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Donnerstag, 22. August 1935

Ur. 195 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Mrd der Suez-Kanal gesperrt?

zieht.

die

Ziehungen angewandt werden könnten, z. B. die Aichtbelieferung Italiens mit Kautschuk, Kohle. Nickel, Petroleum und Zinn, wodurch Italiens kriegerische Unternehmungen gelähmt werden würden, ferner Verweige­rung von Krediten und Kriegs­material. Der große Teil dieser Mahnah­men würde darin bestehen, daß die Regierun­gen sie nur ihren eigenen Staats­angehörigen zur Pflicht machen würden. Internationale Verwicklungen würden dadurch nicht heraufbeschworen werden. Iede Regierung, die dieser Politik der Beistandsverweigerung, sei es aus Grund des Kellogg-Paktes oder der völkerbundssahung zustimmen würde, würde für ihre Innehaltung durch die eigenen Staats­angehörigen zu sorgen haben.

Die rechtskonservativeM o r n i n g Post" hält eine grundsätzliche Aenderung der britischen Poli­tik für möglich. Ursprünglich habe Großbritannien seine Verpflichtungen auf Grund der Völkerbunds­satzungen nur insoweit erfüllen wollen, wie andere Nationen dies täten. Von einem ge­sonderten Vorgehen sollte keine Rede sein. Seither sei aber bei einm wichtigen Teil der Regierung der Verdacht entstanden, daß die italienischen Pläne sich nicht auf das abessinische Hoch­land beschränken. In gewissen einflußreichen Kreisen werde sogar geglaubt, daß die italienischen

in Port Said oder in Suez kann man jederzeit das Rufen der Besatzungen über das Wasser schallen hören:E viva Italia! Duce, Duce, Duce!" Aber auch die ihnen begegnenden zurückkehrenden Schiffe sind nicht leer. Viele aus der großen Zahl der hinuntergeschickten Soldaten kehren todkrank und zerrüttet schon jetzt nach Hause zurück, ehe sie einen Schuß des erwarteten kommenden Krieges gehört hoben.

Anders aber als die ägyptischen Behörden, be­schäftigt sich das ägyptische Volk mit den Nöten seines Nachbarn. Die Sympathiekundgebun­gen und Freundschaftsbezeugungen mehren sich, und annähernd 2000 Aegypier, darunter viele ehemalige Offiziere der alten türkischen Armee, sollen sich be­reits Abessinien zur Verfügung ge­stellt haben. Der ober st e Kirchenfürst der koptisch-christlichen Kirche, die zu ihren Anhängern etwa V/2 Millionen Aegypter und den größten Teil der abessinischen Bevölkerung zählt, hat mit Zustimmung des Hohen Rates der kopti­schen Kirche ein Protesttelegramm an den Völker­bund und an alle Mächte gegen dieimperialistischen Anmaßungen" Italiens gerichtet, das in der ägyp­tischen Presse großen Widerhall und allgemeine Zustimmung gefunden hat. DerVerein isla­mischer junger Männer" hat führende ägyptische Persönlichkeiten zu einer Kundgebung eingeladen, auf der eine Hilfsaktion für Abessinien beschlossen wurde. Die zur Kundgebung Versam­melten wählten einenAusschuß zur Hilfeleistung für Abessinien", dessen Präsidentschaft ein Mitglied des königlichen ägyptischen Hauses, Prinz Ismail D a ii d , übernahm. Dem Ausschuß ge­boren frühere Minister, ein führendes Mitglied der großen ägyptischen Nationalpartei, des Wafd, ein hier im Eril lebender, nationaler syrischer Politiker, nahe Geistliche des Islams und der koptischen Kirche, eines der ersten Mitglieder der persischen Kolonie, her Vorsitzende desVereins islamischer junger Männer" und viele andere namhafte Per­sönlichkeiten an Sie alle verkörpern in ihrer Ge­samtheit nicht nur alle Schichten und Kreise des ägyptischen Volkes, sondern auch mohammedanische Bevölkerungsteile außerhalb der ägyptischen Grenze. Nur die ägyptischen Behörden sind in diesem Aus­schuß nicht vertreten.

Gewiß darf man in keiner Weife die praktische politische Bedeutung dieser Kundgebungen und der Anstrengungen, Abessinien zu unterstützen, über­schätzen. Die tatsächliche Macht im Orient hat England, und es ist mehr denn je darauf be­dacht, alle Strömungen innerhalb dieser Völker in wohlüberlegte Bahnen zu lenken. Dennoch aber

Der Erzbischof von 9) o r ( veröffentlichte einen offenen Brief an die Regierung, in dem er Schließung des Suezkanals für italienische Schiffe durch eine vereinigte englische und fran- zösische Flotte forderte. Unser Bild zeigt einen Blick auf den Suezkanal, der für Italien in einem ostafrikanischen Krieg eine Lebensader bedeuten würde. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Times" plädiert für passive Sanktionen Keine Rohstofflieferungen oder Kredit­gewährung an Italien.

AeMlen unb der Abessinien-KonsM.

Bon unserem $ vD.-Äerichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Alexandrien, August 1935.

Ministerpräsident Tewfik Nessim Pascha antwortete kürzlich auf die Frage, wie Aegypten ich zu dem italienisch-abessinischen Streitfall stelle, laß Aegypten keinerlei Stellung genom­men und im Augenblick auch nichtdie Absicht habe, es zu tun, daß aber zu gegebener Zeit die politische Haltung der ägyptischen Regierung sich derjenigen Englands angleichen würde. Diese Erklärung gibt in eindeutiger Weise Aegyptens Auffassung wieder, daß sich die Außenpolitik des Landes in Englands Fahrwasser befindet und nach Auffassung der heute Regierenden auch wohl- befindet und nicht daran denkt, eigene Wege zu gehen, wie das in diesem Falle, von außen betrach­tet, doch sehr wohl möglich erscheint.

Aegypten hat bisher keinerlei Maßnah­men militärischer Art im Hinblick auf den abessinischen Konflikt getroffen! Die Sensations­presse der ganzen Welt, die ihren Lesern so gerne interessante Dinge vorsetzt, irrt sich darin. Weder ist eine militärische Expedition zum Tsana-See in Vorbereitung, noch werden neue Regimenter auf­gestellt und Kasernen gebaut oder strategische Auto- traßen. Solche Dinge würden nicht hier, sondern in London ausgeknobelt werden, aber England hat bisher nichts unternommen, die Waffen einer orientalischen Macht, die seine Oberhoheit nur ge­zwungen anerkennt, mehr als unbedingt notwendig zu schärfen. Was die englischen militärischen Vorbereitungen in diesen Gegenden des Orients betrifft, so ist außer einer Verstärkung der Luftstreitkräfte und dem Ausbau der m i l i- tärifchen Sicherung des Suezkanals, auch das Dorwärtstreiben der Pläne für den Ausbau von Akaba, dem Hafen der Sinai­halbinsel am Roten Meer, wahrzunehmen. Das Leben geht seinen geregelten Gang und von offi­zieller ägyptischer Seite wird nichts unternommen, das darauf deuten könnte, daß der Nachbar im Süden sich zu einem Kampf auf Leben und Tod rüstet.

Der Schiffsverkehr im Hafen von Part Sudan an der Sudanküste des Roten Meeres hat um ein Vielfaches zugenommen. Man sagt, daß Kriegsgerät und Waffen französi­scher und tschechischer Herkunft über diesen Hafen ihren Weg zur abessinischen Grenze fänden. Aber Gerüchte sind billig im Orient, und es ist schwer zu entscheiden, welchen tatsächlichen Umfang dieser neuzeitliche Handel hat. Hier im Norden Aegyptens merkt man jedenfalls nichts davon.

Wohl aber spürt man die fieberhafte T ä - tigkeit der anderen Partei. Tag für Tag, ' und Nacht für Nacht schwimmen vollbeladene Dampfer mit Truppen, Munition oder Material 1 durch den Suezkanal nach Süden. Am Kanalufer

Bestrebungen vielleicht über d i e Grenzen Abessiniens hinausgingen.

Die Beschlüsse des heutigen Kabinettsrates wür­den vielleicht einen Wendepunkt in der eng­lischen Geschichte bedeuten. Noch vor 8 oder 14 Tagen habe man glauben können, daß Musso­linis Eroberungspläne nicht unbedingt wesentliche politische Interessen Großbritanniens bedrohten, denn abgesehen von den Interessen an den Ge­wässern des Tana-Sees habe England in Abessi­nien nicht viel zu suchen. Aber die ganze Frage erscheine jetzt in einem neuen Licht. Man könne sich nicht länger der Schlußfolgerung ent­ziehen, daß der Duce von einer Erneuerung der ruhmreichen Zeit der Cäsaren träume und gegen das Britische Reich vor­gehen wolle. Die Aeußerungen der Presse Musso­linis bestätigten diesen Eindruck. Italien stelle den Mut Großbritanniens auf die Probe. In ge­wissen ausländischen Kreisen glaube man anschei­nend, das Britische Reich warte nur darauf, von anderen Rassen zerstückelt zu werden. Wenn Groß­britannien für eine kurze Zeit den Frieden e r - kaufe, würde es damit nurr äuberisch e" Bestrebungen ermutigen, die später un­geheure Schwierigkeiten verursachen würden. Das britische Kabinett' habe heute zwischen zwei Wegen zu wählen. Die Nation werde sicher geschlossen hint r einer Entscheidung stehen, die kei­nem wirklichen ^rieben den Vorzug vor einem Scheinfrieden gäbe.

London, 22. Aug. (DNB. Funkspr.)Times" zufolge wird angenommen, daß das britische Kabi­nett heute den ganzen Tag beraten werde Entweder Donnerstagnachmtttag oder Freitaqmorqen dürfte eine Entscheidung über die Frage der Aufhebung des Verbotes der Munitionsausfuhr und über bte Politik der Regierung bei der Dölkerbundsrats- t a q u n g am 4. September getroffen werden.

Times" meint, däß es sich weniger um einen Streit zwischen zwei Ländern, sondern zwischen zwei Methoden handele, nämlich der Mechode, Krieg als Werkzeug der nationalen Politik zu gebrauchen und der Methode, inter­nationale Streitigkeiten durch Schiedsge­richt, diplomatische Verhandlungen und inter­nationale Konferenz zu schlichten. Die britische Öffentlichkeit empfinde instinktiv, daß das bereits verminderte Ansehen des Völkerbundes völlig verschwinden würde, wenn es bet dieser Ge­legenheit nicht aufrechterhalten werden könne. Das Blatt führt dann fort:Die britische Regierung und das britische Volk müssen der Frage gegenuber- treten, welche Sanktionen sie bereit stno auszuführen, wenn der Völkerbundsrat am 4. September oder später entscheidet, daß Italien eine Angriffshandlung begangen habe. Es kann kaum bezweifelt werden, daß die anderen Mitglieder des Völkerbundes einem kraftvollen Vorgehen Groß­britanniens in Genf folgen würden.

Times" glaubt, Mussolini hatte nut Zustimmung Abessiniens Zugeständnisse erhalten kön­ne n, die in früheren Zetten nur selten ohne Krieg gemacht worden seien. Nebenbei bemerkt, wurde der Völkerbund, der die Vereinbarung sicher bestätigt hätte, bewiesen haben, daß er imstande sei Aen- derungen zu fördern und nicht lediglich die auaenblicklichenZustände unverändertzu erhalten. Der italienische Diktator habe die Vorschläge unverzüg­lich v e r w o r f e n und den Völkerbund heraus- gef ordert. Der Völkerbund habe jetzt zu be­weisen, daß er sich nicht vor Mussolini fürchte Er werde es tun, wenn Großbri­tannien die Führung übernehme und auf der Genfer Zusammenkunft entschiedene Vorschläge mache. . , .

Times" seht dann auseinander, daß eine restlose Anwendung des A r t i k e l s 1 6 der Bölkerbundsfahung gegenwärtig unmöglich fei, da sie beinahe sicher Krieg bedeuten würde, und es wünschenswert sei, eine Ausdeh­nung des Kriegsgebietes zu vermeiden. Ande- terfeite gebe es passive o et einge- schrankte Sanktionen, die ohne ernste Störung der internationalen politischen Be-

Die französische Politik in peinlichem Zwiespalt

Paris bemüht sich um Lokalisierung des Krieges

England vor der Entscheidung.

Die heutige Kabinettssitzung wird Englands politische Linie im Abessinienkonflikt fesllegen.

macht nicht mehr ft art genug sei, um die seit Kriegsende gepredigte Politik auf internationa­lem Gebiet durchzufetzen. DerPetit Parisien" glaubt, daß nicht nur in den politisch einflußreichen Kreisen Englands, sondern auch in der Regierung selbst die Ansichten über die Anwendung von Sanktionen gegenüber Italien geteilt seien Die öffentliche Meinung wünsche auf jeden Fall ein Handeln, das dem Geiste des Völkerbundes entspreche.

Verstärkung der britischen Sesandt- schastswache in Addis Abeba.

London, 22. August (DNB. Funkspruch). Wie Daily Telegraph" aus Colombo meldet, wird die britische Gesandtschaftswache in Addis Abeba durch Entsendung von 15 0 Mann eines Punschab-Regiments mit zahlreichen Ma­schinengewehren und reichlichen Vorräten jeder Art verstärkt. Gegenwärtig befinden sich in Addis Abeba 50 indische Soldaten als Gesandtschaftswache. Der Kaiser von Abessinien drückte in einem Interview mit dem Sondervertreter desDaily Telegraph" seine große Sorge über den Mangel an Waf - fen und Munition aus und bezeichnete das britische Ausfuhrverbot alsunerklärlich". Er sagte ferner, wenn alle Friedensbemühungen fehlfchlagen sollten, vertraue er darauf, daß feine Armee den Sieg von Adua erneuern werde.

Amerikanische Medikamemte für Abessinien

Paris, 22. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die ame­rikanische JachtTrenora" ist unterwegs mit Medi­kamenten für Abessinien. Leiter des Unternehmens ist der Archäologe Graf Byron de Prorok, der im vergangenen Jahr an der Spitze einer For­schungsgesellschaft Abessinien bereist hat. In den Vereinigten Staaten hat Gras Byron de Prorok einen Werbefeldzug für die Versorgung Abes­siniens mit Medikamenten im Kriegsfälle durchge­führt. Unter dem Schutz des Roten Kreuzes bringt die Jacht nunmehr für eine Million Franken Me­dikamente, Operationsgeräte, Verbandszeug und Gasschutzmittel nach Abessinien.

London, 22. Aug. (DNB. Funkspruch.) lieber die Stimmung in Paris berichtet der dortigeTi- mes"-Korrespondent, in dem Augenblick, wo die ersten Schüsle in Abessinien fallen würden, werde Frankreich sich in einem peinlichen Zwie­spalt befinden. Mussolini werde damit Völker­bundssatzung und Kelloggpakt verletzen und Frank­reich sei fraglos zu deren Schutz verpflichtet. Ande­rerseits sei das französische Außenministerium über­zeugt, daß kein Ausweg gefunden werden könne, wenn irgend etwas gesagt oder getan werde, was die italienische Aufregung noch vergrößern und es Mussolini unmöglich machen würde, seine Haltung ohne Demütigung zu mäßi­gen. Die französische Regierung werde sich bemühen, den Streit soweit wie möglich einzuschrän­ken und fein Uebergreif en auf Europa i ii verhindern. Wenn es zum Kampf komme, dann hofften die Franzosen, daß er kurz und nicht zu kostspielig fein werde. Sie glaubten, daß er viel­leicht die Form einer schnellen Besetzung außen­liegender Bezirke und Stützpunkte annehmen werde, die wahrscheinlich nicht mit großen Streitkräften verteidigt werden würden.

In den Vorbetrachtungen der Pariser Morgen­presse zur heutigen Sitzung des englischen Kabinetts kommt deutlich das Bestreben zum Ausdruck, Eng­land die Verantwortung für den weiteren Verlauf der Dinge zuzufchieben.Echo de Pans" hält es für wahrscheinlich, daß England das Waffenausfuhrverbot nach Abessinien aufheben werde. Die Engländer erblickten in der Aufhebung des Verbotes einen A k t der Gerech­tigkeit, weil man Abessinien erlauben müsse, sich zu verteidigen: die Italiner aber sähen darin einen Akt d e r Feindseligkeit. So bedauer­lich also die Rückwirkungen eines solchen Beschlus­ses auch sein würden, sei dieser doch nur von un­tergeordneter Bedeutung gegenüber Englands Hal­tung auf der nächsten Völkerbundsratstagung. Eng­land könne zwar den Suez-Kanal schlie­ßen, aber das würde von Italien als Kriegs- gründ aufgefaßt werden.

Oeuvre" behauptet, bte militärischen Leiter Eng­lands wüßten, daß Englands Flotten- und Militär-

Hochbetrieb in derDownmgstreet

London, 21. Aug. (DNB.) Seit den Tagen der Finanz- und Währungskrise im Jahre 1931 hat in der Downingstreet kein so reges Treiben ge­herrscht wie am Mittwoch. Immer wieder sammel­ten sich größere M e n s ch e n m a s s e n an, um die Minister und Diplomaten, die ständig vom Haus Nr. 10, der Wohnung des Ministerpräsiden­ten, zum Foreign Office hinüberwechselten, zu be­obachten. Am Eingang hatten zahlreiche Pho­tographen Aufstellung genommen, und auch die Vertreter fast sämtlicher führenden in- und ausländischen Zeitungen hatten sich eingefunden. Allerdings wurden die Erwartungen der Zeitungs­vertreter, Einzelheiten über den bisherigen Ver­lauf der Besprechungen zu erfahren, durchweg enttäuscht; denn sämtliche Minister und Diplo­maten hüllten sich entweder in undurchdring­liches Schweigen oder gaben nichtssa­gende Antworten. An einer Sitzung des Auswärtigen Ausschusses der Regierung, die Mitt­woch abend unter dem Vorsitz Baldwins statt­fand, nahmen Wirtschaftsminister R u n c i m a n , Lordpräsident des Geheimen Rates Macdonald, der Schatzkanzler Neville Chamberlain, Innenminister Sir John Simon, Außenminister Sir Samuel Hoare und Dölkerbundsminister Eden teil.

Wie Reuter berichtet, wird dem Auswärtigen Aus­schuß des Kabinetts in der Kabinettssitzung eine Politik empfohlen, die darauf hinauskomme, daß die britische Regierung f e ft z u ihren Verpflich­tungen aus der Völkerbundssatzung stehen werde. Dieser Beschluß bedeute, falls der Völkerbundsrat eine entsprechende Entscheidung treffen sollte, die Anwendung von Sanktio­nen gegen Italien. Man nimmt an, daß Frankreich dieser Haltung wohlwollend gegenüberstehe. Die Besprechungen, die Str Sa­muel Hoare am Mittwoch mit den Führern ver­schiedener Parteien, Gruppen oder Bewegungen hatte, waren dazu bestimmt, sie von den allgemei­nen Richtlinien der Politik zu verständigen und die Ansichten maßgebender Mitglieder des Parlaments einzuholen. Diese Besprechungen bedeuten eine Neuerung, aus der geschlossen wird, daß die Re­gierung eine vorzeitige (Einberufung bes Parlaments gegenwärtig nicht in Erwägung

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