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Die politische Gesundung Portugals

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Rundschreiben an die Pfarrer der Landeskirche Kurhessen-Waldeck davon Kenntnis gibt, daß er ein Amt zur Verfügung gestellt habe.

den Trümmern noch stritten sich die Parteigewal­ten. Schließlich war auch in Portugal die demo­kratische Einrichtung als überholt erkannt worden. Sie verging sich gegen das Wort, das Salazar sich als Richtschnur setzte:Alles für die Nation, nichts gegen die Nation!" Der Kleinbauernsohn und nach­malige Professor an der berühmten Universität Coimbra schaffte daher das Parteigefüge ab und gab dem Lande die einzige Front der natio­nalen Union.

Das Parlament wird gewählt aus den alten Innungen, die Salazar mit besonderen Rechten ausstattete. Er tat hiermit einen besonders glück­lichen Griff, da die Innungen das Wirtschaftsleben Portugals charakterisieren. Es wählen also die In­nungen wie die der Konservenfabriken, das ist die bedeutendste Industrie Portugals, die Weinbauern, die Kirchengemeinden, die Gilden, völlig frei ihr besonderes Direktorium. Die eine Hälfte der Kam­mer wird also aus den Vertretern der Gilden ge­stellt. Die andere Hälfte aber besteht aus den Ver­tretern derer, die für den Staat etwas leisteten, also aus Familienvätern und aus solchen, die zur Unterhaltung einer Familie beitragen, was auch eine Frau sein kann.

So ist ein f e st e s «Staats gefüge entstan­den. Streiks und Aussperrungen sind verboten, die Minister sind nicht dem Parlament, sondern allein dem Präsidenten verantwortlich. Die neue Kammer wird zum erstenmal am 15. April 1935 zusammen­treten, weil an diesem Tage das Mandat des Staatspräsidenten General Carmona abläuft. Es ist aber zu erwarten, daß der Präsident, der mit Salazar Portugal von der Anarchie befreite, wiedergewählt wird.

Form von finanziellen Transaktionen unter Bean­spruchung von Krediten abwickele. Der Reichsbank­präsident sei ferner der Ansicht, daß die Politiker durch Abkommen über- die Rüstungen und die Sicherheit eine Atmosphäre i) e s Ver­trauens vorbereiten müßten, ohne die eine An-

Deutsche und französische Wirtschaft.

Zusammenarbeit gedeiht nur in einer Atmosphäre des Vertrauens.

Wettervoraussage.

Durch den mächtigen, von Skandinavien vordrin­genden Sturmwirbel sind erneut weitere Luftoer­setzungen in Gang gekommen. Zu uns werden dabei vorerst mit einer Südwestströmung milde ozeanische Luftmassen verfrachtet, während von der Rückseite des Wirbels her mit Nordwestwinden nach England bereits kältere polar-maritime Luftmassen nachstoßen.

Aussichten für Sonntag: Zunächst häufig aufheiternd, aber in der Niederung vielfach Nebel­bildung, nachts Frostzunahme, dann mit lebhaften Südwestwinden Milderung und später auch Nieder­schläge (vielfach Schnee).

Aussichten für Montag: Bei Luftzufuhr aus dem Westen unbeständiges und milderes Wetter mit einzelnen Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 11. Januar: mittags0,5 Grad Celsius, abends3 Grad; am 12. Januar: morgens 5,7 Grad. Maximum0,5 Grad, Mini­mum 6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Januar: abends 0,6 Grad, am 12. Januar: morgens 0,1 Grad Celsius. Niederschläge 0,2 mm. Schneehöhe 2 cm. Sonnenscheindauer 0,8 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thnriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'iche Unwersitats Buch and Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.

Gröhe Aufträge für die Rüstungsindustrie in Sheffield.

London, 12. Jan. (DNV.-Funkspruch.) Die Stahlwerke von Sheffield haben im Jahre 1934 etwa 100 000 Tonnen Stahl oder e i n Z e h n t e l ihrer G e s a m t e r z e u g u n g zur Waffen­herft ellung verwandt. Ein Mitglied der Han­delskammer von Sheffield erklärte, daß der Fort­schritt in der Herstellung von außerordentlich leich­ten und wider st andsfähigen Stahl­legierungen zu neuen Aufträgen des Kriegs­und Luftfahrtminifteriums geführt habe. Die drei größten Rüstungsfirmen in Sheffield stellten zur Zeit leichten Stahl für Flugzeugteile, Granaten und Panzerplatten her. Die wachsende Bedeutung Sheffields als Zentrum der Waffenindustrie werde durch die Anwesenheit von zehn Sachverständigen des Kriegs- und Luftfahrtministeriums gekennzeichnet.

LlebernahmedesFmsorgeamtsderSA. durch den 'NeichSschatzmeister.

Der Reichsschatzmeister der NSDAP, ver­öffentlicht imVölkischen Beobachter" folgendes: Im Einvernehmen mit dem Chef des Stabes der SA. der NSDAP., Viktor Lutze, übernehme i ch mit sofortiger Wirksamkeit das bei der Obersten SA.-Führung bestehende Für sorge amt (Adolf- Hitler-Spende) in meinen Geschäftsbereich. Z u - schriften sind von jetzt ab zu richten an: NSDAP..-Reichsleitung, Fürsorgeamt München, Barerstraße 7. Die Leitung des Fürsorgeamtes bleibt in den Händen des Parteigenossen Oberführer Fürholzer.

Büchertisch.

Führer über d i e o st preußischen Schlachtfelder. Bearbeitet von Major a. D. Dr. Walter Große. Mit einem Geleitwort vom Gauleiter und Oberpräsidenten der Provinz Ost­preußen Erich Koch. Mit mehreren Kartenskizzen. Kartoniert 60 Pf. Ost-Europa-Verlag, Königsberg in Preußen. 20 Jahre vergingen seit den denkwür­digen Augusttagen von 1914, die die Namen Tan­nenberg und Hindenburg unlöslich verbinden. Auf dem Boden Ostpreußens stand 1914 bis 1915 der deutsche Soldat in harten Kampfe gegen den ein­dringenden Feind. Der Verfasser ist ein mit den Kriegsereignissen in Ostpreußen hervorragend ver­trauter Soldat. Der Aufmarsch von 1914, die ersten größeren Gefechte in Ostpreußen, die Tage von Tannenberg, die gewaltigen Kämpfe an den masu­rischen Seen und die Winterschlacht in Masuren, sind Gegenstand eindringlicher Beschreibung. Die Entwicklung der Gefechtslage wird durch übersicht­liche Kartenskizzen treffend erläutert. In engem Zu­sammenhang mit dem kriegsgeschichtlichen Teil steht überall die Beschreibung der Wanderungen über die verschiedenen Schlachtfelder. Damit gewinnt das Büchlein ausgezeichneten Wert für jeden, der die Gefechtsfelder, Ehrenfriedhöfe und Denkmäler Ost­preußens besucht. Diele unbekannte Einzelheiten erwecken unser Interesse. So ist dieser Führer für jeden Besucher Ostpreußens ein zuverlässiger Be­rater.

Hans Halmbacher:Ludwig Thoma und sein Jäger Bacher l". 2. Auflage, 4. bis 8. Taufend. F. C. Mayer Verlag, München 2 C. In Rauhleinen gebunden 1,80 Mark. (651) Man lernt in diesem sehr frisch geschriebenen Buch den berühmten Thoma als Jäger, Naturfreund und Mensch kennen. Bacherl, der letzte Jäger Lud­wig Thomas, ein einfacher Bergler vom Tegernsee, hat ohne Liebedienerei, aber in urwüchsigem klaren Stil diese Erinnerung geschrieben. Die eigenartige Liebenswürdigkeit des gemütvollen Menschen und Dichters lebt 'dadurch wieder auf. Manche Eigenart Thomas wird offenbar, von dem Verfasser mit Hu­mor und Takt geschildert. Wir lernen Thoma ken­nen: auf der Jagd in den Bergen und im Flach­land, wie er mit seinen Freunden und den Leuten aus dem Volk verkehrt, zu Hause, in seiner Bauern­stube, in der Wirtschaft, am Schießstand usw.

Wer kennt Germanien? Von Char­lotte Köhn-Behrens. Geh. 4 Mark, Leinwand 5 Mark, I. F. Lehmanns Verlag, München. (653) Die Verfasserin hat die deutschen Fach­leute auf dem Gebiete der germanischen Frühge­schichte über all die Dinge befragt, die jeder Deutsche heute über die Frühzeit seines Volkes wissen möchte. : Männer, wie die Professoren Hans Hahne, Robert Mielke, Gustav Neckel, Freiherr von Richthofen, Carl Schuchhardt u. a. antworten in durchaus . unprofefforalem Plauderton und geben so zusam­men ein Bild von Land und Leuten in Germa» . nien, das sich auch der Vielbeschäftigte und auf an- i derem Gebiet Arbeitende mühelos aneignen kann. ' Wir hören vom Leben in der Familie, von Sitten und Gebräuchen, von Zauber und Kult, von Klei» ; düng, Handwerk, Kunst und Handel und gewinnen : Einblick in das Staats-, Rechts- und Kriegswesen t der frühen Hoch-Zeiten germanischer Kultur bis zur Zeit der Wikinger. Daß trotz aller Volkstümlichkeit - der Darstellung die wissenschaftliche Zuverlässigkeit ' und Sauberkeit gewahrt wird, dafür verbürgen die Namen der befragten Fachleute.

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auf allen Gebieten von demselben Geist getragen würden, wie die Beziehungen Dr. Schachts zur Bank von Frankreich, so würde eine ganze Reihe von Fragen, deren Lösung heute schwierig erscheine, mit Leichtigkeit geregelt werden können. Seine Ver­waltung telephoniere fast täglich mit der Bank von Frankreich, und man arbeite vertrauensvoll und freundschaftlich miteinander.

Sauerwein zieht aus der Unterredung die Schluß­folgerung, daß die deutsch-französischen Wirtschafts­beziehungen sicherlich nochweiter ausgebaut werden könnten, aber nur unter der Bedingung, daß Frankreich auch stark fei und daß es mit ebensoviel Sachkenntnis und Willens­kraft wie Deutschland regiert würde. Um sich mit solchenstrammen Burschen" zu ver­ständigen, müsse man ihrem Beispiel folgen, man müsse der Jugend Mut und Patriotis­mus predigen, ein vorzügliches Heer orga­nisieren und Wirtschaft und Finanzen in wirklich modernem und dynamischem Geiste leiten.

Die Wahlen zum portugiesischen Par­lament haben eine überwältigende Mehrheit für den Kurs ergeben, der feit 1926 dem Zeitalter der Revolutionen ein Ende gemacht hat. Als der letzte König aus dem Haufe Braganza am 4. Oktober 1910 mit feiner Tänzerin Gaby Deslys verschwand, kamen die anarchistischen Elemente in Portugal ans Ruder und nicht weniger als 42 Re­volutionen verheerten bis zum Jahre 1926 das Land. Handel und Wandel verrotteten dabei. Erst als am 28. Mai 1926 ein Dutzend starker Männer, darunter Oliveira Salazar, die Diktatur ausriefen, ist Portugal im Gegensatz zu Spanien zur Ruhe gekommen. Ein Versuch, die schwarze Fahne des Monarchismus und die rote des Kommunismus im Januar 1934 aufzupflanzen, endete mit der Ver­haftung der Verschwörer.

Der fähigste Kopf des neuen Portugal ist Sala­zar. Sohn eines Kleinbauern, arbeitet er mit jener minutiösen Genauigkeit, die Zahlen an Zahlen reihte, und es gelang ihm, in unverdrossener Arbeit, aus dem Land, das vor dem finanziellen Zusammen­bruch stand, ein Land des Ueberschusses zu machen. Heute besitzt Portugal ein geordnetes Finanzwesen und der Haushaltsetat steht in feiner Einnahme höher als in der Ausgabe. Als Präsident Carmona am 11. April 1933 den Finanzminister mit der Führung der Regierung betraute, behielt Salazar den Posten des Säckelbewahrers bei. Denn für ihn ist eine geordnete Finanzwirtfchaft die Grundlage alles öffentlichen Lebens.

Arn gleichen Tage aber gab der neue Minister­präsident dem Lande auch eine neue Verfas­sung. Ihre Grundlage ist die Wahrung der Staatsautorität. Denn die vielen Parteien und Re­gierungen hatten das Land fast ausgebrannt. Auf

fchen Außenminister Titulefcu. daß innerhalb der Kleinen Entente gewisse Gegensätze in der Stellungnahme zu den römischen Verhandlungen be­stünden. Während Benesch sich uneinge­schränkt für einen Beitritt der Kleinen Entente zu den Vereinbarungen eingesetzt habe, nehme der jugoslawische Außenminister I e f t i t s ch eine zurückhaltende Haltung ein und verlange, daß der Balkanbund, somit auch die Türkei, in den mitteleuropäischen Fragen als mitinteressiert erklärt werde. T i t u l e s c u habe sich dem südslawi­schen Standpunkt angeschlossen. Der Plan, den Be­nesch auf der Konferenz vertrete, gehe dahin, daß im Frühjahr eine große mitteleuropäische Konferenz in Rom stattfinden solle, die von der italienischen und von der französischen Regierung gemeinsam einzuberufen wäre. Benesch habe ferner den Vorschlag gemacht, daß die diplomatischen Ver­treter der Kleinen Entente in Budapest mit der un­garischen Regierung die Wiederaufnah me normaler Wirtschaftsbeziehungen mit Ungarn und einer endgültigen Regelung der Minderheitenfrage erörtern sollten. Auf die­sem Wege könnten dann die Voraussetzungen für einen mitteleuropäischen Pakt geschaffen werden. Titulefcu soll es übernommen haben, den Bei­tritt Polens zu dem neuen mitteleuropäischen Pakt zu erreichen.

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Eine kurze Ratstagung.

G e n f, 11. Jan. (DNB.) Der V ö l k e r b u n d s- r a t hat unter Vorsitz des türkischen Außenministers Rüschtü Aras zunächst, in geheimer Sitzung getagt. Bei dieser Gelegenheit kam die a b e s s i - nische Beschwerde gegen Italien zur Sprache. Die öffentliche Sitzung wurde mit einer Ansprache des Vorsitzenden zu Ehren des verstor­benen Mitgliedes des Haager Gerichtshofes und früheren Volkerbundsdelegierten Japans, Adatfchi, eröffnet. Sir John Simon und Maffigli schloffen sich im Namen ihrer Länder den ehrenden Worten des Vorsitzenden an.

Litwinow berichtete dann über die Ver­unreinigung d e r Meere durch Oelrück- stände. Die Frage hat deshalb eine Bedeutung, weil man einen schädigenden Einfluß dieser Oelrück- stände auf den Fifchbestand festgestellt hat. Die Untersuchungen sollen fortgesetzt werden mit dem Ziel, ein internationales Abkommen abzuschließen, das diese Verunreinigung einschränkt. Außenminister Simon gab dem großen Interesse seines Landes an dieser Frage Ausdruck. Er verlangte eine be­schleunigte Arbeit durch die hiermit beauftragten Völkerbundsstellen. Der Rat vertagte sich dar­aufhin bis Montag vormittag. Damit ist für die privaten Besprechungen unter den hier anwesenden Ministern und Delegierten Zeit geschaffen.

Oie Kleine Entente und der Pakt von Rom.

Belgrad, 11. Jan. (DNB.) Eine Konferenz der Kleinen Entente in Laibach wurde mit folgen­der amtlichen Erklärung beendet: Der Ständige Rat der Kleinen Entente trat Freitag unter dem Vor­sitz des rumänischen Außenministers Titulescu zu einer Konferenz zusammen. Den Hauptgegen- ftanb der Beratungen bildete die Beurteilung des in Rom vereinbarten Abkommens zwischen Frankreich und Italien sowie die Festle­gung der gemeinsamen Haltung, die die Kleine Guten te in dieser Angelegenheit einnehmen wird. Die drei Außenminister drückten ihre Befriedi­gung über die Ergebnisse aus, die in den Ver­handlungen zwischen Mussolini und Laval erzielt wurden, und vertraten die Auffassung, daß diese geeignet sind, den Frieden zu fördern und d i e Organisation d e s Friedens zu stärken. Die drei Außenminister faßten den Entschluß, mit allen interessierten Mächten bezüglich der prak­tischen Anwendung des römischen Abkom­mens zusammenzuarbeiten. Sie glauben zugleich auf diese Weise am besten ihre nationalen I n - t e r e s s e n, ebenso wie die Interessen der Allge­meinheit sicherzustellen, die durch die Kleine En­tente stets verteidigt wurde.

lieber die Konferenz berichtet der Az Est unter Berufung auf eine Unterredung mit dem rumäni-

Ein Aufruf des Evangelischen Bundes.

Berlin, 11. Jan. Der Evangelische Bund 1 erläßt zum Saarkampf folgenden Aufruf: An un­sere evangelischen Freunde im Saargebiet! Teure Glaubensgenossen! Es drängt uns, euch zu sagen, mit welcher Sehnsucht, zugleich aber auch mit welcher Zuversicht wir, die wir allezeit für unser Volkstum mit besonderer Liebe eingetreten sind, dem nahen Tage eurer Abstimmung entgegen- sehen. W i r glauben an eure Treue! Wir haben in Dankbarkeit für sie in steter Fürbitte hinter euch gestanden und keinen Augenblick daran gezweifelt, daß jetzt deutsche Treue ihren Lohn finden werde. Nun schlägt bald der Tag eurer Befreiung. Wir grüßen euch von ganzem Her­zen als Schwestern und Brüder, die man zwar äußerlich schwere Jahre hindurch von der Mutter Deutschland losreihen konnte, deren Herzen ober mit uns verbunden waren in unlös­licher Gemeinschaft. Gott schenke uns ge­meinsam gesegneten Fortgang im Wiederaufbau unseres Volkes und Vaterlandes, Frieden nach außen und innen, besonders auch unserer lieben evangelischen Kirche, und neue Kraft aus unserer Wiedervereinigung.

Das Präsidium des Evangelischen Bundes: Lic. Taube; D. Fahrenhorst; Lic. von der Heydt; Oberkons.-Rat Besig; D. Dr. Beyer; Lic. Semrau;

D. Waitz.

Völlig freie Entschliehung der Bischöfe

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Das Diözesanblatt für das Bistum Speyer schreibt: Von gewisser Seite wird das Gerücht verbreitet, die Erlasse der Hochwürdigsten Herren Bischöfe von Speyer und Trier bezüglich der Saar­abstimmung seien unter D r u ck von st a a t - licher Seite ergangen. Mit Entrüstung l eignen mir eine f o l d) e Unterstellung ab. Sie widerlegt sich non selbst durch die klare und entschlossene Haltung unserer hochverehrten Oberhirten, die in den vergangenen Jahren st ets in höchstem B-rantwortungsbewutztstm und chir en° sorge für die Heimkehr ihrer Diözesa­nen im Saargebiet gebetet und gearbeitet haben. Gerade wir Angehörige des Bistums Speyer kennen und bewundern seit den schwersten Tagen der Pfalz 1923 und 19 2 4 die auf­rechte Haltung und unbeirrbare Vaterlandsliebe un­seres hochwürdigsten Herrn Bischofs in ollen ent­scheidenden Fragen unseres Volkes und schätzen uns glücklich, daß Deutschland diese Bewunderung für unfern Oberhirten mit uns teilt. Zu unterstellen, daß Seine Exzellenz in der geschichtlichen Frage der Saarheimkehrer, die über jeder Tages- uno Parteipolitik steht, unter irgendeinem frem­den Druck handeln sollte, scheitert von vornherein an seiner hohen Auffassung von der Sendung eines deutschen Bischofs und der Große feiner geschichtlichen Verdienste um Deutschland.

Landesbischof T^eis-Kasiel tritt zurück

DieKasseler Neuesten Nachrichten" bringen eine Mitteilung der dortigen Landesstelle des Reichs­ministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda, nach der Landesbischof Theis in einem amtlichen

Sim Unterredung mit Schacht

Paris, 11. Jan. (DNB.) Dem Außenpolitiker desParis Soir", Jules Sauerwein, hat Reichs- wirtfchaftsminifter und Reichsbankpräsident Dr. Schacht in einer Unterredung u. a. erklärt, daß Deutschland mit feinen ausländischen De­visen so sparsam wie möglich umgehen und es verhindern müsse, daß die Mark im Aus­lande umlaufe, solange Deutschland gezwungen sei, auf der Grundlage des Warenaustausches von der Hand in den Mund zu leben. Mit dem Tage, an dem die allgemeine Weltlage sich ändere und er nicht mehr an die deutschen Schulden zu denken brauche, werde er am anderen Morgen die deutsche Wirtschaft und den Devisenumlauf von ihren Be­schränkungen befreien Die Schulden aber müsse und wünsche er zu bezahlen, doch könne er dies nur, wenn die finanziellen Vorschrif­ten lückenlos durchgeführt würden. Den Leidens­weg der Kreditpolitik wolle er nicht erneut be­schreiten.

Sicherlich, so sagt Sauerwein weiter, denke auch Dr. Schacht, daß einige der in der Bank von Frankreich oder im Spar st rümpf des ranzösischen Bürgers schlafende Mil­liarden der Weltwirtschaftslage ein anderes Gesicht geben würden, wenn man sie in Um» lauf setzte. Dr. Schacht wünsche, daß sich der Handel zwischen beiden Ländern in G e st a l t elnesWarenaustausches und nicht etwa in

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Flandr'n spricht beute im Rundfunk.

Paris, 12. Jan. (DNB. Funkspruch.) Minister­präsident F l a n d i n wird am heutigen Samstag über alle französischen Staatssender sprechen. Seine Rede wird in vier Teile zerfallen. Im ersten Teil will er die bisherigen Lei st ungen seines Kabinetts behandeln: Haushalt, Gesetze zur Be­hebung der Getreide- und Weinbaukrise, Militär­kredite und internationale Beziehungen. Der zweite Teil wird den Wirtschaftsplänen gelten, ins­besondere der Neuorganisation der Industrie. Im dritten Teil will er sich mit dem Finanzpro­gramm für 1 935, vor allem mit der Kreditpoli­tik befassen. Schließlich wird er die «5 t a a t s r e o r m , die mit der Justizreform ihren Anfang neh­men soll, behandeln.

Flandin hat demFigaro" in Umrissen den Inhalt seiner Rundfunkrede mitgeteilt. Innenpolitisch setzt er sich für den nationalen Zusammen­schluß, währungspolitisch für die Stabili- fierung des Franken und den Schutz der Sparer ein. Außenpolitisch stellt er das Leitwort Sicherheitin den Vordergrund. Die in Rom un­terzeichneten französisch - italienischen Abkommen und die nächsten Besprechungen von London würden Aufschluß geben über Frankreichs Art, den Frieden zu sichern.

Ein Appell ehema igerGaarregimenter

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Ehemalige Ange- hörige der Regimenter, die früher an der Saar beheimatet waren, veröffentlichen folgenden Mahnruf:

Mit allen Frontkämpfern der Regimenter, die an der Saar beheimatet waren, wissen ihre unter­zeichneten ehemaligen Offiziere aus der Reichs- Hauptstadt sich eins, wenn sie einen letzten, ein­dringlichen und herzlichen Appell an ihre Brüder an der Saar richten: Tut eure Pflicht, w ie Blut und Ehre fordern, bleibt treu euren Deutschen Müttern, euren Vätern, Brüdern und Söhnen, die für euch ebenso wie für das ganze Deutfchland kämpften und starben. Marschiert ge­schlossen in die Heimat, in gleichem Schritt und Tritt, wie einst eure Regimenter dem Ruf des Vaterlandes folgten. Deutschland sorgt für den ärmsten Volksgenossen am reichsten, sein ärmster Sohn muß daher auch sein treuester sein. Das Reich erwartet die Meldung: 550 000 Saardeutsche zur Stelle!"

Unterzeichnet ist dieser Aufruf u. a. von Offi­zieren des ehemaligen 8. Rheinischen Jnsanterie- ^egiments Nr. 70, darunter Generaloberst Heye; vom ehemaligen Westfälischen Dragoner-Regiment Nr. 7, darunter General der Kavallerie von Pvseck. Ferner beteiligten sich Angehörige vom ehemaligen Ulanen-Regiment Nr. 7, vom ehemali­gen Infanterie-Regiment Nr. 30 und vom ehemali­gen Feldartillerie-Regiment Nr. 8.

Der Reichsverband deutscher Offiziere.

Der Reichsverband deutscher Offiziere sandte a n den Führer und Reichskanzler Adols Hitler folgendes Telegramm: In den Tagen der Saarabstimmung schlagen unsere Herzen den Brü­dern und Schwestern des Saargebietes besonders entgegen voll Freude und Genugtuung, daß diese, die innerlich nie von uns getrennt waren, nun wieder auch äußerlich zu uns gehören sollen. «Bei Rückkehr der Saar­deutschen ins deutsche Vaterland danken wir diesen für ihre Treue und unserem Führer und Reichs­kanzler Adolf Hitler für seine sichere Führung und zielbewußte Politik. Wir Offiziere der alten Wehr­macht erneuern gerade in diesen Tagen freudigen Herzens unser Treuegelöbnis zum Führer.

bann Die ausländische Presse In seine Druckerei geführt und ihr erklärt, daß die Fa­schisten ihm den Strom gesperrt hätten, und daß das ein Eingreifen in die Wahlfreiheit bedeute Er werde nunmehr eine Verfehle- bunq der 21 b ft immun $ beantragen. Eine Nachfrage beim Oberbürgermeister Neitzel ergab sofort, daß von einer Strom st örung feine Rede sein konnte, die Stromlieferung an die Dolksstimme vollkommen in Ordnung war und das angebliche Versagen der Stromliefe­rung auf Vorgänge innerhalb der Volks- st imme-Dr uckerei zurückzuführen ist. Braun hat seine Volksstimme abends um 10 Uhr noch drucken und herausgeben lassen.

Franz Seidte an

den Bund der Frontsoldaten(Soor".

Der Bundesführer des NS.-Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm), Reichsarbeitsminister S e l d t e , hat an den Bund der FrontsoldatenSaar" folgendes Telegramm ge­richtet:Der NS.-Deutsche Frontkämpferbund (Stahl- ' Helm) sendet seinen Kameraden, den deutschen Front­soldaten und allen deutschen Volksgenossen an der Saar in diesen für die Rückkehr des Saargebietes zum Reich entscheidenden Tagen seine kamerad­schaftlichen Grüße und Wünsche in der sicheren Erwartung, voll auf den deutschen Sieg vertrauen zu können.