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SchlachtschiffeNelson" undRodney" hatten schon sechs Geschütze von etwas größeren Kaliber. Jetzt aber werden die SchlachtschiffeWarspite" und Malaya" mit acht Luftabwehrgeschützen von großer Tragweite ausgerüstet, deren Feuer einheitlich geleitet sein wird. Auch das Kaliber werde vermutlich herausgesetzt. Jedes dieser Schiffe werden daher künftig im Stande sein 80 bis 100 Brisanzgranaten in der Minute aus ein Ziel in der Luft abzufeuern. Don den Schlachtschiffen, die 1937 auf Stapel gelegt werden würden, werde jedes mit 16 Luftabwehrgeschützen so» wie zahlreichen Maschinengewehren ausgestattet.

Keine Sabotage bei dem Krastwagen- ungtück Schuschniggs.

Wien, 18. Juli. (DNB.> Der Pressedienst der Linzer Sicherheitsdirektion meldet, daß die Unter- luchung des zertrümmerten Kraftwagens, mit dem der Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und seine Gat­tin verunglückten, nunmehr abgeschlossen ist. Als Ergebnis der Untersuchung wird folgendes ver­lautbart:Die festgestellten Beschädigungen, Locke­rungen und Bruchflächen der einzelnen Teile des Wagens weisen alle jene Merkmale auf, welche auf eine Entstehung unmittelbar durch den Unfall schließen lassen. Es wurden weder

Anfetlungen noch Verletzungen gefun­den, die durch fremde Hand entstanden sein könnten. Sabotagehandlungen sind daher als Ursache des Unfalls ausgeschlossen. Ma­terialfehler wurden an dem Wagen trotz sorgfäl­tigster Ueberprüfung nicht gefunden. Kein Teil des Leistungsgestänges weist Merkmale früherer Lockerungen auf. Alle anderen Teile des Wagens lassen keineswegs den Schluß zu, daß ein tech­nischer Mangel den Unfall herbeigeführt habe.

DerUniformbefehl fürdieSA.-Gruppe Berlin-Brandenburg wieder aufgehoben.

Berlin, 18. Juli. (DNB.) Der Führer der SA.- Gruppe Berlin-Brandenburg gibt folgende Anord- nung bekannt: Die Anordnung der Gruppe vom 16. d. M. betreffend ständiges Tragen des Dienstanzuges außerhalb des Beru- f e s wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben. SA.-Männer! Ihr habt EureEinsatzsreudig- keit und Einsatzfähigkeit voll und ganz bewiesen! Die dunklen Gestalten der Drahtzieher und ihre Gefolgsmänner sind Euch be- kannt! Sie werden uns immer bereit finden. D i e SA. wacht! Heil Hitler!

Der Sturm gegen Lavals Notverordnungen. Sine Kraftprobe der Linken? Protestkundgebungen trotz Verbots.

P a r i s, 19. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Obwohl Regierung und Polizei die für Freitagabend beab­sichtigten Kundgebungen gegen die Not- Verordnungen verboten haben, werden in den marxistischen Blättern und in der kommunisti­schenHumanitL" die An ge hörigen der Be­amtenverbände, die Eisenbahner, die Post­angestellten, die Staatsarbeiter, die Lehrer und wei­tere von der Gehaltskürzung betroffene Gruppen, aufgefordert, heute 18.30 Uhr auf dem Opernplatz zu demonstrieren. Der Be­amtenoerband erklärt in einem Aufruf an seine An­hänger:Die Kundgebung findet statt, selbst wenn sie verboten ist".

In den Aufrufen zur Kundgebung, die in gewal­tigen Lettern auf den ersten Seiten der marxistischen Presse veröffentlicht werden, heißt es, daß bei der Kundgebung verletzende Handlungen und Worte gegen die Armee und gegen die Polizei vermieden werden müßten, weil diese ebenfalls unter den Notverordnungen zu lei- den hätten, genau wie die Demonstranten.Nieder mit den Elendsverordnungen", heißt es in einem Aufruf der radikalen linken Presse. Um dieGleich­

heit" der den französischen Bürgern auferlegten Opfer zu charakterisieren, veröffentlicht dieHumanitö" an der Spitze des Blattes in großer Aufmachung fol­gende Berechnung: Ein Einkommen von 90 000 Franken wird mit 192 Franken zusätzlicher Steuern belegt, ein Beamter aber, der 10 100 Franken ver­dient, muß 1010 Franken opfern.

Der Ausschuß für Angleichung der so- zialistischen und der kommunistischen Partei war am Donnerstagabend zusammen- getreten, um zu den Notverordnungen der Regie­rung Stellung zu nehmen. Der Ausschuß hat be­schlossen, die sozialistischen und kommunistischen Or- gamijationen und sonstigen Linksgruppen und Ge- werkschaftsverbände zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Notverordnungen zusam­menzuführen. Die Stadträte sollen aufgefordert wer­den, Protestkundgebungen gegen die Verordnungen zu organisieren. Der Generalrat der Seine und die Generalräte der Provinz sollen nach dem Willen des Ausschusses ebenfalls ein­berufen werden, um die Rückwirkungen der Ver­ordnungen auf die Gemeindefinanzen zu prüfen, und um die Abwehr zu organisieren.

Wie sieht es in der Wirtschaft aus?

Das Arbeitseinkommen des deutschen Volkes ist nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtes im 1. Vierteljahr 1935 auf 7645 Mil­lionen Mark gestiegen. Es hatte im 1. Vierteljahr 1935, also am Höhepunkt der deutschen Wirtschafts­krise, nur noch 6080 Millionen Mark betragen. Bis zum 1. Vierteljahr 1934 war dann bereits eine Steigerung um 701 Millionen Mark erfolgt. Im letzten Jahre hat sich der Zuwachs auf 860 Millionen Mark erhöht. Insgesamt ist also das Arbeitseinkommen nunmehr bereits wieder um 25 v. H. gestiegen. Im Vergleich zu dem vergangenen Vierteljahr brachte das 1. Quartal 1935 eine kleine Verminderung des Gesamtarbeitseinkommens (um etwa 45 Millionen Mark), die aber lediglich sai­sonmäßig gegründet ist. Das schnelle Wiederan­steigen des aus der Arbeit stammenden Volks­einkommens in den letzten zwei Jahren beweist aufs deutlichste, wie erfolgreich der von der Re.ichs- regierung zielbewußt in Angriff genommene Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise ge­wesen ist.

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Im Auslande ist die Arbeitslosigkeit noch keineswegs auf der ganzen Linie zurückge- drängt worden. Und auch dort, wo mit Hilfe von Währungsabwertungen oder anderen Eingriffen eine Belebung der Wirtschaft erreichte wurde, ist diese bedeutend geringer als in Deutschland. Aus einer von dem internationalen Arbettsdienst zu­sammengestellten Uebersicht geht hervor, daß sich zwar in den meisten Ländern die Wirtschaftslage ein wenig gebessert hat, daß aber andererseits auch die Zahl der Länder, in denen in letzter Zeit so­gar ein weiteres Ansteigen der Arbeits­losigkeit eintrat, keineswegs klein ist. Ge­nannt werden hier insbesondere Frankreich, Spa­nien, die Niederlande, Polen, die Schweiz, Irland und Bulgarien. Auch bezüglich der Entwicklung der Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten, in der Tschechoslowakei und in Oesterreich ist die Beurteilung nicht klar und eindeutig. Dagegen war in England die Zahl der bei den Ar­beitsämtern gemeldeten Arbeitslosen im Monat Juni d. I. um rund 46000 niedriger als im gleichen Monat des Vorjahres, in Italien um 186 000, in Deutschland aber u m 640 000. Auch diese Uebersicht beweist klar, daß der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in Deutschland nach wie vor weitaus am erfolgreichsten geführt wird.

Die deutsche Außenhandels st ati st ik zeigt im Monat Juni eine ausgeglichene Bilanz. Im ersten Halbjahr 1935 ergab sich freilich noch immer ein Einfuhrüberschuß von 165 Millionen Mark. Aber die deutsche Außenhandelspolitik ist dem Ziele, Ausfuhr und Einfuhr ins Gleichgewicht zu bringen, doch schon recht nahe gekommen. Vor allem geht aus dieser Statistik auch hervor, daß der mengenmäßige Rückgang der deutschen Ausfuhr zum Stillstand gebracht werden konnte. Das deutsche Export­volumen war im ersten Halbjahr 1935 sogar ein wenig höher als im gleichen Zeitabschnitt des Vor­jahres. In manchen Industriezweigen ist in letzter Zeit eine den Durchschnitt weit übersteigende Be­lebung des Auslandgeschäftes festgestellt worden. Zu ihnen gehört u. a. die Automobilindustrie. Der E x - port deutscher Personenkraftwagen wird für die ersten fünf Monate des Jahres 1935 auf 8749 angegeben, während in der gleichen Zeit des Vorjahres nur 4278 deutsche Personenautos ausgeführt wurden. Ebenso ist der Export deutscher Lastwagen von 998 auf 1557, der deutschen Motorräder von 1073 auf 2283 gestiegen. Auf der ganzen Linie ist also eine außerordentlich

starke Zunahme des Exports der deutschen Auto- mobiüncuftrie festzustellen.

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Die kürzlich veröffentlichten Zweimonats­bilanzen der deutschen Sparkassen zeigen eine abermalige Verbesserung der Liquidität. Die Sparkassen haben ihre wachsenden Einlagen­bestände, hauptsächlich in Wechseln, Schatzanwei­sungen und Wertpapieren angelegt. Allein der Wertpapierbesitz der Sparkassen hat wiederum um mehr als 91 Millionen Mark zuge­nommen. Das ist außerordenttich erfreulich, und es ist nur zu wünschen, daß auch die Sparer und Kleinkapitalisten,die ihre Gelder un­mittelbar an der Börse anlegen, dem Beispiel der Sparkassen folgen und die Anlage in Renten­werten mehr als bisher bevorzugen. Die Maß­nahmen, die bis jetzt ergriffen worden sind, um das Publikum von seiner spekulativen Betätigung am Aktienmarkt abzuschrecken, haben bisher nur geringe Wirkungen ausgeübt. Es hat aber den Anschein, als ob sich doch nunmehr eine größere Zurück­haltung zeigen wird. Wenn hierdurch erreicht wird, daß dem Rentenmarkt mehr Kapital zufließt und dadurch die Aussichten auf eine Konsolidierung öffentlicher Schulden sich bessern, so wird man sicher von drastischeren Maßnahmen gegen die uner­wünschten Börsenspekulationen gern absehen. Es ist zu wünschen, daß sich die notwendige Entwicklung am Rentenmarkt so wie bisher in ruhiger und or­ganischer Weise vollzieht.

Wir stehen jetzt an der Wende des alten zum neuen E r n t e j a h r. Während 1934 die schon fast als Dürre zu bezeichnende Trockenheit und Hitze dem Bauern und mit ihm dem ganzen deutschen Volke schwere Sorgen über die Beschaffenheit der Ernte verursachten die sich dann aber als über­flüssig herausstellten, die tatsächlichen Ernteergeb­nisse waren wesentlich besser, als man zunächst ge­fürchtet hatte steht in diesem Jahre auf Grund der Schätzungen des Reichsnährstandes fest, daß wir eine Getreidernte von 22 Millionen Tonnen zu erwarten haben, also rund eine Mil­lion Tonnen mehr als im vorigen Jahr. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich diese Zahl noch etwas erhöhen wird. Infolgedessen kann man damit rechnen, daß Deutschland unter Einbeziehung der Uebertrags» bestände aus dem alten Erntejahr für Weizen und Roggen ohne Einfuhr auskommen wird. Ob­wohl beim Futtergetreide die Verhältnisse nicht so günstig liegen, hofft man auch hier, zum mindesten für längere Zeit, keine Einfuhr nötig zu haben, da im neuen Wirtschaftsjahr Brotgetreide zu Futter­zwecken unbedenklich in erheblichem Maße in An­spruch genommen werden kann, ohne deswegen die menschliche Ernährung zu beeinträchtigen. Von be­sonderer Bedeutung war die Erklärung des Mini­sterialdirektors Moritz, daß der Brotpreis im neuen Wirtschaftsjahr stabil bleiben wird und nur in einigen wenigen Orten zum Ausgleich von Abweichungen in der Festpreisgestaltung für Brot­getreide vielleicht eine mäßige Enhöhung eintreten wird.

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Die Warenmärkte waren in der Berichts­woche vielfach fester gestimmt. So zogen die W o l l - preise an, während die Baumwollmärkte unsicher waren und selbst die amerikanische Anbau- beschränkung in Baumwolle für weitere zwei Jahre keine feste Stimmung erzeugen konnte. Die Kolo- n i a l w a r e n wurden etwas verteuert, die M e taUe liegen um durchschnittlich 3 v. H. höher als zu Beginn des Juli, vor allem durch einen anschei­nend unhaltbaren Optimismus bezüglich der Ge­staltung des Kupfermarktes, dagegen liegt der

Zehn JahreMein Kamps".

Zwei Kampf- und Leidensgenoffen drs Führers aus der Festungshaft in Landsberg berichten über die Entstehung des Werks.

B e r I i n, 18. Juli. (DNB.) Arn 18. Juli 1925, heute vor zehn Jahren, wurde das Werk des FührersM ein Kampf" der Oeffentlichkeit übergeben. Dieser Markstein in der Geschichte der Bewegung war am Donnerstag Anlaß einer Reichssendung des deutschen Rund­funks. Engste Mitkämpfer des Führers, SS.- Oberführer Schaub und Stadtrat Maurice, gaben in einem Zwiegespräch ein packendes Bild der Werdezeit der Bewegung und der Sinngebung des Nationalsozialismus. Wer den durch schmäh­lichen Verrat bedingten Zusammenbruch der Aktion vor der Feldherrnhalle zu München miterlebt hat, der kann den endlichen Sieg erst recht würdigen, der ohne das Werk des Führers nicht denkbar ist.

Aus dem scheinbaren Niedergang erwuchs der Aufstieg. Morgen für Morgen, so erzählten die Kampf- und Leidensgenossen, wenn nur die ersten Sonnenstrahlen über die Festungsmauern zu Lands berg am Lech leuchteten, tippte der Führer Wort um Wort auf der kleinen Schreib­maschine. Die Sähe reihten sich, sie wurden In­halt des Glaubens an die Wiedergeburt unseres Vaterlandes. Köstliche Feierstunden bereitete es dann, wenn der Führer schließlich in stillen Abend­stunden fertige Kapitel vorlas. Der Führer hat in sein Buch sein eigenes Innere hineingelegt, sein eigenes Leben verankert: das ist die schönste Fest­stellung der Gefährten Adolf Hitlers aus dieser Zeit der Festungshaft. Während alles Vermögen, jeder Sachwert der Bewegung beschlagnahmt wurde, entstanden zu Landsberg durch die Worte des Führers nicht nur die ideellen Grundlagen

des neuen Staates und das Lehrbuch der Parteigenossen und des ganzen deutschen Volkes, sondern auch durch den materiellen Erfolg die Möglichkeit zum Neuaufbau der Partei.

Die Kampfjahre zogen bann in Ausschnitt­bildern am Hörer vorüber. Von 1923 klangen die Namen der Toten auf, die ihre Pflicht bis zur letzten Konsequenz taten und ihr Leben dem deut­schen Volle opferten. Jahre um Jahre verrannen. Keines war ohne Kämpfe, jedoch jedes förderte den Aufstieg. Vor dem Grundsätzlichen, was der Führer schrieb, steckten schon damals die Marxisten die Kopfe in den Sand. Sie wußten nur zu ge­nau, daß ihre Lügenlehre hier ihren Bezwinger fand. Immer höher wuchsen die Auflageziffern, und im gleichen Schritt faßte die Be­wegung Boden. 1926 konnte mit diesem ein­zigartigen Rüstzeuge dann Dr. Goebbels den Kampf um Berlin aumehmen, den er zu einem so glückhaften Siege führen konnte. Jrn klein­sten Ort wirkten die Worte des Führers. Das Ausland wurde aufmerksam, und schließlich überschritt die Auflageziffer die halbe Million. Ein­drucksvoll war dann der Hörbericht, wie d e r S i e g des Jahres 19 3 3 die Auflageziffer vom 600. Taufend über anderthalb Millionen z u zwei Millionen in unseren Tagen steigerte, ein Er­folg ohnegleichen in der Weltgeschichte, der nur möglich war, weil das BuchMein Kampf" d i e Grundlage der deutschen Weltan­schauung, die Richtschnur des Lebens und Strebens jedes Deutschen geworden ist.

Index für Getreide am 15. Juli mit 96,4 zwar höher als in der Vorwoche mit 94,4, aber gegen 99 am 1. Juli liegt (Betreibe schwach und gegenüber dem Stand von 121,3 Ende August 1934, dem Höchststand, ist ein deutlicher Abfall zu verzeichnen. Vor allem der kanadische Weizenmarkt ist durch die riesenhaften Mengen der Vorräte, die zwecks Preishaltung aufgestapelt wurden, und jetzt, in Erwartung einer guten kanadischen Weizenernte, auf den Markt drücken, vollständig in Zerrüttung. Hier zeigt sich die Ueberlegenheit des deutschen Sy­stems, wonach (Betreibe und andere landwirtschaft­liche Produkte dem spekulativen System der freien Kräfte entzogen wurden.

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Alarmierende Meldungen kommen vom Vor­dringen Japans in Südamerika. In den ersten vier Monaten 1935 hat Japan dort die größ­ten Absatzgewinne erzielt und bamit gewissermaßen feine Drohung wahrgemacht, daß es die südameri- kanischen Märkte allmählich erobern werde. Allein in Argentinien hat Japan um volle 149 v. H. mehr abgesetzt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, während die e n g l i s ch e E i n f u h r sogar noch g e - fünfen ist. Das starke Anwachsen der japanischen Verkäufe in Argentinien z. B. aber auch in anderen südamerikanischen Ländern, ist um so bemerkens­werter, als von 1933 bis 1934 die Steigerung der japanischen Ausfuhr nach Südamerika sehr gering war. Die größten Erfolge sind auf Kosten der englischen Textileinfuhr errungen wor­den, denn die japanischen Preise sind um durchschnitt­lich 25 bis 40 Prozent niedriger als die Preise von Manchester und der südamerikanische Massenbedarf richtet sich iy erster Linie nach den Preisen und nicht nach, der Qualität.

Die Aenderung des Mliiärstrafgesehbuches.

Berlin, 18. Juli. (DNB.) Das im Reichsgesetz­blatt vom 17. Juli veröffentlichte Gesetz enthält die Aenberungen, die auf Grunb des Wehr- g e f e tz e s im Militärstrafgesetzbuch erforderlich wurden. Es enthält folgende Grundzüge:

1. Das Militärstrafgesetzbuch ist nicht mehr allein auf Heer und Marine, sondern auf d i e ganze Wehrmacht abgestellt. Die Ehrenstrafe der Entfernung aus dem Heer ober der Marine wirb durch die Ehrenstrafe des Verlustes der Wehr- Würdigkeit ersetzt.

2. Für die Wehrpflichtigen des Beur­laubtenstandes werden besondere Strafbestimmungen wieder eingeführt.

3. Die Chrenstrafe der Dienstentlassung für Mannschaften wirb beseitigt, abge­sehen von folgenden Fällen:

a) Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte bis zu 3 Jahren (über 3 Jahre Verlust der Wehrwürdigkeit),

b) Gefängnis von längerer als einjähriger Dauer wegen vorsätzlich begangener Tat,

e) Unfähigkeit zum Bekleiden öf­fentlicher Aemter,

d) Anordnung der Unterbringung in eine Trinkerheilanstalt ober eine Entziehungsanstalt ober in einem Arbeits­haus ober Untersagung der B e - rufsausübung.

Auf Grund des Wehrgesetzes gilt als Grundsatz, daß der ' während der Erfüllung feiner aktiven Wehrpflicht bestrafte Soldat die Strafzeit nach Strafverbüßung nachzudienen hat.

Kunst und Wissenschaft

4. Internationale Konferenz für Erziehungsfragen in Genf.

Die 4. Internationale Konferenz für Erziehungsfragen hat in diesen Tagen in Genf getagt. Sie hat sich hauptsächlich mit Fragen der Berufsausbildung der Lehrerschaft beschäftigt. 1 Bei dieser Gelegenheit haben die Berichte der deut­schen Abordnung unter Führung von Regierungs­direktor Ehrlicher vom Reichserziehungsministe- rium über die Entwicklung des Schulwesens im Drit­ten Reich besonderes Interesse gesunden.

Hlinna von Varnhelm" bei den Heidelberger Reichsfeslfpielen.

Das dritte Werk, das im Rahmen der Heidel­berger Reichsfestsviele aufgeführt wurde, ist Lessings herrliches LustspielMinna von B a r n h e l m". Es wird im Königssaal des Heidel­berger Schlosses gegeben, dessen bühnenmäßige Her­richtung an der Nordfeite des Saales einige" kleine Aenderungen für diesen Sommer erfuhr. Das Lust­spiel wurde unter der Spielleitung von Alb. Flo- rath ganz als das von Heiterkeit und Witz sprü­

hende Spiel gegeben und gefiel in dieser, vor allem von den weiblichen Rollen getragenen Form dem Publikum außerordentlich gut. Die Besetzung zeigte eine Auswahl aus den besten deutschen Schauspie­lern: Kaethe Dorsch als Minna, Gerda Maria T e r n o als Franziska, Horst Caspar als Teil- heim, weiter Walter Werner, Walter Kotten- kamp, Albert Florath, Gustaf Grueckd- gens und Walter Süßenguth. Es gab oft mitten im Spiel Beifall bei den wundervollen Ein­zelleistungen, aber auch am Schluß langanhaltenden Applaus für die prächtige und eindrucksvolle Ge­samtleistung.

Deutsch-französisches Studentenlager an der Ostsee.

Die Deutsche Studentenschaft führt in der Zeit oom 21. Juli bis 20. August aus demJnselhos" bei Zempin auf Usedom ein deutsch-französi­sches Studentenlager mit dem Charakter eines Arbeits- und Sportlagers durch. An diesem Lager nehmen 15 Franzosen, Mitglieder der Entente Franco-Allemande, und 15 Deutsche, zum größten Teil Studenten, sonst junge Künstler, teil. In die­sem Lager werden die Studenten Erdbewegungen, Erntearbeiten und auch Ausbesserungsarbeiten am Grundstück vornehmen, das von zwei jungen Brü­dern, deren einer Bauer und der andere Architekt ist, bewirtschaftet wird. Unter der Leitung des Ar­chitekten werden in der Freizeit künstlerische Arbei­ten in Holz, Metall und Bambus angefertigt, die später in einer Ausstellung gezeigt werden. Neben dieser Arbeitstätigkeit wird viel Sport getrieben; außerdem sind Filmvorführungen und Vorträge vorgesehen. Trägerin des Lagers ist die Deutsche Studentenschaft. Die Lagerleitung hat Feldmeister stud. phil. Gerhard Schuz-Ranck, ein alter Vor­kämpfer des Arbeitsdienstes, die Durchführung und Organisation liegt in den Händen des Amtsleiters Günther N e e l e n.

Großer Erfolg der deutschen Tanzgruppe in London.

Die erste öffentliche Vorstellung des Inter, nationalen Volkstanzfestes in der 2(1- berthall in London brachte den Veranstaltern einen ungewöhnlichen Erfolg. Die riesige Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Sämtliche Darstel­lungen wurden von den Zuschauern mit lebendigem Interesse und starkem Beifall ausgenommen. An dem Erfolg des Abends hatten auch die deut­schen Teilnehmer ihren Anteil, die die Vorstellung mit dem Rothenburger Schässlertanz eröffnen konn­ten. Die exakten Figuren dieses 500 Jahre alten Volkstanzes rissen die Zuschauer immer wieder zu stärksten Beifall hin. DieTimes" widmet dem Auftreten der deutschen Tanzgruppe lobende Worte und schreibt:Der Rothenburger Schäfflertanz war ein vollendetes Beispiel des wahren Volks­tanzes, der durch eine ungebrochene Tradition in feiner Reinheit bewahrt worden ist."Daily Te­legraph" schreibt:Man erinnere sich beim Rück­blick auf den Abend besonders an die Fröhlichkeit des Rochenburger Schäfflertanzes."

Aus aller Welt.

Der 2Horb an dem Arbeilsdienfkmann koch.

In dem Prozeß wegen der Ermordung des Arbeitsdienstmannes Koch in Siegen be­gann die Vernehmung des Vikars Ruhpieper aus Kirchhundem. Dem Zeugen wird oorgehalten, daß er gelegentlich abfällig? Aeußerungen über Regierung und Partei gemacht habe. Der Kreis- teiter stellte Ruhpieper ein denkbar ungünstiges Zeugnis aus und machte ihn verantwortlich für die Vergiftung der Atmosphäre in dem klei­nen Sauerlanddorfe. Dieser politischen Brunnen- oergiftung des Vikars sei mittelbar auch der An­geklagte zum Opfer gefallen. Weitere Zeugenaus­sagen schilderten dann übereinstimmend die Er­eignisse am Abend des 1. Mai. Aus den Aussagen geht hervor, daß der Angeklagte Sasse an diesem Abend durch seine Redensarten seine konfessionelle Verhetzung dokumentiert habe.

3n den Bergen tödlich abgestürzt.

Die feit voriger Woche als vermißt gemeldeten Münchener Bergsteiger, die 25jährige Berta Sem­mel m a n n und der 30jährige Fritz L i e b I, sind jetzt von einer Expedition der Rettungsstelle. Berch­tesgaden an der Ostseite der Watzmann-Jungsrau tot aufgefunden worden. Sie dürsten etwa 40 bis 50 Meter hoch abgestürzt sein.

Schwerer kraslwagenunfall österreichischer Offiziere.

Einige österreichische Offiziere mit ihren Angehö­rigen unternahmen in drei Kraftwagen eine Fahrt zum Col di Lana in den Dolomiten, auf dem sie während des Krieges gekämpft hatten. Auf der Fahrt rutschte ein Kraftwagen, stürzte, sich etwa 20mal überschlagend, einen steilen Berghang hin­unter und blieb in einem großen Granattrichter liegen. Die Insassen wurden aus dem Wagen ge« schleudert und erlitten schwere Verletzungen. Die Gemahlin eines Offiziers trug einen lebens­gefährlichen Schädelbruch davon. Ein Mann erlitt