Ausgabe 
27.10.1933 Zweites Blatt
 
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noch an, und sicherlich sagte es sie nur so obenhin, wenn sie meinte, Thomas wäre wohl der beste Fischer und wäre auch gut zu den Tieren, was man sonst nicht von jedem sagen könnte.Wenn du mich damit meinst, dann kann ich dir nur sagen, daß das immer meine Sache ist mit den Pferden!" hatte Andrees grob geantwortet,das Vieh geht ja nicht gutwillig, und mit einem leeren Netz zurückkommen, das würde dir auch nicht passen!" Genau so hatte er gesagt, und das hatte auch geholfen, denn Antje war still geworden danach, und daß sie Thomas nachsah, das hatte wohl nichts zu bedeuten, wo sie ihn schon einmal abgewiesen hatte und wo er nichts tat, was ihre Aufmerksamkeit hätte auf ihn ziehen können.

Aber die Möven schreien wirklich anderes Wetter heran!" sagte Andrees wieder gutgelaunt zu Thomas hin. Da war es schon ein wenig lichter in der Kammer geworden, bald Zeit zum Aufsteyen, und als Thomas auch jetzt noch nicht antwortete, warf Andrees mit einem Scheit Holz in feine Gegend und merkte dann erst an der Stille da­nach, daß Thomas gar nicht mehr in der Kammer war, daß er schon lange gegangen sein mußte, und er merkte, daß auch sein Maultier im Stalle fehlte und sah ihn hernach draußen im Watt vor dem Netz reiten, ganz allein, sehr weit draußen, ein schwarzer Reiter in der grauen Fläche des Meeres.

Na, geh schon noch!" sagte Thomas da draußen zu seinem Maultier und klopfte ihm auf den nassen Hals.Na, geh schon," sagte er gutmutig. Es war eine schwere Arbeit für Die Tiere, aber das Wasser war an dieser Stelle der Küste zu flach, um mit Booten fahren zu können, und es war zu tief, als daß man die Netze selbst weit genug hinauszuschlep­pen vermochte, so daß nur Maultiere und Pferde als Hilfe blieben, und das Meer machte es auch ihnen nicht leicht. Aber da war das Tuch für Antje, nicht wahr, dieses Tuch, das schon angezahlt war beim Krämer und zu dem man nur nur noch den Erlös von einem guten Fang brauchte, um es abholen zu können und vor Antjes Tür zu legen. Und weil es so mit dem Tuch bestellt war, hatte sich Thomas schon in der Nacht aufgemacht, als die Möven anderes Wetter heranfchrien, schlechte Fang­zeit, und er hatte die Stille ausgenutzt und war hin- und hergeritten vor dem ausgespannten Schleppnetz, immer soweit hinaus, daß das Tier gerade noch mit dem Kopf über Wasser war, wenn die Wellen auch schon über den Sattel schlugen, und im Bogen dann mit dem vollen Netz soweit zurück, bis er freilag und man im seichten Wasser den Fang in die Körbe schütten konnte, einen guten Fang.3a, gut, gut," sagte Thomas und legte die Hand zwischen die Ohren des Tieres, froh über

die vielen Fische und froh auch, hier draußen ein wenig Wärme unter den Händen zu spüren, Leben­diges in dieser grauen Weite, zu dem man sprechen konnte und gut sein.

Langsam, in einem weiten Bogen ritt Thomas auch jetzt zurück. Ganz hinten, kaum daß man unterschied, wo das Meer endete und das Land be­gann, wurde es jetzt lebendig: das konnte wohl An­drees sein, der da so eilig mit dem Maultier zum Strand kam, das -Netz quer hinter sich über dem Sattel, und der Langsame in den Dünen, das war wohl der dicke Nils, ja, jetzt kamen sie, jetzt, wo das Meer schon anfing zu schäumen und man knapp noch einen Zug mit den Tieren machen konnte.

He kommt ihr schon? Ihr habt wohl nicht die Möven schreien hören?" schrie Thomas ihnen über­mäßig laut entgegen, aber man antwortete nicht, man versuchte es noch mit einem Zug, und erst später, als man merkte, daß die Tiere dockten, wenn die Gischt über sie hinschlug, und unruhig vor den Netzen gingen, so sehr man sich auch Mühe gab, ließ man es sein und starrte wütend auf das Meer, das nun für Tage wohl so hoch ging. Aber dies mit dem Meer war noch nicht das Schlimmste; schlimmer war, daß Thomas da mit vollen Körben stand und jetzt zum Ueberfluß auch noch zu An­drees sagte:Ich kann euch von meinem Fang noch geben, wenn's vonnöten ist!" und, weil ihn diese Großmut wohl verlegen machte:Ich meine nur: mehr als zwei Körbe brauche ich für mich nicht, wahrhaftig, denn jetzt werden die Fische ja besser be­zahlt bei so schlechtem Fangwetter, und da reichen schon zwei Körbe für den Krämer."

So für den Krämer?" fuhr Andrees da auch schon herum.

Ja, es ist nur, weil ich da noch eine Kleinigkeit zu kaufen habe", antwortete Thomas und sah dabei so starr aufs Meer, daß sich Andrees diesen Blick gar nicht erklären konnte, und es erst merkte, als er sich umsah und erkannte, daß Antje von den Häusern zum Strand kam.

D du lieber Gott", sagte er dann auch, weil er schon ahnte, was nun kam, und beeilte sich, ganz zart und gut mit seinem Tier zu reden und ihm die Mähne glatt zu streichen, aber das half nichts, es machte so gut wie gar nichts aus, denn Antje fragte gleich, wer denn als einziger einen fo großen Fang gemacht hätte und blickte dabei ganz wie Thomas starr aufs Meer, und Nils beantwortete es auch, sagte einfach so, wie Guten Morgen:Es war Tho­mas", und ging dann, so daß Andrees auch nichts anderes übrig blieb. Erst später, als er in den Dü­nen war und so beim Umsehen sah, daß Antje neben Thomas immer noch am Meer stand und aufs Wasser starrte, wo weiß Gott nichts zu bemerken

war, sagte er zu Nils:Willst du von jetzt an nicht mit mir zusammenwohnen? Ich meine nur: mit Thomas ist das nichts, der Kerl steht nachts ja auf und macht alleine einen großen Fang."

Wahrhaftig, einen großen!" nickte Nils nur, und wenn es ihm und Andrees auch sehr schwer fiel, sie blickten sich nicht einmal mehr nach Antje und nach Thomas um.

Oer Vogelbegleiter.

Es gibt merkwürdige Berufe in der Welt. Herr Oppermann aus Alfeld, Regierungsbezirk Hil­desheim, ist zum Beispiel Vogelbegleiter. Als solcher hat er in diesen Tagen mit einem Transport von Tausenden Harzer Kanarienvögel auf dem Dampfer New-Jork" der Hamburg-Amerika-Linie feine 50. Ozeanreife von Hamburg nach New-Jork angetre­ten, und wenn er nach etwa vier Wochen zurück­kehrt, wird er die 100. Ueberquerung des Atlanti­schen Ozeans und die Hinüberschaffung von min­destens 100 000 Kanarienhähnchen buchen können. Das nämlich ist der Beruf dieses vielgereisten Man­nes: er sorgt dafür, daß den Amerikanern gesunde, deutsche Kanarienvögel zukommen. Er ist damit der Vertreter einer mit großer Arbeit und Fürsorge verbundenen deutschenExportindustrie", von deren Umfang die wenigsten eine richtige Vorstellung haben Dürften. An Bord müssen die kleinen Sänger natürlich sachverständig untergebracht, verpflegt und sauber gehalten werden. Infolgedessen brauchen immer etwa 2300 Tierchen einen besonderen mensch­lichen Freund, der sie an Bord betreut. Vor einigen Jahren war der Handel so rege, daß in einem Fall 14 Vogelbegkeiter gleichzeitig auf einem Hapag« Dampfer nach drüben fuhren. Zur Zeit ist der Han­del schwächer: aber Herr Oppermann hat Gott fei Dank, wie feine 50. Reife lehrt, noch zu tun. Wenn es so bleibt, wird Alfeld bestimmt einmal den deut­schen Passagierrekord in transatlantischen Reisen halten und eines Tages den millionsten deutschen Kanarienhahn, der zu Konzertzwecken nach Amerika ging, zu registrieren haben.

Hochschulnachrichten.

Der Heidelberger Internist Professor Dr, Rich. S i e b e ck wurde als Ordinarius zum Nachfol­ger von Geheimrat Professor Dr. Wilhelm Hi s und zum Leiter der I. Medizinischen Universitätsklinik nach Berlin berufen. Siebeck wirkte feit 1931 in Heidelberg als Nachfolger des bedeutenden Inter­nisten Ludolf d. Krehl und gilt als Autorität auf dem Gebiet der Herz-Pathologie,

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

8reitag, 27. Oktober (955

Nr. 252 Zweites Blatt

die bereits feit 1924 eine

Mdlelegramm von dem französischen Eisenbahnunglück

preiswert sind:

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Bon A. Artur Kuhnert.

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gewagt hatte, Antje aufzufordern, und zu Andrees hatte er gesagt: Wenn du meinst, daß du auch ein Recht hättest, weil du ihr ein Band geschenkt- hast, dann sage ich dir nur, daß du froh fein kannst, mit mir zusammen z> wohnen, denn sonst hätte ich

die Revision, das Armenrecht und das schiedsgerichtliche Verfahren. So kön­nen Schiedsverträge für unwirksam erklärt werden, bei denen die eine Partei ihre wirtschaftliche oder soziale Ueberlegenheit dazu ausnutzt, den anderen Teil zum Abschluß des Schiedsvertrages überhaupt ober zur Annahme von Bestimmungen zu nötigen, die ihr in dem Verfahren ein Uebergcwicht ein» räumt. Ferner wird bestimmt, daß die Wert- grenze, von der an im Wege der Zwangs» Vollstreckung eine Sicherungshypothek einge­tragen werden kann, von 500 auf 300 Mark gesenkt wird. Im Anschluß an die Verkündung des Gesetzes

Kleine politische Nachrichten.

Die bekannte westfälische Dichterin Maria Kahle, die seit Jahren in fast sämtlichen deut­schen Auslandsgebieten Vorträge gehalten und ihrs Dichtungen^ geschrochen hat, wurde in Gablonz von den Tschechen auf Grund des Republik-Schutzgesetzes ausgewiefen, obwohl sie es aufs peinlichste vermieden hatte, die Verhältnisse in der Tschecho­slowakei zu berühren. In zwölf Städten war bet Vortrag verboten.

Andrees lachte vor sich hin, als er daran dachte und Thomas so egunqslos im Dunkeln liegen blieb. Antje, das n, * schon ein Mädchen! Ein wenig sonderbar war sie zwar noch, aber das konnte sich geben. Sicherlich war es nur eine Laune von ihr, daß sie sagte, man dürfe Thoma- nicht so allem auf Fang ziehen lassen, denn was ging Thomas sie

wird der Text der Zivilprozeßordnung, größere Zahl von Einzel-

M otteb/au!..

Die Verbesserung des Verfahrens in bürget Wen ÄechissireWeiien.

Erläuterungen des Reichsiustizmmisterö.

Der chaotische Trümmerhaufen der abgestürzten Wagen des v-Zuges CherbourgParis, der bei La Bonneville von einer Brücke stürzte und in ein Flußbett fiel.

taben-Stiefel g, wie sie der Junge braucht 31/35... 6.50 §50 2WF

!gm sind, trafen a .30 Uhr MEZ. im e

eben bekannt

Die Neugestaltung des deutschen Rechts.

Reichsjustizkommiffar Dr. Krank kündigt umfassende Reformen auf allen Gebieten an

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.Meinst, du, daß es jetzt aus ist mit dem Fang?" tüten in diese Dunkelheit hinein» Besicht in die Richtung gedreht, wo ..em Strohsaa liegen mußte. Er bei Southampton fort bekommen und hatte sich auch Mz der Flug der be^ber gewundert, denn seit der (9e= Wgter der Führung t e gehörte Thomas nicht mehr zu und v. C l a Leuten und erst recht nicht, wenn Litten. Die Besatzu im Dunkeln so leicht auf dieses Mäd- 8bunr uJ.w Freite hen kommen konnte, von dem man « fagk/bafr , ber, ber sie bekäme, nicht mehr um den Fang zu soxgen brauchte, denn einem so schö- ' nen Mädchen schwömmen die Fische wohl gerade­wegs ins Haus. Aber das war auch keine gute Geschichte für Thomas. Damals nämlich, als der Tanz in der Schenke gewesen war, da hatte Tho­mas getan, als wäre es selbstverständlich, daß kein cnberer an'Antje heran dürfte als er, und er hatte dem dicken Nils einen Arm ausgerenkt, als der es

In Beantwortung von Fragen hob Dr. Frank hervor, daß entsprechend dem Ausbau der Reichs­gewalt gegenüber den Ländern es natürlich auch zu einem Ausbau der unmittelbaren Zuständigkeiten des Reiches auf dem Gebiete der Justiz gegenüber den Länder- juftizverwaltungen kommen werde. Ich habe das Ziel, so erklärte er, den Reichsrichter, den freizügigen Rechtsanwalt, den freien Reichsnotar zu schaffen. Es ist nicht vereinbar mit dem Ziel un­serer Bewegung, wenn wir heute z. B. noch überall eine eigene Justizprüfungsordnung, eigene Voraus-

Berlin, 26. Okt. (TU.) Reicbsjustizminister Dr. G ü r t n e r sprach vor der Presse über die Aende- rungen auf dem Gebiet des Zivilprozeß­rechts, die das Kabinett beschlossen hat. Die Auf­fassung, daß sich im Zivilprozeß die Aufgabe des Richters auf die Entscheidung beschränkt und im übrigen die Parteien die Herren des Verfahrens feien, gehört der Geiftesrichtung einer vergangenen Zeit an. Es kann kein Zweifel bestehen, daß der Gesetzgeber des neuen Reiches in seinen Bestre­bungen nicht nur bei der Richterschaft, sondern auch bei der Anwaltschaft vollstes Verständnis finden wird. Das gilt vor allem von dem Ge­danken, daß derjenige, der den Schutz der Gerichte anruft, nicht nur feine eigensüchtigen Interessen bei der Prozeßführung im Auge haben darf, son­dern auch der Rechtspflege ihre hohe Aufgabe erleichtert. Damit der Prozeß zum volksnahen Verfahren wird, ist es notwendig, daß die rechtsuchenden Parteien sich umstellen und ihren Streit im Prozeß in einem anderen Geiste und in anderen Formen austragen,- als es vielfach bisher der Fall war.

Im Mittelpunkt hat zunächst eine stärkere Konzentration des Prozeß st osfes zu stehen. Die im Gesetz von 1924 zu diesem Zweck em» geführten Vorschriften haben sich zum Teil als zu schwach erwiesen. Das neue Gesetz bringt entspre- chende Verschärfungen. Für die Unmittelbar» feit des Verfahrens ist die möglichst weit» gehende Ausscheidung des beauftrag» t e n Richters von entscheidender Bedeutung. Das System der Beweiserhebung durch den beauf­tragten Richter wirkt sich leicht dahin aus, daß an Stelle des unmittelbaren Eindrucks der Persönlich­keit und der Aussagen des Zeugen das Proto­koll tritt. Wenn Behauptung und Beweisauf- nähme unmittelbar aufeinanderfolgen, ist die Er- forfchung der Wahrheit ungleich leichter. Nur bei einer mündlichen und unmittelbaren Derhandlungsführung kann erreicht wer­ben, daß die Parteien den Verhandlungen mit Ver­ständnis folgen.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Befrei- ung des Richters von den aus früheren Zeiten überkommenden formalen Beweisregeln. Das Gesetz ersetzt die Beeidigung auf einen vorher wörtlich feftgelegten Satz durch die zeugen­schaftliche Parteivernehmung. Da der Richter in der Beweiswürdigung grundsätzlich frei fein soll, soll ihm auch beim Zeugen- und Sachver- ständiqenbeweis freigefteüt werden, ob er des Druck­mittels des Eides bedarf.

Von allgemeiner grundsätzlicher Bedeutung ist, I daß die Parteien nach dem neuen Gesetz ihre I Erklärungen über tatsächliche Um­

änderungen erfahren hatte, neu bekanntge­geben. Eine Neunumerierung der Para­graphen ist dabei nicht in Aussicht genommen.

Wie Reichsjustizminister Dr. Gärtner weiter mitteilte, wird er in der nächsten Woche ein großes Gesetzgebungswerk auf dem Gebiet des Strafrechts bekanntgeben, das die Ueberfchrift trägt:Der Kampf gegen den Gewohnheitsver­brecher". In diesem Gesetzwerk werden die Maß- nahmen enthalten sein, um außerhalb der mate­riellen Bestimmungen des heutigen Strafrechts eine schärfere Bekämpfung des Gewohnheitsverbrechers zu ermöglichen. Das Gesetz wird am 1. Januar 1934 in Kraft treten.

setzungen für die Zulassung, eigene Arten des Be- förderungs- und des Prüfungswesens haben. Hier wird auch die Akademie für deutsches Recht und eine Konferenz ber Juftizminister mit ent- sprechenben Arbeite^ beginnen. Ich habe die Aka­demie beauftragt, bie Einheitlichkeit ber Prüfungsvorschriften für bie Universitäts- schlußpräsung unb bie große Staatsprüfung in Deutschlanb vorzuberaten. Auch ber preußische Ju­stizminister unterstützt diese meine Bemühungen mit allem Nachdruck.

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ju Stunden zu Ewig« ch folgt.

stände vollständig und der Wahrheit gemäß abzugeben haben. Die für das alte Ver­fahren nicht selten geäußerte Auffassung, daß die Parteien das Recht zur Läge hätten, und daß es dem Gegner überlassen bleiben müsse, die Lüge zu bekämpfen, kann im neuen Reich nicht geduldet werden. Auch im Zivilprozeß darf nur ehrlich gekämpft werden. Der Anwalt darf sich un­wahre Behauptungen des Auftraggebers nicht zu eigen machen.

Schließlich sind in dem neuen Gesetz eine größere Zahl dringlicher Einzelpunkte behandelt, darunter

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Berlin, 26 Okt. (TU.) Reichsjustizkommissar Staatsminifter Dr. Frank, äußerte sich eingehend über die künftige Reform des gesamten deutschen Rechtslebens. Am Sonntag, 5. November, mittags, wirb im Berliner Stadtverorbnetensitzungssaal

bie erste Arbeitstagung der neugegründeten Akademie für deutsches Recht

ftättfinben, beren Führer Dr. Frank ist. Die Tagung wirb bas Thema behanbeln:Die Rechtsgrundlage des politischen Vorgehens der Reichsregieruna in bezug auf Gleichberechtigung und Abrüstung". Nach einer Einleitungsrede des Reichspropaganda- minifters Dr. Goebbels wird Prof. Bruns von der Berliner Universität und Mitglied des Haa­ger Gerichtshofes, sprechen.

Im Zuge ber Rechtsreform find mehrere Aus­schüsse in Bilbung begriffen. Einmal ist dies der Ausschuß für die Reform des Straf­rechts, dessen Vorsitzender Dr. Frank ist, der wiederum von dem preußischen Staatssekretär Freister vertreten wird. Es besteht das Be­streben, bas neue Strafgesetzbuch in vier bis fünf Monaten fertig zu stellen. Als wesentliche Grund- jjüge für das neue Strafrecht nannte Dr. Frank:

3m Mittelpunkt steht die schuhbedürstige Gesell­schaft, nicht etwa her Verbrecher. Ziel der Rechts­findung ist der 5 Z) u h des gesunden und fähigen Vol^s teils vor dem Unter­menschentum und der Dekadenz. Die Identität ool Moral und Recht soll ihre Ver­wirklichung fiyden. Gemeingefährliche Elemente werden, ohne baß man ihnen die Möglichkeit zur Betätigung überhaupt erst gibt, in Sicherhei ts- verwahrung genommen. Die rassische Sicherung soll mit der Sterilisierung von Gewohnheitsverbrechern und anderen minderwertigen Elemen­ten gegeben sein, verbrechen gegen den Staat, die Wirtschaft, die Rechtssicherheit und die Wehr­hoheit werden schärsstens geahndet werden. Das gleiche gilt für Landesverrat. Ein weiteres Ziel wird sein, die Gesellschaft ohne kleinliche Prü­derie gegen unsittliche Vergiftung in Schuh zu nehmen. Der Ausschuß wird auch die Straf- prozehreform behandeln.

Die Reform des Zivilprozesfes soll sich, wie Dr. Frank weiter hervorhob, nach recht­lichen und wirtschaftlichen Bedürfnissen vollziehen. Sie zu gestalten, ist Aufgabe eines weiteren Aus­schusses, der unter dem Vorsitz von Geheimrat Professor Dr. Kisch von der Münchener Univer­sität arbeitet. Der Zivilptozeß soll eine Ange­legenheit der Rechts- und der Le­benspraxis sein. Sicherheit, Beschleunigung und Autorität der Rechtsfindung würden die gro­ßen Gesichtspunkte sein, ihnen sollen die Freiheit der Anwaltschaft, die Freiheit der Rechtserklärungen der Parteien unb die Beseitigung überflüssigen Formelkrams dienen.

Ein dritter Ausschuß hat sich mit der Reform des gesamten bürgerlichen Rechts zu befassen. Dieser Ausschuß wird sofort in Unter­abteilungen gegliedert werden. Dabei wird feftzu- stellen fein, was am Eigentumsrecht, am Familien­recht und am Erbrecht zu ändern ist.

Aufgabe eines weiteren Ausschusses ist die Vor­bereitung der Reform des Wirtschafts­undhandelsrechtes. Sicher ist, daß in Zukunft im deutschen Wirtschaftsleben keine unverantwortliche Anonymität mehr geduldet wird. Der persönliche, ver­antwortliche Wirtschaftsführer wird wieder in den Vordergrund zu stellen sein.

dir schon längst auch einige Arme ausgerenft!" Einige Arme" hatte er gesagt, so hatte er sich auf­geblasen, aber das war auch zuviel gewesen, denn danach hatte ihm Antje gesagt, daß auch er kein Recht auf tie hätte, wo er ihr noch nicht einmal ein Tuch gesHnkt hätte, ja ein Tuch hatte sie gleich U-V es ihm ganz unmöglich zu machen, m ° '*te sie nur noch mit Andrees getanzt, r ° yerrlicy^ Abend ... o nein, Zweifel konnte man wohl nicht mehr haben, wer Antje einmal bekäme.

Man hatte es schon morgens an den hören können, daß es an diesem Tage mit dem Meer etwas auf sich hatte, denn selten hatte sie so geschrien und waren so gierig dem Wasser gefolgt, als es vom Strand zurückwich und in den Prielen oefgurgelte. Aber um diese Zeit war es noch dunkel ge st-sen, man hatte nichts vom Strand und vom Himmel erkennen können und hatte vom Wind nid) mehr gespürt, als die Tage zuvor.

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