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fation Mitteleuropas, von einer Losung der Ru- stungsfrage für Ungarn, Oesterreich und Bulgarien, von den großen wirtschaftlichen Problemen, noch von einer klaren Begriffsbestimmung der Nichtein­mischung. Kein Ansatz zu produktiver Gestaltung, nicht einmal die berühmteassistence mutuelle, die Verpflichtung zu gegenseitigem Beistand, ist verschwunden, wenn auch nicht ausdrücklich von ihr die Rede ist. Man will nur den umgekehrten Weg einschlagen wie beim O st p a k t. Dort be­gann man mit zweiseitigen Beistandspakten und bemühte sich dann vergeblich um eine Heber- dachung durch einen allgemeinen Nichtangriffs­und Konsultatiopakt. Jetzt soll mit dem D a ch - vertrag begonnen werden, um dann nach­träglich die zweiseitiaen Hilfsverträge einzuführen, zu deren Abschluß es ja keiner allge­meinen Konferenz bedarf.

Inzwischen zeigen die Pläne über die Zusam­menarbeit der französischen und italienischen Armeen, wie weit die Dinge gediehen sind, und beseitigen den letzten Zweifel über den Sinn des Paktplanes. Allerdings: in einem wesentlichen Punkt sind sich dieHüter der europäischen Ordnung" noch nicht einig. Frankreich verlangt von Italien bevor die Militärabmachungen spielen können die Bereinigung des italienisch-jugosla­wischen Verhältnisses. Sehr aufschlußreich ist, was kürzlich Madame Tabouis imOeuvre" über die Zusammenhänge zu sagen wußte:So­lange Rom nicht gegenüber Jugoslawien eine ge­wisse Geste machte, eine Geste, die Italien Frank­reich schulde (!), beständen Schwierigkeiten. Don den Verhandlungen zwischen Rom und Belgrad sei für Frankreich die Unterzeichnung gewisser zwischen Frankreich und Italien abzuschließender mate­rieller Abkommen abhängig (!), über die die Verhandlungen jetzt beendet seien. Diese Abkommen würden für die beiden Länder die Ausfüh­rungsgarantie des Donaupaktes dar­stellen, gleichzeitig aber einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Sicherheit (!), eine gegenseitige und im einzelnen festgelegte Garantie, die sich auf den Brenner sowohl wie auf den Rhein be­ziehe."

Daß von Paris gleichzeitig ein gewisser Druck auch auf Jugoslawien ausgeübt wird, läßt sich auf dem Tagungsprogramm der demnächst in Bled zusammentretenden Konferenz der Kleinen Entente entnehmen, das deutlich auf die geplante Neugruppierung im Donauraum zugeschnitten ist. Diese Konferenz verspricht in der Tat sehr inter­essant zu werden. Was die Habsburger Frage betrifft, so scheint die Kleine Entente die Hoffnung zu hegen, daß dieses Problem durch den Donaupakt endgültig negativ entschieden werden würde, was wiederum auf die Fassung der österreichischen Unabhängigkeit ein bezeichnendes Licht werfen müßte. Neben der Frage der R ü st u n g s - gleichberechtigung für Ungarn und B u l g a r i en Oesterreich nimmt bekanntlich in dieser Frage eine innerpolitisch bedingte Sonder­stellung ein stehen als wichtigste Probleme die Beziehungen zu Italien und das Ver­hältnis zu S. wjetrußland zur Debatte.

lieber beide Fragen ist bisher keine Derftändi- aung erzielt worden; auch die vielbesprochene Zu­sammenkunft zwischen König Karol und dem Prinz­regenten Paul hatte die Dinge in der Schwebe lassen müssen. Sicher ist, daß die Kleine Entente den Weg nach Rom nur mit äußer st er Vorsicht und unter Ausbau der russischen Rückver­sicherung gehen wird. Es zeugt jedenfalls nicht gerade von einem Ueberrnaß von Vertrauen, wenn im Hinblick auf die nach der Konferenz von Bled geplante Rornreise des jugoslawischen Ministerpräsi­denten, die den italienisch-jugoslawischen Kontakt Herstellen soll, zunächst Sicherheitsvorkehrunben in Gestalt einer engen Zusammenarbeit Sowietruß- lands und der Kleinen Entente getroffen werden sollen.

Wie kann Sicherheit und vertrauensvolle Zu­sammenarbeit aus einem Werk entspringen, das in Wirklichkeit durch die gewaltsame Abdrosselung aller natürlichen Ausaleichstendenzen, durch die starre Festlegung auf Den Statusquo nicht nur die von Siegerwahn diktierten Ungerechtigkeiten und Geschichtswidrigkeiten in Permanenz erklären, son­dern geradezu jeden Versuch zur Beseitigung dieses gefährlichen Zustandes als Verbrechen gegen das Völkerrecht hinstellen möchte? Auf dem Boden eines erzwungenen Statusquo kann nie eine wirkliche Sicherheit organisiert werden! Die Verständigung der Völker verlangt ein Mindestmah von tatsächlichen Grundlagen. Hier handelt es sich aber nicht um eine Organisierung des zwi­schenstaatlichen Lebens in positiver Hinsicht, auf der Grundlage gegenseitiger gerechter Gleichbehand­lung der Beteiligten, sondern um eine negative Ausrichtung auf Sanktionen, auf den Fall derStörung". Mit einem Wort: der Pakt­plan geht nicht von der Frage der Berechtigung des gegebenen Zustandes aus, er prüft ihn nicht darauf, ob er gesund ober schädlich, nützlich ober gefährlich ist, er will, in Verkennung ber posi­tiven Funktion ber Revision im Leben ber Völ­ker, einfach jeben Willen, bem Gesetz ber ewigen Entwicklung Raum zu schaffen, zum Verbrechen, zumBruchbesFriedens" stempeln! Auf biefem Wege würde nicht der Friede Europas, sondern würde seine Vernichtung organi­siert werden.

Ernste Rückwirkungen auf ganz Afrika.

General Smuts warnt Italien.

London, 12. Aug. (DNB.) Der südafrikanische stellvertretende Ministerpräsident General Smuts gab seiner Befürchtung Ausdruck, daß eine sehr ernjte Lage in Europa entstehen könnte, falls Italien sich auf einen Kampf mit Abessinien ein­lasse. Ein großer Konflikt in Afrika an den Grenzen britischen Gebietes muß ernste Rückwirkungen auf die britischen Ge­biete wie den Sudan und Aegypten haben. Ein Einmarsch Italiens in Abessinien wird eine b e - forgniserregenbe Stimmung in ganz Afrika zwischen Weiß unb Schwarz Hervorrufen. Der Afrikaner sieht in bem Europäer feinen Feind, aber bie gegenwärtigen Schwierigkeiten könnten unter Umftänben eine beträchtliche Rassen­ke i n b s ch a s t heraufbeschwören, bie sich in ganz Afrika ausbreiten wirb. Man wird feststellen kön­nen, daß jeder Afrikaner mit Abessi­nien sympathisiert. Das abessinische Aben­teuer Italiens wird das ganze System ber Zivilisation in seinen Grunbfesten erschüttern, falls ber Völkerbunb in biefem kritischen Augenblick versagen würbe. Sind Eng­land und Frankreich stark gegenüber Italien, jo kann Rom zu einer gemäßigten Auffassung über­redet werden. Aber es sieht vielmehr nach Mei­nungsverschiedenheiten aus, auf die Ita­lien baut. Wirtschaftliche Sanktionen könnten nicht

Englische Fühlungnahme in Ostasien.

In Italien kann man jetzt immer roteber JBcrr» würfe gegenüber England hören, daß die britische Politik die Grundsätze des Völkerbundes nur dazu benutze, um ihre höchst eigensüchtigen Interessen in Abessinien wirkungsvoller gegen Italien verteidigen zu können. Zum Beweise erinnern die italienischen Blätter daran, daß Großbritannien den Völker­bund auch nicht zum Einschreiten gezwungen hätte, als es sich darum handelte, den Krieg im Gran C h a c o zu beenden ober bas Vorbringen Ja­pans in China zu verhinbern. In Englanb hat man biefe unb ähnliche Angriffe ber faschistischen Presse mit ziemlicher Gebulb angehört. Denn man wußte wohl, daß die antienglische Mobilmachung ber öffentlichen Meinung in Italien vor allem auch einem innerpolitischen Bebürfnis der römischen Regierung entsprach.

Der Vorwurf insbesondere, daß die englische Döl- kerbundspolitik die Eroberung der Man­dschurei nicht hätte verhindern können, ist nur polemischer Natur, denn auch in Rom weiß man ganz genau, daß der Völkerbund für irgendwelche Eingriffe im Fernen Osten zu schwach war unb baß auch Englanb nicht baran denken konnte, durch einen ostasiatischen Krieg die Existenz seines Well­reiches aufs Spiel zu setzen. England ist zu klug, um unhaltbar gewordene Positionen zu verteidigen, wenn nur die wichtigen Stützpunkte des Empire unter britischem Einfluß bleiben. Die Methode, to make the best of it", das Beste aus einer Sache zu machen, muß heute mehr denn je befolgt roeroen, wenn Großbritannien seine weltbeherr­schende Stellung aufrechterhatten will.

Die Reise des Wirtschaftsberaters sämtlicher eng­lischer Regierungen, Sir Frederic Leith - Roß , nach Ostasien zeigt, daß man in London auch nach Errichtung des mandschurischen Kaiserreiches unb nach ber Unterwerfung Norbchinas burch Japan nicht alles verloren gibt, sondern daß die

Industrie- und Handelsinteressen Englands in China gerettet werden sollen, selbst wenn das nur a u f bem Umwege einer englisch-japa­nischen Vereinbarung erreicht werben kann. Die politische Kunst, nicht ben Ereignissen nachzu­trauern, sonbern sich ihnen anzupassen, be­währt sich hier aufs neue. Bezeichnenberweise fährt ber englische Finanzmann nicht' zuerst nach Nanking, zum Sitz ber chinesischen Zentralregie­rung, sonbern nach Tokio. Das ist ein sehr be- beutsames Zeichen ber machtpolitischen Wanblung, die sich im letzten Jahrzehnt in Ostasien vollzogen hat. Die gegebenen Tatsachen verbieten es England heute, aus eigener Machtvollkommenheit einen finan­ziellen Hilfsvertrag mit China abzuschließen, da seine Durchführung von japanischer Seite jederzeit unter­bunden werden kann.

Großbritannien hat sich im pazifischen Raume militärisch auf die Verteidigungslinie Hongkong Singapur Australien zu- rückgezogen. Was über diese Linie hinaus an wirtschaftlichen Stellungen gehalten werden soll, muß im Einvernehmen mit dem ja­panischen Kaiserreich gehalten werden. Die Zeit ist vorbei, da die Sicherung des europäischen Handels und Kapitals in China durch Waffen­gewalt erzwungen werden könnte. Die natürlichen Grenzen der japanischen Machtentfaltung aber ge­statten es anderseits, auf dem friedlichen Wege der Verhandlung noch heute beim Aufbau Chinas eine internationale Zusammenarbeit zu­stande zu bringen, bei der die finanziellen und technischen Kräfte der weihen Großmächte nicht ent­behrt werden können. Ob es Sir Frederic gelingen wird, von Japan die Zustimmung zu einer inter­nationalen Anleihe für China zu erlangen, das wird mitentscheidend sein für Englands künftige Stellung am Pazifik.

Deutsche Filmkunst in Venedig

Wettbewerb um den Preis Mussolinis.

Im Rahmen der großen internationalen Film- schau, die gegenroärtia in Venedig veranstaltet wird, laufen auch einige hervorragenoe deutsche Filme, die für den Stil und die Eigenart des gesamten deutschen Filmschaffens der letzten Zeit van vor­bildlicher und wegweisender Bedeutung sind. Aus ber Fülle ber beutschen Filmprobuktion ist nach strengen künstlerischen Gesichtspunkten eine kleine Auswahl van Filmen getroffen worben, bie alle vom Geist einer ethisch wertvollen unb aufbauen« ben Lebensauffassung erfüllt finb. Drei Filme Triumph b e 5 Willens",Der alte unb ber junge König" unbHermine unb bie sieben Aufrechten", bie in allen beut­schen Lichtspielhäusern mit aufrichtiger Begeiste­rung ausgenommen würben, bewerben sich um ben Preis Mussolinis. Diese brei Filme verkörpern bas Kunstethos ber nationalsozialistischen Weltanschau­ung in überzeugenber Weise unb sind nicht nur vom Inhaltlichen, sondern auch vom Künstlerischen und Formalen her wahre Kunstwerke der flim­mernden Leinwand.

Man hätte keine bessere Auswahl treffen können, denn die drei großen deutschen Filme, bie in Ve- nebig vor einem internationalen Forum von Film- spezialisten unb verwöhnten Kennern gezeigt wer­den, symbolisieren den neuen deutschen Kunstwil­len, das seelische und gefühlsmäßige Erlebnis eines ganzen Volkes. Jeder von diesen Filmen gestaltet, ohne die agitierende Form des rein Tendenziösen, mit ausschließlich künstlerischen Stilmitteln, natio­nale und lebenswichtige Probleme: die drei großen Grundbegriffe: Volk (Triumph des Willens), Pflicht (Der alte und ber junge König) unb Kamerabschaft (Hermine unb Die sieben Auf­rechten).

Die Reportage vomTriumph bes Wil- l e n s", bie in einer granbiojen Steigerung unb heroischen Ballung bas Zeit- unb Gefühlserlebnis eines Volkes formt, gehört zu ben größten Doku­menten ber beutschen Filmprobuktion. Das Künst­lerische liegt hier, wo es sich um keinen ^genann­tenSpielfilm" hanbett, im Rhythmus der Bewe­gung, in der symphonischen Formung eines sich

stets verändernden und bewegten Massengeschehens. Zum erstenmal ist hier ber jilmgeschichtlich bedeut­same Versuch gemacht, ein hinreißendes Massen­erlebnis nicht aus dem Kern einer geschlossenen Handlung zu entwickeln, sondern aus der dröhnen­den und brausenden Fülle ewig wechselnder Bild­visionen.

Anders unb dennoch nicht minder eindrucksvoll die beiden anderen Filme, von denen jeder auf eine eigene und besondere Art vom herkömmlichen Schema der liberalistischen Filmtradition abweicht. Während beimAlten und Jungen Köni g", bie Jbee ber preußischen Pflichterfüllung im Rah­men eines blutvoll-menschlichen unb psychologisch vertieften Geschehens in überzeugenber Weise künst­lerisch bilbhaft wirb, weht in bem FilmHer­mine unb bie sieben Aufrechten" eine ausgesprochen volksliedhafte Luft. Aus Heroismus bort unb humorvoll unpathetischer Haltung hier ersteht so eine Wett ber Kamerabschaft und Pflicht­erfüllung, deren Pole die ganze Spannweite des neuen deutschen Kunstempfindens umfassen.

Oie Eröffnung der Internationalen Filmkunstausstellung.

Venedig, 12. Aua. (DNB.) In Anwesenheit des Ministers für Presse und Propaganda, Graf C i a n o , wurde die Internationale Filmkunstaus- fteüung eröffnet. Der Präsident Senator Graf V o l p i teilte in seiner Eröffnungsansprache mit, daß infolge der großen Zahl der eingereichten Filme täglich drei Vorstellungen, vor- mittags, nachmittags und abends stattfinden wür­den. Der Präsident der Reichsfilmkammer Scheuer­mann hob die wachsende Bedeutung dieser inter­nationalen Veranstaltung sowie des Kongresses der internationalen Filmkammer hervor. Minister Graf C i a n o betonte, daß sich der Film innerhalb kur­zer Zeit von einem Unterhaltungsmit- t e I zur charakteristischen Kunst ber Epoche entwickelt habe unb baher Gegen- ftanb besonberer Aufmerksamkeit der faschistischen Regierung bilde.

angewendet werden, solange die Großmächte nicht einmütig seien. Voraussetzung dafür wäre, daß sich auch die außerhalb des Völkerbundes stehenden Staaten, wie Deutschland und Amerika, beteiligen.

Die englifch-ilalienischen Vereinbarungen von 1925.

Paris, 12. Aug. (DNB.) Eine ausländische Zeitung hatte vom Bestehen eines Geheimver- träges gesprochen, der 1925 zwischen Eng­land uno Italien abgeschlossen sei und Abes­sinien betreffen sollte. In gut unterrichteten Pariser Kreisen wird dazu bemerkt, daß es sich nicht um einenVertrag", sondern um den Austausch oon Briefen handele, der im Dezember 1925 zwischen der britischen und der italienischen'Regie­rung vorgenommen wurde. Die Dokumente seien auch nicht geheim, sondern seien 1926 in den britischen Parlamentsberichten ver­öffentlicht worden. In den Briesen hat Ita­lien sich eine Vergrößerung seiner wirtschaftlichen Einflußzons in Abes­sinien über ben Vertrag von 1906 hinaus anerfen- nen lassen. Englanb hingegen bekam Z u s i ch e- rungen über seine Interessen im B e - zirk bes Tsana-Sees unb hinsichtlich bes Blauen Nils, ber ben ägyptischen Suban bewässert. Die französische Regierung habe seinerzeit in Lonbon unb Rom Erklärung en gefor­dert. Die Antworten hätten bie französische Re­gierung befriebigt. Die abessinische Regie- rung habe Protest erhoben, ben sie auch in Gens vorgebracht, aber nicht weiter oerfolgt habe.

Ein englischer Oberst in die abessinische Verwaltung berufen.

London, 13. Aug. (DNB. Funkspruch).Daily Telegraph" meldet aus Addis Abeba: ein englischer Staatsangehöriger, Oberst Sandford, hat einen Posten in der abessinischen Verwaltung erhalten. Er ist zum Berater einer abessinischen Provinz ernannt worden, die nördlich des Rudolf-Sees an der Stelle liegt, wo Kenja und der englische Sudan aneinander grenzen. Es wird erklärt, daß die Ernennung auf die Absicht der ades- sinischen Regierung zurückzuführen sei, verbes­serte Methoden bei der Verwaltung der Pro- Dingen herbeizuführen.

Bei den Deutschen Güdslawiens.

Gauleiter Bürckel bei einer Pfälzischen Gemeinde in der Batschka.

Belgrad, 12. Aug. (DNB.) Die deutsch-pfäl- zische Gemeinde N e u ro e r b a s in der Batschka feierte den 150. Jahrestag ihrer Gründung. Zur Feier hatten sich mehrere 10000 deutscher Volksgenossen aus Südslawien unb ungefähr 100 Pfälzer aus dem Reich eingefunden. Unter ihnen befand sich auch ber R e i ch s k o m > mi f f ar Gauleiter Bürckel, ber als Privat­mann an der Reise teilnahm. Auf der Fahrt nach Werbas, die durch mehrere deutschen Gemeinden führte, wurde Bürckel herzlich begrüßt. Im Mittel- punkt der Feierlichkeiten in Werbas standen am Sonntag ein Dankgottesdienst und eine große Fe st Versammlung. Dabei hielt der deutsche Abgeordnete Dr. Kraft die Festrede, in der er einen geschichtlichen Ueberblick über den Werdegang der Siedlung gab und den politischen Grundsatz Der deutschen Volksgruppe in Südslawien ftaatstreu und volkstreu" behandelte. Gauleiter Bürckel gab der Versammlung ein Bild des neuen friedlich schaffenden Deutschlands und seiner Bereitschaft zur freundschaftlichen Zusammenarbeit mit allen Völkern. Er wies auch auf die unbedingte Treue und Ergebenheit der deutschen Volksgruppe in Südslawien gegenüber ihrem Staate hin, die mit der gefühlsmäßigen Verbundenheit mit dem Mutterlande Hand in Hand gehe.

Gowjetrussischer Mil-tSrbesuch in Prag

Prag, 12. August. (DNB.) Fünf sowjetrussische Offiziere, von dem Kommandanten der Moskauer Kriegsschule geführt, treffen am Dienstag in Prag em. Die sowjetrussischen Offiziere werden als Gäste an den Hauptmanöver n ber tschecho - 1 rr? arischen Armee teilnehmen. Die sowjet- russischen Gäste werben auf bem Bahnhof von einer Ehrentt>mpanie und Vertretern ber tschechoslowaki­schen Generalität begrüßt werden. In den nächsten Tagen kommen auch führende jugoslawische und rumänische Offiziere zur Teilnahme an den Manovern nach Prag. Die ausländischen Offi- ziere werden auch die Fabriken ber tschechoslowaki­schen Rüstungsindustrie besichtigen.

Ein Volk von Männern!

Nach längerer Zeit, feit feiner großen außen­politischen Reichstagsrebe im Mar zum ersten Male, hat der Führer und Reichskanzler am Sonntag wieder öffentlich das Wort genommen. Es galt, im Stammland der Bewegung Bayern die 15jährige Gründungsfeier einer ihrer ältesten Orts­gruppen in Rosenheim bei München zu begehen, wo ber unbekannte Solbat Abolf Hitler hoffnungs­freudig die ersten Wirkungen seiner Persönlichkeit, seines Glaubens und feines deutschen Willens auf die Öffentlichkeit erleben durfte. Aber wie immer, wenn er spricht, gehen feine Worte über ben engen Kreis seiner Zuhörer hinaus unb finden ihren Widerhall im ganzen deutschen Volk, in dem das tiefe Bewußtsein einer Zeitwende lebt, und im Ausland, das diesem deutschen Schicksal fassungs­los und meist auch verständnislos gegenübersteht. Auf beide, auf Deutschland wie auf das Ausland, wird bie Rosenheimer Rebe wirken in ihrer alten Kraft, in bem unbeirrten Glauben an die deutsche Sendung ber Bewegung unb ihres Führers unb in bem ungebrochenen Willen, Frieden zu schließen und zu hatten, wo es möglich ist, den Kampf aber fortzusetzen, wo er von innern ober äußern Geg­nern bes neuen Deutschlands aufgedrungen wirb.

Die inneren Probleme, welche bie Staatsführung unb die Bewegung zur Zeit beschäftigen, hat der Führer in seiner Rede nur gestreift. In wenigen Wochen wird der Reichsparteitag in Nürnberg, bei dem alle in der Bewegung an verantwortlicher Stelle stehenden Männer anwesend sind und alle die Bewegung bildenden Organisatio­nen aufmarschieren werden, stattfinden, und van dieser Demonstration der Geschlossenheit der Partei und ihrer Einheit mit dem Staat werden zweifellos die Parolen ausgehen für die neuen Auf­gaben, bie dem Nationalsozialismus durch gewisse Entwicklungen der letzten Zeit gestellt wurden, wer­den ausgehen auch die Impulse für die Arbeit, dis der kommende Winter erfordert. Wenn der Führer aus einem berechtigten Stolze darüber, was er und feine Bewegung in den letzten 15 Jahren für Deutschland geleistet haben, immer wieder die Kraft und den Glauben schöpft, daß auch die schwierigen Probleme der Gegenwart und Zukunft mit einem im Kampf gestählten Volke zu bewältigen finb, so wird ihm in diesem Glauben und Vertrauen kein guter Deutscher nachstehen.

Es genügt, einen Blick zu werfen auf die sozialen und politischen Erschütterungen, von denen fast olle Länder erfüllt sind, einen Blick zu werfen auf dis kritischen Erscheinungen, die sich in den internatio­nalen Beziehungen auch eng befreundeter Staaten ergeben haben unb sie vor bie Entscheibung über Krieg ober Frieben stellen, um zu ermessen, wel­chen Weg bes Aufstiegs das neue Deutsch­land in der kurzen Seit feit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus zurückgelegt hat. Niemand wird bezweifeln wollen, daß Deutschland feit zweieinhalb Jahren eine andere Stellung in Der Welt einnimmt, als vorher. Ich bin der Über­zeugung, daß niemand in der Wett unser Reich mehr angreifen kann." Diese stolzen Sätze bestim­men die heutige Stellung des Deutschen Reichs in der europäischen und internationalen Politik. Es wäre nicht möglich gewesen, diese Leistung durch einfache Staatsakte zu vollbringen, wenn ihnen nicht vorher das Werk nationaler Erziehung durch die Bewegung und ihren Führer vorausae- gangen wäre. Erst sie hat in den müden Massen des Volkes das Verständnis dafür wieder geweckt, daß nicht nur bie Freiheit unb Unabhän - gigfett, Jonbern auch bas soziale Glück eines Volkes von feiner Fähigkeit abhängt, feinen Bestaub mit eigenen Kräften unb mit feinem eigenen Mannesmut zu Derlei- bigen. Die Fortführung biefer Erziehung zu einem Bolk von Männern ist beswegen bas große Problem ber beutschen Staatsführung, unter bas sich alle anbern Aufgaben einschließen unb unter- orbnen. Gerabe an biefem Punkte versagen bis Verstänbnislosigkeit ober Böswilligkeit bes Auslan­des am meisten. Ein belgischer Senator hat biefer Tage im auswärtigen Ausschuß bes Senats bie Frage, ob unb roanp bas neue Deutschlanb feine Nachbarn mit Krieg überziehen werbe, davon ab­hängig sein lassen, ob es ihm gelingt, das nötige Geld für diesen Krieg aufzutreiben. Welch eine armselige und spießbürgerliche Beurteilung des deutschen Aufstiegs und welche Verkennung des ver­antwortlichen Führers, der feine Berufung aus den tiefsten ethischen Quellen schöpft und sein Siel nur in der Sicherheit und der friedlichen Wohlfahrt des deutschen Volkes sieht. Freilich, wer so urteilt, der wird es auch nie ganz begreifen kön­nen, daß man ein Volk von Männern auch schmie­den kann um ganz anderer, weit in di« Zukunft reichender Ziele willen.

Parteitag der Freiheit."

Berlin, 13. Aug. (DNB.) Die Rationalsozia« Wische partei-korrespondenz teilt mit:

-Gab der Führer dem Reichsparteitag im Jahr« 1934 das Geleitwort:Triumph des DHI« lens, so laufet das diesjährige Geleitworte Parteitag der Freiheit.

Am 16. März 1935 gab der Führer Adolf Hitler dem deutschen Volke seine Mehrfreiheil wieder. Dieses große Geschehen bringt Professor klein (München) in der diesjährigen p tatet t< des Reichsparteitages zum Ausdruck, indem et unter dem Hoheitszeichen der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei den Führer mit feit nen Soldaten zeigt. Stolz und trotzig stehen sie ihm zur Seite, als die beiden starken Säulen des nationalsozialistischen Deutschlands. Die par- tei als Träger der politischen Macht und der Soldat im Stahlhelm als Waffen- träger der Ration. So bringt die Plakette jum Ausdruck, daß Adolf Hitler Deutschland ist und Deutschland Adolf Hitler.

Reichminister Getdie beim Führer.

Um die Zukunft desStahlhelms".

Berlin, 12.Aug. (DRV.) Der Führer und Reichskanzler empfing heule den Bundes« ührer desStahlhelms, Reichsminister Seldte, zu einer Besprechung über bi« Zukunft desStahlhelms.