Ausgabe 
28.4.1933 Erstes Blatt
 
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Icfung überDas Wesen des Menschen". Schmied- Kowarzik war 1921 bis 1927 ordcntl. Professor an der Universität Dorpat, 1927 bis 1933 Pro­fessor an der Hochschule für Lehrerbildung in Frankfurt a. M. und ist im vorigen Jahre von Minister Grimme in den einstweiligen Ruhe­stand verseht worden.

** Die Dienststunden des Polizei- amts für den Publikumsverkehr ab 1. Mai sind, wie das Polizeiamt Gießen uns mit­teilt, von 7% bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. Samstags von 7% bis 12 Uhr. Für Samstag nachmittags ist in der Zeit von 16% bis 17% Uhr ein Eildienst eingeführt, bet dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar sind, erledigt werden können.

* Das Offenhalten der Friseur- läben am 30 April. Das Polizeiamt Gie­ßen teilt mit: Arn Sonntag, 30 April, dürfen die Friseurgeschäfte in der Zeit von 9 bis 12 Uhr olfengehalten und Gehilfen und Lehrlinge beschäftigt werden.

* Fichten-Schmuckreisig f ü r den 1. M a i. In einer Bekanntmachung der Bürger­meisterei im heutigen Anzeigenteil wird darauf aufmerksam gemacht, daß Fichten-Schmuckreisig für die Feier des Tages der nationalen Arbeit am morgigen Samstag, 14 Uhr, im Hofe des Gymnasiums zum Preise von 20 Pfennig pro Welle zu haben ist. Interessenten seien beson­ders darauf aufmerksam gemacht.

" Die neue Pestalozzischule wird noch nicht bezogen. Wie wir von dem Stadtschulamt erfahren, kann die neue Pesta­lozzischule noch nicht bezogen werden. Alle Kinder müssen im neuen Schuljahr in ihren seitherigen Schulen, die ABC-Schühen in den Schulen er­scheinen, für die sie angemeldet worden sind. Für die ABC-Schühen beginnt der Unterricht um 9.45 Uhr.

** Gleichschaltung in der Gießener Friseur-Innung. In einer Versammlung der Friseur-Innung Gießen, die in Gegenwart von Herrn S o l d a n als Beauftragten des kommissarischen Vorsitzenden der Handwerkskammer-Nebenstelle Gie­ßen und des Kampfbundes des gewerblichen Mit­telstandes stattfand, wurde die Gleichschaltung des Vorstandes der Friseur-Innung Gießen oorgenom- men. Nachdem Herr Soldan über die Sachlage gesprochen und die natürlichen Folgerungen für die Innung aus dem politischen Umschwung dargelegt hatte, wurde an Stelle des von seinen Aemtern freiwillig zurückgetretenen bisherigen Vorstandes folgender neuer Vorstand gebildet. Jakob Schä­fer, 1. Vorsitzender, Fritz Reich, 2. Vorsitzender, Friedrich Lotz, Rechner, Oskar Schön, Schrift­führer, Paul Sauer, Beisitzer.

* SA.-Ka pelle konzertiert in der Rervenklinik. Am vorigen Sonntag wurde den Patienten und den Angestellten der Universi- ttäts-Rervenklinil von der SA.-Kapclle Gießen sreundlicherweise ein sehr gut gelungenes Kon­zert gegeben, das bei allen Beteiligten, zu denen auch viele Besucher der Klinik gehörten, lebhaften Anllang gefunden hat.

** Der Po st verein 1906 veranstaltet am Sonntag, 30. April, 20 Uhr, im Cafe Leib ein Wohltatigkeits'onzert zugunsten verwaister Töchter ehemaliger Postbeamten. Das Konzert wird von der Kapelle Schleuse ausgesührt. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam ge­macht.

Das Urteil im Darmstädter Volks bankprozeß.

WER. Darmstadt, 27. April. 3m Darm­städter Doltsbank- P,r o z e ß wurde heute vormittag das Urteil verkündet. Cs wurden ver­urteilt: der bisherige Direktor Becker zu einem 3ahr sieben Monaten Gefängnis und 850 Mk. Geldstrafe, der bisherige Direktor Habicht zu drei Monaten Gefängnis und 320 Mk. Geldstrafe, der Auslichtsratsvorsitzende Rohl zu acht Mo­naten Gefängnis und 2400 Mk. Geldstrafe. Weiter erhielten: der Direktor der Handroerker-Zentral- genossenschaft P a e ch an Stelle einer an sich ver­wirkten Gefängnisstrafe von einem Monat 300 Mark Geldstrafe und außerdem noch 300 Mk. als Geldstrafe: Glasermeister Werner an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat eine Geldststrafe von 300 Mk. und außer­dem noch 245 Mk. als Geldstrafe: Oberrechnungs­rat Emmerich an Stelle einer an sich verwirk­ten Gefängnisstrafe von cinetn Monat 300 Mk. Geldstrafe und außerdem noch 245 Mk. als Geld­strafe, Kaufmann Wilhelm K a l b f u h an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat 300 Mk. Geldstrafe und außerdem noch 275 Mk. als Geldstrafe. Mehgermeister August Mayer an Stelle einer an sich verwirkten Ge­fängnisstrafe von zwei Wochen eine Geldstrafe von 150 Mk. und außerdem 250 Mk. als Geld­strafe, Kaufmann Theodor Schneider an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Wochen 200 Mk. Geldstrafe und außerdem noch

350 Mk. als Geldstrafe, Malermeister Robert Klump an Stelle einer an sich verwirkten Ge­fängnisstrafe von 6 Wochen eine Geldstrafe von 600 Mk. und außerdem noch eine Geldstrafe von 275 Mk.

Kirche und Schule.

Nieder-Wöllstädtcr Konferenz.

)( Kloster Arnsburg, 26. April. Unter dem Borsih von Pfarrer Lenz, Gießen, sand hier die Jahrestagung der Rieder- Wöllstädter Konferenz statt. Rach der Begrüßung durch den Leiter und dem Gedenken an ein verstorbenes Mitglied, Psr. Fresenius-Liß- berg, hielt Psr. C ß l i n g e r, Auerbach, einen Bortrag über die prophetische und apokalyptische Betrachtungsweise der Heiligen Schrift. Ins­besondere forderte der Redner gerade, für unsere Zeit den prophetischen Dienst der Kirche uird ihrer Diener. Am Abend sührte Psarrer K öd ding in interessanten Ausführungen in die Geschichte des Klosters Arnsburg ein. Psarrer Hill, Dals­heim, schloß mit einer Andacht.

Arn folgenden Dormittag sprach nach einer An­dacht von Reallehrer Deggau Pfarrer i.D. Lic. 3 ä g e r, Giehen, über die Frage:3st das Alle Testament ein 3udenbuch oder Heilige Schrift für die christliche Kirche?" Die Kritik an dem Alten Testament, so führte der Dortragende aus, sei so alt wie die Uebernahine des ÖHtc* Testaments in die Bibel. Luther urteilte, das Alte Testament sei Gottes Wort, soweit es Christus treibe. Auch heute sei die Kritik am Alten Testament wieder sehr groß. Demgegen­über sei der Ernst solcher Kritik anzuertennen. Dagegen müsse betont werden, daß das Alte Testament für uns deutsche Christen Offenbarung sei, weil wir Christen sind. 3udentum und Altes Testament feien nicht gleichzusehen, die Offen­barung Gottes habe sich häufig im Kampf mit dem jüdischen Dolk vollzogen. Altes Testament sei beides zugleich, Judenbuch und heiliges Buch Golt s Was Christus im Alten Testament treibe, darauf könne man nicht verzichten. Die Christen­heit stehe in Liebe und Ehrfurcht, aber auch in christlicher Freiheit dem Alten Testament gegen­über- Das Reue Testament sei ohne das Alte Testament nicht zu verstehen. Ohne Beziehung auf Christus gelesen, sei das Alte Testament 3udenbuch, auf Christus hingedeutet bleibe es das Wort Gttes.

Die Dorträge wurden beifällig ausgenommen und lösten eine rege Aussprache aus.

Die nach alter ileberfieferung abgehaltene M i ssionstagung war sehr gut besucht. Missionar Welsch sprach über die großen Er­folge der Missivnsarbcit in Reu-Guinea. Der Leiter, Pfarrer K ö d d i n g, Cberstadt, wies an Hand von alten Schriftstücken auf die in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in den Ge­meinden der ilmgegenö aufgekommene und seit­dem reichgesegnete Missionsarbeit des Arns- ^urger-Missionskreises hin.

Wettervoraussage.

Flache Störungsausläufer des britischen Tiefs haben sich über West- und Süddeutschland aus­gebreitet und bedingen wechselhafte Luftzufuhr. Teils wärmere, teils etwas kühlere Lust flieht zu, so daß dadurch Anregung zu vorübergehen­dem Bewölkungsauszug und zeitweise auch zu etwas Regen gegeben wird, der mitunter ge- toitterfjaften Charakter annimmt. Auch die Tem­peraturen verhalten sich etwas schwankend. Im wesenll.chen bleibt aber das milde und vorwie­gend freundliche Wetter erhalten.

Aussichten für Samstag: Teils wechselnd wolkig, teils aufheiternd, im ganzen mild, doch etwas schwankende Temperaturen, vereinzelt auch etwas Regen.

Aussichten für Sonntag: Fortdauer des wechselhaften und milden Wetters mit Neigung zu Gewitterstörungen.

Lufttemperaturen am 27. April mittags: 17,8 Gr. Celsius, abends: 8,8 Grad: am 28 April morgens: 6,2 Grad. Maximum 18,0 Grad, Minimum 1,5 Gr. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. April abends: 18,1 Grad, am 28. April morgens: 9,9 Gr. Celsius. Sonnenscheindauer 114 Stunde.

Lprcchstundcn Der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloßen

Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts stelle zu richten.

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e Erteilung von Privatunterricht ist gründ« ch nur nicht angestellten und nicht voll-

* jftiglen Lehrern gestattet

ist ferner allen Lehrern untersagt, Schüler s Pensionäre in ihren Haushalt aufzunehmen. Ausgenommen find nahe Derwandte.

Don vorstehender Derfügung find Lehrer als Chordirigenten und Organisten insoweit aus­genommen, als für sie kein gleichwertiger Ersatz vorhanden ist: solche Fälle sind von den be» treffenden Lehrern ihrer vorgesetzten Behörde anzumelden.

Die Direktoren, Schulleiter und Schulräte sind für die genaue Durchführung der Bestimmungen verantwortlich"

Der Grünschmuck

rm Feiertag der nationalen Arbeit.

Das Polizeiamt Gießen teilt uns mit: Der Straßenhandel mit Grünschmuck ist am 3 0. April während des ganzen Tages und am 1. M a i während der Morgenstunden z u g e l a s s e n. Gleichzeitig wird die Beschäf- tigung von Arbeitnehmern bei Herstellung, An­bringung und Berkaus von Grünschmuck im Ge­werbebetrieb i. S. des § 105 b Absatz 1 und 2 der R. G. O. für den 3 0. April bis zu höch­stens 6 Stunden, und für den 1. M a i für die Morgenstunden gestattet.

Der Postdienst am 30. April und 1. Mai.

Vom Postamt Gießen wird uns mitgeteilt: Am Montag, 1. Mai, sind die Postschalter offen wie an Sonntagen; alle planmäßigen Zustel- lunaen fallen aus.

Am Sonntag, 3 0. April, vormittags wer­den alle vorliegenden Sendungen im Orts- und im Landzustellbezirk abgetragen (Briefe, Gelder, Pakete, Päckchen, Nachnahmen, aber nicht Nachnahme kar » ten und Poftaufträge).

Der Eisenbahnverkehr am 1. Mai.

Dom Bahnhof Gießen erhalten wir fol­gende Mitteilung:

Am 1. M a i als gesetzlicher Feiertag verkehren die Reisezüge allgemein, wie an Sonn- und Feiertagen. Außerdem ver­kehren am 1. Mai noch folgende Züge:

Bad - Rauheim Frankfurt a. M. : Dad-Rauheim ab 5.50, Frankfurt a. M. an 7.19 Uhr.

Lang - Göns Marburg: Lang^Söns ab 5.02, Gießen an 5.16, ab 5.26, Marburg an 6.11 Uhr.

Marburg - Gießen: Marburg ab 6.51, Gießen an 7.36 Uhr.

Weilburg Wetzlar Weilburg: Weilburg ab 6.21, Wetzlar an 7.00 H&r; Wetzlar ab 7.06, Weilburg an 7.39.

Grävenwiesbach Wetzlar: Gräven- tv'esbach ab 6.08, Wetzlar an 7.08 Uhr.

Hartenrod R i e d e r w a l g e r n : Har­tenrod ab 6.10, Ricderwalgern an 6.59 Uhr.

Wetzlar Lollar Wetzlar: Wetz­lar ab 5.33, Lollar an 6.14 Uhr; Lollar ab 6.20, Wetzlar an 7.03 Uhr.

Ausflugsfahrt für Schwerkriegs­beschädigte.

jm der Kreisleitung der NSDAP, wird uns tgeteilt:

Alle Schwerkriegsbeschädigten, die an der Aus- ugsfaljrt der NS. -Krtegsopferver- f.-raung am 14. M a i teilnehmen wollen, mel- 'U sich bis zum 2. Mai aus der Kreisleitung der LDAP. (Pg. Pape), oder bei den zuständigen Ortsgruppenleitern.

Alle Volksgenossen, die Autos zur Verfügung stel­len können, werden gebeten, diese bei der Kreis­leitung der NSDAP, anzumelden.

Die Wahrnehmung der sozialen Zntereffen durch die NSDAP.

Von der Kreisleitung der NSDAP., Abteilung Arbeitsrecht und Sozialversicherung, wird uns mit- geteilt:

Durch Verfügung der Reichsregierung wurden unsere Vertreter i in Arbeitsrecht und in der Sozialversicherung prozehbe« B o 11 m ä d) t i g t.

Arbeiter, Witwen, Waisen, Rentner usw. wollt ihr in eurem eigenen Interesse bei einer Vertretung erfolgreich bestehen, dann gibt es für euch nur eine Möglichkeit, dieNationalsozialistischen Körperschaften" aufzusuchen.

Wir fragen euch nicht nach eurer seitherigen ober jetzigen politischen Einstellung, wir sehen in euch nur den hilfsbedürftigen deutschen Volksgenossen. Wir sind Sozialisten der Tat. Geschäftsstelle:' Gießen, Löberstraße 9.

Der Straßenbahnverkehr nach dem Neuen Friedhof.

Ab 1- Mai bis 1. Dezember verkehren die Straßenbahnwagen nach dem Reuen Friedhof jeweils wieder Mittwochs, Samstags und 6onn- 1c.gs, und zwar fährt der erste Wagen ab Markt­platz 13 07 Uhr, der letzte Wagen ab Rcuer Friedhof 18.13 Uhr, Sonntags ab 11.00 Uhr: der Derkehr ist viertelstündlich eingerichtet. Außerhalb dieser Zeit fahren die Wagen nach Bedarf bis zum Reuen Friedhof.

Freiwilliger Zusammenschluß im Milch- versorgungSgebiet Gießen.

Der hessische Staatskornmisfar für Landwirt­schaft, Dr. Wagner, hat acstern in der amt- lieben .Darmstädter Zeitung folgende Bekannt­machung erlassen:

Aus Antrag des Derbandes der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften wurde das Verfahren zur Durchführung eines Zusammen­schlusses im Sinne des ß 38 des Milchgesehes vom 31. Juli 1930 eingeleitet.

Da nach gesetzlicher Dorschrift der Bildung eines Zwangszusammenfchlusses die Aufforderung an die zusammenzuschliehenden Betriebe vor­ausgehen muß, sich innerhalb einer bestimmten Frist freiwillig zusammenzuschließen, fordere ich hiermit gemäß § 81 der Hessischen Dollzugs­verordnung zur Durchführung des Milchgeseyes vom 23. Dezember 1931 die zusammenzuschliehen­den Betriebe auf, sich auf der Grundlage der­jenigen Satzung nebst Kontingentierungsordnung freiwillig zusammenzuschließen, die auf den Bürgermeistereien der nachgenannten Gemeinden im Milcheinzugsgebiet Gießen vom 2. bis 16. Mai 1933 zur Einsichtnahme offen­gelegt ist.

Im Kreis Gießen: Albach. Allendorf a. d. Lda., Alten-Bufeck, Annerod, Beltershain, Ders-

Oie Eröffnungsfeier im Gießener Giadirai.

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Blick in den festlich geschmückten Sitzungssaal des Gießener Stadtrats.

Oberbürgermeister Dr. Keller (auf der Empore der Verwaltung stehend) bei feiner Ansprache an den Stad trat. Rechts vom Oberbürgermeister der kommissarische Beigeordnete Rechtsanwalt Luley im braunen Ehrenkleid, daneben Bürgermeister Dr. Seid; links vom Oberbürgermeister Bürgermeister Dr. Hamm. Im Saale, vom Oberbürgermeister aus gesehen rechts, die Mitglieder der nationalsozialistischen Stadtratsfraktion, in der Mitte die Vertreter der LifteVereinigte Nationale Rechte", vom Oberbürgermeister aus gesehen links die Sitze der SPD., von deren Vertretern einer im Bild sichtbar ist. Aufnahme von Photo-Pfaff, Gießen.

rod, Beuern, Birklar, Saubringen, Dorf-Gill, Eberstadt, Geilshausen, Gießen, Göbelnrod, Gr.- Buseck, Grohen-Linden, Grüningcn, Heuchelheim, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Langsdorf, Leihgestern, Lich, Londorf, Lumda, Muschenheim, Odenhausen, Rcinhardshain, Reiskirchen, Röd­gen, Rüddingshausen, Ruttershausen, Stangen­rod, Staufenberg, Steinbach, Treis a. d. Lda., Trohe, Utphe, Watzenborn-Steinberg, Weiters- Hain, Wieseck, Winnerod.

Im Kreis Alsfeld: Atzenhain, Bersfeld, Burg-Gemünden, Lehnheim, Ottersbach.

Im Kreis Marburg: Rordeck, Winnen.

Falls mir bis zum 22. Mai 1933 keine Mit­teilung der Landwirtschaftskammer für Hessen zugeht, daß der freiwillige Zusammenschluß zu­stande gekommen ist, sehe ich die Bildung des milchwirtschaftlichen Zusammenschlusses auf frei­williger Grundlage als gescheitert an.

3 Jahre Gas-Vereinigung Gießen.

Die Gießener Gas-Vereinigung hielt wie man uns berichtet dieser Tage im alten Stadthaus ihre Jahresversammlung ab. Nach einleitenden Be grüßungsworten widmete der Vorsitzende Dr. Goe - res dem im vergangenen Jahre verstorbenen Mit­glied Installationsmeister Emil Dörr einen ehren­vollen Nachruf

In dem von dem Vorsitzenden erstatteten Jahres­bericht wird zunächst die nationale Regierung unter Führung des Reichskanzlers Adolf Hitler begrüßt, die eine nationale und sittliche Erneuerung des deut­schen Volkes und die so sehr ersehnte Wirtschasts- belebung gewährleistet. Dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß die Gießener Gas-Vereiniguna, die 21 Mitgliedsfirmen umfaßt, trotz der ungünstigen Wirtschaftslage im abgelaufenen Jahre eine rege Tätigkeit entfaltet hat und stets bestrebt war, in Wort und Schrift, in öffentlichen Veranstaltungen und Ausstellungen das Publikum auf die Verwen­dung der modernen Gasgeräte hinzuweifen, die in bezug auf Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit dem heutigen Stande der Technik angepaßt sind und größte Sauberkeit sowie außerordentliche Verbesse­rung der hyginischen Verhältnisse mit sich bringen. Die in Fach- und Monatszeitschriften, in der Tages­presse und im Gießener Adreßbuch aufgeführte Mit­gliederliste der Gas-Vereinigung soll dem Inter­essenten eine fachmännische Beratung vor Anschaffung der Gasgeräte empfehlen. Großen Anklang und guten Besuch fanden auch die im Juni vorigen Jahres veranstalteten Hausfrauen- Abende mit künstlerischem Unterhaltungsteil, in denen die neuzeitliche Haushaltsführung mit Gas und den zweckmäßigen Gasgeräten eingehend erläu­tert wurden. In der von der Hausfraucn-Berakung im November durchgeführten Weihnachts-Ausstel­lung und in der vom hiesigen Derkehrsverein im März d. I. veranstalteten AusstellungStadt und Land" war die Gas-Vereinigung ebenfalls mit den neuesten Gasgeräten, die der Hausfrau zur Arbeits­erleichterung Dienen, vertreten. Insbesondere wird u a. in dem Geschäftsbericht die verständnisvolle Mitarbeit der hiesigen Tagespresse gewürdigt. Der anschließende Kassenbericht und Prüfung der Kasse durch die Kassenprüfer ergab einwandfreie und zu­friedenstellende Kassenführung, der seitherige niedrige Beitrag konnte auch für )iis nächste Geschäftsjahr belassen werden.

Nach der erteilten Entlastung des Vorstandes nahm die Versammlung die neue Aemterbesetzung vor. Der Vorstand setzt sich für das laufende Ge­schäftsjahr zusammen aus: Vorsitzender: Dr. E. Ooeres; Schriftführer: Installationsmeister Hch. Lich; Kassenwart: Edg. Bor r mann; Beisitzer: I. B. Häuser, Installationsmeister C. Herling und Betriebsinspektor W. Steckenmesser Stadt- baudirektor Braubach und Installationsmeister R. Rüdiger sicherten ihre Mitarbeit, insbeson­dere im Werbeausschuh, zu.

Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen wurden die zukünftigen Werbemaßnahmen besprochen. Ober­ster Grundsatz der Werbung soll sein: Zweckmäßig­keit mit einfachen Mitteln. Von kostspieliger Re­klame soll auch dieses Jahr abgesehen werden, jedoch soll die Einzelwerbung gefördert werden. In Zu­sammenhang mit dem wirtschaftlich wie auch politisch erfolgten Umschwung erläuterte Fr. I. Heyd die Bedeutung des Kampfbundes zur Erhaltung des gewerblichen Mittelstandes der NSDAP. Im An­schluß an seine Ausführungen betonte er das ent­gegenkommende Verhalten des Direktors Brau­bach vom Städtischen Gas- und Wasierwerk, der stets Handwerk und Handel unterstützte. Nach Türmer Verhandlung interner Angelegenheiten schloß der Vorsitzende Die Jahresversammlung mit Dem Hin- weis einer weiteren ersprießlichen Zusammenarbeit, die zum Nutzen jedes Einzelnen, zum Nutzen aber auch der Allgemeinheit führen soll.

* Antrittsvorlesung Man schreibt uns: Am Dienstag, 2. Mai, 11 bis 12 Uhr, hält Privatdozent Dr. Walther Schmied-Ko- * warzik in der Kleinen Aula seine Antrittsvor-