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Nr. 153 Erstes Blatt

186. Jahrgang

Zrettag. 3. Juli 1936

Erscheint tägltd), nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3Uuftrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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1934: Beim Umbruch ist der Raupenschlepper im Sumpf eingesunken.

1933: Grundwasser im Sumpfgebiet Griesheim.

tosfelsilos.

M6: Kornähren aus dem früheren Sumpfgebiet bei Griesheim.

1936: Gememjchastshaus in Riedwds.

versandet, noch vielfach vorhanden und auch deut­lich zu erkennen, z. B. der Rheinarm bei Stockstadt- Erfelden steht noch heute mit dem Hauptstrom m Verbindung. Alte verlandete Arme finden wir in der Gegend von Geinsheim und Trebur, Gimbs­heim und Eich, sowie bei Bürstadt, Kleinhaufen und Biblis. Das neue Erbhofdorf Riedrode liegt am Rand einer solchen verlandeten Rheinschlmge.

Das hessische Ried ist für den Naturforscher em Gebiet voller landschaftlicher Reize. Die Pflanzen- und Tierwelt bietet unendliche Fundgruben für den Naturforscher; neben hochragenden Weidenbäumen und -büschen, neben Pappeln, Erlen und Ulmen findet man Sumpf- und Riedgräser in den man­nigfaltigsten Formen und Arten Ebenso reich­haltig und vielgestaltig wie die Pflanzenwelt ist auch die Tierwelt. Daß zwar die prächtige Ried-

flora den Kartoffeln, dem Korn, dem Weizen und den Rüben weichen soll, ist begreiflicherweise ein großer Schmerz für den Naturforscher, jedoch laßt sich ein Eingriff nicht vermeiden. Es werden auch für die Zukunft noch manche Plätzchen mit den wertvollen Pflanzen- und Tierarten übrig bleiben, wo der Bestand mit Liebe gehegt und gepflegt wer­den kann. Außerdem ist dem Naturforscher ferner­hin eine dankbare Aufgabe vorbehalten, einen plan­mäßigen Aufbau von Bäumen, Sträuchern und Gebüsch durchzuführen und auch hierdurch in die Ebene ein abwechslungsreiches Bild zu bringen.

In dreijähriger Arbeit wurden die Rheinschlin­gen bei Lampertheim, Bürstadt und Groß-Rohr­heim und die Neckarschlingen von Heppenheim bis Berkach melioriert, umgebrochen und zwischenbe- wirtschaftet. Unsere Bilder zeigen die schwie­rigsten Meliorationen bei Griesheim. Em Ge­lände von über 3000 Morgen, durchzogen mit torfigen Tümpeln und zum Teil mit Granattrich­tern, mit Hecken bestanden, mit Sumpf- und Sauer- gräsern, zeigt durch die Arbeit der hessischen Lan- desregierung heute ein durchaus verän­dertes Bild. Dort, wo nur Schilf und saures Gras wuchsen, stehen heute Getreide und Hack­früchte, die, nach ihrem Stand zu urteilen, eine Ernte abwerfen, die einer solchen auf altem Kul­turboden zum mindesten in nichts nachsteht Der gleiche Erfolg ist in den Gemarkungen Groß-Rohr- heim, Lampertheim, Bensheim, Bürstadt und Klein- Hausen zu verzeichnen.

anzusprechenden ideellen Werte treten die zur Er­haltung und zur Wehrhaftmachung des deutschen Volkes lebensnotwendigen Bedingungen.

Die Auswirkung des vor kurzem abgeschlossenen ersten Arbeitsgebietes des nationalsozialistischen Meliorations- und Siedlungsprogramms läßt wirt­schaftlich in den Einzelheiten erkennen, wie der Gauleiter und Reichsstatthalter Jakob Sprenger den Richtlinien des Führers folgt, sich in den Vierjahresplan des Führers einglie­dert, mit seiner auf diesem Gebiete tätigen Ge­folgschaft Agrarpolitik betreibt, wie er z u m Bauern eingestellt ist, welche Förderung er dem Bauernstand angedeihen läßt, und nicht zu­letzt, wie er dem Arbeiter, Angestellten und Beamten auf praktischer Grundlage den Glauben an das neue Deutschland ver­mittelt und vertieft.

Aus Sumpf wurde Kulturland.

Heydrich, alle Oberabschnitts- und Ab­schnittsführer der SS., Generale der Wehrmacht, NSKK.-Gruppenführer O f f e r - mann in Vertretung des Korpsführers Huhnlein, Stabsführer Lauterbacher, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, der Präsident der Reichsschrift­tumskammer, SS.-Oberführer Hanns Johst, so­wie die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Klink.

Weihevolle Fanfarenklänge der altdeutschen Lu- ren, gespielt von Männern der SS., leiteten die Feier ein. Es folgte das symphonische Chorspiel von Trenker, gespielt von der Staatskapelle Dessau. Dann begab sich der Reichsführer SS. Himmler mit den Ehrengästen durch die mit Tannengrün geschmückte offene Eingangspforte in d i e Kr y p t a, wo er angesichts der Grabstätten Heinrichs I. und seiner Gemahlin Mathilde die Gedenkan» spräche hielt.

Aeichssührer SS. Himmler

gab einen umfassenden Ueberblick über das taten­reiche Leben Heinrichs. Heinrich sei König gewor­den als ein Deutsches Reich kaum noch dem Namen nach bestand. Zäh und zielbewußt sei er seinen Weg gegangen. Bei seiner Königswahl habe er ohne

Gantas Hessen-Aassau 8.-12.M in der Gauhaupistadi Frankfurt

Riedrode, das erste Erbhofdorf in Deutschland.

Erbaut auf gerodetem Sumpf- und Waldboden durch die hessische Landesregierung. Das 1. Arbeitsgebiet des nationalsozialistischen Meliorationsarbeits- und Siedlungs­programms in Hessen! Begonnen im Juli 1933 Abgeschloffen im Herbst 1935.

Deutschland feiert den Gründer des Ersten Reiches.

Der Reichsführer SG. Himmler spricht auf der Heinrichsfeier zu Quedlinburg.

Heffensponttmfche Sümpfe" 11

Am 8. Juli d. I. jährt sich zum dritten Male der - Tag, an dem der Reichsstatthalter die Durchfüh­rung des nationalsozialistischen Meliorations- \ arbeits- und S i e d l u n g s p r o g r a m m s in Hessen freigab. In dreijähriger stiller, zäher Arbeit verbesserten Tausende von Arbeitern der Stirn und der Faust den Boden unserer engeren Heimat und eroberten mit dem Spaten in der Hand Neuland im Hessenland. Die Gebiete der P o n t i n i s ch e n Sümpfe" in Hessen sind entwässert und werden durch Zwischenbewirt­schaftung in Regie in fruchtbares Acker- und Wiesengelände gewandelt. Die groß­zügige Planung von neuen Erbhofdörfern und Weilern ist im Gange. Die bereits im Jahre 1932 vorgesehene Planung eines neuen Erbhofdorfes im Bürftädter Bruch ist im Jahre 1935 zur Wirklichkeit geworden.

Grundlegend für die Planung der Erbhofe wa­ren die Untersuchungen über die Struktur der Bevölkerung und Wirtschaft ip den einzelnen Arbeits­gebieten. In erster Linie wurde der alteinge­sessenen Bauernschaft und der Arbei­terschaft durch Landzuteilung Rechnung getra­gen. Allein durch die Anliegersiedlungen wurden im 1. Arbeitsgebiet über 300 neue Erbhöfe gebildet. Darüber hinaus ist durch die Zuteilung von Siedlungsland die E x i st e n z des Klein­bauern als Landwirt gesichert worden mit dem Ziele, daß diese Kleinbauern nach der ersten Ernte im Herbst 1936 auf jegliche zusätzliche Arbeit verzichten können und den saisonmäßig be­anspruchten Arbeitsplatz für andere Volksgenossen freimachen. Auch durch die Zuteilung von Sled- lungsland an Kleingewerbetreibende und Arbeiter wurde deren Existenzminimum verbessert und dieselben bodenständig gemacht.

Das in Hessen errichtete erste neue Bauerndorf liegt an der Straße BensheimWorms, 2,2 Kilo­meter östlich Bürstadt. In dieser Siedlung sind jetzt 2 8 Bau ernste! len mit einer Ackernahrung von 30 Morgen erstellt. Mehrere hundert Morgen Land stehen noch als Reserve zur Aussiedlung

Quedlinburg, 2. Juli. (DNB.) Aus ganz Niedersachsen sind am Morgen des 2. Juli Zehn­tausende herbeigeeilt, um das Gedenken des Grün­ders des ersten Deutschen Reiches würdig zu feiern. Der Dom zeigt sich, nachdem das Gestühl aus ihm entfernt worden ist, in seiner echt deutschen Monu­mentalität. Die Wände sind über den Samen mit blauem Königssamt verkleidet, der nut 20 Wappen der niedersächsischen Städte geschmückt ift Durch die Scheiben fällt gedämpftes Licht. Vom Domschift fällt der Blick durch das offene Tor in die eigent­liche Grabkrypta, die mit Kerzen erleuchtet ist Zwei SS.-Männer halten hier die Ehrenwache an den Gräbern König Heinrichs I. und seiner Ge- mählin Mathilde. Als einzigen Schmuck tragen die Wände schlichte Lorbeerkränze, lieber der Krypta haben auf der Empore die Fahnen der Bewegung Aufstellung genommen. Wenige Minuten vor 12 Uhr trifft der R e i ch s s ü h r e r SS. mit den Ehren­gästen ein, darunter u. a. die R e i ch s m i n i st e r SS.-Obergruppenführer Darre, Dr. Frick, Dr. Frank und Rust, die R e i ch s l e i t e r Dr. Ley, Rosen­berg Baldur von Schirach, Buch, Bormann, Bouhler, Grimm und Hierl, die Chefs der O r d- nungs- und Sicherheitspolizei, SS.- Obergruppenführer Daluege und SS.-Gruppenfuhrer

NSG. Im nördlichen Teil der Oberrheinischen Tiefebene liegt das hessische Ried, begrenzt vom Odenwald, von der Rheinhessischen Hochebene und vom Taunusrand. Das Ried ein alter Gra­benbruch ist zum größten Teil versun^ftes Gebiet. An der Ostseite des Rieds, nahe der Berg­straße, zog Ende der Diluvialzeit der Neckar in vielfältiger Form seine Schlingen durch die Nie­derung und grub sich sein Bett in die Sandmassen der Rheinebene. Das alte Neckartal zog dicht an der Bergstraße entlang über Weinheim, Heppen­heim, Bensheim und Zwingenberg. Hier verlaßt der Neckar den Gebirgsrand; das Tal kann über die Gegend von Hühnlein, Pfungstadt, J?1}!3

telborn und Trebur verfolgt werden. Die West­seite des Neckartales zog von Kafertal über Viern­heim, Lorsch und Schwanheim. Weiter nördlich ist die Westgrenze nur schwer feststellbar, well sie durch späteres Einschneiden des Rheines zerstört wurde. Die a l t e n L ä u f e d e s N e ck a r s sind gut erhalten und an vielen Stellen infolge des hoch­stehenden Wassers vertorft. In der Alluvialzet chus sich der Neckar sein heutiges Bett. Der Lau entlang der Bergstraße verlandete und versumpft^ Der Rhein, der in vorgeschichtlicher Zeit nach bereit. dem Mittelmeer ab floß, mußte infolge Bewegun-

Wie wohnen die Siedler? und fand^diesen^n dem vorder entstandenen gro- Di-Be rteilung der Wirtschaft.--, ach ° ß°n ^^"^^^^,^Ünd^ch allmählich' mit d°- Neubauern ist neben ,einer Hasrell-»mi 7nnt g f « s41Wma^ füllte. Sm Ried S °7 ° °° n °d7r°"heSn R« ^--schlingen. 3- T.

Sv arge'seid (9 Balken 200 Meter lang nnt 39 Zwetschenbäumen in dreifach gestuftester Reife^olge bepflanzt, in ein Pflanzstück in Große | von '1340 Quadratmeter, der Rest der landwirt­schaftlich genutzten Fläche in ©rofee von etwa 28 Morgen ist auf fünf Parzellen in Große von 1 bis 17 Hektar verteilt. Die Verteilung erfolgte unter Zugrundelegung der Bonität; die Z u t e i u n g an Bodenarten wurde so vorgenommen daß jeder Bauer über ca. 1,7 Hektar gen«; hoben und ca. 1,4 Hektar schweren Boden (Weizen-

Riedrode wurden nach zwei Typen und die Sche nen mit eingebautem Stall nach ^m Typ - baut. Der kleinere Wohnhaustyp hat Wohnküche, zwei Zimmer und Treppenhaus mit einer Gesamt­fläche von 50,60 Quadratmeter Dom kleines Wohnhaustyp sind 16 Hauser ausgefuhrt. Der Zweite Typ hat Wohnküche, 3 Zimmer und Treppen Haus mit einer Gesamtfläche von 65,15 Quadrat­meter. Hiervon sind 12 Hauser erstellt - Scheunen haben durchweg eme Grundfläche t . 143,82 Quadratmeter. In diesem ^baude ist ei Stall für Kühe und Rind» °°n 46 Quadraknetet und für Schweine cm Stall von 12,dd r2uaorai Meter Fläche enthalten. In i°d°r Sl-dl-rh°fr°lt- is hinter der Scheuer eine Silo an lag- ausge fuhrt mit drei größeren Silas gi {e 8,25 Kubik Meter Inhalt, zusammen 24,75 Kubikmeter Gru futterfilos und zwei Kartoffelfilvs Mit I- 2,25 Kubik Meter Inhalt, zusammen also 4,50 Kubikmeter Kar

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den Charakter und die persönliche Eignung des Siedlerbewerbers zu sehen. f be5

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