Mittwoch, 27.Marz 1935
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)
73 Viertes Blatt
zur
senden Wirtschaftszweig gebildet ist. Auf seinen Wunsch soll der Treuhänder der Arbeit zu einer Sitzung hinzugeZogen werden. Ebenso kann der Arbeitsausschuß beim Treuhänder den Antrag auf Hinzuziehung des Treuhänders der Arbeit oder eines Beauftragten stellen. In diesen Arbeitsaus-
Betriebsführer und Vertrauensmänner des beteiligten Betriebes hinzugezogen werden. Betriebsbesichtigungen dürfen nur von den in der Verfügung der DAF. über Betriebsbesichtigungen vom 10. Oktober 1934 genannten Hoheitsträgern und DAF.-Waltern im Einvernehmen mit dem Betriebsführer des zu besichtigenden Betriebes erfolgen.
Sofern eine Entscheidung über den zur Erörterung stehenden Gegenstand notwendig ist, erfolgt sie allein durch den Treuhänder der Arbeit nach Maßgabe der Bestimmungen des AOG. Dabei soll der Ausschuß das Ergebnis seiner Beratungen als Material den Treuhändern der Arbeit und deren Sachverständigenausschüssen
Der Führer fordert von allen schaffenden Volksgenoffen denWillen zu Gemeinschastsarbeit
a r b e l t auf wirlschafls- und sozialpolitischem Gebiet wird hierdurch von mir b e st ä t i g l.
Die Grundlagen der neuen sozialen Selbst- Verwaltung aller schaffenden Deutschen erhallen
nach der Errichtung der Deutschen Artz e i t s f r on t.
nach dem Erlaß des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit und
nach der Organisation der gewerblichen Wirtschaft
nunmehr mit der neuen Vereinbarung ihren Abschluß.
Die Vereinbarung bringt kein Geschenk, sondern verpflichtet zu höchster Leistung. Sie stellt den willen zur Gemeinschaftsarbeit an ihre Spitze. Dieser Wille muh sich bis in die untersten Organe unseres gesamten Arbeils- und Wirtschaftskörpers durchsetzen. Ich weiß, daß jeder deutsche Volksgenosse das Vertrauen, das ich mit diesem neuen Werke in ihn sehe, erfüllen wird.
Am Tage von Potsdam.
Den 21. März 1935.
Der Führer und Reichskanzler.
Verlesung:
„Dem Führer und Reichskanzler Deutschlands danken die in Leipzig versammelten verantwortlichen Männer der Deutschen Arbeitsfront und der gewerblichen Wirtschaft f ü r das Vertrauen, das Sie. unser Führer, uns gegeben haben. Die Botschaft, die Sie an uns richteten und die soeben unter dem brausenden Jubel aller Teilnehmer auf der heutigen Kundgebung verlesen wurde, erfüllt uns alle mit der heiligen Verpflichtung. dieses Vertrauen mit dem Gelöbnis zu rechtfertigen, zäh und unbeugsam dem Ziele nachzueifern, das Sie. unser Führer. uns aufgerichlet haben.
Dr. Schacht. Reichswirtschaftsminister. Dr. Ley. Relchsorganifationsleiter der RSDAP^
ZNmz Leldte. ReichsorbeitLmivistec."
zuleiten. Zur Behandlung von Einzelstreitigkeiten, die zur Zuständigkeit der Arbeitsgerichte gehören, sind lediglich die Rechtsberatungsstellen der DAF. berufen. r .
Der Reichswirtschaftsminister fuhr dann in seiner Rede fort: Diese Vereinbarung wendet sich gleicher- maßen an Unternehmer wie an Arbeiter. Sie mahnt die Unternehmer erneut an die Pflichten, die sie als Führer der Betriebe ihrer Gefolgschaft gegenüber haben. Der Erfolg der Unternehmertätigkeit steht und fällt mit der Treue, dem Fleiß und der Tüchtigkeit her Gefolgschaft. G e- aenseitiges Verständnis, gegenteiliges Vertrauen und gegenseitige' Rücksichtnahme sotten Grundlage und Ziel der neuen Zusammenarbeit dieser sozialen Selbstverwaltung sein. In der Gewißheit, daß alle Beteiligten ihre Pflicht im nationalsozialistischen Geiste auffassen werden, hat unser Führer der soeben verlesenen Der- einbatung seine Billigung gegeben mit einem von ihm persönlich gezeichneten Erlaß, den ich nunmehr ebenfalls verlese und in die Herzen aller verantwortungsbewußten Unternehmer und Arbeiter eingraben möchte. Ich bin gewiß, daß Sie diesen Erlaß unseres Führers beantworten werden mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue in der Aaufbauarbeit an unserem deutschen Volke.
Eintritt der gewerblichen Wirtschaft in die Deutsche Arbeitsfront Or Schacht verkündet in Leipzig eine vom Führer gebilligte Vereinbarung zwischen ihm, Arbeitsminister Seldte und Or. Ley über wirtschasts- und sozialpolitische Zusammenarbeit.
Der Staat soll nur in Fragen gründ- ätzlicher Art entscheiden. Hierfür ist die Jnsti- ution der Treuhänder der Arbeit geschaf- en. lieber den Treuhändern stehen als höchste Organe die M i n i ft e r i e n. Die Einzelarbeit aber soll soweit als irgend möglich von den Organisationen der Arbeit und der Wirt-
Erlaß.
Der Rationalsozialismus hat den Klaffen- kampf beseitigt. Die Kampforganifationen der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände sind verschwunden. An die Stelle des Klasfenkampfes ist die Volksgemeinschaft getreten. In der Deutschen Arbeitsfront findet diese Volksgemeinschaft ihren sichtbaren Ausdruck durch den Zusammenschluß aller schaffenden Menschen. Organisationen innerhalb der deutschen Volkswirtschaft sind notwendig, aber sie sollen nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Ich begrüße und billige daher die Absicht des Reichswirtschaftsministers, die von ihm durch Gesetz vom 27. Februar und Ausführungsver- ordnung vom 27. Rovember 1934 geschaffene Organisation der gewerblichen wirtschaft als korporatives Mitglied In die Deutsche Arbeitsfront einzugliedern. Die von ihm gemeinsam mit dem Reichs- arbeitsminifter und dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront am heutigen Tage getroffene Vereinbarung über eine einheitliche Zusammen
schaft gemeinschaftlich f e I b ft g c I ö ft wer
den. Es ist nur natürlich, daß bet der Deutschen einjemni ofhicvc» --v
Arbeitsfront der SchwermrLt auf dem Gebiete der * Erörterungen hierüber im VeirruMttSMM-ub
a) In allen Organen und Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront sowohl sachlicher wie gebietlicher Art sind Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder in mö g- lichstgleicherZahlanderFührungund Beratungzubeteiligen. Für ihre Berufung ist die Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeitsfront Voraussetzung. Bei der Auswahl der Betriebsführer ist darauf Bedacht zu nehmen, daß nach Möglichkeit solche Betriebsführer beteiligt werden, die gleichzeitig in den fachlichen und bezirklichen Gliederungen der auf Grund des Gesetzes vom 27. Februar 1934 gebildeten Organisationen der gewerblichen Wirtschaft mitwirken. Hierbei soll grundsätzlich bei allen Gliederungen der DAF. zum Stellvertreter des Leiters einer Gliederung e i n Betriebsführer bestellt werden, sofern der Leiter nicht selbst ein Betriebsführer ist.
b) In den einzelnen fachlichen und gebietlichen Gliederungen der DAF. berufen die Leiter dieser Gliederungen in geeigneten Zeitabschnitten Versammlungen der zu ihnen gehörigen Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder bzw. der Betriebsführer und ihrer Vertrauensmänner ein. In diesen Versammlungen sind durch geeignete Persönlichkeiten, Vorträge zu halten, die vor allem dem Zwecke dienen, bei den Betriebsführern das Verständnis für die berechtigten Ansprüche ihrer Gefolgschaften, bei den Gefolgschaften das Verständnis für die Lage und die Möglichkeiten ihres Betriebes und damit die Voraussetzungen für die Bildung einer wirklichen Volks- und Leistungsgemein fcha ft zu schaffen. Den Gefolgschaftsmitgliedern und Betriebsführern ist Gelegenheit zu einer Aussprache über den vorgetragenen Gegenstand zu geben.
c) Die Reichsbetriebsgemeinschaften und insbesondere deren örtliche Untergliederungen errichten Arbeitsausschüsse, die durch Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder des der Reichsbetriebsgemeinschaft entsprechenden Wirtschaftszweiges in gleicher Zahl zu bilden sind. Die Zahl der Mitglieder dieser Ausschüsse soll 12 nicht übersteigen. Mindestens die Hälfte der Mitglieder muß den Mitgliedern des Sachoer ft ändigen- ausfchuffes beim Treuhänder d e r Arbeit entnommen werden, der für den betreff
wenn der Weg richtig angetreten wird, sich olles daraus zwangsläufig ergeben muß. Man meistert die Aufgaben spielend, und oll« die, die der Arbeitsfront nicht wohl gegenüberftanben und ihren baldigen Tod wünschten, werden heute erkennen, daß der Erfolg in dieser Zeit ein außerordentlicher war. _ ,, ,
Deutsche Schaffende! Mit diesem letzten Bewußt- fein ist das Gebäude der Deutschen Arbeitsfront nach außen fertiggestellt. Cs ist der organische Aufbau der deutschen Wirtschaft. Wir wollen aber nicht erlahmen, dieses einzigartig in der Welt dastehende Gebilde mit dem Gei st e de s wahren Sozialismus der nationalsozialistischen Gemeinschaft zu erfüllen und alle Menschen so zu ordnen, daß sie zur Höch st en Lei- ft u n g im Interesse und zum Wohle des Volkes befähigt sind! , fe
Wir danken allen, die uns daran mitgeholfen haben; vor allem aber dem Reichswirtschaftsminister, Herrn Präsidenten Dr. Schacht, dessen Einsicht diesen letzten großen Schritt möglich ge- macht hat. Wir beginnen damit einen neuen Abschnitt in der Entwicklung der Deutschen Arbeitsfront, und ich verlange von allen meinen Mitarbeitern als äußeres Zeichen unserer Dankbarkeit für diesen Erfolg Fleiß, Fähigkeit, Opferbereitschaft und Hingabe an das große Werk! Vorwärts für Hitler und Deutschland!
(gej.) Dr. Robert Ley.
Neichsarbeitsminister Geldte
kennzeichnete den heutigen Tag als die Erfüllung der Sehnsucht des Frontsoldaten. Der Spruch, der von der Wand der Kongreßhalle grüße: „Der Nationalsozialismus ist die Kameradschaft des ganzen Volkes" fei Tatsache geworden. Die Tatsache, daß der Reichswirtschaftsminister, der Leiter der Deutschen Arbeitsfront und der Reichsarbeitsminister hier gemeinsam für die- selbe Sache sprächen und ein gemeinsames Werk Dortrügen, zerreiße mit einem Schlage ein Trugbild, das sich vielleicht noch mancher aus einer Art alten Mißtrauens herausgemacht hat. Diese Stands kann ich als eine der glücklichsten meiner bisherigen Amtstätigkeit bezeichnen, denn hier wird verwirk- wirklicht, was wir seit dem Tage erstrebten, an dem uns der Führer zu seinen Mitarbeitern berief.
Zum Schluß der Kundgebung brachte Reichs- organisationsleiter Dr. Ley unter stürmischer Zu- ftimmung folgendes Telegramm an den Führer
Ein Ausruf Dr. Leys an c
Männer und Frauen der Deutschen Arbeitsfront!
Mit der großen Kundgebung in Leipzig ist d i e gewerbliche Wirtschaft unter der Führung des Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht in b i e Arbeitsfront eingeglieöert worden. Der Führer hat durch feine Kundgebung diesen Schritt nicht nur gebilligt, sondern freudig bejaht. Damit ist ein weiterer eminent wichtiger Schritt in der Ordnung der Sozial- und Wirtschaftspolitik getan worden.
Immer wieder versuchten die Feinde des neuen Deutschlands, sowohl im Innern wie auch außen, aus dem Vorhandensein der Arbeitsfront und der gewerblichen Wirtschaft als zwei getrennten Organen einen Zwiespalt zwischen Arbeitnehmer und Unternehmer konstruieren zu können. Noch zuletzt schrieben die „Baseler Nachrichten", daß die Arbeitsfront als die Vertreterin der Arbeitnehmer und die gewerbliche Wirtschaft als die Vertreterin Der Unternehmer anzusehen sei, und daß derKlassenkampf zwischen beiden in genau derselben Weise wie früher zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden weitergehe. Wenn dem auch nicht fo war, so ist es gut, daß auch der Schein nicht mehr vorhanden ist. Sicher ist, daß aus dem Nebenemanderftehen der beiden Organisationen in späteren Zeiten etwas Aehnliches wie der Klassenkampf der vergangenen Zeiten hätte kommen können.
Dem ist nun endgültig a b g e h o l f e n. Deutschland bekundet, daß ihm die Gemein- s ch a s t über alles geht, und daß innerhalb dieser Gemeinschaft die berechtigten In ter- es en aller gerecht vertreten werden sollen. Damit dürste der soziale A u f b a u des neuen Deutschlands zu einem gewiss en Abschluß gekommen sein. Drei Ergebnisse sind es, die dieser Kundmachung zugrunde liegen:
1. wirtschasts- und Sozialpolitik gehören zusammen! Man kann nicht eines ohne das andere tun.
2. Man gibt dem Volke eine auf sozialpolitischem Gebiet größtmögliche S e l b st v e r w a l - t u n g aus der Erkenntnis, daß das, was sich unter den Menschen ordnen läßt, von diesen Menschen selber geordnet werden soll, und daß der Staat nur dann einschreitet, wenn eine Einigung unter den Menschen nicht zu st an bekommt. Der Staat lehnt es ab, die Amme für jedes und alles zu sein.
3. Damit bekundet der Staat, daß er der höchste Richter auch auf diesem Gebiete sein will, daß er keiner einzelnen Klasse dient, sondern darüber wacht, daß die Gerechtigkeit in allem waltet. Und Recht ist das, was dem Volke nützt!
Sozialpolitik, bei der Organisation der ge- ; werblichen Wirtschaft der Schwerpunkt auf dem i Gebiete der Wirtschaftspolitik liegt. Ich brauche nicht zu betonen, daß sozialpolitische Forderungen ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht befriedigt werden können, und daß umgekehrt die wirtschaftlichen Forderungen ohne gebührende Rücksicht auf die sozialpolitischen Belange keine gedeihliche Verwirklichung finden können. Aus diesem Grunde habe ich den Vorschlag gemacht, eine enge Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Arbeitsfront und der Orgam- ation der gewerblichen Wirtschaft dadurch herbeizu- ühren, daß die Organisation der gewerblichen Wirt- chaft in ihrer Gesamtheit in die Deut- ch e Arbeitsfront eintritt. Der Reichs- arbeitsminifter und der Leiter der Reichswirtfchafts- kammer haben sich diesem Vorschläge angeschlossen. Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront hat diese Anregung aus vollem Herzen aufgegriffen, und wir gelangten in eingehendsten Beratungen zu folgender
Vereinbarung:
I.
Der Beirat d e r Reichswirtschafts- kämm er, in dem die Leiter der Reichsgruppen und Hauptgruppen und die Leiter der Wirtschaftskammern vertreten sind, tritt durch Einberufung durch den Präsidenten der Reichswirtschaftskammer und den Leiter der DAF. mit dem Reichsarbeitsrat, der aus den Leitern der Reichs- betriebsgemeinfchaften und der Bezirkswalter (nach der Reichsreform: den Reichsgauwaltern der DAF.) gebildet wird, au dem Reichsarbeits- und Reichswirtschaftsrat zusammen. Zu den Sitzungen sind der Reichswirtschaftsminister und der Reichsarbeitsminister einzuladen. Hauptaufgabe des Reichsarbeits- und Reichswirtfchastsrates ist vor allem die Aussprache über gemeinsame wirtschaftliche und sozialpolitische Fragen, die Herstellung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Gliederungen der DAF. und die Entgegennahme von Kundgebungen der Regierung wie auch der Leitung der DAF. Die Geschäftsstelle der Reichswirt- schaftskammer wird zugleich das Wirtfchafts - amt für die D A F., das dem Reichswirtschaftsminister untersteht.
In den Bezirken tritt entsprechend dem Vorbild in der Reichsspitze der DAF. der Beirat der Wirt- schaftskammer mit dem Bezirksarbeitsrat der DAF. zu dem Bezirksarbeits- und Wirtschaftsrat zusammen. Die Aufgaben des Bezirksarbeits- und Wirtschaftsrates entsprechen den Aufgaben des Reichsarbeits- und Wirtfchaftsrates. Die Geschäftsführung der Reichswirtschaftskammer wird zugleich das Bezirkswirtschaftsamt für die , Deutsche Arbeitsfront.
II.
chüffen sind zwecks Herbeiführung eines gerechten ozialen Ausgleiches die fachlichen 6 o n betragen, insbesondere sozialpoliti- d) e r Art, zu erörtern, die Betriebsführern und Gefolgfchaftsmitgliedern des betreffenden Wirtschaftszweiges (unabhängig von dem nach b) zu erörternden Fragen) gemeinsam sind. Hierzu gehören insbesondere die betrieblichen Fragen, die nach den Bestimmungen des AOG. der alleinigen Entscheidung der zuständigen staatlichen Organe (Treuhänder der Arbeit) unterliegen. Sofern es sich um Angelegenheiten eines einzelnen Betriebes handelt, müffen bei
Leipzig, 26. März. (DNB.) Die erste Reichs- - taaung der Deutschen Arbeitsfront, die in diesen i Tagen weit über 5000 DAF.-Walter in der alten Traditionsstadt der deutschen Arbeiterbewegung zu 1 einer gewaltigen Bekundung der Leistungen der Deutschen Arbeitsfront vereinigt, wurde, nachdem am Vorabend Appelle der fechs Hauptgruppen abgehalten worden waren, am Dienstag vormittag in der mit den Symbolen der Bewegung und der Deutschen Arbeitsfront würdig zur Kongreßhalle umgestalteten Halle 20 der Technischen Baumesse feierlich eröffnet. Die Nachmittagskundgebung brachte die Verkündung der vom Führer gebilligten Eingliederung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft in die Deutsche Arbeitsfront und die Verkündung der Grundlagen zur Herbeiführung der sozialen Selbstverwaltung. Als Erster sprach
der MichsorganisationSleiter
der NSDAP, und Leiter der Deutschen Arbeitsfront Or. Ley,
um die Bedeutung der Kundgebung herauszustellen. Wir zeichnen uns dadurch aus, daß wir die Gemeinschaft über alles erheben und nicht allein, daß wir konstruktiv Verbände in Dachorganisationen zusammenfasfen, sondern die Gemeinschaft gleich in der unter st en Zelle, in der Familie oder im Betriebe gründen wollen und dort den Menschen klarmachen wollen, daß man sie nur zusammenfassen darf, um sie für einen weltanschaulichen Kampf einzufetzen, und niemals sie organisieren darf, umJnteressendurchsetzen zu wollen, wie es das vergangene System getan hatte. Wir wissen, daß man die Interessen nicht aus der Welt schaffen kann, und wir wollen das auch nicht. Wir sehen in dem berechtigten Ehrgeiz der Menschen jene Triebkraft, die die Entwicklung des Volkes fordert. Nein, wir wollen nicht, daß die Menschen keine persönlichen Interessen mehr haben, sondern wir wollen, daß diese Interessen geleitet und gerichtet sind, und mir wollen ihnen klarmachen, daß ihre Interessen dort aufzuhoren haben, wo die Interessen der Gemeinschaft beginnen. Wir wollen, daß innerhalb dieser Gemeinschaft jeder feinen Platz hat. Es genügt uns nicht, daß jeder Deutsche einen Arbeitsplatz hat, sondern unser Ziel ist, daß jeder Deutsche seinen Arbeitsplatz hat. Und so wollen wir durchführen eine Sach- waltung, die nur von Sachkennern geführt wird, und eine Menfchenführung, die von wirklichen Politikern geführt wird! Heute kommen wir nun zusammen, um b i e gewerbliche Wirtschaft mit der Arbeitsfront zu vereinigen in der Erkenntnis, daß eine Sozialpolitik ohne Wirt-schaftspolilik nicht sein kann und umgekehrt. Wir alle müssen erklären: Wir sind nicht die Vertreter einer Klasse und einer Schicht im Volke, sondern wir vertreten die Nation. Wir vertreten die an»
Arbeiter und Arbeiterinnen! Wenn die Arbeitsfront heute mit diesen großen Ausgaben betraut wird, und wenn in ihr auch jetzt die Wirtschaft ihren Platz gefunden hat, fo ist das ein Beweis für die Richtigkeit unseres bisherigen Handelns und Wirkens und auch ein Beweis dafür, daß die Männer, die die hohen Pflichten in der Arbeitsfront auf sich genommen haben, für ihre Arbeiten reif geworden sind. Wenn man bedenkt, baß erst am 2. Mai dieses Jahres sich die Uebernahme der Gewerkschaften zum zweiten Male jährt, so ist der Erfolg ein ungeheuer- sicher. Das alles ist stetig gewachsen. Gewiß, das Tempo war manchmal ein nahezu unfaßbares. Jedoch können wir auch hier wüM saMvüen. daß.
ständige Front gegen die Gemeinheit. Wir nertre- . ten Deutschland in feinem ungeheuren, schweren , Schicksalskampf um seinen Platz an der Sonne. Das , muß erfaßt werden. Ich weiß, daß Ihr und wir ! alle für dieses Werk reif sind. Der Staat soll und ; darf nicht die Amme für alles und jedes fein, sondern er muß -das Volk an seinen Sorgen teilnehmen lassen. So schaffen wir jenen Körper der Selbstverwaltung, wo die Menschen ihre Dinge selber ordnen.
Neichbankpräsident und derzeitiger Neichswirtschastsnnnister Dr. Schacht hielt dann eine Rede, in der er u. a. folgendes ausführte: Der Kern der einzelnen Menfchen wie der gefaulten Nation ruht immer nur auf sittlichen Werten. Perioden des Materialismus sind immer Perioden des Verfalls. Schon nach zwei Jahren feiner Herrschaft kann der Nationalsozialismus auf praktische Resultate zurückblicken, die überall in der Welt Erstaunen hervorgerufen haben. Das gilt in erster Linie von der Drganifation und den Trägern der deutschen Arbeit. Das große Organisationsgebäude der Deutschen Arbeitsfront und die Organisation der gewerblichen Wirtschaft sind nicht Kampforganisationen gegeneinander, sondern Erziehungsorganisationen füreinander. An die Stelle des Kampfes gegeneinander ist die aufbauende Gemeinschaftsarbeit mit dem Ziele sozialer Gerechtigkeit getreten. Die Erziehung des arbeitenden und wirtschaftenden Menschen zum Geiste des Nationalsozialismus ist die Grundlage dieser Gemeinschaftsarbeit. Nur auf dieser geistigen und sittlichen Grundlage können auch die praktischen Aufgaben gelöst werden, die sich beide Organisationen stellen. Anknüpfend an die besten Zeiten geschichtlicher Tradition, in der der Freiherr vom Stein den großen Grundgedanken der Selbstverwaltung verantwortungsbewußter Staatsbürger ins Leben rief, ruft jetzt unser Führer alle Glieder der Deutschen Arbeitsfront und der gewerblichen Organisation z u o e r a n t w o r - tungsbewußter Mitarbeit auf. Solange die einzelnen Dolksglieder sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Staatsganzen bewußt bleiben, sollen sie die unvermeidlichen Reibungen des Tages nicht durch Interessen vertretende Funktionäre und Syndici, aber auch nicht durch lebensfremde bürokratische Instanzen, sondern durch ihre eigene lebendige Gemeinschaftsarbeit zu regeln suchen. Eine neue soziale Selb ft» Verwaltung unter Hervorkehrung der Verantwortlichkeit eines jeden Einzelnen ist das Ziel, das uns der Führer steckt, und, meine Freunde, er gibt uns damit einen unerhörten Beweis seines Vertrauens, den zu rechtfertigen wir uns alle auf das Ehrlichste bemühen wollen.


