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einem geregelten Verkehrsunterricht die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken, da die immer noch be­dauerlich hohe Zahl von Verkehrsunfällen notwen­dig macht, schon die Jugend mit den Gefahren der Straße und den erlassenen Verkehrsbestimmunaen vertraut zu machen. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat sich bereit erklärt, zur Un­terrichtung der Lehrer und zu Vorträgen in den Schulen geeignete Beamte, Verkehrsdezernenten, Verkehrsoffiziere, Verkehrspolizeibeamte, Gendar­men zur Verfügung zu stellen.

Gießener Polizeibericht.

Festnahme eines Betrügers.

Am 25. Juni 1935 wurde der 19jährige Kauf­mannslehrling H. B. aus Watzenborn-Steinberg, der in Gießen bei einem Dersicherungsunternehmen beschäftigt war, wegen umfangreicher Betrügereien und Urkundenfälschungen festgenommen. B. wurde, da Verdunkelungsgefahr besteht, dem Amtsgericht zimeführt und in Untersuchungshaft genommen.

Sitllichkeitsverbrecher im Nizza und Allen Feld.

In der letzten Zeit treibt .sich ein unbekannter junger Mann im Nizza und im Alten Feld herum, der Frauen und junge Mädchen in unsittlicher Weise belästigt. Am 23. Juni 1935 abends versuchte er bei einem Mädchen handgreiflich zu werden. Durch die Gegenwehr des Mädchens, das dem Täter das Ge­sicht zerkratzt hat, konnte er sein Ziel nicht erreichen. Der Täter wird beschrieben: Etwa 23 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß, schlank, hat hellblondes gewelltes Haar und trägt meistens Sporthemd und hellbraune lange Hose. Am 23. Juni 1935 trug er einen gestreiften Anzug. Personen, die sachdienliche Angaben über den Täter, der seit dem Vorfall am 23 Juni 1935 Kratzwunden im Gesicht haben muß, machen können, werden ersucht, der Kriminalpolizei­stelle Mitteilung zu geben. Die Mitteilungen wer­den auf Wunsch vertraulich behandelt.

Fahrraddiebsiähle.

In der Nacht zum 25. Juni 1935 wurde aus einem Hause in der Ederstraße ein Herrenfahrrad MarkeAdler", am 26. Juni 1935 an der Müller- schen Badeanstalt ein Herrenfahrrad MarkeDia­mant" und am 27. Juni 1935 an der gleichen Bade­anstalt ein Damenfahrrad MarkeOpel" entwen­det. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Krimi­nalpolizeistelle.

Feuer in Seibelsdorf.

Am 27. Juni 1935 gegen 17 Uhr brach bei dem Pächter Wilhelm K o ch in Seibelsdorf, Kreis Als­feld, während des Heuabladens Feuer aus. Scheu­nen und Ställe find zum größten Teil nieder­gebrannt. Die Brandursache steht zur Zeit noch nicht fest. Brandermittelungsbeamte der Kriminal­polizeistelle Gießen sind mit der Aufklärung beauf­tragt.

Gastspiel Otto Gebühr im Gia dttheater.

Als zweites der für die Sommerspielzeit 1935 an­gekündigten Gastspiele hat die Intendanz den be­kannten Schauspieler und Filmdarsteller Otto G e - b ü h r, der durch seine echte und große Wiedergabe der Gestalt Friedrich des Großen schon bald legen­där berühmt geworden ist, verpflichtet. Der Künst­ler wird mit seinem Berliner Ensemble am Sams­tag, 6. Juli, sein einmaliges Gastspiel geben, und zwar spielt er in dem dreiaktigen SchauspielZwi­schen Nacht und Morgen" von Zdenko von Kraft denAlten Fritz". Die Theaterkasse ist Donnerstag und Freitag von 10 bis 13 Uhr und Samstag von 10 bis 13 und 17 bis 18 Uhr geöffnet.

Oer Stromlinien-Oampfzug im Gießener Bahnhof.

Der erste deutsche Stromlinien-Dampfzug, der sich gestern auf der Fahrt nach Nürnberg befand, um dort auf der Ausstellung anläßlich der 100-Jahr- feier der Deutschen Reichsbahn in Nürnberg gezeigt ju werden, passierte auf seiner Fahrt von Berlin über Kassel nach Frankfurt auch unseren Bahnhof. Der Zug, der erst kurz vor seinem Eintreffen dem hiesigen Bahnhof gemeldet wurde, nahm hier drei Minuten Aufentbalt und setzte dann die Fahrt nach Frankfurt fort. Den Fahrgästen, die sich gegen 14.30 Uhr auf den Bahnsteigen des Gießener Bahnhofs befanden, bot sich mit dem Anblick des Stromlinien- Dampfzuges ein sehr imposantes Bild.

Platzkonzert zuaunsten des Hilfswerkes Mutter und Kind".

Am morgigen Sonntag, zwischen 11 und 12 Uhr, findet in der Anlage am Hindenburg-Wall (gegen­über dem Gymnasium) unter der Leitung von Mu­sikzugführer Herrmann ein Platzkonzert des SA.-Standarten-Musikzuges statt. Für das Konzert ist folgendes Programm vorgesehen: 1. Schneidige Truppe, Marsch (Lehnhardt): 2. Ouvertüre ^ur Oper Zar und Zimmermann" (Lortzing): 3.Hab' ich nur deine Liebe" ausBoccaccio" (Supp6); 4. Hof­balltänze, Walzer (Lanner); 5. Fantasie ausTra- viata" (Verdi). Das Platzkonzert findet zugunsten des HilfswerkesMutter und Kind" statt.

Das Reichöleistungsschreiben der deutschen Stenographen.

Das Reichsleistungsschreiben der Stenographen wird den breitesten Raum des Programms des Deutschen Stenographentages, der vom 2. bis 5. August 1935 in Frankfurt a. M. stattfindet, einnehmen. Aus allen Gauen des Reiches liegen heute schon tausende von Meldungen zu diesem Wettbewerb vor. Auch Ausländsdeutsche haben sich bereits in großer Zahl für dieses Leistungsschreiben gemeldet. Insgesamt dürften sich an diesem kurz- schriftlichen Leistungsschreiben etwa 5000 Steno­graphen beteiligen. Es wird damit der größte Wettstreit sein, der je in der Kurzschrift ausgetragen wurde. Alle Schulen in der Umgebung der riesigen Festhalle in Frankfurt, die als Tagungsort bestimmt ist, sind für diesen Zweck bereitgestellt worden.

Das Ziel, die Kurzschrift zu einer allge­meinen Verkehrsschrift, auch bei den Behörden, zu machen, kann nur erreicht werden, wenn alle Stenographen nicht nur schnell, sondern auch richtig und deutlich schreiben können. Deshalb wird gleichzeitig mit dem Schnellschreiben eine Prüfung im Schön- und Richtig - schreiben abgehalten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die Deutsche Reichspost als erste Behörde versuchsweise monatlich eine Der- fügung in Kurzschrift herausgibt, auf die von den betreffenden Amtsstellen auch in deutscher Kurzschrift geantwortet werden muß.

Auch das Maschinenleistungsschreiben, bei dem die Deutsche Meisterschaft im Maschinen­schreiben zu erringen ist, hat in allen inter­essierten Kreisen Deutschlands ein lebhaftes Echo gefunden. Georg H o ß f e l d, ein Deutschamerikaner, der zur Zeit den Weltrekord im Maschinenschreiben hält, wird ebenfalls in Frankfurt fein und den deutschen Schreibern die Erringung der Meister­schaft sicher nicht leicht machen.

Gartenstadt Eichgärten" im Entstehen.

Oer Stand der Arbeiten. Neue Straßen.

In den vergangenen Wochen herrschte in den Eichgärten ein reger Betrieb. Wie wir bereits vor geraumer Zeit berichteten, sind dort umfangreiche Erdarbeiten im Gange, die in ihrer Gesamtheit der Schaffung einer großen Grünanlage, der Schaffung eines großen Teiches sowie einer neuen Straße, derSchlageterstraße" dienen.

Die Arbeiten von vielen Händen gefördert, sind rasch vorangekommen. Der Teich, der dort geschaffen wird, ist bereits in feiner ganzen Länge, Breite und Tiefe ausgehoben.

Die Halbinseln, fünf an der Zahl sind aufgefchüt- tet, mit Grasstücken befestigt worden und deutlich erkennbar. Der Damm, entlang der Wieseck, ist eben­falls fertig aufgeworfen. Ferner ist auch die zu­künftige Schlageterstraße, deren Profil etwa 1,50 Meter über dem Wiesengrund zu liegen kommt, fast völlig auf ihre zukünftige Höhe gebracht worden. Die Kanalisation für den neuen Straßenzug wurde bereits vor der Erdaufschüttung fertiggestellt, so daß nunmehr in nicht allzuferner Zeit, wenn sich das aufgeschüttete Erdreich genügend gesetzt hat, mit der eigentlichen Straßenbauarbeit be­gonnen werden kann.

Die Erdbewegungen, die bisher für diese zu­künftige Erholungsstätte am Stadtrand notwendig waren, beliefen sich auf insgesamt etwa 30 000 Ku­bikmeter. Die Arbeiten kannten um so rascher von- statten gehen, als der tonige Grund in den Wiesen an den Eichgärten fast ständig sehr feucht war und

sich leichter abtragen ließ, als es bei großer Trocken­heit der Fall gewesen wäre.

Die gesamten Arbeiten werden von der Heuchel­heimer Tief-, Hoch- und Eisenbetonbaufirma Lud­wig Schneider durchgeführt. Zahlreiche Ar­beiter konnten und können auch weiterhin monate­lang beschäftigt werden. Man hofft im kommenden Herbst so weit zu sein, daß mit der Anpflanzung der Bäume begonnen werden kann, die als Allee die Schlageterstraße schmücken und später einen Spaziergang zum Philosophenwald aus schattigem Weg gestatten sollen.

Im Zusammenhang mit der Schaffung der Anlage find auch zwei neue Straßen entstanden, und zwar die Fröbel- und die Curtmannstrahe; erstere beginnt an der Wolfstraße, läuft parallel zur Kaiserallee und endigt im Alten Rödger Weg zunächst der Liebigshöhe. Ausgebaut ist die Fröbel- straße zunächst bis zur Kreuzung der neuen Curt- mannstraße, diese beginnt, als Verlängerung der Georg-Philipp-Gail-Straße, und mündet in die Straße in den Eichgärten zunächst der neuen Pe- stalozzischule aus.

An der Fröbelstraße sind bereits fünf Ein­familienhäuser erbaut, von denen zwei bereits bezogen sind, während die übrigen ,der Fer­tigstellung entgegengehen.

Auch an der Straße in den Eichgärten, Ecke Wolfstraße ist mit dem Neubau eines mehrge­schossigen Wohnhauses begonnen, das bis zum Herbst bezogen werden soll.

Wie sind Waldbrände zu verhüten?

Der deutsche Wald ist Volksgut. Er liefert uns nicht nur den unentbehrlichen Rohstoff Holz, son­dern er bietet Millionen deutscher Volksgenossen Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten und hat aus­schlaggebende Bedeutung für die Landeskultur.

Deshalb ist es Pflicht jedes Deutschen, dafür zu sorgen, daß dieses wertvolle Volksgut keinen Schaden nimmt; insbesondere muß unbedingt ver­hütet werden, daß wie es Jahr um Jahr im­mer wieder geschieht große Waldflächen durch Brand der Vernichtung anheimfallen.

Die meisten Waldbrände sind erfahrungsgemäß auf nichts anderes als auf Fahrlässigkeit zu- rückzufübren. Unbedachtsames Weawerfen von brennenden oder glimmenden Gegenständen, wie Streichhölzern, Zigaretten- oder Zigarrenstummeln, Tabaksresten aus der Pfeife und fahrlässiges Um­gehen mit Feuer beim Abkochen, sind bedauer­licherweise xum Überwienenden Teil die Ursachen für einen Waldbrand. Nur ein kleiner Teil der Waldbrände entsteht durch Funkenflug aus Lokomo­tiven ober durch Blitzschlag und Brandstiftung.

Die Waldbrandaefahr besteht den ganzen Som­mer hindurch, sobald einige Tage kein Regen ge­fallen ist. Fällt z. B. ein glimmender Zigaretten­stummel in das jetzt dürre Gras, in trockenes Heide­kraut ober Abfallholz, so genügt ein kleiner Winb- stoß, um biefe Stoffe aufflammen zu lassen. Aus solch einer kleinen Ursache ergeben sich oft unge­ahnte Auswirkungen.

Welches Ausmaß solche Waldbräude annehmen können, zeigen beispielsweise die riesigen Brände des Vorjahres am Blürihsee und in der Stet­tiner Gegend. Trotz Aufbietung von Reichswehr, Polizei. SA., SS., FAD. und Teno konnten diese Brände erst nach mehreren Tagen gelöscht werden. Millionen deutschen Volksvermögens wurden vernichtet: und was war die Enl- stehungsurfache für den einen dieser Riefen­brände? Ein Schäker hatte feine Pfeife im dürren Grafe ausgeklopft!

Daß aber nicht nur Einzelne so verantwortungslos sind, beweist eine Pressenotiz aus dem vorigen Sommer, nach der im Grünewald bei Berlin an einem Sonntage binnen 4 Stunden 362 Ueber- tretungen der Verbote gegen bas Rauchen im Walbe festgestellt unb geahnbet werben mußten? Diese Beispiele zeigen, wie fahrlässig Deutsche im­mer wieber mit ihrem Volksgut umgehen.

Wie kann man nun Walbbränbe verhüten? Am sichersten daburch, bah man die gesetzlichen Bestim­mungen genauestens beachtet. Also im Walde nicht rauchen! Keine brennenden oder glimmenden Ge­genstände achtlos fortwerfen! Strikteste Beachtung des Gebotes, im Walde ober in gefährlicher Nähe besfelben niemals ohne Erlaubnis Feuer anzünben.

haben die zuständigen Stellen ausnahmsweise die Erlaubnis zum Abkochen erteilt, dann be­folge man peinlichst und verantwortungsbewußt die gegebenen Anweisungen: nämlich, das Feuer darf nur an der bestimmten Stelle angezündet werden, für die die Genehmigung gegeben wurde, und zwar nur bei Windstille. Vorher muß hier der Boden von allen brennbaren Stoffen wie Gras, Radeln, Laub, Zweigen ufw.

restlos befreit werden.

Ständige Beaufsichtigung des Feuers ist unbedingt erforderlich. Die Feuerstelle darf nicht eher ver­lassen werden, bis der letzte Funken verloschen ist usw. Zuwiderhandlungen werden strengstens be­straft! Wer fahrlässig einen Waldbrand herbeiführt, wird mit Gefängnis ober mit einer hohen Gelb­strafe bestraft. Wer bagegen absichtlich Walb in Brcmb steckt, wirb mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bestraft!

Wie kann nun ein Walbbrand wirkungsvoll bekämpft werden?

Die Bekämpfung ist um so leichter, je kleiner noch das Feuer ist. Ein kleines Feuer erstickt man durch schnelles Aufwerfen einer Decke ober einer Jacke, burchAusrühren" mit einem großen grünen Zweig ober am besten burch Auswerfen mit Erbe. Kann man bas Feuer nicht mehr selbst löschen, so ist so­fort Alarm zu schlagen, bamit anbere in ber Nähe bekinbliche' Personen zu Hilfe kommen. Rascheste Melbung eines Walbbranbes möglichst bei einem Forstbeamten, ber Polizei, Feuerwehr usw. ist un­bedingt erforderlich. Zur Hilfeleistung bei Be­kämpfung von Waldbränden ist jedermann gesetz­lich verpflichtet? Den Anordnungen des die Be­kämpfung leitenden Forstbeamten muß unbedingt Folge geleistet werden; äußerste Disziplin ist Vor­aussetzung für eine erfolgreiche Bekämpfung.

Die Monate größter Waldbranbgefahr stehen setzt bevor. Sorgt dafür, daß jeder Volksgenosse über diese Gefahr aufgeklärt wird, helft alle mit, unseren deutschen Wald zu schützen!

Arbeitsaufnahme der Enifkbu'dunqsämier.

Die Justizpressestelle des Oberlan- besgerichtsbezirks Darrn stabt gibt be­kannt:

Mit bem I.Juli 1935 gehen die Aufgaben ber Entschuldungsgerichte auf bie für ben Bezirk meh­rerer Amtsgerichte bei einem Amtsgericht einge­richteten Entschuldungsämter über. In ben Ent­schuldungsämtern sind die Kräfte ber bei ber lanb- wirtschaftlichen Schuldenregelung mitwirkenden Ju­stizbehörden zusammengefaßt unb burch Hilfskräfte verstärkt, so daß eine beschleunigte Durch- fübrung ber Entschuldung gewähr- l e ist e t wirb. Von bem SnHchuIbungsamt werden in gewissen Fällen auch bie Aufgaben ber seitheri­gen Entschulbungsstellen wahrgenommen.

Im Bezirk des Oberlandesgerichts Darmstadt wurden Entschulbungsämter errichtet bei ben Amts­gerichten:

Darmstadt (für bie Amtsgerichtsbezirke Darm­stadt, Groß-Gerau, Langen, Dieburg, Groß-Um­stadt unb Reinheims

Offenbach (Offenbach, Seligenstadt),

H ö cd st i. O. (Höchst i. O., Michelstadt, Reichels­heim, Beerfelden, Hirschhorn),

Bensheim (Bensheim, Lampertheim, Fürth i. O.. Wald-Michelbach),

Gießen (Gießen, Butzbach, Grünberg, Hom­berg),

Friedberg (Friedberg, Bad-Nauheim, Vilbel, Altenstadt),

Nidda (Nidda, Büdingen, Schotten, Laubach, Ortenberg),

Lauterbach (Lauterbach, Alsfeld, Schlitz, Herbstein, Ulrichstein),

Mainz (Mainz, Ober-Ingelheim, Bingen, Op­penheim),

Worms (Worms, Osthofen),

Alzey (Alzey, Wörrstadt, Wöllstein).

Zum Leiter der Entschuldungsämter wurden planmäßige Richter bestellt. Den Leitern ber Ent- schulbungsämtern werben zur beschleunigten Durch­führung ber Verfahren (im Bezirk bes Oberlanbes- gerichts Darmstadt sind etwa 5000 Verfahren an­hängig) in ausreichenbem Maße Gerichtsassessoren beigeordnet, so daß mit ber Durchführung des größten Teils der Verfahren in Jahresfrist gerechnet werden kann.

Gefahren beim Blumenpflücken.

LPD. Auf ben noch nicht ab gemähten Wiesen entfaltet der Sommer seine Blumenoracht. Da lockt die Marguerite, dort breitet bie Schafgarbe ihre weißen Blüten aus, und an feuchten Rinnsalen entlang leuchtet das Vergißmeinnicht. Freilich finb nicht all- Sommergaben so harmlos, wie man glaubt. So ist ber Saft bes aoldaelben Hahnen­fußes ätzend und kann sogar Geschwüre verursachen. Der üppige Giftlattich, ber sich auch auf Sckmtt- baufen findet, bewirkt durch feinen milchigen Säst Schwindel, Erbrechen und Schlafsucht. S"hr giftig sind die helmartigen blauen Blüten des Eisenhutes, die Fieber und fooar Krämpfe erzeugen können. Der gefleckte Schierling mit bÄi rotgetupften Sten­geln unb ber weißblühende Stechapfel bergen in ihren Fruchtkapseln ein starkes Gift. Der rote Fin- aerbut mit seinen prachtvollen traubenförmigen Blüten, bas schwarze Bilsenkraut mit feinen wei­ßen zierlichen Blumen und auch die Blüten des Goldregens bergen Gefahren in sich.

Wer einen Feldstrauß binden will, bem bleiben noch viele andere schöne Kinder Floras, um bas Heim zu schmücken, so ber rote Hahn, bie blaue Ka^nblume, her Ehrenpreis, die Feldnelken, bie Wicken, bie Kornraben unb wie sie alle heißen. Ihre Schönheit ist gefahrlos, und in ihren Kelchen ver­birgt sich kein Gift.

Jedenfalls ist es nicht nur Heimat- und natur­kundlich wichtig, unsere Kinder über die heimische Blumenwelt aufzuklären, sondern auch vom Ge­sichtspunkt ber Vermeidung gesundheitlicher Ge­fahren.

Gießener Dochenmarkfpreise.

* G i e ß e n , 29. Juni. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, bas Pfunb 1,50 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 5 bis 10, Eier (in- länbische) 9 bis 10, Wirsing, bas Pfund 15, Weiß- kraut 15 bis 18, Rotkraut 30 bis 35, Gelbe Rüben, bas Bünbel 10, Rote Rüben, das Pfunb 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen (grün) 25 bis 35, Spargel 1. Klasse 40 bis 45, Sup- penfpargel 25 bis 30, Erbsen 20 bis 25, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 45 bis 60, Zwiebeln, bas Bündel 12 bis 15, bas Pfunb 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 35 bis 40, Kartoffeln (alte) VA Pf., ber Zentner 3,50 bis 4 Mark, (neue) bas Pfund 18 bis 22 Pf., Pfirsiche 60, Himbeeren 50 bis 55, Aprikosen

60, Kirschen 25 bis 40, Heidelbeeren 40, Stachel­beeren 15 bis 20, Johannisbeeren 30 bis 35, Erd­beeren 30 bis 45, Nüsse 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80, Enten 80, Tau­ben, bas Stück 40 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie (Suppengrün) 5, Rabieschen, bas Bunb 8 bis 10 Pf.

Vornotizen.

Tageskalender für Sams tag: NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Süd, 19 Uhr: An­treten sämtlicher Politischer Leiter an ber Orts­gruppengeschäftsstelle. NSG.Kraft durch Freude": Abendkonzert auf dem Schisstnberg in ber Klosterkirche. NSG.Kraft durch Freude": 17 bis 19 Uhr: Leichtathletik auf bem Universitäts­sportplatz am Kugelberg. Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Licht im Dunkeln". Gießener Sol­datental 1935: 20.30 Uhr Kameradschaftsabend in der Waldeslust gemeinsam mit dem Kavallerie- Verein und den ehemaligen 116ern. Straßen­bahnverein Gießen: Feier des 25jährigen Bestehens, 17 Uhr Empfang der Gäste und Zug durch die Stadt. Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen: 16 Uhr in der Müllerschen Bade­anstalt Vorführung von Wasserski von Geh. Rat Professor Dr. Sommer.

Tageskalender für Sonntag: NSDAP., Bereitschaft 2: 15.30 Uhr, Antreten auf dem Oswaldsgarten. NSDAP., Ortsgruppe Gie­ßen-Süd: 15.20 Uhr, Antreten ber Politischen Lei­ter vor bem Hotel Kobel, Liebigstraße. NS.-G. Kraft durch Freude": Sommerfest auf dem Schff- fenberg. NSBDT., Ortsgruppe Gießen: 11 Uhr im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Vorführung ber FilmeForschen unb Schaffen" unbBayrische Zug­spitzbahn". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Licht im Dunkeln". Gießener Soldatentag 1935 in der Waldeslust. Waldsportplatz: Bezirks-Turn- und Sportfest des Reichsbähn-Turn- unb Sport­vereins, 9 Uhr Vorkämpfe, ab 14 Uhr Entschei- bungen.

LU. Von ber Landesuniversitat. Don ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Die Veterinärmedizinische Fakultät und bie veterinärmebizinische Fachschaft veranstaltete^ dieser Tage mit allen Angestellten und Arbeitern der Fakultät eine gemeinsame Waldwanderung zum Schiffenberg, wo ein gemütliches Zusammen­sein ftattfanb. Bei dieser Gelegenheit wurde ber Toten von Reinsborf gebacht unb für beren An­gehörige eine Sammlung veranstaltet, bie einen Betrag von 44,50 Mark ergab.

** Eine Neunzigjährige. Frau Barbara L ö b e r , Katharinengasse 14, begeht am heutigen Samstag in geistiger und körperlicher Frische ihren 90. Gebifttstag. Die Jubilarin. Mutter, Großmutter unb Urgroßmutter, bie Zeit ihres Lebens hart ge­arbeitet hat, ist heute noch in ber Lage, Haus­arbeiten zu verrichten.

** Das Stabttheater Gießen macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß am Montag, 1. Juli, 10 Uhr, bie Einzeichnunaen für das neue Abonnement beginnen. Auf bie Anzeige sei besonbers hingeroiefen.

** Blitzschlag in ber Wilhelm st raße. Bei bem schweren Gewitter, bas am Freitagrnoraen aegen 6.30 Uhr über Gießen noch einige heftige Entlobungen brachte, schlug ber Blitz in eine An­tenne des Hauses Wilhelmstraße 47. Der Blitz sprang auf bas Dach über und richtete nicht uner­heblichen Schaden an. Ein weiterer Blitzschlau traf ein Haus an ber Ecke Leihgesterner Weg und Ebel- ftraße und zerstörte bie Telephonanlage. Menschen­leben kam in beiden Fällen glücklicherweise nicht zu Schaden.

** Verkehrsunfall. Heute nacht gegen 1 Uhr wurden bie Einwohner der oberen Bismarck­straße durch einen starken Krach und das Klirren von Glasscheiben aus dem Schlaf geweckt. Der Sohn einer hiesigen Geschäftsfrau war mit seinem Adlerwagen, vom Schiffenberg heimkehrend, ver­unglückt. Der Wagen überschlug sich und begrub den Fahrer unter sich. Beim Uebergueren ber Eisenbahngeleise der Fuldaerstrecke war ber Wagen anscheinend ins Schleudern geraten. Vorüber­gehende holten den Fahrer unter bem Wagen her­vor und stellten das Auto wieder auf die Räder. Der Fahrer erlitt keine wesentlichen Verletzungen. Lediglich im Rücken und an einem Arm war er durch Glassplitter verletzt worden. Die Polizei nahm die notwendigen Ermittlungen auf.

** Schützt bie Tiere vor der Hitze. Ge­nau so wie ber Mensch, leiben auch unsere Haus­tiere unter ber sommerlichen Hitze, insbefonbere unter der sengenden Mittaassonne, aber auch unter ben Sachen ber Insekten. Man setze bie Tiere daher möglichst wenig der Hitze aus. Auch sorge man mehrmals am Taae für frisches Trinkwasser. Der Kettenhunb muß täglich Gelegenheit haben, einige Stunden frei berumzulaufen; der Maulkorb ist für ihn immer noch bas kleinere liebel. Pferbe reibe man mit Bremsenöel ein. Welche Tierguälerei für bie Pferbe bas Schwanzstutzen ist, braucht wohl nicht mehr gesagt zu werden.

** Zwanzig beutsche Kinb er aus Stanislaii in Gießen. Das Bethel des Pastors von Bod-lfchwingh ist wohl allen Deutschen bekannt als die Stadt ber helfenden Liebe, die aus starkem evangelischen Glauben gewachsen ist. Auch im Südosten Euronas gibt es ein solchesBethel", bas finb bie Zöcklerfchen Anstalten zu Stanislau in Polnisch-Galizien. Sie haben wohl nicht ben räum­lichen unb zahlenmäßigen Umfang bes beutfchen Bethel, ab-r ihre Aufgabe ba braufeen ist nicht mmiaer wichtig unb groß. Seit etwa 40 Jahren leisten sie auf Hartumkämpftem Dorvoste» bem beut- schen Volkstum unb bem evangelischen Leben in aleidjer Weise Hervorragenbe Dienste. Etwa 400 Kinder finben heute bort evangelische unb beutsche Erzi-Hung und -werden dadurch aus ben besten Kräften ber deutschen Heimat genährt unb gestärkt. Der politische Sieg bes Nationalsozialismus hat unserem Volke es erneut unb vertieft zum Bewußt­sein gebracht, baß wir in ber Heimat mitverant­wortlich finb für bie Ehre des deutschen Namens und das Ansehen ber evangelischen Kirche jenseits unserer Grenzen. Dem Auslanddeutschtum gehört barum unser erhöhtes Interesse. So wirb ber Besuch von zwanzig Kindern mit ihren Begleitern aus ben Zöcklerschen Anstalten auch in unserer Stabt beson- bere Beachtung finben. Sie sind von heute bis zum Dienstag Gäste bei bem hiesigen Gustav-Adolf- Frauenverein. Am morgigen Sonntag werben sie in ber Stabtkirche einen Jugenbgottesbienst mit Ansprache von Vikar Zock! er aus Stanislau halfen. Am Montagabenb veranstalten sie in ber Turnhalle einen Heimatabenb. Durch Lieber und Volkstänze, burch Gebichte und Spiele werben sie einen Einblick geben in ihr deutsches unb evan­gelisches Leben ba braußen. Das Schättler-Trio hat seine Mitwirkung für biefen Abend zugesagt. Es wird auf bie Anzeige in dieser Nummer unserer Zeitung hingewiesen. _ ..