Abessinien und der Völkerbund
Das Waffer des Tanasees
Aegypten sucht ein Abkommen mit dem Sudan.
abge-
Eine
ffentlichen Ruhe nach- ndern.
leuchtung der gesamten Flotte schlossen.
Das neue Handelsabkommen zwischen USA. und Moskau.
Mailand, 17. Juli (DRB. Funkspruch). „Gaz- zetta del Popolo" berichtet aus Alexandria über eine Unterredung des ägyptischen Ministers für öffentliche Arbeiten mit dem Vertreter des ägyptischen Blattes „Mokattam".
Der Vertreter erkundigte sich, warum Aegypten trotz der auf unbestimmte Zeit erfolgten Vertagung der zur Regelung der Tanasee-Frage nach Addis Abeba einberufenen Konferenz darauf dränge, mit der Regierung des Sudan zu einem Abkommen über die Ausnutzung des Wassers aus dem Tanasee zu gelangen. Der Minister erwiderte, es sei zweckmäßig, zuerst eine Einigung zwischen Aegypten und dem Su-
Wahlniederlage der englischen Konservativen.
London, 17. Juli. (DRV. Funkspruch.)
chef die Antwort, daß er es durchaus n i ch t wünsche, Italien aus dem Völkerbund zu nehmen. Mussolini soll erklärt haben, daß es nach seiner Auffassung möglich sei, den Fneden zu wahren. „Wir könnten uns mit A b e s s i n i e n verständigt haben, sofern nicht gewisse europäische Nationen gegen uns gearbeitet hätten. Unsere Freundschaft mit Frankreich, so fuhr der Duce fort, hat diese Lage indessen geändert, und gegenwärtig wird kein wirklicher Druck gegen uns ausgeübt. Ein Europakrieg sei für die nächsten Jahre wenig wahrscheinlich."
stehenden Maßnahmen, die eine Befestigung der Autorität und die Einheit der Armee zum Ziele haben.
Die Presse betont, daß Hayaschi mit diesen Maßnahmen seine Gegner besiegen wolle, die ihn wiederholt zu stürzen versuchten. Schon der Rücktritt General Mazakis lasse erkennen, daß durch eine durchgreifende Personalreform die Wider st ände in der Armee beseitigt und die Autorität und Einheit wieder hergestellt werden soll. In der Armee habe eine* O p p o s i t i o n s g r u p p e bestanden, die vom früheren Kriegsminister General A r a k i und General M a z a k i angeführt wurde. Man müsse abwarten, ab es der Gruppe gelingen werde, die Militärpolitik Hayaschis weiterhin zu beeinflussen. Kriegsminister Hayaschi werde künftig widerstrebende Führer rücksichtslos bestrafen. In politischen Kreisen erinnert man an die eigenmächtigen Veröffentlichungen oder die vielfachen Eingriffe von Militärpersonen in die innere Politik. Auch auf außenpolitischem Gebiete, so in der China-Frage und bei der Ernennung des Botschafters Ariyoschi, hätten sich diese Einflüsse geb tend gemacht.
Tokio, 17. Juli. (DNB. Funtspruch.) Auf Vor- schlag des Prinzen Kanin und des Kriegsministers Hayaschi genehmigte der Kaiser den Rück- tritt Mazakis, der hohe militärische Aemter bekleidet und der als Vertreter der innenpolitisch radikalen Richtung zu den Gegnern des g e - mäßigten Kriegsmini st ers Hayaschi gehört. Er steht der Gruppe von Jungoffizieren nahe, denen stark sozialistische Ziele nachgesagt wer- den. Seine Stellung im Obersten Kriegsrat dürfte Mazaki auch weiter beibehalten. Als Nachfolger Mazakis wird der 61jährige General Watanabe genannt, der übrigens früher einmal Militärattache in Berlin war. Er gilt als einer der besten Kenner des Auslandes.
Die zum 1. August erfolgenden 4000 Umbesetzungen höherer militärischen Stelle n in der japanischen Armee und der Rücktritt Mazakis deuten auf eine entscheidende Wendung in der japanischen Militärpolitik hin. Eine Sondersitzung des Obersten Kriegsrates, an der Kriegsminister Hayaschi, General Mazaki, sein Nachfolger General Watanabe und der frühere Kriegsminister Araki teilnahmen, galt den bevor-
Oie Zwischenfälle am Kurfürstendamm inBerlin. Eine Warnung an staatsfeindliche Elemente.
Berlin, 16. Juli. (DNB.) Zu den Zwischen- fällen am Kurfürstendamm am Montagabend a n - läßlich der Aufführung des schwedischen Filmes „Petterson und Bendel" wird von der Staatspolizei st elle Berlin folgendes mitgeteilt:
Ein neuer Zwischenfall in Belfast.
London, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) In Belfast, der Hauptstadt Nordirlands, wurde bei dem Begräbnis eines der Opfer der Unruhen des Wochenendes an der Ecke der Yorkstraße ein Schuß auf den Leichenzug abgefeuert. Ein junger Mann wurde von der Kugel ins Bein getroffen. Unter allgemeiner Aufregung stürzten sich viele hundert Menschen auf das Haus, aus dem der Schuß abgegeben worden fein soll. Die Polizei griff aber rechtzeitig ein, durchsuchte das Haus und nahm Verhaftungen vor. In der allgemeinen Auf- regung wurden von unbekannten Tätern drei Häuser in der Nachbarschaft in Brand g e • ft e cf t.
Um die Einheit der japanischen Armee
Durchgreifende Maßnahmen des Kriegsministers Hayaschi.
Mffolim lehnt ein gemeinsames Protektorat ab.
Unterredung eines amerikanischen Journalisten mit dem Oure.
aus auf dem Flugzeugträger „VUraglia die Ausreise nach I t a l i e n i s ch ° O st a f r i k a angetreten haben, werden in der nächsten Zeit 3 0 0 Bombenflugzeuge nach Eritrea und Somali verfrachtet werden. .Man nimmt an, daß general Valle, der Staatssekretär im italienischen Lust- fahrtministerium, selbst das Kommando über die 300 Bombenflugzeuge übernehmen wird, wie auch den Oberbefehl über die gesamten ßuftftreitfrafte in Jtalienisch-Ostafrika.
Im Hafen von Neapel stehen sechs große P e r s o n e n d a m p f e r zur Ausfahrt bereit, um mit Mannschaften und Kriegsmaterial die Reise nach den Kolonien anzutreten. Süditalien gleicht einem Heerlager. In Calabrien wird in beschleunigtem Tempo die Mobilisierung der Division Sila betrieben. Somit sind jetzt bereits 10 oollst ä n d i g e Divisionen aufgeboten wor-
Die Beisetzung Frau Schuschniggs.
Wien, 16. Juli. (DNB.) Die Leiche der bei der Autokatastrophe am Samstag vergangener Woche verunglückten Frau Herma Schuschnigg wurde am Dienstagnachmittag feierlich beige« sctzt. In derHietzingerPfarrkirche hatten sich außer den engsten Verwandten der Verstör- denen der B u n d e s p r ä s i d e n t, die gesamte Bundesregierung, das Diplomatische Korps mit dem deutschen Gesandten.von Popen und Vertreter des öffentlichen Lebens in Oe ft erreich sowie einige Vertreter des Hauses Habsburg eingefunden. Die Einsegnung der Leiche nahm Kardinalerzbischof Dr. I n n i tz e r vor. Vor der Kirche hatte eine Abteilung des Bundesheeres und der Polizei Aufstellung genommen. Nach der Einsegnung bewegte sich der Leichenzug zum Hietzinger Friedhof. Auf dem Wege hatten Wehr- oerbänoe Spalier gebildet.
Unterhaus-Ersatzwahl in West Totteth (Liverpool) hat zu einer schweren Niederlage der Konservativen und zur Wiedereroberung des Wahlkreises durch die Sozialisten geführt. Der Kandidat der Arbeiterpartei G i b b i s erhielt 14 908 Stimmen und der konservative Cremlyn 9565 Stimmen. Bei den Parlamentswahlen von 1931 hatten die Sozialisten mit 14 978 Stimmen ungefähr d i e gleiche Stimmenzahl erhalten, wie gestern, während der konservative Kandidat nicht weniger als 20 61- Stimmen auf sich vereinigte. Bei den Wahlen 1929 hatten die Zahlen gelautet: Arbeiterpartei 19 988 und Konservative 16 309. In konservativen Kreisen wird das gestrige Wahlergebnis auf die in der Schiffahrtsindustrie von Liverpool herrschende Arbeitslosigkeit durchgeführt. Die Wahlbeteiligung war mit nur 53 v. H. außerordentlich schwach.
Die verständlichen Demonstrationen gegen das anmaßende Verhalten der Juden haben auch gestern wieder sofort allerhand dunkle Elemente an gelockt, die glauben, bei solchen Gelegenheiten ungestraft ihre staatsfeindlichen Ziele verfolgen und durch Tumulte Staat und Bewegung in Mißkredit bringen zu können. Die Gliederungen der Bewegung, insbesondere PO. und SA., haben sich sofort der Polizei zur Verfügung gestelltem durch schnellste Wiederherstellung der Ruhe der Minierarbeit dieser dunklen Kräfte den Boden zu entziehen. Der Zu- fammenarbeit von Polizei und Gliederungen der Bewegung gelang es dann auch tatsächlich in kürzester Zeit, weitere Störungen au unterbinden. Es bedarf keines Hinweises, daß Staat und Bewegung auch weiterhin aufs engste zusammen arbeiten werden, um jede Störung der öffentlichen Ruhe nachdrücklichst zu verhindern.
den, von denen je 5 zum italienischen Heer und zur Schwarzhemdenmiliz gehören. Dre^i Armee- Di o i s i o n e n , die Peloritana aus Sizilien, Die Florentiner Division Gavinana und die auf der Insel Sardinien mobilisierte Division Sabaudia, sind bereits, ebenso wie größere Schwarzhemoen- fontingente, nach Afrika aufgebrochen. In den Abruzzen steht die Division ©ran Sasto bereit. In Calabrien wird seit gefUrn zum Sammeln geblasen. Die Transportschiffe müssen chren Weg in schnellstmöglichem Tempo zurückleaen, um me Truppen nach Ostafrika zu bringen. In Den un» und Ausschiffhäfen ist her Aufenthalt auf das kürzeste bemessen. Es steht noch nicht fest, wie wert mit steigendem Bedarf auch noch der Mittelmeer-, Afrika- und Ostasiendienft der italienischen Gesellschaften eingeschränkt werden muh.
N e u y o r k, 17. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die Neuyorker Blätter bringen in großer Aufmachung eine Unterredung mit Mussolini, die ein Neuyorker Journalist, ein gewisser Hans von Kaltenborn, mit dem Duce gehabt haben will. Auf die Frage, ob es nicht doch eine Möglichkeit zu einem gemeinsamen italienisch-französisch - englischen Protektorat gebe, erwiderte Mussolini nach der Darstellung des amerikanischen Journalisten, daß ein solches Protektorat unmöglich sei, und wörtlich: „Mehrseitige Protektorate sind wertlos". Auf die Frage, ob Italien aus dem Völkerbund aus^u treten in Erwägung ziehe, gab der italienische Regierungs-
Avenols pariser Mission.
Paris, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das politische Interesse der französischen Öffentlichkeit war in den letzten Tagen von den Gesetzesverord- nungen in Anspruch genommen. Jetzt erinnert die Ankunft des Generalsekretärs des Völkerbundes A o e n o l in Paris an das vordringliche abessinische Problem. Die Großmächte, so schreibt Frau Tabouis im „O e u v r e", haben zwischen ihren Interessen oder besser den Interessen des europäischen Friedens und dem Respekt vor dem Dölkerbundspakt zu wählen. Avenols Reife nach London und Paris haben den Zweck, einen Zusammentritt des Völkerbundes zu verhindern, solange nicht Frankreich und England sich über eine mögliche Lösung des Streitfalles geeinigt Hätten, 3um_ mindesten aber über einen etwa notwendigen Schritt in Addis Abeba. Nach Edens Mißerfolg in Rom könne England nicht zu Verhandlungen übergehen. Daher habe der britische Botschafter in Paris den französischen Ministerprä- fibenten gebeten, die Verhandlungen aufzunehmen. Bisher habe die Innenpolitik dazu aber keine Zeit gelassen.
Wenn Abessinien auf der (Einberufung des Völkerbundes bestehen werde, werde der Rat am 25. Juli zusammentreten. Aber es könnte eine andere Atmosp hä r e geschaffen werden, wenn es gelingen würde, bis dahin über die Einheit zwischen Paris, London und Rom gründlich zu verhandeln. In London und Paris verwerfe man einen Feldzug gegen Abessinien. Denn dieses Land habe das Recht als Völkerbundsmitglied die Unverletzlichkeit seines Gebietes vom Völkerbund gerantiert und sogar verteidigt zu sehen. England denke an die mögliche Rückwirkung in Aegypten, Frankreich sei Pate Abessiniens bei dessen Eintritt in Den Völkerbund gewesen. Vor allem seien London und Paris besorgt, einen Krieg zu verhindern, der, wie man heute sagen könne, das europäische Gleichgewicht stören würde. Ein Krieg würde dem Völkerbund den härtesten Schlag versetzen. Wenn auch nach Ansicht britischer Sachverständiger Italien den Nequs schnell „zur Vernunft" bringen werde, so glaube man in Frankreich, daß hierzu doch eine längere Zeit nötig sei. Bis dahin aber sei manche Gelegenheit zum Auslösen von Ereignissen gegeben, die die europäische Lage noch verwickelter machen würden.
Verstärktes Tempo in den Kriegsvorbereitungen.
Rom, 16. Juli. (DNB.) Außer den beiden Flugzeuggeschwadern, die von Neapel
ban über die Verteilung Des Tanasee-Wassers zu erzielen. Ein solches Abkommen wäre auf jeden Fall nützlich, denn wenn ein siegreiches Italien seinen Einfluß auf den Tanasee ausdehne, bann mürbe bie Stellung Aegyptens durch ein solches Abkommen mit dem Sudan bedeutend gestärkt sein. *
Aegypten hat Die Ausfuhr ägyptischer Kamele nach Der italienischen Kolonie Er iträa verboten. Das Verbot erfolgte auf Berichte, nach Denen italienische Agenten große Käufe von Kamelen auf oberägyptischen Märkten getätigt haben.
Seit Präsident Roosevelt im Jahre 1933 d i e Sowjetrepublik anerkannte, haben die Bemühungen um einen Handelsvertrag ein wechsel- volles Schicksal gehabt. Seit 18 Jahren sind bie Fäben zwischen ben beiben großen Wirtschaftsgebieten z e r r i s s e n, unb die phantastischen Zahlen über bie räterussische Aufnahmefähigkeit für Jndustriewaren, die Litwinow auf ber Londoner Weltwirtschaftskonferenz gab und damals von der amerikanischen Sensationspresse für ernst genommen wurden, nötigen heute nur ein Lächeln ab. Die amerikanischen Hoffnungen, Sowjetruhland als Absatzgebiet für amerikanische Jndustrieprodukte zu gewinnen, sind außerordentlich zurückge- ch r a u b t worden, und es ist sehr fraglich, ob die Zusage Moskaus in dem jetzt abgeschlossenen Handelsabkommen in Erfüllung geht. Denn Rußland verpflichtet sich in dem zwischen Litwinow und dem Gesandten der Vereinigten Staaten in Moskau, William Bullit, abgeschlossenen Vertrag, innerhalb von zwölf Monaten für 30 Millionen Dollar amerikanische Waren aufzunehmen. Wenn man bedenkt, daß in Den letzten drei Jahre nur für rund 10 Millionen Dollar nach der Sowjetrepublik geliefert wurden, dann klingt die Bereitschaft der Moskowiter doch einigermaßen unglaubhaft. Jedenfalls muß die Sowjetrepublik in diesem Jahre ein Vielfaches der amerikanischen Ausfuhr der letzten Jahre aufnehmen unb bezahlen, denn Handelskredite irgendwelcher Art erhalten die Sowjets nicht, nach den schlimmen Erfahrungen, die amerikanische Firmen mit Dem staatlichen Handelsmonopol Der Sowjetunion in Den vergangenen Jahren machten.
Daß Die Vereinigten Staaten Sowjetrußland Die Meistbegünstigung für bolschewisti -
Oie Fioiienparade vor König Georg.
London, 16. Juli. (DNB.) Auf ber Hohe von Spithead bei Portsmouth fand am Dienstag die große Jubiläumsparade Der englischen Kriegsflotte vor König Georg V. statt. Die englische Bevölkerung nahm zu Tausenden an dem großen Schauspiel teil. 160 Kriegsschiffe der Heimatflotte, der Mittelmeerflotte und der Reserveflotte lagen in ausgedehnten Linien zwischen Portsmouth und der Jsle of Wight vor Anker. Auch die englische Handelsflotte war durch alle Schiffsgat« tungen, vom großen Ueberseeluxusdampfer bis zum kleinen Fischdampfer, vertreten. Alle Schiffe hatten festlich über die Toppen geflaggt. Vom Donner der Schiffsgeschütze begrüßt, nahm König Georg mit seinen drei Söhnen, Dem Prinzen von Wales und den Herzögen von Kent und Port, an Bord Der Königsjacht „Victoria and Alber t", die langsam die Reihe Der vor Anker liegenden Schiffe abfuhr, die Parade ab. Nach der Flottenschau folgte eine Parade ber Marine- I u f t ft r e i t f r ä f t e, an ber sich über 100 Kampfund Jagdflugzeuge, Bomber und Flugboote beteiligten. Der Tag wurde mit einer großen Festbe -
Der Dienstag stütz aus Berlin zurückgekehrte Gesandte des Deutschen Reiches, v. P a p e n, hatte sich sogleich in das Auswärtige Amt begeben, um bie aufrichtige Teilnahme der gesamten Reichsregierung an dem schweren Verlust, der den Bundeskanzler betroffen hat, zum Ausdruck zu bringen.
als diejenigen, die nicht am Kriege ieifgenommen hätten. f
Die verständigen Worte des englischen Thronfolgers hätten viel dazu beigetragen, die engen Begehungen zwischen Deutschland und England zu vertiefen. Der Grund zu der Verstandlgung| fei gegeben in den charakterlichen Wesensgleichhelten, beide Volker hätten heute den emzigen Wunsch, im Frieden miteinander auszukommen.
Das Scho in England.
Die Fühlungnahme der Frontsoldaten ebnet den Völkern den Weg.
London, 17.Juli. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Mail" sagt: Wir beglückwünschen die gegenwärtig als Gäste der deutschen Frontkämpfer- Organisation in Deutschland weilenden Vertreter der „British Legion" zu dem wirklichen D ienft, den sie mit ihrem Besuch dem Frieden und der internationalen Freund- schäft erwiesen haben. Sie sind vom Führer und Reichskanzler mit außerordentlicher Herzlichkeit empfangen unb von hervorragenben Persönlichkeiten allenthalben begrübt worben. Somit hat bie kluge Initiative b e s Prinzen von Wales gute Früchte gezeitigt, denn er war es, ber vor wenig mHr als einem Monat bie Ueberzeugung aussprach, baß es keine geeignetere Körperschaft geben könne, Djm Deutschen bie Freunbschaftshanb entgegenzustrecken, als Die britischen Solbaten, die im Weltkrieg gegen sie gekämpft hätten. Eine Fühluyginiihme bivfer Art zwischen Männern, bie einander in ber Feuerlinie gegenüber ftanben unb einanber achten gelernt haben, tragt vielmehr zur Forderung des internationalen guten Willens bei als die Wiederholung rednerischer Gemeinplätze über den Frieden auf Konferenzen und in Parlamenten. Sie beseitigt Mißverständnisse und ebnet den Weg für Zusammenarbeit.
Lieferung von Anthrazit und anderen Kohlenforten nicht unter die Meistbegünstigung fällt, dann ist, zumal die USA. ähnliche Meistbegünstigungsoerträge auch mit anderen Staaten, z. B. Brasilien, abgeschlossen haben, diese amerikanische Konzession nicht überwältigend. Die USA. haben vor allem ein Interesse an bolschewistischen Manganerzen. Wie der Unterstaatssekretär Philipps bekannt gab, erzeugt Amerika nur 10 v. H. seines Bedarfes an diesen für Eisenlegierungen und für die Rüstungsindustrie wichtigen Erzen. Die USA. haben also nichts anderes getan, als die sowjetrus - fische Parität mit" den brasilianischen Manganerzen herzustellen.
Wichtig ist, daß sich die Vereinigten Staaten Barzahlung Vorbehalten haben und keinerlei Konzession in der Schulden frage, die vor allem die sogenannten Kerenski-Schulden betrifft, nach dem Zusammenbruch der diesbezüglichen Verhandlungen im Februar machten. Denn nach der amerikanischen Johnson-Akte ist eine Kreditgewährung an die Sowjetunion illegal, weil die Sowjetunion sich weigert, die altenSchulden zu bezahlen. Die amerikanischen Wirtschaftskreise erwarten wieder einmal eine größere Aufnahmefähigkeit der Sowjets für amerikanische Maschinen, industrielle und lufttechnische Ausrüstungsgegenstände unb Rohbaumwolle; aber an und für sich ist die Summe von 30 Millionen Dollar, für die
Sowjetrußland solche Waren abnehmen soll, für die amerikanische Handelsbilanz keine wesentliche Erleichterung, und ob die Sowjets überhaupt diese Warenmenge, die sie gerne aufnehmen, zu bezahlen in der Lage sind, dürfte einigermaßen zweifelhaft fein, denn bis jetzt hat die Sowjetunion sich als Macht erwiesen, die mehr s ch e Waren zugestehen, klingt im ersten Augen- versprach, als sie halten konnte, blick überraschend, aber wenn man bedenkt, daß die | ----s----
An die SA.
der Gruppe Berlin-Brandenburg.
Berlin, 16. Juli. (DNB.) Der Führer der Gruppe Berlin-Brandenburg, i. V. Uh land, Gruppenführer und Stabsleiter, hat im Hinblick auf die Vorgänge am Kurfürstendamm folgenden Befehl an die SA. der Gruppe Berlin - Brandenburg erlassen: Dolksfremde und jüdische Elemente versuchen in ähnlicher Weise wie im Münsterlande di e SA. in Mißrredit zu bringen. Wenn auch das Verhalten Fremdrassiger auf das Strengste verurteilt werden muß, so muß trotzdem die SA. dis Disziplin bewahren und erneut unter Beweis stellen, baß sie die Aufgaben, die ihr der Führer gestellt hat, zu erfüllen versteht. Die Gruppe Berlin-Brandenburg ordnet daher an, daß d i e S A. s i ch von jeglichen Demonstrationen und Kundgebungen fernhält, auch in Zivilkleidung. Sämtliche SA.-Männer haben außerhalb ihres Berufes sofort bis auf Widerruf Dienstkleidung zu tragen. Die verantwortlichen SA. - Führer haben entsprechend dieser Anweisung sofort sich durch Appelle in den Sturmlokalen von der Durchführung der Anordnung zu überzeugen. Diese Anordnung soll den gesunden SA.-Geist nicht einbämmen, sondern den Gegnern des Nationalsozialismus die Gelegenheit zur Verleumdung und Diffamierung unserer SA. nehmen. Heil unserem obersten SA.-Führer Adolf Hitler!
Berlins Fehlbetrag um fast 60 Millionen herabgedrückt.
Berlin, 16. Juli. Bei Abschluß der Rechnung des am 31. März abgelaufenen Finanzjahres 1934 konnte die Berliner Stadtverwaltung die erfreuliche Feststellung machen, daß sich für Das Finanzjahr 1934 ein Fehlbetrag von nur 5,4 Millionen M a r k ergibt. Dieses Abschlußergebnis ist im Hinblick auf Den Eröffnungsfehlbetrag im Voranschlag 1934 mit 89 Millionen Mark als äußerst günstig au bezeichnen. T)tt Verbesserungen im Laufe des Jahres 1934 sind In erster Linie auf den Rückgang des Unter« stützungsauswandes für Wohlfahrtserwerbs«


