brachten es mit sich, daß die bescheidenen Geschäftsräume in der Kirchstraße und später in der Neustadt bald zu klein wurden und kurz vor Beendigung des Krieges 1918 das eigene Geschäftshaus in der Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse bezogen werden tonnte. Auf das Vertrauen einer treuen Kundschaft in Stadt und Land gestützt, ist seitdem der Kundenkreis über die engeren Grenzen der nächsten Umgebung ständig gewachsen und erstreckt sich gegenwärtig weit über Vogelsberg und Wetterau durch das ganze Hinter- und Siegerland. Wenn zur Zeit im reich gesegneten Lahngebiet mehr als früher hochgezüchtete Landwirtschafts- und Gartenerzeugnisse angebaut werden und die Dorfgärten in reichem Blumenschmuck prangen, so hat an diesem erfreulichen Zustand das Samenhaus Hahn in Gießen einen großen Anteil.
** Seinen Verletzungenerlegen. Heute morgen gegen 6 Uhr erlag der Heizer Fr. Weiß aus Wieseck, der zu Beginn dieser Woche mit einer schweren Bauchverletzung in die hiesige Klinik ein- geliefert werden mußte, seinen Verletzungen. Der bedauernswerte Mann kam, wie wir berichteten, dadurch zu Schaden, daß ihm eine Wagendeichsel heftig gegen den Leib drang.
** „Kraft-durch-Freude"- Sonder- züge passieren Gießen. Heute morgen herrschte auf dem hiesigen Bahnhof ein reger Sonderzug - Verkehr. Verschiedene „Kraft-durch- Freude"- Züge passierten unseren Bahnhof. Die Belegschaft einer Kammgarnfabrik in Hersfeld fuhr in zwei Sonderzügen an den Rhein. Die Teilnehmer waren alle lustig und guter Dinge und freuten sich sehr über die schöne Reise. Sie hatten Musikkapellen
bei sich, so daß es auch während der Fahrt an Unterhaltung nicht fehlte. Zwei weitere Sonderzüge aus Magdeburg, die ebenfalls den Rhein zum Ziele hatten, kamen ebenfalls durch Gießen. Ferner passierte ein Sonderzug aus Chemnitz unsere Stadt. St. Goar, Koblenz und Niederlahnstein sind die Zielstationen. Im Laufe des morgigen Sonntagabends werden die Züge zum Teil wieder über Gießen zurückkehren.
* Sonderzug zum Trachtenfest in Schlitz. Am morgigen Sonntag, 14. Juli, fährt die Reichsbahn einen Sonderzug mit großer Fahrpreisermäßigung zum Trachtenfest nach Schlitz. Der Fahrpreis beträgt ab Gießen 3.20 Mark. Der Sonderzug hält in Großen-Buseck, Grünberg, Mücke, Burg- und Nieder-Gemünden, Alsfeld, Lauterbach und Bad Salzschlirf. Mit diesem Zug vereinigt wird ein Sonderzug nach Eisenach gefahren. Abfahrt: Gießen 5.40 Uhr; Rückkehr 23.10 Uhr.
** Einzelhändler Achtung! Die Geschäftsstelle der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirksgruppe Hessen, Sitz Frankfurt a. M., befindet sich für den Kreis Gießen in Gießen, Lonystraße 7 (Gebäude der Industrie» und Handelskammer). Die den Einzelhandel betreffenden Anfragen aus dem Kreis sind an die vorgenannte Stelle zu richten. Sprechstunden täglich von 9 bis 12 Uhr.
** Straßensperrung wegen Wohn- Hausbau. Wegen Errichtung eines größeren Häuserblocks wird der Schwarzlachweg zwischen Asterweg und Ederstraße vorerst auf die Dauer von 2 Monaten für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich aesperrt. Die aufgestellten Sperr- und I Umleitungsschilder sind zu beachten.
Oer deutsche Wald ist Volksgut!
zur Anwendung kommen und rasche Arbeit leisten können. Allerdings macht sich das trockene Wetter bei den Dickwurzeln unangenehm bemerkbar. Don den nach den letzten ergiebigen Regen vor etwa drei Wochen verpflanzten Dickwurzsetzlingen, die sich anfangs zur Zufriedenheit entwickelten, welken viele unter der Trockenheit dahin, andere zeigen ein kümmerliches Aussehen. Die Lücken sucht man durch Neuanpflanzungen bei Wasserverwendung zu beseitigen.
Zuchthausstrafen für neun kommunistische Wühler.
LPD. Darmstadt, 12. Juli. Neun Angeklagte aus dem Kreise Groß-Gerau standen am Freitag vor dem Strafsenat des Hessischen Oberlandesgerichts in Darmstadt und hatten sich hier wegen v e r - suchten Wiederaufbaues kommunistischer Ortsgruppen zu verantworten. Die Angeklagten hatten bis in den Februar d.J. hinein Zeitschriften verbreitet, Mitglieder geworben und Beitrage einkassiert. Es wurden verurteilt: der 36jährige Ludwig Schulmeyer aus Mörfelden, der 33jährige Peter Roth II. aus Groß-Gerau und der 36jährige Friedrich Förster aus Nau- heim zu je sechs Jahren Zuchthaus, der 33jährige Philipp Reuter aus Groß-Gerau, der 23jährige Erich W i l k e r aus Mörfelden und der 23jährige Johannes Wetzel aus Nauheim zu je fünfeinhalb Jahren Zuchthaus, der 46 Jahre alte Wilhelm Scheuermann aus Mörfelden zu vier Jahren, der 38jährige Heinrich Hard und der 33jährige Ludwig F e u t • ner, beide aus Mörfelden zu je drei Jahren Zuchthaus.
Gegen sämtliche Verurteilten, denen wegen ihres Geständnisses die Untersuchungshaft angerechnet wurde, ist Polizeiaussicht angeordnet worden.
Sinnierter Kaubüberfall.
LPD. Darmstadt, 12. Juli. Am vergangenen Montag erschien gegen Abend ein Mann aus Mörfelden un Langener Forsthaus und gab an, er sei von drei Männern überfallen, durch Stiche verletzt und beraubt worden. Die Täter hätten im 400 Mart geraubt und seien dann in Richtung Walldorf geflüchtet. Der Förster benachrichtigte nun sofort die Gendarmerie in Langen. Die angestellten Ermittlungen ließen jedoch den Verdacht aufkommen, daß der Raubüberfall fingiert wurde. Jetzt hat der angeblich Ueberfallene zugegeben, sich die Verletzungen selbst beigebracht zu haben. Den Raubüberfall habe er nur deshalb vorgetäuscht, weil seine Braut, mit der er in einigen Tagen die Ehe eingehen wollte, der Ansicht gewesen sei, er habe sich im Laufe der Zeit 400 Mart erspart.
Rheinhessen.
Mainz, 12. Juli. (LPD.) Die Tochter eines Landwirts in Mainz-Bischofsheim hatte nach dem Genuß vonKirschen Wasser getrunken, worauf sich eine schwere Erkrankung und später Darmverschlingung einstellte. Man brachte das Mädchen ins Krankenhaus, wo eine Operation vorgenommen wurde, die jedoch nicht mehr helfen konnte. UnterschwerenSchmerzenistdasKind geftorb en. __________
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschlossen.
Schützt ihn vor Schaden!
Das Amt für Volkswohlfahrt, Kreisamtsleitung Gießen, erläßt folgenden Aufruf:
„Unter den von der aufblühenden deutschen Wirtschaft benötigten Rohstoffen steht das Holz in vorderster Linie. Noch reicht unsere Eigenerzeugung nicht in allen Holzsorten zur Deckung unseres Bedarfs. Indes werden unschätzbare Werte an Wald- bestäntzen Jahr für Jahr durch Feuer vernichtet. Verbrecherische Anschläge und immer wieder ft r ä f ■ sicher Leichtsinn sind die meisten Ursachen.
Die gefährlichste Jahreszeit ist gekommen, wo überall trockenes Gras dem Feuer Nahrung spendet.
Volksgenossen, die ihr in unserem heimischen Wald der Erholung nachgeht, deutsche Jugend, die du auf Fahrten fröhliche Kameradschaft tiefe Raturbetrachtung pflegst: Verhaltet euch
in Wald und Heide vorbildlich; wirkt auf alle, die mit Luch die Schönheiten genießen wollen, erzieherisch ein!
Das Gesetz verbietet:
Das Rauchen im oder am Walde und an Hainen in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober.
Das Abkochen im oder am Walde.
Das Parken von Kraftfahrzeugen abseits der Landstraße.
Unverbesserliche seien gewarnt: Der durch die NS. - Volkswohlfahrt, Abt. Schadenverhütung in Verbindung mit den staatlichen Forstämtern eingesetzte Streifendienst (kenntlich durch weiße Armbinde mit Aufschrift „W a l d b r a n ö ft r e i f e") wird die Frevler stellen und unnachsichtlich der Gerichtsbarkeit übergeben.
1. Kameradschastsabend der ehem Baltikum-und Freikorpskämpfer
Der Reichsverband der Baltikumkämpfer (Vereinigung ehem. Grenzschutz- und Freikorpskämpfer) Ortsgruppe Gießen hielt in der „Stadt Mainz" einen ersten Kameradschaftsabend ab. Der Reichsverband besteht schon seit 1920. Schirmherr ist der bekannte Führer Exzellenz Graf von der Goltz. Der Reichsverband steht in unerschütterlicher Treue hinter unserem Führer Adolf Hitler. Der Verband ist stolz darauf, als ältester Verband stets im Kampf gegen Kommunisten und gegen innere und äußere Feinde gestanden zu haben. Aus seinen Reihen sind Männer wie Scklageter und viele Füstrer der SS., SA. und der heutigen Regierungsstellen hervorgegangen. Ortsgruppenführer Kam. Euler wies darauf hin, daß in den Reichsverband nun sämtliche anderen Verbände ehem. Baltikum-, Grenzschutz- und Freikorpskämpfer eingegliedert worden seien. Die Führung habe der letzte Kommandeur der Eisernen Division, der schlesische Offizier, Major a. D. Bischoff. Der entscheidende Zweck und das hohe Ziel der neuen Organisation solle der geschlossene Einsatz der „Ersten Soldaten des Dritten Reiches" für den Führer Adolf Hitler sein, um ihm in restloser und bedingungsloser Opferbereitschaft für die Erstarkung von Volk und Staat zur Verfügung zu stehen. Darum sei der Reichsverband kein Club oder Verein, sondern ein Wehrverband. Der Führer habe die alten Kämpfer, aus deren Reihen viele tausend Helden für das neue Deutschland fielen, anerkannt und sie die — „Kämpfer an der letzten Front und ersten Soldaten des Dritten Reiches" — genannt.
Wenn heute wiederum Überall Ortsgruppen entstünden, so seien das keine Neugründungen, sondern nur ein neuerlicher Zusammenschluß aller ehemaliger Freikorpskämpfer aus dem Baltikum- Grenzschutz, Separatistenabwehrkämpfer, Thüringen, Vogtland, München, Berlin, Hamburg, schwarze Reichswehr, Dammangehörige Rhein/Ruhr, also aller alten Kameraden, die mit der Waffe in der Hand gegen den Kommunismus gekämpft haben. Die Ortsgruppe Gießen zählt bereits 72 Mitglieder in der Stadt und in der Umgebung. Ortsgruppenführer Kamerad Euler ernannte die Kameraden Trautmann zum Schriftwart, Claus zum Geldverwalter und Ed. G o n d n e r zum Schießreferenten. Mit den Schießübungen soll in aller Kürze begonnen werden. Die Ortsgruppe führt eine Fahne aus schwarzem Tuch mit dem Totenkopf auf beiden Seiten und den Trutzworten darunter: „Und doch!" Auch die Uniformfrage wurde besprochen und die Beitragsfragen geregelt. Der Ortsgruppenführer kam dann noch auf das abgesagte Reichstreffen in Bad Cöfen zu sprechen, für das ein Führertreffen in Heilbronn in den nächsten Tagen angesetzt sei.
Am Samstag, 27 Juli, wird hier in Gießen der Landesverbandsführer Kreuzer-Mannheim sprechen.
Die Kameradschaftsabende finden jeden zweiten Freitag im Monat in der „Stadt Mainz" statt. Mit dem Treuebekenntnis zum Führer und Reichskanz- I ler und dem Reichsverbandsführer wurde die Sitzung beschlossen, an die sich ein kameradschaft- liches Beisammensein anschloß, bei dem alte Erinne- srungen an die Ostfront aufgefrischt wurden.
Obecheffen.
Landkreis Gießen.
8 ßoIIar, 12. Juli. Mit frohem Gesang, unter den lustigen Klängen einer Ziehharmonika, fuhren dieser Tage unsere ersten Rekruten ™.f frischem Grlln und den Farben des Dritten Reiches -iu-geschmückten Wagen zur Musterung nach Gi-hen Und herzlich wurden die geschmückten Burschen bei ihrer Rückkehr van der Bevölkerung begrüßt Em in aller Kürze angeseßter „Rekrutenball, zu dem die Dorsjugend in großer Anzahl erschien, beendete den denkwürdigen Tag, — Das im ”°"9e" 5$ erbaute Lahnfreibad wei t in diesen b«6en lanen einen starken Besuch auf, ein Beweisdafür daß man durch die Errichtung des Bades einem ,ahre langen Bedürfnis gerecht wurde,
+ I r c i 3 a. i>. Lda„ 12. Juli, Um dem alsiahrlich im Sommer eintretenden W - l I e r m ° u g ° l zu begegnen, hatte di- Gemeinde vor mehreren^ J°h ren unserer Wasserleitung eine Quell ,
di- W-ih-rqu-lle, zugefuhrt, d-ren Wast-r durch -in- -lektrisch betriebene Pump- gehoben wirr em- Einrichtung, di- allseitig sr-udig begrüßt wurde^ Auch in diesem Sommer hat sie sich als segensreich erwiesen, so daß j-ßt reichlich Wasi-r v°rhmch-n ist und auch die hochgelegenen Hauser keinen Man gel daran zu leiden brauchen.
- Harbach, 12. Juli. Gegenwärtig ist unser Dors frei von Arbeitslosen. Einige altere Werk arbeiter konnten schon im vorigen Jahr an ihren früheren Arbeitsplätzen Beschäftigung finden. Di- orotze Mehrzahl findet augenblicklich b-l der IN »andsetzung der Hauptstraße nach Grimberg lohnende B-rwendung. Di- übrigen. sind m 6tem brücken und bei Wegarbeiten beschäftigt. — -uor einigen Tagen begaben sich unsere w-hrpfl cht,g°n Burschen zur Musterung nach Gießen Mit dem ftohstch n?ch H°u,-°Äb-nd- fan7 sich di- g°f°mt° Dorsjugerck in der Wirtschaft Herzberger -m, um das Ereignis gebührend zu feiern.
Kreis Friedberg.
- Butzbach, 12. Juli. In den angrenzenden großen Taunuswäldern ist gegenwärtig die Heidel- beerernte in vollem Gange. Schon am frühesten Morgen ziehen die Einwohner unserer Stadt, wie auch der angrenzenden Dörfer hinaus, um die Blaubeeren zu sammeln. In diesem Jahre ist das Pflücken recht mühsam, denn der Behang der Sträucher ist im Vergleich $um Vorjahre als gering zu bezeichnen. Dennoch kehren die Beerensucher meist mit gefüllten Gefäßen heim und verbrauchen sie größtenteils im Haushalte selbst. Manchem Arbeitslosen bringt die Heidelbeerernte, der die Beeren verkauft, einen willkommenen Verdienst. Gleichzeitig sind auch die Himbeeren reif geworden und bringen outen Mittelertrag. — Infolge des ständigen Zuwachses an Einwohnern ist für die Stadtverwaltung schon im Vorjahre die Wasserversorgung akut geworden. Die täglich verbrauchte Menge reicht in trockenen Zeiten kaum aus. Aus diesem Grunde wurde ein Anschluß an die Griedeler Wasserleitung vorgenommen, so daß auf diese Weise schon ein entsprechender Ausgleich geschaffen werden kann. In der letzten Zeit wurden auf dem Exerzierplatz auf dem Schrenzer Bohrungen durch die Brun- nenbaufirma Kuhn (Inheiden) durchgeführt. In einer Tiefe von 42 Meter werden gegenwärtig durch e-ne eingesetzte Pumpe etwa 200 bis 300 Kubikmeter Wasser aus der Erde geholt. Sofern ein weiterer geplanter Bohrversuch dieselbe oder gar noch größere Wassermenge ständig liefern könnte, wäre die Wasserversorgung für die Folgezeit ge- kreis Bübingen.
K Mittleres Niddatal, 12. Juli. Die zur Zeit herrschende große Hitze bleicht zusehens G e r ft e und Korn, der Beginn der Getreideernte naht mit Riesenschritten. Nach allgemeiner Ansicht steht eine ausgezeichnete Ernte in Aussicht, günstige Witterung vorausgesetzt. Infolge verschwindend wenig vorhan- bener Lagerfrucht dürfte die Mähmaschine überall
Schach-Ecke.
Gearbeitet von F. Sämisch
Dr. H. von Gottschall f
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Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt
Eine interessante Angriffspartie
Don F. Samisch
Aus der fünften Runde des Moskauer Turniers Weiß Rjurniu Schwarz Stahlberg
1. e2—e4 e7—e6 2. d2—d4 d7—d5 3. Sbl—-c3 Sg8—f6 4. Lei—g5 Lf8—e7 5. c4—e5 Sf6—d7 6. h2—h4 (Dieser geistreiche Zug wurde zuerst von Alechin im Mannheimer Turnier 1914 versucht.) 6. . . c7—c5l (Dies gilt seit längerer
Zeit als die beste (Entgegnung auf 6. h4. Alle anderen Erwiderungen haben sich als ungünstig erwiesen, z. B. Lxg5 7. hXg5 DXg5 8. Sh3l,
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Stellungsbild vor dem 25. Zuge von Weiß
oder 0—0 7. Ld3 c5 8. Sh3 — droht bereits das Opfer auf h7 —, oder a6 7. Dg4 LXg5 8. hXg5l, oder f6 7. Ld3l IXg5 8. Dh5+ g6 9. LXg6+, oder h6 7. Le3 c5 8. Dg4, und die Anziehenden sind fast stets zu einem siegreichen Angriff ge- kommen.) 7. Lg5Xe7 Ke8Xe7 (Unternehmungslustiger geschah DXe7 und auf 8. Sb5 unter Ignorierung der Drohung Sc7 die kurze Rochade! Dieses Turmopfer ist vielleicht nicht ganz korrekt, es ist aber sehr schwer zu widerlegen, und in der praktischen Partie hat eher Schwarz die besseren Chancen.) 8. f2—f4 (In einer Partie Dogol- jubow — Spielmann — Baden-Baden 1925 — folgte stattdessen Dg4 Kf8 9. Sf3 cXd4 10. DXd4 Db6 11. Dxb6 SXb6? — aXb6l hätte ausgeglichen — 12. Sd2!, und Weiß kam in Vorteil. Der Textzug ist eine Neuerung!) 8. Sb8—c6
9. d4Xc5 Sd7Xc5? (Weitaus stärker geschah Da5 mit der Drohung d4.) 10. Ddl—g4 Ke7—f8 11. 0—0—0 Lc8—d7 12. Sgl—f3 Ta8—c8 13. Thl—h3 h7—h5 (Durch diesen Zug und den folgenden g6 schwächt Schwarz unnötig seine Bauernstellung; besser geschah sogleich Db6.) 14. Dg4—g3 g7—g6 15. Dg3—f2 Dd8—b6 16. Sf3—d4 Sc6Xd4 (Ich hätte lieber Se7 gespielt.) 17. Df2Xd4 a7—a6 18. Lfl—e2 Db6—c7 19. Tdl—d2 (Schwarz drohte Se4.) 19. . .
Ld7—e8 20. g2—g4l h5Xg4 2L Le2Xg4 TcB—d8 22. h4—h5 Dc7—b6? (Aus Verlegenheit um einen guten Zug zieht Stahlberg planlos hin und her und stellt dabei einen unersetzlichen Bauern ein.) 23. h5Xg6 Th8Xh3 24. Lg4Xb3 f7Xg6 25. Lh3Xe6! Db6—a5 26. f4—15 Sc5Xe6 27. f5Xe6 Da5—c7 28. Dd4— f4+ KfB—g8 29. Sc3Xd5 Td8Xd5 (Das Schach auf f6 wäre nicht zu ertragen gewesen! 30. Td2Xd5 Dc7—c6 3L Td5—d6 Dc6—a4 32. Df4Xa4 Le8Xa4 33. Td6—d7, und Schwarz gab auf Die nachteiligen Folgen der unvorsichtigen Bauernzüge h5 und g6 hat der Weiße sehr geschickt aus- gebeutet!
83fnnfl der Aufgabe von Georg Schorle»
Weiß: Kel, Tg7, Lc7, Sb4, Sd6, Be2 (6). j
Schwarz: Ke3, Th5, La2, Sai, Shi, Bd4, e4, f4 (8). Weiß zieht und setzt in vier Zügen matt.
L Tg7—f7l La2Xf7 (Weiß drohte 2. Sc4+ nebst 8. LXU3:). 2. Lo7—a5 Th5Xa5 (andernfalls käme
3. 8d5+ nebst 4. Ld2#). 3. 8b4—ds+! Die glänzende Pointe der vorhergehenden Opfer, denn durch die Zwangs- lenkung LXf? und TXa5 ist auf äs ein Schnittpunkt entstanden! Schlägt der Läufer, so ist der Turm verstellt und eS folgt 4. 8äS—ksch. und schlägt der Turm, so ist der Läufer ausgcschaltet und Weiß setzt auf c4 matt. Eine bewundernswerte Schöpfung!
Lösung der Aufgabe von HauS Vetter
Weiß: Kg8. Td6, Tg7, Bc7 (4). Schwarz: Ke8, Ta8, Lei, 8a2, Bd7, tt, h2 (7). Weitz zieht und setzt tu fünf Zügen matt.
1. Td6—d3! Lei—rr (Lei—d2 2. Td3Xf3 Ld2—b4 8. TfS—e8+) 2. Td8—d5! Lf2—gS (Lf2—d4 8. TdSXdi 8a2—C8 4. Td4—f4) 8. Td5Xd7 Lg3—h4 4. Td7—f7 Lh4 —e7 6. Tf7Xe7#. Die sofortige Ausführung der Drohung 1. Td6Xd7 scheitert an Lei—b4! (Lei—h4? 2. Td7—17 nebst entweder Tf7—f8+ , oder Tf7Xe?4=) und bai Probesptel 1. Td6—d5 an Lei—eSl (Lei—g3? 1. Td5Xd7 LgS—de 8. Td7Xd6).
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Aus der Schachwelt.
Weltmeister-Turnier 1936.
Ein längst gehegter Traum der Schachspieler soll im Jahre 1936 in Erfüllung gehen. Seitdem A l j e ch i n Weltmeister geworden ist, hat er keine einzige Partie mit Capablanca mehr gespielt. Ein Turnier mit den drei Weltmeistern Aljechin, Capablanca und Dr. L a s f e r hat es seit dem Neuyorker Turnier 1924 nicht mehr aegeben. Jetzt hat Nottingham alle drei Weltmeister für das große Jubiläumsschachturnier verpflichtet, das bei fünfzehn Teilnehmern im August 1936 ausgetragen wird. Stattliche Preise winken den vier Siegern.
Schachturnier in Jarmoulh.
Vom 8. bis 20. Juli spielt sich der englische Schachkongreß im Seebad Great Parmouth ab. Zu einem internationalen Turnier haben sich gemeldet: Reshevsky (Nordamerika), Conds (Mexiko), Klein (Ungarn), Dr. Seitz (Deutschland), Frl. Menchik (Tschechoslowakei), Sonja Graf (Hamburg), But- cher (Wolverhampton), Fraenkel (London), Iwanow (Luton), Kitto (Cambridge), B.H. Wood (Birmingham) und M. G. Wood (London).
Schachturnier in Barcelona.
Der Endstand des Turniers lautet: Flohr und Koltanowski je 8, Grob 6V2, Thomas 6, Reilly 5Vr, Maristany 3% Cherta 3, Ribera 2V-, Dr. Valloe 2, Dr. Ticoulat 0. Unmittelbar danach begann em Turnier in Rosas, in dem Grob (Schweiz) nach vier Runden führt. Koltanowski hat 3V2, Koblenz 3 und H., Flohr 3, Reilly IV2.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.
Das amerikanische Duell.
Alexandre Dumas nahm einmal an einem Festessen teil und geriet dabei in heftigen Streit mit einem Offizier. Schließlich forderte letzterer den Dichter auf Pistolen. Es war nun allgemein bekannt, daß die beiden Gegner gleich gute Schützen waren, und so kam man überein, das Duell auf amerikanische Art zum Austrag zu bringen und zu losen. Wer beim Auslosen verlieren würde, sollte sich selbst erschießen. Dumas zog zuerst und verlor. Er zeigte sich jedoch nicht im mindesten erschüttert. Ohne eine Miene zu verziehen, nahm er rührenden Abschied von seinen plötzlich ernüchterten Freunden und schüttelte auch seinem Gegner mit bewegten Worten die Hand. Darauf trat er ins Nebenzimmer und schloß die Tür hinter sich. Ueber den Zurückbleibenden lag es wie lähmender Druck Niemand sprach ein Wort. Die Gesichter aller Anwesenden waren bleich und erschreckt. Atemlos lauschte man auf die Vorgänge im Nebenzimmer. Plötzlich fiel ein Schuß. Zwei Freunde des Dichters sprangen auf, entsetzt, keines Wortes fähig. War das Schreckliche wirklich geschehen? — Da wurde die Tür auf- gerissen, und Dumas erschien mit ernstem Antlitz unter der Versammlung. „Denken Sie sich das Unglück, meine Herren", rief er, „i ch habe mich nicht getroffen!"
Kritik.
Der Maler Adolph von Menzel fragte einmal einen Schüler, der ihm ein Porträt zeigte: „Und was ist das hier?"
„Aber Herr Professor", meinte der Schüler ganz verwundert, „das ist doch das Auge!"
„So, das soll ein Auge sein", war die vernichtende Antwort, „ich hielt es für ein ausge- franftes Knopfloch!"


