Ausgabe 
28.7.1933 Frühausgabe
 
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trag der Provinzial- jotmelU ütfoex« ben Hamen ber Stabt ngtunbfiüde der Sarbenterch und Lich- i$ Obnheffen beschlossen, iner ist von der 'Bcjirti« Errichtung eines Wohn- a r l c h e n in Höhe von rdeir Der beantragten lirch die Stadt während -en Stellung von zwei 3cn der Stadt gegenüber früheren Jahren mehre- ern Bauplätze im rechts gegen Zahlung luzinses in Höhe von tswcrtes überlassen. Ein des Erbbauzinses Mieden, dagegen einem enlung der HhPv' idtische Baudailehen zu« rart. d-b **$ sie über dem ZuWV i.1eiaene 2ank«Berblnd' sswgS iS3fÄ3-

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Ä I '°lcher von 1500 ff Der anteilige Miet, rfoi? bcf<rä9f 1220 ^offene Umlagen sind LV^o-nt'L ft 'n 1930 1200 M vorgesehen, »en .sollen, wie im Mch des Beitrags nen Umlagen erhöbe?.

Rechnung sind 6ie T9 emes Arbeitsdienst« u» des städtischen Das« llrche Wegebauarbeiten 'm Lause des Jahres »arbeiten eingestellt, nfchlags sand mit der ineislers, durch spar- irung Kreditüberschrei, einmütige Annahme.

he der Gemeinde« im Boriahr, in Höhe >tzc festgesetzt.

- Boranschlagsberatung ,ag der städtischen ür 1933, der in Ein« 40700 M bei einem von 16000 ab-

Mislags h herzlichff

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183. Jahrgang

8reitag,28.ZuIU93Z

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Dmd und Verlag: vrühl'fche Univerfitäls-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton DrJfj.Ibijriot; für den übrigen Teil Crnst Dlumschein undsürdenAn« zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen.

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Eine Kundgebung des Reichsarbeitsminifters. Berlin, 27. Juli. (TU.) Der Reichsar- beilsminister erläfot folgende Kundgebung:

Die Kundgebung des Herrn Reichskanzlers über den Abschluß der deutschen Revolution, die Mitteilungen des Herrn Reichsministers des Innern, der schärfste Maßnahmen androht gegen unbefugte Eingriffe in die wirtschaft und gegen Mißachtung von Anordnungen der Träger der Staalsautorität, find rllen Dienststellen in Reich und Ländern bekannt- gegeben worden.

3m Anschluß daran hat der Herr preußische Mi­nisterpräsident für den Bereich seiner Verwaltung befohlen, daß Kontrollen der Staatsver­waltung oder gar (Eingriffe in sie durch außenstehende' Personen in Zukunst ver­boten sind. Derartigen versuchen fei mit allen Mitteln entgegenzutreten.

Demzufolge erwarte ich, daß auch in meinem Arbeitsbereich die Autorität der Reichs­regierung unter allen Umständen fichergestellt bleibt und jeder versuch, sie zu erschüttern, unterbunden »bird. Insbesondere ver­weise ich aus den Ausführungen des Herrn Reichs­kanzlers auf zwei Punkte:

1. 3ede Rebenaktion, möge sie Herkom­men wo sie wolle, muß zurückgewiesen werden.

2. Keinerlei Organisationen oder Parteistellen irgendwelcher Art dürfen sich R e g k e r u n g s- befugnisse anmahen, Personen ab­sehen und Aemter besehen.

wie in bezug auf die Wirtschaft allein der Herr Reichswirtschastsminisker, so ist auf dem Gebiet der Ausgaben des Reichsarbeitsministeriums allein der Reichsarbeitsminister zuständig und den Richtlinien der Politik des Herrn Reichskanzlers entsprechend verantwortlich.

Berlin, 27. Juli 1933. Franz Seldte. Mimstergehäiter Maxmalsähe auch in der Wirtschaft.

Berlin, 27. Juli. (TTl.) Für die Reichsre­gierung bestehl die gesetzliche Ermächtigung zur Kürzung von Dienstbezügen undPen- sionen der Borstands- und Äussichtsratsmit- glieder bei Llnternehmungen, die von der öffentlichen Hand eine finanzielle Beihilfe erfahren haben und bei öffentlich- rechtlichen Betrieben. Dem Bernehmen nach schweben im Reichswirtschaftsministerium Ber- Handlungen, diese Bestimmungen möglichst bald in die Wirklichkeit umzusetzen. Es würde in der Oefsentlichkeit nicht verstanden wer­den, wenn die v'on der öffentlichen Hand subven­tionierten Betriebe, die sich nicht aus eigener Kraft erhalten können, noch weiterhin Gehälter an ihre Direktoren und Aufsichtsräte zahlen wür­den, die die Mini st ergehälter über st ei­gen.

Neue Richtlinien für den Geschichtsunterricht. Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat den Unterrichtsministern der Länder Richtlinien für die Geschichtslehrbücher übersandt mit dem Bemerken, daß der Geschichtsunterricht künftig unter Berücksichtigung der Gesichtspunkte dieser Richtlinien zu erteilen sei, obwohl die diesen Richtlinien entsprechenden Geschichtslehrbücher kaum vor Ostern 1935 oorliegen werden.

In den neuen Richtlinien, in denen einleitend auf die hohe Bedeutung der Vorgeschichte hinge­wiesen wird, die geeignet sei, der herkömmlichen Unterschätzung der Kulturhöhe unserer germanischen Borfahren entgegenzuwirken, heißt es dann weiter unter anderem:

Von der Vorzeit an hurch alle späteren Jahr­tausende hindurch bis zur Gegenwart muß sodann die Bedeutung der Rasse gebührend berück­sichtigt werden, da sie den Urboden darstellt, aus dem alle wurzelhaste Eigenart der Einzelpersönlich- keit sowohl wie die der Völker erwächst.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist der völkische Gedanke im Gegensatz zum internationalen.

Eng mit dem völkischen hängt der Volks- bürgerliche Gedanke zusammen. Da heute ein volles Drittel aller Deutschen außerhalb der Grenzen des Reiches wohnt, hat die Geschichts­betrachtung bei der Behandlung der deutschen Geschichte sich nicht auf das innerhalb der deut­schen Grenzen liegende Gebiet zu beschränken, sondern stets auch das Schicksal unserer außer­halb wohnenden Stammesbrüder im Auge zu behalten.

Den Geschichtsunterricht aller Stufen muß der heldische Gedanke in feiner germanischen Ausprägung, verbunden mit dem Führerge­danken unserer Zeit, der an älteste Borbilder deutscher Vergangenheit anknüpft, durchziehen.

Eines besonders sorgfältigen Aufbaues bedarf wegen der Kürze der verfügbaren Zeit der Ge­schichtsunterricht in der Volksschule. Bom zweiten Schuljahr an sind hier als Einführung in die Vergangenheit deutsche Märchen, lom dritten an unter Anknüpfung an die Heimat deutsche Sagen und weiterhin deutsche Heldensagen zu behandeln. Das fünfte Schuljahr wird bereits mit einfachen Ge-

Der Zusammenbruch der Weliwirischastskonserenz.

Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat in sei­ner Schluhansprache als Ergebnis der Londoner Verhandlungen festgestellt, daß die einzelnen Lander erst selbst ihr Gleichgewicht o 9 e f u n d e n haben müssen, ehe daran zu denken ist, den Üeberbau einer gesunden internationalen Wirtschaft auch nur zu versuchen. Diese Erkenntnis war schon in der Rede des früheren Reichswirtschaftsministers Dr. H u g e n - berg enthalten, wie sie auch den wesentlichen Inhalt der Botschaft bildete, die Präsident Roo­sevelt an die Londoner Tagung gerichtet hatte. In der Tat, wenn die Vertreter von 64 Län­dern zusammenkommen, darunter Länder, in denen die Wirtschaftskrise ungeheure Verwüstungen an­gerichtet hat, so wird es zunächst schwer, wenn nicht unmöglich sein, gemeinsame Grundlagen für den Wiederaufbau zu finden. So kann sich die in­ternationale Wirtschaft nur auf der Grundlage vollziehen, daß wenigstens in den Hauptwirt­schaftsländern die Währungen gefestigt und widerstandsfähig sind. Gerade das ist nicht der Falb, aber auch hier zeigte der Versuch, wenigstens in der Währungsfrage zu einer Verständigung zu gelangen, so tiefe und unüberbrückbare Gegensätze, daß es nach deren Feststellung zweckmäßiger gewesen wäre, die Verhandlungen sofort abzubrechen. Die bittere Erkenntnis, daß auch alle anderen Probleme der internationalen Wirtschaft sich zur Zeit nicht lösen lassen, trägt gewiß nicht dazu bei, die internationale Krise selbst zu entspannen.

Warum dieser hoffnungslose Ausgang einer Ta­gung, in die so ziemlich alle Völker, mit Recht oder Unrecht, die größten Erwartungen gesetzt haben? Daß die Union den Dollar nicht befestigen will, daß England infolgedessen das Pfund auch weiter schwanken lassen muß, ist wirklich nicht der Grund. Auch die hohen Zollmauern, mit deren Errichtung die Union angefangen hat, die sie noch höher führte, als die Wirtschaftskrise einsetzte, sind nicht Ursache, sondern Wirkung. Die einzige und wirkliche Ursache der internationalen Wirtschaftskrise ist die Ver­sailler Politik, nicht nur in Hinsicht auf die Tribute, sondern auch in Hinsicht auf die internatio­nale Schuldenverflechtung. Die Versailler Politik be­steht wesentlich darin, daß mit Hilfe der schändlichen Kriegsschuldlüge Deutschland gezwungen werden soll, Hauptsache und Kosten des ganzen Krieges zu bezahlen. Diese Politik ist, soweit es sich um den Zahlungszwang für Deutschland handelt, zwar zu- sammengebrochen, aber das System, das um diesen Zwang errichtet worden ist, besteht im wesentlichen noch unverändert fort. Die sogenannten Sieger ver­schuldeten sich während des Krieges und erst recht nach dem Kriege an die Union, weil sie davon aus­gingen, daß diese Schulden bei Heller und Pfennig im Rahmen der Tribute von Deutschland bezahlt werden müßten Viel später wurde erst die Ent­deckung gemacht, daß der internationale Zahlungsausgleichung sich nur auf Grund von Warenaustausch vollziehen kann, so daß Länder, die von einem anderen Lande Zahlungen erwarten, sich schon bereit erklären müssen, diese Zahlungen in Form von Waren ent­gegenzunehmen. Dazu waren die Länder um so weniger geneigt, als sie selbst als Verkäufer auf allen Märkten auftreten wollten, ganz abgesehen davon, daß sie noch weniger geneigt waren, ihre eigenen Märkte dem Schuldner zu überlassen. Wäh­rend auf offener Bühne die Versailler Politik auf- rcchterhalton wurde, also auch die Selbsttäuschung, Deutschland werde alles durch Tribute bezahlen müssen, vollzog sich in den Kulissen eine völlige Zer­trümmerung des Systems. Die Länder schlossen sich durch Zollmauern ab, forderten aber nichts­destoweniger von ihren freiwilligen oder unfrei­willigen Schuldnern Zahlungen, die dann nicht ge­leistet werden konnten. Um die Verwirrung zu stei­gern. hatten es einzelne Länder fertig gebracht, nämlich die Union und Frankreich, fast alles münzbare Gold bei s i ch anzu- sammeln, so daß auch von dieser Seite her die internationale Wirtschaft einen Stoß erhielt. Da sich nicht übersehen ließ, wohin diese Entwicklung führen würde, wuchsen Unruhe und Mißtrauen, die auch dadurch nicht verscheucht werden konnten, daß

alle Versuche, sich international über die Krise zu verständigen, mehr oder weniger scheiterten.

Es kommt nicht nur daraus an, daß die ein­zelnen Länder sich selbst zu helfen wissen, es« kommt vielmehr vor allem daraus an, daß diese Selbsthilfe darin mündet, die Llrsachen der Unruhe und des Mißtrauens zu be­seitigen. Die Schuldenlast, die Krieg und Versailler Vertrag aufgehäuft haben, sind nicht das Ergebnis einer produktiven Entwicklung, son­dern die Folge einer furchtbaren Zerstörung. 3n dieser Schuldenlast drückt sich nicht der Gegen­wert für produktive Anlagen aus, die also samt Zins und Zinseszinsen zurückerstattet werden können, sondern diese Schuldenlast ist ohne pro­duktiven Gegenwert. Wie soll der internationale Warenaustausch wieder in Gang kommen, wenn alle Waren mit unproduktiven Schulden und Zinsen vorbelastet sind, so daß die Aufbringung dieser Zinsen nur um den Preis von Massennot und Arbeitslosigkeit erkauft werden kann! Die

Völker müssen sich schon selbst Helsen, weil di» Staatsmänner der alten Schule taub und blind sind. Wird der Fehlschlag von London verstanden, werden seine Lehren befolgt werden? Es genügt nicht, den Völkern zu sagen, wie es vor allem Roosevelt getan hat, zu­nächst einmal ihre Wirtschaft und ihre Finanzen in Ordnung zu bringen, cs ist vielmehr notwendig, auch die Mittel und Wege anzugeben, mit deren Einsatz das geschehen kann. Roosevelt verfolgt allerdings mit seinem Rat noch etwas anderes, nämlich die dringende Empfehlung der Abrüstung, weil die Kosten der stehenden Heere und der Aufrüstung das Gleichgewicht in jedem Staatshaushalt verhindern müssen. Aber das gehört mit zum System derDersailler Politik, das als Ganzes abgebaut wer­den muß, um den Völkern international das wiederzugeben, was sie zu ihrer Gesundung gebrauchen, nämlich Vertrauen und nochmal Ver­trauen zu sich und zu den andern.

Die Grabreden.

Thir die Vertreter Amerikas und Englands sprechen von Hoffnung.

London, *27. Juli. (TU.) Die Schluß« sitzung der Weltwirtschaftskonferenz wurde durch M a c b o n c I b eröffnet. Finanzmini­ster Bonnet erstattete kurz Bericht über bie Ar­beiten bes Währungsausschusses.

Der Prcisibent bes Währungsausschusses, ber Amerikaner Cox, ber darauf das Wort nahm, erklärte u. a., daß der Weltkrieg 165 Milliarden Dollar gekostet habe, während er zu Vorkriegsprei­sen nur 65 Milliarden Dollar gekostet haben würde. Das Ergebnis der Konferenz lasse sich folgender­maßen zusammenfassen: Man habe den tatsäch­lichen Stand des wirtschaftlichen und sozialen Lebens der Welt erfahren. Man habe eingefehen, baß Allgemeininteressen vor Selb st­inke ressen gehen, obgleich eine nationale Politik zur.Schaffung eines ruhigen sozialen Lebens notwendig sei. Schließlich habe man fest- gestellt, baß in einigen Fragen nicht bie großen Meinungsverschiebenheiten bestehen, bie man er­wartet habe. Weiter behanbelte Cox die Frage der internatioalen Schulden,

Der holländische Ministerpräsident C o l i j n, der Präsident des Wirtschaftsausschusses, ber mit großem Beifall empfangen wurde, erklärte, daß der Beifall feiner Ansicht nach nicht angebracht fei, da die Konferenz keinerlei endgültige Er­gebnisse gezeitigt habe. Nicht eine einzige Ab­ordnung habe greifbare Vorschläge zur Heilung ber Keife vorgebracht. Die ganze Konferenz fei eine große Enttäuschung. Insbesondre sei un­glücklicherweise keine enbgültige Entscheibung über bie Stabilisierung getroffen worben.

Als erster Länbervertreter sprach der Italiener 2 u n g. Die Klarstellung der großen Mei­nungsverschiedenheiten und eine Ver­tagung der Konferenz sei besser, als wenn man sich hinter nichtssagenden Entschließungen ver­

steckt hätte. Italien werde unter allen Um­ständen am Goldstandard f c ft halten. Abschließend bemerkte er, daß sich die politische Atmosphäre verbessert habe, was schon eine Rück­wirkung auf die Wirtschaft haben werde, und daß bei weiterer Besserung der politischen Lage die Lösung der wirtschaftlichen Beziehungen zwi­schen den Völkern leichter fein werde.

Die Rede Dr. Schachts, der nach Chamber­lain das Wort ergriffen hatte, wurde vor dicht- besetztem Saale mit gespanntem Interesse aus­genommen. Sowohl bei dem Beginn wie bei Schluß der Rede erhielt der deutsche Vertreter starken Beifall.

Der tschechische Vertreter drückte so­dann im Rainen der Kleinen Entente das allge­meine Bedauern aus, daß die Konferenz sowe­nig erreicht habe.

Großes Interesse erweckte die Rede des russi- schon Botschafters Maisky. Dieser drückte in der Hauptsache sein Bedauern darüber aus, daß beide auf der Konferenz vorgebrachte rufsische Vorschläge des wirtschaftlichen Richtangriffspak­tes und einer Ausdehnung der Einfuhrmöglich­keiten wenig Sympathie gefunden hätten und auf ein totes Gleis geschoben wurden. Die Haupt­aufgaben der Konferenz seien vertagt wor­den. Maisky führte die Schwierigkeiten der Konferenz in propagandistischer Weise auf den Kapitalismus zurück. Die Rede klang aus in ein bolfchewistisch gefärbtes Bekenntnis zum Welt­frieden.

Rach einer Rede des argentinischen Vertreters wurde ein Telegramm des Präsidenten Roosevelt vorgelesen. In diesem spricht er die Hoffnung aus, daß, wenn die Konferenz auch jetzt noch keine Erfolge erzielt habe, dieses doch in Zukunft der Fall sein werde.

Der Standpunkt Amerikas.

In ber Nachmittagssitzung hob Staatssekretär Hüll, ber Führer ber cnneriaknijchen Delegation, mit befonberem Nachbruck hervor, baß Ls sich nur um eine Unterbrechung ber Arbeit ber Kon­ferenz hanbele, nicht aber um ihre Beenbigung. Hust befunbete seinen Glauben an bie Zweckmäßigkeit von Konferenzen. Seiner Ansicht nach könnten ge- rabe gegenwärtig bie Staatsmänner ber Welt nicht oft genug unb lange genug in Konferenzen sitzen. Mit harten Worten roanbte er sich gegen bie Kri­tiker ber ßonboner Konferenz unb fuhr fort:

Ich rufe diese Konferenz unb bie Völker ber ganzen weit auf, bie Beendigung bes ruinösen Wettlaufs ber Rationen sowohl in militärischen, wie in wirtschaftlichen Rüstungen zu verlangen.

Es würde zu keinem Ziel führen, so meinte Hüll weiter, Handelsschranken zu senken, ohne gleichzeitig stabile monetäre Er­leichterungen für den Handel zu schassen. Andererseits würde der Handel trotz einer voll­kommenen monetären Stabilisierung nicht in Gang kommen, wenn die Handelshindernisse un­berührt blieben. Jedes Land sollte heute in erster Linie ein umfassendes heimisches Programm haben, geeignet, die bestehende Depression möglichst wirksam zu behandeln. Die Vereinigten Staaten haben ein konstruktives Pro­gramm in diesem Sinne in Gang gebracht. Aber so wichtig heimische Programme auch sind, ver­mögen sie doch nicht allein die Wirtfchast auf das höchste Riveau dauernder Erholung zurück-

schichtsbildern der Vor- und Frühgeschichte be­ginnen können. Mehr noch als in der chöHeren Schule hat die Darstellung der geschichtlichen Ereignisse an große Führerpersönlich, leiten anzuknüpfen. Doch sollen auch hier vor allem in der obersten Volksschulklasfe nach Möglichkeit die großen Cntwicklungs- l i n i e n hcrvortreten und die treibenden Grund­kräfte geschichtlichen Werdens aufgezeigt werden. Die jüngste Vergangenheit ist zur Weckung des Verständnisses für die Röte und Aufgaben der Gegenwart auch in der Volksschule besonders eingehend durchzunehmen.

Gnadenerweise zur Beendigung der nationalsozialistischen Revolution.

Berlin, 27. Juli. (ENB.) Wie ber Amtliche Preußische Pressebienst mitteilt, hat ber preußische Jnstizminister zur Durchführung ber Begnabigungen einen Erlaß herausgegeben, in bem es u. a. heißt:

Die Sturmabteilungen (ber Stahlhelm) unb bie Schutzstaffeln ber NSDAP, haben unter Einsatz von Leib unb Leben bem beutschen Volk ben lag ber Freiheit erkämpft. Zn Anerkennung bes kämpfe­rischen Geistes, bem ber Sieg ber nationalsozialisti­

schen Revolution zu Derbanten ist, ist aus Anlaß ber Beenbigung ber nationalsozialisti- s ch e n Revolution zu prüfen, ob Ange­hörige ber genannten Formationen, bie sich ft r a f b a r gemacht haben, in geeigneten Einzelfällen eines Gnabenerweises roürbig er­scheinen. Insbesondre ist bie Erteiluna eines Gnabenerweises bei solchen Straftaten ber Kämpfer unb Solbaten ber nationalsozialistischen Revolution in Erwägung zu ziehen, bie im Zusammen­hang mit ber nationalsozialistischen Reoolution zur Durchsetzung bes n a - tionalsozialistischen Staats begangen sink); in Betracht kommen politische Straftaten aus ber Zeit nach bem Inkrafttreten ber Verorbnung bes Reichspräsibenten über bie Gewährung von Straf­freiheit vom 21. 3. 1932.

Der preußische Iustizminifter ersucht baher bie preußischen Oberstaatsanwälte, über rechtskräftige Verurteilungen von Angehörigen ber genannten For­mationen, soweit bie Strafvollstreckung noch nicht bcenbet ist, zu berichten, ob ein Gnadenerweis für angezeigt erachtet wirb. Ebenso werben bie Ober­staatsanwälte ersucht, in noch schwebenben Strafver­fahren zu berichten, ob eine Nieberschlagung befür­wortet wirb unb bis zur ministeriellen Entscheibung von Untersuchungshanblungen absehen.

Die Maßnahmen betreffen nicht Straftaten, bie nach bem 15. Juli begangen sinb ober begangen werben sollten.

Oie Zerstörung der Hindenburg-Eiche

Berlin 27. Juli. (CNB.) Die am 1. Mai zu Ehren bes Herrn Reichspräsibenten auf bem Tempelhofer Felbe von ber Hitlerjugenb ge­pflanzte Hinbenburg-Eiche wurde in der Nacht zum Donnerstag, 27. Juli, von Buben- hanb zerstört. Der^stäbtische Parkwächter stellte auf seinem ftünblichen Runbgang um 2.30 Uhr fest, baß bie westlich ber Parabepappel stehenbe Eiche ab­gesägt war, währenb sie vor einer Stunbe noch voll­kommen unbeschäbigt stanb. Die Täter, bie bisher noch nicht ermittelt werben konnten, müssen ben zwei Meter hohen, mit Stachelbraht d e - wehrten Zaun überstiegen haben, um zu ber Eiche zu gelangen. Die Tür war vollkommen un­beschäbigt, bagegen wies ber Zaun Spuren ber Ueberfteigung auf.

Die Eiche hatte sich bisher gut entwickelt unb war in bestem Wachstum. Die Sicherung erfolgte burch bie ftäbtifchen Parkwächter, bie in kurzen Abständen regelmäßig oorüberkamen, sowie burch zu verschie- benen Zeiten oorgenommene Streifen bes Reviers.