De Valeras Wahlsieg in Irland
würdigsten, romantischsten Zügen von vornherein
Erregte Kammerdebatte. -Cheron verzichtet auf drei Milliarden Emsparungen
Seine Matter war Irin. Sein Vater kam von weit her, aus Spanien. Daß er Katholik ist, liegt nicht nur an den Gebräuchen des Landes, an dessen Spitze ec steht. Es steckt ihm im Blut, -'ine s l same Mischung aus irischem und spuni- chem Fanatismus, aus dem Geist dec mittel- - .^.ucqen Inquisition und dem modernen irischen
Menschen wird, hangt nur davon ab, wie lange sie leben."
De Valera war vielleicht nicht der größte dieser Helden. Aber er war — erstens einer der hitzigsten, der konsequentesten, und zweitens vrel- leicht der glücklichste von allen. Denn er überlebte all seine Freunde. Aus diesem beifpiello.en Hexenkessel eines jahrzehntelangen Freiheits- kampscs auf Leben und Tod ging er nut gesunden Gliedern, mit unverändertem Enthusiasmus, unveränderter Treue zu seiner alten Sache hervor. Er war es vielleicht nicht, der gesiegt hat. Gesiegt hat ein ganzes Volk, jahrhundertelang unterdrückt, bedrängt, zertreten. Aber er war es. der die Früchte dieses Sieges fo_ test in Händen zu halten vermochte, daß er, ursprünglich der revolutionäre Utopist, sich auch über die Verwirklichung seiner Utopie, über die Erbauung des irischen Freistaates hinweg die Liebe und daS Vertrauen seines ganzen Volkes zu bewahren wußte. Uni das ist sehr viel.
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Dr. Friedr. Wilh. Longe. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyr ot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und 'ür ^enAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Siegen.
Oer Freiheitskämpfer der grünen Insel.
Don Viktor Schweizer.
Vie Landtagswahlen in Irland haben dem Präsidenten de Valero einen Sieg eingetragen. Bisher sind ungefähr zwei Drittel der Wahlergebnisse bekannlgeworden. Der Stand der Parteien ist folgender: Regierungsparteien: de Valero 49, Arbeiterpartei 5, Unabhängige Arbeiterpartei 1, ju- sammen 55. Opposition: Losgrave 33, Unabhängige 7, Mittelpartei 6, zusammen 46.
General-Anzeiger für Oberhessen
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Sache treu bleiben sollten — über den Hungertod hinaus.
Ucberreich ist diese Zeit an abenteuerlichen Ge- chichten. Befreiungen aus dem Gefängnis, Aufopferung heldenmütiger Frauen für tue Führer im Gefängnis, — nichts ist so unwahrscheinlich, daß es sich in diesen Tagen nicht ereignen konnte. Man fühlt sich an die Legenden der ersten russischen Revolutionäre aus den achtziger Jahren erinnert: an einen Geheimbund junger und alter Menschen mit leuchtenden Augen, an Studenten, Aachtwandler. Verschwörer, weise alte Männer, die aus fanatischer Güte zum Gift griffen, oder zum Sprengstoff...
Das irische Tempo aber unterscheidet sich von dem der russischen Verschwörer. Es ist heftiger, und in seiner Heftigkeit zäher. Ein englischer Dichter hat einmal gesagt: .Ein irischer Streit endet nicht nur in Gewalttätigkeiten, sondern in Permanenz." Roch eines anderen Ausspruches kann man sich in Verbindung mit diesen irischen Rebellen entsinnen: .Was aus diesen heißblütigen
thcker nicht überwiegend Verkäufer von Arzneien ist, sondern daß seine Preise eine Vergütung vor allem auch für seinen Be- reitschaftsdienst darstellen. Ohne d e Vorlage würden wir, namentlich in den ländlichen Dezirken des Ostens, ganze Regierungsbezirke haben, in denen bis auf wenige Ausnahmen die Versorgung mit Arznei nicht mehr gewährleistet sein würde. — Die Abstimmung über die Arz- - neitaxe 1933 soll am Dienstag vorgenommen werden.
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richtshof zu verweisen. Der Berichterstatter, der tschechische Außenminister B e n e s ch , beantragte Vertagung der Angelegenheit, da er die Erklärungen der Vertreter Englands und Persiens zunächst prüfen müsse.
ausgezeichnet.
Er war einmal, Jahrzehnte ist es her, Rebell. Aus diesem Rebellen ging e i n g l ü h e n - derRevolutionär hervor, ein Revolutionär nicht des sozialen, sondern des nationalen Freiheitskampf es. Ist er heute darum Renegat geworden, daß er den höchsten Staatsposten innehat? Rein. Vom Verrat eines Frontenwechsels hat er sich sein Leben lang freigehalten. Er. einer der wenigen überlebenden Heroen des irischen Freiheitskampfes, war der erste und ist der letzte, der an der Lime seines Kampfes festgehalten hat.
Viele sind in diesem Kampf gefallen — ver- hunge.t, erfchofsen, vergiftet, erhängt. Viele unmittelbar im Kampf mit dem englischen Unterdrücker. Manche auch, weil sie an der gemeinsamen Sache Verrat begangen haben. Die alten Revolutionäre konnten es denjenigen, tue das Kriegsbeil gegen England plötzlich eingruben, n cht vergessen, daß sie von ihrer Seite gewichen waren. Eine Feme schaffte sie aus der Welt. Umnelehrt ließen auch zahlreiche Ueberlaufer
I ihre früheren besten Freunde, tue sreiheits- kämpler, kaltblütig hinrichten. c ,
Der irische Freiheitskampf der letzten fünfzehn Jahre ist ein mörderisches, mit Blut geschriebenes Kapitel. Es erzählt nicht nur von Heldengeist. Zusammenschluß. Aufopferung — fast mehr erzählt es von Verrat. Rastlosigkeit, Flucht vor dem Tode. Von einem der irischen Führer der damaligen Zeit wurde erzählt, seine eigentliche Wohnung sei sein Fahrrad. De Dalera selbst konnte jahrelang nicht zweimal auf demselben Fleck übernachten. Monatelang war es ihm nicht De, gönnt, in einem Bett zu schlafen.
Hunderte wanderten damals ins Gefängnis. Hunderte traten in den Hungerstreik. Die meisten starben — am fünfzehnten Tag dieses Streiks. Manche hielten es bis über dreißig Tage aus. Draußen, auf den Plätzen vor den Gefängnissen, sammelte sich die Masse ihrer Anhänger, sammelten sich Frauen, Mütter, Kinder. Sie beteten. Wofür beteten sie? Dafür, daß der Gefangene in seinem Hungerwahnsinn ni ch t einen A u gen« blick des Rachgebens gegenüber der englischen Gewalt haben sollte. Dafür, daß sie ihrer
Oie WeltwirtschastSkonferenz.
Genf, 26. Jan. (WTD.) Der Völkerbund srat hat die Beschlüsse des Organisationsausschusses über die Einberufung der Weltwirtschaftskonferenz einstimmig gebilligt ES wurde befchlossen, die von den Sachverständigen ausgearbeitete Tagesordnung der Konferenz den Regierungen die Stellungnahme zuzu- leiten. Der Rat erklärte sich ferner damit einverstanden, daß das Datum der Konferenz vorläufig noch offen bleibt. Es wurde aber festgestellt, daß die Regierungen mindestens drei Monate Zeit haben müßten, um die Tagesordnung der Konferenz zu prüfen, daß demgemäß die Konferenz nicht vor Ablauf dieser Zeit zusammentreten kann Der Rat hat den englischen Premierminister Ma c» bona ld eingeladen, den Vorsitz der Konferenz zu übernehmen.
Oer englisch-persische Oelstreit vor dem CRat.
Die Arbeitszeitkonferenz zeichnet sich dadurch aus daß sie keinerlei Ergebnisse hat. aber in endlosen Debatten ihre festgesetzte Arbeits- zeit regelmäßig überschreitet. Bei den Beratungen Über den persisch-englischen Oelkonflikt spielen die Hauptrolle die gutbezahlten Agenten des Herrn Deterding. Die Sinnlosigkeit des Ganzen ist so offensichtlich, daß auch der Dümmste sie nicht übersehen kann. Die Erkenntnis, daß man den großen Problemen durch diese Mechanik nicht beikommen kann, zwingt die Beteiligten jur Selbstironie und Mittelmäßigkeit. So entsteht die Genfer Atmosphäre. . .
Ein englischer Staatsmann sagte: Hätten wir die Reparationsfrage vor dem Völkerbund behandelt, wir ständen heute noch auf dem Standpunkt der ersten Rachkriegskonferenzen". Diese Betrachtung gibt zu denken. Die Reparationsfrage war nicht weniger schwierig und bedeutend als alle anderen großen europäischen Fragen. Man hat sie einigermaßen gelöst, indem man sie vom Bo - kerbund hinweg auf em anderes Gleis fäoÄ, ©t« Erkenntnis, daß wir mit allen anderen großen Problemen weiter kommen würden, wenn wir He aus der Genfer Maschinerie befreiten und an die frische Luft beförderten, ist allgemein. Rur in der Genfer Atmosphäre sieht man nicht Har, der alltägliche Trott läßt keine Zeit zum Anhalten und zur freien Sicht.
Mißbräuche bei der Bewilligung von Pensionen an Kriegsoerletzte, wurde aber von der Rechten lärmend unterbrochen. Cheron ries: „Unsere Finanzen werden geplündert! Mein Amt gebietet mir, solche Mißbräuche aisfzudecken. Die Kürzung der Beamtengehälter solle nur provisorischen Charakter tragen. Don größter Dedeu- hing sei es, Steuerhinterziehungen zu bekämpfen. Die augenblicklichen Bedürfnisse zum Ausgleich des Budgets von 10 Milliarden könne man auf < Milliarden zurückschrauben. Die autonome Amortisationskasse würde in diesem Jahre etwa
Milliarden an Staatsschulden tzu tilgen haben, diese Summe könne man vorläufig a u ße r Betracht lassen, vorausgesetzt allerdings, daß man später bei der Beratung des endgültigen Budgets diesen Betrag wieder emsetze. Dadurch wurde die Verabschiedung des Budgetzwolftels für Februar erleichtert werden.
Nachdem noch zwei Redner zu Worte gekommen waren, wurde die Weiterberatung vertagt.
Wie verlautet, soll sich die radikale Kammerfrak- tion nicht mehr grundsätzlich gegen die von Chöron geplante, aber vom Finanzausschuß der Kammer abgelehnte bprozentige Erhöhung sämtlicher direkten Steuern aussprechen.
Gegen neue Steuern.
Aenderung der Arzneitaxe.
Beratungen im ilieichsrat.
Berlin, 26. Jan. (DdZ.) Der Reichsrat beriet die Arzneitaxe 1933. Diese bringt angc- sichts der Rotlage zahlreicher 2lpotheken gegenüber 1932 eine Heraufsetzung des Apothekcrzu- schlages bei Arzneispezialitäten un Preise bis zu einer Mark von 64 auf 70 Prozent und eine Herabsetzung der Zuschläge für Spezialitäten un Preise über 2,50 Mark von 60 auf 50 Prozent. Weiter sicht die Arzneitaxe 1933 eine Erina- higung des Rabatts für Krankenkassen ufto. bet aanz kleinen Apotheken mit einem Umsatz bis zu 15 000 Mark jährlich von 3 auf 1 Prozent vor, während es im übrigen bei dem bisherigen Rabatt bleibt. Schließlich sott die Zeit in der eine Rachttaxgebühr erhoben werden darf, nicht mehr von 20 bis 8 Uhr, sondern nur von 22 bis 7 Uhr dauern.
Reichsinnenminister Dr. Bracht erklärte, um nicht ein allzu einseitiges Bild in der Oeff«it- lichkeit entstehen zu lassen, daß die sämtlichen Apothekerpreise von demPreiskommis- sar sehr streng unter die Lupe genommen, und dabei Preissenkungen erzielt worden sind, die im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise dann die R o t l a g e zahlrei - cherApothekenmit berbeigefünrt habemVri dielen Preissenkungen ist nach Anficht der Fach- bchörden der Länder nicht genügend dem Umstande Rechnung getragen worden, daß der Apo-
Oie Genfer Tragödie.
Don unserem D-Korrespvndenten.
Genf, Januar 1933.
Ein eiskalter Wind fegt durch die Straßmi von Genf. In den Glashallen des Dolkerhundspala- stes, in denen das Präsidium der Mrustungskon- ferenz, die Arbeitszeitkonferenz und verschiedene andere Kollegien tagen, ist es so kalt, daß die Staatsmänner ihre Mäntel nicht ausziehen können. Der Dreier-Ausschuß berat d.e deutsche Beschwerde gegen die Vergewaltigung des deutschen Grundbesitzes in Polen, in einem anderen Saal brütet man über den fernöstlichen Konflikt und den Japan-Tölkcrbundslonslilt insbesondere, eine dritte Versammlung beschäftigt sich mit dem per- sisch-englischen Oelstreit... Auch den lebendigsten Geistern dieser Konferenz frieren d i e <5 u ft e unö es ist. als sei dieser Zustand symbolisch für die Situation Europas.
Politische Einrichtungen, die nur reinJot- mal einen Zweck erfüllen, einen Selbstzweck also, der fachlich ohne Sinn ist, haben oft eine längere Lebensdauer als lebendige und wichtige Institutionen, die die Schwierigkeiten überwinden oder an ihnen zugrundegehen. Das D^kammer- Lü)cn ^nqui,irion uiu> uem gericht m Wetzlar wurde in trauriger ^^elttnr Freiheitskampf hat mit düsteren Griffen fein
kung immer alter und unfruchtbarer und deshalb . feinen verwegensten, merf-
um fo gefährlicher. Denn eines ist uns ui ®enf ------*-—
schon längst klar geworden: die Ueber-Lebens- dauer des Völkerbundes verhindert es, daß in den notwendigen Zwischenpausen spontan Verhandlungen zwischen den Völkern ausgenommen werden, die die Erkenntnis, daß es so nicht mehr I weiter geht, zur Voraussetzung haben.
In welchem Maße das rein formale Dasein des Völkerbundes solche lebendigen, zielbewussten Verhandlungen hemmt oder vielmehr geradezu verhindert, das wird gerade bei den gegenwärtigen Ereignissen in der Völkerbundsstaüt besonders deutlich erkennbar. Um dies zu ver- stehen, muß man sich in die .Genfer Atmosphäre hineinversetzen. 2n den Hallen des Hotel Metro- I pole des Beau Rivage und anderswo trifft man am Abend dieselben Leute beim Bier oder Cocktail die dort, abgesehen von un'a)e,ent.ia)en 23er- änöerur.gcn, seit zwölf Jahren sitzen. D.e Glatze des Herrn Bencsch ist inzwischen etwas großer geworden, Herr Massigli, der Franko,e. benimmt sich ebenso taktlos und gehässig wie in Versailles, Herr Motta ist ebenso alt und verständig und ruhig wie damals vor einem Dutzend Jahren und wundert sich über die Unverständigkeit dieser Welt. Die Engländer entsen'.en nach wie vor Persönlichkeiten, bei denen man, namentlich in bezug auf die Abrüstungspläne, nicht weiß. I bis zu welcher Grenze sie träumende Idealisten und von wo an kluge Geschäftsleute sind. Lloyd George und Henderson. — das bedeutet ein Fort- schreiten in gerader Linie. Für Lord Cecil bc- deutete das Scheitern feiner Abrüstungsidee wirk- lief) einen menschlichen Zusammenbruch, — trotzdem mußte er verstandesmäßig erkennen, daß sie weder durchführbar noch weitreichend war. Viele sind über diesen Völkerbunds, itzungen gestorben, andere Persönlichkeiten gleicher Gesinnung haben ihren Platz erseht. Aber es smd dieselben Imponderabilien geblieben. Auch auf Öen Korridoren wird die neue deutsche Minderhe.ten- beschwerde gegen Polen verhandelt. Und was die Vertreter der Großmächte drinnen im Konferenzsaal nicht tun, hier draußen zeigen sie Weniger Scheu. „Das sind doch alte Kamellen... Sie haben dos Wiederkäuen ja alle restlos satt und der „Genfer Rundgcfang", wie Stresemann diese endlosen Debatten nannte, ist längst em Trauerchoral geworden. Jedes Bonmot wird tote eine Oase in der Redewüste begrüßt. Bonmots pflegen in der Regel ironisch, selten aber produktiv zu fein. Wenn Benesch bei der Frage der Abrüstungskontrolle die Straffreiheit solcher Landesverräter fordert, die dem Völkerbund Wehrge- heimnisse verraten und sie gleichstellt den Minderheiten. die sich an den Völkerbund wenden, so wird diese gegen Deutschland gerichtete freche Geschmacklosigkeit heftig belacht. Und niemandem fällt cs auf, daß die Leute über ihre eigene Minderwertigkeit und Mittelmäßigkeit lachen...
Paris, 26. Jan. (WTB.) Sofort nach Eröffnung der Kammerdebatte, auf deren Tages- Dränung die Bewilligung des Budgetzwolftels für Februar und zugleich die Verabschiedung der Finanz - Sanierungsmaßnahmen stand, stellte der Abgeordnete Louis Marin die Vorfrage unter Protest gegen die Arbeitsmethoden des Finanzausschusses der Kammer, die eine unter den gegenwärtigen Umstanden unannehmbare Anleihepolitik herauf.cschworen habe. Die Ausführungen Marins bewegten sich in leidenschaf Nich en Angriffen gegen die Person des 5 i n a n 5 m 1 n 1 ft e r 8 , gegen die Sozialisten und gegen die Radikalen. Sie führten zu heftigen Erwiderungen und arteten schließlich in eine allgemeine Lärm- szene aus. Als der Finanzrninistec unter lebhaftem Beifall der Linken antunbigte, daß Die Regierung gegen die Vorfrage die Vertrauensfrage stelle, erklärte Louis Marin, unter diesen Umständen ziehe er feinen Antrag ju« rück, um nicht der Regierung die Genugtuung zu geben, eine Vertrauenskundgebung der Linksparteien zu erhalten. Der Generolberichterstatter des Finanzausschusses, Lamoureux, {teilte fest daß von 146 Artikeln des Gesetzentwurfes etwa ICO der Initiative der Regierung entsprungen seien. Der Finanzausschuß sei der An- sicht, daß es unter den augenblicklichen Umständen nicht unbedingt notwendig fei, einen vollständigen B ud g e t au s g l e 1 ch zu erreichen. Er habe einen Entwurf ausgearbeitet, der im ganzen 7139 Millionen Einsparun- gen und neue Einnahmen enthalte. Die Einnahmen sollen dabei 3662 Millionen betragen.
Kinanzminister Eheron.
Paris, 27. Ian. (WTB. Funkspruch.) Die französischen Arbeitgeb er Vereinigungen veranstalteten in Paris eine große öffentliche Kundgebung gegen jede neue steuerliche Belastung. Sie erklären, daß die Wirtschaftsnot in Frankreich und die Höhe der Lebenshaltungskosten zum großen Teil auf die übertrieben hohen Herstellungskosten zurückgehen und diese nur gesenkt werden könnten, wenn die Steuern revidiert mürben und eine 2) e f l a t i 0 n 5 p 01 i t i f PlaN greife. Leider scheine es schwierig zu fein, in der Kammer eine der Deflation günstige Mehrheit zu finden Die Arbeitgeber drohen, falls die Krise nicht schnell durch geeignete Regierungsmaßnahmen bekämpft
Genf, 26. Jan. (TU.) Der Völkerbundsrat beschäftigte sich am Donnerstag in stundenlanger Aussprache mit dem persisch-englischen Oelstreit. Der englische Außenminister Simon suchte zu beweisen daß die persische Regierung nach den bestehenden Verträgen keinerlei juristische Rechte habe, die Konzession zu kündigen. Er betonte, daß das Verfahren des Artikels 15 des Völkerbundsvertrages in erster Linie ein Versöhnungsoerfahren sei. Er hoffe, daß es gelinge, eine beide Teile befriedigende Lösung zu finden. Ser Vertreter Persiens, Donar, schlug zur Klärung der Frage, ob der Völkerbunds- rat oder die internen persischen Rechtsinslanzen zuständig feien, vor, die Verträge an den Haager Ge
Eine Abordnung des deutschen Handwerks beim Reichspräsidenten.
B e r l i n , 27. Jan. (WTB. Funkspruch.) R e > ch s- Präsident von Hindenburg empfing heute eine Abordnung des deutschen Handwerks. Sie'berichtete dem Herrn Reichspräsidenten über die Lage des deutschen Handwerks und unterbreitete Vorschläge zur Besserung des vorhandenen Notstandes.
Der Dresdener „Oberleutnant* 3raehri(6.
Berlin, 27. Jan. (ENB. Funkspruch.) Von dem Redner der jo blutig verlaufenen kommunistischen Versammlung in Dresden, Oberleutnant a. D. Fraedrich, war verschiedentlich behauptet worden, daß er bei der Reichswehr oder, w:e von anderer Seite gesagt wurde, bei der preußischen Polizei gewesen sein soll. Aus Kreisen des Reichswehrministeriums erfahren wir dazu, daß Fraedrich niemals Re i ch s w e h r 0 ff 1 - zier war, ebenso unzutreffend ist tue Behauptung, wie wir von preußisch« Regierungsseite erfahren, daß Fraedrich preußischerPotizei- offizier gewesen ist.
Nr 23 Erstes Blatt 183. Jahrgang §reitag,27.Zanuar (933
Gießener Anzeiger
bezeichnete alle Inflationspläne als Verbrechen. Entweder werde eine entschlossene Anstrengung zur Sparsamkeit schon beim Budget 1933 die Finanzen Frankreichs retten unB das Vertrauen wieder hcr^ stellen oder man müsse eine Anleihe nach der anderen aufnehmen und werde dadurch in 1 durch geeignete .^egieruny^nu eine viel ernstere Lage geraten. — Chöron besprach I werden könne, mit eteuerftreit.


