Nr. 22 fünftes Blatt
Somstag,26.3aimor 1935
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
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Die Eröffnung des Reit- und Iahriumiers
Gegensätze der Stammeseigenart gibt es in jedem gesunden Staatsvolk. Nordfranzosen und Prooenxalen, Lombarden und Neapolitaner, Engländer und Schotten sind voneinander ebenso artverschieden wie Ostpreußen und Rheinländer, wie Norddeutsche und Süddeutsche. Aber in Frankreich und Italien sind die Gegensätze dynastisch-partikula- ristischer Eigenstaatlichkeit, die die alten Stammes- gegensätze überlagert hatten, früher ausgelöscht worden als in Deutschland. Das hat unsere Stellung gegenüber geschlossenen Nationalstaaten älterer Prägung, bis in die neussste Zeit hinein, belastet. Die letzten innerdeutschen Hemmungen, worauf das Ausland spekulieren durfte, sind, so dürfen wir annehmen, mit der Saarabstimmung beseitigt worden. Und wenn die alte Länderverfassung endgültig durch die neue Gauverfassung ersetzt wird, so haben wir den Vorsprung, den andere Nationalstaaten noch vor uns voraus hatten, auch in der staatlichen Lebensform restlos eingeholt.
werden der Episode Ivo Caprivo zum Gruppenführer ernannt und ihn für das 23er» dienstkreuz vorgeschlagen."
In der Tat eine bezeichnende Episode. So arbeitet das Auslandsitalienertum mit dem Mutterland zusammen, so weiß der Duce auch seine bescheidensten Soldaten in der Fremde zu schätzen.
Nun ein Gegenstück. Es zeigt, wie der Faschismus auch den kleinsten Begebenheiten nachgeht, wenn sie nach seiner Meinung geeignet sind, den italienischen Nationalstolz zu verletzen. Irgendwo im weiten deutschen Reich betreibt ein anscheinend junger Feuerkopf das übliche Gewerbe des Verfe- fchmieds, wobei ihm Visionen welthistorischer Vorgänge zu Hilfe kommen. Er läßt also den Tag kommen, wo der deutsche Adler Rom in den Staub schmettert, wo die alten Paläste der ewigen Stadt wie Fackeln auflodern, Vatikan und Quirinal in Trümmer sinken werden. Ein lyrischer Ueberschwang ohne jede politische Bedeutung, eine literarische Entgleisung, der man zahlreiche — italienische Beispiele entgegenhalten könnte. Aber die Belanglosigkeit scheint den größten Blättern des Königreiches so wichtig, daß sie mit einem Adagio, Poeta! sofort in geschlossener Phalanx gegen den unbekannten teutonischen Pegasus anrücken und au die Cimbern verweisen, dis von dem Römer Ma»
Der „Große preis der nationalsozialistischen Erhebung"
Der Aufmarsch der Equipen der verschiedenen Länder, von denen in unserem Bild die deutsche gezeigt wird.
Länder und Gaue.
Von Dr. Paul Harms.
Durch die Heimkehr der Saar ins Reich wird nicht nur die Bahn frei gemacht für eine deutsch-französische Verständigung, sondern auch für den Ausbau des Reiches im Innern. Reichsinnenminister Dr. Frick hat wiederholt angedeutet, nach welchem Grundsatz dieser Ausbau vorgenommen werden soll: die bisherigen Länder-Grenzen werden verschwinden, und das Reich wird in Gaue neu eingeteilt werden.
Die Länder haben sich in früherer Zeit, wenn es galt, ihre „Eigenstaatlichkeit" dem Reiche gegenüber zu verteidigen, gern darauf berufen, daß sie dem Stammescharakter der Bevölkerung Rechnung trügen. Nichts war falscher als das! Die Länder haben sich geschichtlich gebildet nicht nach völkischen Bedürfnissen, sondern nach dynastischen Interessen. Am wenigsten einheitlichen Stammes- Charakter hatte das führende Land Preußen. Seinen Bereif zur Führung hatte dieses Land dadurch bekommen, daß die Interessen seines Herrscherhauses durch die Entwicklung selbst immer mehr aus die gemeindeutsche Linie gedrängt wurden. Als die brandenburgischen Hohenzollern 1618 den Kern des mittelalterlichen Ordensstaates, O st preußen, erbten, da wurde ihr Hauptinteresse erstmals fest an die deutsche Linie gebunden. Indem der Große Friedrich seine Hand aus Schlesien legte, machte er es unmöglich, daß Kursachsen und Polen über die Gemeinsamkeit der dynastischen Spitze zu einem Nationalitätenstaat zusammenwachsen könnten, dessen Schwergewicht außerhalb Deutschlands gelegen wäre. Die übermenschlichen Opfer, die Preußen sür die Befreiung Deutschlands von der napoleonischen Gewaltherrschaft gebracht hatte, trugen ihm den wichtigsten Teil der deutschen Westmark ein, die R h e i n p r o v i n z einschließlich des Saargebiets. Seit 1866 endlich beherrschte Preußen in voller Ausdehnung die deutsche Seeküste; damit war, im Zeichen beginnenden Hineinwachsens in den Weltverkehr und die Weltwirtschaft, entschieden, daß Deutschland nur unter preußischer Führung zur staatlichen Einheit zusammengefaßt werden könnte.
nach dem Muster eines Landes formen wollten, oder ganze Länder nach dem Muster eines Stammes, werden in der Gau-Verfassung des Reiches keine Daseinsberechtigung mehr haben. Es wird nur mehr ein unteilbares Reich geben, aber das Gemeinschaftsleben in diesem Reiche wird wie ein geschliffener Edelstein nach zwanzig und mehr Seiten funkeln und Farben sprühen. Missen wollen wir nichts in diesem Reiche, was in der Stam- meskultur des Volkes wurzelt. Nicht die ernste Staatsgesinnung Ostelbiens und nicht die bewegliche Heiterkeit der Rheinländer, nicht die zuverlässige Schwere des Sachsenstammes und nicht die ver- tehende Leichtigkeit süddeutschen Menschentums. Aber sie sollen nicht um die Herrschaft miteinander ringen und sich nicht um Sonderinteressen raufen; ie sollen gleichberechtigt-wetteifernd leben einander stehen, und ihr Ehrgeiz muß sein, durch Pflege ihrer Eigenart den Glanz des Ganzen zu erhöhen.
Um diesen Preis wird bei den im Rahmen der „Grünen Woche" veranstalteten Reitturnier am Sonntag non den besten Reitern Europas gekämpft. Er ist ein Meisterwerk der Staatlichen BernstemmanufakUir Königsberg- Ein Klappschrein aus Silber und Bernstein, dessen Innenseite den Reichsadler tn Bernsteinmosaik zeigt.
Amtsgericht Gießen.
Wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung stand der F. K. aus Wieseck gestern vor Gericht. Laut Strafbefehl wurde ihm zur Last gelegt, mit seinem Motorrad am 7. Oktober v. I. auf dem Feldweg zwischen Marburger Straße und Lie- bigshöhe mit einer derart hohen Geschwindigkeit gefahren zu sein, daß er, zumal an diesem Tage Flugtag und der Feldweg sehr belebt war, Menschenleben in Gefahr brachte. Bei seinem unvor- schriftsmäßigen Tempo überfuhr der Angeklagte einen Hund, der sofort tot war. In der gestrigen Hauptverhandlung erkannte das Gericht, entgegen der im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe von 30 Mark, auf eine Geldstrafe von fünfzig Mark, die im Unembringlichkeitsfalle mit zehn Tagen Gefängnis zu verbüßen ist.
Der K. Sch. aus Berlin wurde wegen Bettelns zu 6WochenHaft, unter Anrechnung von 24 Tagen erlittener Untersuchungshaft, verurteilt. Der Ange- klagte ist schon mehrfach vorbestraft und war auch bereits im Arbeitshaus untergebracht.
Mit der Zusammenfassung des Raumes der nordischen Tiefebene hatte das Land Preußen die Grenze erreicht, bis der feine staatbildende Eigenkraft zu gehen berufen war. Es hätte allenfalls noch die Eingliederung der norddeutschen Kleinstaaten vertragen — aber auch die Eingliederung Süddeutschlands? Schwerlich! Der erste Baumeister der deutschen Einheit, Bismarck, hat die „Mediatisierung des Reiches" von Preußen aus glatt abgelehnt. Er ist der Meinung gewesen, daß es durchaus unzweckmäßig sei, das Reich zu einem Großpreußen ausbauen zu wollen. Ganz im Sinne seines großen Vorgängers hat der zweite Reichsbaumeister Adolf Hitler den Grundsatz aufgestellt: Unsere Aufgabe ist es nicht, die Länder zu konservieren, sondern zu liquidieren. Das Reich ist das Bleibende, es kann nicht wohl zu einem Großpreußen werden, vielmehr muß Preußen, das seinen Beruf erfüllt hat, im Reich aufgehn, und die anderen Länder mit ihm.
Das Reich ist das Bleibende, denn es ist die Lebensform, die lebendig erhalten wird durch den Willen des Volkes. Und das Bleibende im Reiche sind nicht die Länder, sondern die Stümme! Die Stämme der Friesen, Sachsen, Franken, Hessen, Thüringer, Schwaben, Alemannen und Bayern haben ihren Stammescharakter gewahrt seit tausend und mehr Jahren. Und im Koloniallande östlich der Elbe haben die Bewohner der Mark Mecklenburgs und Pommerns, Schlesiens und Ostpreußens deutlich erkennbaren Stammescharakter angenommen. Das dynastische Interesse der Landesfürsten ist über die Stammesunterschiede hinweggeschritten, und die Länder sind dabei nicht schlecht gefahren. Der Gegensatz zwischen Rheinland und Ostelbien im Lande Preußen, zwischen Oberbayern und Franken im Lande Bayern, zwischen Schwaben und Pfälzern im Lande Baden hat innere Spannungen erzeugt, die das Kulturleben der Länder frisch erhalten haben. * ___
Nicht so ohne weiteres läßt sich das gleiche vom S t a a t s l e b e n sagen. Auch hier können gewisse innere Spannungen nützlich sein, aber freilich immer nur insoweit, als sie nicht dazu fuhren, daß ein Stamm über den anderen zu herrschen versucht. Das erzeugt Unbehagen und Unruhe, die einer stetigen Entwicklung abträglich sind. Preußen von Ostelbien und Bayern von München aus zu regieren, war nicht immer leicht. Und diese inneren Schwierigkeiten mehrten sich, wenn die Lander sich feindlich zum Reiche stellten. Denn dann gewannen in ihnen Mächte die Oberhand, die Mit Stam- meseiqentümlichkeit wenig mehr zu tun hatten. So in Preußen nach der Novemberrevolte der internationale Marxismus, in Bayern zur selben Zelt der politische Katholizismus.
Diese, dem Wesen einer reichseigenen Staatlich- keit fremden Mächte haben nicht selten versucht, die alten Stammesgegensätze in ihrem Dienst auszunutzen Wohin das hätte führen können, vermögen wir uns un chwer vorzustellen, wenn wir mit unse-
der Länder hatten sie uns als chr unseliges Erbe hinterlassen. Damit mußte das wieder erstarkte Reich aufraumen, wenn es sich I-Wll behaupten wallte. Wenn nun das Reich die «ander grenzen niederlegt, so kann es das Bleibende i m R e i ch e, die E i g e n a r t s ein er St am me, pfleglicher behandeln, als es die Lander j 9 tjAben. Senn o,, .____ cinmmps über andere
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lichkeit zu pflegen, denn ste haben nicht Politik zu treiben sie haän nur gut zu verwalten. Um so mehr also werden sie all das pflegen können, was der Kultur ihre Farbigkeit und ihre »ufr gestaUigkeit gibt. Bestrebungen, die das ganze Reich
Italienische Propaganda
Von unserem römischen (^.-Korrespondenten.
Rom, Mitte Januar.
In einem Gymnasium von Oslo, so be» richten voll Stolz die italienischen Blatter, hat sich ein bezeichnendes Ereignis abgespielt, besten Held ein Balilla ist, ein kleiner Faschist namens Ivo Caprivo. Als der Geographielehrer auf Italien zu sprechen kam, erwähnte er, indem er sich an das Schulbuch hielt, daß die italienischen Landarbeiter in elenden Verhältnissen leben müßten. Da aber sprang der kleine Ivo auf und schleuderte dem Lehrer den Vorwurf ins Gesicht, er sei s e h r schlecht unterrichtet! Wenn du es besser weißt, sagte der Lehrer, gut, ich gebe dir drei Tage Frist, mir mit einem Aufsatz meinen Irrtum naa)= zuweisen. Drei Tage später lieferte der italienlsche Schüler eine so vorzüglich belegte Arbeit ab, daß sich der Lehrer als besiegt und überzeugt beEannte, daß er die Aufklärungsschrift vor der ganzen Klasse vorlesen ließ und den tapferen Vorkämpfer seines fernen Vaterlandes ermunterte, dem Verleger des Schulbuches eine verbesserte Auflage zu empfehlen. War doch der Aufsatz mit $nceroorten qespickt, mit Bildern über die Getreideschlacht und die Trockenlegung der Pontinischen Sumpfe, die der Verfasser von dem Ortsfoscio IN Oslo erholten hotte. „Dos G c n - r o I s e k r e t o r - o t d - r A u s- lanbsfasci aber Hot fofort noch Bekannt-
älligen (englischen) Herrschaft geopfert werden )ürfe, und die italienische Sprache für Südtirol proklamiert, weil Alto Adige jetzt unter italienischer Herrschaft steht. Das Oberetsch ist eben terra italia- nissima. Man mag gegen eine solche Beweisführung noch so viel ankämpfen, es sieht nicht aus, als ob ich die Dante-Gesellschaft entmutigen ließe. Sie arbeitet vor allem auch im Auslande, ie hat dort 177 Gruppen und Verbände, davon 100 in Europa. Sie sitzt in Schanghai und Dresden, in Mühlhausen und La Paz, in Saarbrücken und Cleveland, sie rechnet mit 300 Kundgebungen im Wintersemester.
Wer kennt nicht die Auslandspropaganda des italienischen Rundfunks? Die Ermäßigungen auf den italienischen Eisenbahnen? Alle Hoch» zeitsvärchen der Erde werden mit Viertels- und Fünftelpreisen nach Rom gelockt, wo sie dazu um« onst mit der Straßenbahn herumfahren können, o viel es ihnen Spaß macht, wo sie der Papst empfängt, wo sie gehätschelt werden wie Kinder des Landes. So etwas setzt sich fest in der Seele. Was wissen nicht alles die Studenten zu rüh« men, benn als Ausländer zahlen sie keine Gebühren! Wer von den hohen Gästen des Duce, wer wird nicht nach den pontinischen Gefilden geführt? Als die Fremden, die früher den Winter in Rom zu verbringen pflegten, ausblieben, weil ihnen der furchtbare Lärm auf die Nerven fiel, wurde die Hauptstadt auf einen einzigen Wink Mussolinis roieber lärmfrei. Die für bie Auslänber erstaunlich unerfreulichen Stabtviertel fallen, Hunberte von Millionen werben für Prunkstraßen ausgeworfen. Die fremben Automobilisten, bie früher auf Italien schimvsten wie bie Spatzen, singen jetzt bas Loblieb ber Autobahnen. Das ist die beste Propaganda: die Propaganda der Tat.
Mustergültig arbeitet das staatliche Verkehrsamt, die Enit. Ihre Monatsblätter flattern in verschiedenen Sprachen unverlangt ins Haus und auf durchschnittlich 40 Spalten wird darin ausgeführt, was Italien alles zu bieten hat. Die Enit- Blätter sind ein briefliches Reife- und Auskunftsbüro. Die Enit veranstaltet internationale Wettbewerbe um das beste Buch, den besten Zeitungsartikel über Italien, sie gibt unentgeltlich selber Führer und Bücher ab über die Totenstadte wie über die stalienische Küche, über die Verkehrsstraßen und Kunststätten. Allumfassend ist der italienische Touring-Club, kostet doch der jährliche Beitrag nur 15 Lire! Dafür erhält man außer den üblichen Vergünstigungen solcher Verbände auch kunsthistorische Bücher. Ilm die Straßenmarkierung und die Erleichterung des Grenzübertritts hat sich der Raci ein großes Verdienst erworben.
Ueberall in der Welt hört man heute wieder die Stimme Roms, die römischen Adler, sie fliegen wieder. An der Grenze des Kolonialreiches, am Indischen Ozean steht ein riesiger Leuchtturm in Form eines Liktorenbündels. Unter dem Faschio scharen sich die Auslanditaliener in der neuen Well wie am Tiber. Mussolini hat bie unabschätzbare Bedeutung der nationalen Propaganda erkannt und ihr daher ein eigenes Ministerium geschaffen, an dessen Spitze er seinen Pressechef und Schwiegersohn stellte, den jungen Grafen Galeazzo Ciano di Cor- tellazzo.
rius derart vernichtet worden seien, daß man Wälle aus ihren Gebeinen aufführen konnte.
So kampflustig steigt der Faschismus heute noch in die Arena. Als Mussolini vor über einem Dutzend Jahren an die Macht kam, ging es ihm in der übrigen Welt so ähnlich wie später Adolf Hitler, die Kritiker ließen kein gutes Haar an ihm und seiner Bewegung, man predigte den Boykott italienischer Waren und dort, wo Italien seine wirtschaftliche Achillesferse hat, in Amerika, erwuchs ihm eine wirkliche Gefahr. Was tut da Mussolini? Er schickt sofort den bestenIour- n a l i st e n nach den Vereinigten Staaten, er heißt ihn eine große Zeitung gründen und zunächst die Hunderttausende von Amerika-Italienern bekehren. Er hält grimmige Auslese unter den Bot» chaftern der Presse, den Ausländskorrespondenten, es scheint ihm viel wichtiger, daß sie die Fahne hochhalten, als die zünftigen Diplomaten. Mit Nachrichtenübermittlung dürfen sie sich nicht lange ad- geben, das können Agenturen auch, auch überall muß der rechte Mann' am rechten Platz sein. Und ihnen gelingt es in der Tat, die Bresche in die feindliche Propaganda zu schlagen, der faschistische Gedanke keimt auf im Ausland, sowie er den Völkern verständlich gemacht wird. Sie fangen an, sich für das neue Rom zu interessieren und damit war die Schlacht gewonnen.
Das Uebrige tat und tut eine Organisation der nationalen Propaganda, wie man sie in Italien nie für möglich gehalten hätte. Wir werden in unserer Disziplin preußischer werden als die Preußen, hieß es nach dem Marsch auf Rom, und niemand wird leugnen können, daß Italien heute auf dem Gebiete der nationalen Werbung eine beispiellose Leistung aufweisen kann. Soeben hat der Duce der Dante-Gesellschaft seinen Dank für die Verbreitung der italienischen Kultur in der Welt ausgesprochen. Es ist der gleiche Verband, der seinerzeit die irredentistische Bewegung trug, der das Dante-Denkmal in Trient ertrotzte, der jetzt für Malta kämpft und auch vor der kühnen Aufgabe nicht zurückscheut, dort die italienische Sprache ourchzusetzen, weil das heiligste Gut eines Volkes, die Muttersprache, nicht der zu-


