochen. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, daß die Angeklagte i n Notwehr gehandelt hat.
Riesige Unterschlagungen
bei der Kopenhagener Stadtverwaltung.
Bei der Kopenhagener Stadtverwaltung ist man Unterschlagung en auf die Spur gekommen, die sich auf mehrere hunderttausend Kronen belaufen. Sie wurden von dem Leiter der städtischen Verkaufsstellen, die Kohle, Koks, Holz und Petroleum an Unbemittelte liefern, verübt. Der Buchhalter dieser Abteilung soll Beihilfe geleistet haben. Die Unterschlagungen, die sich auf einen Zeitraum von neun Jahren erstrecken, wurden durch Fälschung der Lieferscheine oorgenommen. Nach Aufdeckung der Unterschlagungen unternahm der Leiter der Abteilung zwei Selbstmordver- suche, die aber beide mißlangen. Später gestand er seine Verfehlungen ein, während der Buchhalter die Mitschuld leugnet.
Religiöse Unruhen im Libanon-Gebiet.
Anläßlich des mohammedanischen Festes zur Erinnerung an den Tod Alis, des Schwiegersohnes Mohammeds unb Gründers des schiitischen Glau- bensbekennntnisses, kam es in den Schiiten-Dörfern des südlichen Libanons (Syrien) zu blutigen Auseinandersetzungen, bei denen fünf Personen getötet und viele verwundet wurden.
Ja, wenn die jinmen nicht wären ...
ZdR. Auch in der Tier- und Pflanzenwelt ist es oft so, daß einer oom andern lebt. Der Raps ist z. B. bei seiner Bestäubung auf die Insekten angewiesen. Er ist dabei nicht so glücklich daran wie das Getreide, bet dem der Wind diese Aufgabe übernimmt. Der beste und nützlichste Freund Der Rapsblüten ist nun bie Honigbiene, die in unermüdlicher Arbeit täglich Tausende ihrer Honig- spender besucht und damit befruchtet. Wenn andere Insekten erst vereinzelt ihre Winterruhe beendet haben und die Rapsfelder schon blühen und duften, sind die Bienenvölker bereits in Massen auf dem Plan, besonders dann, wenn der Imker auf der Hut gewesen ist. Dazu gehört z. B., daß nur starke Völker im Herbst eingewintert werden und daß den Völkern die organische Kraft durch eine ungestörte Winterruhe erhalten geblieben ist. Dann sind die Bienen frühzeitig auf den Beinen, und der Segen der Rapsfelder füllt schnell die Stöcke. Der gesteigerte Rapsanbau erleichtert damit die Bienenhaltung. Jeder Imker wird diese Hilfe schnell spüren. Aber auch dem Raps bringen die Bienen Nutzen. Alte Imker behaupten, daß ihre Immen den Rapsanbau überhaupt erst ermöglichen. Jedenfalls ist die Bienenzucht für den Raps- und Rübsenanbau von ausschlaggebender Bedeutung und daher nach Kräften zu fördern. So arbeitet eins organisch ins Andere, eine Tatsache, die auch in manch anderer Hinsicht ein charakteristisches Kennzeichen der Erzeugungsschlacht ist.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Don der Biskaya her haben sich Tiefdruckstörun- gen auf das Festland hin entwickelt. Sie haben nicht nur die Zufuhr feuchter Luftmassen aus Norden verstärkt, sondern auch einen Zustrom feuchtwarmer Luft aus Süden eingeleitet. Das Zusammentreffen dieser verschieden temperierten Luftmassen bzw. das Aufgleiten der Warmluft an der Kaltluft ist für die heute eingetretene ausgedehnte Niederschlagstätigkeit verantwortlich. Für die Folge wird voraussichtlich wieder mehr die Zufuhr polarmaritimer Lustmassen für unser Wetter bestimmend sein.
Aussichten für Sonntag: Wieder lieber- gang zu mehr wechselnd-bewölktem Wetter mit einzelnen Schauern, zunächst weitere Abkühlung, Winde aus meist nördlichen und östlichen Richtungen.
Lufttemperaturen am 3. April: mittags 12,5 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 4. April: morgens 4,5 Grad. Maximum 14,3 Grad, Minimum heute nacht 3,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. April: abends 11,9 Grad; am 4. April: morgens 7,9 Grad. — Sonnenscheindauer 3,3 Stunden. — Niederschläge 1,5 mm.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'schs Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Mvnatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf» mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.


