2919, wenden.
31 Fortsetzung.
Nachdruck verboten!
[en.
uic u tauen -JJ teils g — dann quatschen sie sick der aber sie sind empfind- «,
Die deutsche flrbcicofronr N.S.-6emkinschaft „Kraft durch frcuöc"
„Zum Kuckuck mit diesen zarten Rücksichten auf Stimmungen und so! Entweder die beiden Menschen gehören zu sammen - '
aus, und damit basta! Oder aber sie sind empfindlich wie kleine Pensionsfräuleins — dann ist's besser ste trennen sich für immer. Mir ist die Sache zu dumm. Ihr rennt beide herum wie gescheuchte Hühner und verderbt einem die ganze Erholung. Wenn bls heute nachmittag keine Nachricht von Dietrich kommt, nehme ich die Geschichte in die Hand. Punktum!"
Winzerfest
am 31. August, 1. und 2. September ln der Gießener Volkshalle.
An diesen Tagen findet das diesjährige Winzerfest statt, das voriges Jahr so großen Beifall gefunden hat. Dieses Jahr ist noch der Montag hinzugenommen worden, um dem Fest den richtigen Aus- klang zu geben. Namhafte Künstler werden für Stimmung und Unterhaltung sorgen.
Der Reichswettkamps der GA.
im Bereich der GA.-Gtandarte 116 geht zu Ende
Fahrpreis beträgt einschl. Mittagessen 5,50 Mark. Anmeldeschluß 1. September.
Bunter Abend Willy Reichert
am 24. August in der Volkshalle zu Gießen.
Für den Bunten Abend mit Willy Reichert in der Volkshalle sind Karten im Vorverkauf zu haben bei Oberhessische Tageszeitung, Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg; Musikhaus Challier; Ortsgruppe der NSDAP. Gießen-Nord, Walltorstraße; Kreisdienststelle der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18 II, Zimmer 8; olle Geschäftsstellen der DAF.-Ortsgruppen.
Laienspielschar.
Zur Vervollständigunb unserer neu aufgestellten Laienfpielschar suchen mir noch drei bis vier Herren (1 Klavier- und Geigenspieler), sowie noch zwei bis drei Damen. Personen, die dafür Interesse haben, wollen sich umgehend auf der Geschäftsstelle der NS.- Gemeinschaft ,Lraft durch Freude", Schanzenstr. 18, melden.
Wir sanden zueinander
Vornan von Klothilde v. Stegmann.
Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.)
----- t— Berlin zurückgekehrt. Täglich fragte er dort nach, ob irgendeine Spur des Verbrechers gefunden worden sei.
das große Werk des Führers zu zerstören suchen. Aber sie finden uns gewappnet. Der Führer muß sich auf seine SA. verlassen können, darum müssen wir an uns weiterarbeiten, bis wir so werden, wie uns der Führer zur Durchführung und Vollendung seines Aufbauwerkes braucht. Die Kampfzeit war schwer, die schwerste Aufgabe steht uns aber noch bevor.
Unser Kampf gilt denen, die schon vergessen haben, wer das Drille Reich schuf. Durch die Tat wollen wir beweisen, was die $21. zu leisten vermag. Durch die Tal und unerschütterliche Treue zum Führer wollen wir beweisen, daß die S2L wirkliche Trägerin des Dritten Reiches ist.
SA.-Mann sein, heißt Kämpfer fein. Kämpfer für das Werk unseres Führers, Kämpfer für Deutschland!
An die Einsatzübungen schlossen sich
die Propagandafahrten
an. Auf mit Schriftbändern versehenen Lastwagen fuhren die SA.-Männer, alte Kampflieder singend, durch die Straßen der Städte und Dörfer. Kernige Sprechchöre mahnten Spießer und immer noch abseits Stehende, daß die SA. fest entschlossen ist, heute, morgen und immer an die ihr vom Führer gestellten Aufgaben heranzugehen und sich
für Führer und Vaterland
einzusetzen. Nur ein starkes, mutiges Volk, das bereit ist, für seine Freiheit einzutreten, setzt sich in der Geschichte durch. Ein schwaches, feiges Volk geht dagegen immer zugrunde.
Seit Wochen wetteifern die Stürme der SA.- Standarte 116 um die besten Leistungen. Mit Fleiß, Eifer und Begeisterung haben sie sich den einzelnen, mitunter recht schweren Prüfungen unterzogen. Galt es doch, in diesem vom Führer befohlenen Wettkampf unter Beweis zu stellen, daß auch
die jungen SA.-Männer, die die Kampfzeit nicht mitgemacht haben, Kämpfer sind.
Am gestrigen Sonntag fanden im Bereich des Sturmbannes III/116 unter- Führung von Obersturmbannführer Bender (Hungen), in Anwesenheit von Brigadeführer Schmidt (Bad- Nauheim) und Standartenführer Lutter (Gießen), die Einsatzübungen und Propagandafahrten statt. Die Aufgaben, die den Stürmen 9/116 (Gro- ßen-Buseck), 10/116 (Steinbach) und 32/116 (Lich) als Einsatzübungen aestellt wurden, sind im allgemeinen gut und rasch gelöst worden und haben bewiesen, daß der Ausbildungsgrad auch hier einen hohen Stand erreicht hat.
Standartenführer Lutter
sprach am Schluß der Hebung zu den SA.-Kame- raden und führte u. a. folgendes aus: SA.-Kame- raden! Wir stehen am Ende des vom Führer befohlenen Reichswettkampfes. Der Reichswettkampf ist befohlen worden, um festzustellen, wieweit die SA. ihren Aufgaben gewachsen ist und ob die junge SA. genau denselben Kampfgeist hat, wie die alte.
Wir haben das Drille Reich errungen und lassen es uns nicht mehr aus der Hand nehmen.
Ihr wißt, daß Männer an der Arbeit sind, die
Strafe erhalten. Beim nächsten Mal sind sie rechtzeitig herabgesprungen, aber die Wärme des Lagers verrät ihr Verbrechen; einige Hiebe sind die Folge. Beim dritten Male überrascht sie ihr Herr, wie sie auf dem Sofa stehen und die verräterische Wärme wegpusten.
Das ist ein herzerfreuender Humor, um dessen- willen man schon einige schlechtere Geschichten in den Kauf nehmen kann.
Wütend ging er davon und ließ Karla auf ihrem Liegestuhl am See allein, um Doktor ßanggiffer aufzusuchen. Der machte gerade seinen vormittäglichen Rundgang bei den Patienten. Hauptmann Weckenroth sah ihn auf der Terrasse stehen. Ein Depeschenbote stand vor ihm. Langisser nahm das Telegramm, öffnete es. Sein Gesicht wurde sehr ernst. Dann kam er rasch auf seinen Schwiegervater zu.
„Nachricht von Dietrich, Papa!"
~ und? Du siehst ja so erschrocken aus! Etwas Schlimmes?"
„Dietrich Veltheim liegt schwer verwundet im Krankenhaus in Goldau?
„Verwundet?"
„Ja, Schuß durch Heberfall, telegraphiert der Chefarzt."
Hauptmann Weckenroth war sehr erschrocken. Was konnte da nur passiert sein.
'M njert)e sofort hinfahren", entschied Lang- 60!er. „Kollege Buergli wird mich gern vertreten."
„34) komme mit", erklärte Weckenroth, „es läßt mir ,a hier keine Ruhe."
„Schön, Vater. Unb nun muß ich Karla langsam vorbereiten."
®Qr furchtbar erschrocken, als ihr Verlobter ihr die Nachricht dachte. Man beschloß, zu dreie« nach Goldau zu fahren, um nach Dietrich zu sehen. Doktor Langgisser erledigte nur das Nötigste, traf Ne önngenbften Anordnungen. Eine halbe Stunde Pa*ermU^ren die drei Menschen bereits im Auto Dem Gotthard zu. Sie sprachen bei der Fahrt faum ein Wort. Sie machten nur Rast, wenn es unbedingt nötig wat, um Benzin nachzufüllen.
Dann zwang Doktor Langgisser Karla einen Bissen zu genießen, etwas Warmes zu trinken.
„Du mußt Kräfte behalten, mein Liebes. Du kannst nicht wissen, wie du für Marlen und Dietrich jetzt nötig bist."
Im Krankenhaus zu Goldau ließen sich die drei sofort bei dem Chefarzt melden. Der kam ihnen lebhaft entgegen.
„Aya, Kollege Langgisser! Von Veröffentlichungen in der Fachpresse kenne ich Sie ja schon. Ich freue mich, Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen. Bitte, kommen Sie herein, damit ich Ihnen alles Nähere erzählen kann."
Langgisser machte den Kollegen mit Karla und Hauptmann Weckenroth bekannt.
Auf Karlas angstvolle Frage, wie es Dem Patienten ginge, meinte der Chefarzt beruhigend:
„Ganz gut, mein gnädiges Fräulein! War Gott sei Dank nur ein Streifschuß durch Den Arm. Ernster war Die Gehirnerschütterung bei Dem widerwärtigen Fall aus Dem Wagen. Aber auch da scheinen wir über Den Berg zu fein. Der Kranke ist ja noch etwas matt, aber bei vollem Bewußtsein. Wir haben nur telegraphiert, weil er so DringenD danach verlangte. Einen Augenblick!" Er klingelte. Eine Schwester erschien.
„Schwester Mathilde, sehen Sie, bitte, auf Station C, ob Der Patient von Zimmer 21 schläft, ober ob ich mit biesen Herrschaften hier herüber« kommen kann."
Ein Sprung — er war oben auf dem Trittbrett Des Wagens, dem Manne an der Gurgel. Der hatte diesen Heberfall nicht erwartet, er stürzte mit einem röchelnden Aufschrei hintenüber.
„Schurke", sagte Dietrich Veltheim wild zwischen zusammengebissenen Zähnen, „hab ich dich — du —"
Er konnte nicht weitersprechen. Der andere, der noch am Wagen stand, hatte einen Augenblick völlig überrascht und schreckaelähmt dagestanden. Jetzt griff er in Die Tasche des Automantels, es blitzte stählern auf im Licht der Lampen; ein Knall, ein Feuerschein — mit einem Aufschrei fturzte Dietrich Veltheim, von einer Kugel getroffen, rücklings aus dem Auto auf Den Boden.
„Damned", fluchte Der im Wagen, „was hast du gemacht?"
Der andere kurbelte noch einmal an, rannte um das Auto herum.
„Los Bill. — fort, ehe sie uns auf Den Fersen fmD. Wenn sie Den Schuß gehört haben, ist es aus!"
Er sprang in Den Fond, gab Gas — Der Wagen fetzte sich m Bewegung, raste zum Tor hinaus. Da — ein furchtbarer Stoß, ein Aufschrei, ein Krachen. In der Angst Der Flucht hatten Die beiden Verbrecher Die Kurve nicht richtig genommen — Der Wagen war gegen Den steinernen Pfeiler Der Torausfahrt gerannt. Da rourDe es auch schon im Wirtshause lebenDig. Männer rannten heraus. Der hört D°ran — man ^tte Den Pistolenschuß ge=
Em entsetzliches BilD bot sich ihnen. In einer Blutlache quer vor ihren Füßen, lag bewußtlos Der fremde Herr. In Der Toreinfahrt aber, in das zertrümmerte Auto eingeklemmt, schwer verletzt und wimmernd die beiden Gäste.
In einem kleinen bescheidenen Hotelzimmer in Der Nahe des Lehrter Bahnhofs saß Georg Korda Marlen gegenüber. Sein blasses, übernächtiges Ge- sicht zeigte den Ausdruck äußerster Verzweiflung. Auch Marlen sah elend und abgespannt aus. Dunkle Schatten lagen um ihre Augen, und die gesunde Bräune, die Sonne und Gartenarbeit ihr gegeben, war gewichen. Durchsichtig zart waren ihre Züge in diesen Wochen Der Not geworden, Der äußeren Not Durch Den Schicksalsschlag, Der ihren BruDer getroffen. Unb Der inneren eigenen Not, von Der niemand etwas wußte.
Sie hatte nicht einmal Karla von Dieser furchtbaren StunDe schreiben können, in Der Dietrich lhr gegenüber geftanben wie Der bitterste Feind. Sie hatte geschwiegen unb war ganz verstummt. Dann kam bas Hnalück mit Georg — unb nun fand sie vollends weder Kraft noch Zeit, zu Karla zu sprechen.
Die Ereignisse überstürzten sich. Da sie sich ge- m?Loren h^te, keinen Pfennig mehr von Dietrichs Geld zu nehmen, blieb ihr nichts übrig, als iyr kleines Blumenparadies zu verkaufen. Denn Georg hatte für seine Versuche sehr viel Geld gebraucht, und sie hatte dafür gebürgt, immer in der Erwar-
„Wieder nichts!" Er setzte sich müde Marlen gegenüber. „Wir werden ihn niemals finden — er wird vielleicht schon längst irgendwo in Amerika untergetaucht sein und hat meine Entdeckung als seine eigene verkauft. Marlen, wenn ich denke, wieviel Arbeit, Verzweiflung, wieviel schlaflose Nächte an dieser Sache hängen — wie glücklich ich war, als ich sah, ich bin auf Dem rechten Wege. UnD nun nichts, nichts — betrogen um Die Früchte meiner Arbeit. Unb nicht nur ich, auch Die Heimat ist Darum betrogen — Marlen, ich könnte wahnsinnig darüber werden."
Marlen zitterte das Herz in Milleid um Den Bruder.
„Georg, Du mußt nicht so verzweifelt fein. Viel- Ieid)t fängt man Die Schurken Doch noch."
„Und wenn man sie nicht fängt, Marlen? Selbst wenn ich Die Versuche noch einmal machte, wenn id) alles hier noch einmal nachwiese — ich würde ja niemals das Geld für die Ausbeutung in großem Umfange in Deutschland bekommen. Soviel Gelb hättest bu ja auch nicht, Marlen."
Gut, daß Georg jetzt nicht aufsah — Die völlige Verzweiflung in ihren Augen wäre ihm nicht entgangen. Er wußte ja immer noch nicht, woher ihr GelD stammte. Jetzt aber, wenn er neue Mittel von ihr fordern sollte, hätte sie es ihm ja Dod) sagen müssen. Das aber hätte ihn noch tiefer nlebergebrürft. Sie mußte ihn schonen, solange es ging, obwohl sie selbst nicht wußte, was aus ihr werben sollte. Aber es war ja nur noch eine (Sa^enfnft. Draußen ihr Grunb unb Hoben wurde morgen bereits verkauft. Bis jetzt war Georg noch nicht draußen gewesen. Er hatte ja den ganzen Tag mit Den Versuchen verbracht, den Betrügern auf Die Spur zu kommen. Wenn er aber fjerausfam bann mußte sie ihm klaren Wein einschenken. Unb bann? Ach — Daran mochte sie noch gar nicht denken.
denn ihre Uebertreibungen enthalten gleichzeitig eine köstliche Satire auf die öde Renommisterei, die sich noch heute unter geistlosen Gesellen nach jedem Landtage breit macht.
Einen ganz anderen Charakter trägt die Tiersage „Reineke de Vos". Mancher wird vielleicht Bedenken tragen, sie mit dem Jägerlatein in Verbindung ji* bringen. Dem sei entgegengehalten, daß die einzelnen Vorfälle, die abenteuerlichen Händel des Fuchses mit dem Wolf, dem Bären, dem Kater, Dem Hündlein Wackerlos, echte Schnurren sind, wie sie auch heute noch in manchen Jägerkreisen entstehen und mit Behagen ausgesponnen werden. Daß der Mensch darin fast gar keine Rolle spielt, ist eher ein Vorzug als ein Mangel, und aus der reinen Naivität des Zeitalters erklärlich, in dem die Geschichten entstanden sind. Man kann also das Tierepos „Reineke de Vos" als eine abgeklärte, ja als die idealste Form des Jägerlateins betrachten. Dutzende von Schnurren gibt es, in denen die Schlauheit des Fuchses verherrlicht wird.
Das ist ein Jägerlatein der gefährlichsten Art, denn es verleiht dem Tier geistige Fähigkeiten, die es nie besessen hat und nie besitzen wird. Was ist denn nun Jägerlatein eigentlich? Ja, das ist schwer zu sagen. Die niedrigste Form stellt das bekannte Renommieren mit erschwindelten Jagderfolgen dar, das dem Sprichwort „Er lügt in seine eigene Tasche" das Leben gegeben hat. Da sitzt nach der Jagd eine fröhliche Tafelrunde beisammen. Grau- bärtige, würdige Herren erzählen ernsthaft wunderbare Erlebnisse, wie sie unvermutet auf ein seltenes Wild gestoßen sind, und es durch schnelles Handeln und glücklichen Schuß zur Strecke gebracht haben. Dem Erzähler wird lauter Beifall gespendet. Niemand wagt einen Zweifel an der Richtigkeit zu äußern, denn jeder hat eine Geschichte ähnlichen Kalibers auf der Pfanne, jeder brennt begierig Darauf, loszuschießen.
Ist es nicht erklärlich, Daß sich in Den jüngeren WeiDgenossen Der GeDanke regt, sie könnten ihr durch schlechtes Schießen gesunkenes Ansehen durch ebenso abenteuerliche Geschichten wieder heben? In Den meisten Fällen machen sie Dabei Die traurige Erfahrung, Daß Die Graubärte Das Jägerlatein als eine Art von Vorrecht für sich allein in Anspruch nehmen unD Prahlen bei jüngeren Leuten durchaus nicht dulden. Etwas höher im Range stehen die Geschichten, Die Den rounDerbaren Hunden Des Münchhausen ihr Dasein verdanken. Der eine stand bekanntlich vor einem Volk Rebhühner fo lange, bis er verhungerte und zum Skelett eintrocknete, der andere erwies bei Der Verfolgung eines Hasen solche AusDauer, Daß er sich Die Beine ablief unD vom WindhunD zum Teckel wurde. UnD genau so, wie schwache Eltern in ihrem KinD ein Ausbund von Klugheit erblicken, verfällt mancher Jäger in Den Fehler, in seinem HunD ein Musterexemplar zu entDeden. Bewegt sich Das Gespräch noch in Der Gegenwart, also um Die Köter, Die schnarchenD unter Dem Tisch liegen, bann ist es noch erträglich, Denn es sucht nur Die am Tage begangenen Fehler Der vierbeinigen Gehilfen zu beschönigen. Sowie aber jemanD beginnt: „Ich besaß einmal einen Hund ..." bann tut man am besten Davonzuschleichen, Denn nun regnet's Hunde- geschichten.
InDessen finDen sich Doch manche Weizenkörnlein unter Der vielen Spreu; sie roerDen ausgenommen unb manbern von Munb zu Munb weiter, bis sie schließlich in einer Iägerzeitung ober einem Witzblatt bas Licht ber Öffentlichkeit erblicken. Dazu kann man bie reizenbe Geschichte von ben beiben Dackeln rechnen. Die von ihrem Herrn auf bem Sofa schlafenb angetroffen werben unb bafür ihre
Während Die Schwester davoneilte, gab der Chefarzt Den atemlos Zuhörenden eine genaue Schilderung Der Dinge.
„Wo diese Betrüger fmD gefangen?" fragte Karla atemlos. „Wieso ftanD Das nur nicht in Den Zeitungen?"
„Weil Die Polizei sich erst mit Den Deutschen Behörden in Verbindung setzen unb feststellen wollte, ob nicht noch andere Menschen an diesem Betrug beteiligt wären. Es hätte ja immerhin sein fön- nen, daß die Verbrecher Komplicen gehabt hätten. Man mußte aber alle mit einem Schlag haben, bic °ffenbar ungeheuer wichtige wissen- schaftliche Entdeckung aus ihren Händen retten."
Sehr bewegt sagte Doktor Langgisser:
„So hat also Dietrich Veltheim durch fein ent- schlossenes Zufassen Die Arbeit Georg Kordas ge- rettet. ”
Der Chefarzt nickte.
„Jawohl! Ohne ihn wären die Halunken bestimmt über die Grenze und irgendwo mit falschem Paß auf einem Schiff entkommen."
Karla und ihr Verlobter sahen sich freudestrahlend an. Mit dieser Tat hatte Dietrich seine Schuld gegen Marlen abgetragen!, dachten sie gleichzeitig.
Und Dann sahen sie Dietrich, bleich, mit verbun- oenem Arm. Aber mit klaren Augen schaute er öen Freunden entgegen. Seine Freude, sie wieder- zusehen, war rührend.
„Nur nicht zu viel sprechen," mahnte der Chefarzt, der sie hierher begleitet hatte, „wir müssen uns noch schonen."
_."Nur bas Nötigste, Herr Professor", meinte rietrid). Dann erzählte er in kurzen Worten noch einmal, was ihm seit seiner Abreise von Locarno zugestoßen war, und schloß:
„Das Schlimmste ist, daß ich hier untätig liege und nichts für Marlen unternehmen kann."
w t Fortsetzung folgtl)
Allmählich wurde es Georg Korda klar, daß er einem Betrüger in die Hände gefallen. Die Hamburger Polizei versuchte nun, in Hamburg Nachforschungen anzustellen, aber ber Verbrecher hatte sich anscheinend wohl gehütet, Hamburg zu berühren. Niemand wußte, wohin er sich gewandt hatte. Nun waren schon viele Tage oergangt ®eorg war eben wieder vom Polizeipräsidium Bi
24. Kapitel.
Karla und ihr Verlobter warteten in immer steigender Hnruhe auf eine Nachricht von Dietrich. Sie hatten sich ausgerechnet, wann er bei Marlen sein konnte. Er hatte ihnen ja versprochen, sofort ein Telegramm zu schicken oder sie telephonisch anzurufen, um ihnen Die glückliche Mitteilung seiner Versöhnung mit Marlen zu machen.
Karla zweifelte keinen Augenblick Daran, daß Marlen Dietrich verzeihen würde. Aber als ein Tag nach dem andern verging unb alles stumm blieb, würbe sie doch ängstlich. Am liebsten hätte sie selbst Marlen telegraphiert, doch Doktor Langgisser hielt sie davon zurück.
Wir können nicht wissen, Liebes, wieweit Die Dinge zwischen Veltheim und Marlen gediehen sind. Wenn wir da vor Der Zeit mit einer Frage hereinplatzen, schaden wir mehr, als Daß wir nützen."
Karla sah wohl ein: Werner Langgisser hatte recht. Aber es wurde schwer, zu warten. Aber am allerungeduldigsten war Hauptmann Weckrn- roth.
Reichssporlabzeichen.
Für Frauen und Männer gemeinsam^ Hniversitätssportplatz, Am Kugelberg: Donners« tags von 18.30—20.30 Hhr.
Die Prüfung für Das Sportabzeichen ist anT Donnerstag, Den 22. August 1935.
Leichtathletik.
Leichtathletik fällt am 24. unD 31. August aus^ Schwimmen.
Für Frauen unD Männer gemeinsam.
Gießen. VolksbaD: Mittwochs von 20—22 Hhr.
Wetzlar. Wetzlarer HallenbaD: Dienstags von 19.30—20.40 Hhr, Dienstags von 20.45—21.45 Hhr. (Nur für Frauen): Mittwochs von 20—21 Uhr, (Nur für Männer): Mittwochs von 21—22 Hyr.
Tennis.
Stäbtische Tennisplätze am Schützenhaus: Montags von 18—19 Hhr, Montags von 19—20 Uhr, Dienstags von 6.15—7.15 Hhr, Sonntags von 8—9 Uhr, Sonntags von 9—10 Uhr.
NSDAP. — Amt für Dollswohlfahrt.
Ortsgruppe Gießen-Mitte.
Lebensmittetfammlung.
Irn Bereich Der Ortsgruppe Gießen-Mitte tmrb am Mittwoch, 21. August, Die Lebensmittelsammlung durchgeführt. Die Sammlerinnen werden Die erhaltenen Spenden in bie Mit- gliebsfarten vom Lebensmittelopferring quittieren. Wir bitten deshalb Die Hausfrauen, bie Spenden sowohl als die Mitgliedskarten ab Mittwoch, 9 Uhr, bereit zu halten.
Amt für Volkswohlfahrt.
Regelung
des ärztlichen Sonntagsdienstes.
Um den Aerzten, die Tag unb Nacht ben hilfsbedürftigen Volksgenossen zur Verfügung stehen müssen, auch einmal einen freien Sonntag zum Ausruhen zu geben, ist von dem zuständigen Amtsleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands, Be- zirksstelle Gießen, für bie Provinz Oberhessen ein regelmäßiger Sonntagsbienft eingerichtet worden.
Sportkurse »Krast durch Freude".
Fröhliche Gymnastik und Spiele.
Nur für Frauen.
Donnerstags von 20 bis 21 unb 21 bis 22 Hhr, Lyzeum, Dammstraße; Großen-Buseck, Montags von 19.45 bis 20.45 Uhr, Gasthaus Wagner; Lollar, „Zur Linde", Dienstags von 20.30 bis 21.30 Uhr.
Allgemeine Körperschule.
Für Frauen und Männer gemeinsam^
Freitags von 20 bis 21.15 Uhr, Lyzeum, Damm- straße; Dienstags von 19 bis 21 Uhr, Hniversitätssportplatz, Arn Kugelberg; Donnerstags von 16 bis 18 Uhr, Hniversitätssportplatz, Arn Kugelberg.
Reiten.
Für Frauen unb Männer gemeinsam.
Freitags von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Branbplatz; Montags von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz; Dienstags von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz; Mittwochs von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Für Den Mittwochkursus sind noch einige Plätze frei. Interessenten wollen sich umgehend an das Sportamt, Schanzenstraße 18, Sprechstunden von 8 bis 13 Uhr, oder Telephon
Omnibusfahrt an die Ldertalsperre (Waldeck).
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am 25. August eine Omnibusfahrt an bie Edertalsperre (Waldeck). Der Fahrpreis beträgt einschließlich Schiffahrt 4,60 Mark. Anmeldeschluß am Mittwoch, 21. August.
$onderzug an den Rhein am 15. September.
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am Sonntag, 15. September, die letzte Rheinfahrt. Die Fahrt geht ab Gießen mit bem Zug nach Mainz-Kastel, von Mainz-Kastel mit dem Dampfer nach Rübesheim. In Rübesheim wirb den Teilnehmern Gelegenheit geboten zur Besichtigung ber Stabt. Von Rübesheim geht Die Fahrt mit dem Dampfer weiter nach Koblenz. Die Rückfahrt geht ab Koblenz mit dem Sonderzug nach Gießen. Der tung, daß Georg ja bald große Summen durch seine Entdeckung verdienen würde. Und nun war alles vorbei. Die letzten Barmittel hatte sie als Belohnung für bie Ergreifung ber Hochstapler aus» gesetzt.
Was nun aus ihr werden sollte, bas wußte sie nicht. Sie wollte jetzt auch nicht daran denken. Ganz tief wollte sie ihr eigenes Leid in sich ver- senken. Jetzt handelte es sich nur um den Bruder. Der war von Hamburg zurückgekommen, nachdem er von Tag zu Tag auf das Erscheinen seines amerikanischen Geschäftspartners gewartet hatte. Aber weder im Hotel, noch auf der Polizei konnte er etwas von Mister Beyer erfahren. Vergebens hatte er immer wieder im Schiffsbüro ber Hamburg-Amerika-Linie nachgefragt. Ein Mister Beyer war gänzlich unbekannt, auch hatte niemand, ber einen solchen Namen führte, einen Platz auf irgendeinem der Amerika-Schiffe belegt.


