Samstag, 3«. Dezember 1933
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
Rr. 305 Zweites Blatt
Von HanS Friedrich Blunck, Präsidenten der Veichsschristtumskammer.
«KssäffBSWS SM SSS. S. S?Ä»
über
flute Erscheinung 3U sein. Und sagt dann in Stille, mit einem Lächeln:
„Bitte, ich bin allein und fremd, ich bin ..
der wie du
Bleiaießen.
Von Sofie von Llhde.
ren Siegsriedkämpen liebt, der will diese Geisier auch gar nicht abschütteln. Es stellte sich zwischen Stadt- und Bergvolk durch die Winterbesucher im Lause der Jahre eine Bindung ein, die unendlich viel wechselseitige Borurteile beseitigte und die für die menschliche Gesellschaft von sehr beachtlichem Werte ist. Und das verpflichtet. Wir werden '.war weniger als vordem „sitzen lassen", aber wir werden
Man geniert sich ein bißchen, wenn man qläubisch ist, man will es gar nicht zugeben, und sagt entrüstet: „Aber wie können Sie nur so was von mir denken?" Trotzdem trägt man sorgsam gehütete kleine Talismane mit sich herum, trotzdem sagt man dreimal: „Unberufen!" und klopft unter Den Tisch. Trotzdem gießt man voll Hingabe an Silvester Blei, um ein wenig von dem zu erfahren, was die Sterne einem zugedacht haben. Und dabei wird man aufs freundlichste von heimlichen Wünschen und Hoffnungen unterstützt.
Letztes Silvester in einer großen Gesellschaft flössen wir Blei. Es waren viele ernste Männer da, welche voll mitleidiger Geringschätzung die Achsel zuckten, als wir Frauen die Borbereitungen fürs Orakel trafen. Aber hätten sie dann diese Männer gesehen, als sie den Löffel geschmolzenes
uns heißen wirst." —
So, und nun hoffe ich, im Laufe der Wochen oder spätestens zum nächsten Silvester melden zu können, was unsere neue und junge Kameradin für lYort- |d)ritte macht und was sie leistet, indes die Tage wieder länger und die Nächte wieder kurzer werden...
entbehrlich sei. ,,
Adolf Hitler erkannte die Aufgabe, mit welcher allein das deutsche Volk aus seinem Elend heraus- geführt werden konnte, er sah, daß es auf zweifachem Wege zu geschehen hatte: Der Bauer, mußte errettet, — die A r b e 11 s 1 o s i g j feit überwunden werden. Die Errettung des | Bauern aus materieller Not geschah nicht nur seinetwegen, sondern auch um des Volkes wil- l e n, und erfolgte in völlig neuer Weise. Der Bauer wurde zur tragenden Säule d:s Staates. Wege wurden eingeschlagen, die eine völlige Abkehr bestellen von den bisherigen Maßnahmen, welche allein von der Preisseite her Rettung bringen sollten. Es galt, das gesamte Denken des Volkes umzustellen. Der Begriff Bauer erhielt wieder seine wuchtige Bedeutung: der Bauer soll nicht mehr der rückständige, durch den Weltverkehr überflüssig gewordene sein, er rückt in die vordere Reihe der Volkswirtschaft. Und mit ihm alles, was mit der Bauernschaft zusammenhängt. Als die bedeutendste Maßnahme des Führers und seines Reichsbauern- führers Walter Darre muß man zweifellos die Gesetze über den Reichsnährstand und den Erbhof ansehen. .. , r,
Das Gesetz für den R ichsnahrstand faßt alle in der Landwirtschaft Tätigen, sowie die mit der Förderung der Landwirtschaft betrauten Körperschaften und Einrichtungen zusammen. Es beseitigt mit einem Schlage das seitherige Neben- und Gegeneinander der verschiedenen Stellen. Weiterhin werden dem Reichsernährungsminister weitgehende Vollmachten für Markt- und Preisregelung landwirtschaftlicher Erzeugnisse erteilt. Es wird damit den unglückseligen Preisschwankungen, die durch Börsenspekulationen noch verschärft wurden, Einhalt geboten und st a b i l e P r e i s v e r h ä l t -
Blei ins Wasser gossen!!
In großer Erregung, Aiige in Auge mit dem Schicksal, kippten sie das flüssige Metall in die aufzischende Kühle, mit freudiger Andacht fischten sie die durchaus nichtssagenden Bleiklumpchen her- aus, und dann gings los: „Donnerwetter, da hab ich doch wahrhaftig ein Haus! Sehen Sie, es soll eben doch sein, daß ich dieses Jahr baue, - „Gütiger Himmel, ein Ring! Aber ich hab' s ja gewußt, ich komme von dieser gefährlichen kleinen Frau nicht mehr los." — „Sehen Sie nur mal an, ein Geldstück! Ich werde mich aber nun auch wirf* sich nicht mehr abhalten lassen und mal frisch [Pefulierciliar b(?nn bn9 überlegene Lächeln der Männer hingekommenl Sie waren alle auf einmal recht angeregt, erfreut und gläubig, sie hatten es vollkommen vergessen, sich über uns luftig zu machen. Und betrachtete man sich ihre Orakelspruche, so sah eigentlich einer wie der andere aus.
Freundliche Kraft der Einbildung! Da war ein älterer Herr mit einer zufriedenen Rundung des Bäuchleins und einem Näschen, dessen vercmugte Röte ein unaufhörlicher Lobgesang war auf Gottes
Vom Wandervogel zur SA.
Deutsche Wiedergeburt. - Zur geistigen Bilanz des Jahres 1933.
opferndes Menschentum und Streben nach nordi- cher Grundlage unserer Kultur. .
Was sich später, kurz vor dem Krieg, ober in der ersten Zct nach dem Krieg daraus entwickelte ging in die Breite. Einflüsse des Auslandes traten hier und da auf und wurden überwunden. Neue Gedanken versuchten sich durchzusetzen, verloren sich und versandeten. Es ging bunt, sehr bunt durch einander, und was alles man an Jungen un Strömungen, besonders in der Zeit nach dem Krieg, der Jugendbewegung zugeschrieben hat, ist kaum zu übersehen. Dennoch war auch jene z w e l t e Nachkriegsspanne nottvendig, sie brachte die Menge der jungen Arbeiter in die Bewegung hinein, sie führte nach dem Verlust der alteren FÜhrerschicht im Krieg zu einer Neuordnung des Gedankenguts, sie führte aber sonderbarerweise i m d r i 11 e n Z u st a n d , in der hündischen Bewegung, wieder zu den ursprünglichen Leitsätzen zuruck, nur daß die letzte Entwicklung harter eherner und ge- schlossener war, weil sie aus den Fehlern der Früh zeit gelernt hatte. .
Ich wiederhole: Was den jungen nationalsozialistischen Kämpfern an politischem und ständischem Gedankengut, an Willen zur Umordnung des Staatsgefüges, an idealistischen Wünschen n ad) neuem echterrn Menschentum vorhanden war, laßt sich wesentlich auf die frühe Jugendbewegung zurückführen, durch die, ob m dieser oder jener Form, alle Führer der neuen Seit geschritten sind Es wäre vielleicht gut, wenn man scharfer betonen wollte, daß die Entwicklung von heute nicht der plötzliche Durchbruch einer Ga- rung, ein zufällig geglückter Umsturz aus sozialer Not war, sondern daß ste die Endentwicklung eines 30jährigen geistigen Kampf s war, der aus der wilhelminischen Zeit über die liberaldemokratische Periode zu der Gegenwart führte. Eine solche Erkenntnis bedeutet für Den geistigen Gegner zugleich die Zerstörung der immer wiederholten Erwartung, die Revolution werde aus Mangel an gesicherten geistigen Grundlagen einen Rückschlag erleiden. Man irrt sich sehr.
Der Staat von heute wuchs aus der Jugendbewegung und aus dem prachtvollen männlichen Zusammenhalt der Kampfbünde. Man brauchte keine Vorbilder an der Politik des Südens oder Ostens! Die Jugendbewegung, um die Jahrhundertwende I begonnen, war bei Kriegsausbruch eine geistige Macht. Sie kämpfte nach der Enttäuschung der I Nachkriegsjahre zäh und unablässig um die Neu-
Nisse geschaffen, die es dem Bauern wieder ermöglichen, auf weite Sicht seine wirtscha lichen Maßnahmen einzurichten. Die einseitigen Anordnungen der Negierungen vergangener Jahre .eßen völlig außer acht, daß der landw.rtschaft che Betrieb ein organisches Ganzes darstellt und niemals ein Betriebszweig ungestraft einseitig gefördert werden darf, ohne daß ein anderer in Mitleidenschaft gezogen wird. So hatte die einseitige Stützung der Getreidewirtschaft unfehlbar den Zusammenbruch der Viehwirtschaft zur Folge. Die heute getroffenen Maßnahmen erstrecken sich auf Forderung sämtlicher Betriebszweige und Erzeugnisgruppen, je nach ihrer Bedeutung für Die gesamte Volkswirtschaft wie auch für den einzelnen Bauernbetrieb. . .,.
Wir sehen also, wie der Reichsernahrungsmlmster nicht nur um ausreichende Sicherung der Getreide- preise bemüht ist, sondern wie seine Sorge ebenso auch der Ordnung der Milchmarkte, wie neuestens dem Verkehr mit Milcherzeugnissen und Eiern gilt. Die deutsche Landwirtschaft litt unter der ungezügelten Einfuhr billig auf den Markt kommender ausländischer Erzeugnisse Zwar hatte man frufjer Die deutsche Landwirtschaft zur Steigerung ihrer Leistungen angetrieben, ohne jedoch gleichzeitig ihren Erzeugnissen dann den notwendigen schütz gegenüber der Auslandware angedeihen zu lassen. Unsere neuesten Verordnungen gewährleisten dagegen, daß ausländische Erzeugnisse bei gleicher Güte nicht wie bisher die Jnlandware unterbieten können. Dieses Ziel wird nicht nur erreicht durch eine angemessene Schutzzollpolitzk, sondern auch durch eine zweckmäßig e R e g e - (unq der Einfuhr, so daß diese nach Bedarf und nicht mehr planlos erfolgt. Dabei werden in Zukunft nicht nur die Belange der Landwirtschaft berücksichtigt, sondern ebenso auch die anderen Wirtschaftszweige, und zwar in Die besserer Weste, als bei dem seither üblichen 2krfaf)ren der Meist-
bar machen und besiedeln sondern dah wir auch den im Olten unseres Vaterlandes dünn bevölkerten Raum wieder mit M-nIch°n -usMen.
stündlich wird bei diesem Varü-h-n f mehr ein „G-schüst" für Siedlun«--,-,-« chasten be^ beuten, sondern Siedlung heißt in Zukunft bildung deutschen Bauerntums und w rd sich wie ftüher auch in der Geschichte als em Werk von segensspendender Dauer für unser Volk er- m I)er Führer hat vier Jahre für den ersten Abschnitt feines Werkes in Anspruch genommen. Wir eben, wenn wir auf das, was bereits tm elften Jahr geschaffen wurde, nicht nur einen chelverhei henöen Anfang, sondern wir stehen b e reit s mi t t e n im A u f st i e g in breiter Front. Mit welchen Hoffnungen tonnen' mir daher diesmal dem neuen Jahr entgegensehen!! Das große Werk, welches der Gesamtheit zu gute kommen soll, kann aberr nur ge- linaen wenn ein jeder an \ einem Teil in vollstem Vertrauen zur Führung mitzuhelfen bereit ist.
Und wie nun der Lärm der Jahreswendefeier anhebt, wie die Gläser klingen und alle guten Wünsche laut werden — da geht die Tür auf. Kalte fällt wie ein Dammbruch herein. Schon will einer unmutig und rauh ein „Tür zu!" brüllen. Aber der Laut blieb ihm im Halse stecken: alle sind auf einmal ganz still und schauen verdutzt dahin wo eine helle Schneenacht hereinblinkt und im dunklen Rahmen ein fremdes Mädchen steht, lieber und über mit Schnee bepudert, ein wenig hilflos und doch nicht sonderlich erstaunt, nicht recht wissend, wohin mit Ski und Stock und dem schneeverklumpten Rock, und doch sich bewußt, gerade so und jetzt eine niiio ffrirhi’iminn zu lein. Und sagt bann in Die
Du bist das neue Jahr!" ruft einer aus Runde. „Herein mit dir! Du bist willkommen die Stunde, die wir feiern, und gerade so wie gehst und stehst mit Schnee und Ski und doch ircinb in biefer Welt. So wollen wir aus bir was rechtes machen. Da schau her: Hier sind Skiläufer, Die was können, und die ihr Wissen und Können nicht für sich behalten wollen. Wir werden aus dir eine echte, rechte deutsche Skimaid machen. Muht selbst Den Rucksack tragen und das Leid und die xyreuD, musst | selbst die Brettl wachsen und selbst dich aus dem * Schneeloch herausrappeln, das du als Punkt Der
Weinberge. Der goß ein völlig nichtssagendes Ding, bas ebensogut einen Hund wie ein Portefeuille barstellen konnte, aber er hob es strahlend aus dem Wasser und rief: „Dunnerfeil, ein Fläschchen! Aber bas ist ein gutes Vorzeichen: paßt auf, das gibt ein Weinjahr heuer!!" Und er schob fein bleiernes Etwas vorsorglich in die Brusttalche und, mit Dem Schicksal im reinen, sank er begeistert in einen Klubsessel.
Da war ein gereiftes Mädchen — wir wollen sie Tante Minchen nennen —, die Männer sehr reizeiw fand und ziemlich an Torschlußpanik litt. Die goß, erzitternd in delphischen Schauern, den Inhalt ihres Löffels fo hastig ins Wasser, daß nichts weiter entstand als ein Bleiklumpen, ein völlig witz- unb formloser Klex. Wir wollten schon bedauern, aber das war bei Tante Minchen recht Überflüssig: bebend fischte sie das Ding heraus, glücksverklart hielt sie cs auf flacher Hand und flüsterte hingerisseri: „Em Mann!"
Unser wildes Gelächter störte sie keineswegs, sie hörte es überhaupt nicht, sie zog sich ganz heiß vor Freude in eine Ecke zurück und träumte von den lieblichen Verheißungen des kommenden Jahres.
Und was tat man selbst? Ich hatte den Zuschauer gespielt, ich hatte mich zärtlich mokiert über bas freundliche Stückchen Kind, was Da aus den Menschen herausschaute — aber nun kam ich selbst an die Reihe. Und da wurde mir doch gleich Ziemlich warm: ich goß recht andächtig.
Es ist anzunehmen, daß das, was entstand, ebenso recht und schlecht nichts war, wie alle Die anderen Bleiklümpchen. Aber ich konnte es nicht beurteilen, ich war durchaus nicht mehr objektiv. Denn ewig heimwehkrank nach dem lockenden Glanz fremder Küsten und M^ere, goß ich ein Schiff — o, ein Schiff, eine Viermasterbark mit Dem Wind aller Erdteile in ihren Segeln! Und ebenso gläubig, ebenso beglückt wie alle andern, barg ich, was das Schicksal mir da ausgeplaudert hatte, in den tiefsten Tiefen meines Täschchens.
Das einzige, was keiner Phantasie bedurfte und keiner Heimlichen Wünsche, um gedeutet 311 werden, bas waren viele Tropfen, die auf dem Grunde der Schüssel lagen; klare, schimmernde Tranen, die jeder von uns genossen hatte, die von jedem auf* zischenden Blei abgefprungen waren. Aber was sollten uns Tränen in dieser Stunde der Hoffnung und der Zuversicht? Wir sahen sie nicht.
Doch während wir, im kindlichen Verlangen des Menschen, ein unbestimmtes Los freundlich zu erhellen, uns froh über das erstarrte Metall beugten, schritten drohen die ewigen Gestirne ihre uner- schütterliche Bahn, und Zeit und Schicksale stossen 1 dunkel hin, unabänderlich und unaushaltsam.
kommen.
Das heißt, wir haben mittlerweile die Hütte erreicht. Und da summt bereits der Teekessel der Glücklichen, die seit Weihnachten schon hier hauten, unb ba brennt ber Baum die letzten Kerzen des Jahres und dann — mit der Uhr in der Hand — steht auf einmal einer auf und sagt:
„Nun, Kinder, seid mal still, ehe die Stund» des Lärmens kommt. Ich sage euch nicht Diel. Ich will feine Festrede halten. Ich will euch nur daran erinnern, was ihr schon alle wißt und was ihr zu tiefst fühlt: Es ist herrlich, es ist wahrhaftig wun- derooll, es ist — meinetwegen sagen wir in diesen Zeiten des Sportes: Es ist einfach Rekord, so über Täler und Menschen da heroben ein Skiläufer zu fein ganz in der Skiwelt, in der Siloesternacht — im ... Seid still, Kameraden der Berge, wartet mal ... 57 ... 58 ... 59 ... im neuen Jahr!
begünftigung. , .
In diesem Zusammenhang ist weiter an Öen Fettplan zu erinnern. Anlaß hierzu gaben die katastrophal gesunkenen Preise für Schweine und Butter Auch sollten die ungeheuren Summen Deut- (Den Geldes, welche für die Einfuhr pflanzlicher b-w. tierischer Oele und Fette alljährlich aus dem Lande wanderten, der deutschen Wirtschaft durch Jnlanderzeugunq erhalten bleiben. Ts durfte weitesten Kreisen der Bevölkerung unbekannt |em, Daß wir in früheren Zeiten oor Einfetzen der ausländischen Konkurrenz einen so ausgedehnten Del b au betrieben, daß unser Bedarf aus deutschem Boden gedeckt werden konnte. Sehr zum Schaden unsrer Landwirtschaft wurde der Oelfruchtbau zum Erliegen gebracht, er hat nun wieder Aussicht ausgenommen zu werden und wird in der Lage sein, einen nicht unbeträchtlichen Teil un tres Bebarfes zu decken. Sehr erfreulich wäre es selbstverständlich, wenn wir jede notwendige Ergänzung eines Bc* öarfes aus eigener kolonialer L a n D ° wirtschaft vorzunehmen in der Lage waren. Aehnliche ernste Bemühungen sind im Gange^auch unseren Rohstoffbedarf für die Web- warenindustrie auf dem Wea des Faser- Pflanzenbaues sowie der Wollerzeu * g u n g im Inlande zu decken.
Betreffen die vorstehend geschilderten Maßnahmen die Einnahmenseite des Bauernbetriebes, so vermindern Zinssenkungen und S t e u e r e r I e i ar t e r u n g e n auf den verschiedensten Gebieten auch seine Ausgabenseite.
Die zweite grundlegende Maßnahme zur Rettung des Bauernstandes bringt das Re i ch s e r b • hofgesetz, durch das der Bauer wieder fest nut bem Grund und Boden verwurzelt und der Boden
Welch wunderbare Wendung hat sich im Verhält- nis un srer gesamten Volkswirtschaft zur deutschen Landwirtschaft vollzogen, seitdem ich an biejer Stelle Dor nunmehr Jahresfrist in meinen Betrachtungen ", ben g rohen (£ r n (t b e r a 11 g e e, n e n Big« hinwies der nicht zuletzt durch die dauernde Nernachtajjigung des Rahrstandes her- noraerusen worden war. Es geziemt ßch wohl m die,em Augenblick aus tiefften »erzen der tjorjeyung dajür dankbar zu fein, daß fie uns in letzter Stunde ben langerfehnten Retter fandte, der in weifer Vor- aussicht unb berounberungsroerter Folgerichtigkeit bie Maßnahmen ergriff, welche allein geeignet sind, die Fehler Der Vergangenheit wieder zut zu machen.
Wie sah es denn um unseren Nahrstand aus? Gewiß, man hatte, wenn auch sehr widerstrebend em- sehen gelernt, daß der Rus nach gerechter Berucksich- tiaunq unserer landwirtschaftlichen Bevölkerung mehr, als nur bas Verlangen nach Wiederherstellung der Rentabilität" eines Teiles der Wirtschaft bedeutete, nämlich, daß davon die Ernährung des Volkes abhängt. Stand man dem Zusammenbruch der größeren Wirtschaften noch gleichgültig gegenüber, so machte es die Regierenden doch stutzig, wenn auch mittelgroße unb kleine Betriebe, die man immer für krisenfest gehalten hatte, einen nach dem anderen zusammenbrechen sah. Die angewandten Mittel, um ben völligen Zusammenbruch Der Landwirtschaft aufjuhulten, bestanden n u r a u shalben Maßnahmen, gingen nie auf den Grund ber Dinge und konnten infolgedessen auch keine wirkliche Hilfe bringen. Der Bauer lebte von der Substanz, er verkaufte seine Erzeugnisse ohne ausreichenden Lohn für seine Arbeit und mußte dagegen alle Bedürfnisse teurer eintaufen. E s klaffte die Preisschere! Man sah vor allen Dingen in ber Lanbwirtschast allein die Quelle der Ernährung und übersah, daß fie vor allem a 1 s ewiger Jungborn des Volkes ebenso un-
Die dMcheLandwirlschast imDritlenReich Don prolestor Or. S-ffouS, ßirelfor des Instituts für Pflanzenbau, und pflanzenzuchtung der LandesuniversitÜt Gießen.
Gkiläufer-Neujahr.
Don Carl 3. Luther, München.
Wieder einmal steigen wir durch Nacht und Wald zur Skihütte aus. Es steht droben noch der geschmückte Weihnachtsbaum. Zum letztenmal soll er uns heute die Nacht und das Jahr erhellen. Und den Duft des Harzes und des Waldes durch den braunen, warmen Raum strahlen.
Noch fingen die Stier ihr leises Lied durch Den Schnee des Tales. Der Sportzug aber oertnattert fein Rollen durch die Nacht, dem letzten Winkel des Gebirges zu.
Dor mir fchlurpen Eschenhölzer, hinter mir bemühen sich Stahlkanten, meinen Hickory einzuholen.
Dann — letztes Licht am Dorfrand, letztes Leuchten einer Lampe üben unseren Spurweg. Nun will uns ganz die Nacht aufnehmen. Das Dunkel des Waldes hat uns schon verschluckt. Schneller als am Tage steigen wir Skisäufer in der Nackt. Jst's der Wunsch, bald bas Licht ber Hütte zu sehen? Oder ist der Ski an sich schneller in der Nacht, ober der Schnee flüchtiger, ober kommen die Blicküberraschun- gen aus dem Dunkeln unverhoffter? Wie's auch sei, wir sind heute schneller übertn Wald als am Tag. Schon flimmern unbehindert über uns die Sterne, schon erhellt der Schnee der Berge das Dunkel der langen Nacht. Aber die Hütte ist immer noch weit unb hoch über uns.
Schi, schi, schi, fingen die Schneeschuhe ihr Lied, klapp, klapp, klapp hören wir vor und hinter uns härteres Aufsetzen der Brettl. Da und dort zuckt durch die Nacht ber Keil einer rasch aufgeblitzten Taschenlampe - man hort manchmal Das gelle Lachen einer Mäbchenstimme. Es raunt unb raschelt schneeschallgebämpft burch Walb unb Paßtal, als ov stumme Solbatenkolonnen in Feindesnähe marschierten.
Skiläufer ziehen durch die Nacht zu Berg.
Wir kommen. Ja, wir kommen auch in bieicm Winter der Sparsamkeit. Der letzte Heller geht in Skiwachs auf. Die Lockung der weißen Berge und die Wunder der hellen Schneenächte find unroibcr1 stehlich. Wir find ja geradezu verpflichtet, zu kommen, zu euch Kameraden der Berge, die ihr mitten drin wohnt in der Welt des Skis. Wir wissen, daß in den deutschen Winterbergen durch uns Bebüri- nisse entstanden, die das gesellschaftliche und gesellige, ja bas kulturelle Gesicht unserer Zeit stark wandel- ten. Bedürfnisse, die auch schwere Zeiten nicht mehr einfach wegwischen können — Beziehung zwischen Stadt- und Gebirgsvolk, die gerade in schweren Zeiten verpflichtend sind.
Wir unsteten Städter haben Geister gerufen, die wir nun nicht mehr los werben. Das heißt, wer in
jeber Spekulation entzogen wirb. „Es will durch Sicherung alte? deutscher Erbsitte das Bauerntum als Blutquelle des deutschen Volkes erhalten. Die Bauernhöfe fallen oor U e b e r f d) u l b u n g u n ö Zersplitterung im Gr b gange geschützt werben. Deshalb bestimmt bas Gesetz, daß der Erbhof in der Regel grundsätzlich unveräußerlich und unbelastbar ist und Daß er ungeteilt auf Den Anerben übergebt." Dieses Gesetz verdankt letzten Endes sein Entstehen der Sorge um den Fartbe- ftanb unseres Volkes. Durch die liberalistische Wirtschaftspolitik erlebten wir die Entvölkerung des Landes und eine zunehmende V e r st a d t e - rung des deutschen Volkes mit allen ihren Schaden, insbesondere dem starken Rückgang der Geburten. Der Erlaß des Reichserbhofgesetzes und sämtliche im Reichsnährstandgesetz vorgesehenen Maßnahmen bedeuten also die Grundlage einer gesunden Bevölkerungspolitik.
In derselben Richtung bewegen sich alle Absichten, welche einer planmäßigen Siehelunfl gewidmet sind. Nicht nur, daß wir dabei noch zur Verfügung stehende kulturfähige Oedländereien ur-
Der Umschwung ist vollzogen. Wer glaubt, ihn rückgängig machen zu können, irrt ebensosehr wie jene irrten, die im Krieg und nach dem Krieg glaubten, bei Heimkehr das Wilhelminische Reich wiederherstellen zu können. Vielleicht dürfen wir deshalb weniger Sorgen vor Erscheinungen der Reaktion haben als darum, w i e w i r g e i st l g richtig unterbauen, was schicksalhaft über unser Volk und die Gegenwart gekommen ist. Notwendig ist deshalb, von Zeit zu Zeit sich zu erinnern, wie der Umsturz kam, seltsam genug und bezeichnend für die Zeit, wie wenig mir uns darüber Rechenschaft geben.
Die innere Umkehr in Deutschland wurde durch zwei Strömungen vorbereitet. Da war Zmmchst Das konservativ-revolutionare Bur« qertum. Das sich mit Der alten liberalen Zeit nicht mehr abfinden konnte und sehr starke geistige Kräfte für ben Umsturz geliefert hat. Wesentlich stärker war die r e v o l u t l o n a r - s o z l a list i - s ch e R i ch t u n g , wie sie aus der Bewegung Adolf Hitlers hervorqing und zu einer Einheit mit Dem fämpfenDen Bürgertum zusammenschmolz, zu einer Einheit, in Der aUerDings Der Deutsche Sozialismus sehr balD führend wurde.
Dennoch: diese Kämpfe der politischen Bewegun- gen waren wohl Mittel und Vorbereitung, sie genügten aber nicht, eine immerhin recht starke und gut gerüstete Regierung in kurzer Zeit hmwegzu- fegen. Die Entscheidung fiel durch die Soldaten der Revolution, durck die kameradschaftlichen Bünde der Sturmabteilungen (SA. und SS), Des Stahlhelms und der ihnen vorangegangenen Freischaren und Orden. Sie waren in ihren besten Kräften einer Jugend entsprungen die sich weniger auf Die politischen Ziele als auf Die große innere Umstellung verschworen hatte. Kemer von ben jungen SA -Männern hat ohne Geist unb Gedankengut der sogenannten hündischen Bewegung und damit der früheren Jugendbewegung den Marsch durch die Straßen getan.
Das Gedankengut jener frühen Bewegungen ist nicht immer klar gewesen, wir wissen es Wenn man die drei Entwicklungsspannen der Jugendbewegung miteinander vergleicht, scheinen Ziel und Witten sich oft zu widersprechen. Dennoch jene ersten Wanderer, die um die Jahrhundertwende gegen die alte Zeit austtanden und gegen Schule und ältere Generation Deutschland wandernd durchzogen, truaen schon den Keim dessen, was heute geschehen ist, in ihren Leitsätzen, Volkseinheit, neues


