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Montag, tf. Mai 1935

Nr.NO Erster Matt

185. Jahrgang

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Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

MarschallIosef pilsudski t

Der Schöpfer des polnischen Staates und Förderer einer wahren Befriedung Mitteleuropas einem Krebsleiden erlegen.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Nachricht vom Tode des Marschalls Pilsudski traten die Mit­glieder des polnischen Kabinetts zu einer Sitzung zusammen. Ministerpräsident S l a w e k begab sich darauf ins königliche Schloß, wo er vom Staatspräsidenten Moscicki zu einer längeren Audienz empfangen wurde Der Staats­präsident hat zum Generalinspekteur der Armee den General Eduard R y d z - S m i g l y und auf Antrag des Ministerpräsidenten zum Leiter des Kriegsmini st eriums den General Zbigniew Kasprzycki ernannt.

Der Staatspräsident erließ einen A u f r u i an die Bevölkerung, der folgenden Wortlaut bat:

Marschall Josef Pilsudski ist dahingeganqen. Durch seines Lebens große Mühsal hat er die Kraft im Volke auf gerichtet. Den Staat hat er durch den Genius seiner Gedanken und seinen eisernen Willen zum Leben erweckt Er führte ihn zur Wiedergeburt der eige­nen Macht, zur Entfaltung der Kräfte, auf die sich hohes kommendes Schicksal stützen wird. Als Lohn für seine riesige Arbeit war es ihm vergönnt, unseren Staat als lebendige Schutzfront und unsere Armee ruhmvoll und siegreich zu sehen. Dieser größte Mann der polnischen Geschichte hat die Kraft seines Geistes aus der Tiefe der nationalen Vergangenheit geschöpft und die Zukunft in übermenschlicher Gedanken­anspannung vorausgeahnt. Sich selbst war er darin nicht mehr, denn er ahnte schon längst, daß seine körperlichen Kräfte sich dem Tode neigten. Er suchte und zog daher Männer zur selbständigen Arbeit heran, auf deren Schultern schließlich die Last der Verantwortung ruhen sollte. Er hinterließ dem Volke das Erbe seiner auf die Ehre und die Macht des Staates gerichteten Gedanken. Dieses Testament, uns Lebenden überliefert, haben wir zu übernehmen und fortzuführen. Mögen angesichts seines Geistes und der kommenden Geschlechter Trauer und Schmerz in uns das Ver­antwortungsbewußtsein des gesamten Volkes er­höhen."

pilsudskis Begräbnis.

Erste Prefjestimmen zum Tode des Marschalls.

Warschau, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Schon der frühe Morgen zeigte in Warschau d i e Fahnen aller öffentlichen Gebäude >a u f Halbmast. Auch an den Wohnhäusern der Bevölkerung sieht man immer mehr Trauerfahnen. Der Ministerrat beschloß die Anordnung der na­tionalen Trauer.

lieber das Begräbnis des Marschalls sind noch keine Anordnungen getroffen,jturjer Po- ranny", teilt mit, daß e in letzter Wille des Marschalls über fein Begräbnis feit einigen Jahren vorhanden fei. Danach habe der Marschall als Ausdruck seiner tiefen Hochachtung zu der Wissen­schaft sein Gehirn wissenschaftlichen Zwecken bestimmt. Sein Herz solle nach Wilna gebracht werden, in die Stadt, in der er am meisten weilte und in deren Nähe er geboren ist. Der Marschall habe den Wunsch zum Aus­druck gebracht, daß die st erblichen lieber« refte feiner Mutter nach Wilna gebracht würden und daß sein Herz zu ihren Füßen niedergelegt werde. Die Beisetzung sei­nes Leichnams habe er im Wawel- Schloß in Krakau gewünscht, das die Gräber der polnischen Könige enthält. Er habe das ge­wünscht, da er von Krakau aus als Komman­dant der Legion im Jahre 1914 in den Kampf gegen Rußland gezogen war Dort im Wawelschloß ruht auch der Sarg des Dichters Julius S l o w a ck i (18091849), der auf Befehl des Marschalls vor einigen Jahren dorthin über­geführt worden war.

Im übrigen veröffentlicht die Presse ausführlich den Lebenslauf des Marschalls. Die Nachrufe be­weisen das Ausmaß der Erschütterung und die Tiefe der Trauer des ganzen Landes. Auch die Blät­ter des oppositionellen Lagers, das in scharfem Gegensatz zum Marschall und zu seiner Re­gierung in den letzten neun Jahren stand, huldigen dem toten Kämpfer um die polnische Freiheit. Ein Mann habe die Augen geschlossen, schreibtKurjer Warszawski" unter dessen Führung sich der polnische Staat und das polnische Staatssystem gestaltet hät­ten, ein Mann, dessen Schaffen eine Epoche der polnischen Geschichte darstelle und der dieser Epoche seinen Namen aufgedrückt habe. Andere oppositio­nelle Blätter bringen in ihren Nachrufen ebenfalls zum Ausdruck, wie sehr die Nachricht vom Tods Pilsudskis ganz Polen erschüttert hat. am Sarge dieses großen Soldaten hätten alle Streitig­keiten zu schweigen. Nur das Parteiorgan der NationaldemokratieGazeta War­szawski" begnügt sich mit der Wiedergabe der amt­lichen Nachrichten und schreibt dazu, der Tod des Marschalls schaffe eine neue Situation in der inneren Lage Polens. Die Tatsache, daß eine so hervorragende Persönlichkeit von der Bühne abge­treten sei, könne nicht ohne Einfliiß auf di- weitere Entwickelung der Ereignisse und auf die Lage des Landes bleiben

Em Leben für polen.

Polens Nationalheros Marschall Pilsudski wurde am 5. Dezember 1867 in Zülow in der Nähe von Wilna als Sproß eines alten Adels- geschlechts geboren. Er studierte in Charkow Me­dizin, wurde aber von der Universität wegen sei­ner politischen Tätigkeit relegiert. Er trat mit sozialistischen Kreisen in Verbindung und wurde im Jahre 1887 auf 5 Jahre nach Sibirien verbannt. Nach seiner Rückkehr organisierte er die polnische sozialistische Partei und gab die Zei­tungRobotnik" heraus. Im Jahre 1900 wurde er erneut verhaftet, konnte aber aus Petersburg nach Kiew fliehen und später nach Galizien, wo er fange Zeit in Krakau weilte. In diese

Zeit fiel auch eine Reise nach London. In Krakau bereitete er einen nationalen Aufstand grundlegend vor. Er fuhr bann nach Japan, um mit der japanischen Regierung über die Be­waffnung Polens zum Kampf gegen den Zaris­mus zu verhandeln, ein Plan, der jedoch miß­lang. Er begründete die Kampforganisationen der polnischen sozialistischen Partei und die galizi­schen Schützenoerbände

Beim Ausbruch des Weltkrieges er­nannte chn die insgeheim in Krakau gebildetena­tionale Regierung" zum Oberbefehlshaber aller polnischen Streitkräfte. Von Krakau aus führte er dann die berühmte erste Le­gionärbrigade nach K i e l c e , dessen Einnahme ihm gelang. Während der Besetzung Polens versuchte er 1916, eine nationale Unabhangigkeitsbewegung mit einer selbständigen Armee in Polen ins Le­ben zu rufen und nahm feine Entlassung, als die österreichische Regierung sich nur zu dem Zuge­ständnis herbeilassen wollte, die polnischen Legionen in einPolnisches" Hilfskorps" umzuwandeln. Dennoch wurde er dann im Januar 1917.in den provisorischen Staatsrat des kurz zuvor von den Mittelmächten ausgerufenen polnischen Staates berufen. Als Mitglied dieses Staatsrates suchte er eine Einigung sämtlicher polnischen Parteien auf ein Programm völliger Unabhängigkeit zu erzielen. Anfang Juli 1917 legte er gemeinsam mit den Ver­tretern der Unabhängigkeitspartei sein Mandat nie­der und wurde, da er als der geistige Urheber der Eidesverweigerung der polnischen Legionäre galt, in Magdeburg interniert.

Im November 1918 kehrte er wie ein Triumpha­tor nach Warschau zurück, wo ihm der aus der Okkupationszeit her bestehende Regentschaftsrat diktatorische Gewalt zur Bildung einer nationalen Regierung übertrug. Pilsudski berief daraufhin am 14. November 1918 eine polnische Nationalversammlung ein und wurde am 22. Februar 1919 von der Nationalversammlung zum Präsidenten der polnischen Re­publik bestellt. Als solcher übte er während seiner bis Ende 1922 dauernden Amtszeit auf den Aus­bau des neuen Staates und namentlich seines Heeres entscheidenden Einfluß. Das Heer ehrte ihn durch Zuerkennung des Marschallstabes. Durch den anfänglich ungünstigen Verlauf des Krieges gegen Rußland erschien seine Stellung zeit­weilig erschüttert. Doch konnte er sich bis zu seinem Rücktritt als Staatspräsident am 17. Dezember 1922 auf seine Popularität im Volk und beim Heer stutzen. Eine Wiederwahl lehnte er ab und lebte in seinem für ihn seinerzeit auf dem Wege öffentlicher Sammlungen gekauften Landhaus in Sulejowek bei Warschau.

Hier nahm er eine Frondestellung gegen die regie­renden Kreise ein. Seine Stellung wurde der oes grollenden Bismarck im Sachsenwald ähnlich. Am 19. März 1926, an feinem Namenstag, fanden allent­halben große Kundgebungen für ihn statt; über 3000 Offiziere erschienen persönlich in Sulejowek aut Beglückwünschung; die Unteroffiziere schenkten Der Armee ein FlugzeugPilsudski".

So konnte Pilsudski, als am 10. Mai 1926 ein Kabinett Witos ans Ruder kam, es unternehmen, dieses an der Spitze einer Militär-Revolution binnen fünf Tagen zu stürzen. Der von Pofen aus gegen ihn ins Werk gefetzte Widerstand der Rechts­parteien war nicht stark aenna acaen feine Parole

Zur Rettung Polens oon der Korruption". Am 31. Mai 1926 wurde Pilsudski im ersten Wahlgang der Nationalversammlung mit 292 gegen 193 Stim­men (für Bninski) zum Staatspräsidenten g e w äh 11; jedoch lehnte er unwiderruflich ab. Am 1. Juni 1926 wurde dann der von ihm vorgeschla­gene Professor Moscicki gewählt. In dem gleich­zeitig eingesetzten Kabinett Bartel übernahm nun Pilsudski das Kriegsmini st erium, um es nicht mehr aus der Hand zu geben; feine tatsächliche Stellung wurde Ende August 1926 durch Erkennung zum Generalinspekteur der Armee mit dem Sitz im Schloß Belvedere unterstrichen. Bei der Neubildung aller folgenden Ministerien setzte sich konsequent fein Wille durch. Mit Eneraie trat er einer vom rein parteimäßigem Standpunkte betriebenen Opposition mit diktatorischer Kraft ent­gegen.

Erst im März 1935 wurde der von Pilsudski ge­schaffene Zustand in die Form einer neuen 23 er - f a ff u n g gegossen, die eine Vereinigung des dem Zeitgeist entsprechenden Führerprinzips mit dem starken Individualismus versucht, der dem polnischen

Berlin, 13 Mat. (DNB. Funkspruch.) Der Völkische Beobachter" widmet dem großen polnischen Patrioten, Marschall Pilsudski, einen Nachruf, in dem es u a heißt: die Mitteilung von dem plötzlichen Tod des Marschalls Pilsudski hat nicht nur in Polen, sondern auch in Deutsch­land die tief st e und größte Anteil­nahme hervorgerufen. Denn der Name Pil­sudski ist gleichbedeutend geworden mit einem po­litischen Begriff, in dem sich größte natio­nale Autorität mit vorbildlichster Staatskunst vereinigt

Das neue Deutschland senkt seine Fahnen und Standarten an der Bahre dieses großen Staatsmannes, der als erster den Mut hatte, mit dem nationalsozialistl- schen Reich offen und vertrauensvoll im Geiste einer neuen Zeit zusammen zu arbeiten.

Die Politik' des Marschalls war stets bestimmt durch jene soldatische Geisteshaltung, die ihn befähigte, den neugeschaffenen politischen Staat mit starker Hand und mit zielbewußter Energie zu regieren. Er war nicht das offizielle Staatsoberhaupt, sondern seit 1926 nur der Kriegsminister und Generalinspekteur der Armee. Aber das genügte, um zu erreichen, daß alles, was im polnischen Staat vor sich ging, von seinem Geiste beherrscht war und nach seinem Willen geschah. Denn er war in der Tat der Mann, dessen Autorität seit den Tagen der Neu­gründung Polens im ganzen Lande unangreifbar geworden war. Mit Recht, denn mit feinem Na­men ist b i e Geschichte der Erneuerung Polens untrennbar verbunden; fein Name bildete die Garantie für die Erhaltung der Existenz des jungen Staates. Sein bewährter Pa­triotismus und fein polnisches Staatsbewußtsein waren die starken Energien, mit denen er die 120- jährige Epoche der Staatenlosigkeit zu überbrücken wußte. Nationalrevolutionär von seiner frühesten Jugend an, hat er es verstanden, mit zäher Be­harrlichkeit jahrzehntelang für fein Ziel zu kämp­fen, bis er es erreicht hatte

Das Deutschland Adolf Hitlers hat in Würdi­gung der nationalen Notwendigkeiten des pol­nischen Nachbarstaates offen und ehrlich den weg freundschaftlicher Zusammen­arbeit beschritten. Es ist. das bleibende Ver­dienst Pilsudskis, daß er zusammen mit dem Führer Deutschlands jene Schritte unternahm, deren Ergebnis das Verständigungs werk zwischen den beidengroßen Machten Mitteleuropas bildet. Die Spannung, die lange Jahre der gefährlichste Brandherd Europas zu sein schien, wurde so durch die Tat zweier Manner zum Aus­gangspunkt einer wirklichen B e friedigung zwischen den Völkern. Für den Frieden Europas wurde so mehr geleistet, als durch ein System zweifelhafter

Pakte und Volkerbundsentschliehungen.

67 Jahre hat das Leben des größten polnischen Patrioten gewährt. Ein Leben voll Kampf und Ein­satz hat sein Ende gefunden. Wie aber das neue, im Nationalsozialismus geeinte Deutsckstand an die Bahre Josef Pilsudskis tritt, das hat der Führer in schlichten und offenen Worten in seinem Tele­gramm an den polnischen Staatspräsidenten aus» gedrückt. Es ist noch nicht ein Jahr her, daß das deutsche Volk selber zu tief von der Nach­richt erschüttert wurde, daß der Mann nicht mehr unter ihm weile, der ihm zum Symbol der Nation geworden war. Wie eine Derkörpe- rung der letzten Jahrzehnte deutscher Geschichte ist Generalselhmarschall v. Hindenburg vor feinem Volke gestanden und so ist a u ch I o f e f

Volkscharakter eigen ist. Die Reorganisation des Heeres, die Durchsetzung der Verwaltung mit zu­verlässigen Anhängern des Regimes als Vorstufen des jetzt durch die Verkündung der Verfassung stabi­lisierten gesetzmäßigen Zustandes hat Pilsudski mit einer Gruppe oon treuen Gefolgsleuten durchge­führt, die meist schon Seite an Seite mit ihm in der polnischen Legion kämpften, ja wie der gegen­wärtige Ministerpräsident Oberst Slawek schon seine Kampfgenossen gegen das russische Zarentum waren. Es ist dieDberftengrupp e" zu der auch Oberst Beck gehört, Polens Außenminister, der unter Billigung des verewigten Marschalls die pol­nische Außenpolitik aus der Abhängigkeit oon Frank­reich in den neuen Kurs steuerte, der auch außen­politisch nur eins kennt: das Interesse Polens als frei Großmacht. So stand auch unter Pilsudskis Aegide die Anbahnung der guten Beziehungen zwi­schen Deutschland und Polen, die im polnisch-deut­schen Freundschaftsabkommen ihren Ausdruck fand. Dieser Vertrag ist auch ein wertvoller Beitrag für den europäischen Frieden und somit das bedeutendste außenpolitische Verdienst Marschall Pilsudskis

ime in NenWand.

Pilsudski zum Hüter des polnischen Volkes geworden. Die polnische Nation kann ver­sichert sein, daß das nationalsozialistische Deutschland ihren Schmerz um Marschall Pilsudski verstehen und ihre Trauer um den großen Patrioten zutiefst emp­finden wird

Das Beileid des Führers.

Auch Deutschland betrauert den großen Patrioten nnd wahren Friedensfreund

Berlin, 13.Mai. (DNB.) Der Tob des Mar­schalls pilsudski, der kurz vor Mitternacht in Berlin bekannt wurde, hat die deutsche Oeffentlichkeit, die sich dem polnischen Volke in diesem Augenblick der nationalen Trauer b e s o n - ders eng verbunden fühlt, aufs lebhafteste bewegt. Die Nachricht erregte überall herz­liche und aufrichtige Teilnahme, die dem Gefühl entsprang, daß Polen seinen größten Sohn verlor, das deutsche Volk aber gleichzeitig einen Freund, der dem neuen Deutschland Verständ­nis entgegenbrachte

Der Führer und Reichskanzler hat aus Anlaß des Todes des Marschalls Pilsudski folgen­des Beileidsklegtamm an den pol­nischen Staatspräsidenten gerichtet:

Tief bewegt durch die Nachricht von dem hin­scheiden des Marschalls Pilsudski spreche ich Eurer Exzellenz und der polnischen Regierung mein und der R e i ch s r e g i e r u n g auf­richtigstes Beileid aus. Polen vertiert in dem verewigten Marschall den Schöpfer seines neuen Staates und seinen treue st en Sohn; mit dem polnischen Volk betrauert auch das deutsche Volk den Tod dieses großen Patrioten, der durch seine verständnisvolle Zusammenarbeit mit Deutschland nicht nur unserenbeiden Cänbern einen gro­ßen Dienst geleistet, sondern darüber hinaus den wertvollsten Beitrag zur Befriedung Europas gegeben hat.

Die Todesnachricht.

Die letzten Krankheitstage

Marschau, 12. Mai. (DNB.) Marschall Pil­sudski ist am Sonntag um 20.45 Uhr gewor­ben. Der Marschall Pilsudski ist im Belvedere- Schloh in Warschau entschlafen, nachdem ihm ein Militärkastellan noch die Sterbesakra­mente gereicht hatte. Die Krankheit des Mar­schalls währte bereits mehrere Monate. Die Aerzte hatten einen Magen- und Leberkrebs fest- gestellt. Am 11. Mai trat eine plötzliche Verschlechte­rung im Befinden des Kranken ein. Der Marschall erlitt einen M a g e n b l u t st u r z, der eine Schwä­chung zur Folge hatte. Bald darauf trat der Tod ein.

Ein Voll trauert.

Das Testament des Verstorbenen: Polens Zukunft

Warschau, 13. Mai (DNB. Funkspruch). War­schau steht ganz unter dem Eindruck der Todesnach­richt. Der oon der Straße sichtbare Vorhof des Belvedere - Schlosses ist seit dem Hinscheiden des Marschalls hell erleuchtet. Am Gitter des Schloßhofes sammeln sich trotz der späten Nacht­stunden zahlreiche Menschen an, die im tiefen Schweigen verharren. Noch im Ver­laufe der Nacht erschienen der Staatspräsi­dent, Minister, Generale und andere Würden­träger.