Ausgabe 
25.11.1933 Viertes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 277 viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)

Samstag, 25. November (935

Geschichten aus aller Wen

. " ' -, __ cya ' v . ---v 1 viiix-n uuuiuiti2iiuunun uuh uu u. ö).

eine Fahrstraße in weitem Vogen umging, an der x genießt. Sein heutiges Gehalt beträgt 18 000 Fran- iHK.onFriirnmHnn FPfiPinniRlrt Pin/> a>-*X»** k... . . < . - ... . v

Wegtrümmung regelmäßig eine Autohupe ertönt, sobald ein Wagen herannahte. Prompt verlangsamte der Autofahrer seine Geschwindigkeit, gab ebenfalls Signal und fuhr vorsichtig in die Krümmung um dann zu seinem Staunen feststellen zu müssen, daß gar kein Auto herannahte.

Das ging längere Zeit so. Die Autofahrer schoben dieSchuld" entweder auf ein bisher nicht bemerk- tes Echo, auf eine Sinnestäuschung durch reichlichen Genuß vonFeuerwasser" oder ähnliche Dinge.

Vis jetzt ein Automobilist, dem ?s zu Lumm wurde, immer wieder an der Krümmung gefoppt zu werden, der Geschichte auf den Grund ging. Er alarmierte ein Dutzend Leute, verteilte sie in den Hohlweg und fuhr dann langsam mit seinem Wagen heran. Da hoch auf einem Baum wurde das Autostgnal gegeben. Ein Leieroogel war der Ur­heber, ein Tier, dem die Natur die Fähigkeit mit­gegeben hat, alle Geräusche zu imitieren, ob es sich nun um ein menschliches Lachen handelt oder um eine Autohupe. Ein Vogel das ist die Lösung des Rätsels von Melbourne. Also auch die abergläu­bischen Gemüter haben unrecht gehabt, die uner­schütterlich behaupteten, daß derGeist" eines Ver­unglückten die geheimnisvolle Hupe betätige.

ken jährlich, wozu noch eine Entschädigung von 10 000 Franken für Lieferung und Instandhaltung des Guillotinemessers kommt. Als Reisezuschuß ge­währt ihm der Staat 20 Centimes je Kilometer, 30 Franken je Uebernachtung im Hotel und 9 Fran­ken je Mahlzeit. Aehnliche Vergütungen erhalten seine Gehilfen.

Seit Wochen schon stellten die Automobilisten fest, daß außerhalb von Melbourne, an einem Hügel, den

Oie Jugend

ist die Zukunst unseres Boltes!

Sorgt für sie imWinterhilfswerk!

Spenden auf Postscheckkonto Frankfurt TU. 28100 oder auf

Girokonto der Nassauischen Landesbank 6200.

Mitreisenden in seinem Abteil nie ahnen, welch fürchterlichen Inhalt das unverdächtige Handgepäck ihres schweigsamen Fahrtgenoffen aufweist! Im übrigen ist Deibler sehr sparsam: er nimmt für sich und seine Gehilfen stets ein sog.Familienbillett", durch das er einen Fahrpreisnachlaß von 50 v. H.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Die australische Geisterhupc.

(hk) Melbourne.

Italienische Zoll-Komödie.

(K) 31 e a p e I.

Jieapel hat in letzter Zeit viel über eine Komödie gelacht, die sich zwischen der Militär- und der Zoll- behörde abspielte. Die unschuldige Ursache der man­nigfachen Verwicklungen war eine alte Vorderlader- Kanone, die Jahrhunderte auf dem Grunde des Ha­fens von Neapel geruht hatte. Das alte Geschütz­rohr wurde bei Baggerungen ans Licht gebracht, die von dem militiärischen Ingenieur-Korps ausgeführt wurden. Die Finder stellten die Kanone der Artille- ^i^.^teilung zur Verfügung, die das historische Stuck den Sehenswürdigkeiten ihres Museums hin- zufügen wollte. Aber da erschien die Zollbehörde auf Dem. Plan und erhob Einspruch. Nach dem Gesetz darf nämlich kein Gegenstand aus dem Hafen ent­fernt werden, ohne daß Schriftstücke vorgewiesen werden, die über Den Ort der Herkunft, den Bestim- mungsort, den Wert usw. Auskunft geben. Diese Mitteilungen waren in dem Fall Der Kanone nicht gemacht worden. Deshalb verlangten die Herren vom Zoll die Herausgabe. Die Militärbehörde dachte zunächst daß cs sich um einen Scherz handle, aber Der Zollbehörde war es vollkommener Ernst; sie fragte an, wie lange es Dauern würde, bis dieDo- |

km auf Den deutschen OWpia-Achter!

Neue Maßnahmen des Deutschen Ruder-Verbandes.

Der deutsche Rudersport hat bei Den letzten olym­pischen Spielen in Amsterdam und Los Angeles in Ehren bestanden. Um das Gleiche bei den kom­menden Kämpfen 1936 in Berlin zu erreichen, ist eine Zusammenfassung aller Kräfte in einem Maße notwendig, wie es bisher noch nicht leschehen ist. In seinen soeben bekanntgegebenen Anordnungen sagt der Führer der deutschen Rude­rer, Regierungspräsident Pauli (Potsdam), dar­über folgendes: Die Ausbildung der Olympia- Mannschaften im Einer, Zweier, Doppelzweier und Vierer mit und ohne Steuermann erfolgt vorerst wie bisher durch die einzelnen Vereine. Die Zu- gehörihkeit einer Mannschaft zu einem Verein war die Grundlage für engste Kameradschaft und tärksten Zusammenhalt. Ohne diese innere Ver- chmelzung ist im Ruderwettkampf kein Erfolg möglich.

Neben den unbestreitbaren Vorteilen hak dies Verfahren aber den Nachteil, daß die Auswahl aus dem unerschöpflichen, prächtigen Menschen- materlal der deutschen Ruderer beschränkt wird. Diese Auswahl muh besonders für den Olympia-Achter erweitert werden.

Hierzu wird folgender Weg beschritten:

Im ganzen Reichsgebiet werden auf Grund ihrer Leistungen im Jahre 1933 zunächst einzelne Achter ausgewählt, die die Bezeichnung

verbandsachler 1934" erhalten. Zur Vervollkommnung dieser Mannschaf, ten werden unter sämtlichen Ruderern Der in Frage kommenden Städte Mu­

st e rungen abgehalten. Ruderer, die zur Er- ganzung und Verbesserung der Verbands-Achter- Mannschaften geeignet sind, bleiben zwar Mitglied ihres alten Vereins, stehen jedoch in der nächsten Zeit ausschließlich zur Verfügung des A u s w a h l - A ch t e r s l Das erfordert viele per- lonlidje Opfer und das Zurückstellen Der Interessen Des einzelnen Vereins. Aber Präsident Pauli betont, daß jedem Mann und jedem Verein der am Gelingen des großen Plans für den Olympia- Achter beteiligt ist, die Ehre für feine Mitarbeit gutetl werden soll. Selbstverständlich brauchen die Vereine, die in den anderen Bootsklassen Mann- schäften nut Olympiareife herausbringen können, keine Ruderer an die Verbandsachter abzugeben.

Die Verbandsachter 1934 aus dem ganzen Reichs- gebiet werden im nächsten Jahr häufig auf den Regatten Zusammentreffen. Harte Kämpfe werden die rzahigkeiten der verschiedenen Mannschaften unter Beweis stellen.

Nach den Ergebnissen der Weltkämpfe 1934 roirö der Plan des Olympia-Achters einer Nach­prüfung unterzogen.

Insbesondere kann dabei ein Wechsel der Vereine emtreten, die 1935 und 1936 als Verbandsachter. Mannschaften bezeichnet werden.

Für Groß-Berlin hat Präsident Pauli zunächst folgende Verbandsachter bestimmt: Den ersten Senior-Achter des Berliner RE., die Junior- Achter des Ruderklub am 2B a n n f e e und des Berliner Ruderoereins von 1876.

Schachwettkampf gegen den Schachklub Marburg. Schachintereffenten werden es sich nicht entgehen lassen, diesem Wettbewerb beizuwohnen. Da der Schachklub Gießen über Mitglieder verfügt, die es selbst gegen Den Schachmeister Brinkmann im Simultanspiel mit Erfolg aufnehmen konnten, er­wartet man spannende Partien.

Der organisatorischeAeuaufbau der OT einheitlich geregelt.

Gelegentlich Der Führertagung der DT. am 19. No» Dcmber in Berlin wurde auch der Aufbau der DT. einheitlich geregelt. Für alle 16 Gaue Der DT. gilt das folgende:

Der Gau besteht in der Führung aus Dem Gau- stab, Gauführerring und Gauturntag.

Der Bezirk ist lediglich eine Zwischeninstanz, die zur Entlastung Des Gauführers dienen soll. Dem Bezirksführer, Der die Gesamtarbeit seiner Turn- kreise zu beobachten und zu fördern hat, steht zur Unterstützung nur ein Turnwart und allenfalls ein Spielobmann zur Seite, die tunlichst aus Den Turn- kreisführungen zu wählen sind. Es bleibt dem Be- zirksführer indessen unbenommen, sich Hilfskräfte zur Erledigung besonderer Aufgaben aus den Krei­sen Der Turnkreisführer oder Turnkreisturnwarte zu wählen.

Der T u r n f r e i s bildet Die schlagkräftige turne­rische Einheit und soll die früheren Gaue ersetzen. Die BezeichnungKreisgruppe", die hier und da gewählt worden ist. Darf von jetzt ab nicht mehr angewendet werden.

Das Kreisgebiet stellt dis unterste turnerisch« Einheit dar und entspricht etwa den früheren Be- strken. Es Deckt sich bei uns mit Den politischen

Ein praktisches Beispiel aus unserem Heimatgebiet möge Dies erläutern:

Verein: Turnv. Wieseck, im Kreisgebiet: Gießen, im lurnf reis : Lahn-Dill, im Bezirk: Gießen, im G a u XII (NorDhessen).

130 Meldungen ru den ersten Deutschen Skirennen. TrotzDem Der Deutsche Ski-Verband Den Teilneh. merfreis für Die am Sonntag auf Dem Z u g s p i tz. platt stattfindenden ersten deutschen Skirennen Des Winters 1933/34 beschränkt hat, sind Doch mehr als 130 Nennungen eingegangen. Wegen Der zur Ver- rugung stehenDen geringen Zeit konnten aber nur 90 Läufer unD Springer zugelassen werden. Wir fin- Den unter ihnen die süddeutsche Extraklasse mit Loisl Kratz er (Rottach), Willy Bogner (Traunstein), Walter Motz (München), Friedel 2 ä über und Alfred Stoll (Berchtesgaden), bekannte Parten» kirchener und Garmischer Läufer wie H. Ost n er, Joni Bader, Schindel u. a. Ferner startet Der gesamte bayerische Nachwuchs, u. a. Franz Mäch. ler (Tölz), Hans Kernser (Partenkirchen), Dietl (München). Der bekannte norwegische Springer Bir­ger Ruud beteiligte sich als Gast ebenfalls.

..Die Schneeoerhältnifse am Zugspitzplatt sind sehr günstig, zumal in Den letzten Tagen noch Neuschnee gefallen ist. Staatsminifter (E ff er. Der mit Dem gesamten Organisationskomitee für Die Olympischen Winterspiele Den Kämpfen beiwohnt, hat sein starkes Interesse Durch Stiftung von Ehrenpreisen für Die Sieger bekundet.

Kurze Sportnotizen.

Der -Große Autopreis von Frank, reich wird im kommenden Jahr nach einer neuen, von der internationalen abweichenden Formel aus- gefahren werden. Dieser Beschluß Der Sport-Korn- Mission Des Automobil-Klub von Frankreich hat überall großes Aufsehen erregt.

Vier neue Automobil .Rekorde stellt« der bekannte Rennfahrer Z e h e n d e r auf der Pa- nfer Autobahn LinasMonthlery auf. Er ver- besserte die Höchstleistungen über 50 Kilometer 50 Meilen, 100 Kilometer und 100 Meilen. Seine neuen Mordzelten sind: 14:17,04 (50 Kilometer), 22:49,11 (50 Meilen), 28:17,48 (100 Kilometer), 4-5:18,40 (100 Meilen). Zehender fuhr ständig ein Durchschnitts- tempo von 210 bis 213,1 Stundenkilometer.

Weltmeister Hans Nüßlein steht in den Tennis-Ranglisten der Berufsspieler vor Tilden und A. B u r f e (Irland) an erster Stelle. In bei. eh? en nimm^ Karel Kozeluh den zweiten Platz

*

,Acr ®r°P^Iu 0 1 934 findet vom 8. bis nn mber "ber insgesamt 9500 Kilometer, also 2°00 Kilometer mehr als in diesem Jahre, statt. Die Technischen Prüfungen, die Den eigentlichen Flug emleiten, werden vom 28. August bis 7. September Durchgeführt.

*

Sch melings näch ster Kamps wird chn am 24. Januar in Neuyork mit Tommy Loughran zu- sammenführen. Schmelings Manager, Joe Jacobs, hat den Vertrag bereit» unterzeichnet.

Anerkannt wurde von der DSB. der im Vor- jähre in Amsterdam von Helma Rotte (Düsseldorf) aufgestellte Rekord im Hochsprung mit 1,59 Meter.

Stadtmannschaft B: Becker (VfB)- Luft MO), Singel (VfL); Langsdorf (^LroÄ Schomber (1900); Grünewald (1900), Schmidt (VfB.), Fehling (VfB.).

Die B-Mannschaft hat ihre größte Stärke in Der VerteiDigung. Die Läuferreihe sollte ihre Aufgaben erfüllen können. Der Sturm allerbings scheint Das Schmerzenskind Der Mannschaft zu fein. Er wird stch gegen die eifrigen Gegner nur sehr schwer Durchsetzen können.

Heuchelheim Naunheim.

Im Rahmen Der morgigen Winterhilfsspiele ste­hen sich in Heuchelheim Der ehemalige Kreismeister des früheren Arbeiter-Turn- und Sportbundes 2 a-U.V V l*n\£nb ber jetzige Tabellenführer der Kreisklasfe A SV. 1920 Heuchelheim gegenüber. Die Safte, die in Ihren Reihen manchen, weit über die Grenzen ihres Heimatortes hinaus, bekannten Spieler haben, bürgen für ein faires, technisch schö- nes Spiel. Die Heuchelheimer, Die bis jetzt in ihren VerbanDsspielen ungeschlagen finD unb augen­blicklich eine annehmbare Form aufweisen, werden alles Daran setzen, ihrem Gegner ein ehrenvolles Jtefulfat abzuringen. Es wäre zu wünschen. Daß lene, die dem Fußballsport nicht gerade wohlwol- lend gegenuberstehen, am morgigen Sonntag ihren Spaziergang nach dem Geiersberg verlegen würden Sie geben durch ihr Erscheinen kund, daß sie wil-' ® . 'l£b,r?em ,?ufe unseres Führers zu folgen: "Kem Volksgenosse darf in diesem Winter hungern und frieren!" denn der gesamte Reinertrag aus diesem Spiel kommt der Winterhilfe zu gute.

Mieseck I Vetzberg-Bieber.

Auch auf dem Platz in Wieseck finden zwei Spiele zugunsten der Winterhilfe statt. Die erste Mannschaft der Fuhballabteilung des Tv. Wieseck hat eine kombinierte Elf von Vetzberg-Bieber zum Gegner, während Die zweite Mannschaft gegen Hausen I antritt.

Handball im Gau XII der DT.

TV. Lützellinden TV. Münchholzhausen.

Am morgigen Sonntag treffen sich in Lützel­linden die beiden obigen Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel. Nach dem Stärkeverhältnis Der Gegner zu urteilen, Dürfte es einen interessanten Kampf geben, Der erst mit Dem Schlußpfiff Des Schiedsrichters entschieden sein dürfte. Die Einnah­men aus dem Spiel fließen dem Winterhilfswerk zu.

Die Frau mit dem Engelsgesicht.

() London.

UeberaU hängen von dieser Frau Bilder. Im Buckingham-Palast, in der Tate-Galerie gleich drei, in der St.-Paul-Kathedrale. Statuen nach ihr geformt findet man in Der Royal Exchange und wiederum in Der St.-Paul-Kathedrale. Mary Lloyd durfte wohl eines Der berühmtesten Modelle von London sein. Man nennt sie Die Frau mit Dem Engelskopf. JeDenfalls versinnbildlichte sie am besten Den Engelstyp, den man für Kirchen, Kapellen, alle- gorische Gemälde und ähnliches sucht. Nun hat ein englischer Journalist diese einst, so gesuchte Frau in einem ähnlichen Londoner Hinterhaus aufgestöbert, wo sie ihre Wohnung hat und von wo aus sie zum Reinmachen morgens früh, als 70 Jahre altes, ge­beugtes Frauchen sich auf Den Weg macht.

Sie stammte aus einer reichen Familie, die später verarmte; sie wurde Modell. Erwarb Reichtümer durch ihre Schönheit. John Millais, Frank Dicksee, der Bildhauer Brock alle wollten Mary Lloyd als Modell. Lord Leighton, ein intimer Freund Der königlichen Familie, machte König Georg und Kö­nigin Maria ein Bild dieser schönen Frau zum Hochzeitsgeschenk. Auch als man ein Denkmal für Lord Leighton schuf, wurde ein Bildwerk Der Miß Lloyd zu seinen Füßen placiert. Sie lebte im lieber- floß. Aber eine Krankheit vor 20 Jahren vernichtete ihre Ersparnisse. Ihr blieb nichts als Das Geben. Nun stopft Die Frau mit Dem Engelskopf Strümpfe unb putzt Treppenhäuser in Der Londoner City. Unb alle, Die sie einst anbeteten, haben sie heute ver- ?>essen. WirD sich London nun wieder ihrer ent» innen?

Die sechs Bürgermeister von S-Hertogenbosch.

(z) Amsterdam.

In 'S-Hertogenbosch wurde dieser Tage eine große Friseur-Ausstellung feierlich eingeweiht. Eine besondere Attraktion Der Einweihungsfeier bildete ein Friseurwettstreit, dessen Teilnehmern die Auf­gabe gestellt war, einen ihrer Kunden so herzurich- ten, daß er Die größtmögliche Aehnlichkeit mit Dem Bürgermeister Der Stabt, Mijnheer von Lanschot, bekäme.

Sechs Meister vom Barbiermesser beteiligten sich an Dem Wettstreit, und vor Der Jury marschierten demnach sechs Bürgermeister auf, Die Dem echten täuschend ähnlich sahen und einander wie ein Ei Dem anderen glichen Der Jury wurde die Entschei­dung sehr schwer, und erst nach langem Hin- und Herraten wurde dem Meister I. Der erste Preis zu- erkannt. Zur allgemeinen Verblüffung erhob sich daraus einer Der sechs Bürgermeister-Imitationen, Die von vornherein als zu flüchtig bezeichnet mürbe, als baß sie in Den engeren Wettbewerb hätte kom­men können, unb stellte sich als Der echte Mijnheer von Lanschot vor. Er war es auch tatsächlich und hatte diese kleine Komödie mit einem Der am Wett­streit beteiligten Meister oerabreDet.

Man kann sich die Heiterkeit Der Versammlung vorstellen, als so kund murDe, daß Die Imitationen bürgermeisterlicher als Der Bürgermeister selbst ge­wesen waren ...

DerHerr von Paris".

(k) Paris.

Monsieur de Paris", Das ist Herr Deib­ler, amtlichex6cuteur des Hautes-Oeuvres" ge­nannt, außerhalb Frankreichs vielleicht als Der am­tierende Scharfrichter der Republik bekannt. Er tragt schon über siebzig Jahre auf dem Rücken. Wahrend seiner Amtszeit hat er 471 Verbrecher un­ter seinen Händen gehabt und hätte im vorigen Jahre gerne einen Schlußstrich unter dieseLebens­arbeit" gezogen, wenn nicht infolge Der Sparmaß. nahmen der Regierung Die Scharfrichterpension aus dem Staatshaushalt gestrichen worden wäre. So muß Der alte Mann mit seinen Gehilfen die alle mit ihm verwandt und ohne Ausnahme Elsässer sind weiter tätia sein. Die Ruhepausen zwischen seinen staatlichen Aufträgen füllt er als Parfüm- reisender aus

Anatoie Detbier yat bisher noch keinem Journa- listen ein Interview gewährt. Die meisten Menschen Journalisten sind auch nur Menschen! schrecken vor seinem eiskalte- durchdringenden Blick zurück, und es gibt wenige, die ihn überhaupt einmal haben sprechen hören. Kürzlich jedoch ist es einem Reporter und einem Photographen eines Pariser Blattes ge­lungen, Monsieur de Paris auf einer feiner behörd­lichenGeschäftsreisen" in die Provinz, nach An- aouteme in Der Charente, heimlich zu folgen, ihn bei feiner Tätigkeit zu beobachten und auch im Bilde festzuhalten.

Darüber wird nun berichtet. Die Photos jedoch sind in die verschwiegenen Archivschränke Der Schrist- leitung gewandert, wZil sie, wie das Blatt schreibt, zu schrecklich zur Veröffentlichung" wären. Wir er­fahren so nur, daß Das Messer Der Guillotine, mit er Deibler fein Amt ausübt, sein persönlickes Eigentum ist, bas er in einem eleganten Handkoffer auf seinen Reisen mit sich führt. Ein Glück, daß die

Handball des Jungvolks.

Stamm Geusen Unferbann 1/116.

Am heutigen Samstag werden sich zum ersten Male die Handballmannschaften des Jungvolkstam- mes der Geusen, und die des hiesigen Unterbannes gegenüberstehen. Auf beiden Seiten wirken Spieler Gießener Vereine mit fo daß ein spannender Kampf ZU erwarten ist. Der Ausgang des Kampfes ist nicht vorherzusagen. Das Treffen findet um 15 Uhr auf dem Platz des VfB. statt.

Schachwetttampf Gießen Marburg.

Der Schachklub Gießen 1858, der in letzter Zeit verschiedentlich mit Veranstaltungen an die Öffentlichkeit trat, veranstaltet am morgigen Sonntagnachmittag im Gewerkschaftshaus einen

tumente" abgeliefert werden könnten. Nun wurde die Kanone genauer untersucht, und es stellte sich heraus, daß sie aus Der Zeit stammte, da Neapel sich unter spanischer Herrschaft befand; sie ist etwa ums Jahr 1517 angefertigt worden.Wir verlangen also Schriftstücke aus Der Zeit Der spanischen Regie­rung", bestimmte die Zollbürokratie, aber nun wurde es Den Militärs zu bunt unb sie beschwerten sich über Mangel an Achtung. Sie drohten, bie alte Kanone, Die noch am Hafen lag, mit Gewalt fort» zu holen, und um einen langenKrieg" zu verhin­dern, mußten sich bie Behörden Der Stadt Neapel ins Mittel legen. Sie erlangten schließlich bas allge­meine Einverständnis Dafür, daß Die Kanone in Dem im Hafen gelegenen Lagerhaus Des Lloyd Irieftino ausgestellt werden sollte, wodurch Die Abgabe nicht KU ermittetnDerDokumente" oermieDen wurde.

Der lebende Tote.

(km) Prag.

Den Beamten Des hiesigen Verkehrsamtes fiel in einem großen Güterwagen eine große Kiste auf, die ihnen zumindest verdächtig vorkam. Sie telephonier­ten deshalb an Den Wilson-Bahnhof, für Den Die Fracht bestimmt war. Im Wilson-Bahnhof wurde nun Die Kiste geöffnet, und zunächst sah man Darin einen Sarg stehen, bei näherer Betrachtung fanD s'ch. daß in Dem Sarg ein Fensterchen eingeschnitten war, Durch Das man einen Mann erblickte. Der seiner Gesichtsfarbe nach kaum tot sein konnte. Der Sarg wurde aufgeschraubt, unD als Der Darin befindliche "Tote" aus einer gewissen Benommenheit wieder zu sich kam, stellte es sich heraus, Daß es sich um einen Artisten aus Dem Oertchen Nußle bei Prag handelte. Der gute Mann hatte eine neue Nummer aufziehen wollen, aber keinen Geldgeber gefunden. Aus Diesem Grunde wettete er mit einem Inge­nieur um 15 000 Kronen, daß er acht Stunden in einem hermetisch verschlossenen Sarge zubringen werde. Und großes Pech des armen Teufels wollte es nun, daß ihn die Eisenbahnbeamten nach sieben Stunden entdeckten und aus Dem Sarge nahmen, so daß er zu seiner Qual auch noch Die Wette wenn auch knapp verloren hat.

Fußball für Die Winterhilfe.

Friedberg/Bad-Nauhcim gegen Gießen Stadtmannschaft A.

..Der Sport, insbesondere der Fußballsport stellt stch am morgigen Sonntag in den Dienst der Win- terhilfe^ Der Reinertrag aus den Spielen kommt dem Winterhilfswerk zugute. Hoffentlich ist Den Spulen auch Der gute Besuch beschieDen, Der ihnen in Anbetracht Des guten Zweckes zu wünschen wäre.

Für Diese Winterhilfsspiele roerDen von feiten per beiDen Gießener Vereine 1900 unD VfB zwei fombinierte Mannschaften gestellt. Die A-Mann- schäft hat in Friedberg anzutreten und trifft dort auf eine Mannschaft, die sich aus den beiden Br­emen Bad-Nauheim und VfB. Friedberg zusam- mensetzt. Die Friedberger gehören der Oauliga im

Xtt an, die Bad-Nauheimer sind die gefähr- Uchen Verbandsspielgegner der Gießener Mann- schäften. Dieser kombinierten Elf stellt Gießen folgende Mannschaft gegenüber:

Stab tman nschoft A: Schlarb (1900); Leut- beufer (VfB), Lippert (1900); Fenster (VfB.), Knauß (VfB.), Heindach (1900); Ranft (VfB.), Haupt (VfB.), Roth (1900), Heilmann (1900), Lehr- munb (VfB.)

Diese Elf verfügt über eine sehr schlagkräftige Verteidigung. Die Läuferreihe ist bestimmt sehr beweglich. Im Sturm stehen bie besten Kräfte aus den beiben Vereinen. Wie ber Kampf ausgehen roirb, ist gar nicht vorherzusagen. Wenn sich ber Kampfgeist, ben die Mannschaft ber Spieloereini» gung am vergangenen Mittwoch gegen Naunheim Zeigte, auf bie Kombination überträgt, bann stehen bie Aussichten gut. Meist kommt es aber gerabe bei solchen Spielen barauf an, wie sich bie Spie­ler als Mannschaft finben.

Gießen Stadtmannschaft B gegen Steinberg-Lollar.

Das Spiel ber Stabtmannfdjaft roirb auf Dem Walbsportplatz ausgetragen. Hier erwartet man bie (Säfte aus Watzenborn-Steinberg unb Lollar, bie zusammen eine Mannschaft stellen werben. Der Ausgang bes Kampfes ist, wenn man auch ben Hiesigen einige Chancen geben barf, nicht voraus- zusagen. Die Stabtmannschaft B hat folgenbes Aus­sehen: