Reichs-Händel-Gedenktage in Halle
Die mitternächtliche Feier am Händel-Denkmal auf dem Marktplatz.
Die Reichs-Händel-Feststadt Halle stand am Geburtstag ihres größten Sohnes ganz im Zeichen Händels. Eine Feier vereinigte sämtliche Schüler der Stadt im Gedenken an den großen Musiker. Den ersten Höhepunkt des Festes bildete ein Empfang der auswärtigen Gäste im Stadthaus. Oberbürgermeister Dr. Dr. Weidemann hieß die Gäste willkommen. In einem Rückblick würdigte Dr. Weidemann neben Händel zwei andere Söhne Halles: Samuel Scheidt, den Musiker der Reformationszeit, und Robert Franz, den Sohn eines Halloren. Aus den neuesten Forschungen verdiente der jetzt gelungene Nachweis hervorgehoben zu werden, daß Händel bei seinen Eltern sehr wohl auf musikalisches Verständnis gestoßen sei und daß ihm die Möglichkeit eines durch keine Hindernisse aufgehaltenen künstlerischen Bildungsganges gegeben wurde.
Professor Dr. Torrefranca sprach in deutscher Sprache über das Verhältnis Italiens zu Händel und schloß mit einem Bekenntnis zu Händel als einem der größten Verklärer höchster menschlicher Gefühle, menschlicher Erhabenheit und innigsten Glaubens an Gott.
Der Geschäftsführer der Reichsmusikkammer, Präsidialrat Ihlert, begrüßte es, daß in Händel eine Vereinigung des deutschen und englischen Kulturkreises zustandegekommen sei, wie sie später nur noch einmal in Houston Stewart Chamberlain erreicht worden ist.
Der Oberbürgermeister gab die Stiftung einer Händel-Plakette bekannt, die zunächst dem Führer und Reichskanzler AdolfH i t l e r , dem Ministerpräsidenten Hermann Göring, Reichs- minister Dr. G o e b b e ls , Reichserziehungsminister R u st und Alfred Rosenberg verliehen wurde.
Die festlichen Veranstaltungen in Halle erreichten ihren musikalischen Höhepunkt mit einer Aufführung des „M e s s i a s" im Dom. Am Sonntagvormittag veranstaltete die Universität Halle einen F e st a k t. Professor Dr. Edward D e n t von der Universität Cambridge sprach über Händels Wirken in England. Professor Dr. Max Schneider (Halle) behandelte Händels Bedeutung für das deutsche Musikleben. Den Abschluß der dreitägigen Feiern bildete eine Festaufführung der Händel- Oper „Otto und Theophano" im Stadttheater.
als vornehmste Aufgabe, d i e B r ü ck e n z u s ch l a- gen die später Stadt- und Landbevölkerung wieder zusammenführen. Und diese Aufgabe wird ganz wesentlich eine Aufgabe der deutschen Jugend sein. Als deutsche Jugend mußt ihr in selbstverständlichem Bekenntnis des Bauern zum Ueberlieferten selbst den höchsten Stolz auf eure deutsche Art und die deutsche Vergangenheit lernen.
Der Führer wollte nicht, daß unser Volk den gleichen Weg ginge, wie viele andere Völker. Wir wollen die S e l b st e r h a l t u n g unseres deutschen Volkes und eine neue starke Lebensentfaltung. Dazu soll uns das Bauerntum die ewige lebensgesetzliche Grundlage sein. Unsere Agrarpolitik ist nationalsozialistische Bauernpolitik. Ihr letztes Ziel ist das deutsche Volk. Wir formen die bäuerliche Wirtschaft, d. h. die Landwirtschaft zur unzerstörbaren Grundlage der nationalen Lebenserhaltung. Um dies erreichen zu können, waren zwei für die liberale Welt revolutionäre Voraussetzungen zu schaffen:
1. Mußte unter der Führung Adolf Hitlers d a s Bauerntum neben dem Arbeitertum und den übrigen Ständen der Nation in der nationalsozialistischen Bewegung und gleichzeitig im Staat st raff organisatorisch zusammengefaßt werden. , .,
2 Um im besonderen das Bauerntum als wichtigste blutsmäßige Säule der sozialistischen Neuordnung der Nation zu stärken, mußte die bäuerliche Wirtschaft von der Vorherrschaft des aus händlerischem Denken stammenden Kapitalismus gesäubert werden.
Ich glaube, daß die deutsche Jugend, weil sie ihr Volk liebt, den Weg, den wir zu diesem Ziele unter der Führung Adolf Hitlers beschritten haben, auch in seinen einzelnen Etappen v e r st e h t. Wir sind stolz darauf, daß die deutschen Bauern gerade im Bewußtsein ihrer Verbundenheit mit der Arbeiterschaft ihr Opfer freudig und überreich gegeben haben. .
Unzählige deutsche Familien sind daran, auf eigenem Grund und Boden in der Siedlung eine neue Grundlage für ihr Geschlecht zu schaffen. Und durch das Land j ah r, das ihr selbst kennt, wurde ein weiteres Tor ausgemacht, das deutsche Jungen und Mädels in die Gemeinschaft mit ihren bäuerlichen Volksgenossen hinausführt. Wir als Bauern des deutschen Volkes und ihr als der junge Teil dieses Volkes wissen, daß wir heute nicht eine einmalige kurze Kraftanstrengung machen, um einen vorübergehenden Zustand aufzubauen. Es geht um die Grund st einlegung zu einer neuen Zeit geschichtlicher Größe, in der endlich die deutsche Art zu ihrem vollen Ausdruck kommt.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 23. Febr. Am Freitagabend tagten die Vorstände der Kleinkinder- schul- und der K r a n k e n st a t i o n zur Jahreshauptversammlung. Der Vorsitzende der beiden Stationen, Pfarrer Bremmer, begrüßte u. a. den neu in den Vorstand berufenen Vertreter der Gemeinde, Beigeordneten Wilhelm Jung XI. Sodann wurde die Rechnung der Kleinkinder- s ch u l st a t i o n von deren Rechner vorgetragen. Aus dem Rechnungsbericht sind folgende Zahlen entnommen: Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf 1520,93 Mark, die Gesamtausgaben auf 1518,95 Mark, so daß ein kleiner Ueberschuß von 1,98 Mark verbleibt. In den Einnahmen sind enthalten die Schulgelder mit rund 600 Mark, an Gemeindezuschuß 150 Mark, an Unterstützung durch die hiesige Spar- und Darlehnskasse 20 Mark, an Zuschüssen durch die Innere Mission bzw. aus Ueberschüsfen von Veranstaltungen derselben 115 Mark und an Kollekten 40 Mark. Von privater Seite wurden der Station 175 Mark überwiesen. In den Ausgaben sind enthalten: 660 Mark als Beitrag an das Mutterhaus. 120 Mark für Reinigung, 100 Mark für Jnstandsetzungsarbeiten, 421 Mark für Haushaltungsgeld' und 100 Mark für Heizung und Beleuchtung. Die Rechnung soll von den Vorstandsmitgliedern Kaspar Panzer und Wilhelm Theiß geprüft werden. Die Rechnung der Kranken- st a t i o n zeigt folgenden Stand: Gesamteinnahmen 1859,75 Mark, Gesamtausgaben 1804,30 Mark, so daß ein Ueberschuß von 55,45 Mark zu verzeichnen ist. In den Einnahmen stecken 1400 Mark als Beiträge der Mitglieder, 72 Mark als Unterstützung von privater Seite und 150 Mark als Zuschuß der Gemeinde. An größeren Ausgabenposten sind vorhanden: 660 Mark als Beitrag für das Mutterhaus, 420 Mark als Haushaltungsgeld, 60 Mark für Kassieren der Beiträge, 60 Mark für Zeitschriften,
Musikdirektors Paul Schmitz.
Jugend und Bauernvolk.
Berlin, 23. Febr. (DNB.) Der Reichsbauernführer Reichsernährungsminister R. Walter D a r r 6 sprach am Sonntag über alle deutschen Sender zur deutschen Jugend. Er führte dabei u. a. aus: Früher haben große Teile unseres Volkes im Bauern eine Berufsklasse gesehen, die rückständig, selbstsüchtig und eigenbrötlerisch ihr Sonderdasein führt. Mit dieser Ansicht haben wir Nationalsozialisten ein für allemal gebrochen. Der Nationalsozialismus hat dem Bauerntum sein Selb st b e - wußtsein wiedergegeben und hat ihn in den Lebensstrom des Volkes mitten hineingestellt. Für den Nationalsozialismus ergibt sich ganz logisch
50 Mark für Arzeneien, 150 Mark Miete, 60 Mark für Brennmaterial, 50 Mark für Wasser und Licht. Die Rechnung soll von den Vorstandsmitgliedern Johannes Germer und Karl Rinn geprüft roerben. Es wurde noch beschlossen, daß von Nichtmit- gliedern der Krankenstation eine Leihgebühr bei der Benutzung von Gebrauchsgegenständen der Krankenhilfe bezahlt wird. Die Anschaffung einer weiteren Rückenstütze für Patienten wurde genehmigt. Die von den beiden Stationen angeforderten Haushaltungsgegenstände sollen angeschafft werden.
Neue Lastkrastwagen-Derbindung der IieichSbabn
LPD. Dillenburg, 23. Febr. Die Reichsbahn betreibt ab l.März eine dem Stückgutverkehr dienende Lastkraftwagen-Verbindung auf der Strecke Dillenburg — Niederscheld — Herborn — Burg — Herbornseelbach — Ballersbach — Bicken — Offenbach (Dill) — Bischoffen — Nieder- weidbach — Roßbach — Wilsbach Erda — Hohensolms — Großaltenstädten — Mudersbach — Altenkirchen (Kreis Wetzlar) — Bermoll — Oberlemp — Niederlemp — Kölschhausen — Ehringshausen — Werdorf — Aßlar — Hermannstein — Wetzlar. Die Beförderung erstreckt sich auf den Binnenverkehr der Kraftwagenlinie und auf den Uebergangsverkehr von und zur Schiene.
JtunOfunfprogramm.
Dienstag, 26. Februar.
6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 16: Nachmittagskonzert. In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.30: Was brachte uns die internationale Automobil-Ausstellung in Berlin? Ein Gespräch. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.50: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Gedenkstunde für Richard Wetz. Zum 60. Geburtstag des Meisters. 21: „Die Geschichte vom zweimal gehenkten Roßkamm Edeling". Hörspiel. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Heitere Kammermusik. 23: Der Toreador. Oper in zwei Akten. 24 bis 2: Nachtmusik.
Händel-Uraufführung in Leipzig.
Anläßlich der 250. Wiederkehr des Geburtstages Georg Friedrich Händels gelangte im Leipziger Opernhaus feine Oper „Arminius und Th us< n e l d a" in einer Bearbeitung von Hans-Joachim Moser und in musikalischer Einrichtung von Max S e i f f e r t zur Uraufführung. Die Bearbeitung ist mit viel Takt und Achtung vor dem ursprünglichen Kunstwerk erfolgt, doch ist das Deutsche unterstrichen und unserem Empfinden besonders nahe gebracht worden. Die Liebesgeschichten des Librettos erhalten so einen tieferen Sinn und die Musik Händels in ihrer heroischen Größe, in ihrem kraftvollen Stolz, in ihrer innigen Schlichtheit und ihrem hymnischen Schwung wird dadurch mit besonderer Unmittelbarkeit erfüllt. Händel zeigt sich auch in diesem Werk als Menschenschilderer und ragt weit über seine Zeitgenossen hinaus In der musikalischen Bearbeitung, namentlich des Cembalo-Parts, ist mancher Schnörkel der Barockzeit fallen gelassen worden. Das kommt dem heutigen Stand der Gesangskultur gelegen und nimmt der Musik das Historisch-Museale. Die szenische Wiedergabe in Leipzig verzichtete auf die Darstellung in phantastischer Prunkaufmachung der Entstehungszeit, wodurch vielleicht der Gesamtstil der Aufführung ein wenig beeinträchtigt wurde. Doch wurde dadurch das Allgemeinverständnis für breiteste Kreise erleichtert. Die ausgefeilte musikalische Leitung des Werkes lag in den Händen des General-
Wetterbericht
des Reichswetterdiensies. Ausgabeort Frankfurt.
Nach einer leichten Beruhigung vorst Sonntag macht sich schon wieder das Eingreifen eines neuen Sturmwirbels bemerkbar. Er wird uns in vollem Ausmaß treffen und feine stärksten Auswirkungen (Stürme und stellenweise auch Gewitter) in der Nacht zum Dienstag zeigen. Bon seiner Rückseits her können wir zunächst einen Kaltlufteinbruch erwarten, der zum mindesten im Gebirge auch Schneefall bringen wird. Die Gesamtwetterlage bleibt weiterhin noch unbeständig.
Aussichten für Dienstag: Mit stürmi- schen über West nach Nord drehenden Winden wesentlich kälter, sonst wechselnde Bewölkung und wiederholte Niederschlagsschauer (im Gebirge Schnee).
Aussichten für Mittwoch: Noch stark veränderlich und unbeständig und ziemlich kalt.
Lufttemperaturen am 24. Februar: mittags 4,6 Grad Celsius, abends 2,5 Grad; am 25. Februar: morgens 6,8 Grad. Maximum 6,9 Grad, Minimum 1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Februar: abends 3,1 Grad; am 25. Februar: morgens 3,2 Grad. — Niederschläge 2,1 mm.
Wintersport. •
Schwarzwald: Nebel und Schneefall, 0 Grad, 170 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.
Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriol, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12 195. Druck und Verlag: Brühl'lche Universitäts-Buch- und Steindruck^rei
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Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Giehsn.
Betr.: Polizeiverordnung betr. das Feilhalten und den Verkauf von Weidenkätzchen.
Auf Grund des Artikels 64 des Gesetzes, betr. die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen, vom 8. Juli 1911 und der Reichsverordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 wird mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Ministers des Innern vom 7. Oktober 1932 zu Nr. M. d. I. 42 957 für den Kreis Gießen das Folgende bestimmt: § 1.
Das Feilhalten und der Verkauf von wildwachsenden Weidenkätzchen und Haselnußblüten ist im Kreise Gießen verboten.
§ 2.
Ausnahmen von dem Verbot des § 1 können mit Zustimmung des zuständigen Forstamts und der zuständigen Bürgermeisterei von dem Kreisamt zugelassen werden.
§ 3.
Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen werden mit Geldstrafe bis zu 150,— Reichsmark, die im Falle der Uneinbringlichkeit in Haftstrafe umgewandelt wird, bestraft.
§ 4.
Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Amtsverkündigungsblatt in Kraft. Mit dem gleichen Zeitpunkt wird die Polizeiverordnung, betr. das Feilhalten und den Verkauf von Weidenkätzchen vom 18. Februar 1922 aufgehoben.


