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IJlotfi keine Mutter die unsere Torfbettung für ihren Säugling im Gebrauch hat, hat bis heute etwas daran auszusetzen gehabt.
Alle sind glücklich über die einfache Handhabung und das Gedeihen ihres Säuglings.
Wer nicht selbst im Gebrauch hat, kann sich wirklich nicht vorsteilen, wieviel besser sie Pst gegenüber der bisherigen Windelpackung und in Verbindung mit dem Fahrbett ist sie billiger.
€.Siöftrato.
Nachdruck oerbotenl
12. Fortsetzung.
soll ich denn mit einem Auto?
ROMAN VON KÄTHE METZNER.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.).
„Sie tanzt abends hier, die blonde Puppe. Hat Rasse. Da ist nichts zu sagen."
Die anderen, die mit Ria Velten gekommen waren, hatten sich bereits ihrer Garderobe ent« ledigt.
Ria Velten lächelte Sachs an und reichte rhm verabschiedend die Hand.
„Alter Schwerenöter!"
An diesem Abend war die Filmschauspielerin in großartiger Stimmung. Daß sie solch einen Dusel haben mußte. v
„Oh, mein lieber Günter! Deine Madonna ist schon enthüllt. Au, wer in Sadjs’ Händen ist ...! Ich glaube, da hast du doch nicht Lust, Nachfolger zu sein." .
Währenddessen eilte Doktor von Sachs seinem Kollegen und den Damen nach, die bereits in seinem Wagen Platz genommen hatten.
6. Kapitel.
Wenige Tage waren vergangen, seit Günter von Gersheim mit Ria Velten jene unerquickliche Aussprache gehabt hatte.
Manches war Gersheim in diesen lagen durch den Kopf gegangen. Sein ganzes Leben war kaleidoskopartig an ihm oorbeigezogen.
Was suchte er hier eigentlich in dem großen Berlin? f .
Zum ersten Male nach langen Jahren dachte er an seine Heimat, und ein Schmerz war in seinem Herzen. Derselbe nagende, bohrende Schmerz, den er Jahre hindurch gewaltsam zurückgedrängt hatte, für den er Vergessen gesucht in Pflicht und Arbeit, manchmal auch freilich in dem bunten, gesellschaftlichen Treiben der Hauptstadt — aber er hatte es nicht gefunden. Inmitten der Millionen war er ein Einsamer geblieben.
Frauen waren ihm begegnet: schöne, kluge, interessante, berühmte Frauen. Und gewiß, er leugnete es nicht. Manchmal hatte er versucht, bei dieser oder jener wahre Liebe zu finden — aber immer hatte er sich enttäuscht abgewandt, war entsetzt gewesen über die Oberflächlichkeit, über die Hohlheit der Her- ^Ein Leben lang an eine solche Frau gefesselt sein — ein Leben lang mit leerem Herzen neben ihrer kalten Schönheit hergehen und innerlich dabei verhungern? Günter von Gersheim hatte es nicht über sich gebracht, diesen Weg zu gehen.
Er schloß die Augen und sah die Heimat vor sich. Schloß Gersheim im Herzen des Thüringer Waldes. Die Heimat, die er vor mehr als zehn Jahren verlassen hatte; aus der ein hartes Schicksal ihn hinausgetrieben hatte in die Welt.
Ganz seltsam war die Stimmung, die den ein- famen Mann umfing. Ihm mar, als erfülle die reine, würzige Luft des Thüringer Waldes fein Arbeitszimmer, als höre er das Rauschen und Raunen der weiten, dunklen Wälder. Dieses geheimnisvolle,
„Möchte wissen, was Sie für Sorgen haben!" Zum ersten Male wurde Gisela Steinbrück ein wenig ernst und irgendwie nüchtern. Sie dachte an ihr Zuhause, das ihr manchmal unerträglich schien. Ueberall reichte es nicht hin und nicht her. Wie oft waren sie mit einem dünnen MarZarinebrot zu Bett gegangen!
Doch dann verscheuchte sie diese Gedanken. Sie hatte ja jetzt eine kleine, aber feste Einnahme. Die Schwester auch. Und — Gerlindes Tausende für das Auto j)azu. Oh ... jetzt war mit einem Schlage alles anders.
Doktor von Sachs aber knüpfte nach kurzem Schweigen an ihre Frage an:
„Augenblicklich sogar habe ich Sorgen und gar keine kleinen. Sie machen mir nämlich Sorgen — Sie, mein hübsches Kind!"
„Ich?" Jetzt staunte Gisela.
„Ja! Ich habe mir nämlich in den Kopf gesetzt, Sie zu protegieren, wie man so zu sagen pflegt. Ich habe Beziehungen, fabechafte Beziehungen — und Sie werden Karriere machen ... durch mich."
Da setzte die Musik aus.
Der Tanz mar zu Ende. Wie im Traum schritt Gisela neben Doktor von ©adjs an ihren Platz.
Am Tisch mürbe das Gespräch etmas einsilbiger. Frau Merenthien war müde geworden. Auch Gisela verstummte und hing ihren Gedanken nach. Die Worte des Mannes neben ihr gingen ihr nicht aus dem Kopfe. Das hatte nicht wie Scherz geklungen. Bestimmt nicht.
Oh, wenn das märe! Dann pfiff sie auf alles. Sie brauchte nicht länger mehr von Gerlindes Gnade abhängig zu fein. Die herrliche Welt würde sich ihr öffnen, und wie ein Schmetterling würde sie von Genuß zu Genuß flattern.
Doktor von Sachs füllte die Gläser von neuem.
Als er sein Glas gegen das von Gisela hob, kniff er die Augenlider ein wenig zusammen, während er den Blick des Mädchens festhielt.
„Auf Ihre künstlerische Zukunft, gnädiges Fraulein!"
In Frau Merenthiens Gegenwart hatte er sofort den offiziellen Ton miedergefunden.
Die Gläser klangen mit feinem Klingen aneinander. Dann berührte das prickelnde Naß noch einmal belebend die Lippen.
Doktor von Sachs leerte fein Glas in einem Zuge bis auf den Grund. Ader feiner sah in die-
seltsame Rauschen, das er nie vergessen hatte — ben Sang seiner ninderzeit.
Und plötzlich muroe das alles so stark in. ihm» daß ein trockenes Schluchzen aus seiner Brust drang und er den Kopf in die Hand grub.
Jetzt hier ausstehen und heimgehen können! Fort aus diesem toten Steinmeer, fort von den Menschen, die er nicht liebte, und die ihn nicht liebten! Keiner mürbe ihn vermissen. Heimatluft atmen, über die Heimaterde schreiten dürfen und fühlen: Das ist dein!
Doch jäh riß er sich auf. Was hatte er getan? Hatte er der Versuchung nachgegeben? Woher tarnen ihm diese Regungen, die er niajt aufkommen lassen durfte? Er konnte ja nicht heim. 'Niemals mehr. Schuld lastete auf ihm. Schwere, unsühnbare Schuld!
Mit heißen Händen griff er nach dem Bilde, das auf seinem Schreibtisch stand, und nach dem Bia Veltens Finger vor wenigen Tagen gierig gegriffen hatten.
Ein zartes, junges Frauengesicht, madonnenhaft mit dem mütterlichen, leuchtenden Blick, und da. neben das Kindlein — Klein-Ursula, das „Gluck» chen von Gersheim", wie man es genannt hatte. Maria von Gersheim geborene Gräfin Schmied- darf — seines Bruders Frau.
Jahre sanken zurück. Günter von Gersheim sah sich wieder im Schloßpark daheim. Es war ein blu» tenschöner Tag im Mai. Man feierte die Verlobung seines älteren Bruders Arno. Zehn Jahre alter als Günter war Arno. Ein strenger, verbissener Mensch, der selten ein Lachen fand. Blutjung und schön wie der Morgen war Maria von Schmieddorf, seine Braut.
Die jungen Leute vergnügten sich im Park. Froh» liches Lachen erschallte. Gesellschaftsspiele mürben arrangiert. Maria mar ber Fröhlichsten eine. Wi« ein Kind lief sie über die Wiese beim Blindekuhspiel — gerade ihm in die Arme, Günter von Gersheim. Günter sah noch jetzt, wie sie lachend die Binde sich lösen ließ. Dann schauten sie sich m die Augen. Sekunden nur. Doch diese Sekunden hatten genügt, um zu fühlen, daß hier zwei Herzen füreinander schlugen, daß zwei junge, schöne Menschenkinder sich liebten.
Nichts weiter geschah. Die Zett ging hm. Ganz fest hielt Günter von Gersheim sein Herz in ber Hand. Die Braut des Bruders mar ihm heilig. Er fühlte in feinem Herzen, mie er Maria liebte. Manchmal begegneten sich ihre Blicke. In Marias Augen mar ein stummes Flehen. Du liebst mich doch. Sprich doch ein Wort!
An einem Sommerabend schritten sie durch Den Park. Die sinkende Sonne lag über dem Schloßteich und malte purpurne Lichter. Lautlos zogen bis Schmäne ihre Kreise.
Maria und Günter standen beieinander. Ihre Herzen zitterten im Glück dieser Gegenmart. Liebe atmete alles um sie. Liebe!
(Fortsetzung folgtD
fern Augenblick ben unheimlichen Ausdruck feiner Augen, Der der eines Menschen mar, der brutal auf fein Ziel lossteuert.
Nicht viel später bat Frau Merenthien, auf- brechen zu dürfen. Gisela fügte sich. Sie mar selbst müde und klug genug, um sich einzugestehen, daß sie sich schonen müsse, menn sie auch morgen abend wieder Beifall erzielen und gut aussehen wollte.
In der Garderobe gab es noch einen kleinen Zwischenfall. Als Frau Merenthien und Gisela eben in ihre Mäntel schlüpften, betraten zwei Damen in Begleitung von drei Herren die Garderobe.
Es war eine kleine, lustige Gesellschaft, die mit Doktor von Sachs bereits bekannt schien, denn er entschuldigte sich einen Augenblick und begrüßte die Ankommenden.
, So spät noch?" fragte er liebenswürdig lächelnd.
„So früh schon weg?" war die schnelle Antwort. „Aha, Verpflichtungen!"
Eine der beiden Damen schaute unwillkürlich neugierig nach Gisela hin, die in einiger Entfernung stand — und zuckte unmerklich zusammen.
„Ihre kleine Freundin, Doktor? Sehr reizend, muß Ihnen der Neid lassen." In den dunklen Augen der Frau, die diese Worte aussprach, blitzte es auf. Ihr Atem ging rascher, doch keiner bemerkte ihre Erregung. Zu sehr waren alle mit sich selbst beschäftigt. .
Doktor von Sachs lächelte genießerisch.
„Kommt mir sehr bekannt vor", sprach die Frau hastig weiter. „Beim Film? Ist es nicht die kleine Steinbrück?"
„Beim Film, schöne Nia? Noch nicht! Sie waren doch auch nicht beim Film, als Sie damals
„Ach, lassen wir doch die alten Kamellen, Doktor! Sie wissen doch: Wenn über eine alte Sache mal endlich Gras gewachsen ist, kommt sicher em Kamel gelaufen, das alles wieder 'runterfrißt ...
„Aber Ria — Sie sind höchst ungnädig heute. Doch sagen Sie, wollen Sie sich zur Madame Cumberland ausbilden? Sie haben nämlich recht, meine kleine Bekanntschaft heißt tatsächlich Steinbruck. Wissen Sie da übrigens Näheres? Familienverhältnisse und so — Sie verstehen. Es ist besser, man weiß Bescheid. So rachsüchtige Brüder und dergleichen, die die Familienehre hochhalten, liebe ich nicht sonderlich."
„Nein! Näheres wollte ich von Ihnen wissen, Doktor! Das eine höchstens, wenn das interessieren sollte — die Kleine hat noch andere Chancen!"
„Of), danke — danke! Da muß man ja auf der Hut sein. Was nützet mir ein schöner Garten, wenn andre drin spazierengehn: was nützet mir ein schönes Mädchen ..." Er lachte über das ganze Gesicht. „Sehen Sie, Ria, ich habe auch eine lyrische Ader Genau mie du — mie Sie, rnollte ich sagen — Verzeihung! Die Schatten der Vergangenheit."
Rias zurechtrneisender Blick brachte ihn wieder zur Besinnung.
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