Ausgabe 
25.10.1933 Drittes Blatt
 
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Dnmvgen des Landwirts xex in tlimbad) und seiner reihe, geb. Thomas, bajelbft, n 20. Dtiober 1933, 10 Uhr t»5 landwirtschaftliche Ent« fahren eröffnet 6577D igsslelle: Genossenschaftliche i.6. m. b. h. in Zmkfurl M

iaer werden aufgefortert, bei "in § 11 des Gesetzes voni angedrohten Nachteile, chre

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Mittwoch, 25. Oktober 1955

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)

Nr. 250 Drittes Blatt

Schweres EisenbahmmM in Frankreich.

D-3u0 Cherbourg-Paris entgleist. - 35 Tote, 50 Verletzte.

Absturz von her Gisenbahnbriilke.

pari», 24.Ott. (TU.) Ein schweres Eisen, bahnunglück. das nach den letzten Nachrichten 35 Tote und 50 verletzte, darunter mehrere Schwerverletzte, gefordert hat, ereignete sich auf der Strecke Cherbourg-paris am Dienstag um 9.55 Uhr bei St. Lllier in der Nähe von £a Bonneville Der D-3ug 354 CherbourgParis, der Cherbourg um 6.10 Uhr französischer Zeit verlassen hatte, be­fand sich auf einer Lisenbahnbrücke, die in zehn Meter höhe den Fluß Rouloire überquert, als die Lokomotive, der Tender, der Packwagen und drei anschliehende Personenwagen aus den Schie­nensprangen und in den Fluh sliirz- t c n. Der Zug hatte im Augenblick des Unglücks eine Stundengeschwindigkeit von 110 Kilometer. Unter den Toten befinden sich der Lokomotivführer und der Heizer. Etwa 50 verletzte, darunter der Präfekt der Provinz und seine Frau, sind in do» Krankenhaus von Lvreux geschafft worden. Die zweigleisige Strecke ist an der Unsallslelle völlig v e r w ü sl e t, die Telegraphenpsoslen umgebrochen, die Schwellen aufgerissen, so dah das Gleis zur Zeit nicht befahrbar ist. Die zuständigen Behörden haben sich sofort nach dem Eintreffen der ersten Meldun­gen an bk Unglücksstelle begeben.

An der LlngwckssteNe.

Dar Unglück ereignete sich, als der Zug mit etwa 100 Kilometer Stundengeschwindigkeit über die Eisenbahnbrücke raste. Unter furchtbarem Getöse stürzten die Lokomotive, der nachfolgende Tender, der Gepäckwagen und drei Personenwagen in die Tiefe und bildeten nur noch einen einzigen Trümmerhaufen. Von der Eisenbahnbrücke aus, deren Geländer fortgerissen wurde, bietet sich den Ueberlebenden ein furchtbarer Anblick. Jedesmal, wenn man glaubt, einen Toten geborgen zu haben, zieht man nur zerstückelte Glied­maßen aus den Trümmern. Die Bergungsarbei­ten, die prompt eingesetzt haben, gestalten sich außerordentlich schwierig. Die ersten Leichen, die fast alle bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt sind, wurden im Wartesaal des Bahnhofes von Bonne­

ville aufgebahrt. Inzwischen ist ein 50°Tonnen- Kran eingetroffen, mit dessen Hilfe man d i e Trümmer zu heben versucht, um auf diese Weise die noch eingeschlossenen Leichen freizulegen.

Ein gerichtlicher Untersuchungsaus­schuß ist ebenfalls an der Unglücksstelle erschienen.

Die Unglücksstelle.

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Bonneville

Le Havre n

J < Rouen Beauvais

Man nimmt an, daß das Unglück auf eine Schienensenkung zurückzuführen ist, die auf einer Länge von etwa 10 Meter festgestellt wurde. Der Lokomotivführer und der Heizer, die beide auf der Stelle getötet wurden, haben dies infolge des starken Nebels wahrscheinlich überhaupt nicht oder zu spät bemerkt. Ein Augenzeuge, der sich in einem der letzten Wagen befand, erzählt, daß er im Augenblick des Unglücks einen mächtigen Stoß verspürt habe. Die drei letzten Wagen legten sich auf die Seite oder kippten um und blieben mit den Rädern nach oben liegen. Beide Strecken sind gesverrt und der Verkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten.

Die Aufräumunasarbeiten, die von der Sanitätskolonne, der Polizei und Militär durchge­führt werden, wurden die ganze Nacht bei Schein­werferlicht fortgesetzt und dürften erst am Mittwoch­abend oder Donnerstag beendet sein. Die Unglücks­stelle bietet einen traurigen Anblick. Drei Personen­wagen liegen wie altes Eisen im Flußbett, zwei andere hängen von der Brücke herab und die beiden letzten liegen ineinandergeschoben auf der Brücke. Die Untersuchung hat noch kein endgültiges Er­gebnis gezeitigt.

Uranfänge des Zeitungsberichtes.

Extrablatt von Moßbach -Don der Seeschlange.-Oie ersten Theaterkritiken.- Die Montgo fiere.

Seitdem es eine Presse gibt, wird jedes Ereignis von Bedeutung in der Zeitung verkündet, bespro­chen und somit für kommende Generationen festge­halten. Einen Einblick in Zeitungsberichte von den allerersten Anfängen der deutschen Presse bietet das Archiv des Deutschen Instituts für Zeitungskunde in Berlin. Wahre Schätze an treffenden Prophezeiungen, an witzigen Randbe­merkungen zur Zeitgeschichte, an beredten Schilde­rungen großer Ereignisse öffnen sich hier den Nach­kommen.

Die allerer st e deutsche Zeitung, die man dort in einem Zelluloid-Kuvert eingepackt be­wundern kann, stammt aus dem Jahre 1629 und heißtWöchentliche Zeithung aus mehrlicher Orther". Sie enthält Berichte aus ganz Europa der damaligen Zeit, ausRohm", Venedig, Verona, Prag und Franksurt, hauptsächlich Mitteilungen über Fürstenzusammenkünfte und gesetzliche Maß­nahmen des heiligen Römischen Reiches. Mit Ehr­furcht nimmt man die ebenso konservierte Num­mer 138 derPagdeburgischen Privilegierten Zeitung" vom 17. November anno 1757 in die Hand. Diese Nummer ist eine Art Extrablatt, dieAuthentique Relation von dem Siege, welchen seine Königliche Majestät von Preußen den 5. No­vember 1757 bet) Roßbach in Sachsen über die vereinigten Französischen, Österreichischen und sogenannte Reichstrouppen unter Eommando der Prinzen von Hildburghausen und Soubise erhalten". Es ist ein ausführlicher Kriegsbericht, dessen Stil durchaus gegenwartsnahe anmutet und an die Heeresberichte aus dem Weltkrieg erinnert. Zum Schluß der vier Seiten umfassendenRelation" heißt es:An Gefangenen haben wir 8 französische Generals, 250 Offiziers von verschiedenem Rang und 6000 Gemeine. Sonst haben wir 63 Eanonen, 15 Standarten, 7 Fahnen und 2 Paar Pauken er­obert. Von unserer Seite ist der Obriste von Prig- nitz geblieben. Die Königliche Hoheit der Prinz Heinrich und die Generalmajors von Seydlitz und v. Meinecke sind leicht blessieret. Unser ganzer Ver­lust an Toten und Verwundeten beläuft sich auf nicht völlig 300 Mann."

In der Nummer derVossischen Zeitung für Staats- und gelehrte Sachen" vom 16. März 1744 finden wir folgende Notiz, die sich auf die berühmte Tänzerin Barberina bezieht:Vorgestern morgen erhoben sich Jhro Majestät der König wie­der von hier (Berlin) nach Potsdam. Abends zu­vor ließ die jüngst aus Italien hier angekommene weit berühmte Tänzerin Donna Barberina bey der französischen Komödie ihre Geschicklichkeit im Tanzen sehen."

Die berüchtigte Seeschlange, die früher oft bemüht wurde, und bi<* in Journalistenkreifen zum Schlagwort geworden .st, taucht bereits im Jahre 1749 auf. Ein Bericht gleichfalls in der Vossi- schen Zeitung aus diesem Jahre gibt die Er­zählung von vier Fischern der Westsee wieder, die ein Ungeheuer, halb Mensch, halb Fisch, gesehen haben wollen.

Eine zukunftweisende Notiz scheint die erste Er­wähnung einer Erfindung aus dem Jahre 1775 zu fein, die vielleicht den Keim des späteren Film- apparats in sich birgt! Die Notiz lautet:Ein sich selbst bewegendes, auf einer großen messingenen Expreß dazu verfertigten Platte, sehr schönes Ge- mählde ist aus sreyer Hand zu verkaufen. Dieses rare von einem geschickten Mahler verfertigte Kunst­stück hat 25 Figuren, wovon eine jede ohne Besteue­rung ihre handthierung natürlich treiben kann."

Die erste deutsche Theaterkritik stammt aus dem Jahre 1774 und schäftigt sich mit Goethes »Götz von Berlickinge n", für den der Kri­tiker keineswegs besonders begeistert ist. Er schreibt

u. a.:Weder Einheit der Handlung noch Vor­bereitung einer Begebenheit zur anderen, aber da­für viel damalige deutsche Sitten und Denkungs­art, als aus manchem deutschen Geschichtsbuch nicht heraus zu kommentieren ist." Während der Kri­tiker für den Aufbau des Dramas und für den literarischen Wert des Werkes wenig anerkennende Worte findet, lobt er den deutschen Sinn des Theaterstücks. Es heißt weiter:Trugen diese Deutschinnen (I) keine Ehignons und ellenlange Kleiderschleppen, so hatten sie doch ihren schönen Putz, und sagten die galanten Damen damals nicht wie jetzt mon eher, so sagten sie mein lieberJunge". In eifern ausführlichen literarisch-kritischen Feuil­leton aus dem Jahre 1767 wird zum ersten Mal LessingsM inna von Barnhelm" kritisch be­sprochen. Der Autor beginnt seinen Aufsatz mit den Worten:hier ist alles Soldat".

Aber auch ausländische Korresponden- t e n senden schon in den Anfängen des Zeitungs- dienftes ihre Berichte nach Deutschland. In einem Pariser Brief vom 31. Oktober des Jahres 1783 heißt es wörtlich:Die neuesten Versuche, welche Herr M o n t g o l f i e r mit seiner aerostathischen Maschine angestellt hat, setzen es nun außer Zwei­fel, daß seine Erfindung für die Gesellschaft nützlich seyn kann. Es ist ohne Zweifel, daß diese Maschine vorläufig wird gebraucht werden können, um sehr schwere Lasten mit wenigen Kosten zu großen höhen heraufzubringen, daß man Signale damit wird machen und einen ausgebreiteten Fluß pas­sieren können. Der größte Nutzen aber ist, um den Marsch und die Annäherung einer feindlichen Ar­mee und dasjenige, was in einer belagerten Stadt vorgeht, gewiß zu erfahren und die topographischen Charten eines Landes aufzunehmen." Wie man sieht, wird hier zum ersten Male über eine welt- umwälzende Erfindung berichtet und dabei die Rolle des Flugwesens im Kriege vorausgeahnt!

Am 12. April 1814 verkündet ein richtiges Extra­blatt der Vossischen Zeitung in knapper Form die Besetzung von Paris durch die verbündeten Truppen. Die Leipziger Zeitung vom 22. August 1815 bringt einen Bericht aus dem besetzten Paris nach der Flucht und der Gefangennahme Napo­leons. Der ausführliche Bericht ist vom 7. August datiert, hat also zwei Wochen gebraucht, um den Weg in die deutsche Presse zu finden. Es heißt dort u. a.:Das Schloß von Vincennes wird noch immer von den Verbündeten blockiert gehalten. Die Nachrichten aus dem mittäglichen Frankreich sind beruhigend."

Lebendiger, unmittelbarer, gegenwartsnaher als jedes Geschichtsbuch so hat die Zeitung seit Jahr­hunderten den Pulsschlag der Völker getreucon- trollirt und regiftrirt". 0r. v. A.

Kunst und Wissenschaft.

Der Grundstein zum Neuaufbau der Technik.

Die in der Reichsgemeinschaft der technisch wirt­schaftlichen Arbeit zufammengefaßten Führer deut­scher, technisch wirtschaftlicher Vereine und Verbände traten am 19. Oktober zusammen, um Form und Inhalt der gemeinsamen Arbeit zu beschließen. Die Mitglieder der Reichsgemeinschaft, die ihre volle juristische Selbständigkeit behalten, werden etwa nach dem Muster der Technischen Hochschulen z u Fachgruppen zu s a m mengesaß t, Deren jede einen Vertreter in den Vorstand ent­sendet. Durch Hinzunahme von Persönlichkeiten aus der nationalsozialistischen Bewegung und aus dem öffentlichen Leben, erweitert sich der Vorstand zum Senat. Diesem Senat gehören neben Vertretern der Minister u. a. an: Ingenieur Keppler,

Wirtschaftsbeauftragter des Reichskanzlers, Staats­rat Dr. Ley, Führer der Arbeitsfront, Staats­sekretär Dr. Ohnesorge und Dr. Bögler. Mit der Durchführung der weiteren Arbeiten der Reichsgemeinschaft wurde der Vorsitzende des Ver­eins deutscher Ingenieure, Pg. Dr. Schultz, be­auftragt.

Neues von der Deutschen Verlags-Anstalt.

Die Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Ber­lin, teilt mit: Nach Erscheinen ihres großen Roman­werkesDas Wunschkind" (das jetzt im 50. Tausend vorliegt) war von Ina Seidel einige Jahre nichts Neues erschienen. Jetzt hat die Dich­terin einen neuen RomanDer Weg ohne Wahl" vollendet. Die Buchausgabe erscheint am 1. November bei der Deutschen Verlags-Anstalt, Stuttgart. Unter dem TitelBegegnung am Abend. Ein Vermächtnis" veröffent­licht Maria Wafer jetzt bei der Deutschen Ver­lags-Anstalt, Stuttgart, ein Buch, das in der Dar­stellung der Persönlichkeit und des Schaffens des berühmten Hirnanatomen Constantin von Mona­kow das Bild eines ungewöhnlich reichen und schö­nen Lebens gibt.D i e Mutter der Weis­heit" nennt sich ein in diesen Tagen bei der Deut­schen Verlags-Anstalt erschienener ernstheiterer Ro­man von Henry Benrath, dem Verfasser von Ball auf Schloß Kobolno w". Der Lebens­kreis einer kleinen deutschen Universitätsstadt hat in ihm dichterische Gestalt gewonnen.

Buntes Allerlei.

Trauriges Schicksal eines dickenMannes

Ein sorgfältig angelegter Plan, durch den 35 Gefangene aus dem Aljuba-Gefängnis in Lissabon ausbrechen wollten, scheiterte an dem allzugroßen Leibesumfang des Führers. Die Verbrecherbande hatte mit unendlichen Mühen und Arbeiten einen Tunnel durch die Gefängnismauer gebrochen, die zwei Meter dick war. Freude schwellte ihre Herzen, als sie endlich das Licht der Freiheit schimmern sahen, und man beschloß, in einer stürmischen Nacht

den Ausbruch zu unternehmen. Ehre, wem Ehre ge­bührt! Nach diesem Grundsatz ließ es sich der Er­finder des Planes und Leiter der Bande nicht neh­men, als erster den Weg durch den engen Gang anzutreten. Aber dieser Beschluß wurde allen ver­hängnisvoll, denn der Führer, der ungewöhnlich dick war, befand sich kaum innerhalb des Loches, als er feststak und roeoer vorwärts noch rückwärts konnte. Alle verzweifelten Anstrenaungen seiner Genosien, ihn aus feiner peinlichen Lage zu befreien, waren erfolglos, und so blieb schließlich nichts anderes übrig, als die Hilfe der Gefängniswärter in An­spruch zu nehmen. Diese befreiten den Ausbrecher und führten alle wieder in ihre Zellen zurück.

Italienische Bergsteiger-Expedition nach Persien.

Meldungen, die aus Teheran nach Rom gelangt sind, machen nähere Angaben über eine Expedition, die zur Erforschung und Besteigung der wichtigsten Gebirge Persiens unternommen wurde. Die Expe- bition verließ Mailand im Flugzeug: sie wurde vom Grasen Leonardo Bonzi und Prof. Desto ge­führt und umfaßte eine Gruppe geübter Bergsteiger. Die Hauptaufgabe bestand in der Ersteigung des Gipfels des Zardek-Kuk-Gebirges westlich von Jspa- Han und der Demawend-Gruppe nördlich von Te­heran, die eine höhe von 5670 Meter erreicht. Die Reifenden gelangtn nach einem raschen Flug, bei dem sie alle ihre Ausrüstungsgegenstände und wis­senschaftliche Instrumente mitführten, nach Teheran und wurden von der Persischen Regierung gut aus­genommen. Von einheimischen Führern unterstützt, erstieg eine Gruppe sofort den Gebirgszug westlich von Jspahan und nahm die topographischen und Höhenmessungen vor, die für die Kartierung not­wendig waren. Die zweite Gruppe stieß bei der Er­klimmung des Gipfels der Nordgruppe des Demo, wend auf große Schwierigkeiten und wurde des Nachts von einem schweren Zyklon überrascht. Die Bergsteiger verbrachten die Nacht in einer höhle, wo sie fast völlig einfdjneiten. Nur unter großen Anstrengungen erreichten sie den Gipfel und führ- i ten hier ihre Forschungsarbeiten durch.

Auch dieWilden" muffen eingegliedert werden!

Ein Ausruf des Reichssportführers.

Die Pressestelle des R e i ch s s p o r t f ü h - r e r 3 gibt folgenden Runderlah an die Beauftrag­ten des Reichsfportführers und die Führer der Sportverbände bekannt:

Die großen Aufgaben, die dem Sport im neuen Deutschland zufallen, können nur erfüllt werden, wenn er nach einheitlichen Richtlinien zielbewußt geleitet wird. Aus diesem Grunde müssen die außer­halb der anerkannten, also außerhalb der dem Reichsführerring angefchlosfenen Verbände stehen­den Vereine und Sportler, die sogenanntenWil­den", ihre Ausgabe verfehlen. Ich mache es des- halb meinen sämtlichen Beauftragten und allen Verbänden nebst ihren Angehörigen zur Pflicht, auf eine beschleunigte Eingliederung derWilden" in den zuständigen Fachverband hinzuwirken. Andererseits hat jede Unterstützung der Unorgani­sierten zu unterbleiben, insbesondere dürfen An­gehörige anerkannter Verbände mit ihnen keine Spiele oder Wettkämpfe austragen ober sonstige sportliche Beziehungen pflegen."

Der Reichssportführer. (gez.) v. T s ch a m m e r.

Bezirks-M innschastskämpse im Kunstturnen.

Bezirk Hessen nimmt an der Zwischenrunde feil

Nachdem die Vorkämpfe zwischen den 24 Be- zirken des bisherigen Mittelrheinkreises durchgeführt find, wird die Zwischenrunde in drei Gruppen zu je drei Bezirken vorbereitet. Dazu ist, wie wir jetzt erfahren, auch unser Heimatbezirk Hessen, der aus dem Vorkampf mit den Bezirken Main-Offenbach- Hanau und Kinzig als zweiter Sieger hervorge- gangen ist, eingeteilt worden. Der Zwischenkampf wird ausgetragen zwischen den Bezirken Hessen, Frankfurt und Lahn-Dill.

Seltene sportliche Tat einer

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Gertrud Psabe, ein Mitglied der Turngemeinde Frankfurt a. d. O., errang als erste deutsche Frau das Goldene Turn- und Sportabzeichen nach fünf­maliger Wiederholung.

Aus dem Gau XIItRoricheff.) DT.

Von der Führerschaft.

Zu unserer Meldung über die Bildung des Füh­rerrings des neuen Turngaues XII (Nordhessen) der DT. können wir nun noch ergänzend mitteilen, daß Turnoberlehrer Ludwig K l e n k (Friedberg), der von Bensheim an die Friedberger Aufbauschule versetzt worden ist, das ihm vom Gauführer Andrö (Hersfeld) und Gauoberturnwart Paul (Gießen) angetragene Amt des ©aufrauenturnroarts ange­nommen hat. L. Klenk hat bisher in der Turner- fchaftsführung schon an hervorragender Stelle ge­standen. Er war stellvertretender Oberturnwart des bisherigen Gaues (Kreises) Mittelrhein und Kinder- turnroart der Deutschen Turnerschaft und hat als Turnpädagoge einen anerkannten Namen. Mini­sterialrat Ringshausen (Darmstadt), der Gau- abmann des Gaues Hessen-Nassau des National­sozialistischen Lehrerbundes, hat L. Klenk nun auch für die Gruppe Hessen zum Gauarbeitsleiter der ArbeitsgruppeTurnen und Volkssport" berufen.

Inzwischen ist auch das Amt des Gaufechtwarts besetzt worden. Als solcher wurde Felix Reuter (Kassel) berufen.

Den Gau-Hauptausschuß bilden in Zu­kunft die Gauleitung, der Gau-Turnausschuß, die beiden Bezirksführer, die Kreisführer und je ein verdienter Turner der beiden Bezirke; als solcher wurde für den Südbezirk (Gießen) der be­kannte Kölner Turnfestsieger Karl Reuter (Gie­ßen) ernannt.

Führertagung des Gaues XII.

Die erste große Führertagung des 12. Turn­gaues (Nordhessen) findet am 5. November in Kassel statt. Außer den Mitgliedern des Gauhaupt- ausschusses (Gauoorstand, Gauturnausschuß, Be­zirksführer, Kreisführer) können auch Unterführer und Vereinsführer daran teilnehmen. Gesprochen | wird von der Gauneubildung und der Gliederung des Gaues, von den Aufgaben der DT. im neuen 1 Reiche und von der Aufbauarbeit im neuen Gau.

Ein Aufruf des Gauoberturnwarts.

Turnoberlehrer R. Paul (Gießen), der bekanntlich als Gauoberturnwart des Turngaues XII (Nord- Hessen) berufen worden ist, wendet sich mit folgen­dem Aufruf an die ihm unterstellten Vereine:

Liebe Turner und Turnerinnen des Gaues Nordhessen! Unser Gauführer, Turnbruder 21 n - dr 6 (Hersfeld), hat mich zum Gauoberturnwart bestimmt. Den neugeschaffenen Gau XII (Nord- Hessen) der Deutschen Turnerschaft zu einem Turn­gebiet zu bringen, das sich im Rahmen der übri­gen Turngaue sehen lassen kann, muh bas Ziel fein, das erreicht werden soll.

So sehr ich wünsche. Können, Fertigkeiten, Leistungen auf allen Gebieten unseres so ver­zweigten deutschen Turnens au sehen, so soll doch erster Grundsatz und oberstes Gesetz die Er­ziehung jenes echten deutschen Turngeistes sein, der in Jahn seinen Urquell und in Adolf Hitler seine Erfüllung hat.

Ich bitte um bas Vertrauen aller Turner unb Turnerinnen, denn ich brauche das Vertrauen. Ich hoffe auf die tatkräftige und tatfrohe Unter- ltützung all der Turnbrüder und Turnschwest?rn, Die zur Mitarbeit berufen sind, denn ich brauche diese Mithilfe in weitestem Maße. In treuer Zu­sammenarbeit wollen wir bestrebt sein, das neue Gaugebiet in jenem Geiste zu führen, der im neuen Deutschland, im DrittenReiche Form und Gestalt gewonnen hat.

Zu neuen Taten ruft eine neue Zeit!

Zeigen wir, daß im neuen Gau Nordhessen ber alte Turnergeist ber echten Turnbrüderlichkeit, der in der wahren Volksgemeinschaft sich aus- wirkt, lebendig ist, der uns einfügt in die vor­dersten Reihen der Arbeiter am neuen, national- bewußten, völkischen, deutschen Vaterland. In diesem und nur in diesem Sinne nehmen mir zielstrebig unb entschlossen die turnerische Arbeit auf. Vorwärts! Aufwärts!

Gut heil! heil Hiller!