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Nachdruck verboten!
16. Fortsetzung
Als er
von hintenher durch die Küche in seine
bibliothek — es wird nie verliehen —, das andere ist im Besitz eines Barons von Gernsheim, soviel ich weiß."
„Ist es vielleicht dieses hier, Herr Geheimrat?" fragte der Detektiv und holte aus seiner Aktentasche ein dickes, in altes, vergilbtes Schweinsleder gebundenes Werk heraus.
Geheimrad Dörbrand sprang auf.
„Wie kommne Sie dazu?" fragte er erregt. „Wissen Sie auch, daß dies Buch eine ganz seltene bibliographische Kostbarkeit ist? Wie kam es in Ihre Hände?"
„Ich nahm es an mich, um es dem Zugriff eines Verbrechers zu entziehen, Herr Geheimrat. Ich bin nämlich von einer nahen Angehörigen des verstorbenen Barons von Gernsheim mit der Aufklärung einer Angelegenheit betraut, und im Verfolg dieser Angelegenheit mußte ich das Buch für einige Zeit in Sicherheit bringen. Aber ich muß Sie noch weiter behelligen: Können Sie mir vielleicht sagen, ob es möglich ist, daß ein mittelalterlicher Weihkelch in seiner Gravierung Ornamente enthält, die den arabischen Schriftzeichen entnommen sind?"
„Das kommt nur sehr selten vor", gab der Geheimrat zur Antwort, „aber es kommt vor. Wir haben drei, vier solcher Kultgeräte, die derartige Schriftzeichen anderer Kulturen tragen. Und dazu gehört auch der Weihkelch, den der Baron von Gernsheim in Besitz hat."
Erregt beugte sich der Detektiv vor:
„Und wie erklären Sie es sich, Herr Geheimrat, daß christliche Mönche derartige fremde Schriftzeichen gebrauchten, um sie als Verzierungen an derartigen Kultgeräten anzubringen?"
„Das war mitunter nur Spielerei, Herr Doktor. Wenn Sie bedenken, daß die Mönche auch früher schon alle möglichen Kulturen studierten und auch aus aller Herren Länder in den Klöstern zusammenströmten, so läßt es sich leicht erklären, daß sie bei ihrem Kunsthandwerk auch fremde Ornamente verwandten. Aber es gibt noch einen anderen Grund. Oft wurde auf diese Weise irgendein Geheimnis von Kloster zu Kloster weitergegeben, besonders in Zeiten von Krieg und Brandschatzung. Dann vergruben die Mönche gern ihre Kostbarkeiten, um sie den Händen gieriger Kriegssöldner zu entziehen. Und sie bezeichneten die Stelle, wo man die Wertsachen, den Goldschatz und dergleichen wiederfinden konnte, mitunter durch solch eine Geheimsprache, die sich dann weitervererbte und den Nachkommen in ruhigen Zeiten den Fundort anzeigen sollte."
„Und würden Sie, Herr Geheimrat, imstande sein, an Hand eines solchen Weihkelches irgendeine Ortsbestimmung zu treffen für einen vielleicht verborgenen Schatz?"
Der Gelehrte lächelte:
„Da müssen Sie schon zu einem Orientalisten gehen, Herr Doktor — mein Gebiet erstreckt sich auf das deutsche Mittelalter. Soll ich Ihnen die
Damit verabschiedete sich Hopman und fuhr eilig nach Hause, um sich zur Reise nach Gernrode zu rüsten.
Er wußte, es war nicht viel Zeit mehr zu verlieren. Wenn der junge Baron von Gernsheim zurückkehrte würden die Verbrecher sicherlich zum letzten Schlage ausholen. Jedenfalls wollte er heute abend noch bei Helma fein, um fie von dem Ergebnis feiner Nachforschungen zu unterrichten. Er sah vor sich ihr zartes, reines Antlitz — und die Sehnsucht ergriff ihn, ihr bald nahe zu fein.
19. Kapitel.
Vor der Abreise wollte er noch einmal in seine Wohnung. Er hatte einen Schlupfwinkel in einem Hinterhaufe, das dem feinen gegenüberlag und von dem aus man durch mehrere Höfe ungesehen in das eigene Heim gelangen konnte.
Helma lächelt.
Kriminalroman von Klothilde von (Stegmann.
Urheberrochtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.).
Wohnung kam, fand er im Herrenzimmer Dundee sitzen.
„Nanu, alter Junge, Sie hier?" fragte Hopman erstaunt. „Ich dachte. Sie sind weiter in Hamburg auf der Fährte von Erbschleicherinnen und ähnlichen Angelegenheiten. Was ist Ihnen bloß zu Kopf gestiegen, daß Sie Fräulein von Bodenberg in einem so fürchterlichen Verdacht haben?"
„So einfach aus den Fingern gesogen habe ich mir die Geschichte nicht, mein Lieber. Ich habe in Hamburg inzwischen so einige Recherchen gemacht, und um Ihnen das Resultat mitzuteilen, bin ich hierhergekommen."
„Also, dann mal los!" sagte Hopman gleichmütig; er wollte Dundee seine Spannung nicht verraten.
Dundee begann:
„Daß ich den Baron von Gernsheim im Krankenhaus in Hamburg gesprochen, habe ich Ihnen ja bereits geschrieben. Aber was ich Ihnen nicht geschrieben habe, ist folgende Tatsache:
Während der richtige Baron von Gernsheim im Hamburger Krankenhause liegt und durchaus noch nicht vernehmungsfähig ist, läuft ein zweiter Baron von Gernsheim in Berlin herum."
Jetzt setzte sich Hopman mit einem Ruck auf:
„Was sagen Sie? Ein Doppelgänger?"
„Nein, ein Doppelgänger nicht, denn der wirkliche Baron von Gernsheim ist schlank, durchtrainiert, braun von Gesichtsfarbe. Der falsche Baron von Gernsheim ist schwer, breit, schwammig, bleich und sieht vollkommen anders aus als der nichtige. Man hat da einen famosen Ueberfall inszeniert, um den echten Gernsheim zu beseitigen und den falschen an seine Stelle zu setzen.
Und ich weiß sogar, wer der falsche Gernsheim ist — eben jener Senhor Bastieni, der sich Gernsheim gegenüber als südamerikanischer Zeitungsverleger ausgegeben hat und der angeblich von Gerns- Iheim ein Buch drüben in Südamerika verbreiten wollte. In Wahrheit heißt er nicht Bastieni, sondern Barianol" (Fortsetzung folgt.)
Bald fuhr Hopman im Kraftwagen weiter, indessen Martins und der Kommissar das Motorrad bestiegen und wie Vergnügungsreisende gen Gernrode fuhren. Dort quartierten sie sich im Dorfkrug ein, was niemandem auffiel. War doch Gernrode der Ausgangspunkt für viele Touren in die bergige Umgebung des Landes.
Inzwischen war Hopman in der Hauptstadt angelangt. Er stieg vor seiner Wohnung ab und war bald nach kurzer Begrüßung seiner treuen Hausangestellten in seinem Schlafzimmer verschwunden. Er mußte erst einmal eine Nacht schlafen.
Erfrischt und gestärkt machte er sich am nächsten Tage auf den Weg. Zunächst ließ er sich bei einem berühmten Kunstgelehrten, einem Professor der mittelalterlichen Kunst, melden. Erstaunt kam ihm der alte Herr entgegen.
„Was verschafft mir die Ehre, Herr Doktor?" sagte er, auf die Visitenkarte in seiner Hand schauend und den eleganten, hochgewachsenen Mann prüfend musternd.
„Ein Anliegen führt mich zu Ihnen, Herr Geheimrat, das Sie vielleicht verwundern wird wie mein ganzer Besuch hier/
„Allerdings, das muß ich zugeben." Der berühmte Gelehrte lächelte. „Alles, was meine Wissenschaft angeht, ist so weit entfernt von der modernen Zeit und also auch von allem, was mit Kriminalfällen und Kriminalisten zu tun hat."
„Und doch nicht, Herr Geheimrat — es gibt keine Wissenschaft, die nicht irgendwie mit der andern verbunden wäre. Und so komme .ich heute als Kriminalist zu Ihnen, um Sie um Hilfe zu bitten in einer Angelegenheit, die ich allein nicht entwirren kann."
Wieder flog ein prüfender Blick aus den klugen Gelehrtenaugen auf Hopman. Dann ging ein freundlicher Schein über das geistvolle Gesicht des alten Geheimrats. Der Kriminalist vor ihm mit dem scharf geschnittenen Kops und den offenen Augen gefiel ihm.
„Bitte nehmen Sie Platz, Herr Doktor! Womit kann ich Ihnen dienen?"
„Zunächst, Herr Geheimrat:Kennen Sie ein Werk über die Syrnbolgebung auf Reliefs der mittelalterlichen Kirchenkultgeräte?"
Der Kunstgelehrte sah Hopman erstaunt an.
„Sie stellen da eine Frage, die mir kaum einer meiner Studenten im Kolleg stellen würde, Herr Doktor. Es ist nämlich eine Spezialistenfrage. Natürlich kenne ich dieses Werk. Es existiert nur in zwei Exemplaren: das eine hier in der Staats-
Adresse eines Kollegen von dem Sem'nar für orientalische Sprachen geben?"
„Vielen Dank, Herr Geheimrat", sagte Hopman und stand auf. „Ich werde mich zur gegebenen Zeit wieder an Sie wenden, wenn Sie mir das gestatten. Heute habe ich erfahren, was ich für die nächsten Tage brauche. Ich danke Ihnen aufrichtig. Und noch eine Bitte: Dürfte ich vielleicht dies Werk bei Ihnen in Verwahrung geben, bis ich es feinem Eigentümer zurückbringe? Ich muß nämlich von hier aus sofort nach Gernrode."
„Nun, da könnten Sie es doch bequem wieder mitnehmen", meinte der Gelehrte.
Hopman schüttelte den Kopf:
„Nein, Herr Geheimrat, ich möchte es überall lieber wissen als jetzt in Gernrode. Das hängt mit der Arbeit zusammen, die ich dort zu leisten habe, daß ich es vorderhand nicht zurückbringen kann. Es droht dann dem Werke Gefahr — und noch mehr."
„Nun, ich will es schon hüten!" Der Geheimrat nahm mit behutsamen Händen das dicke Buch und schloß es vorsichtig in seinen Schreibtisch. Dann reichte er Hopman zum Abschied die Hand und bat ihn, ihn bei Gelegenheit über den Fortgang dieser mysteriösen Angelegenheit weiter zu unterrichten.
Hopmans Gesicht war sehr ernst, als er das Haus des Professors verließ.
Er nahm sich eine Autodroschke und begab sich in die Staatsbibliothek, wo er mit dem Oberbibliothekar gut bekannt war. Bald saß er inmitten der Studenten und Gelehrten in dem stillen, holzgetäfelten Lesesaal und war in einen Berg chemischer Bücher geradezu vergraben. Aber soviel er auch suchte, er fand nicht, was er brauchte. Enttäuscht kam er nach einer Weile wieder zu dem Tisch des Bibliothekars, der hinter einer grünbeschirmten Lampe arbeitete.
Der hörte ihm nachdenklich zu.
„Sie werden das schwerlich finden — höchstens in einem Buche, das wir aber nur der Kuriosität wegen führen, nicht weil es wissenschaftlich beweiskräftig ist. Es handelt von alten Volksmedizinen und Wundermitteln. Eigentlich darf es nicht verliehen werden, weil es nur in einem Exemplar vorhanden ist — aber weil Sie es sind, Herr Doktor Hopman, will ich es auf meine Kappe nehmen."
Er verschwand in dem Archiv und kehrte nach einer Weile mit einem kleinen, unscheinbaren Büchlein zurück, das durch seinen Druck und sein stockfleckiges Aussehen fein Alter verriet.
„Hier haben Sie es! Vielleicht finden Sie irgendwelchen Fingerzeig für das, was Sie brauchen."
Hopman nahm das Buch und steckte es in feine Aktenmappe.
„Ich bringe es Ihnen in wenigen Tagen wieder", versprach er dem Oberbibliothekar. „Ich habe nur keine Zeit, es hier durchzuarbeiten, weil ich auf der Spur eines wichtigen Falles bin und heute abreisen muß."
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hingewiesen.
** (9 e b ü t) r en im Devisenverkehr. Von der Reichsbankstelle Gießen wird uns mitgeteilt: Die mit der Durchführung der mit ausländischen Staaten und Zentralbanken abgeschlossenen Verrech- nungs- und Zahlungsabkommen verbundenen Unkosten machen es erforderlich, daß mit Wirkung vom 1. März d. I. eine Gebühr auf die im Wege dieser Abkommen bewirkten Zahlungen erhoben wird. Diese Gebühr beträgt 1 pro Mille, mindestens 0,3Q Mark. Sie wird von den Reichsbankanstalten
zeit zur Aufführung. In der Pause sprach Sturmbannführer Höbet über Horst Wessel. Sodann fand die Preisverteilung vom Preisschießen des vergangenen Sonntags statt. Standartenführer Lutter hielt im weiteren Verlauf des Abends ebenfalls eine Ansprache. Es folgten ein flott gespieltes Lustspiel (Trupp 3 Annerod), sowie heitere Vorträge und Gedichte in buntem Wechsel. Die Schlußansprache hielt Sturmbannführer Hödel; ferner sprachen noch SS.-Scharsührer Horn und Ortsgruppenführer Rink- Steinbach. Mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes fand der offizielle Teil des Abends feinen Abschluß. Bemerkt sei noch, daß die Steinbacher und Albacher SA.-Männer ebenfalls zur Bereichung des Abends beitrugen.
tn. Lang-Göns, 25. Febr. Für den Samstagabend hatte der Gesangverein „Froh- s i n n" zu einem Konzert eingeladen. Der Besuch war außerordentlich gut. Die Zusammenstellung von Blasmusik — es spielte die gesamte Buderussche Kapelle (Wetzlar) unter Leitung von Kapellmeister H. Topp — und Chorgesang war an und für sich schon eine glückliche. Ganz ausgezeichnet aber war die Auswahl der Musikstücke und der Chorlieder. Mit Wagner (Rienzi) beginnend, über Brüll I und Verdi brachte die Kapelle die „Weaner Mad'ln"
Landkreis Gießen.
£ Wieseck, 25. Febr. Am Samstagabend fand eine Sitzung des Gemeinderats statt. Dem Baugesuch des Karl Pansch zur Errichtung eines Wohnhauses an der Bergstraße wurde zugestimmt. Einem Ersuchen des Studentenwerks um eine einmalige Beihilfe konnte in Anbetracht der wirtschaftlichen Lage der Gemeinde nicht entsprochen werden. Ebenso mußte ein Ersuchen des Ministeriums zwecks ganzer ober teilweiser Versicherung der Volksschüler auf Kosten der Gemeinde abgelehnt werden.
— Steinbach, 25. Febr. Für den Samstag-
Schnlprüfung, nein, in einer freiwilligen Selbstprüfung unter Beweis stellen.
Mit den Kameraden seiner Berufsgruppe soll er seine Kräfte messen und feststellen, wo seine Mängel und Fehler liegen. Es soll kein Konkurrenzkampf aus egoistischen und materialistischen Gründen sein. Wir wollen seine berufliche Leistung. Wir müssen wieder ein hochqualifiziertes Arbeitertum bekommen, damit wir, gestützt auf die Gewissenhaftigkeit und Treue unserer Arbeiter, in dem Bereich „Arbeit" den Platz unter den Nationen einnehmen, der uns gebührt. Waren wir Deutsche doch immer das Volk der Arbeit und des Erfolges!
Wir find zur höchsten Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit als des Führers Jugend verpflichtet!
Bedenke, wenn du deinem Berufe dienst, dann dienst du Deutschland.
Hitler-Jugend, Bann 116.
♦* <5 Hb er ne Hochze kl. Däckermeffker Ludwig B e n ö e und Frau Emma Karoline Margarete, geborene Schönhals, Bahnhofstraße 12, können am morgigen 27. Februar das Fest der Silbernen Hochzeit und zugleich das 25jährige Geschäftsjubiläum feiern. Herr Bende, in der Gießener Bürgerschaft allseits bekannt und beliebt, ist auch Vorstandsmitglied der Gießener Bäckerinnung und Blockwalter der NS.-Volkswohlfahrt. Das Ehepaar Bende ist feit der Verheiratung Bezieher des Gießener Anzeigers.
** Die Verbandsversammlung der Evangelischen Frauenhilfe ist bis auf weiteres verschoben. Auf die heutige Anzeige sei
NIVEA
mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack.
gut, auch von Annerod und Alvach, be|uä)t war. Als Gäste waren Standartenführer Lutter, Obersturmbannführer M ü n k e r und Sturmbannführer Höbe! erschienen. Die hiesige PO. nahm ebenfalls starken Anteil. Der Musikzug des Sturmbannes V bestritt den musikalischen Teil des Abends. Nach dem Fahneneinmarsch begrüßte Sturmführer C r o o n die Teilnehmer. Der Trupp 3 (Annerod) brachte dann ein Stück aus der Kriegs-1
Vörnotizen.
— Tageskalender für Dienstag: NSLB. Fachschaft Höhere Schule: Sitzung der Fachgruppe: Mathematik und Naturwissenschaften. Vortrag von Studienrat Backes über „Die Physik des Kraftwagens" im Physiksaal des Realgymnasiums. — Stadttheater: 20 bis 22.15: „Frischer Wind aus
abend hatte der Sturm 45/116 Steinbach zu einem Deutschen Abend eingeladen, der im Saale der Wirtschaft „Zum Einhorn" ftattfand und sehr gut, auch von Annerod und Albach, besucht war.
12 bis 15, Rosenkohl 25 Ns 30, Feldsalat 70 frts ! 90, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60, < Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln 4 ?ßf., öer Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Psund 18 ' bis 25, Blumenkohl, das Stück 30 bis 60, ©alat 20 bis 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf.
Devisenvorschriften für den Postzahlungsverkehr.
Nachdem durch das Gesetz über die Devisenbewirtschaftung vom 4. Februar 1935, durch die Durchführungsverordnung hierzu und durch die von der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung erlassenen neuen „Richtlinien" die devisenrechtlichen Bestimmungen neu geordnet und zusammengefaßt worden sind, hat auch der Reichspostminister die Devisenvorschriften für den Poftzahlunasoerkehr neu geregelt. Hiernach können vom 1. März ab wieder genehmigungspflichtige Zahlungen im Post- und Postscheckverkehr ausgeführt werden, wenn bei der Einzahlung des Betrages am Postschalter, oder bei der Einsendung des Auftrages an das Postscheckamt Einzelgenehmigungen der Devisenstellen oder Einzelbescheinigungen der Ueberwachungsstel- len vorgelegt werden.
Familienabend der Lukasgemeinde.
Die Lukasgemeinde veranstaltete am Sonntagabend in ihrem Gemeindesaal einen Familienabend, bei dem Pfarrer und Missionar Groh über „Land, Leute und Mission an der Goldküste" sprach.
Kirchenvorsteher Juwelier Karl Noll begrüßte die Besucher und gab zur Einleitung geographische Erklärungen über das Gebiet, auf das der Vortrag sich erstrecken sollte.
Pfarrer Groh ist ein geborener Oberhesse, er stammt aus Bermuthshain im Vogelsberg und empfing feine Ausbildung als Missionar in der Missionsanstalt zu Basel. Im Jahre 1887 wurde er mit noch drei anderen Missionskandidaten nach Afrika ausgesandt und kam zunächst an die Gold- küste, später hat er noch in Togo gearbeitet, bis er im Jahre 1913 nach Deutschland zurückkehrte und in den hessischen Pfarrdienst eintrat. An der Hand von Lichtbildern gab der Vortragende am Eingang seiner Ausführungen ein interessantes Bild von der Reise von Basel über Hamburg nach der Goldküste. Land und Leute in diesem Missionsgebiet wurden vorgeführt. Die Zuhörer bekamen einen Begriff von der überreichen Vegetation dieses Landes, dessen Klima aber den Europäern vielfach schädlich ist. Die Lichtbilder zeigten den Kaffeebaum, die Kokospalme, die Kakaostauoe und andere Pflanzen, die in dieser Gegend so überreich gedeihen und die reiche Erträgnisse liefern. Ferner zeigte der Redner die Art und Weise, wie die Eingeborenen die Früchte dieses Landes verarbeiten. Verschiedene Missionsstationen wurden durch Bild und Wort vorgeführt. Pfarrer Groh gab eine schöne Schilderung von der Sinnesart der Neger. Der Neger ist unerschöpflich in treffenden Sprichwörtern, er besitzt einen reichen Schatz von Tierfabeln, außerdem hat er eine sehr treffende Art zu reden und sich verständlich zu machen. Daneben besteht auch bei ihm noch die wildeste Grausamkeit. Doch die Mission erzieht dieses Naturvolk zur Kultur und zur Sitte, sie lehrt es, das Menschenleben zu achten und schärft ihm Gewissenhaftigkeit und Pflichtgefühl ein.
Die Zuhörer folgten den äußerst interessanten Darlegungen des Vortragenden, der 26 Jahre unter den Negern gelebt hat und jetzt als Seelsorger an den hiesigen Krankenanstalten und Kliniken tätig ist, mit großem Interesse.
Die Hitler-Jugend ruft zum zweiten Reichsberufswettkampf, zur zweiten Olympiade der deutschen Arbeit auf.
Der Reichsberufswettkampf ist Sache des ganzen deutschen Volkes, besonders aber der ganzen berufstätigen Jugend.
Nicht nur einzelne, begünstigte Teile der deutschen Jugend können, wie in früheren Zeiten, an diesem Wettkampf teilnehmen. Nein —jeder deutsche Junge, jedes deutsche Mädel ist dazu berechtigt. Tausende Kameraden standen zum friedlichen Wettstreit im ersten Reichsberufswettkampf der schaffenden, heranreifenden Jugend. Hunderttausende müssen sich zur zweiten Leistungsprobe stellen. Völlig neue Wege, völlig neue Mittel sind geschaffen.
Der Jungarbeiter der Faust und der Stirn soll all sein berufliches können, nicht wie in einer
Kanada". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hohe Schule".
— Stadttheater Gießen. Heute abend Erstaufführung der heiteren Begebenheit in vier Tagen: „Frischer Wind aus Kanada" von Hans Müller-Nürnberg, unter der Spielleitung des Intendanten Hanns König und mit Kapellmeister Fritz Cuje am Dirigentenpult.
*
** D i e SA.- und SS.-Männer seien noch einmal darauf aufmerksam gemacht, daß der Hilss- kassenbeitrag in Zukunft unmittelbar an die Ortsgruppe zu zahlen ist, in der sie wohnen. In der Ortsgruppe Gieß en-Süd müssen sich die SA.- und SS.-Männer, die nicht Parteimitglieder sind, am Mittwoch oder Donnerstag, 27. bzw. 28. Februar, zwischen 20.15 und 22 Uhr in der Gastwirt- chaft „Zum Graf Zeppelin", Wilhelmstraße, zur Hilfskasse anmelden. In der Ortsgruppe Gießen- Mitte muß diese Anmeldung am Mittwoch oder Donerstag, zwischen 20 und 22 Uhr, im Gasthaus „Zum Löwen", Neuenweg, erfolgen. In der Ortsgruppe G i e ß e n - N o r d mußten die Anmeldungen am gestrigen Montagabend vorgenommen wer- s&’ü&sai'Mäi s: e i äs-s« «• «>»» März melden; näheres hierüber wird noch bekannt- Gebühr besonders zu berücksichtigen.
(Ziehrer) und das „Aegyptifche Ständchen* tfön Paul Limke, außerdem noch zahlreiche Zugaben (Märsche usw.). Alle Musikstücke wurden tadellos und flott oorgetragen und fanden verdienten Beifall. Der Gesangverein „Frohsinn", unter Leitung von Oberreallehrer Blaß (Gießen) begann mit zwei neuzeitlichen Chören „Deutschland" (Hasse) und „Deutsches Credo" (Knöchel) und zeigte dabei seine Meisterschaft in gesanglicher und technischer Hinsicht. Es folgten Vaterlandsgesänge und anschließend Volkslieder in der Silcherschen Bearbeitung. Auch diese Darbietungen erweckten starken Beifall. Bürgermeister Wenzel unterstrich in einer kurzen Ansprache ebenfalls die glückliche Zusammenstellung des Programmes und wies darauf hin, daß wir es nur der nationalsozialistischen Bewegung und dem Führer verdankten, daß wir uns an solchen deutschen Weisen erfreuen könnten. Er erinnerte weiter an den Todestag des Vorkämpfers Horst Wessel, zu dessen Ehren sich die Anwesenden von den Sitzen erhoben. Der Vereinsleiter Karl Faber sprach das Schlußwort, gedachte der ver- torbenen Mitglieder und dankte alle Mitwirkenden. Sodann überreichte er den Mitgliedern Wilh. Hch. Müller, Wilhelm Konrad Brück e l, Heinrich Leicht II., August Faber und Willi Ebel für ihre 25jährige Zugehörigkeit zum Verein eine Urkunde und ernannte sie zu Ehrenmitgliedern. Dabei gab er der Hoffnung Ausdruck, daß sich diese Mitglieder auch weiterhin in den Dienst des deutschen Volksgesanges stellen möchten. Den Dank der Geehrten sprach Wilhelm Heinrich Müller aus. Der offizielle Teil des Abends wurde in der üblichen Weife geschlossen. Tanz hielt die Besucher dann noch einige Stunden bei froher Geselligkeit zusammen.
oo Langsdorf, 24. Febr. Gestern hielt der hiesige Artillerie-Verein einen gutbesuchten Kameradschaftsabend ab. In unserer Gemeinde war es vor dem Kriege Tradition, daß viele junge Leute sich freiwillig zur Artillerie meldeten, ohne ihre Einberufung abzuwarten. Dadurch sind unter uns soviel Jünger der Heiligen Barbara, daß ein blühender Verein ehemaliger Artilleristen gegründet werden konnte. Im Namen des verhinderten Vereinsführers begrüßte Kamerad Heinrich Wenzel I. die erschienenen alten Soldaten und die Freunde deutschen Heerwesens. Darauf zeigte Kamerad Reuter (Dornholzhausen) in einer Lichtbilderreihe die Entwicklung der artilleristischen Waffe von den ältesten Zeiten bis zur jünasten Vergangenheit. In den angeschlossenen Ausführungen wußte er anschaulich und packend aus dem Geschehen des Weltkrieges zu erzählen. Es kam ihm darauf an, zu zeigen, daß die echte nationalsozialistische Gesinnung im Trommelfeuer und den Erlebnissen des Grabenkrieges entstanden ist. Der jungen Generation zeigte er an erschütternden Erlebnissen, was deutsches Heldentum und Treue bis in den Tod ist. So hat der schön verlaufene Abend dazu beigetragen, die Hochachtung vor dem Heldentum des Weltkrieges zu erhalten.
Kreis Alsseld.
# Ober-Ohmen, 23. Febr. In den Waldungen der Freiherren von Riedesel und in den Waldungen des Staates, in denen der Sturm heftig gehaust hatte, ist man gegenwärtig mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Vierzehn Holz- 1 Hauer konnten eingestellt werden, die für geraume 1 Zeit Beschäftigung haben.
Spremn^uven der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach- mittag geschlossen.


