Nr. 78 Viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch 1. April 1936
Aus dem Reiche der Krau.
Alarm! - Die Rotten kommen!
Haussrauensorgen im Frühjahr
Die Tage werden länger, man braucht morgens beim Aufstehen kein Licht mehr anzuzünden, an den Sträuchern sind die Knospen schon ganz grün, und richtig, — eines Tages ertönt der Schreckensruf aus Hausfrauenmund: „Kinder, da fliegt die erste Motte ..Alarm, Alarm!
Ja, es wird Frühling. Die Motten fliegen, denn der ersten folgt bald eine Legion, und die ganze Familie beteiligt sich an der Jagd. Selbst der Vater, der sich sonst nicht gern bei der Abendzeitung stören läßt, springt erregt auf, wenn so ein geflügeltes Etwas ihn umschwirrt. Er klatscht m die Hände, er wird ganz aufgebracht in seinem Jagdeifer — aber meistens ist die Motte schon lange in Sicherheit!
„Motten, die fliegen, schaden nichts mehr! , sagt der Dolksmund — aber das ist unrichtig. Natürlich eine fliegende Motte kann keine Löcher mehr in das gute Tuchkleid fressen, aber sie kann Eier legen, und aus diesen Eiern entwickeln sich die reizenden Würmchen, die schon Millionen vom Dolksoermö- gen vernichtet haben. Ja, die Motte ist zwar ein ..bescheidenes" Tier, weil sie nur Löcher frißt — aber im Haushaltsplan des Staates hat sie ein riesiges Unkostenkonto! Deshalb muß ihr der Kampf angesagt werden, mit allen Mitteln, die einem zur Verfügung stehen, und es gibt eine Menge Mittel, Mottenkugeln aus Naphtalin, Mottenpulver, glitzernd wie Schnee, aber leider so stark riechend, daß man aus dem Niesen nicht herauskommt, finden ihren Leg In alle Ritzen und Fugen! Es gibt aber
auch viele gute Mottenvertilgungsmittel, die nicht zu spüren sind, wie Naphtalin und die Flüssigkeiten, die man als Mottenschutz spritzt! In der Mottenkiste und der Mottenkawmer kann man ja stark riechende Materialien verwenden — nie aber in der Wohnung, wenn man mit den Motten nicht alle Gemütlichkeit vertreiben will!
Da ist vor allen Dingen unser gutes Kochsalz, das völlig geruchlos ist, aber von den Motten gehaßt wird. Wollene Teppiche, besonders wenn sie unter Möbelstücken geschoben sind, müssen öfter einmal für ein paar Stunden mit feinem Salz dicht bestreut werden. Am besten macht man das abends und bürstet morgens das Salz wieder ab. Stark duftende Kräuter, die der menschlichen Nase sogar angenehm sind, wie Waldmeister, Rosmarin, Lavendel usw. werden von den Motten nicht geschätzt. Man näht Büsche von diesen — auch Pfefferminzkraut ist sehr gut, doch liebt nicht jeder diesen Geruch — in kleine Gazebeutel und legt sie zwischen die gefährdeten Stellen.
Ein vorzügliches Mottenmittel sind auch Zeitungen, besonders frisch gedruckte, die noch so schön nach Druckerschwärze riechen. Die Motten haben gar fein Interesse an geistiger Bildung, sie verflüchtigen sich sofort, wenn man mit solcher Zeitung in ihre Nähe kommt. Deshalb werden Wollsachen, die man den Sommer über fortpacken will, am besten dicht in Zeitungspapier gepackt.
Polstermöbel, in denen einmal die Motten sind, können nur schwer von dieser Plage befreit werden-. Durch Schwefeldämpfe ober Essigdämpfe (hergestellt mit Hilfe eines warmen Ziegelsteines, auf den Essig gegossen wird) kann hier geholfen werden — doch vorbeugen ist immer bejjer als heilen, Lore,
Deutsches Leinen vom Sandwebstuhl.
Bon Liselotte Gervais.
Unentwegt ist die deutsche Industrie daran, neue und moderne Textil-Materalien herzustellen. Erinnert sei nur an die Viftra-Fasern, die weichen, griffigen Flocken und Fäden oder an ihre Schwester, das Wollstra-Garn, das an die Stelle des Kammgarns zu treten bereit ist. Textil-Cellophan und Flirogarn sind auch keineswegs — wie leider vielfach angenommen wird — „Ersatzstoffe", sondern völlig neue Fasern, die harmonisch die bisherigen Textilien ergänzen. Es sind neue Wertbegriffe, die Chemie und Technik schufen und die alle Voraussetzungen in sich tragen, um von der Weberei — maschinell und im Handbetrieb — ausgenommen zu werden.
Wir erlebten bereits im letzten Sommer eine vielgenannte „Renaissance des Leinens", — ein Wort, das ja gerade jetzt in Deutschland einen besonderen Klang hat. Dennoch sind nicht alle Hoffnungen erfüllt worden. Nicht überall hat man diese ungewohnten Stoffe ausgenommen. Doch verdienen gerade die ursprünglichsten Produkte erhöhte Beachtung. Von ihrem Eingang ins Publikum, von ihrer Beliebtheit und Gewöhnung an sie hängt viel mehr ab, als die meisten ahnen. Es geht um den deutschen Bauern und seine Winterzeit. lieber 100 000 bäuerliche Handwebstühle sind in Deutschland vorhanden, davon sind leider nur etwa 40 000
bäuerlichen Frauenschulen statt, sondern ab Ostern 1936 an den Hochschulen f ü r Lehrerbildung. Im kommenden Jahre werden zwei solcher Hochschulkurse mit etwa hundert Schülerinnen in Hannover und Berlin eingerichtet werden. Die künftigen Lehrerinnen leben außerhalb der Hochschule, wie andere Studentinnen auch. Sie belegen die allgemeinen erziehungswissenschaftlichen Vorlesungen der Hochschule und außerdem die besonderen Vorlesungen des Ausbildungsganges für Lehrerinnen der landwirtschaftlichen Haushaltungskunde. Mit der Hochschule wird stets eine „bäuerliche Werkschule" verbunden, die als Uebungsschule dient und dem Reichsnährstand angehört. Die gesamte pädagogische Ausbildung der künftigen Lehrerin umfaßt zwei Jahre: ein Jahr mit Uebungen und Vorlesungen an der Hochschule und ein Jahr praktisch-pädagogische Arbeit an bäuerlichen Werk- und Frauenschulen.
Nach diesem Studienjahr an der Hochschule selbst geht die Studentin als „Probelehrerin" zur praktisch- pädagogischen Weiterbildung für ein weiteres Jahr an eine bäuerliche Werk- und Frauenschule. Hier hat sie in allen lehrplanmäßigen Fächern selbständig zu unterrichten und durch Teilnahme am Unterricht
erfahrener Lehrkräfte und methodische Besprechungen der Unterrichtsstunden ihre Kenntnisse zu erweitern.
Die zweite Aufgabe dieses zweiten Jahres ist die praktische Wirtschaftsberatung, durch die die Studentin in die kulturellen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Verhältnisse des betreffenden Schulbezirks eingeführt und in der praktischen Einzel- und Massenberatung geübt werden soll.
Das praktisch-pädagogische Jahr steht unter lieber» wachung der Dozentinnen der Hochschule. Die Studentinnen werden mindestens dreimal im Jahre von der Hochschule zu Arbeitsgemeinschaften zusammen- gerusen, in denen die Ergebnisse der pädagogischen Arbeit ausgewertet werden sollen.
Wer sich diese ländlichen Berufe der Frau zum Ziel nehmen will, kann Näheres durch die Landesbauernschaften erfahren. Für die Schulentlassenen fängt es mit der Unterklasse der bäuerlichen Frauen- schulen oder mit der praktischen Arbeit auf dem Lande an. Wer diesen Weg wählt, hat eine schöne und vielgestaltige Ausbildungszeit vor sich, die ihm ein reiches Arbeitsfeld erschließt, das eine große Zukunft vor sich hat.
<SaS sollen wir tragen?
bis 45 000 in Gang, lieber 9000 Hektar Flachs wurden 1934 angebaut, also dreimal so viel als in den Vorjahren. Bis auf 30 000 Hektar wird die Anbaufläche gesteigert werden, die dann genügt, um den inländischen Bedarf zu decken. Dieses kostbare und köstliche Rohmaterial muß naturgemäß umgesetzt werden, wenn es für den Bauern lohnen soll und die großzügigen Flachsanbauprämien der Regierung nicht umsonst ausgeschüttet wurden. Auf deutscher Scholle gedeiht der Flachs, und von deutschen Händen wird er verarbeitet — bis zum Seinen.
Deutsches Seinen zu tragen, soll keine Modesache fein, sondern eine einfache Rückbesinnung auf das Land, das dieses weiße und schöne Produkt erzeugte. Tragt deutsches Seinen, handgewebt, grob und fein, unzerstörbar, in Hunderten von Web- arten, Farben, Mustern, Bindungen usw. herstellbar. Die Ware, vom Bauern erzeugt, ist etwas teurer als die maschinenmäßig hergestellte, aber sie darf für sich in Anspruch nehmen, die bestmögliche Qualität aus Flachsgespinst darzustellen: denn der bäuerliche Webstuhl ist in seinem Geschirr viel zu grob, um irgend ein unhaltbares Kett- oder Schuß- Schluderzeug verweben zu können.
Frauenberufe im ländlichen Lebenskreis.
Bon Lotte Matschok.
Die Frau, auch wenn sie nicht heiratet und keine eigenen Kinder hat, hat immer die Aufgaben einer Mutter und Erzieherin im Volke zu erfüllen. Die Rückkehr zum Sande, die wirtschaftliche und geistige Hebung des bäuerlichen Sebenskreises erfordert einen großen Stab von Menschen, die fähig sind, hier ihre volle Kraft zur Mitarbeit einzusetzen. Für Haus und Hof und besonders für die ländliche Jugend brauchen wir Frauen, die Hüterinnen, Seiterinnen, Erzieherinen fein können. Die beiden wichtigsten Berufe sind hier: die Sehre- rin der landwirtschaftlichen Haus- haltungskunde und die ländliche Haushaltpflegerin.
Die Bestimmungen verlangen für die Sehrerin der landwirtschaftlichen Haushaltungskunde wie für die ländliche Haushaltpflegerin zunächst einen gemeinsamen Ausbildungsweg von zwei Jahren ländlicher Praxis und daran anschließend den zweijährigen Besuch einer bäuerlichen Frauenschule mit abschließender Staatsprüfung im bäuerlichen Hauswerk. Der Weg der künftigen Haushaltpflegerin geht nun so weiter, daß sie nach dieser Prüfung noch eine zweijährige praktische Tätigkeit in bezahlter Stellung abzuleisten hat. Diese Praxis darf höchstens in zwei verschiedenen Betrieben ausgeübt werden, es müssen größere landwirtschaftliche Haushalte oder ländliche Anstaltsbetriebe mit Selbstversorgerwirtschaft fein, die von der Sandesbauernschaft für die Anstellung dieser jungen Haushaltpflegerinnen anerkannt sein müssen.
Die junge angehende Haushaltpflegerin steht wahrend dieser zwar schon sehr selbständigen und auch bezahlten Tätigkeit noch in engem Zusammenhang mit der zunächst liegenden zweiklassigen bäuerlichen Frauenschule. Die Schulleitung überwacht ihre Tätigkeit und ihre fachliche und weltanschauliche Weiterbildung. Außerdem ist die Haushaltpflegerin verpflichtet, halbjährlich einen Bericht über ihre Arbeit einzusenden.
Den Abschluß dieser zweijährigen praktischen Arbeitszeit bildet eine „Aussprache" vor dem Prüfungsausschuß der bäuerlichen Frauenschule, die die Ausbildung überwacht hat. Diese „Aussprache" ist dem neuen Sinn eines solchen Abschlusses entsprechend, vermieden — behandelt den sozialen und fachlichen Aufgabenkreis der ländlichen Haushaltpflegerin. Auf Grund des Ergebnisses der Aussprache erhalt sie die Bescheinigung über ihre staatliche Anerkennung als ländliche Haushaltpflegerin. .Damit steht ihr das große Feld der praktischen weiblichen Arbeit in allen ländlichen Betrieben, wie großen Haushaltungen, Schulen und Anstaltsbetrieben aller Art, offen
Ostern 1936 dürfen die bisher staatlich anerkann- fen ßehrqänge für ländlich- tzaushallpflegerinnen zum letztenmal Schülerinnen aufnehmen, die aber schon im Sinne der neuen Bestimmungen zu unterrichten sind. Im nächsten Jahr stellen alle Haushal - Pflegerinnenlehrgänge ihre Arbeit ein, es gilt dann ausschließlich die eben ausgefuhrte N e u o r d - nung derAusbildung,die also für alle, die sich jetzt für diesen Beruf entscheiden, allein in Frage
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
* i
WM n i > ?
Aus bedrucktem, reinseidenem Chinakrepp in braun-gelben Tönungen ist das elegante Frühjahrskleid. Aus dem gleichen Material ist auch die leichtglockige, ärmellose Jacke (rechts), während die lose Jacke (links) aus gelbem, grobem Seinen ist.
Neu ist am Kleide der angeschnittene und angelesene Keulenärmel, dessen eingelesene Schulterteile sich als Taillenbetonungen wiederholen.
Die lange Jacke aus dem Material des Kleides ist leichtglockig, in der Taille enganliegend geschnitten.
Sie wird, am Halse anschließend, durch fünf Kugelknöpfe aus braunem Glas geschlossen
Der kleine Hut mit dem rundum aufgeschlagenen Rand ist aus enggesteppter brauner Seide.
Die Leinenjacke hat einen besonders weiten Rücken, ihre großen Taschen sind wie die Aermelklappen aufgesetzt. Die Schusterteile des weiten Raglanärmels bilden zwei Schlaufen, durch die das seidene Halstuch geschlungen wird.
Der große Hut aus braunem Perkalstroh hat eine Garnitur aus braunem Samtband H.
Eine grundlegende Umwälzung hat die Ausbildung der Sehrerin der landwirtschaftlichen Haushaltungskunde erfahren. Bis zum Abschluß der Oberklasse der bäuerlichen Frauenschule mit Staatsprüfung geht sie den gleichen Weg wie die ländliche Haushaltpflegerin. Die ministeriellen Bestimmungen über die nun anschließende pädagogische Ausbildung der künftigen Sehrerin der landwirtschaftlichen Haus- haltungskunde werden soeben veröffentlicht und sollen schon für diese Ostern in Kraft treten Diese pa- bafloflildje Ausbildung findet nicht mehr m den
Gierschalen und Ostereier.
Bon Frieda Aisch, Äad-Nauheim.
Wenn der Frühling ins Sand zieht, sitzen Gänse, Enten, Hühnern die Eier ein bißchen loser, und manch lieblicher Eierkuchen duftet auf dem Tisch, Jung und Alt erfreuend. Wer Zeit und Suft hak, kann allerhand mit den Schalen anfangen.
Ich hatte gerade die Masern und war fünf Jahre alt als wir umziehen mußten. Mauz durfte selbst ihren Puppenwagen fahren, ich dagegen mußte dick in Betten gehüllt, auf Vaters Armen meinen Einzug halten. Natürlich furchtbar neugierig, lupschte ich unter der Umhüllung hervor. Vaters drohendes „Wirst Du wohl!" duckte mich erschreckt. Ich hatte aber doch etwas Reizendes in der neuen Wohnung gesehen! Hinter der Eßzimmertür hing vergessen eine kleine, goldige Ampel! Eine loses aus goldenem Faden gehäkeltes Netzchen umschloß eine Hühnereierschale, die an drei goldenen Schnürchen ausgehängt war, und aus der Schale, die voll Erde gefüllt war, wuchs ein kleines Rankelpflänzchen. Die Eierschale hatte unten ein winziges Soch, wie ein richtiger Blumentopf. Das Netz war ganz einfach aus Suftmafdjenbogen und festen Maschen wie ein altmodisches Zwiebelnetz gehäkelt. Dies reizende Spielzeug hält sich sehr lange. Am besten hängt es an der Seitenwand des Fensters. Wie wäre es damit als Ostergruß?
Oeffnen wir das Ei nur etwas an der Spitze, stellen die Schale auf die hohe Kante und kleben drei bronzierte Erbschen als Füßchen an, haben wir das niedliche Blumenväschen. Für jedes Gedeck eins, zieren sie mit Veilchen, grünen Frühlingsspitz- chen oder Petersilie und Gänseblümchen den Tisch. Kleine Zeichnungen oder „Frohe Ostern" müssen auf das noch volle Ei gemalt werden, und erst trocken fein, ehe weiter gearbeitet wird.
Ostereier. Im Konditorladen steht ein ganzer Berg der hübschesten gebackenen Ostereier. Wir mochten sie wohl gern auch selbst machen, aber womit?! Woher denn passende Backformen? Na, ganz einfach Wir nehmen Eierschalen, am besten die großen Gänseeierschalen. Vorsichtig, Stellchen für Stellchen schlagen wir das Ei in der Mitte den langen Weg durch. Die Schalen werden sorgfältig gewaschen und gut ausgetrocknet. Dann streicht man sie mit Butter aus und streut Semmelkrümel hinein. Diese Form wird gut halb voll Teigmasse gefüllt und so dicht eine neben die andere auf das Backblech gesetzt, daß sie nicht Umfallen können. Bei mäßiger Hitze backen. Sauwarm abgekühlt entfernt man die Schalen und läßt die Kuchchen kalt werden. Sind obenauf „Mützchen" gebacken, müssen wir sie abschneiden. Wir verwenden sie später für eine Obstspeise. Jetzt sucht man die passenden Teile zusammen und überzieht die runde Seite mit verschiedenem Zuckerguß. Ist der Guß trocken, bestreichen wir ganz dünn die eine Hälfte mit Honig, die andere mit Himbeer-, Johannisbeer-, Aprikosen-- oder Quittengelee und klappen beide Hälften zusammen. Die Füllung darf nicht vorquellen. Aus buntem Seidenbändchen haben wir Henkel gefaltet und sie dazwischen gefegt, recht tief, damit sie nicht ausreißen. Man muß darauf achten, daß jeder Teil eine andere Farbe Guß hat. Die Naht verdecken wir mit einer Krause von Eiweißguß, der durch eine spitze Tüte gespritzt wird. Auf die Schauseite der Eier kommt' die Verzierung: Hier kann die Phantasie walten. Der Grundguß muß ganz trocken sein, ehe man mit Ausputz anfängt. Ein paar Striche grün auf weißem Ei geben ein Nestchen, das mit silbernen Siebesperkn gefüllt wird. Die Form eines Häschens ober Kükens oder eine Inschrift zeichnen wir mit einer Nadel vor und spritzen sie dann mit Guß aus.
Teigmasse zu den Ostereiern: 6 ganze Eier werden mit 250 Gramm Zucker schaumig geschlagen, nach und nach 500 Gramm Weizenmehl mit 30 Gramm Kartoffelmehl und 2 Messerspitzen Backpulver gut vermischt durchs Sieb daruntergegeben. Mit Vanille abschmecken. Vom tüchtigen Schlagen hängt es ab, daß der Teig feine Poren erhält.
Weißer Guß zum Decken: 200 Gramm Puderzucker mit 3 Eßlöffeln heißem Wasser zu dicker Salbe rühren. Geschmack: Vanille, Rum ober Tropfen von Zitronensaft.
Rosa Guß: In ben weißen Guß etwas weni- ger Wasser geben, bafür etwas aufgelöste rote Gelatine, bis der Farbton entsteht, ben man wünscht.
Grüner Guß: Ein paar Tropfen Speisefarbe ober ein paar rohe Kaffeebohnen barin ziehen lassen.
Marmorguß: Wenn ber Deckguß noch weich ist, taucht man ein Hölzchen in eine anbere Farbe unb zieht beliebig Sinien barauf, bie, noch nicht voll erkaltet, zerlaufen unb bas Marmormuster bilben.
Brauner Guß zum Decken: Saumarm langsam Deckschokolabe auflösen mit wenig Tropfen Wasser. Jeber Deckguß muß gcrabe so dick sein, daß er langsam von selbst breit läuft. Glänzenb wird ber Guß burch Zusatz eines erbsengroßen Stückes Palmfett auf 250 Gramm Puberzucker.
Eiweißguß zur Krause: Ein Eiweiß wird mit 10 Tropfen Rosenwasser verrührt und soviel Puderzucker darunter geschlagen, als er aufnehmen kann, bis er dick und leicht schaumig wird.
Brauner Guß für Häschen: Etwas Kakao in den Eiweißguß.
Gelber Guß für Küken: Eine winzige Prise Safran zum Eiweißguß.
Verwendung der „Mütz-chen" (Drangen- speise): 4 Drangen werden abgeschält, schräg von oben nach unten in Scheiben geschnitten, eingezuckert. Sie müssen eine halbe Stunde stehen. Dann wird der Saft abgegoffen. Die Früchte legt man in eine Glasschüssel und tröpfelt 2 Eßlöffel milden Honig darüber. Dann kommt eine Sage Mützchen, bie man noch vermehren kann burch Zwiebackstückchen. — Ein halber Siter Milch wirb zum Kochen gebracht. In ben abgegossenen Saft ber Früchte gibt man ben Saft einer Zitrone, bie abgeriebene Schale von 2 Apfelsinen unb einer Zitrone, 1 gehäuften Eßlöffel Monbamin unb 4 Eigelb. Gut verrührt kommt alles in bie heiße Milch unb wird mit Zusatz einer Prise Salz unb etwas Zucker bis vor's Kochen gebracht. Ist alles eine bicke Creme, gibt man 2 Eßlöffel hellen Honig darunter. Mit dem Honig darf die Creme nicht mehr kochen. Alle« warm über die Speise gießen und kaltstellen. Dor dem Gebrauch wird der geschlagene Schnee mit Vanille und Zucker abgeschmeckt und mit frischen OnnAenjHnitM verMt» im Kranz um hie Speife


