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Land der Pharaonen war türkischer Tributärstaat in den Händen sich gegenseitig bekämpfender Ma­

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London, 16. Rov. (DJIB.) Am 1 2UC3. standen noch 15 Wahlergebnisse

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unabhängige Liberale unabhängige Arbeiterpartei Unabhängige

Kommunisten

insgesamt für die Opposition

Stand der Parteien war wie folgt: Konservative nationale Liberale nationale Arbeiterpartei Nationale

(460), ( 38), ( 13), ( 3), (514). ( 57), ( 30),

mlukenbeys, als Bonaparte 1798 daran ging, Aegypten für Frankreich zu erobern und damit ober auch die Engländer auf den Plan rief, die die französische Flotte bei Abukir vernichteten und die Türkei zum Widerstand gegen den fremden Eindringling aufreizten. Schließlich haben die Eng­länder mit eigenen Truppen das Letzte dazu getan, daß die französische Expedition 1801 ein unrühm­liches Ende fand. Zwei Jahre später hat England ^war Aegypten wieder geräumt und sich in den folgenden Zeiten des Aufschwungs des Landes un­ter dem tatkräftigen Dizekönig Muhammed Ali auf argwöhnische Beobachtung des französischen Konkurrenten beschränkt. Auch der Bau des Suez­

portei die Mehrheit im Parlament sichern sollte, seitdem ist das Land nicht zur Ruhe gekommen, jetzige Ministerpräsident R a s s i m Pascha be-

Schlepptau zu halten und die Verstärkung der briti­schen Macht in Aegypten widerspruchsvoll hinzu­nehmen. Aber bei der Erregung der ägyptischen Volksmassen und der Ursache des Konflikts zwischen Volk und Regierung muß natürlich auch England mit erheblichen Schwierigkeiten rechnen, die viel­leicht auf seine Haltung in den sich über das Mittel­meerproblem als Ganzes erstreckenden Verhandlun­gen mit Italien nicht ohne Einfluß bleiben könnten.

Kleine politische Nachrichten.

In der Eingangshalle zum Volksgerichts­hof ist im Beisein des Reichsjustizministers eine von dem Münchener Bildhauer Göbel geschaffene Bronzebüste des Führers und Reichs­kanzlers feierlich eingeweiht worden.

Die Geheime Staatspolizei hat die A n t h r o p o - fophifche Gesellschaft auf Grund der Der- ordnung zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 für das gesamte Reichs- gebiet aufgelöst und ihr jede Weiterbetäti-

Die Regierungsmehrheit beträgt also 242 gegen­über bisher 413. Für die Regierung wurden ins­gesamt 11 581 163 Stimmen abgegeben, für die Opposition 9 878 404 Stimmen. Die einzelnen Par­teien haben folgende Gewinne und D e r - luste zu verzeichnen: konservative: 6 Gewinne und 78 Verluste, Simon-Liberale: 1 Gewinn und 9 Ver­luste, Rationale Arbeiterpartei: 1 Gewinn und 7 Verluste. Bei der Opposition haben die Arbeiter- parleiler 98 Gewinne und 3 Verluste. Die Anab­hängige Arbeiterpartei hat 1 Gewinn, keinen Ver­lust. Die Oppositionsliberalen haben 3 Gewinne und 11 Verluste.

Insgesamt haben von einer 31,3 Millionen be­tragenden Wählerschaft 21,6 Millionen, also etwa 71,4 v. H. ihre Stimme abgegeben. Bei den letzten Wahlen im Jahre 1931 war die Wahl­beteiligung 79,8 v. h. 3n London haben die Re­gierungsparteien 14 Sitze verloren, sie besitzen aber mit 37 von insgesamt 62 Sitzen noch die Mehrheit. Die Regierung besitzt die stärkste Mehrheit im eigentlichen England, wo das Verhältnis von Re­gierung zur Opposition etwa 3:1 lautet.

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Eines der bemerkenswertesten Wahlergebnisse ist die Niederlage Ramsay Macdonalds, der nur 17 800 Stimmen erzielte, während sein ar­beiterparteilicher Gegenkandidat rund 38 000 Stim­men auf sich vereinigen konnte. Auch sein Sohn, der Kolonialminister Malcolm Macdonald steckte eine Niederlage ein. Er ist der erste Kabi­nettsminister, der bei diesen Wahlen nicht erfolgreich war. Dagegen gelang es dem Innenminister Sir John Simon, mit einer allerdings nur sehr knap­pen Mehrheit von 647 Stimmen ins Unterhaus zu­rückzukehren. Der Völkerbundsminister Eden er­zielte mit 35 000 gegen 10 000 Stimmen die beacht­liche Mehrheit von rund 25 000 Stimmen. Auch Winston Churchill wurde wiedergewählt (20 000 Stimmen Mehrheit), desgleichen Lloyd George, der seine Mehrheit von 5000 auf 9000 Stimmen er­höhen konnte. Der Unabhängige Arbeiterparteiler James M a x t o n verdoppelte die bei der letzten Wahl erzielte Mehrheit. Der Erfolg der Regierung übte am Freitag eine sehr belebende Wirkung in der Londoner City aus. Die Zufriedenheit äußerte sich in einem allgemeinen Anziehen der bri­tischen Papiere, besonders Rüstungs- a k t i e n waren lebhaft gefragt.

Der italienische Vormarsch wir- an allen Fronten fortgesetzt.

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Der Gouverneur des Memelgebietes hatte das Präsidium des Landtages zu sich ge­beten. Die Unterredung dauerte fast volle drei Stunden. Sie führte zu keinem Ergebnis. Vom Gouverneur sind auch keine neuen Vor­schläge gemacht worden. Vor allem ist die Frage nach der Person des Direktoriumspräsidenten nicht weiter behandelt worden.

Nordchina erklärt seine Unabhängigkeit von Nanking.

P e i p i n g, 15. Nov. (DNB.) Der Verwaltungs­chef der östlichen Zone des entmilitarisierten Ge­bietes, P i n g j u k e n g , erklärte in einem in der vergangenen Nacht versandten Zirkulartelegramm die Unabhängigkeit Nordchinas von Nanking. Der Text der Erklärung wurde in Gegenwart des Generals Sungcheyuan und des japanischen Sondergesandten Doihara fest­gesetzt. General Sungcheyuan ist Befehlshaber der 29. Armee, die die Tradition der Kerntruppe ihres ehemaligen Führers Marschall Fungyuhsiang

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Die Meinung der presse.

London, 16. Nov. (DNB. Funkspr.) Der Wahlsieg der nationalen Regierung wird von der englischen Presse mit Ausnahme der Oppositions- blätter mit größter Befriedigung ausgenommen. Die Blätter betonen, daß niemals zuvor eine britische Regierung, die bereits vier Jahre im Amt war, ein so gewaltiges Vertrauensvo­tum erhalten hat. Außerdem wird darauf hinge- wiefen, daß die nationale Regierung die erste seit dem Kriege ist, die zwei Parlamentswah­len hintereinander gewonnen hat. Die der Regierung nahestehenden Bläter bedauern die Niederlage Macdonalds bei den Wahlen. Die konservativeM o r n i n g Po st" drückt ihre Befriedigung darüber aus, daß die marxistische Lehre des Klassenkampfes durch die Nie­derlage der Arbeiterpartei aus dem Felde ge­schlagen worden sei. Es sei zu hoffen, daß die Opposition jetzt den Wahnsinn dieser Lehr^ einsehen werde. Die ernste Tatsache jedoch, daß die Marxisten einen beträchtlichen Stimmenzuwachs erhal­ten haben, müsse eine Warnung für die Konser­vativen sein, nicht auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Das große Werk der englischen Wiederauf- rüstung müsse jetzt in Angriff genommen werden.

Das RothermereblattDaily Mail" schreibt: Das Volk habe gezeigt, daß es den Kriegsgelüsten der Arbeiterpartei, die den Italienern den Suezkanal verschließen wollten, nicht zustimme. Die Regierung habe jetzt ein Mandat für die Wiederauf­rüstung erhalten und müsse sofort eine unge­heure Verstärkung der englischen Luftflotte und eine Vermehrung der übrigen Streitkräfte in Angriff nehmen. England müsse sich von internationa­len Verwicklungen fernhalten, und das MottoEngland zuerst" über seine Politik setzen.

Die Oppositionsblätter nehmen das

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Der Wahlsieg der englischen Konservativen.

Lm neuen Unterhaus werden 421 Abgeordnete der Regierung 179 Abgeordneten der Opposition gegenüberstehen.

müht sich, mit England ein erträgliches Verhältnis zu finden, ohne den Zorn der Nationalisten zu erregen.

Das Unternehmen mußte zu einem schier un­möglichen Eiertanz werden in dem 2!ugenblid, in dem England als Folge des Abessinienkonflikts einen großen Teil seiner Flotte in Alexandrien zu­sammenzog und seine Truppen in Aegypten ver­stärkte, um seine Interessen am Suezkanal wie im Sudan wirkungsvoll schützen zu können. Diese Mobilmachung vollzog sich zwar entsprechend den 1922 bei Erklärung der Unabhängigkeit Aegyptens von England gemachten Vorbehalten, aber gegen den Willen Aegyptens, das im Abessinienkonflikt seine Neutralität erklärt hat. Ganz verwickelt wird die Lage nun dadurch, daß Italiens Vorgehen gegen Abessinien, den letzten bis dahin tatsächlich unab­hängigen Staat Afrikas, die Selbständigkeitsgelüste im ganzen oorderasiatisch-nordafrikanischen Raum geweckt hat. Ueberall in der arabischen Welt führen die Nationalisten das Wort und nehmen leidenschaftlich für das um seine Existenz kämpfende Abessinien Partei. Aber diesmal ist seltsamerweise gerade England, gegen dessen Vorherrschaft sich 'bislang der arabische Nationalismus in der Haupt­sache zur Wehr setzen mußte, der entschiedenste Parteigänger Abessiniens und auch die Mobil­machung der britischen Truppen in Aegypten und die Konzentration der britischen Flotte vor Alexan­drien, die den ägyptischen Nationalismus von neuem erregt, geschah ja um der Selbständigkeit Abessiniens willen. Aus diesem Zwiespalt sehen die Führer der ägyptischen Nationalisten nur den Aus­weg, endlich mit England zu dem Vertrag zu kom­men, der 1930 nicht gelungen war und der Aegyp­tens Unabhängigkeit tatsächlich sicherstellen soll. Aber auf die Anfrage des ehemaligen Minister­präsidenten Nahas Pascha, ob England bereit sei Aegypten als unabhängigen Verbündeten Eng­lands anzuerkennen, erfolgte die Antwort Sir Samuel H o a r e s , daß England die augenblickliche Laae nicht auszunutzen gedenke was man m Aegypten so ausfaßte, als ob England die Zeit für eine Neuregelung der britisch-ägyptischen Beziehun­gen noch nicht für gekommen erachte Die Nationa­listen sind bitter enttäuscht und ihre Empörung richtet sich gegen die Regierung Na ss l m Pascha, der man vorwirft, sich schwächlich im britischen

Asmara, 16. Nov. (DNB. Funkspr.) Die ita­lienischen Truppen des D a n a k i l - Frontabschnit­tes, die unter dem Oberbefehl des Generals M a - r i n o t t i stehen, befanden sich Freitag mittag a u f dem Vormarsch auf A n t a l o. Bei dem Ort S ch e l i k o t, der etwa 35 Kilometer nordöstlich von Antalo liegt und der das nächste Ziel der Heeres­gruppe Marinotti ist, stehen abessinische Abteilun­gen, die bei A s b i den Truppen des Generals M a r i n o 11 i einen erbitterten Kampf lie­ferten, und die sich in der Richtung auf Schelikot zurückgezogen hatten. Mit den Truppen des Generals Marinotti haben sich die des Obersten L o r e n z i n i vereinigt. Sie decken gemeinsam den linken Flügel der italienischen Nordarmee.

Italienische Flugzeuge warfen im Umkreis von Antalo eine volle Stunde lang Brandbomben im Gewicht von 31 kg ab. Als die Abessinier die Bombenflugzeuge am Horizont aufkommen sahen, sollen sie durch Anzünden von Feuern die Aufmerk­samkeit der Flugzeugführer auf falsche Punkte zu lenken versucht haben. Unmittelbar nach dem Ab­wurf der Brandbomben konnten von den Orten zahlreiche Brandherde festgestellt werden. Man hört, daß der Negus der Heeresgruppe des

zu dessen Sicherung auch des Besitzes Aegyptens bedurfte. Die riesigen Baumwollkulturen im Schwemmland des Nils brachten Aegypten in völ­lige wirtschaftliche Abhängigkeit von England; mit der Herrschaft im Sudan hatte England die Faust an der Lebensader Aegyptens, dem Nil. Zu Beginn des Weltkrieges erklärte England das bis dahin der Form nach noch immer dem türkischen Sultan Iributpflichtige Aegypten zum britischen Protektorat. Aber unter dem Eindruck des Weltkrieges entstand im Lande eine starke nationale Bewegung gegen die britische Herrschaft. England trug dem Rech­nung und erklärte 1922 Aegypten fürunabhängig". Allerdings die Unabhängigkeit war von England nur soweit gemeint, wie sie sich mit den britischen Interessen vertrug. Vier Vunkte blieben bestehen, bie die Unabhängigkeitserklärung höchst fragwürdig machten: Sicherung der Verbindungen des Empire, Verteidigung Aegyptens gegen jeden Angriff von außen, Schutz der Ausländer und Minderheiten und schließlich Aufrechterhaltung des Status quo im Sudan. Der ägyptische Nationalismus entzündete ßch naturgemäß stets wieder an diesen Beschrän­kungen der Freiheit des Landes, und die Einstel­lung zu England wurde seitdem maßgebend für das Verhältnis zwischen Volk und Regierungen. Die Einführung einer Verfassung 1923 und die ersten Varlamentswahlen brachten zwei Parteien auf den Wan, die H o f p a r t e i, mit deren Hilfe König Fuad sich gegen die englandfeindlichen Natio- noüften zu behaupten suchte, die unter ihrem Führer Zaghlul Pascha sich zur Was d Partei zusammenschlossen. Die Wahlen von 1929 führten ni einer überwältigenden Mehrheit der Nationa­listen. Ihr Führer Nahas Pascha wurde mit der Regierungsbildung beauftragt und begann Verhand­lungen mit England über eine Beseitigung der bis- hcriaen Beschränkungen der ägyptischen Souveräni- tät. Sie hatten kein Ergebnis, da man sich über die Hulunft des Sudan nicht einigen konnte. Durch

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unbequeme Verfassung durch eine neue, die der Hof- fyf (jj« hi» Wohrhoif im fHrirfrimpnf firfiprn sollte.

-raßen Linie etwas aussetzen zu können. So hat Haldwin das Vertrauensvotum des Landes erhal- Sn, auf das gestützt er nun vermutlich mit den Zeichen Mitarbeitern wie seither an die großen Hufgaben Herangehen kann, die die durch den Abes- lftlenkonflikt ausgelöste außenpolitische Lage ihm |rUt. Das ist in erster Linie das von Italien auf- aerollte Mittelmeerproblem und in engstem Zusammenhang damit die Notwendigkeit, die jahre- lcng vernachlässigte Rüstung Englands den tat- söchlichen Bedürfnissen des britischen Weltreiches chizupassen. Wie sehr der Abessinienkonflikt weit über das wohl von Rom vorausgesehene Maß hin­aus die Wurzeln der britischen Macht im Nahen Olten und damit das Lebensinteresse des Empire berührt, zeigen die Vorgänge in Aegypten. Hier mußte sich England an der Achillesferse seiner niachtpolitischen Organisation getroffen fühlen und er war zumindest naiv von den Italienern, zu glauben, es werde sich mit einer gewaltsamen Dachtverschiebung in dieser für den Zusammen­halt des eigenen Weltreichs geradezu entscheidenden Zme schweigend abfinden.

Wahlergebnis mit sauersüßer Miene auf. Der Daily Herald" schreibt, man dürfe nicht außer acht lassen, daß die Arbeiterpartei IV2 Millionen Stimmen gegenüber Öen letzten Wahlen gewonnen habe. Der Untergang der liberalen Partei fei zu be­grüßen. Zum ersten Male sei das Feld klar und die Zukunft liege nur noch zwischen den Konser­vativen und der Arbeiterpartei. Mit Energie und guter Organisation müßte ein Erfolg der Arbeiter­partei bei den nächsten Wahlen möglich sein. Die liberale ZeitungNews Chr 0 nicle" verbirgt ihre Enttäuschung hinter belanglosen Phrasen. Be­merkenswerterweise vermeidet das Blatt jeden An­griff gegen die Regierung.

Das Scho in Paris.

Paris, 16. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Pa­riser Presse begrüßt die Beständigkeit, die aus dem englischen Wahlergebnis spricht, und vergleicht sie mit der Unbeständigkeit der französischen Politik. Petit Parisien" hofft, daß das Kabinett Baldwin nunmehr eine weniger schwankende Außenpolitik betreiben werde, als seit Fe­bruar 1935, und daß es vor allem die Landesver­teidigung ausbauen werde, um wirksam an der Verteidigung der bestehenden Ordnung mitzuwirken, wenn Deutschland versuchen würde, diegroße Kriegsmaschine einzusetzen", die es sich zur Zeit schaffe. Die radikalfozialisti'scheR e p u b l i q u e" schreibt, die parlamentarische Mitte habe sich ver­flüchtigt und die Wählermassen hätten sich a u f zwei gleich große Blocks verteilt. Das Zwei-Parteiensyftem sei britische Ueberlieferung; aber in diesem Fall folge England auch einer Ent­wicklung, die sich in allen europäischen Ländern abzuzeichnen scheine. Das gleiche gelte für Belgien und Spanien. Diese Entwicklung sei sogar in Frankreich spürbar, obwohl sie hier aus verschiedenen Gründen getrennt würde.

Der Geiger Professor Hugo Heermann f.

Der berühmte Violin-Virtuose Professor Hugo Heermann ist dieser Tage in Meran an den Folgen eines Unfalles im Alter von 91 Jahren aest 0 rben. Seine Beisetzung findet in Frank­furt a. M. statt, wo er als Lehrer am Hochschen Konservatorium 40 Jahre seines Lebens gewirkt hatte. Hugo Heermann, der am 3. März 1844 in Heilbronn geboren und in Brüssel und Paris aus­gebildet worden war, wirkte nach seiner Frankfurter Zeit in Chikago, Berlin und Genf. Sein Quartett war in der ganzen Welt berühmt. Er selbst war der erste deutsche Künstler, der nach dem Kriege 1870/71 in Paris spielte und Werke von Brahms, Strauß u. a. zum Vortrag brachte.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vorn 1. Juni 1935 gültig.

war; er gilt als die zuverlässigste Stütze der auf eine Zusammenarbeit mit Japan gerich­teten Politik in Nordchina.

Gleichzeitig werden die seit Tagen umlaufenden Gerüchte über kriegerische Vorbereitun- gen Japans gegen N 0 rdchina durch Mel­dungen über japanische Truppenkonzentrierung außerhalb der Großen Mauer bei Shanhaikuan be­stätigt. Nachdem dort am Donnerstag ein Sonder­zug und ein Zug mit Kavallerie eingetroffen waren, wurde am Freitag eine Brigade versammelt, die als ihr provisorisches Hauptquartier einen Teil des Stationsgebäudes besetzte. Als Grund hierfür wird die angebliche Zusammenziehung chinesischer Trup- pen in den Provinzen Schantung und Hopei ab­gegeben, wogegen bereits bei der Nankingregierung der energischste Protest eingelegt worden ist.

Ras Seyoum 6 0 0 0 Mann Verstärkung gesandt habe. Italienische Flieger sollen auch das Hauptquartier des Ras ausgemacht haben, sie hätten bei Antalo das große Feld des Ras Seyoum mit eigenen Augen gesichtet.

Das Korps Maravigna steht dicht vor dem Takazze-Fluß, während an der Setit- front sämtliche Eingeborenen-Abteilungen schon einige Kilometer jenseits des Flusses stehen, lieber die abessinischen Pläne herrscht immer noch Unklar­heit. Der Gegner scheint den offenen Kampf so lange vermeiden zu wollen, als er sich von den Ereig­nissen in Europa Vorteile verspricht. Allerdings glaubt man in Asmara, daß man jetzt wirklichen kriegerischen Ereignissen entgegengeht.

An der Somalifront wird der Vormarsch in Richtung auf Harrar und Dschidschiga fortge­setzt. Die Kolonne Maletti stieß im unteren Faf- Tal auf einen überlegenen Gegner, der nach har­tem Kampfe geworfen wurde. Die Abessinier sollen über 300 Tote, darunter einen Europäer und viele Verwundete verloren haben. Zahlreiche Maschinen­gewehre, Munition und ein Panzerwagen blieben in italienischer Hand.

4r ex \ Die Rückwirkungen, die der Abessinienkonflikt ro beute schon, wenn auch vorerst nur indirekt, auf i Attei Englands Stellung in Aegypten hat, rle ' zeigen ja deutlich, mit welch ungeheurer Vorsicht n alle politischen Probleme gerade dieses durch den i erwachenden Nationalismus der arabischen Welt so labilen Raums behandelt werden wollen. Aegypten ist ja neben Indien schon das Schmerzenskind der britischen Staatsmänner, seitdem England hier zum erstenmal seinen Einfluß geltend gemacht hat. Das

konals ging ja von Frankreich aus und fand kei­neswegs Englands Wohlwollen, das zwar den leb­haften Wunsch nach leichterer Verbindung mit In­dien hatte, aber auch die Furcht hegte, daß Frank­reich erneut seine Hand auf Aegypten legen könne urb dann den Weg nach Indien beherrschen werde. Die Internationalisierung des Suezkanals bot vor- etft einen Ausweg, aber sobald der Vizekönig Vsmcnl, der Hauptaktionär der Kanal-Gesellschaft, in Gildschwierigkeiten geriet, griff England zu und brachte 1875 für 80 Millionen Mark das Haupt­paket der Kanaloktien an sich. Unter dem Druck des drohenden Staatsbankrotts mußte sich der Vize- fönia den späteren Lord C r 0 m e r alsBerater" gefallen lassen. Die tatsächliche Herrschaft der Eng­länder, in deren Händen der Vizekönig ein willen­loses Werkzeug war, entflammte den ägyptischen Monalismus zum Widerstand. Aber der Aufruhr des ägyptischen Heeres unter Arabi Bey, dem an­fangs die Eifersucht zwischen England und Frank­reich günstig war, führte 1882 zu blutigen Un- ruben in Alexandrien, denen 50 Europäer zum ißpfer fielen. Da weder Italien noch Frankreich Lust Dzeizten, sich an einer Sühneaktion zu beteiligen, jjgirg England allein vor und besetzte das Land nach Jeinem Bombardement Alexandriens und der Nie­

derlage Arabi Beys bei Tell el-Kebir.

England hat dann vierzig Jahre lang Aegypten [unumschränkt beherrscht, wenn auch das System, dem in Indien bewährten angepaht, unter größter Schonung des ägyptischen Selbstgefühls den ein­geborenen Dizekönig und ein ägyptisches Ministe­rium, ja sogar ein Parlament nach außen hin re­gieren ließ und England nur durch fast unsichtbare Berater" die tatsächliche Herrschaft ausübte. Das versprechen, Aegypten zu räumen, sobald das Land sich wirtschaftlich erholt habe und auf eigenen Füßen [stehen könne, konnte England nicht mehr halten, nachdem es 1898 den Sudan erobert hatte und nun