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25.9.1933 Erstes Blatt
 
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>enj abfahren muß, um in Jung bte Sorgen, bie Nöte unb Elchen Nation barzulegen unb ityn, baß her Zustand, in bem jcnblidli^ befindet, inlernaiio- verträglich ist, baß Deutsch- aus Arbeit unb Brot iir ben Frieben wollen, ju verhinbem bestrebt fmb, bah fieg zu führen uns entschlossen ey gegen bie Not unb ' eitslofigkeit. Don bieser xuf biese Rielenmasse heradsehe, verficht, mit Der ich mich mopp- zum erstenmal als nationaler itionatem Parkett meines eige­nen beauftragt bin.

rung atlßu gut, jeher tßerfuä), tten, märe jur Grgcbnislofiy linier biesem Versuch nut bie das Doll Mbe.Darum DaN, um \tm S)«i, um seine tum smb wir ben schweren t uicht ausgewichen, sondern Mn gegen die Not aetrojen. wir seststellen, bah die Zahl , als wir bie Macht übernahmen, einig, nach unb noch aus vier irüdt würbe. Wenn behauptet meqner bas Gleiche hatten er- nn sie über bie gleichen Mittel müssen wir bem entgegenhalten, irei Hauptpunkten ge*

Mut ung r Korruption. Von^ diesen bret nlere Gegner so gut wie iM ÄÄSj-äs ä&ä w'-TÄiS wenn "s'^as deutsche Soll fes h°nd°lt.Dv^ tit , um ar.?2 gnfrmWup/e/ geben wir ® ^beitilof« nler bie Mr wjr, bafi

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feiner Ge-schichte an eine einheitliche Nation ge­wesen wäre, jo hätte uns wohl niemand die Welt­herrschaft streitig machen können, Deutschland wäre als einiges Volk leicht zum Herrenoolk der Welt geworden Der Garant der Einheit und der Stärke der Nation bleibe die deutsche Jugend. Sie wurde von uns erzogen in neuem Denken, in neuem Fühlen und. Vorwärtsstreben. Die Welt ist heute mißtrauisch. Wenn Deutschland aber stark war, so war sie immer mißtrauisch. Die Arafl der Deutschen liegt in ihrem Lebenswillen f)ätte Deutsch- land Kanonen und Maschinengewehre, aber keinen Lebenswillen, so wäre es schwacher als es heute ist, wo es keine Kanonen und keine Maschinengewehre besitzt. Wenn unsere Gegner sagen, wir hatten das Volk entrechtet, so kann geantwortet werden, daß das deutsche Volk noch niemals f o einig mit seiner Regierung war, wie mit der jetzigen. Das Volk ist der Souverän feines Schick- als, die Regierung nur fein Willensträger. Zwei Aufgaben hatte die Reichsregierung bei der Macht­übernahme au erfüllen: Sie mußte dem Volke i m Innern Arbeit und dann nach außen hin Frieden geben. Diese Aufgaben waren sehr schwer und sie sollen auch schwer fein, denn die Re­gierung hat nicht die Absicht, auf den Ministersesseln ein bequemes Leben au führen, sondern wir haben die Absicht, uns in das Buch der Geschichte ein­zutragen.

Wir haben den Pessimismus und die Verzweif­lung beseitigt, wir haben dem Volk den Glau­ben und das Selb st vertrauen gegeben und sind bann an die Arbeit gegangen. Die Regie­

rung packt mit aller Kraft gerade die Schwie­rigkeiten der Wirtschaft an. Wir bleiben auch hier immer am Gegner, bis wir siegen. Auch hier versetzt der Glaube Berge und deswegen ist es ?ut, daß wir die Jugend haben. Etwas 3bea» ismus und Selbstvertrauen gehört dazu und so wird die Arbeit künftig die große Tugend des Staates sein. Arbeit ist ein Recht und nicht nur eine Pflicht der Nation, Arbeit können wir aber nur haben, wenn wir in Frieden mit der Welt leben. Eins muß die Welt uns zugeben, nämlich, daß es bei uns vollkommen anders gewor­den ist. Früher richtete man in der Not den Appell nicht an das Volk, sondern an die Welt. Wir aber haben den Glauben an uns selbst und an unsere Kraft. Ich halte es für symbolisch, daß heute am Denkmal bes Niederwalbes bie Worte Arbeit unb Friebe" stehen, auf ben Fabriken die Fahnen bes Nationalismus unb auf ben Denk­mälern bie Fahnen bes Sozialismus wehen. Hier am Nieberwalb befunben wir ben Willen nach Recht unb Freiheit, nach Arbeit unb Brot. Ich nehme mir von hier bie Kraft mit nach Genf, wo zum ersten- mal ein Nationalsozialist zur Weltöffentlichkeit auf internationalem Bobcn spricht. Wir haben burch ben Zusammenschluß von Führung unb Gefolgschaft au einer Ibee ben einzigartigen Ausbruch einer Nation ber Welt gezeigt. Das Volk will Frieben, bas Volk will Arbeit. So geloben wir an bieser Stelle, baß ber Rhein niemals Deutschlanbs Grenze, fonbem Deutschlanbs Strom fein soll unb treten ein für bes Reiches Stärke, für bes Volkes Einheit unter ber Führung Abolf Hitlers.

Die bulgarischen Angeklagien im Prozeß gegen die Reichstagsbrandstifier.

Leipzig, 23. Sept. (WTB.) Am britten Der- handlungstag stellt Präsident Dünger fest, daß er bei ber Erörterung ber persönlichen Verhältnisse zu- nächst mit benen bes Angeklagten D i m i t r o f f be­ginnen wolle.

Rechtsanwalt Dr. Sack: Die Mutter bes Angeklagten lorgler ist heute im Kranken­wagen nach Leipzig gebracht worben, um zu sehen, wie cs bem Angeklagten lorgler geht. Ich wäre Ihnen sehr bantbar, Herr Präsident, wenn Sie ber alten Mutter gestatten würden, auch an ber Ber- Handlung teilzunehmen.

Präsident Dünger: Ich genehmige diesen Antrag. (In den Augen des Angeklagten lorgler sieht man Tränen aufsteigen.)

Rechtsanwalt Dr. Sack: Als der Angeklagte Torgier mir aus bem Untersuchungsgefängnis Moa- bit eine Karte schrieb unb mich bat, ihn zwecks Uebernahme der Derteibigung zu besu­chen, da habe ich ihn fragen lassen, wie er zu bem ihm oorgeworsenen Verbrechen stehe, ob er sich un- schulbig fühle und ob er aus seiner politischen Ge­sinnung heraus niemals Vorteile gezogen habe. Er hat sowohl meinem Sozius, wie auch mir versichert, baß er unschuldig sei und daß er aus seiner inner ft en politischen U e berzeugung s i ch niemalsirgendwelche Vorteile hat verschaffen wollen. Diese bei­den Versicherungen haben mir erst Veranlassung ge­geben, nachdem ich Herrn Torgier noch einmal 24 Stunden Bedenkzeit gegeben hatte, endgültig auf seinen Wunsch die Verteidigung zu führen.

Der Vorsitzende schreitet bann zur Vernehmung bes bulgarischen Angeklagten Dimitroff Der Angeklagte, ein hochgewachsener Mann mit bithtem graumeliertem Haar, ist 1882 in Radomir in Bul­garien geboren unb lebte bis zu seiner Verhaftung in Berlin-Steglitz als Schriftsteller.

Vorsitzender: Sie sind vorbestraft in Bul­garien. Wollen Sie sich darüber äußern?

Angeklagter Dimitroff: Ich habe gehört, daß ich in Bulgarien zum Tode verurteilt worden bin. Nähere Erkundigungen habe ich darüber nicht eingezogen, denn Das inter­essiert m i ch nicht.

Vorsitzender: Nach ber Auskunft ber bulgarischen Gesandtschaft find Sie im Januar 1924 zu le­benslänglichem Zuchthaus verurteilt wor­ben wegen ber A n ft i f t u n g b e s September, aufftanbes in Bulgarien. In einem zweiten Ur­teil ist bann bie lobesftrafe verhängt mor­den wegen ber Organisierung eines bewaffneten Aufstands.

Dimitroff war bereits lange vor 1923 Mitglied bes Zentralkomitees ber bulgarischen Kommunistischen Part e i. 2In dem Aufstand vom Jahre 1923 habe er aktiv unb führenb teilgenommen. Als ber Aufstanb 'nie­dergeschlagen war, sei er nach Wien übergefiebeü unb bort Rebakteur an berArbeiterzeitung- ge­worben. Das Attentat auf ben König unb ber B r a n b ber Äathebralc im Jahre 1924 sei gegen ben Willen ber Kommunistischen Partei durchgeführt unb von ber Partei verurteilt morden. Er selbst sei damals in Moskau gewesen. Dimitroff gibt an, daß er im Jahre 1929 nach Berlin gekommen fei. Er sek niemals polizeilich angemeldet gewesen unb begrühbet bies, baß er verfolgt mürbe. Der Angeklagte bestreitet entschieben, im Besitze eines gefälschten Passes ge­wesen zu fein, obmohl, mie ber Vorsitzenbe betont, durch Sachverständige festgestellt morden fei, daß es sich um einen Paß einer kommunisti­schen Paßf älscherzentrale gehandelt habe. Bis 1931 habe er in Adlershof gemahnt, dann ist er bis etwa Juli 1932 in Moskau geroefen. Nach feiner Rückkehr hat Dimitroff von Juli 1932 bis Ende Dezember in Zehlendorf gemahnt.

Er habe Berlin gewählt, roeil er dort am f i d) e r ft e n fein Inkognito habe mähren können. In Moskau märe er noch sicherer ge­wesen, aber er habe in größerer -Nähe von Bulga­rien bie Kampagne organisieren müssen, um Zeit unb Gelb au sparen.

Der Vorsitzenbe fragt bann ben Angeklagten, wie er sich in Deutschland seinen Unterhalt d e r bient habe, woraus bieser ermiberte, baß er eine internationale Pressekarrespanbenz in mehreren Sprachen herausgegeben habe. Für feine Reisen sei er von Freunben unterstützt worben. Belege über solche Unterstützungen habe er nicht. Der Vor­sitzenbe sucht bann festzustellen, ob Dimitroff m Berlin gar keinen Anschluß an deutsche Kommuni st en gefunden habe. Der Angeklagte erwidert, er habe zwar eine ganze Reihe deutscher Kommunisten in Moskau kennengelernt, wenn bisse an internationalen Tagungen teilnahmen. Trotzbem Haber er aber nur ganz gelegentlich, vielleicht zwei­mal, bie beutschcn Kommunisten über bulgarische Fragen gesprochen.

Varsitzenber: Bei Ihrer Verhaftung sind bet Ihnen T e l e p h o n a d r e s s e n gefunden morden. Eine davon, mit umgestellten Zahlen betraf ben Kommunisten Stöcker.

Angeklagter: Das ist ein Irrtum.

Vorsitzenber: Weshalb haben Sie benn bie Um­stellung ber Zahlen oorgenommen?

Angeklagter: Ich wollte bie Leute für ben Fall einer Beschlagnahme keinen Unannehmlichkeiten aussetzen.

Der Vorsitzenbe vermesst auf eine Telefonabresse, bie auf ben Namen 111ner lautet unb erklärt, menn man biese Telefonnummer umstelle, ergebe sich bie Telefonabresse ber Russischen Han­delsvertretung. Wußten Sie bas nicht?

Angeklagter: Nein

Vorsitzender: Sie find doch verheiratet?

Angeklagter Dimitroff: Verheiratet gewesen. Meine Frau ist im Mai b. I. in Moskau g e ft o r b e n. In ber Anklageschrift wirb behauptet, baß ich, obwohl verheiratet, unter bem falschen Namen Dr. S ch a s l a - S ch m i b t mich mit einer Dame perlobt unb auch gebrückte Verlobungsan­zeigen verschickt hätte. Diese Behauptung ist mir in ber ganzen Voruntersuchung fremb geblieben. Dem Angeklagten wirb bann eine gebrückte Karte vor­gelegt mit ber Aufschrift:Als Verlobte empfehlen sich Anni Krüger, geb. Matzmann, unb Dr. John Schasla-Schmibt, Potsbam". Der Angeklagte Dimi­troff erklärt erregt, er sehe biese Karte zum e r ft e n m a l. Er bestreite ganz kategorisch, baß er sich verlobt habe ober solche Karten habe brücken lassen. Trotz ber Ermahnungen bes Dorsitzenben rebet ber Angeklagte sich in eine immer größere Wut hinein.

Vorsitzenber: Wenn Sie in biesem Ton fortfahren, Dimitroff, breche ich Ihre Vernehmung ab, unb wir »erben uns barüber schlüssig machen, ob Sie über­haupt noch ber Derhanblung weiter beiwohnen bürfen. lieber bie Derlobungskarte werben wir nach­her bie Frau Krüger als Zeugin vernehmen. Da­mit ist bie Sache für fetzt erlebigL

Angeklagter Dimitroff: Ich möchte noch etwas über meine Person erklären: Ich bin ein begeisterter Freunb ber Sowjet-Republik unb Stalins, aber i ch war nie in Deutsch- la n b ober in einem anberen Lanb ein Abgesanbter ber s o w j e t r u s s i f ch e n Kommunisten. Ich beftreite biese Behauptung ber Anklageschrift.

Vorsitzenber: Zu solchen Aeußerungen werbe ich Ihnen später ausreichenb Zeit geben. Bisher haben Sie zum Ausbruck gebracht, baß Sic burch unb burch Kommunist unb ein b e g e i ft e r ter Anhänger bes Kommunismus finb, baß Sie aber Einzelterror ab!ebnen unb behaupten. Sie hätten mit bem Reichstagsbranb nichts zu tun.

Angeklagter Dimitroff: Jawohl. Meine einzige Schuld ober gesetzwidrige Handlung in Deutschland war, baß ich unangemelbet in Deutschanb gelebt habe.

Auf Fragen bes Oberreichsanwaltes bestätigt Dimitroff, baß er Mitg 1 ieb bes Exekutiv- Komitees ber Internationalen Kom­munistischen Partei war. Zur Roten Hilfe in Berlin will er keinerlei Beziehungen unterhalten

haben.

Der Vorsitzenbe fragt bann ben Angeklagten Dimitroff, wie lange er bie beiben ande­ren bulgarischen Angeklagten Dane ff und Popoff kenne. Dieser erwidert darauf, daß er sie aus ber Emigration aus Jugoslawien kenne, wie viele anbere Parteigenossen. Er gibt auf fra­gen auch zu, baß er von Zeit zu Zeit feit bem November 1932 in Berlin mit den beiden Angeklagten zusammen gewesen sei.

Hierauf wird ber Berliner Kriminalassistent Bauch über bte Herkunft bes falschen Passes von Dimitroff vernommen. Diesen Paß, ber auf ben Namen Hebiger ausgestellt war, hat ber Zeuge, wie er erklärt, nach kurzer Untersuchung sofort als ein Probukt aus ber großen kommunistischen Paß- sälscherwerkstatt in Wilmersdorf erkannt, bte mit ben raffiniertesten Fälschermethoben arbeitete, |o baß die Fälschungen nur nach ganz gründlicher Prüfung zu erkennen seien.

Das Gericht schreitet dann zur Vernehmung bes Angeklagten Popoff. Er ist im November 1902 in einem Dorf bei Sofia geboren. Er ist verheiratet. Seinfe Frau lebt in Moskau. Bei ber Erörterung feiner Vorstrafen gibt ber Angeklagte zu, baß er im Juni 1932 wegen seiner Mitgliebschaft im Zentralkomitee ber bulgarischen Kommunistischen Partei in seiner Abwesenheit z u zwölfeinhalb Jahren Zuchthaus unb 15 Jahren Ehr- ver 1 ust verurteilt worben sei. An bem be­waffneten Aufttanb von 1923 habe er aber nicht teilgenommen. Er sei besroegen auch nicht verfolgt ober verurteilt worben. Als aber nach die­sem Ausstand viele Kommunisten verhaftet wurden, sei er auch aus Bulgarien geflüchtet, weil er fürchtete, daß man ihn als Kommunisten auch verhaften würbe. Er habe bann eine Hanb- lungsgehüfenstellung in Wien angenommen. Von 1925 bis 1929 war er in Moskau. Enbe 1929 würbe Popoff Sekretär ber bulgarischen kommunistischen Jugend unb reifte zu biesem Zweck nach Bulgarien

Französisch. italienische Verständigung in der Mstungssrage?

Bedingte sofortige Vermehrung der Vefensivwaffen Deutschlands.

Paris, 24. Sept. (WTB ) Der römische Aorre- ponbent besMatin" berichtet, daß bie Awischen Paris unb Rom geführten Verhanblungen eine Bcrftänbigung über gewisse Punkte gebracht hät­ten, bie ber englijcd-italienifch-franzö- ischen Einheitsfront in Genf als Grund­lage dienen sollten. Zu diesen Punkten gehöre:

1. Beibehaltung bes militärischen Status quo für bie ehemaligen Alliierten.

2. Frankreich unb Italien verpflichten sich, ihre Streitkräfte unb alle Rüstungen währenb einer Probezeit von vier Jahren, bie nun­mehr offiziell angenommen werben soll, nicht heraufzusetzen. Wahrend dieser Probezeit würde eine ftänbige automatische t n ler­ne ti o a l e Kontrolle über bie beutfdjen st ungen ausgeübt werben.

3. Wenn in bieser Probezeit keine Verfeh­lungen Deutschlanbs feftgefteUt würben, würben bie ehemaligen alliierten Mächte nach Ab­lauf dieser Frist die progressive Herab- etzung ihrer st ungen auf ber Grund­lage bes Plans Macbonalbs vornehmen.

4. D e u t j ch 1 a n b solle bereits jetzt eine Verstärkung feiner befenfioen Gü­tungen unb feines stehenben Heeres (ugeftanben werben, jeboch nach bem Grunbsatz ber Vereinheitlichung ber Armeetypen. Die Menberungen bes beutschen Heeresstatuts würben im einzelnen in Genf besprochen unb überbics nur etappenweise in bem Maße oorgenommen werden, in dem bie Kontrolle bie strikte Einhaltung ber Verpflichtungen ergebe.

5. Jegliche Herstellung von chemischen ober bakteriologischen, für ben Krieg bestimm­ten Erzeugnissen solle sofort in allen Län - bem unterfagt werben.

Der Korrespondent hebt hervor, daß die S a n k- t i o n s f r a g e noch zu regeln bleibe und weist darauf hin, daß Mussolini gewissen französischen Forderungen nicht aus Sympathie für Frankreich nachgegeben habe, sondern im Bestreben, eine Schiedsrichterrolle einzunehmen.

Wie berObserverschreibt, spitzen sich bie jetzi­gen Verhandlungen nach Auffassung englischer Kreise auf die eine Kernfrage zu, ob man die deutsche Regierung dazu bewegen kann, einer vorläufigen Probezeit von 4 Jahren zuzustimmen, in ber das internationale Kontroll­

system ohne nennenswerte Abrüstung der anderen Staaten durchgeführt werden soll. Deutscherseits werde vorgebracht, daß Deutsch­land 14 Jahre lang auf die internatio­nale Abrüstung gewartet habe und jetzt noch weitere vier Jahre warten solle. DerObseroer" spricht bann von dem Zweifel an bem guten Willen der deutschen Gegierung unb jagt, nach englijcher Ansicht jollte man Deutschland etwas wirklich Greifbares anbieten, um es zur Annahme ber Probezeit zu bewegen. Wenn nämlich keine Einigung zustanbekomine, jo werde wahrscheinlich bie Abrüstungskonferenz ihre Arbeit im Oktober nicht wieberausneh- m e n können.

Geichsminister Dr. Goebbels in Genf.

Genf, 24. Sept. (WTB.) Geichsminister Dr. Goebbels ist heute um 17 Uhr mit einer brei­motorigen Junkers-Maschine auf bem Genfer Flug­platz zur Teilnahme an ber morgen beginnenden Völkerbundsversammlung angekommen. Er wurde von den zahlreich erschienenen Deutschen überaus herzlich mit einem dreifachen Siea-Heil! und bem Deutschen Gruß begrüßt. Obwohl oct genaue Zeit­punkt, wann Dr. Goebbels eintreffen mürbe, nicht jeftftanb, hatten sich außer ben beutschen ßanbs- leuten, zahlreiche auslänbifcbe Journa­listen auf bem Flugplatz eingefunoen. Die bies- jährige Völkerbunbsversammlung ist die erste nach ber Uebernahme ber Macht durch die NSDAP. Deut chlands. Ihr Zusammentritt ist für ben Geichs- propaganbaminifter eine willkommene Gelegenheit, um sich über bie Arbeitsmethoben ber Genfer In­stitution zu unterrichten. Aus ber Tatsache seiner Anwesenheit wirb in hiesigen Dölkerbunbskreijen, wohl nicht mit Unrecht, ber Schluß gezogen, daß Dr. Goebbels eine der sich bietenden Gelegenheiten dazu benutzen wird, um vor der Weltöffentlichkeit das Wesen des deutschen Nationalsozialismus unb bie Entwicklung zum nationalsozialistischen Staat zu erläutern und die Einstellung des neuen Deutsch­land zur Welt barzulegen. Geichsauhenminister Frhr. v. Neurath verbrachte ben Sonntag hauptsächlich in ber Gesellschaft von Dr. Goeb­bels, mit bem er sich über bie Dispositionen ber nächsten Tage unterhielt.

zurück. Enbe Oktober 1931 würbe er eines Morgens aus bem Bett heraus verhaftet. Es gelang ihm aber zu flüchten. Auf biese Weise ist Popoff wieder nach Moskau gekommen. Der Vorsitzende ersucht den Angeklagten um eine Erklärung, warum er bei seinen ersten Vernehmungen andere An- fl a b e n über seinen Aufenthalt gemacht habe als päter. Darauf antwortet Popoff: Es ist mir da­mals nicht einen Moment möglich erschienen, daß ich des ungeheuren Verbrechens der Geidjstags- branbftiftung angeklagt werden könnte. Ich befürch­tete, wenn ich meine Angaben wahrheitsgemäß machte, daß ich bann an bie bulgarischen Beworben ausgeliefert Würbe, ober baß wenigstens meine Aussagen vor ber beutschen Po­lizei ben bulgarischen Beworben bekannt würben. Ich wollte aber nicht, baß bie bulgarische Polizei von meinem Aufenthalt in Rußland erfährt.

Vorsitzender: In der Anklage wird behauptet, es liegen Zeugenaussagen darüber vor, daß Sie schon vorher in Berlin aufgetaucht sind.

Angeklagter Popoff: Derartige Behauptungen find unwahr. Auf die Frage, ob er in Berlin in kommunistischen Kreisen verkehrt habe, erwiderte Popoff, daß er mit feinet führen­den Persönlichkeit politischer Parteien j e gu­tem m e n gewesen sei und auch keine kenne.

Der Oberreichsanwalt: Warum ist Berlin eigent­lich ein geeigneterer Ort als Moskau, um eine Am­nestie abzuwarten?

Popoff: Emigranten, bie von Rußsanb bireft nach Bulgarien zurückkehren, würben bort stets verfolgt. Außerbem war es eine birette Anorbnung ber Partei, baß ich nach Berlin gehen unb von hier aus für bie Unterstützung ber bulgarischen (Emi­granten sorgen jollte.

Damit ist auch bie Vernehmung über bie Person bes Angeklagten Popoff abgeschlosssn. Die Derhanb­lung wirb auf Montag vertagt.

Van der Lubbe übt passive Gesistenz.

Leipzig, 23. Sept. (WTB.) Der Haupt- angeklagte im Geichstagsbranbstifterprozeß Mari­nus van der Lübbe ist am Samstag nach Schluß der Derhanblung durch ben zustänbigen Ge- richtsärzt Obermedizinalrat Dr. Schütz auf fei­nen Gesundheitszustand untersucht worden. Das Ergebnis der Untersuchung war: van ber ßubbe befinbet sich im Zustanb passiver Resistenz psychischer Abwehr und legt es offenbar darauf an, durch Herbeiführung völliger Entkräftung den Abbruch derDerhandlung zu erzwingen. Ein solches Derhalten stimmt auch überein mit ben Anweisungen, bie benMit­gliedern der KPD. für ihr Verhalten vor Ge- richt gegeben worden sind. Vorläufig ist van der ßubbe noch verhandlungsfähig. Er ist auch in der ßage, ber Verhandlung zu folgen. Sollte er aus sei­nem Abwehrstanb nicht heraustreten, so wird na­türlich ber Uebergang zur Zwangser- nährung erwogen werben müssen. Dan ber Lübbe erhalt im Gefängnis Krankenkost. Am Samstag ist ihm beispielsweise ein Schnitzel mit Bratkartoffeln und Gemüse, dazu Wein unb Pfirsich angeboten morden, er hat aber nichts ange« no m m e n.

Auflösung

des Tannenbergbundes.

Berlin, 23. Sept. (TU.) Amtlich. Auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 m Verbindung mit §14 bes PDG. ist ber Tannenbergbund und bie Organisation bes Deutsch- Volks im Gebiete bes Freistaates Preußen a u f g e 1 ö st unb verboten worben. Die Gefährlichkeit ber Umtriebe des Tonnenbergbundes für ben heu­tigen Staat ist schon allein daburch gegeben, daß in auffallenden Massen Anhänger ehemaliger marxistischer und kommuni st ischer Or­

ganisationen in beh Reihen des Bundes Auf- nähme gefunden haben in der Hoffnung, hier einen Unterschlupf zu finden, der ihnen ben getarnten politischen Kampf gegen ben national­sozialistischen Staat ermöglicht. Sonach steht der lannenbcrgbunö im Begriff, sich zu einer Auf- fangorganifation ber oerschiebenen staatsfeindlichen Elemente zu entwickeln unb ist geeignet, ungewollt kommunistischen Bestre­bungen Unterstützung zu gewähren. Damit ist bie Möglichkeit einer organisierten unb bewyßten staatsfeindlichen Betätigung aus ben Rechen ber kommunistischen Anhänger in bedrohliche Nähe gerückt. Da der Xannenbergbunb unter diesen Umständen eine unmittelbare Gefahr für bie Sicherheit bes Staates unb ber Be­völkerung bllbet, war eine Auflösung zur Aufrecht­erhaltung ber öffentlichen Drbnung unb Sicherheit zum Schutze von Volk unb Staat geboten.

Wie bas Hessische Staatspolizeiamt mitteilt, würben eoenso wie im Lande Preußen bie Geschäftsstellen bes Tannenbergbunbes in Hessen geschlossen unb ber Bund für a u f g e 1 ö ft er­klärt. Der Tannenbergbund hat sich feit langem in Hessen kaum noch betätigt. Sein Mitgliedcrjtand war verschwindend klein. Außer einigen Broschüren unb Büchern würbe nichts Verbächtiges gefunben.

Das Haus

der Deutschen Erziehung.

Feierliche Grundsteinlegung in Bayreuth.

Bayreuth, 24. Sept. (TU.) Im Rahmen ber jrofjen Gautagung ber oberfränkischen Erzieher- chaft fanb am Sonntag bie feierliche (3 r u n b temlegung besHauses der deutschen Erziehung statt. Dem feierlichen Akt ging am Samstag ein Ehrenabend für Kultusminister Schemm, dem Reichsleiter des Nationalsozialistischen Leyrerbundes, vorauf. Am Sonntag fand zunächst in einer Feierstunde die Weihe ber Reichs- fahne statt. Auf bem mit Fahnen geschmückten Luitpolb-Platz, wo bereits SA., Hitler-Iugenb, ber Bunb Deutscher Mäbchen unb der NSLB. auf- marschiert war, wurde dann bie Feier ber Grund­steinlegung des Dauses der Deutschen Erziehung" durch Kultusminister Schemm eröffnet. Oberstadt- schuldirektor Bauer (München), der Vertreter des NSLB. in den norddeutschen Gauen und ber Reichshauptstabt Berlin Dr. Sad 1 otny unb ber Führer ber thüringischen Lehrer sprachen. Kultus- Minister Schemm hielt bann bie Weiherebe. Das Haus solle emporwachsen, wie ein steinerner Imperativ für bie beutsche Erziehung jetzt unb für alle Ankunft. Als Pate bes Hauses ber Deutschen Erziehung feierte ber .Minister hier­auf Richarb Wagner. In bem neuen Hause solle ber beutsche Erzieher Gat unb Hilfe finben. Hier sollte bie Erziehung zum völkisch- rassischen Deutschland ihren Oueügrunb haben. Nach diesen Worten trat ber Minister an ben Baustein, ergriff den Hammer unb weihte ben ersten Schlag ber beutschen Mutter, bem Pädagogen ber Liebe: Pestalozzi, ben zweiten Schlag bem beutschen Vater, bem Pädagogen bes Baterlanbes: F ich t e und ben britten Schlag als Eib dem Führer des deutschen Volkes, day sich bie beutsche Lehrerschaft nie zerreißen lassen würbe.

Mebersehensfeier ber HUB.-Ceute in Spanbau.

Die ehemaligen Angehörigen ber Maschinen- gewehrabtei lu ngen ber alten beut­schen Armee trafen sich auf einer Wieber - sehensf eier in Spanbau, bei ber bie Bundes- ftanbarte geweiht wurde, zugleich mit dem neuen Denkmal für die Gefallenen. Neben ber 12. Mcsschi- nengewehrkomvagnie des Spanbauer Bataillons nahmen bie., SS, ber Kysshäuferbund und zahlreiche Kriegervereine an ber Veranstaltung teil. Unter ben Ehrengästen bemerkte man ben General Grafen Finck von Finkenstein, General von E o n t a r b , General Mayn unb ben Ber­liner Dizepolizeipräsibenten Mosle.