Hr.2|7 Zweites Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen,
Dienstag, (7. September (955
Oer Tag der Wehrmacht in Mmberg.
Die neuen Verbände unseres jungen Volksheeres vor ihrem Obersten Befehlshaber.
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9er Große Zapfenstreich
Jedes Korps Hai hier seine ältesten Fahnen gestellt. Auch die vier Flaggen der ehemaligen Reichs- marine haben hier ihren Ehrenplatz gefunden, unter denen sich auch die gerettete Flagge des in der Schlacht am Skagerrak untergegangenen großen Kreuzers „von der Tann" befindet.
Kurz nach 21 Uhr trifft der Führer auf dem Zeppelinfelde ein. Das Biwakbild ist ihm, dem alten Soldaten, nichts Ungewohntes. Jede Formation hat ihren eigenen Feuerstoß, um den herum die Soldaten stehen, sitzen und kauern. Hier ist die Stimmung ernster, dort herrscht ausgelassene Fröhlichkeit. Die Münchener spielen Oberbayern. Bier Grenadiere sind in Röcke gesteckt worden und parodieren nun eine Kirmes im Alpenland. An einem anderen Lagerfeuer kommt man uns mexikanisch. Kameraden sind mit Lassos auf der Jagd um das Lagerfeuer herum. Ein Truppenteil führt wilde Stierkämpfe vor, bei einem anderen spielt sich ein komischer Boxkampf ab. Die Matrosen schunkeln zu einem St. Pauli-Lied.
Ueberall, wo der Führer ans Lagerfeuer tritt, in den geschlossenen kreis der Soldaten, da ist er int Au umringt und umdrängt von der Jugend der Kation, die int grauen Rock oder in der weihen Matrosenbluse ihren Dienst für Deutschland tut. Spontan fliegen die Arme hoch, und ein Siegheil auf den Führer folgt dem anderen. (Eine enge Kameradschaft zwischen den Soldaten und ihrem Obersten Befehlshaber hat sich entwickelt.
9er Führer im Biwak der Wehrmacht.
An den Lagerfeuern der jungen Soldaten als Kamerad unter Kameraden.
ten stehen die Gewehrpyramiden, und links und rechts liegen die Tornister, auf den Tornistern die Stahlhelms, in mustergültiger Ordnung, so daß auch in der Dunkelheit jeder sofort seine Sachen finden kann. In einigem Abstand von den Zelten brennen mächtige Lagerfeuer, um die herum sich ein nächtliches Soldatenleben entwickelt, das von den chunderttausenden, die auch am Abend die Ränge der Zeppelinwiese füllen, mit größtem Interesse verfolgt wird.
Einen märchenhaften Anblick bietet die Ehrentribüne, die von verdeckten Scheinwerfern angestrahlt wird. Das ganze Feld wird beherrscht von dem silbernen Hoheitszeichen, das in gewaltigen Ausmaßen die Ehrentribüne krönt. Links und rechts von der Tribüne sind Geschütze, Kampfwagen, Maschinengewehre, Gewehrpyramiden, von Posten beschirmt, aufgestellt, hinter ihnen die ruhmreichen Feldzeichen der alten Armee,
darunter auch die ältesten noch erhaltenen Fahnen des hessischen Grenadierregiments in Darmstadt aus dem Jahre 1621, des 3. Ost- preußischen Grenadierregiments aus dem Jahre 1626, des 1. Garderegiments zu Fuß aus dem
Jahre 1688.
Der Führer begrüßt Kriegsverletzte auf dem Adolf- \ Hitler-Platz zu Nürnberg. (Scherl-Bilderdienst-M.) i und zeigte die verschiedensten Bewegungsformationen. Die Aufklärungsabteilung beendete ihre Hebung mit dem Oeffnen einer von gegnerischen Pionieren angelegten Sperre, die in wenigen Minuten beseitigt war und so schnell wie sie gekommen, war die Abteilung auch wieder verschwunden.
Dann marschierte in das Geviert ein Inf an- terieregiment in Marschkolonnen, das plötzlich von Artillerie, beschossen und zu letzter Entscheidung gezwungen wurde. Die Kompanien schwärmten unter entsprechender Siche- rung aus, brachten ihre leichten und schweren Maschinengewehre und mehrere Minenwerfer in Stellung und konnten so den überraschenden Angriff des Panzer-Spähtrupps, der aus 14 MG.- Kampfwagen bestand, abschlagen. Dem Angriff einer leichten'Panzerkompanie und einer Kampfwagenabteilung begegnete die Panzerabwehr mit einem ohrenbetäubenden Gruppenfeuer.
Ingolstädter Pioniere bauten das „Großkraftwerk Franken" in der Mitte des Zeppelinfeldes auf. Eine Flakabteilung und ein Flug- zeugabwehr-MG-Zug übernahmen die Sicherung des Kraftwerkes. Alsbald entwickelte sich ein großartiges Kampfbild. Aufklärungsflugzeuge, die kettenweise in verschiedenen Höhen herannahten, wurden unter das zusammengefaßte Feuer der Flakbatterien genommen und von einer Jagd- gruppe abgedrängt. Es war ein prachtvolles Bild, als die schnellen Kampfmaschinen wie die Raubvögel auf die schweren Bomber stießen. Die Flakabteilung mußte einen Stellungswechsel vornehmen und diese Gelegenheit nutzte der Feind aus, um mit verschiedenen Geschwadern schwerster Bomber dasWerk anzugreifen und durch Bombenabwürfe völlig zu zerstören. Gleichzeittg unternahm Fliegeroberst Übet einen schneidigen ' Sturzkampfangriff aus vielen tausend Meter Höhe, wobei er geschickt eine über dem Felde hängende Regenwolke auszunutzen verstand. In geringer Höhe brauste Dbetft Übet über bas Feld und wich dem verstärkten Feuer der Flak-MG. durch einen glänzenden Kurvenflug aus. Große Teile des Großkraftwerkes flogen in die Luft und brannten aus. Nur die beiden großen Schornsteine blieben vor der Zerstörung bewahrt. Während die Pioniere die traurigen Reste ablöschtep und entfernten und die Flakabteilung abrückte, zeigten die beteiligten Streitkräfte formales Exerzieren der Jagdgruppe.
Um 14 Uhr fuhr der Führer vom Deutschen Hof mit seinem Stabe hinaus zum Zeppelinfeld, wo ihn Reichskriegsminister Generaloberst v. Blomberg als Oberbefehlshaber der Wehrmacht, ferner der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritfch, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe General der Flieger G ö - ring und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Admiral Dr. e. h. Raeder begrüßten.
Dann rollte vor dem Führer jAies unvergleichliche Bild ab, daß schon am Vormittag den Zuschauermassen gezeigt worden war. Nur war der Einsatz noch stärker, das 'Bild noch wirkungsvoller, und so waren die Beifallsstürme, die nach jeder Vorführung über das Feld brausten, Lahn für die schneidigen Vorführungen des jungen deutschen Volksheeres. Besonders umjubelt wurden die Flieger und
Kurz vor 22 Uhr geht der Führe, nun begleitet vom Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg und den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile, zur Ehrentribüne hinauf. Dann rücken gegenüber in breiter Front die Musi k k o r p s an. Daneben gruppieren sich Soldatenchöre. Um %22 Uhr meldet der Kommandeur dem Führer: „Mein Führer! Großer Zapfenstreich der Wehrmacht zur Stelle!" Dann locken die Trommeln, und aus allen Biwaks auf dem großen Felde marschieren die Truppen vorbei. Die Serenade des Großen Zapfenstreiches wird mit dem Pappenheimer Reitermarsch eröffnet. Dann singen die Soldaten und Matrosen alte Soldatenlieder. Der Hurra-Marsch des Bayerischen Infanterie-Regiments „König" beschließt die Serenade.
Der Große Zapfenstreich wird aus dem Großen bayerischen, preußischen und sächsischen Zapfenstreich gebildet, dem sich die „Harmonische Retraite", gespielt vom Trompeterkorps des Artillerieregiments Nürnberg, anschließt. Dann steigt ernst und feierlich das Gebet zum Himmel. Es ertönt das Kommando „Stillgestanden!" „Das Gewehr über!" „Präsentiert das Gewehr!", und während in den Biwakfeuern bengalisches Licht aufflammt, das den Platz gespenstisch erleuchtet, erklingen das Deutschlandlied und das alte Kampflied der Bewegung, das Horst-Weffel-Lied. Bei den Worten „Die Fahne hoch" steigen im Mittelfeld an drei schlanken Masten die Nationalflagge und die der Wehrmacht auf. Dann meldet der Kommandeur des Zapfenstreiches: „Mein Führer! Großer Zapfenstreich beendet!" und der Führer antwortet ihm weithin vernehmbar: „Ich danke!"
Während die Biwakfeuer langsam verglühen, marschieren die Truppen, die am Zapfenstreich teil- genommen haben, durch die Stadt zum Hotel des
lieber der Zeppelinwiese liegt seit dem Eintritt der Dunkelheit ein gewaltiger elfzackiger Stern, gebildet aus den Scheinwerferbatterien der Flug- zeugabwehrbatterien, die ihre Lichtbündel fo an den nächtlichen Himmel werfen, daß sie sich genau im Zenith des Zeppelinfeldes treffen. Rings um das Feld haben die Truppen ihre Zelte aufae- schlagen. Vor den langgestreckten niederen Zel-
Führers. Vor ihnen her und zu beiden Seiten scheint ganz Nürnberg mitzumarschieren. Die Kameraden der Kampfoerbände der nattonalsozialiftischen Bewegung geben ihnen das Geleit. Die ganze Straßenbreite ist von den jungen Prachtgestalten ausgefüllt, die strammen Schrittes, vorbildlich ausgerichtet und von dem Jubel der Massen begleitet, ihren Abschied von der Stadt des Reichsparteitages feiern.
Festlicher Ausklang.
A m „Deutschen Hof" wartet der Truppe eine neue Freude und Ueberraschung: Der Führer ist noch einmal herausgetreten vor das Haus und grüßt die Musikkorps, die Fahnen und die beteiligten Verbände. Man kann sich keinen schöneren Ausklang dieses Reichsparteitages der Freiheit denken als diesen Zusammenklang der Herzen, diese Begeisterung für die Waffenträger der Natton, die Verbrüderung zwischen Grau und Braun und Schwarz. Die Menge fühlt es, daß es ihre Soldaten find, die hier vorbeimarschieren, und so kennt der Jubel kein Ende, wenn der Führer den Verbänden durch Gruß dankt. Einzelne Formattonen werden mit Sonderapplaus bedacht. Ein lautes „Ah!" geht burch die Menge, als bie schwere Artillerie oorbeifährt, unb minutenlang bauert das Hänbeklatschen. Einen Sonderbeifall erhalten dann auch die schlesischen Tankfahrer in ihren schwarzen Baretts unb ihren totenkopfgeschmückten schwarz- blauen Uniformen. Es ist Mitternacht, als die letzten Fahrzeuge den „Deutschen Hof" passieren. Der Reichsparteitag der Freiheit hat sein Ende gefunden. Langsam verglimmen die Lichter, verloschen die Scheinwerfer, die die Alt-Nürnberger Giebel und gotischen Chore der Kirchen bestrahlten, jene steingewordenen Zeugen echtesten Deutschtums.
Interessante Gefechtsbilder mit modernen Kampfmitteln.
Motor und Flugzeug in erster Reihe der Vorführungen.
Nürnberg, 16. Sept. (DNB.) Der letzte Tag des Reichsparteitages der Freiheit, der Tag der Wehrmacht, begann mit regnerischem und trübem Wetter. Erfreulicher Weise aber klärte es sich frühzeitig auf, so daß bie unübersehbare Menschenmenge, bie bie gewaltige Zeppelin-Wiese umsäumte, den Vorführungen der Wehrmacht mit ungetrübter Freude beiwohnen konnte. Alle Tribünen waren dicht besetzt.
Gleich bie ersten Darbietungen bes umfangreichen Programms losten großen Beifall aus. In unwahrscheinlichem Tempo raste eine motorisierte Aufklärungsabteilung auf das Feld, jagte wie vom Teufel besessen um das gewaltige Viereck
die Tanks, die wohl viele Tausende zum ersten Male in Deutschland in dieser Massierung gesehen haben. Nach den Vorführungen begann bann
die Paradeaufstellung der Truppen.
Die Marineunteroffiziers - Lehrabteilung in weißen Blusen unb Mützen unb dun- kelblauen Hosen, bie Luftwaffenregimenter in ihren stahlblauen Uniformen unb Stahlhelmen, bie Bataillone bes Jnfanterieregi- mentsNürnberg.bieJngolftäbterPio- n i e r e , eine Eskabron bes Reiterregiments Rathenow, bie Nachrichtenabteilung Dresben, bie motorisierte Aufklärungsabteilung München, die Panzer- Abwehrabteilung Schwerin, das motorisierte Artillerieregiment Ulm, die Erfurter Kraftradfchützen und die Fürther Flakabteilung. Mit klingendem Spiel rückte das Fahnenbataillon auf das Zeppelinfeld ein, die 120 Feldzeichen der alten deutschen Wehrmacht, deren Tradition nun das junge Volksheer fortführt, wurden ehrfurchtsvoll begrüßt. Generalmajor v. Schobert meldete dem Führer bie zur Aufstellung angetretenen Truppen. Dann hielt ber Führer als oberster Befehlshaber ber beutfchen Wehrmacht folgenbe Ansprache:
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Soldaten der neuen deutschen Wehrmacht!
Zum zweitenmal treten Verbände des Heeres und der Marine auf diesem Platz an. Zum erstenmal im Zustand der neuen Wehrfreiheit. Nun sind zu euch gestoßen die neuen Verbände unserer deutschen Wehrmacht, die nun dem deutschen Volk in einem solchen Bild gezeigt werden können. Der Deutsche war stets ein guter Soldat. Der Dienst der Waffe war für unser Volk kein Zwangsdienst, sondern in allen Zeiten unserer Geschichte ein höchster E h r e n b t e n ft. Um so schmerzlicher und niederdrückender war es für den deutschen ehrliebenden und anständigen Mann, nicht Soldat sein zu dürfen. Unb wenn, dann unter ent- roürbigenben und demütigenden Bedingungen. Wie
sehr dieser Zustand nun überwunden ist, zeigt euch, meine Soldaten, und am heutigen Tag dem ganzen deutschen Volk dieses Bilb ber Vereinigung bes beutfchen Mannes als Solbaten mit ber mober- nen technischen Waffe.
Nun wirb wieder jeder deutsche junge Mann, soweit er von der Nation als würdig angesehen wird, in eure Reihen einrücken. Unb ihr werdet nun wieder Dienst tun mit den Mafien, die heute in der Welt allgemein sind.
Dieser Dienst erfordert von jedem einzelnen von euch Opfer. Jeder von Euch muß bringen ein Opfer an persönlicher Freiheit, er muß bringen Gehorsam, Unterordnung, aber auch Härte, Aus- dauer unb über allem höchstes Pflichtbewußtsein.
Volk und Heer sind eins im Opfer für das Ganze.
Allein diejenigen irren sich, die glauben, daß dieses Opfer dem beutfchen Mann abgepreßt werben muß. Das haben zu allen Jahrhunberten die deutschen Männer freiwillig aeleiftet, unb sie waren stolz auf diese ihre Leistung. Und nicht nur im Frieden hat der Deutsche als Soldat dieses Opfer freudig der Nation gebracht, sondern nicht minder auch bann, wenn bie Not des Reiches ihn aufrief zum Schutz von Volk unb Vaterland. Der Deutsche war nicht nur ein guter Friedenssoldat, sondern er war ft e t s auch ein tapferer Kämpfer.
Was bedeuten nun aber alle die Opfer, die von euch und von uns heute gefordert werden, gegenüber den Opfern, die vor 20 Jahren von Millionen von uns und un seren Kameraden gefordert worden sind. Möge jeder von euch, wenn er je den Dienst des Soldaten als schwer empfinden sollte, bedenken, daß acht Tage Trommelfeuer von den Bataillonen und Regimentern unserer alten Armee mehr an Opfern forderten als der Dienst
des Friedens eines ganzen Jahres. Das deutsche Volk in Waffen ist darüber nicht zerbrochen. (Es zerbrach, nur weil es feine innere Freiheit, feinen inneren Glauben an fein Recht verloren hatte. Dieser Glaube aber ist heute wiederge- fomltien, und diesen Glauben, meine Soldaten, haben nicht nur hunderttausende von euch, sondern Millionen und Millionen unserer Volksgenossen umhüllen euch mit diesem heißen Glauben, mit dieser heißen Zuversicht und mit
dieser warmen Liebe.
Unb wenn ihr persönliche Opfer bringen müht an Gehorsam, an Pflichterfüllung, an Unterorbnung, an Härte, an Ausbauer, an Leistungsfähigkeit: Der- acht nicht meine Solbaten, bas ganze beutfche Volk bringt auch für euch große Opfer. Es ist für bas beutfche Volk schwer, bas aufzu- bauen, was hier unb an zahllosen anberen Orten Deutschlanbs heute steht. Schwere Opfer muß unser Volk bringen unb bringt sie boch gerne. Denn es möchte erstens seine Söhne nicht schlecht gerüstet wissen unb zweitens, es möchte nicht Deutschland weiterhin wehrlos sehen. Unb so bringen wir biese Opfer benn fortbauernb gemeinsam — bas Volk für euch, ihr für bas Volk! Beide für Deutschland, unser Volk unb unser liebes Deutsches Reich! Unb wir bringen biese Opfer außerbem in ber Ueberzeugung, baß es keines Krieges bedarf, um uns bafür zu entlohnen.
Ihr seid Hüter der ruhmreichen Tradition der alten Armee.
Einst hatte Deutschland eine stolze und tapfere Armee, hatte heldenhafte Kämpfer. Das ist bei deutschen Soldaten das Natürliche. Aber sie war nicht nur im Krieg die große Wehr der Nation, sie war im Frieden bie herrliche Schule unseres Volkes. Sie hat uns alle zu Männern gemacht und der Blick auf sie hat uns den Glauben immer aufrechterhalten an die Zukunft unseres Volkes. Und diese alte herrliche Armee, sie ist nicht tot, sie ruhte nur und ist wieder auferstanden nun in euch!
Ihr, meine Kameraden, tragt an ber Spitze eurer Waffe unb an eurem Helm ein unerhört hohes Vermächtnis. Ihr feib nicht etwas künstlich Gemachtes, etwas Trabitionsloses, was keine Vergangenheit hat, fonbern, was es auch in Deutfchlanb sonst gibt, es tritt zurück hinter bem, was ihr an Trabi- tion zu verkörpern habt unb verkörpern könnt. Ihr braucht wahrlich ber beutfchen Armee keine Ruhmes- titel zu erwerben, ben besitzt sie bereits, ihr braucht ihn nur zu bewahren!
Unb wenn wir hier in Stahl und Erz gerüstet stehen, bann ist es nicht beshalb, weil wir es für nötig empfinben, bes beutfchen Volkes Ehre zu reparieren. Soweit biese Ehre vom Solbaten getragen würbe, hat sie uns niemanb in ber Welt bisher zu nehmen vermocht! Deutschlanb hat seine militärische Ehre nicht verloren, unb am we- nigften im letzten Krieg. Wir brauchen biese Ehre baher uns auch nicht zurückzuholen. Wohl aber sorgen mir in Zukunft dafür, daß nicht so viel Ehre, so viel Heldenmut und so viel Opfer vergeblich sind, so wie es einst war.
Zeigt Euch dieser Opfer würdig und wett.
Diese alle Armee, deren Forlfuhrung ihr seid, deren Repräsentant und Traditionsträger ihr sein müßt, hat auf dem Altar des Vaterlandes die größten Opfer dargebracht, die jemals von einer Wehrmacht ihrem Volke gegenüber gefordert worden waren. Zeigt euch dieser Opfer würdig und wert! Sorgt dafür, daß sich die Ration auf euch genau fo verlassen kann, wie sie sich einst verlassen konnte auf unser altes herrliches Heer, auf unsere alte Armee und Wehrmacht! Sorgt ihr dafür, daß das Vertrauen der Ration euch immer genau fo gehören kann, wie es einst der Armee gehört hat, deren Helm aus ruhmvollster Zeit ihr tragt. Dann wird euch das deutsche Volk lieben, es wird in euch feinen besten Teil des deutschen Volkes sehen, fo wie es Jahr für Jahr feine besten Söhne in diese einzigartige Organisation |ujiaL Dann wird dieses Volk an feine Armee glauben und wird jedes Opfer gern und freudig dafür bringen in der Ueberzeugung, daß dadurch der Friede der Ration gewahrt wird und die (Erziehung des deutschen Volkes gewährleistet ist. Denn ihr seid Männer geworden und wir wollen, daß die ganze deutsche Jugend durch diese herrliche letzte Schule geht und genau fo Mann wird, wie ihr es seid. Wir wollen ein hartes Geschlecht heranziehen, das stark ist, zuvertäfsig, treu, gehorsam und anständig, fo daß wir uns unseres Volkes vor der Geschichte nicht zu schämen brauchen. Das ist die Bitte der Ration, die Hoffnung und Forderung der Ration an euch! Und ich weiß, ihr werdet diese Forderung und diese Hoffnung und diese Bitte erfüllen, denn ihr seid des neuen Deutschen
Reiches neue Soldaten!
Mit gläubigen Gesichtern lauschten die jungen Soldaten ben Ausführungen bes Mannes, ber auch ihr Führer ist unb bem sie gemeinsam verschworen sinb bis an ihr Enbe. Noch ber Rebe bes Führers rückten bie Formationen roieber ab unb kurz herauf begann ber große Vorbeimarsch ber Einheiten:
Hitler muß stolz sein, sagt die „TimeS^
ß o n b o n, 17. Sept. (DNB.-Funkspruch.) In bem »Times"-Bericht aus Nürnberg über bie Vorführungen ber Wehrmacht heißt es, was auch bie Zukunft bringen möge, Hitler muh, wie feint Rebe an bie Solbaten aeige, stolz fein, wenn er bie Leistung feiner ßeroeaung zur Wiederherstellung Deutschlands betrachte. Die $)in*


