Einzelbild herunterladen

Kr.fO Erster Blatt

185. Jahrgang

Zamrtag.tZ.Zanuar 1935

Erscheint tag lid), Aßei Lonnlaqs und feiertags Beilagen: Dre Illustrierte Gießener Familienbiatter Heimat Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpreis:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr . -.25

Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernfprechanfchlüsse

unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Sietzen postfcheälonlo:

Kronlfurt am Main 11686

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7

Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittag,

Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm

Breite 7 Rpf.. für Text- anteigen von 70mm Breite 60 Npf.,Platzvorschrist oder schwieriger datz 25°/o mehr

Ermäßigte Grundpreise: Stellen:, Vereins», gemein« nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabfchlüffe Staffel B

OasGaarland empfängt feine Söhne aus dem Reich

Den Saarsonderzügen über die Grenze entgegen. Grenzland im Kestgewand. Ein letztesMacht's gut!"

N e u st ad t a. d. H., 11. Ian. (DNB.) Ein trüber Wintertag ist angebrochen. Die Industriestadt Neunkirchen an der Blies zeigt heute schon früh reges Lieben. Ueber die Straßen spannen sich Lichterketten, strahlen ihr wärmendes Licht durch die neblige Dämmerung. So werden sie leuchten am Tage des Sieges, zur Stunde der Heimkehr des Saarlandes zum Reich. Ueberall häm­mert und klopft es. Eine Armee von Ar­beitern ist auf den Beinen, um den Brüdern aus dem deutschen Vaterland einen würdigen Willkomm zu entbieten. Am Bahnhof sammeln sich Menschen, halten kleine Blumensträuße oder ounkles Tannengrün in den Händen, um die ersten Sonderzüge, die heute eintreffen, zu empfangen. Nicht allzu viele. Denn der Appell, die Verkehrssicherheit an den Bahnhöfen nicht zu ge­fährden, hat weitgehende Beachtung gefunden. Während in Saarbrücken überwiegend das ansässige Bürgertum die Straßen füllte, verleugnet sich hier der Charakter der Industriestadt nicht. Arbeiter im einfachen Werkskleid, Frauen mit dem Marktkorb im Arm, alte Leute, die den Sohn, die Tochter begrüßen wollen, einige Landjäger, die plaudernd zusammenstehen, ein Bild voll dis­ziplinierter Ruhe, aber ergreifend in seiner erwartungsvollen Feierlichkeit.

Der Zug, der uns über die Grenze ins Pfälzer Land tragen soll, steht unter Dampf. Noch wenige Minuten, dann braust die lange Wagenreihe in den erwachenden Morgen hinaus, der Grenzstadt Homburg zu. Trotz der scharfen Winterluft erwartungsfrohe Gesichter am offenen Fenster. Und richtig! Schon in Wellersweiler passieren wir den er st en einlaufenden Sonderzug aus dem Reich. Unsere Arme heben sich zum Gruß, begeistert wird er vom Nebengleis erwidert. Grüße fließen herüber und hinüber, Taschentücher flattern, dann setzen sich beide Züge in entgegengesetzter Richtung in Bewe­gung. Kurze Zeit noch leuchtet das rote Schluß­licht des Sonderzuges, dann hat die Ferne ihn verschlungen. In wenigen Minuten wird er halten im Heimatsort an der Saar, werden Menschen sich umarmen, die anderthalb Jahrzehnte getrennt waren!

Rasch rollen wir der deutsch-saarländischen Grenze entgegen, diesem grotesken Gebilde eines sog.nanntenFricdens".vertrages. In Hom­burg französische Zöllner, die sich offenbar heule gar nicht recht wohl fühlen. Da rauscht es vier, fünf Gleise entfernt jubelnd: e^tjch ist die S ar, deut.ch immerdar". Dort hall ein weiterer Sonderzug aus d e m R e i ch e. Der festliche Grünschmuck ist ent­fernt, so will es eine hohe Regierungskommis­sion. Die Menschen aber lassen sich nicht nieder­zwingen. Aus tausend kehlen erklingt das Saar­lied, begeistert mitgesungen von den Menschen, die den Bahnsteig füllen. Menschen umarmen sich, die sich vorher nie gesehen. Tränen der Freude und des Stolzes stehen in den Augen. Hände schließen sich zusammen und möchten sich nicht mehr voneinander lösen. Das Grenz­land empfängt seine reichsdeut- schen Söhnet Die Zollkontrolle wird aner­kennenswert rücksichtsvoll gehandhabt. In we­nigen Minuten ist alles erledigte Die Morte reichen nicht aus, um diese herrliche Stimmung zu schildern. Diese überquellende Freude, mit der ein deutsches Land nach ISjähriger Fremdherrschaft die reichsdeut­schen Brüder grüßt. Schmucklos ist zwar der Bahnhof, nackt ragen Fahnenmasten in den aufklarenden Wintertag, aber die Herzen sind heiß, hier lodern Flammen, die keine Harle Verordnung löschen kann. Ein schriller Pfiff, die weißen Tücher flattern, ein letztes RIachls gut" vom Bahnsteig her, dann klirrt auch dieser Zug dem Herzen des Saar­landes zu.

Wir passieren bei Bruchmühlbach d i ehe u t s ch e Grenze. Noch ein anderes Bild: Der kleine Bahn­hof, der seine internationale Bedeutung dem Zoll verdankt, in duftendes frisches T a n n en - arün getaucht, jeder Pfeiler von dichten Gir­lande, i umschlungen, kleine Tannenbaumchen dem Babnsteig entlang Deutsche 3 0 I Jb e ® unsere silbernen Hoheitzeichen an der Dienstmütze, stehen lächelnd und plaudernd zusammen, ^eute und in den nächsten Tagen machen sie festlichen Dienst, sind sie Zeugen h i st o r t schen Ge­schehens. Bei der Devisenkontrolle schnell Ab­fertigung. Auch hier im Arbeitsraum das tannen­bekränzte Bild des Führers, Blumengruße auf den Tischen. Was in Homburg nicht möglich ist durch die Verbote der Völkerbundsregierung, hier wiro es doppelt erhebend wieder gut gemacht. Grenz- landirn Feierkleid!

Nun geht es auf reichsdeutsche mBoden weiter. Zu beiden Seiten der Bahn die kleinen Arbeiterhäuser mit reichem Flaggenschmuck an den Fenstern, erwartungsvolle Menschen, die den Son­derzügen entgegensetzen, um die Heimfahrenden zu grüßen. In Landstutzl, in Kaiserslautern, Neustadt das gleiche bunte Bild. Hakenkreuzwimpel flattern in langen Reihen von Bahnsteig zu Bahnsteig.

Mächtige Schilder an Schienensträngen künden glückhaft:Nur noch zwei Tage, du deutsches Land an der Saar!" Die Transparente umgeben von Grünschmuck, umweht von unseren ruhmreichen Flaggen. Doppelt ergreifend, wenn man seit Wochen im Sarland weilte, wenn man alle Schikanen er­lebt hat, von dem Fahnenoerbot bis zum unter­sagten Empfang der Ausländsdeutschen in der Hei­mat. Im Zuge fahren Schwestern und Sanitäter, welche die ersten Sonderzüge von Kaiserslautern bis zur Grenze begleiten. Sie hatten nichts zu tun, keine Hilfeleistung war nötig. Begeistert erzählen sie von der packenden Stimmung der Abstimmungs­berechtigten. Heimatsehnsucht und stolze Freude im Herzen, so fahren sie in diesem Meer von Fahnen und Waldesgrün der alten deut­schen Heimat entgegen' die ihr leuchtendes Festkleid

Kurz nach der Machtübernahme im Reich trug sich in einer Saarbrücker Schule ein klei­ner Vorfall zu, der an sich unwichtig erscheint, der aber äußerst aufschlußreich für die Gesinnung schon der Jüngsten an der Saar ist: Der Lehrer einer der unteren Klassen wurde von einem vielleicht zehnjährigen Jungen darauf hingewiesen, daß ihr Stundenplan nicht mehr in Ordnung sei. In diesem Stundenplan waren die einzelnen Fä­cher symbolisch dargestellt, also etwaRechnen" durch einige Ziffern,Naturgeschichte" durch einen Hasen,Französisch" durch die Trikolore usw. In dem Stundenplan müßten jetzt so meinte der Junge die FarbenSchwarz-Rot- Gold" fürDeutsch" verschwinden und durch die Hakenkreuzfahne oder durch Schwarz-Weiß-Rot" ersetzt werden. In der nächsten Pause, nach der Genehmigung des Vorschlages, entfalteten die Schüler eine emsige Tä­tigkeit. Einige Jungen liefen so schnell sie konnten nach Haus. Einer brachte ein Bild Adolf Hitlers, einige andere Fähnchen in den neuen Farben des Reiches in die Klasse. Als der Lehrer nach der Pause den Klassenraum betrat, hing an der Wand neben dem Bild Hindenburgs das des neuen Reichskanzlers und Führers des deutschen Volkes. Beide Bilder reich mit kleinen Fähnchen geschmückt. Dieser aus eigenem Antrieb selbstgeschaffene Schmuck war der Stolz der ganzen Klasse und das Vorbild für alle -md-ren Klassen. Bis in den letzten Tagen vor dem Weihnachtsfest das Flaggenverbot der Regierungskommission des Saargebietes kam. Jetzt, so versichert mir der Lehrer dieser Klasse, wo die Jungen ihren politischen Glauben nach außen bin nicht mehr zeigen dürfen, tragen sie diesen Glauben nur um s o heißer in ihren Herzen in Erwartung des Tages, an dem sie ihre Liebe und Verehrung für den Führer wieder offen zeigen und bekunden dürfen.

Diese kleine Geschichte, so unbedeutend sie fein mag, gibt ein Bild vom Wesen der deutschen Saar­jugend. Jeder, der mit dieser Jugend etwas zu tun bat, wird die Echtheit des Beispieles bestätigen. In der Jugend an der Saar ist ein viel klarerer und festerer politischer Wille anzutreffen, als in manchen Kreisen der älteren Generation. Hier gibt es keine

erst in einigen Tagen anlegen darf, wenn die un­sinnigen Grenzpfähle zersplittern, wenn 800 000 Deutsche zurückgekehrt sind ins Vaterland.

Der Kyffhäuserbund zur Saar­abstimmung.

Auf Anordnung des Kyfshäuserbundes - Führers, Oberst a. D. Reinhard, wird am Abend des 13. Januar das Kyffhäuserdenkrnal auf dem Sagenberg des Kyffhäusers im Herzen unseres Vaterlandes anaeleuchtet wer­den, um ein Symbol der deutschen Treue von der Sympathie der im Kyffhäuserbund zusammen­geschlossenen mehr als 3 Millionen ehemaligen Soldaten mit ihren Brüdern und Schwestern im Saargebiet zu künden.

Emigranten, hier gibt es keinen, der sich äußerlich und innerlich dem Erlebnis des neuen Deutschland entziehen wollte, oder schon entzogen hätte. Hier fehlen auch völlig die Menschen, die jedes Bekennt­niswort zum neuen Deutschland mit fünfundzwanzig Wenn" undAber" einschränken, hier gibt es nur einen f e ft e n Glauben an den Führer und den entschiedenen Willen, ihm und seinem Werke so viel als das möglich und erlaubt ist, zu dien en. Inmitten der separatistischen Schlammflut, die sich gerade in den letzten Tagen der Emigrantenherrlichkeit über das Saargebiet ergießt, ist es eine Wohltat, sich mit jungen Menschen über die Fragen des Tages- kampfes zu unterhalten. Für diese prächtige, durch die bitteren politischen Erfahrungen ihrer Jugend sehr feinhörig gewordene Jugend steht das, was die Emigrantenblätter zusammenschmieren, überhaupt nicht zur Diskussion. Für sie steht höchstens die Frage der Existenz dieser Schmutzblätter zur Dis­kussion. Sie sind sich klar darüber, daß sie sobald wie irgend möglich von der journalistischen Bild­fläche des Saargebietes zu verschwinden haben. Für die Saarjugend gibt es nicht die von den Emi­granten au'gemorfencn Probleme, wie etwa das sinnlose Geschwätz von einer zweiten Abstimmung. Die Saarjugend unterscheidet lediglich Menschen, die sich ihrer Verpflichtungen ihrem Volke gegenüber bewußt sind, und solche, die ihr Volk und die Ge­schichte ihres Volkes verraten, weil sie für die außenpolitischen Wünsche Frankreichs werben.

Diese völlig eindeutige Haltung der saardeutschen Jugend bestätigt sich überall. Jeder Jugendführer, jeder Lehrer weiß von ihr zu berichten. Schon um dieser absolut eindeutig stehenden Jugend willen muß das Saargebiet am 13. Januar der Rück- aliederung ins Reich zugeführt werden. Die Jugend kann heute noch nicht mitbeftimmen, was aus dem Saargebiet werden soll. Aber ihr klarer und ent­schiedener politischer Wille wird sich schon in den allernächsten Jahren Geltung zu schaffen wissen. Die Jugend weiß: Die Rückgliederung des Saar­gebietes ans Reich ist die Voraussetzung für den Frieden.

Ehrentag der Saar.

Das Land zu beiden Seiten der Saar, dessen Bewohner morgen aufgerufen werden, sich vor aller Welt in einer gewaltigen Willenskundgebung zum Deutschtum zu bekennen, dies Land ist deutsch, wie irgendein anderes an der weiten Westmark von Lörrach bis Speyer und hinauf bis Aachen, Cleve und Emden. Volkstum und Sprache, Geschichte, Kul- tur und Wirtschaft banden dies Land nun feit zwei Jahrtausenden mit seinen Nachbarn zwischen Mosel und Mittelrhein zu einer unlöslichen Einheit. Nie» mals empfanden wir Feldgrauen damals noch ohne jeden Hintergedanken an die Möglichkeit eines politischen Kampfes den urdeutfchen Charakter dieses Landes stärker, als unser hessisches Regiment nach langen Monaten ruhigen Stellungskrieges in Lothringen und im Elsaß im Frühjahr 1918 auf dem Weg zur Flande'-noffensive das Land an der Saar und mittleren Mosel durchquerte. Im west« lichen Lothringen hatten wir eine französisch spre« chende Bevölkerung getroffen, durchweg bestimmte das Steinhaus mit flachem Dach den Charakter der Dörfer und Landstädte, und wenn im Elsaß auch das alemannische Stammestum seiner Bewohner in Sprache und Bauweise unverkennbar war, so hatten doch viele Angehörige der großbürgerlichen Schicht Anus, Fabrik und Geschäft im Stich nelassen, um sich vor denPrussiens in Paris in Sicherheit zu bringen, und auch auf dem flachen Lande hörten wir neben freudigen Bekenntnissen zum Reich doch auch damals schon Stimmen einer vorsichtig ab» wägenden Neutralität. Wie anders an der Saar, wo damals trotz der weitgesteckten Kriegsziele der Franzosen keinem auch nur der Gedanke gekommen wäre, daß er um fein Deutschtum einmal werde kämpfen müssen. Und auch als im November 1918 nach dem Rückmarsch aus Frankreich, bevor wir den Rhein überschritten, unsere Kameraden von der Saar, Gewerbetreibende aus Saarbrücken und Neunkirchen, Bergleute aus dem Warndt, Industrie» arbeitet von der Dillinger Hütte, Bauern aus dem Bliestal, sie alle mit den anderen links des Rheins beheimateten Frontsoldaten Zurückbleiben mußten, ' wußten wir wohl, daß schwere Zeiten feindlicher Befatzungsherrfchaft ihrer harrten, aber niemals hätten wir ahnen können, daß plumpe Gefchichts- fälfchung versuchen werde, diese kerndeutschen Men» schen, die Schulter an Schulter mit Kameraden aller deutschen Stämme in tausend Schlachten gegen j Frankreich gestanden hatten, zuSaarfranzosen" zu stempeln, um ein reiches Kohlen- und Erzvorkommen der französischen Wirtschaft einzuverleiben und der strategischen Grundstellung Frankreichs auf den überhöhenden lothringischen Hängen ein vorgescho­benes Ausfallgelände mit Saarbrücken als Schlüssel zu den drei Wegen zum Mittelrhein, Mainz, Worms und Speyer zu sichern.

Wie konnte es auch anders fein? Die historische Rheinpolitik der Franzosen, die von den Königen des Hauses 23afois, über die großen politischen Kardinale Richelieu, Mazarin und Fleury, über die französische Revolution und die beiden Bona» parte in großer Linie bis zu Poincars, Clemen» I ceau und Barthou läuft, findet ja in Volkstum und Geschichte, Kultur und Wirtschaft keinerlei Begrün» 1 düng. Frankreichs Auffassung vom Begriff der Na» I tion achtet alles dies zwar gering. Die Franzosen glauben an die verschmelzende Kraft derCivili- sation und beanspruchen für sich, wer ihrem Le» bensstil nahe stehl, wer irgendwann zum stanzöfi» schen Staate ober zu seinem Ausstrahlungsbereich gehört hat. Der Königsberger Historiker Hans R o t h f e I s erinnert in einem fesselnden Aussatz derBerliner Monatshefte" daran, daß diese fran­zösische These in der Zeit der Rheinlandbesetzung eine schroffe Widerlegung erfahren hat. Die Ent­scheidung des 13. Januar wird erneut beweisen, daß die Rolle, die Frankreich in der Geschichte der deut» schen Westmark gespielt hat, keinerlei französische Ansprüche in den Herzen der deutschen Bewohner an Rhein, Mosel und Saar hat begründen können. Auch wenn die Franzosen mit der Idee von 1789 kokettieren, die ein gemeinsames Band um Frank­reich und das Rheinland geschlungen habe, so muß ihnen wenn es nach den Erfahrungen, die sie in der Separatistenzeit am Rbein gemacht haben, überhaupt noch nötig ist gesagt werden, daß es damals die Idee der Freiheit war, der die deutschen Rheinländer, erbittert über die Auswüchse des ent­arteten Absolutismus deutscher Territorialfürsten begeistert zujubelten, n''cht jedoch die Liebe zu Frankreich, dessen Königshof in Versailles den klei­nen deutschen Fürsten ja grade ein so schlechtes Beispiel verschwenderischer Willkürherrschaft gege­ben hatte. Dafür ist grade der Ausgang des Hauses <T>-iffau = öaarbrücfen, das ja in seinen ver­schiedenen Zweigen vier Jahrhunderte hindurch im - özt n Teil d's heutiaen Saargebiets geherrscht hat, der beste Beweis. Der letzte regierende Fürst Haus - fi U b n . bn^u rnn s"'n"M 23ntir schon eine schwere Schuldenlast übernommen, die d oz aller B.mühunaen um eine sparsame Finanz- wirtschaft durch Soldatensvielerei und Jagdleiden­schaft wie durch eine für das kleine Ländchen un­geheuer komplizierte und aufgeblähte Verwaltung nicht geringer wurde. Ein standesgemäßes Auf­treten am Hak von Versailles und ein" bis dahin in der Geschichte seines Hauses unbekannte Mw- tressenwirtschast kosteten ebenfalls viel G"ld. So war es Mn Wunder, daß bei der engen Nachbar- schäft zu Frankreich die Ideen der Revolution 1789 auch in Saarbrücken auf fruchtbar-m Bod"n fielen und die geplanten Bewohner den Kommissären der französischen Republik einen freudigen Empfang bereiteten. Die ihnen folgend"n Revolutionstruppen zwangen den Fürsten zur Flucht, errichteten in­dessen in dem kleinen Lande eine Schreckenstzerr- frbaff auch hi" Guillotine kond^te in

Saarbrücken 24 Opfer, so daß die Saarländer von den Segnungen der französischen Revolution sehr

Der Wille der saardeulschen lugend.