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Von einer Veröffentlichung dieser mutz vorläufig abgesehen Die englische Regierung ist
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ihn zu seinem Fachberater, in der Partei wurde er als Gauschulungsleiter mit wichtigen Aufgaben betraut. Gleichzeitig war er Gauamtsleiter des NS.- Lehrerbundes, an dessen Gründung in Hof im Jahre 1927 er teilgenommen hatte. 1932 trat Wächt- ler als Volksbildungsminister in die thüringische Regierung ein, in der er bann 1933 auch noch das Innenministerium übernahm.
giebige Rede Mussolinis, die einige Stunden nach den beruhigenden Meldungen des französischen Botschafters in Rom gehalten wurde, habe in Paris einen tiefen Eindruck gemacht. Die gemeinsamen Vorstellungen der britischen und der französischen Regierung bei Mussolini würden zum Ausdruck bringen, daß, wenn die jetzige Gelegenheit versäumt werde, keine so befriedigenden Bedingungen mehr ins Auge gefaßt werden könnten.
Mussolinis Rede vom Samstag habe lieber« rasch ung und Mißbilligung auch im französischen Äußenrninisterium verursacht. Die unmittelbare Wirkung sei eine merkliche Versteifung der Lage aewesen, was zweifellos dazu beigetragen habe, Lavals Bedenken gegen einen gemeinsamen französisch-britischen Schritt in Rom zu überwinden. Wie auch Mussolinis Antwort auf den neuen Plan ausfallen möge, sie könne die Zusammenkunft Hoares und Lavals eines positiven Ergebnisses nicht berauben, nämlich der Wieder- Herstellung der französisch-britischen Solidarität.
„Daily Herald" spricht die Befürchtung aus, daß der neue Pariser Friedensplan Vorschläge enthält, die dem Angreifer einen ungeheuren Gebietszuwachs als unmittelbare Folge feines Angriffes geben werden. Die Frage fei, was geschehen werde, wenn Mussolini den Plan annehme und der Negus ihn ablehne. Wenn die britische und die französische Regierung dann den Völkerbund auffordern würden, feine Verpflichtungen zu verleugnen und neutral zu bleiben, habe das Völkerbundssystem keine Zukunft.
Gras Rüdiger v. d. Goltz.
Zu feinem 70. Geburtstag am 8. Dezember.
Der Weltkrieg neigte sich seinem Ende zu. Roch einmal versuchten die deutschen Heere im gewaltigen Sturm den Sieg an ihre Fahnen zu ketten. Während in Frankreich die deutschen Angriffsschlachten des Jahres 1918 tobten, vollzog sich hoch oben im Norden Europas, in Finnland, em Wunder. Eine deutsche Landwehrdivision unter General Graf von der Goltz landete am 3.April 1918 in einem kleinen finnischen Hafen, zwang die kommunistische Besatzung des Ortes zum Rückzug
ihren Einzug hielten. Von Helsingfors aus mar- f(iperten die deutschen Bataillone zum umfassenden Angriff auf die bolschwestische Westarmee, während die finnischen Weißen Garden unter der Führung des Generals Mannerheim durch den deutschen Vorstoß soweit entlastet wurden, daß sie den Kampf mit der bolschewestischen Ostarmee aufnehmen konnten. Am 3. Mat 1918 war die Operation der deut- fchen Division vollendet. Als Beute zählte sie 25 000 Gefangene, 50 Geschütze, 200 Maschinengewehre, 4000 Pferde und 2 Panzerzüge. Ein strategisches Wunder war geschehen, eine Umfassung im freien
Vor allem in moralischer Hinsicht fühle sich Italien durch die Sanktionen verletzt und beleidigt. Das Strafrecht des Völkerbundes werde zum ersten und einzigen Mal gegen Italien angewandt, das lediglich die Schuld trage, Sklaven aus ihrer Lage befreit zu haben, das auf weiten Gebieten in Ostafrika einen feit 50 Jahren anerkannten, unbestreitbaren Dorrechtsanspruch habe. Die Methode des wirtschaftlichen Erstickungstodes komme nur jetzt und gen das rohstoffarme Italien zur wendung. Die reichen Völker, die es auf diese Verletzbarkeit Italiens abgesehen hätten, hätten sich jedoch verrechnet. Sie hätten vor allem d i e seelischen Werte des neuen Italiens nicht in Rechnung gestellt, die es befähigten, auch die Materie in feinen Dienst zu stellen, um daracks die Mittel des Widerstandes zu formen. In Italien und in Ostafrika werde das Vorgehen fortgesetzt, bis die italienischen Truppen und die Schwarzhemden dem Vaterlande den entscheidenden Endsieg gebracht hätten.
Amerikas Teilnahme
an den Olympischen Spielen.
Reuyork, 8. Dez. (DNB.) Die Amateur Athletik-Union, der Dachverband der nord- amerikanischen Leichtathleten, Schwimmer, Boxer und Ringer beschloß entsprechend der Zusage des Amerikanischen Olympia-Komitees auf feiner dreitägigen Jahresversammlung in Neuyork die T e i l- nähme an den Olympischen Spielen
wisse zwar Hoares Worte zu würdigen, urteile aber nach den Taten.
London, 9. Dez. (DNB. Funkspruch.) Hier wird nicht bezweifelt, daß die Vorschläge des britischen Außenministers auf einer für Montag einberufenen Sondersitzung des Kabinetts die Zustimmung der übrigen Minister finden werden. „Daily Telegraph" meldet aus Paris: Trotz der beobachteten Geheimhaltung könne gesagt werden, daß die französische Regierung der britischen Auffassung zuge stimmt habe, wonach eine praktische Lösung am aussichtsvollsten in Form einer italienisch - abessinischen Vereinbarung erstrebt werden würde, die einen für beide Seiten vorteilhaften Gebietsaustausch vorsehen würde. Ein solcher Plan würde Italien große Möglichkeiten für die Siedlung und die Durchführung von Kulturarbeiten in Südabessinien geben, und zwar in teilweise sehr fruchtbaren Bezirken. Abessinien würde den dringend gewünschten Zugang zum Meer erhalten. Wahrscheinlich werde es sich zeigen, daß in der schwierigen Frage der abessinischen Nordprovinz Tigre ein ganz neuer Vorschlag gemacht werde.
Bei weitem nicht das unwichtigste Ergebnis der zweitägigen Besprechungen sei ferner die Tatsache, daß Laval sich jetzt bereiterklärt habe, gemeinsam mit Großbritannien eine letzte nachdrückliche Aufforderung an Mussolini zu richten. Bisher habe Laval sich bemüht, den Vermittler in einem angeblichen englisch-italienischen Streit zu spielen. In den letzten Tagen scheine er aber zugegeben zu haben, daß diese Stellungnahme falsch sei und den Streit eher verlängern als abkürzen werde. Die unnach -
in Japan
Tokio, 9. Dez. (DNB. Funkspruch.) In .ganz Japan wurden 30 Führer und über 500 Anhänger der Omotokyo - Sekte verhaftet. Es handelt sich um eine politisierende Sekte, die sich im Jahre 1892 vom Schintoismus, der japanischen Staotsreli- crion abspaltete. Die Sekte geriet später unter ihrem Führer Dibuchi in ein radikalnationales Fahrwasser. Dibuchi wurde bereits 1921 zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, später aber wieder begnadigt. Es gelang ihm, über eine Million Anhänger in Japan, Korea, Mandschukuo und China zu sammeln. In Japan allein gründete er über 1600 Ortsgruppen
Das Programm der Omotokyo-Sekte sieht u. a. eine Aenderung der japanischen Verfassung auf her Grundlage des alten Kaisergedankens unter A b - lehnung des Parlamentarismus sowie eine Bekämpfung des Privateigentums vor. Bei den Maffenverhastungen in Kioto, dem Hauptfitz der Sekte, aber auch in Tokio und Osaka soll es gelungen fein, belastende Schriften, Bllder und Filme zu beschlagnahmen Gegen die Verhafteten soll die Anklage wegen Beleidigung des Kaisers, Verletzung der Verfassung und Ver- gehens gegen die Staatsrel.gwn erhoben werden.
Paris, 9. Dez. (DNB. Funkspr.) Das französische Außenministerium hat in der Nacht zum Montag folgende Mitteilung veröffentlicht: „Sir Samuel Hoare und Laval haben die von ihnen feftgelegte Einigungsformel, die als Grundlage einer freundschaftlichen Regelung des italienisch-abessinischen Streitfalles dienen soll, nicht öffentlich bekanntgegeben, weil sie noch nicht zur Kenntnis der interessierten Regierungen gebracht worden ist. Alle Meldungen, die in dieser Hinsicht veröffentlicht werden, können nur als Mutmaßungen betrachtet werden." Trotzdem glaubt „O e u v r e", den Inhalt der Vorschläge wie folgt wiedergeben zu können:
1. Grundlage des Planes ist ein Gebietsaustausch zwischen Italien und Abessinien. Abessinien erhält den Hafen von A f s a b in Italienisch - Eritrea m i t einem „Korridor", der diesen Hafen mit Addis Abeba verbindet. Sollte Italien dieses Zugeständnis verweigern, ist die englische Regierung bereit, an Abessinien den Hafen von Zeila abzutreten. Auf diesen bereits früher gemachten Vorschlag hatte man seinerzeit verzichtet, weil er den französischen Hafen von Dfchibuti schädigen würde. Am Sonntag hat Laval jedoch keine Einwendungen mehr erwogen.
2. Die Provinz Tigre — mit Ausnahme der heiligen Stadt Aks um — wird völlig Italien zugesprochen.
3. Italien erhält die volle Gebietshoheit über die Provinzen Ogaden und Danakil.
4. Italien erhält ein Kolonisationsgebiet, das die A n s i e d l u n g von l1/» Millionen Kolonisten gestattet. Das Gebiet wird begrenzt im Rorden vom 8. Breitengrad, im Westen vom 36. Längengrad, im Süden durch die britische Kenya-Kolonie und durch den Sudan.
5. Der Negus soll gebeten werden, für den amharischen Teil Abefsiniens den Schuh des Völkerbundes zu fordern. Dieser würde durch die Entsendung technischer S a ch v e r st ä n d i g e r für die abessinische Verwaltung zum Ausdruck kommen, wobei auch italienische Sachverständige in Frage kommen sollen.
(gemeinsame Aufforderung an Mussolini.
Oer pariser Erfolg: die französisch-britische Solidarität wiederhergestellt.
und marschierte sofort gegen das feit Monaten ter bolschewistischem Terror schmachtende Helsingfors, die Hauptstadt des Landes. Die Stadt, während des Krieges zur starken Festung ausgebaut, fiel beim ersten Sturm in die Hand der Deutschen, die unter Blumenregen, während stellenweise noch Feuergefechte in der Stadt andauerten,
mung eingetroffen ist, wird es notwendig fein, die Formeln dem Gutachten der interessierten Regierungen und dem B e - schluh des Völkerbundes zu unterbreiten. Wir haben in dem Bestreben gearbeitet, so rasch wie möglich eine friedliche und ehrenvolle Lösung sicherzustellen. Wir sind beide mit dem Ergebnis, zu dem wir gelangt sind, zufrieden."
Sir Samuel Hoare hat am Sonntagabend Paris verlassen; er fährt nach St. Moritz, wo er sich einige Tage zur Erholung aufhalten wird. P e - t e r f o n, der Leiter der Abessinien-Abteilung im Foreign Office, ist nach London abgereist, um dem Ministerpräsidenten Baldwin die von Laval und Hoare ausgearbeitete Einigungsformel für den italienisch-abessinischen Streitfall vorzulegen. Wenn Baldwin diesen Vorschlägen seine Zustimmung erteilt, wird Peterson am Montagabend wieder in Paris eintreffen. Der Unterstaatsfekretär im Foreign Office, Sir Robert V a n f i 11 a r t, wird noch einige Tage in Paris bleiben
Die Vorschläge
scheine, sei man ein wenig hoffnungsfreudiger ge- gewesen.
Mussolinis Erklärungen in der Kammer
Rom, 7. Dez. (DNB.) In der Kammer erklärte Mussolini u. a.: In den letzten Stunden sei vielleicht eine leichte Milderung eingetreten. Trotzdem müßte er vor einem ungerechtfertigten Optimismus warnen. Sachoerständigenberatungen seien noch keine politischen Verhandlungen, und selbst wenn olche beginnen würden, sei noch nicht gesagt, daß ie zu einem glücklichen Erfolge führen. Mit Genugtuung nehme man in Rom Kenntnis von dem Wunsch des Foreign Office nach einem st a r k e n Italien mit einer starken Regierung, was ja für die faschistische Regierung zutreffe. Seit 14 Jahren führe Italien einen hartnäckigen Kampf um seinen Platz in Europa und in der Welt. Aber Italien könne nicht so, wie es Hoare wünsche und wie er selbst es wünsche, stark sein, wenn nicht d i e Sicherheitsfrage für seine Kolonien in Ostafrika gelöst sei. Das italienische Volk
Wird Mussolini der pariser Einigungsformel zustimmen?
Das Ergebnis der Besprechungen zwischen Hoare und Laval wird Baldwin unterbreitet
Felde.
Graf Rüdiger v. d. Goltz ist Träger eines berühmten Namens. Er trat in die preußische Armee ein als Fahnenjunger beim 1. Garderegiment zu Fuß, das den Namen v. d. Goltz führte, bevor Friedrich der Große es als Kronprinz führte. 1914 war der Graf Kommandeur des Infanterie- Regiments Nr. 76, wurde im September schwer verwundet und erhielt bald nach seiner Rückkehr zur Truppe eine Brigade. Als Brigadeführer hat er sich dann in Ost und West herumgeschlagen. 1917 erhielt er die 37. Infanterie-Division und hielt an der Westfront die Ecke der deutschen Front. Mitten in der Vorbereitung zur großen Frühjahsoffensive 1918 wurde er nach Danzig zur 12. Landwehr-Division geschickt, die er dann in Finnland zu neuen Siegen führte. Innerhalb eines Monats befreite
Finnland.
Sein Wunsch, wieder an die Westfront zu kommen, wurde nicht erfüllt, er blieb in Finnland zur Organisation der finnischen Wehrmacht und um die Verbindung zwischen Finnland und Deutschland sicherzustellen. Unter seiner Führung wahrten die deutschen Truppen auch während der Revolution strengste Disziplin. Jeder Versuch, Meutereien nach Finnland hinüberzutragen, scheiterte an der Macht feiner Persönlichkeit. Im Dezember 1918 kehrte er auf dem Seeweg nach Deutschland zurück.
Aber der Krieg war für ihn noch nicht beendet. Im Baltikum fand er neue Aufgaben. Im Kampf gegen die bolschewistische Flut, gegen Die lettische Regierung und revoltierende Soldatenrate eroberte er Kurland und Livland bis weit über Riaa hinaus zurück. Auch dann trat General v d. Goltz nicht im Bewußtsein erfüllter Pflicht ab sondern widmete seine Kraft weiterhin dem deutschen Volke. Als Führer des Reichsverbandes deutscher Offiziere arbeitete er für ben Wehraedanken und die Wiederaufrichtung der deutschen Wehrmacht. Zu seinem 70. Geburtstag soll das deutsche Volk sich dankbar jenes Mannes erinnern, der als letzter General des Weltkrieges mit der alten Armee siegte und als erster mit den Freikorps die Grenzen des Reiches vor der bolschewistischen Flut schützte.
Gegen eine politisierende Sette
Addis Abeba, 7. Dez. (DNB.) Neun Aerzte des amerikanischen Hospitals und des Roten Kreuzes haben in Dessie eine gemeinsame Erklärung über die Bombardierung der I Stadt verfaßt. In dieser Erklärung heißt es, die
Die amtliche Mitteilung.
Paris, 8. Dez. (DNB.) Die Besprechungen zwischen dem französischen Ministerpräsidenten und dem englischen Außenminister sind am Sonntagabend gegen 18.30 Uhr abgeschlossen worden. Die beiden Minister gaben folgende amtliche Erklärung heraus:
„Von demselben Geist der Versöhnung beseelt und im Gefühl einer französisch-englischen Freundschaft haben wir im verlaufe der langen Besprechungen die Formeln gesucht, die als Grundlage für eine friedliche Lösung des
Kairo, 8. Dez. (DNB.) Sonntag kam es zu schweren Zusammenstößen. Schon in den frühen Morgenstunden machte sich in der Stadt eine “ ständig steigende Erregung bemerkbar. In der Nähe oer Medizinischen Fakultät ballte sich eine große Menschenmenge zusammen, in der Hauptsache Studenten, aus der heraus die Polizei mit einem Steinhagel beworfen wurde. Die Menge brachte auch Rufe aus nach Unabhängigkeit und den Erlaß einer Verfassung, griff die Autobusse und die Straßenbahnen an, bewarf sie mit Steinen, zwang die Insassen auszusteigen und steckte einige Wagen in Brand. Außerdem rissen die Ruhestörer Gaskandelaber um und zündeten das ausströmende Gas an, so daß meterhohe Flammen emporloderten. Die Polizei gab Schreckschüsse ab. Ein bei den Zusammenstößen verletzter britischer Oberstleutnant mußte sich einer Operation unterziehen. Es ist mit dem Verlust eines Auges zu rechnen. Außerdem sind ein britischer Polizeileutnant sowie zwei Polizisten verletzt worden.
Italiener hätten mit drei Geschwadern Dessie überflogen und nicht nur Explosivbomben, sondern auch Brandbomben und Lufttorpedos abgeworfen. Die Aerzte erklären, daß die ersten Brand- und Explosivbomben ausschließlich auf die Ambulanzen und das Rote Kreuz, deren international anerkannte Abzeichen weithin sichtbar gewesen seien, abgeworfen worden seien. Fünf Bomben seien in das Hospital Taffari Makollen geworfen worden, in dem sich 65 Verwundete befunden hätten. Der Jnstrumentensaal sei vollkommen ausgebrannt, ebenso zwei Krankensäle. Die erste Krankenschwester, Fräulein H a o i g, sei schwer verwundet worden. Auch die Feldambulanz II und das chirurgische Zelt des Doktor Das- fius, das 200 Meter vom Hospital stand, sei v o l l - ständig zerstört und verbrannt. „Wir erklären nochmals", so heißt es weiter, „daß sich die Ambulanzen und das Hospital außerhalb der Stadt befinden und die Zeichen des Roten Kreuzes an vielen Stellen sichtbar angebracht worden sind. Wir protestieren vor der ganzen Welt und zeigen es sämtlichen Regierungen an, daß die Italiener Brand- und Explosivbomben auf unsere Lazarette abgeworfen haben. Wir beklagen Tote und Verwundete durch diese grausame Demonstration und fragen, mit welchem Recht das geschieht."
Neue Unruhen in Kairo.
Heuer Luftangriff auf Dessie.
Addis A b e b a~, 12. Dez. (DNB.) Die Stadt Dessie wurde am Samstagmorgen erneut von italienischen Bombenflugzeugen heimgesucht. Gegen 8.30 Uhr erschienen 4 Caproni-Flugzeuge und warfen über 50 Bomben ab. Am Sonntag- morgen war Dessie zum dritten Mal das Ziel eines italienischen Luftangriffs. Der Angriff wurde von fünf dreimotorigen Brescia-Flugzeugen durchgeführt. Die Bomben dieser Flugzeuge sollen jedoch keinen besonderen Schaden angerichtet haben. Am Samstag wurden einige Tote unter der Bevölkerung gezählt. Einige Hauser sind in Flammen aufgegangen. Ein Flugzeug hat bei diesem Angriff eine ^lafdje abgeworfen, die einen an die Bevölkerung gerichteten Brief enthielt. In dem Brief heißt es u. a.: „Es lebe Italien! Es lebe der Duce! Es lebe der König! Wir führen drei Farben und das Liktorenbündel mit uns. Grüße der Zivilisation von Rom. Grüßt den Negus und fragt ihn, ob er seine Bisguits schon gegessen hat." Auf abessinischer Seite ist man sehr erregt, daß ein derartiges Schreiben abgeworfen worden ist. Man will es dem Völkerbund zusenden.
Gin italienischer Bericht.
Asmara, 9. Dez. (DNB.) Vom italienischen Hauptguartier liegt nun eine Stellungnahme zu den abessinischen Berichten über den großen Luftangriff auf die Stadt Dessie vor. Danach habe sich die Stadt in Verteidigungszustand befunden. Zehntausende von Bewaffne- t e n hätten die Straßen und die wichtigen Punkte besetzt gehalten, und zahlreiche Flugabwehrgeschütze seien im Schlosse, im italienischen Konsulat und auf den die Stadt beherrschenden Höhen aufgestellt gewesen. Sämtliche 18 italienischen Flugzeuge' seien von Geschossen getroffen worden. Bombenabwürfe seien nur auf militärisch wichtige Punkte erfolgt. Getroffen worden seien mir ein Puloerlager, das Schloß, der Flughafen, die Fernsprechzentrale, das italienische Konsulat und ein Militärlager. Das Krankenhaus des Roten Kreuzes habe, wie von italienischer Seite erklärt wird, keine Verwundeten enthalten, sondern Militärpersonen. Durch Aufklärungsflieger glauben die Italiener test- gestellt zu haben, daß die Abessinier T ä u - schungsversuche durch Hissung der Flagge des Roten Kreuzes allenthalben unternommen haben.
Eine Erklärung ausländischer Aerzte.
Die großen Blätter, die diese Einzelheiten als den tatsächlichen Inhalt der Vorschläge betrachten, enthalten sich einer Kritik. Mussolini fei bereits Sonntaaabend über den Inhalt der französisch-englischen Vorschläge unterrichtet worden. Man hofft, daß er sich z u Verhandlungen geneigt finden möge. Im Falle feiner Weigerung hält man das Jnkraftreten der Oelsperre zum frühestmöglichen Zeitpunkt für sicher. Der dem Außenminister nahestehende „P e ti t P a r i f i e n gibt ebenfalls die vom „Oeuvre" veröffentlichten Borschläge wieder. Das Blatt zweifelt aber, bafi diese' Vorjchläge von Mussolini als befriedigend angesehen werden.
Der Ercelsior" spricht von einem großen Fortschritt. Italien sehe sich Vorschlägen gegenüber, die weit über die Pariser Dreier-Konferenz und desGenferFunf er -Ausschusses hinausgingen. Der eigentliche Smn ber Vorschläge bestehe barm, daß sie ebenso den Ge von Stresa zum Ausdruck brachten wie den Geist der Londoner Erklärungen und des Völkerbundes — Die Republique" meint, daß Mussolini schnell h a n d e"l n müsse, denn am 12. Dezember trete der Achtzehner-Ausschuß zusammen und am 1. Januar sollten die Oelmaßnahmen in Kraft treten. Eine zurückhaltendere Stellung nimmt der „Figaro em. Voch fei es nicht zu einer Ueberernftimmung gekommen, die zugleich Italien, Abessinien und den Völkerbund befriedige. Nachdem England sedoch am . Sonntag einige Zugeständnisse gemacht zu haben! Stadt aersaßt.


